Kompliziertes Gemisch hält Dax in Schach
Der geplante Mega-Börsengang des KI-Entwicklers Anthropic hat Anleger an den europäischen Aktienmärkten verstärkt bei Technologiefirmen zugreifen lassen. An der Frankfurter Börse legte der Dax um 0,1 Prozent zu und schloss bei 25.399 Punkten. Der deutsche Leitindex gab vor allem in den beiden letzten Handelsstunden den Großteil seiner zuvor erzielten Gewinne ab. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent höher bei 6317 Zählern. "An den Aktienmärkten bildet weiterhin die KI-Phantasie ein starkes Gegengewicht zum belastenden Zinsanstieg", konstatierten Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Anthropic strebt bei seinem geplanten US-Börsengang eine Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar an.
Angesichts hoher Ölpreise und hoher Anleiherenditen blieb die Stimmung dennoch verhalten. "Solange die Zinsen steigen, ist das Umfeld für die Aktienmärkte extrem schwierig", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "In diesem Umfeld ist der volatile Seitwärtsmarkt, den wir beim Dax aktuell sehen, so etwas wie das bestmögliche Szenario."
Im Dax legten Infineon um 4,8 Prozent zu. Aixtron und Siltronic verteuerten sich um 4,4 beziehungsweise 7,2 Prozent.
Nach einer angeblich zurückgewiesenen Offerte von BASF notierten Evonik unverändert bei 19,84 Euro. Der "Financial Times" zufolge sollen die Essener das Angebot als zu niedrig eingestuft haben. Die Anleger glauben aber offenbar, dass das letzte Wort zu dem Thema noch nicht gesprochen ist. BASF soll angeblich 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Die Papiere der Ludwigshafener verbilligten sich um 0,7 Prozent.
Silber nach gestrigem Ausverkauf weiter unter Druck
Silber steht nach dem Ausverkauf vom Montag weiterhin unter Druck und notiert nur leicht höher bei rund 61 US-Dollar. Höhere Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärkerer Dollar belasten das zinslose Metall, da sie dessen Opportunitätskosten erhöhen und es für Käufer aus Übersee teurer machen. Die Erwartungen einer weiteren US-Zinserhöhung im Oktober erhöhen den Druck zusätzlich. Die längerfristigen Angebotsaussichten bleiben jedoch stützend, meint Naeem Aslam von Zaye Capital Markets. Silber steuere auf ein sechstes jährliches Defizit in Folge und ein begrenztes Wachstum des Minenangebots zu. Die industrielle Nachfrage bleibt ein zentrales Risiko, insbesondere da sich das Wachstum der chinesischen Industriegewinne verlangsamt hat.
Warum Langweiler-Aktien gut fürs Depot sind
Überall wird gerade über die Aktien von großen KI-Konzernen oder Raumfahrt-Unternehmen gesprochen. Doch es gibt auch Werte, die zwar nicht ganz so interessant sind, aber trotzdem attraktiv sein können. Hendrik Leber von Acatis nennt sie Langweiler-Aktien. Patrick Dewayne hat mit ihm darüber gesprochen.
Kryptowährungen legen zu - Appetit auf Altcoins steigt
Die wichtigsten Kryptowährungen notieren überwiegend fester. Bitcoin steigt um 1,2 Prozent auf 84.479 US-Dollar, Ethereum legt um 2,1 Prozent auf 2738 Dollar zu, XRP klettert um 3,8 Prozent auf 1,55 Dollar und Solana rückt um 2,1 Prozent auf 121,29 Dollar vor. Altcoins - also andere Token als Bitcoin - stoßen laut Daten von Glassnode auf mehr Interesse und machen einen größeren Anteil am täglichen Handelsvolumen aus. Das Unternehmen teilt mit, das gesamte Spot-Volumen im Kryptowährungshandel sei derzeit etwa viermal so hoch wie das Handelsvolumen von Bitcoin. Dies deute darauf hin, dass mehr Käufer in Altcoins einsteigen.
ETF-Flows - wohin fließt das Geld?
Geopolitische Konflikte, Inflation und Zinserwartungen stellen Börsen und Anleger vor große Herausforderungen. Wo investieren ETF-Anleger derzeit ihr Geld, wo ziehen sie es ab? Friedhelm Tilgen mit Leon Meier vom ETF-Anbieter Xtrackers und Christoph Kind von Marcard, Stein & Co. über mögliche ETF-Strategien, Chancen und Risiken.
