Dax verlebt roten Tag
Der deutsche Aktienmarkt hat heute den Rückzug angetreten. Der amerikanisch-iranische Konflikt um die Straße von Hormus setzte sich fort, eine Lösung zeichnete sich nicht ab, wenngleich die Anleger offenbar weiter nicht davon ausgingen, dass sich der Konflikt länger hinziehen wird. In Asien und in den USA hat sich der Kursrutsch der KI-nahen Technologieaktien derweil fortgesetzt. Die derzeit laufende Berichtssaison setzte an der Frankfurter Börse zunehmend Akzente.
Der Dax verlor 0,3 Prozent und ging mit 24.915 Punkten aus dem Handel - sein Tagestief lag bei immerhin 24.696 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte kaum verändert bei 6264 Stellen. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen nach oben.
Bei den Einzelwerten gewannen Delivery Hero 0,1 Prozent auf 38,20 Euro, lange Zeit schwankten sie zwischen minus 2,3 und plus 1,7 Prozent. Uber hat wie erwartet den Aktionären des deutschen Essenslieferanten ein Angebot über 41,50 Euro je Anteilsschein vorgelegt.
Ein Plus von 2,4 Prozent verzeichneten Schaeffler. Der Autozulieferer ist von der UBS von der "Sell"-Empfehlung befreit und auf "Neutral" hochgestuft worden. Dies führe zu kurstreibenden Short-Eindeckungen, hieß es im Handel.
Achtung, KI-Blase?
Der Hype um das Trendthema Künstliche Intelligenz bleibt weiter bestehen, aber kann die Realität den hohen Erwartungen der Anleger überhaupt noch gerecht werden oder hat sich längst eine KI-Blase gebildet? Friedhelm Tilgen spricht mit Johannes Hesche von der Fondsgesellschaft Acatis über den Hype und mögliche Anlagestrategien.
Chefin von Brussels Airlines wird BMW-Personalvorständin
BMW besetzt sein Personalressort neu und holt dafür eine Managerin aus der Luftfahrtbranche. Die bisherige Chefin der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines, Dorothea von Boxberg, wird zum 1. September Personalvorständin, wie der Dax-Konzern mitteilte. Die 52-Jährige folgt auf Ilka Horstmeier, die einvernehmlich ausscheide. BMW steht unter dem Druck der Krise am Automarkt erstmals seit langem vor größerem Stellenabbau. Vorstandschef Milan Nedeljković sprach von neuen Herausforderungen, die eine konsequente Anpassung der Strukturen erforderten.
Von Boxberg bringe viel Erfahrung in Transformationsprozessen sowie einen Blick von außen auf die Automobilindustrie mit, ergänzte BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter. Zudem passe sie mit ihrem technischen Hintergrund sehr gut zum Münchner Konzern. Vor ihrem Wechsel nach Brüssel vor drei Jahren führte von Boxberg die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo.
Goldpreis fällt deutlich
Der Goldpreis ist trotz einer schwächer als erwartet ausgefallenen US-Inflation kurzzeitig unter 4000 US-Dollar gefallen. Ein Wiederaufflammen der Spannungen zwischen Washington und Teheran schürt die Sorge vor hohen Energiepreisen. Die New Yorker Futures fallen um 1,2 Prozent auf 4002 US-Dollar je Feinunze, nachdem sie zuvor auf 3977,10 US-Dollar je Unze abgerutscht waren.
"Anhaltend hohe Energiepreise würden es der Fed erschweren, eine "dovishere" Haltung einzunehmen", meint Fawad Razaqzada von Forex.com. "Das ist ein Grund, warum der US-Dollar heute wieder etwas an Fahrt gewinnt, insbesondere gegenüber den Währungen von Volkswirtschaften, die stark auf Energieimporte angewiesen sind." Der US-Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent auf 100,64.
Merck & Co erhält US-Zulassung für neuartige Cholesterin-Pille
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine neuartige Pille von Merck & Co zugelassen, die den Cholesterinspiegel stärker senken soll als eine alleinige Behandlung mit Statinen. Die Food and Drug Administration (FDA) erteilte dem Medikament Lipfendra die Zulassung zur Behandlung eines hohen Cholesterinspiegels, der ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist.
