Der Börsen-Tag
19. Juli 2022
imageHeute mit Max Borowski und Thomas Badtke
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17:45 Uhr

DAX enteilt der 13.000 dank "mehr Hoffnung"

Mit einem Kurssprung hat der DAX im Dienstagsgeschäft aufgewartet. Noch mit einem Minus gestartet - das Tagestief liegt bei 12.823 Punkten -, wird das Minus im weiteren Handelsverlauf spürbar kleiner, ehe der deutsche Börsenleitindex ins Plus dreht und nach einer positiven Wall-Street-Eröffnung den Aufschlag deutlich ausweitet. In den Feierabend verabschiedet sich der DAX dann mit einem Kurs von 13.308 Zählern - ein Plus von 2,7 Prozent. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass wieder "mehr Hoffnung" gehandelt werde.

"Der DAX springt am Nachmittag deutlich über die 13.000er Marke", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Auch der Euro ist wieder angesagter, notiert klar über der Parität zum Dollar", so Dofel. "Die Anleger sind zuversichtlich, dass die Notenbanken durch Zinsanhebungen das Thema Inflation in den Griff bekommen - aber gleichzeitig die Konjunktur nicht abgewürgt wird", erläutert sie. Am Donnerstag steht die erste Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank seit mehr als einem Jahrzehnt an. "Die Frage ist nur: Werden es 20 oder 50 Basispunkte sein", unterstreicht Dofel.

Bei den Einzelwerten im Leitindex gehören die Titel der Deutschen Bank zu den größten Gewinnern. Sie profitieren von der Aussicht auf steigende Zinsen und ziehen um mehr als 4,5 Prozent an. Ähnlich deutlich nach oben geht es für die Kurse der Versorger Eon und RWE sowie für die Papiere von Adidas und Siemens. Nennenswerte Verlierer gibt es indes nicht.

DAX enteilt der 13.000 dank "mehr Hoffnung"
17:32 Uhr

Gewerkschaften - Mercedes plant Milliardeninvestment

Der Autobauer Mercedes-Benz plant nach Angaben von Gewerkschaften milliardenschwere Investitionen in sein Transporterwerk in Spanien. Nachdem eine neue Tarifvereinbarung geschlossen worden sei, wolle der Konzern 1,2 Milliarden Euro in das Werk in Vitoria im Norden des Landes stecken, teilen die Gewerkschaften UGT und CCOO mit. Die Vereinbarung regele Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen bis 2026. Rund 57 Prozent der fast 5000 Beschäftigten des Werks stimmten für den neuen Vertrag. Vitoria ist das zweitgrößte Montagewerk für Mercedes-Transporter. Das Unternehmen rechnet derzeit mit einer Produktion von 158.000 Vans im laufenden Jahr.

Gewerkschaften - Mercedes plant Milliardeninvestment
17:17 Uhr

Diese Aktie bricht 65 Prozent ein

Der Kurs des Industriekameraherstellers Basler knickt um zwei Drittel ein. Das ist aber nur der Ausgabe von Gratisaktien geschuldet. Statt einer finden die Basler-Aktionäre nun drei Aktien in ihren Depots.

Diese Aktie bricht 65 Prozent ein
17:10 Uhr

EZB-Spekulation treiben Bank-Titel

Banken ziehen kräftig an. Händler verweisen auf die Spekulation vor der EZB-Sitzung am Donnerstag. Besonders Peripherie-Banken steigen stark, so Caixa, Sabadell, Bankinter und Unicredit, die alle mindestens 4 Prozent gewinnen. "Da bekommt das neue Bond-Tool der EZB gegen ein Auseinanderlaufen der Anleiherenditen wohl Vorschusslorbeeren", so ein Marktteilnehmer. Daneben wäre ein mäßiger Zinsschritt gut für die ganze Branche, meint er. Auch Commerzbank stehen mit einem Plus von 3,7 Prozent auf der Gewinnerseite.

Commerzbank

EZB-Spekulation treiben Bank-Titel
16:54 Uhr

Einbruch bei Bilfinger durch Abstufung von Stopps verstärkt

Mit einem Minus von über 12 Prozent fallen Bilfinger aus dem Rahmen. Hier belastet eine "doppelte" Abstufung durch Bank of America auf "Underperform" nach "Buy". Das Kursziel wurde zudem von 33 auf 22 Euro um ein Drittel gesenkt. Der Kurs fällt auf rund 27 von 31 Euro am Vortag. "Das ist so drastisch, weil durch die Abstufung alle Stop-Loss-Marken ausgelöst wurden, die unter 29 Euro lagen", meint ein Händler.

Einbruch bei Bilfinger durch Abstufung von Stopps verstärkt
16:45 Uhr

China plant Milliarden-Strafe für Didi

Chinesische Behörden bereiten Insidern zufolge eine Geldstrafe von mehr als einer Milliarde Euro gegen den Fahrdienstanbieter Didi vor. Es gehe um eine Zahlung von mehr als acht Milliarden Yuan (umgerechnet 1,25 Milliarden Euro), rund fünf Prozent von Didis Jahresumsatz, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" darüber berichtet. Die Strafzahlung könnte die Untersuchung der Cybersicherheitspraktiken des Unternehmens beenden und den Weg zur Aufhebung von Restriktionen für das Geschäft ebnen. Zuvor hatte die chinesische Internetaufsichtsbehörde eine Untersuchung der Datensicherheitspraktiken des Unternehmens eingeleitet und Didi aufgefordert, insgesamt 25 Apps zu entfernen. Mit der Strafe könnte der Uber-Konkurrent seine Apps in den inländischen App-Stores wiederherstellen und neue Nutzer seiner Plattform gewinnen. Zudem könne Didi nach einer möglichen Strafzahlung einen Anlauf zu einem Börsengang in Hongkong starten.