Fallende Ölpreise helfen der Wall Street
Nachgebende Ölpreise sorgen an der Wall Street mehrheitlich für eine leicht positive Eröffnung. Der Dow-Jones-Index verliert 0,1 Prozent auf 51.431 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 klettert dagegen um 0,1 Prozent und die technologielastigen Nasdaq-Indizes erhöhen sich um bis zu 0,4 Prozent. So reduziert sich ein Barrel der Sorte Brent um 2,0 Prozent auf 103,18 Dollar. Die zehnjährige Rendite holt zwischenzeitliche leichte Abgaben wieder auf und notiert unverändert bei 5,25 Prozent.
Bei den Einzelwerten geht es für Nvidia um weitere 0,9 Prozent nach oben. Hier treibt weiterhin die Aufstockung des Aktienrückkaufs um weitere 150 Milliarden Dollar.
Ölpreise drehen ins Minus
Anzeichen einer Erholung der Exporte aus dem Nahen Osten haben die Ölpreise ins Minus gedrückt. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich um jeweils rund zwei Prozent auf 103,48 und 90,66 Dollar je Fass (159 Liter). Zuvor hatten sie angesichts der anhaltenden Spannungen im Iran-Krieg um jeweils bis zu rund 2,5 Prozent angezogen. Händler und Schiffsdaten zufolge hat Saudi-Arabien die Ölverladungen von seinem Hafen Janbu am Roten Meer nach der Inbetriebnahme der Ost-West-Pipeline wieder aufgenommen. Zudem stiegen die Rohölexporte der großen Nahost-Produzenten im September auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag und damit auf den höchsten Stand seit Februar, wie aus vorläufigen Daten des Anbieters Kpler hervorging.
Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, zeigte sich jedoch skeptisch. "Es zeichnet sich ein klareres Bild von höheren Ölexportmengen aus der Golfregion ab, aber ein Großteil dieses Anstiegs beruht weiterhin auf Umgehungslösungen wie Schiff-zu-Schiff-Umladungen", sagte der Experte. "Diese Methoden sind weniger effizient und kostspieliger als der Normalbetrieb, weshalb die Rohölpreise hoch bleiben."
"Viele unterschätzen das Talent bei uns in Deutschland"
Deutschland bringt immer mehr Milliarden-Startups hervor. Um zu wachsen, wandern aber nach wie vor viele erfolgversprechende Jungfirmen in die USA ab. Was sich ändern muss, sagt Lena Hinkelmann, Investorin bei Balderton Capital, im Interview auf der Startup-Messe Bits & Pretzels.
Vermögensaufbau-Gipfel 2026: So stellen Sie Ihre Altersvorsorge neu auf
Für Millionen Deutsche bedeutet das neue Altersvorsorgedepot einen Quantensprung: Dank großzügiger staatlicher Förderung können sie ab 2027 mit Fonds und ETFs bis zur Rente ein Vermögen aufbauen. Welche neuen Produkte gibt es? Und wie sollte die Anlage in Zeiten globaler Konflikte und technologischer Umbrüche ausgerichtet sein?
Auf dem Vermögensaufbau-Gipfel von Capital und ntv analysieren Ökonomen, Fondsmanager und Politiker die Lage und Aussichten an den Märkten. Sie diskutieren über langfristige Entwicklungen und erklären, wie sich Anleger am besten aufstellen - am 15. Oktober 2026 in Frankfurt am Main oder digital. Hier können Sie sich Tickets sichern.
Mercedes-Benz reduziert beim Homeoffice
Mitten im Streit über Arbeitskosten will Mercedes-Benz die Möglichkeit von Homeoffice weitgehend abschaffen. "Die neue Vereinbarung soll es Führungskräften ermöglichen, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen", erklärte das Dax-Unternehmen. "Ziel ist es, dass diese vier Tage künftig der Standard sind." Eine Verhandlungsgruppe von Unternehmen und Betriebsrat habe sich verständigt, das in einer neuen Betriebsvereinbarung auf Konzernebene zu regeln. Zuerst hatte die "Wirtschaftswoche" über die Pläne berichtet.