Die Zulassung basierte auf klinischen Studien, die zeigten, dass die einmal täglich einzunehmende Pille des US-Pharmakonzerns den Wert des "schlechten" LDL-Cholesterins bei Erwachsenen mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder entsprechendem Erkrankungsrisiko innerhalb von sechs Monaten um bis zu 60 Prozent senkte.
Rote Chipwerte an der Wall Street
Die US-Börsen starten mit Verlusten in den Handel. Der Dow-Jones-Index steigt zwar um 0,1 Prozent auf 52.717 Punkte, gestützt vom Plus der Unitedhealth-Aktie. Der S&P-500 verliert jedoch 0,4 Prozent, der Nasdaq-Composite fällt um 0,8 Prozent. Vor allem Chipwerte stehen weiter unter Druck. Die KI-Rally verliere an Schwung, berichten Marktteilnehmer. Starke Geschäftszahlen des taiwanischen Chipkonzerns TSMC verpuffen.
Der Kurs der ADR von TSMC fällt um 1,7 Prozent. Das Unternehmen hat ein Rekordergebnis vorgelegt. Auch der Ausblick übertraf die Konsensschätzungen. Allerdings seien die Erwartungen "außerordentlich hoch" gewesen, merkt ein Fondsmanager dazu an. Anleger dürften daher Gewinne mitnehmen. Im Sektor verbilligen sich ferner Micron um 2,7, AMD um 2,2 und Intel um 2,8 Prozent. Die schon am Mittwoch heftig abverkauften Sandisk-Aktien geben weitere 5,3 Prozent ab. Western Digital verbilligen sich um 5,3 und Seagate um 6,4 Prozent.
Aktie von US-Gesundheitsriesen schießt hoch
Eine angehobene Prognose gibt den Aktien des US-Medizintechnikkonzerns Abbott Rückenwind. Die Papiere klettern an der Wall Street um 11,5 Prozent. Abbott stellte für 2026 einen bereinigten Gewinn zwischen 5,45 und 5,60 Dollar je Aktie in Aussicht. Zuvor hatte die Spanne bei 5,38 bis 5,58 Dollar gelegen. Von LSEG befragte Analysten hatten im Schnitt mit 5,49 Dollar gerechnet. Als Grund für seinen Optimismus nannte der Konzern eine starke Nachfrage nach Herzgeräten und Krebsdiagnostik im zweiten Quartal.
US-Anleiherenditen steigen - Philly-Fed springt hoch
Die Renditen der US-Staatsanleihen steigen, da die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA auf 208.000 von aufwärts revidierten 216.000 gefallen ist. Ökonomen hatten einen Anstieg auf 218.000 erwartet. Der Geschäftsklimaindex der Philadelphia Fed für Juli springt auf 41,4 von 10,3. Die Einzelhandelsumsätze im Juni sind um 0,2 Prozent gewachsen und haben sich damit gegenüber dem revidierten Tempo von einem Prozent im Mai verlangsamt.
Die Öl-Futures steigen über 80 US-Dollar pro Barrel, da die Kontrolle über die Straße von Hormus umstritten bleibt. Der WSJ Dollar Index steigt leicht. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe steigt auf 4,596 Prozent vom Schlusskurs des Vortages von 4,545 Prozent. Die Rendite der zweijährigen Anleihe steigt auf 4,179 Prozent von 4,126 Prozent.
Lieferdienst-Fusion "ist tolles Signal für Deutschland"
Rechtsanwalt und Notar Christoph Schalast sieht in der Übernahme von Delivery Hero durch Uber ein gutes Zeichen für jene, die investiert sind. Auch der Standort Deutschland könnte von der Mega-Fusion profitieren.
Neues vom Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt zeigen sich kaum verändert. Nach den günstigen US-Verbraucherpreisen ist auch bei den US-Erzeugerpreisen der Preisdruck im Juni geringer ausgefallen als erwartet. Das nimmt Handlungsdruck von den Zentralbanken. Für den Dollar-Raum sind für die kommenden Wochen Zinserhöhungen in der Zwischenzeit komplett ausgepreist worden. Auch die EZB dürfte auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche stillhalten.