China plant Milliarden-Strafe für Didi
16:18 Uhr

Knackt der DAX die 13.000 nachhaltig, dann …

Der DAX nimmt die 13.000er Marke wieder ins Visier. Sollte er das Zwischen-Hoch vom 8. Juli bei 13.019 erneut und dieses Mal nachhaltig überwinden, würde sich die Lage aus technischer Sicht weiter entspannen. "Nach der jüngsten Abwärtswelle mit den neuen Mehrjahrestiefs ist der Markt erst einmal technisch sauber", so ein Marktteilnehmer. Gestützt werde die Stimmung von der Hoffnung, die Notenbanken könnten den Kampf gegen die Inflation auch ohne schwere Rezession gewinnen. Kurzfristig komme das Hauptrisiko nach wie vor von der Gas-Krise. Sollte Russland demnächst allerdings wieder Gas liefern, dann könnte sich die Erholung beschleunigen, so der Marktteilnehmer.

Knackt der DAX die 13.000 nachhaltig, dann …
16:01 Uhr

Wall Street auf Erholungskurs

Nach dem jüngsten Kursrücksetzer nutzen Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 steigen zunächst etwa ein Prozent.

Ihr Augenmerk richteten Börsianer auf die Bilanzsaison, die immer mehr an Fahrt gewinnt. Außerdem spekulierten sie weiter über das Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. "Es ist ein bisschen wie bei 'Malen nach Zahlen', wenn man die Felder ausfüllen will, aber noch nicht alle Farben beisammen hat, sagte Anlagestratege Kerry Craig von der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan. Unklar sei zum Beispiel die weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts und der Inflation.

Bei den Unternehmen stech IBM mit einem Kursrutsch von 5,4 Prozent heraus. Der IT-Konzern legte zwar einen Quartalsumsatz über Markterwartungen vor, warnte gleichzeitig aber vor Belastungen durch die aktuelle Dollar-Stärke. Das Wachstum des Kerngeschäfts sei aber ermutigend, gab Analyst Kyle McNealy von der Investmentbank Jefferies zu bedenken. Außerdem seien die Papiere attraktiv bewertet.

Wall Street auf Erholungskurs
15:49 Uhr

Boeing erhält Auftrag über 66 737-Max

Der Airbus-Rivale Boeing hat von der Investmentgesellschaft 777 Partners einen Auftrag über 66 Maschinen des Typs 737 Max erhalten. Die Order enthält den Angaben von Boeing zufolge eine Festbestellung über 30 Flugzeuge vom Typ 737-8-200s. 777 Partners hat in die 737 Max investiert, um Billigfluggesellschaften wie die kanadische Flair Airlines und Bonza Airlines in Australien zu gründen.

Boeing erhält Auftrag über 66 737-Max
15:31 Uhr

US-Immobilienmarkt stabilisiert sich

Der Abschwung am US-Immobilienmarkt verliert an Dynamik. Zwar gingen die Baubeginne im Juni auf Monatssicht wider Erwarten etwas zurück, der Vormonat wurde aber leicht nach oben revidiert. Die Baugenehmigungen sind deutlich langsamer zurückgegangen als erwartet. Der DAX testet wieder die 13.000er Marke, mit 13.016 notiert er leicht darüber.

US-Immobilienmarkt stabilisiert sich
15:00 Uhr

Digital-Euro würde Souveränität Europas im Zahlungsverkehr stärken

Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz sieht in einem digitalen Euro ein europäisches Zukunftsprojekt mit Perspektive. Damit könnte die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr gestärkt werden, sagte er. So zeige sich beim Bezahlen im Internet sowie bei den Zahlungskarten im Euroraum eine starke Präsenz oder gar Dominanz von Akteuren mit Sitz in Übersee: "Eine echte europäische Alternative, also ein digitales Zahlungsmittel mit europäischer Governance, das europaweit einsetzbar ist, würde uns gut zu Gesicht stehen", betonte Balz.

Der digitale Euro könnte seiner Ansicht nach so ausgestaltet sein, dass er auch programmierbare Zahlungen in einem hochautomatisierten Umfeld unterstützt. Diese Möglichkeit werde wahrscheinlich nicht sofort zum Start verfügbar sein, sollte aber bei der Entwicklung berücksichtigt werden: "Noch sind die Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge nicht so verbreitet, wie man es sich vor einigen Jahren erhofft, erträumt oder ausgerechnet hatte. Aber ich bin mir sicher, dass solchen Anwendungsgebieten die Zukunft gehört."

Digital-Euro würde Souveränität Europas im Zahlungsverkehr stärken
14:48 Uhr

Flughafenchaos: Fraport-Chef gesteht Fehleinschätzung ein

Der Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, rechnet auch in den kommenden Wochen mit Problemen an den deutschen Flughäfen. "Der Sommer wird schwierig bleiben", sagte Schulte der Zeitung "Mannheimer Morgen".