"Mit dem Betriebsrat haben wir nun eine neue Regelung erarbeitet, die persönliche Zusammenarbeit, direkten Austausch und Teamgeist wieder stärker in den Mittelpunkt stellt", hieß es in einem Schreiben des Vorstandes an die Beschäftigten. Demnach hatten die Sozialpartner seit dem vergangenen Jahr über eine Neuregelung des mobilen Arbeitens diskutiert. Nun müssten der neuen Vereinbarung die Betriebsräte der Standorte zustimmen, damit sie am 1. Januar 2027 in Kraft treten kann.
Nivea bleibt Sorgenkind von Beiersdorf
Die Marke Nivea gibt nach Meinung von Jefferies unverändert Anlass zur Sorge. Die Analysten senken ihre Schätzungen für Beiersdorf, weil der Abbau von Lagerbeständen in Westeuropa und die angespannte Lage im Einzelhandel fortdauerten. Es gebe kaum Hinweise auf eine baldige Erholung. Zusätzlicher Gegenwind sei durch das Einfrieren der Vermögenswerte in Russland aufgekommen. Dem stehe eine fortgesetzt überdurchschnittlich gute Entwicklung bei Derma gegenüber, angeführt vom Wachstum der Produktserie Aquaphor in den USA. Die Beiersdorf-Aktie werde mit einem Abschlag zur Vergleichsgruppe bewertet, heißt es unter Verweis auf das Verhältnis von Unternehmenswert zum operativen Nettoergebnis nach Steuern.
Wall Street kaum verändert erwartet
Mit einer wenig veränderten Tendenz dürfte die Wall Street in den Handel starten. Die Ölpreise und die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich aktuell wenig bewegt, notieren jedoch weiterhin auf sehr hohen Niveaus. So kostet ein Barrel der Sorte Brent 105 Dollar und die zehnjährige Rendite liegt bei 5,24 Prozent - der höchste Stand seit 2007. Die Ablehnung des iranischen Vorschlags mit Forderungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump hatte den jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt ausgelöst, was die Ölpreise in die Höhe trieb.
Konjunkturseitig haben die Akteure mit Blick auf die Inflation bereits der Preisindex der Persönlichen Konsumausgaben in den USA im Blick, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Dazu kommt am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für September. Dagegen stehen am Berichtstag lediglich die Jolts-Daten zum Arbeitsmarkt und der Index des Verbrauchervertrauens für September auf der Agenda.
Brauerei Wolters wird geschlossen
Traurige Wirtschaftsnachricht abseits des Börsengeschehens: Die nächste deutsche Traditionsbrauerei schließt für immer ihre Tore. Nur noch bis Ende des Jahres wird bei Wolters in Braunschweig Bier gebraut. Das bestätigte eine Sprecherin der mit dem Insolvenzverfahren beauftragten Kanzlei Eckert. Demnach wurden die rund 90 Beschäftigten über die Schließung des Standortes informiert.
Im Sommer hatte die 1627 gegründete Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und das unter anderem mit Absatzrückgängen auf dem deutschen Biermarkt begründet. Zwischenzeitlich hatte Wolters auch nach neuem Kapital gesucht. "Ein entsprechender Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg", teilte die Insolvenzkanzlei nun mit. Zuvor berichtete die "Braunschweiger Zeitung".
Rüstungswerte stehen unter Druck
Rüstungsaktien stehen auch in Europa überwiegend unter Druck. Ein Händler betont aber, dies habe nichts mit irgendwelchen Friedensspekulationen zu tun, sondern nur den Aktienbewertungen. "Bei den massiv steigenden Renditen für risikolose Anlagen steigen eben auch die Diskontierungsfaktoren für Gewinnschätzungen", sagt ein Händler. Dies bringe vor allem zuvor gehypte Branchen unter Druck. Rheinmetall verloren 1,4 Prozent und Renk 3,2 Prozent.
Bei Renk belastet zudem die Studie von JPMorgan mit gesenktem Kursziel. Die Analysten erwarten eine mögliche Enttäuschung bei den Quartalszahlen im November. Auch Dassault Aviation fallen 1,0 Prozent, Kongsberg 2,1 Prozent. Stützend auf die Branche wirken Werte mit hohem Anteil an Zivilluftfahrt wie Rolls-Royce und MTU mit bis zu 1,2 Prozent Plus.
Können die KI-Firmen den hohen Erwartungen gerecht werden?