Tagesgeld: 2,18 - 2,38 (2,13 - 2,33), Wochengeld: 2,13 - 2,37 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,27 - 2,57 (2,16 - 2,49), 3-Monats-Geld: 2,23 - 2,57 (2,23 - 2,58), 6-Monats-Geld: 2,60 - 2,76 (2,60 - 2,77), 12-Monats-Geld: 2,76 - 3,06 (2,75 - 3,06), Euribors: 15.07. 14.07. 3 Monate: 2,4900 2,4520, 6 Monate: 2,7170 2,6540, 12 Monate: 2,9160 2,8250
Bitcoin fällt
Der Bitcoin gibt nach, da die US-Aktienfutures, angeführt vom technologielastigen Nasdaq-Index, überwiegend fallen. "Die Aktienmärkte sind wieder von starken Kursschwankungen geprägt, wobei Chip-Aktien einen Großteil der Volatilität verursachen, während die Veröffentlichung der Bilanzen von Technologieunternehmen langsam anläuft", schreibt der XM-Analyst Raffi Boyadjian in einer Research Note. Unterdessen halten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran an, und es kommt zu weiteren militärischen Schlagabtauschen. Der Bitcoin fällt laut LSEG um 1,2 Prozent auf 64.167 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch mit 65.524 US-Dollar ein Drei-Wochen-Hoch erreicht hatte.
Investmentgesellschaft beglückt Anleger mit stark gestiegener Rendite
Die Investor AB hat im zweiten Quartal eine Gesamtrendite für die Aktionäre von 15 Prozent erzielt. Im Vorjahreszeitraum hatte die Rendite noch bei minus fünf Prozent gelegen. Das Unternehmen, eine Investmentgesellschaft der prominenten schwedischen Familie Wallenberg, teilte mit, dass es im Quartal 1,7 Milliarden schwedische Kronen (177,2 Millionen US-Dollar) in seinen anteiligen Anteil an der Kapitalerhöhung von Electrolux investiert habe. Die Bilanz des schwedischen Hausgeräteherstellers sei gestärkt worden. Zudem seien die nordamerikanischen Joint Ventures wichtige Schritte, um Electrolux für eine verbesserte Profitabilität zu positionieren.
Zudem kaufte Investor AB fast 57.000 Aktien der Nasdaq für 46 Millionen Kronen. Darüber hinaus wurde eine Vereinbarung über den Verkauf von zwei Millionen Aktien der SEB getroffen, die im dritten Quartal 2026 abgewickelt wird und einen erwarteten Erlös von rund 375 Millionen Kronen einbringen soll.
Was Niedrigwasser im Rhein für die Wirtschaft bedeutet
Im Rhein zeigt sich das Niedrigwasser in diesem Sommer früher als sonst: Schiffe können teils nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung transportieren. Welche Auswirkungen das für die Wirtschaft hat - auch finanziell - erklärt Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research.
Boss-Großaktionär Frasers zahlt Preis für Übernahmehunger
Der britische Einzelhändler Frasers Group wagt wegen der laufenden Übernahmeversuche keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Gebote für das Modehaus Hugo Boss und für die australische Schuhkette Accent erschwerten eine Vorhersage, teilte der Eigentümer der Kette Sports Direct mit. Der Vorstand werde zum Halbjahr die Situation für das seit Ende April laufende Bilanzjahr gegebenenfalls neu bewerten.
Zudem verfehlte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Gewinnziele. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank um vier Prozent auf 538 Millionen Pfund und blieb damit sowohl hinter der eigenen Prognose als auch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Frasers leidet nach eigenen Angaben unter einer schwachen Konsumstimmung und hohen Lagerbeständen, wie sie die gesamte Branche belasteten.
Wall Street kaum verändert erwartet
An den US-Börsen zeichnet sich ein kaum veränderter Handelsauftakt ab. Vor allem Chipwerte dürften weiter unter Druck stehen. Die KI-Rally verliere an Schwung, berichten Marktteilnehmer. Starke Geschäftszahlen des taiwanischen Chipkonzerns TSMC stützen nicht. Überdies steigen am Anleihemarkt die Renditen, was für Technologiewerte negativ ist. Die Zehnjahresrendite zieht um drei Basispunkte auf 4,57 Prozent an.