Man habe unterschätzt, wie hoch das Nachholbedürfnis der Menschen sei, wieder reisen zu wollen. "Wir wussten, dass es ein starkes Jahr wird, und das haben wir in unseren Planungen auch berücksichtigt. Aber jede Prognose wurde deutlich überholt, und es fliegen viel mehr Menschen als erwartet. Dafür haben die Flughäfen und Airlines zu wenig Personal auf allen Ebenen."

Zudem gebe es Restriktionen im Luftraum in Osteuropa durch den Krieg und in Frankreich, wo es derzeit in der Flugsicherung neue Software-Einspielungen gebe. "Alle unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, das System zu stabilisieren, Chaos zu vermeiden und zu einer besseren Pünktlichkeit zu kommen. Es werden überall in der Luftfahrt wie in vielen anderen Branchen auch wieder mehr Menschen eingestellt." Man dürfe nicht vergessen: "Wir kommen aus der größten Krise der Luftfahrt seit Jahrzehnten."

Flughafenchaos: Fraport-Chef gesteht Fehleinschätzung ein
14:34 Uhr

Siemens-Konkurrent wächst - Inflation belastet

Der französische Zughersteller Alstom hat im ersten Quartal des seit April laufenden Bilanzjahres 2022/23 mehr umgesetzt. Die Erlöse legten um acht Prozent auf vier Milliarden Euro zu, wie der Konzern mitteilte. Verkäufe in Europa hätten die Entwicklung angetrieben. Der Auftragseingang schrumpfte jedoch auf 5,6 Milliarden nach 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Alstom, Hersteller von Zügen und Signalsystemen, bekräftigte seine Jahresziele, räumte aber ein, dass die Inflation die Rentabilität schmälern und auch Materialengpässe belasten könnten. Die Gruppe habe daher Maßnahmen zu Risikominderung und Kostensenkung ergriffen.

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Siemens-Konkurrent wächst - Inflation belastet
13:59 Uhr

Zinsspekulationen treiben Euro

Die Aussicht auf eine Zinserhöhung um möglicherweise 50 Basispunkte treibt den Euro an. Die Gemeinschaftswährung legt um ein Prozent auf 1,0245 Dollar zu, nachdem die Agentur Reuters unter Berufung auf zwei Insider berichtet hat, auf der Zinssitzung der EZB an diesem Donnerstag werde die Erhöhung der Zinssätze um 25 oder 50 Basispunkte diskutiert, um die Rekord-Inflation einzudämmen. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme mit Verweis auf die Ruhephase der Bank ab.

Euro / Dollar

Zinsspekulationen treiben Euro
13:44 Uhr

IBM von Ausblick belastet

Aktien von IBM fallen vorbörslich rund 5 Prozent. Das Unternehmen hat zwar mit Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen, dämpft aber die Erwartungen an das zweite Halbjahr: Der starke Dollar wird zum Problem für IBM und das Umsatzwachstum voraussichtlich bremsen.

IBM von Ausblick belastet
13:21 Uhr

Düngergeschäft läuft rund

Gute Zahlen vom norwegischen Düngemittelhersteller Yara sollten auch K+S stützen, heißt es am Dienstag im Handel. Yara habe höhere Kosten gut wegstecken können und höhere Preise auf Kundenseite durchsetzen können. "Mit den Preiserhöhungen im Sektor können Volumenrückgänge überproportional kompensiert werden", kommentiert ein Händler. Offen sei bislang, wie sich die Trockenheit in Europa in der Düngernachfrage auswirke. Yara warnt derweil vor einem bestehenden Risiko durch eventuelle Gasknappheit, was zu erneuten Preisspitzen führen könnte. Das EBITDA (ex Items) verdoppelte sich auf 1,475 Milliarden Dollar.

Düngergeschäft läuft rund
12:52 Uhr

Höhe der EZB-Zinsanhebung treibt DAX-Anleger um

Der DAX kann zum Mittag seine Anfangsverluste wettmachen.. Aktuell liegt der deutsche Börsenleitindex noch knapp 0,1 Prozent im Plus bei einem Stand von 12.975 Punkten.

"Die Anleger schauen bereits voraus auf die Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Sie warten ab, halten sich bedeckt", erläutert sie. "Die große Frage lautet: Um wieviel Basispunkte hebt die EZB die Zinsen an? 20 Basispunkte gelten als ausgemacht, einige Marktbeobachter rechnen aber auch mit 50. So oder so: Es wäre die erste Zinsanhebung der EZB seit elf Jahren."

Höhe der EZB-Zinsanhebung treibt DAX-Anleger um
12:38 Uhr

Wall Street versucht es freundlich

Heute zeichnet sich an der Wall Street eine Gegenbewegung auf die Verluste vom Wochenbeginn ab. Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren vorbörslich freundlich. Zentrale Themen bleiben die hartnäckig hohe Inflation, ihre Bekämpfung durch die US-Notenbank und die Gefahr eines Abgleitens der Wirtschaft in eine Rezession. Mit Blick auf die laufende Bilanzsaison gilt das Interesse der Frage, inwieweit der Preisauftrieb sich in den Zahlen und Ausblicken der Unternehmen niederschlägt. Daneben schwebt die drohende Energiekrise in Europa über dem Markt, denn es gilt keineswegs als sicher, dass Russland nach Abschluss der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nordstream 1 gegen Ende der Woche die Gaslieferungen nach Europa wiederaufnimmt. An US-Konjunkturdaten stehen nur Baubeginne und -genehmigungen aus dem Juni auf der Agenda.