Schon bald startet die Berichtsaison über das dritte Quartal, in der die börsennotierten Unternehmen Einblick in ihre Bücher gewähren. Oftmals ist diese Zeit eine turbulente Phase, denn übertroffene oder enttäuschte Erwartungen können immer mal wieder zu stärkeren Kurssprüngen führen. Wie Anleger sich dagegen wappnen oder das auch gezielt nutzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Patrick Kesselhut von Goldman Sachs.
Geldmarkt-Umfeld bleibt falkenhaft
Wenig verändert, aber weiter hohem Niveau, präsentieren sich die Sätze am europäischen Geldmarkt. Das Umfeld bleibt falkenhaft. Die australische Notenbank hat die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent erhöht. An den Märkten wird in der Zwischenzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Oktober eingepreist. Auch für den Euroraum wird mehrheitlich ein Schritt im Oktober erwartet.
Tagesgeld: 2,35 - 2,55 (2,35 - 2,55), Wochengeld: 2,39 - 2,63 (2,39 - 2,63), 1-Monats-Geld: 2,52 - 2,82 (2,51 - 2,81), 3-Monats-Geld: 2,47 - 2,81 (2,49 - 2,82), 6-Monats-Geld: 2,94 - 3,09 (2,96 - 3,11), 12-Monats-Geld: 3,11 - 3,27 (3,25 - 3,55), Euribors: 28.09. 24.09. 3 Monate: 2,594 (2,607), 6 Monate: 3,066 (3,070), 12 Monate: 3,356 (3,379)
Dax im Plus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat wieder den Aufstieg versucht. Am Mittag notierte er 0,5 Prozent höher bei 25.495 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,8 Prozent auf 6350 Stellen. Der Euro lag 0,3 Prozent leichter bei 1,1338 US-Dollar.
Kann die "größte Aktien-Wette aller Zeiten" aufgehen?
Das KI-Unternehmen Anthropic macht acht Milliarden US-Dollar Verlust und nur 4,6 Milliarden Dollar Umsatz - und will trotzdem einen Rekord-IPO aufs Parkett legen. Wie das zusammenpasst und auf welche Risiken Investoren vorbereitet sein sollten, fasst ntv-Börsenexperte Friedhelm Tilgen zusammen.
Geschäftsklima im Euroraum trübt sich unerwartet ein
Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im September überraschend verschlechtert. Das Barometer sank um 0,5 auf 97,9 Punkte, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 99,0 Zähler gerechnet. Mit dem Rückgang entfernte sich das Barometer wieder von seinem langfristigen Durchschnitt, nachdem es seit Mai aufwärts gerichtet war. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen im September sank laut finalen Daten um einen vollen Punkt auf minus 16,5 Zähler. Es entfernte sich nach einer viermonatigen Erholungsphase wieder von seinem langfristigen Durchschnitt.
Hornbach genießt "Summer-Feeling"
Die Hornbach-Gruppe hat dank einer starken Nachfrage der Heimwerker ein erfolgreiches erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/27 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu. Impulse seien von einer robusten Kundennachfrage insbesondere nach saisonalen Produkten wie Klimageräten und Artikeln zur Beschattung und Bewässerung ausgegangen. Hornbach konnte nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen.
Bericht: RWE bietet mit KKR für Uniper
Im Zuge der anstehenden Reprivatisierung des Energieversorgers Uniper haben nach Bloomberg-Informationen RWE und die Private-Equity-Gesellschaft KKR ein unverbindliches Angebot für das staatliche deutsche Unternehmen abgegeben. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf Insider.
Als weitere Interessenten, die bis zum Fristende in der vergangenen Woche unverbindliche Angebote eingereicht hätten, nennt Bloomberg den norwegischen Energiekonzern Equinor sowie Brookfield Asset Management zusammen mit dem Canada Pension Plan Investment Board. Mehrere der potenziellen ursprünglich rund zehn Bieter hätten sich gegen die Abgabe eines unverbindlichen Angebots entschieden, schreibt die Agentur.
Goldpreis steigt
Der Goldpreis legt zu, bleibt aber unter 4200 US-Dollar je Feinunze. Am Montag hatten Renditen von US-Staatsanleihen auf Mehrjahrzehnthochs und steigende Rohölpreise einen Ausverkauf ausgelöst. Der Preis für das Edelmetall steigt um 0,7 Prozent auf 4141,66 US-Dollar je Unze und liegen auf Wochensicht fast fünf Prozent im Minus.