Der Kurs der ADR von TSMC fällt vorbörslich um 3,5 Prozent. Das Unternehmen hat ein Rekordergebnis vorgelegt. Auch der Ausblick übertraf die Konsensschätzungen. Allerdings seien die Erwartungen "außerordentlich hoch" gewesen, merkt ein Fondsmanager dazu an. Anleger dürften daher Gewinne mitnehmen. Im Sektor verbilligen sich ferner Micron um 2,8, AMD um drei und Intel um zwei Prozent. Die schon am Mittwoch heftig abverkauften Sandisk-Aktien werden 6,2 Prozent schwächer gestellt, Western Digital verbilligen sich um 5,7 und Seagate um fünf Prozent.
SpaceX-Kursrutsch ist schlechtes Omen für Börsenstimmung
Wenige Wochen nach dem gefeierten Rekord-Börsengang ist Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Der Kursrutsch der Aktien unter ihren Ausgabepreis von 135 Dollar ist nicht nur eine Nervenprobe für die Investoren. Er könnte auch die Pläne anderer hochkarätiger Börsenkandidaten wie OpenAI oder Anthropic durchkreuzen.
SpaceX-Papiere fielen am Mittwoch zeitweise auf 132,15 Dollar, nachdem sie in den ersten Tagen nach ihrer Erstnotiz auf bis zu 225,64 Dollar hochgeschnellt waren. "Das nährt die These, dass der Kursanstieg der Aktie auf Spekulation und Überhitzung beruht und nicht auf echten Fundamentaldaten", sagt Matthew Maley, Chef-Marktstratege des Vermögensverwalters Miller Tabak. Gabriel Shahin, Chef des Anlageberaters Falcon, bezeichnet dies dagegen als "normale, wenn auch schmerzhafte" Entwicklung. An seiner Beurteilung der Geschäftsaussichten ändere sich vorerst nichts.
Dax orientiert sich nach unten
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich bislang klar im roten Bereich befunden. Der deutsche Leitindex fiel am Mittag um 0,5 Prozent auf 24.865 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 0,3 Prozent auf 6247 Stellen ab. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1466 US-Dollar.
Eurozone rutscht ins Handelsdefizit
Die Eurozone hat im Mai ein Handelsdefizit verzeichnet, weil die Energiepreise angesichts von Lieferunterbrechungen aufgrund des Krieges im Nahen Osten weiter gestiegen sind. Das Minus im internationalen Warenhandel des 21-Länder-Währungsraums belief sich in dem Monat auf 7,8 Milliarden Euro, verglichen mit einem Überschuss von 15,0 Milliarden Euro im Mai 2025, wie Eurostat mitteilte.
"Dieser Rückgang war in erster Linie auf ein sich ausweitendes Energiedefizit und auf geringere Überschüsse bei Maschinen und Fahrzeugen sowie bei chemischen und verwandten Erzeugnissen zurückzuführen", so Eurostat. Die saisonbereinigten Exporte stiegen im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, während die Importe um 2,8 Prozent zulegten.
Spritpreise ziehen an: "Wir sehen Besserung Richtung Herbst"
Pünktlich zur Urlaubssaison ziehen die Kraftstoffpreise an den Tankstellen wieder mächtig an. Thomas Benedix von Union Investment erklärt, woher die Preissprünge kommen und wann er damit rechnet, dass das Tanken wieder günstiger wird.
Cewe übernimmt Kodak-Fotostationen
Der vor allem für seine Fotobücher bekannte Foto-Dienstleister Cewe stärkt sein Geschäft mit der Marke "Kodak Moments". Das Unternehmen erwirbt das Sofortfoto-Geschäft von Kodak Alaris, das bisher dem Finanzinvestor Kingswood Capital gehört, wie Cewe mitteilte. Kodak Alaris betreibt rund 37.000 Fotostationen in weltweit 16.000 Einzelhandelsgeschäften, an denen die Kunden ihre Fotos ausdrucken können, und setzt damit im Jahr 200 Millionen Euro um. Das von Cewe übernommene Geschäft werde einschließlich Schulden mit 88 Millionen Euro bewertet, der Kaufpreis dürfte bei 72 Millionen Euro liegen.