Wall Street versucht es freundlich
12:20 Uhr

Größerer Zinsschritt? Anleihen unter Druck

Die Aussicht auf einen größeren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank als bisher erwartet setzt den Staatsanleihen im Euroraum zu. Im Gegenzug ziehen die Renditen an. Auf der EZB-Sitzung am Donnerstag soll neben einer Erhöhung des Leitzinses um einen Viertelprozentpunkt auch eine mögliche Anhebung um einen halben Punkt zur Sprache kommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr.

Die Rendite zweijähriger deutscher Anleihen, die auf kurzfristige Zinserwartungen reagiert, kletterte um etwa zehn Basispunkte auf den höchsten Stand seit über zwei Wochen und lag bei 0,64 Prozent. Im gesamten Euroraum lagen die Renditen 10-jähriger Benchmark-Anleihen rund fünf Basispunkte höher. Der Euro zog nach dem Reuters-Bericht auf bis zu 1,0253 Dollar an, nachdem er in der vergangenen Woche erstmals seit 2002 unter die Parität zum Dollar gefallen war.

Die EZB hatte angedeutet, dass sie zur Eindämmung der nach oben schnellenden Inflation die Zinssätze um einen Viertelprozentpunkt anheben könnte. Nach mehr als einem Jahrzehnt einer ultralockeren Geldpolitik wollen die Währungshüter damit erstmals wieder ihre Zinszügel straffen

"Es wäre überraschend, wenn sie sich für eine Anhebung um 50 Basispunkte entscheiden würden, da die Mehrheit der politischen Entscheidungsträger eine Anhebung um 25 Basispunkte signalisiert hat", sagte Nordea-Analyst Jan von Gerich. Der Ausverkauf an den Anleihemärkten deute aber darauf hin, dass Anleger kein Risiko eingehen wollten und sich nun für einen größeren Zinsschritt der EZB in Stellung brächten. (Bericht von Dhara Ranasinghe, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.

Größerer Zinsschritt? Anleihen unter Druck
12:03 Uhr

Spekulationen über größeren EZB-Zinsschritt

Angesichts der Rekordinflation im Euroraum wird Insidern zufolge in der Europäischen Zentralbank (EZB) über einen größeren Zinsschritt diskutiert. Wie mit der Sache vertraute Personen sagen, wird auf der Sitzung am Donnerstag neben einer Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt auch eine mögliche Anhebung um einem halben Punkt zur Sprache kommen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte eigentlich nur einen Schritt nach oben um einen Viertelprozentpunkt in Aussicht gestellt und erst für September eine womöglich kräftigere Anhebung.

Die EZB wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern. Der Euro stieg nach den Signalen für eine womöglich kräftigere Zinserhöhung auf 1,0230 Dollar - der höchste Stand seit fast zwei Wochen.

Unter den führenden Notenbanken ist die EZB in puncto Zinswende ein Nachzügler. In den USA hat die Federal Reserve schon viel früher auf den anhaltenden Inflationsschub mit Zinserhöhungen reagiert. Die Fed hob im Juni ihre Leitzinsen sogar um 0,75 Prozent an, was der größte Zinsschritt seit 1994 war. Die EZB hält dagegen ihren Schlüsselsatz noch auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, auf dem er bereits seit März 2016 liegt. Seit 2014 liegt zudem der Einlagensatz im Minusbereich, was für Banken Strafzinsen bedeutet, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Liquidität parken. Seit Herbst 2019 steht der Satz bei minus 0,5 Prozent.

Spekulationen über größeren EZB-Zinsschritt
11:44 Uhr

United-Internet-Aktie unter Druck

Die Titel von United Internet geben knapp 1,7 Prozent nach. Ein Händler verwies auf die Herabstufung des Internetdienstleisters durch Oddo BHF auf "Neutral" von zuvor "Outperform".

United-Internet-Aktie unter Druck
11:21 Uhr

Volvo-Aktie drückt nach überzeugenden Zahlen aufs Tempo

Ein gutes zweites Quartal bestätigen die Jefferies-Analysten dem schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo. Die Lkw-Bestellungen lägen 14 Prozent höher als erwartet, der Umsatz 13 Prozent und das EBIT 12 Prozent. Dabei hätten die Schweden eine konstante Marge von 12,2 Prozent erreicht. Das Segment Bus habe sich etwas schwächer entwickelt. Etwas verhaltener lese sich der Ausblick, in dem auf die makroökonomischen Unsicherheiten verwiesen werde und erforderliche Flexibilität, sollte sich die Nachfrage verschlechtern. Die Aktie notiert gegen den Trend rund 3,8 Prozent im Plus.

Volvo-Aktie drückt nach überzeugenden Zahlen aufs Tempo
11:06 Uhr

Euro-Inflation auf Rekordwert

Der rasante Anstieg der Energiepreise hat die Inflation im Euro-Raum auf ein neues Rekordniveau getrieben und setzt die EZB damit unter Zugzwang. Die Verbraucherpreise legten im Juni um 8,6 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat erklärte und damit eine erste Schätzung bestätigte. Im Mai hatte die Teuerung bereits bei 8,1 Prozent und im April bei 7,4 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB), die voraussichtlich am Donnerstag die Zinswende angehen wird, verfehlt damit ihr Inflationsziel deutlich. Sie strebt zwei Prozent Teuerung als optimalen Wert für die Wirtschaft an.