"Das Metall habe sich nur geringfügig verteuert und halte sich damit in der Nähe seines schwächsten Standes seit Anfang August, da die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten werde, die Nachfrage nach dem zinslosen Vermögenswert dämpfe", meinen die Analysten von IG. Laut dem FedWatch Tool der CME sehen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 72,5 Prozent für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober. Der Fokus richtet sich nun auf eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten, darunter das Verbrauchervertrauen und die Daten zu den offenen Stellen, die im Laufe des Dienstags veröffentlicht werden.
Versorgungsängste treiben Ölpreise an
Anhaltende Sorgen über Lieferengpässe im Nahen Osten lassen die Ölpreise weiter steigen. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um bis zu 2,5 Prozent auf 107,87 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl WTI zieht ebenfalls mehr als zwei Prozent auf bis zu 94,74 Dollar je Barrel an.
Händlern zufolge überwiegen die Sorgen über eine Unterbrechung der Lieferungen aus dem Nahen Osten die Anzeichen für eine Erholung der Rohölexporte aus der Region. "Ein klareres Bild von höheren Ölexportmengen, die den Golf verlassen, zeichnet sich ab, aber ein Großteil dieses Anstiegs beruht immer noch auf Notlösungen wie Umladungen von Schiff zu Schiff", sagte der Analyst Tim Waterer von KCM Trade. Diese Methoden seien weniger effizient und kostspieliger als der normale Betrieb.
Nvidia-Rivale kauft Startup von KI-Vorreiterin
AMD gibt in seinem Wettstreit mit dem Branchenriesen Nvidia mehr als acht Milliarden Dollar für das Startup einer KI-Pionierin aus. Um Technik für die nächste Generation Künstlicher Intelligenz zu bauen, müsse man tiefgründig verstehen, wie sich die KI-Modelle entwickeln, begründete AMD-Chefin Lisa Su den Zukauf. AMD lässt sich die Übernahme der Firma World Labs 8,2 Milliarden Dollar in Form eigener Aktien kosten. Gründerin Fei-Fei Li wird Chefwissenschaftlerin von AMD.
Nvidia dominiert das Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz und Diensten rund um die Technik. Rivalen wie AMD und Intel konnten sich bisher eher kleinere Nischen erkämpfen, hoffen aber weiterhin, Nvidia mit neuen Produkten mehr Marktanteile abnehmen zu können. Li, die auch Professorin an der Elite-Uni Stanford ist, gilt als eine Vorreiterin der KI-Forschung. Sie gründete World Labs im Jahr 2024.
Dax hält sich bedeckt
Mit leichten Verlusten startet der Dax in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.330 Punkten. Zum Wochenbeginn hatte er 0,1 Prozent auf 25.374 Zähler eingebüßt. An der allgemeinen Marktlage hat sich indes nichts geändert: Die Ölpreise bewegen sich weiter auf einem hohen Niveau und auch die Anleiherenditen haussieren. Beides schmälert die Kauflaune der Anleger.
Trotz hoher Verluste: Anthropic plant Rekord-IPO
Anthropic strebt einem Börsenprospekt zufolge eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies geschieht trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 42 Milliarden Dollar für das Jahr 2025. Der Börsengang würde die erst vor fünf Jahren gegründete Firma als Maßstab für die Bewertung führender KI-Unternehmen wie dem Konkurrenten OpenAI etablieren. Der Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar enthielt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden Dollar, die sich aus der Neubewertung von Finanzierungen ergab. Zudem plant das Unternehmen in den kommenden Jahren Ausgaben in Höhe von 518 Milliarden Dollar für Cloud- und Recheninfrastruktur.
Der Umsatz des Unternehmens wuchs dem Prospekt zufolge 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete Anthropic auf operativer Basis einen Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar. Allein die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur verdreifachten sich im vergangenen Jahr auf 7,33 Milliarden Dollar. Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im November stattfinden dürfte, wird den Appetit der Anleger auf hoch bewertete KI-Aktien testen. Er folgt auf den erfolgreichen Börsengang von SpaceX, das mit 1,77 Billionen Dollar bewertet wurde.
Diese Aktie muss einen Kurseinbruch verkraften
In Hongkong brechen die Aktien des Billigmodehändlers Shein um gut 10 Prozent auf ein Rekordtief ein. Der Grund: Der Fast-Fashion-Konzern hat einen starken Rückgang des Gewinns im zweiten Quartal gemeldet.