Chemiebranche sieht kein Licht am Ende des Tunnels
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland sieht sich weiter in der Krise. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Produktion nach Angaben des Branchenverbands VCI rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz sank um ein Prozent auf 106 Milliarden Euro. Zugleich seien die Investitionen das dritte Jahr in Folge rückläufig, wie der Verband mitteilte. VCI-Präsident Markus Steilemann sprach von einer enttäuschenden Halbjahresbilanz. "Wir erleben nur eine Atempause, keine Trendwende." Die aktuelle Belebung sei vor allem auf Sondereffekte infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zurückzuführen. Unternehmen hätten ihre Lager aus Sorge vor Lieferengpässen aufgefüllt, zugleich habe der Wettbewerbsdruck aus Asien wegen der Sperrung der Straße von Hormus vorübergehend nachgelassen.
Für das Gesamtjahr senkte der Verband seine Prognose für die Produktion auf einen Rückgang um 1,5 Prozent. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen.
Börsen bleiben robust
Allen Risikofaktoren zum Trotz zeigen sich die Aktienmärkte weiter sehr robust. Das ist nicht zuletzt dem KI-Trend zu verdanken, der viele Aktien stützt. Weil aber auch die Impulse nach oben fehlen, befindet sich der Markt derzeit in einer Seitwärtsphase. Wie Anleger mit Discountzertifikaten von einem solchen Marktumfeld profitieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale.
Fed-Chef Warsh könnte US-Geldpolitik grundlegend verändern
Mit Kevin Warsh beginnt eine neue Ära an der Spitze der US-Notenbank. Doch neben den Zinsen rückt ein gewaltiger Anleihebestand in den Fokus. ntv-Börsenreporter Frank Meyer ordnet ein, warum die Fed-Bilanz für die Märkte zum entscheidenden Faktor werden könnte.
Auf diese Auto-Aktie fliegen Anleger
Bei den Schaeffler-Aktien geht es am Morgen um 2,9 Prozent nach oben. Grund: Die UBS hat den Autozulieferer, der im MDax notiert ist, von der "Sell"-Empfehlung befreit und auf "Neutral" hochgestuft. Dies führe zu kurstreibenden Short-Eindeckungen, heißt es im Handel.
Schaeffler sind damit die stärkste Aktie im deutschen Auto-Sektor, der rund um die Nulllinie notiert. Die Aktien des französischen Zulieferers Valeo gewinnen 3,3 Prozent.
Vertrauliche Fed-Infos an China weitergegeben: Ex-Berater muss ins Gefängnis
Ein ehemaliger Berater der US-Notenbank wurde im Zusammenhang mit der Weitergabe vertraulicher Informationen an chinesische Geheimdienstler zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 64-jährige John Harold Rogers soll gegenüber Ermittlern falsche Angaben gemacht haben, wie das US-Justizministerium mitteilte. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe von 38 Monaten in einem Bundesgefängnis verurteilt.
Rogers war von 2010 bis 2021 als leitender Berater in der Abteilung für internationale Finanzen der Federal Reserve (Fed) tätig. Laut der Staatsanwaltschaft gab er vertrauliche Informationen an Personen weiter, die für den chinesischen Geheimdienst- und Sicherheitsapparat arbeiteten und sich als Studenten ausgaben.
Dax leicht errötet
Der deutsche Aktienmarkt startet erwartungsgemäß müde in den neuen Handelstag. Der Dax sackt minimal in den roten Bereich und notiert bei 25.004 Punkten.
Auf die Laune drücken einmal mehr die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Die größten Verlierer sind kurz nach Handelsstart Qiagen, Merck und Scout24 mit Abschlägen zwischen 1,6 und 1,3 Prozent. An die Spitze der Dax-Gewinner setzen sich am Morgen Hochtief gefolgt von Siemens und Heidelberg Materials mit plus 1,8 bzw. 1,0 Prozent.