Nach mehr als einem Jahrzehnt einer ultralockeren Geldpolitik wollen die Währungshüter erstmals wieder ihre Zinszügel straffen. Angesichts der Rekordinflation, trüber Konjunkturaussichten und der jüngsten Euro-Schwäche ist laut Insidern eine kräftige Zinsanhebung um einen halben Prozentpunkt nicht ausgeschlossen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte jedoch nur eine Anhebung aller drei Schlüsselzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in Aussicht gestellt und für September einen womöglich noch kräftigeren Zinsschritt.

Laut Eurostat kletterten im Juni die Preise für Energie zum Vorjahr um 42 Prozent, nach einem Preisschub von 39,1 Prozent im Mai. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel zogen im Juni um 11,2 Prozent an, Dienstleistungen verteuerten sich um 3,4 Prozent. Klammert man Energie aus, lag die Jahresteuerung im Juni nur bei 4,9 Prozent. Von Mai auf Juni stiegen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent.

Euro-Inflation auf Rekordwert
10:51 Uhr

Prüfkonzern bekräftigt Jahresziele

Der Schweizer Prüfkonzern SGS ist nach Umsatzzuwächsen im ersten Halbjahr zuversichtlich, seine Jahresziele zu erreichen. Bis zur Jahresmitte stieg der Umsatz um 5,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Franken, wie das Unternehmen, zu dessen Aktivitäten Umweltprüfungen gehören, mitteilt. Das währungsbereinigte Betriebsergebnis stagnierte bei 458 Millionen Franken, während das ausgewiesene Betriebsergebnis wegen des Lockdowns in China um sieben Millionen auf 423 Millionen Franken schrumpfte. Im Gesamtjahr peilt der Vorstand ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich an und eine Verbesserung des Betriebsergebnisses. Eine Schlüsselrolle spielten dabei unter anderem Fusionen und Übernahmen wie auch Investitionen in Schlüsselbereiche, hieß es.

Prüfkonzern bekräftigt Jahresziele
10:19 Uhr

Novartis "in line"

Als "in line" stuft ein Marktteilnehmer in einer ersten Einschätzung die Zahlen von Novartis zum zweiten Quartal ein. Der Umsatz sei leicht unterhalb seiner Erwartung ausgefallen, die Ertragsseite habe dagegen leicht positiv überrascht. So sei der Kerngewinn je Aktie mit 1,56 Dollar einen Tick oberhalb der Erwartung ausgefallen. Wie erwartet hätten sich Währungseinflüsse negativ ausgewirkt. Leicht positiv wertet der Marktteilnehmer, dass der Ausblick für Sandoz etwas nach oben genommen wurde.

Novartis "in line"
10:00 Uhr

50-Prozent-Kursplus - Frankreich mischt EDF auf

Der französische Staat nimmt für die vollständige Übernahme des Versorgers EDF fast zehn Milliarden Euro in die Hand. Den EDF-Aktionären würden zwölf Euro je Anteilsschein geboten, teilt das Finanzministerium mit. Der Preis liege 53 Prozent über dem Schlusskurs vom 5. Juli, dem Tag, bevor die Regierung ihre Absicht zur vollständigen Verstaatlichung bekannt gab. Europas größter Kernkraftwerksbetreiber würde damit für 9,7 Milliarden Euro unter die vollständige Kontrolle des Staates gelangen, der bereits 84 Prozent an EDF hält.

Frankreich hatte angekündigt, den hoch verschuldeten Versorger komplett übernehmen zu wollen. EDF kämpft mit drastischen Kostensteigerungen bei seinen neuen Atomkraftwerken in Frankreich und Großbritannien. Hinzu kommen Mängel an einigen der älteren Reaktoren.

50-Prozent-Kursplus - Frankreich mischt EDF auf
09:38 Uhr

Industrie sitzt auf dickem Auftragspolster

Angesichts von Lieferproblemen und Produktionsverzögerungen wächst das Auftragspolster der deutschen Industrie. Der Bestand an Bestellungen stieg von April auf Mai um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Binnen Jahresfrist erhöhte sich das Polster um 16,9 Prozent. "Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltender Verwerfungen durch die Corona-Krise, wie Schließungen von Häfen in China, führen nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge", erklärten die Statistiker. Auch im Mai war demnach wie in den Monaten zuvor in vielen Branchen das Auftragseingangsvolumen höher als der Umsatz. Grund für diesen Nachfrageüberhang dürfte auch die "anhaltend hohe Knappheit an Vorprodukten" sein.

Die offenen Inlandsaufträge erhöhten sich im Mai gegenüber April um 0,7 Prozent und die unerledigten Aufträge aus dem Ausland um 0,3 Prozent. Bei Herstellern von Vorleistungsgütern blieb der Auftragsbestand unverändert. Bei Produzenten von Investitionsgütern stieg er um 0,4 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter lag das Polster 3,5 Prozent höher als im Vormonat.