"Festverzinsliches wird zunehmend konkurrenzfähig"
Mit einem wenig veränderten Start rechnen Händler an Europas Börsen. Im Fokus stehen weiter die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und Iran. Wieder einmal sorgt Donald Trump für Verwirrung mit seinen Äußerungen über ein Exportverbot von Diesel. Dies würde die Ölmärkte global völlig durcheinanderbringen. Trump hatte bereits einen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran abgelehnt. "Iran und die USA sind bei einer Waffenstillstandsvereinbarung und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus weiterhin weit voneinander entfernt", kommentierte Sally Auld von der NAB.
Im Fokus steht weiter der steile Renditeanstieg weltweit. Er setzt die Bewertung der Aktienmärkte unter Druck. "Mit steigenden Anleiherenditen wird festverzinsliches Kapital für Investoren zunehmend konkurrenzfähig gegenüber Aktien", sagte Seema Shah, Chefstrategin bei Principal Asset Management. "Selbst wenn die Gewinne stark bleiben, werden höhere Diskontierungssätze wahrscheinlich stärkeren Druck auf die Bewertungen ausüben und zu volatileren Marktbedingungen beitragen."
Technologieaktien werden gemieden
Die asiatischen Aktienmärkte folgen der Vorgabe der Wall Street und geben überwiegend nach. Wie schon an der Wall Street zu beobachten, lähmt der fortgesetzte Anstieg der Renditen die Kaufbereitschaft. Treiber der US-Marktzinsen auf immer neue 19-Jahreshochs ist der Ölpreis, nachdem zuletzt die USA ein Angebot des Irans zurückgewiesen hatten, die Straße von Hormus bei bestimmten Gegenleistungen der USA wieder zu öffnen.
In Tokio geht es für den Topix um 1,9 Prozent nach unten, der Kospi in Seoul büßt 1,1 Prozent ein. In Hongkong kommt der HSI mit einem etwas kleineren Minus von 0,6 Prozent davon. Shanghai liegt dagegen wenig verändert und auch in Sydney ist die Tendenz behauptet im Umfeld der wie erwartet gekommenen Zinserhöhung durch die australische Notenbank vor dem Hintergrund des durch die hohen Ölpreise bedingten Inflationsdrucks.
Überwiegend gemieden werden erneut Technologieaktien. Für Gegenwind sorgt zum einen das erhöhte Zinsniveau, das unter anderem dazu führt, dass abgezinste zukünftige Gewinne niedriger ausfallen, wodurch die Bewertungen steigen. Zugleich verteuert sich dadurch aber auch die Kreditaufnahme, ausgerechnet in Zeiten sehr hoher KI-Investitionen.
Das taugt der ETF, über den alle sprechen
Ein neuer ETF sorgt für Aufmerksamkeit: Der Vanguard FTSE Global All-Cap bündelt rund 10.100 Unternehmen weltweit und ist seit August auch in Europa handelbar. Was taugt der Fonds, über den gerade viele sprechen? Patrick Dewayne ordnet ihn mit Karina Metzdorf von Börse in Pink ein.
Auslastung von Ladesäulen für E-Autos steigt
In Zeiten hoher Kraftstoffpreise nimmt die Auslastung von öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos nach Betreiberangaben zu. Vattenfall teilte mit, dass an seinen Ladesäulen in Deutschland seit Jahresbeginn rund zwei Drittel mehr Strom geladen worden sei als im gesamten Vorjahr. Das schwedische Unternehmen erklärte den Trend mit einer höheren Auslastung infolge gestiegener Kraftstoffpreise und mit dem Ausbau der Infrastruktur.
Die größten Anbieter hierzulande teilen die Einschätzung zur Auslastung. EnBW, der nach Ladepunkten mit Abstand größte Betreiber, berichtete, die Auslastung sei insgesamt gering, weil es viele Lademöglichkeiten gebe. Auf diesem niedrigen Niveau entwickele sich die Auslastung aber "generell sehr gut". Zahlen nannte EnBW aus Karlsruhe nicht und begründete diese mit dem Wettbewerb.
Der zweitgrößte Betreiber nach Ladepunkten, EON, teilte mit: "Wir sehen grundsätzlich eine zunehmende Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur." Der Essener Energiekonzern erklärte die Entwicklung vor allem mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos.