Wohnungsbestand in Deutschland steigt weiter
Der Wohnungsbestand in Deutschland wächst - wenn auch langsam - kontinuierlich weiter und erreichte zum Jahresende 2025 die Marke von rund 44,0 Millionen Wohnungen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, entspricht dies einem Zuwachs von 0,4 Prozent bzw. 196.000 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Im langfristigen Zehnjahresvergleich zeigt sich die Dynamik noch deutlicher: Seit Ende 2015 hat sich der Wohnungsbestand um 6,0 Prozent erhöht, was einem Plus von 2,5 Millionen Wohneinheiten entspricht.
Nahezu der gesamte Bestand (98,0 Prozent) befindet sich in klassischen Wohngebäuden. Dabei stellen Mehrfamilienhäuser mit einem Anteil von knapp 55 Prozent weiterhin die dominierende Wohnform dar, gefolgt von Einfamilienhäusern mit einem Anteil von knapp einem Drittel.
Gleichzeitig setzt sich der Trend zu großzügigerem Wohnen fort: Die Gesamtwohnfläche ist im Zehnjahreszeitraum um 8,9 Prozent auf 4,1 Milliarden Quadratmeter gewachsen, die Anzahl der Wohnungen selbst nur um 6,0 Prozent.
Dax-Anleger schielen auf Konjunktur und Netflix
Der Dax wird heute laut der Kursentwicklung an den Terminmärkten mit wenig Bewegung in den Handel starten. Am Vortag schloss der deutsche Leitindex 0,6 Prozent tiefer bei 24.999,53 Punkten. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran belasteten erneut die Kurse an den europäischen Börsen. An der Wall Street konnten positiv aufgenommene Konjunkturdaten und Firmenbilanzen die Kursverluste etwas eindämmen.
Heute steht die Konjunktur im Fokus. Die US-Einzelhändler dürften ihren Umsatz im Juni kaum gesteigert haben. Ökonomen erwarten, dass die Einnahmen nur um 0,2 Prozent zugelegt haben, nach einem Plus von 0,9 Prozent im Vormonat. Der Energiepreisanstieg infolge des Iran-Konflikts hat einen Inflationsschub in den USA ausgelöst, den die Verbraucher zu spüren bekommen. Zudem warten Anleger auf die Zahlen zum Außenhandel der Eurozone im Mai.
Am Abend eröffnet der Streamingdienst Netflix die Bilanzsaison der US-Technologiebranche. Der Konzern steht dabei unter Druck, Investoren von seiner Wachstumsstrategie zu überzeugen, da die Nutzerbindung mit der wachsenden Konkurrenz durch traditionelle Medien, YouTube und mobile Angebote zuletzt schwächelte. Analysten erwarten laut LSEG-Daten einen Umsatzanstieg um 13,6 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Dies wäre das schwächste Wachstum seit mehr als vier Quartalen.
Uber übernimmt Delivery Hero
Uber hat seine Übernahmepläne erfolgreich vorangetrieben: Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero für 12,7 Milliarden Euro. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte, dass es sich mit dem US-Konzern zusammenschließt. Der US-Konzern hatte den Aktionären des deutschen Essenslieferanten Delivery Hero heute ein Angebot über 41,50 Euro je Anteilsschein vorgelegt. Der Großaktionär Prosus habe zugestimmt, seine knapp 17-prozentige Beteiligung an Delivery Hero abzugeben, hieß es.
Der US-Fahrdienstvermittler und -Essenslieferant Uber hatte die Übernahme von einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie abhängig gemacht. Inklusive Derivaten hatte sich Uber zuvor bereits knapp 37 Prozent der Anteile an Delivery Hero gesichert. Mit den Prosus-Anteilen ist die Schwelle von 50 Prozent nun überschritten.
Um Wettbewerbsbedenken zu begegnen, könnte der Konzern Teile in Europa abstoßen. Um zu große Überlappungen mit dem Geschäft seiner Tochter "Uber Eats" zu vermeiden, die ebenfalls Speisen aus Restaurants ausliefert, wolle Uber die türkische Tochter Yemeksepeti sowie Lieferdienste in anderen europäischen Ländern an einen Investor abgeben, hatte die "Financial Times" zuvor berichtet. Uber Eats und Delivery Hero machen sich auch in Polen, Portugal, Spanien und Schweden Konkurrenz.