Industrie sitzt auf dickem Auftragspolster
09:23 Uhr

Novartis verdient weniger

Beim Pharmakonzern Novartis haben Einmaleinflüsse im zweiten Quartal für einen deutlichen Gewinnrückgang gesorgt. Den Umsatz konnte der Konzern nicht zuletzt dank Wachstumsträgern fast konstant halten. Wie Novartis mitteilt, lag der Umsatz im zweiten Quartal mit 12,8 Milliarden US-Dollar (12,6 Mrd Euro) um 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Anstieg um 5 Prozent.

Wie üblich steuerte die Pharmasparte Innovative Medicines mit 10,5 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil zum Gruppenumsatz bei. Einmal mehr waren es Medikamente wie das Herzmittel Entresto oder das MS-Medikament, die den Umsatz stützten. Bei der Generika-Sparte Sandoz stand ein Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar zu Buche (minus 3 Prozent). Zu konstanten Wechselkursen wuchs das Geschäft um 5 Prozent. Dank der Normalisierung der Geschäftsdynamik seien in allen Geschäftsbereichen Zuwächse erzielt worden.

Novartis verdient weniger
09:05 Uhr

"Bei 13.000 ist der DAX-Deckel drauf"

Der DAX startet mit Abschlägen in den Dienstagshandel. Der deutsche Börsenleitindex notiert 0,5 Prozent im Minus bei einem Kurs von 12.895 Punkten. Zum Wochenstart hatte der Index im Tageshoch noch über der 13.000er-Marke gelegen, hatte aber bereits darunter geschlossen.

"Bei 13.000 scheint derzeit der Deckel beim DAX drauf zu sein", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Die schwachen Vorgaben von Seiten der Wall Street belasten. Die Kursverluste hatten sich dort nach dem Börsenschluss hierzulande noch etwas ausgeweitet", erläutert Marggraf. "Zudem bleibt die nervöse Grundstimmung der Anleger mit ihren Inflations- und Zinssorgen sowie den Rezessionsängsten. Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank erstmals seit Jahren die Zinsen anheben."

"Bei 13.000 ist der DAX-Deckel drauf"
08:44 Uhr

Die größte Gefahr für Firmen sind weder Krieg noch Pandemie laut Allianz

Nicht Pandemien und Krieg, sondern Feuer, Naturkatastrophen und fehlerhafte Verarbeitung sind die Hauptursachen für Versicherungsschäden bei Unternehmen in Deutschland und weltweit. Zudem erreichen Schäden durch Betriebsunterbrechungen wegen gestörter Lieferketten einen Rekord, wie aus einer der Industrieversicherungssparte AGCS der Allianz hervorgeht. Ferner sorge die steigende Inflation für höhere Schadenkosten.

AGCS hat die wichtigsten Schadenursachen für Unternehmen aus mehr als 530.000 Fällen weltweit ermittelt. Zwischen 2017 und 2021 beliefen sich die Schäden auf rund 88,7 Milliarden Euro.

Trotz Verbesserungen im Risikomanagement und der Verhütung sind Brände und Explosionen mit 21 Prozent Anteil am Gesamtschadenvolumen die größte Einzelursache. Naturkatastrophen (15 Prozent) wie Tornados, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Frost und Erdbeben sind laut AGCS - gemessen am Wert der Schäden - die zweithäufigste Ursache weltweit. Auf Rang Drei folgen fehlerhafte Verarbeitung und Wartung (neun Prozent).

Die größte Gefahr für Firmen sind weder Krieg noch Pandemie laut Allianz
08:26 Uhr

Ölpreise sinken nach starkem Anstieg leicht

Die Ölpreise fallen im frühen Handel leicht. Am Morgen kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 105,82 US-Dollar. Das sind 45 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 30 Cent auf 102,30 Dollar.

Die leichten Preisabschläge folgen auf kräftige Aufschläge gestern, als die Erdölpreise von der überwiegend guten Börsenstimmung und einem etwas schwächeren US-Dollar profitierten. Generell bleibt die Lage am Rohölmarkt schwankungsanfällig, da sich der Markt zwischen großen Nachfrage- und Angebotsrisiken bewegt.

Auf der Nachfrageseite herrschen seit einiger Zeit Rezessionssorgen vor, was die Preise dämpft. Auf der Angebotsseite dominiert die Furcht vor anhaltenden Engpässen infolge des Ukraine-Kriegs. Das Preisniveau am Ölmarkt ist deshalb nach wie vor hoch. Seit Jahresanfang haben die Ölpreise nach aktuellem Stand etwa 40 Prozent zugelegt.

Ölpreise sinken nach starkem Anstieg leicht
08:20 Uhr

IBM meldet starke Zuwächse

Ein starkes Cloud-Geschäft hat dem US-Computerkonzern IBM im zweiten Quartal einen Umsatz über Experten-Erwartungen beschert. Während der Gesamtumsatz etwas stärker als erwartet um neun Prozent auf 15,5 Milliarde Dollar anstieg, verbuchte das Segment mit der Datenwolke ein Plus von 18 Prozent, wie das Unternehmen in der Nacht nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Nettogewinn lag bei 1,392 Milliarden Dollar und damit etwas höher als im Vorjahreszeitraum mit 1,325 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr hält IBM eine Belastung von 3,5 Milliarden Dollar aufgrund des starken Dollar für möglich. Finanzchef James Kavanaugh warnte, dass rund sechs Prozent des Umsatzes durch Wechselkurseffekte betroffen sein könnten. Zuvor hatte das Unternehmen nur mit drei bis vier Prozent kalkuliert.