EWE nannte konkrete Zahlen: "Unsere Ladepunkte sind durchschnittlich 30 Prozent mehr ausgelastet als im letzten Jahr." Der Oldenburger Energieversorger begründete die Zunahme mit den steigenden Zulassungen von Elektroautos und dem Anstieg der Ölpreise.
Neue Softwareprobleme bei Boeing
Ein Bericht über einen neuen Softwarefehler bei der Maschine 737 MAX setzt Boeing zu, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hat, Boeing habe einen bisher unbekannten Softwarefehler identifiziert, der bei der Landung zu einem Ausfall einer automatischen Navigationsfunktion führen könne. Analysten von Jefferies erklärten, der Fehler könne die Zulassung der Variante MAX 10 verzögern und die Auslieferung der MAX 7 behindern, sollte die US-Luftfahrtbehörde FAA ihn als Sicherheitsrisiko einstufen.
Der Airbus-Rivale teilte mit, alle 737-Betreiber im vergangenen Monat über das Softwareproblem informiert zu haben. Die Ingenieure arbeiteten an einem Software-Update, um das Problem dauerhaft zu beheben. Die FAA erklärte, sie werde ein Gremium zur Überprüfung von Korrekturmaßnahmen einberufen, um den Fehler zu untersuchen.
"Wir kommen in ein neues Umfeld"
Steigende Anleiherenditen und hohe Ölpreise belasten die asiatischen Börsen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg über Nacht auf ein 19-Jahreshoch von über 5,27 Prozent. Anleger befürchten, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis Mitte nächsten Jahres noch dreimal anheben wird, um das Wachstum und die Inflation in den Griff zu bekommen. "Wir kommen in ein neues Umfeld", sagt Angus Hui, Leiter des Bereichs Fixed Income bei Fullerton Fund Management in Singapur. "Wir gehen davon aus, dass die Anleiherenditen wahrscheinlich nicht zu den guten alten Zeiten zurückkehren werden, als sie sehr, sehr niedrig waren."
Die japanische Börse tendiert schwächer: Der Nikkei-Index gibt 0,9 Prozent auf 65.307,00 Punkte nach. Der Shanghai Composite verliert 0,1 Prozent.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,32 Yen und legt leicht auf 6,7052 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8320 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1368 Dollar.
OpenAI streicht Veröffentlichung von neuem KI-Modell
OpenAI hat wegen Sicherheitsbedenken die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells gestrichen. Unter anderem habe die Software in Tests Nutzer nicht immer ehrlich darüber informiert, welche Aktionen sie unternommen oder nicht unternommen habe, sagte der für Sicherheitssysteme zuständige OpenAI-Manager Saachi Jain dem "Wall Street Journal". Außerdem habe das KI-Modell zum Teil auf eigene Initiative gehandelt, ohne eine Nutzererlaubnis einzuholen. Das Modell mit dem Namen GPT 6.1 Astra sollte demnach in den kommenden Tagen oder Wochen herauskommen.
Eigenmächtige Aktionen fortgeschrittener Künstlicher Intelligenz von OpenAI hatten in den vergangenen Wochen wiederholt für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Erst am Wochenende wurde bekannt, dass die Firma nach einem neuen Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle aussetzte. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell in einem Test, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich keinen Internet-Zugang haben sollte.
Belastungstest steht an
Der Wochenstart hat dem Dax ein kleines Minus beschert. Der deutsche Börsenleitindex schloss 0,1 Prozent leichter mit einem Stand von 25.374 Punkten - auch wegen einer bei 5,23 Prozent rentierenden zehnjährigen US-Staatsanleihe. Im Handel hieß es dazu, dass das hohe Renditenniveau nicht nur Ausdruck der Sorge der Anleger vor überschuldeten Staaten sei, sondern auch Ausdruck eines wachsenden Konjunkturoptimismus. Nur so seien steigende Aktienkurse erklärbar. Nach Einschätzung der Marktexperten von IG werden die kommenden Tage zum Belastungstest für das fragile Gleichgewicht zwischen Konjunkturhoffnung und Inflationssorgen.
Dazu passend: Auf der heutigen Finanzplatzkonferenz der Bundesbank treffen sich Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit von der Partie sind unter anderen Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, sowie Eurogruppen-Chef Kyriakos Pierrakakis. Im Mittelpunkt der Konferenz in Frankfurt am Main stehen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie die Rolle der Finanzmärkte in Zeiten technologischer Umbrüche und geopolitischer Unsicherheit.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.








