Der Börsen-TagDax strauchelt zu dickem Minus
Die Hoffnung auf einen goldenen Oktober ist am deutschen Aktienmarkt erst einmal in weite Ferne gerückt. Der Dax rutschte unter die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke und schloss 1,2 Prozent tiefer bei 24.807 Punkten, sein Tagestief lag bei 24.793 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent im Minus bei 6135 Zählern. "Hohe Ölpreise und Anleiherenditen, sowie die anhaltenden politischen Sorgen rund um Frankreich bilden einen Dreiklang, der die Risikobereitschaft der Anleger dämpft", sagte Timo Emden vom Broker CapTrader. Es mehrten sich die Zeichen für einen kräftigen Herbststurm.
Vor allem wieder steigende Ölpreise machten die Anleger nervös. Anhaltende Versorgungsängste wegen des Iran-Krieges, aber auch ein Hurrikan, der auf die Offshore-Fördergebiete in den USA zusteuert, trieben die Notierungen nach oben. Die Öl- und Gasproduzenten im Golf von Mexiko hatten bis Mittwoch laut der Marine Minerals Administration insgesamt etwa ein Viertel ihrer aktuellen Ölproduktion und rund 16 Prozent ihrer aktuellen Erdgasproduktion eingestellt.
Im Dax verloren Infineon 3,4 Prozent. "Wenn selbst überzeugende Unternehmenszahlen nicht mehr für steigende Kurse sorgen, ist das ein Warnsignal für die gesamte Aktienrally", resümierte ein Marktteilnehmer in Frankfurt.
Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten Rheinmetall mit einem Plus von 0,9 Prozent. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern stellt mit einer erweiterten Finanzierung die Weichen für weiteres Wachstum.