IBM hat sich auf das wachstumsstarke Software- und Beratungsgeschäft konzentriert, um den Umsatz anzukurbeln. Im November trennte sich der Konzern von seinem früheren Managed-Infrastructure-Geschäft.

IBM meldet starke Zuwächse
08:06 Uhr

Der Euro sinkt weiter

Der Euro gibt im frühen Handel moderat nach. Die Gemeinschaftswährung kostet 1,0140 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,0131 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag dürften Anleger Inflationsdaten aus der Eurozone im Auge behalten. Zwar handelt es sich lediglich um eine zweite Schätzung. Angesichts der hohen Teuerung auf Rekordniveau spielen Inflationszahlen gerade vor der geldpolitischen Sitzung der EZB an diesem Donnerstag eine große Rolle. Von der EZB wird die erste Zinsanhebung seit elf Jahren erwartet.

Ansonsten spielen die politischen Entwicklungen in Italien und die Energiesituation in Europa eine große Rolle an den Märkten. In Italien ist nach wie vor die Zukunft der international geschätzten Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi fraglich. Im europäischen Energiesektor ist die Gefahr einer Erdgaskrise im Fall dauerhaft ausbleibender Lieferungen aus Russland groß. Der Euro hat unter dem Energie-Risiko stark gelitten.

Der Euro sinkt weiter
08:02 Uhr

Lkw-Bauer Volvo steigert Gewinn und Umsatz

Rezessionsängste, Materialengpässe, explodierende Kosten? Der schwedische LKW-Bauer Volvo im zweiten Quartal allen Krisen getrotzt und deutlich zugelegt. "Proaktives Preismanagement" heißt das Zauberwort - auf gut Deutsch: Preiserhöhungen.

Bei einem Umsatzplus um 31 Prozent auf 118,9 Milliarden Kronen (11,3 Milliarden Euro) stieg das bereinigte Betriebsergebnis auf 13,7 (Vorjahr: 9,7) Milliarden Kronen, wie Volvo am Dienstag mitteilte. "Auch in diesem Quartal hatten wir zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit Lieferkettenunterbrechungen sowie höheren Materialpreisen", sagte Konzernchef Martin Lundstedt. Volvo habe "proaktiv und erfolgreich am Preismanagement gearbeitet, um diese Auswirkungen abzumildern." Die Rendite auf das eingesetzte Kapital habe 26,8 (23,4) Prozent erreicht.

Lkw-Bauer Volvo steigert Gewinn und Umsatz
07:44 Uhr

Sparmaßnahmen und Produktoffensive - Apple stellt sich auf Abschwung ein

Der iPhone-Hersteller Apple will einem Medienbericht zufolge im kommenden Jahr in bestimmten Bereichen auf die Kostenbremse treten. Das US-Unternehmen wolle 2023 mit Blick auf einen möglichen Wirtschaftsabschwung Personaleinstellungen und das Ausgabenwachstum in einigen Geschäftsbereichen verlangsamen, berichtet die Agentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Veränderungen sollen demnach nicht alle Teams betreffen. Die Apple Inc plane kommendes Jahr zudem eine aggressive Produktoffensive.

Vor Apple hatten bereits andere Firmen wie der Facebook-Mutterkonzern Meta, der Elektroautobauer Tesla sowie einige US-Banken Neueinstellungen verlangsamt, um sich auf einen möglichen Konjunkturabschwung zu wappnen. Apple wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern.

Die Aktie drehte ins Minus und notierte zuletzt 1,6 Prozent tiefer. Das Unternehmen beschäftigt laut Jahresbericht rund 154.000 Mitarbeiter. Den Marktbeobachtern von Canalys zufolge sind die Verkäufe von Smartphones im zweiten Quartal insgesamt um neun Prozent zurückgegangen.

Sparmaßnahmen und Produktoffensive - Apple stellt sich auf Abschwung ein
07:38 Uhr

Inflationsangst und Zinssorgen bremsen den DAX

Nach zwei Handelstagen mit Kursgewinnen in Folge wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten.

Am Montag hatte er unter anderem dank schwindender Ängste vor drastischeren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed 0,7 Prozent auf 12.959,81 Punkte zugelegt.

Ein Lackmustest für die Anlegerstimmung seien aber die anstehenden Immobiliendaten aus den USA, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Der Hypothekenzins ist deutlich gestiegen und die Investoren werden genau darauf achten, ob die höheren Zinsbelastungen den Immobilienboom ausbremsen." Analysten sagen für Juni einen Anstieg der Wohnungsbaubeginne auf 1,58 Millionen Einheiten voraus.

Zwei Tage vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird auch die Geldpolitik diesseits des Atlantik zu einem immer wichtigeren Thema. Aus diesem Grund schauen Börsianer aufmerksam auf die endgültigen Zahlen zur Inflation in der Euro-Zone. Experten gehen davon aus, dass die Teuerung im Juni wie bei den vorläufigen Berechnungen bei 8,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum gelegen hat.

Unabhängig davon rollt eine neue Welle von Firmenbilanzen auf die Anleger zu. Unter anderem öffnen der Lkw-Bauer Volvo, der Rüstungskonzern Lockheed Martin und die Online-Videothek Netflix ihre Bücher.

Inflationsangst und Zinssorgen bremsen den DAX
07:19 Uhr

Mega-Börsengang wegen Regierungschaos in London geplatzt

Ein 60 Milliarden Dollar schwerer Mega-Börsengang, das wäre ein Zeichen gewesen für den Finanzplatz London in diesen schwierigen Zeiten. Doch der Technologieinvestor SoftBank legt seine Pläne für einen Londoner Börsengang des Chip-Konzerns Arm laut "Financial Times" wegen der Turbulenzen in der britischen Regierung auf Eis.

Die Rücktritte des Investitionsministers Gerry Grimstone und des Digitalministers Chris Philp nach dem Zusammenbruch der Regierung von Boris Johnson hätten SoftBank dazu veranlasst, die Gespräche über einen Arm-Börsengang zu unterbrechen, berichtete die FT unter Berufung auf Insider. Grimstone und Philps hätten eine führende Rolle in den Gesprächen innegehabt. SoftBank könne nun auch den Weg einer einfacheren Börsennotierung in den USA gehen, die der Investor ursprünglich bevorzugt habe, hieß es.

Mitte Juni hatte es geheißen, die britische Arm könne bei einem Börsengang mit bis zu 60 Milliarden Dollar bewertet werden. Der Schritt ist vor März 2023 geplant. Ursprünglich hatte die japanische Softbank einen Arm-Verkauf an den US-Graphikkartenspezialisten Nvidia für 80 Milliarden Dollar anvisiert, war damit aber gescheitert. Softbank hatte Arm 2016 für 32 Milliarden Dollar gekauft und zuletzt erklärt, eine Börsennotierung in Großbritannien und den USA anzustreben.

Mega-Börsengang wegen Regierungschaos in London geplatzt
07:12 Uhr

"Malen nach Zahlen" an den asiatischen Märkten

Die Märkte in Asien können sich vor der anstehenden Gewinnsaison und der Zinssitzung der US-Notenbank Fed zunächst auf keine gemeinsame Richtung einigen.

"Es ist im Moment ein bisschen wie 'Malen nach Zahlen', man hat ein Bild, das man ausmalen muss, aber wir haben noch nicht alle Farben", sagte Kerry Craig von JPMorgan. "Es fehlen noch einige Faktoren, wie zum Beispiel die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Arbeitslosenquote in den USA. Und ob die Zentralbanken einen Gang zurückschalten und sagen, dass die Inflation vielleicht ihren Höhepunkt erreicht hat und wir nicht mehr so aggressiv vorgehen müssen oder ob wir richtig aggressiv agieren müssen."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent höher bei 26.977 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,5 Prozent und lag bei 1902 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,7 Prozent.

"Malen nach Zahlen" an den asiatischen Märkten
06:30 Uhr

Das wird heute wichtig für den DAX

Weiterhin sorgen zwei Themen an den Märkten für jede Menge Gesprächsstoff: Die hohe Inflation und die Möglichkeit, dass der Kreml nach den Wartungsarbeiten an der Nord-Stream-Pipeline den Gashahn nicht wieder aufdreht.

Am Vormittag veröffentlicht die europäische Statistikbehörde Eurostat Kennzahlen zur Inflation in der Eurozone. Einer Vorabschätzung zufolge ist das allgemeine Preisniveau im Juni um 8,6 Prozent gestiegen. Teure Energie und höhere Nahrungsmittelpreise im Zuge des Ukraine-Krieges treiben die Inflation, die die Europäische Zentralbank mit ihrer geplanten Zinswende verstärkt bekämpfen will.

Für den staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom läuft die Nachfrist für die Bedienung zweier Fremdwährungsanleihen aus. Falls das Geld von Gazprom die Gläubiger nicht rechtzeitig erreicht, wird dies formell als Zahlungsausfall gewertet. Ähnlich wie bei russischen Staatsanleihen, die wegen der Sanktionen des Westens nicht bedient werden konnten, hat die Feststellung eines Zahlungsausfalls derzeit eher symbolischen Charakter, da Gazprom weitgehend von ausländischen Finanzquellen abgeschnitten ist.

Auf Interesse dürfte auch die chinesische Handelsbilanz für Juni stoßen. In den USA werden die monatlichen Baubeginne und die -genehmigungen veröffentlicht.

Heute könnten zudem Quartalszahlen für Impulse sorgen - beispielsweise vom US-Pharma- und Konsumgüterriesen Johnson & Johnson, der am Nachmittag die Zahlen für das 2. Quartal vorlegt.

Nach Börsenschluss in New York berichtet Netflix über das vergangene Quartal. Die Erfolgsgeschichte des Streaming-Dienstes scheint nicht nur beim Aktienkurs ihr vorläufiges Ende gefunden zu haben. Auch die Gewinne gingen zuletzt zurück. Netflix drückt deshalb auf die Kostenbremse und will über Werbung sowie einer Partnerschaft mit Microsoft weitere Erlösquellen erschließen. Doch die wichtigste Frage ist, wie sich die Nutzerzahlen entwickeln, nachdem diese im ersten Quartal erstmals seit zehn Jahren gefallen sind. Kann sich Netflix im immer stärker umkämpften Markt der Streaming-Angebote behaupten?

Das wird heute wichtig für den DAX