TSMC mit fünftem Rekord-Quartalsgewinn in Folge
Dank der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Prozessoren konnte TSMC seinen Gewinn erneut überraschend stark steigern. Wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mitteilt, stieg der Überschuss im zweiten Quartal um 77 Prozent auf umgerechnet 19,15 Milliarden Euro. Analysten hatten lediglich mit rund zwei Milliarden Euro gerechnet.
Der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens hatte bereits zu Wochenbeginn ein Umsatzplus von 36 Prozent auf knapp 35 Milliarden Euro bekannt gegeben. Der wichtigste Wachstumstreiber für das taiwanische Unternehmen, zu dessen Kunden der weltgrößte Halbleiter-Konzern Nvidia und der iPhone-Anbieter Apple zählen, ist das Geschäft mit modernen Hochleistungschips. Es steuert inzwischen etwa ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Im dritten Quartal 2023 hatte der Anteil lediglich bei sechs Prozent gelegen.
Siemens-Rivale mit Rekord-Auftragseingang
Der Boom beim Bau von Rechenzentren treibt das Wachstum des Elektrotechnikkonzerns ABB weiter an. Wie ABB mitteilt, schoss der Auftragseingang des Schweizer Unternehmens im zweiten Quartal 2026 um 30 Prozent auf den Rekordwert von 12,04 Milliarden Dollar hoch. Die Aufträge im wichtigsten Geschäftsbereich Elektrifizierung stiegen sogar um 60 Prozent.
Trotz der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten konjunkturellen Unsicherheit bekräftigte der Konzern die Prognose für das Gesamtjahr. So peilt der Siemens-Rivale für das Jahr 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an. Die operative Marge (Ebita) soll sich im Vergleich zum Vorjahr erhöhen – selbst ohne die angekündigten Immobilienerlöse.
Schweizer Agrarchemiekonzern bläst Mega-IPO in Hongkong vorerst ab
Der Agrarchemiekonzern Syngenta verschiebt einem Medienbericht zufolge seinen für 2026 geplanten Börsengang in Hongkong und wartet auf bessere Marktbedingungen. Ein IPO im Jahr 2027 gilt nun als wahrscheinlicher, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Laut dem Bericht hat der Krieg im Nahen Osten die Märkte für Agrarprodukte und Düngemittel durcheinandergebracht. Zudem könnte Syngenta aufgrund seines Engagements im Saatgutsektor mit einem längeren Genehmigungsverfahren für den Börsengang konfrontiert sein.
Syngenta, eine hundertprozentige Tochter des chinesischen Staatskonzerns Sinochem mit Sitz in Basel, ist einer der weltweit größten Agrarchemiekonzerne und Weltmarktführer im Bereich Pflanzenschutz sowie ein bedeutender Saatguthersteller. Bis 2017 war Syngenta an der Schweizer Börse (SIX) gelistet, wurde dann aber nach der Übernahme durch China von der Börse genommen. Anleger können derzeit lediglich öffentlich gehandelte Unternehmensanleihen von Syngenta erwerben.
Früheren Angaben von Insidern zufolge könnte das Emissionsvolumen des Börsengangs bis zu zehn Milliarden Dollar betragen. Die Börsenpläne von Syngenta waren in den vergangenen Jahren von zahlreichen Rückschlägen geprägt. So zog Syngenta im März 2024 seinen Antrag auf eine Börsennotierung in Shanghai zurück – nach einem sich über mehrere Jahre hinziehenden Verfahren.
Chipaktien in Asien stark unter Druck - Kospi bricht ein
Die asiatischen Börsen verbuchen heute überwiegend Verlustet. Auslöser ist ein Ausverkauf bei Chipwerten. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach der KI-Rally. Nur Hongkong konnte sich dem Trend entziehen.
Besonders stark traf es Südkorea. Der Kospi sackte um 6,8 Prozent ab und gab damit die Gewinne vom Vortag komplett wieder ab. Grund: Die koreanische Notenbank hat erstmals seit dreieinhalb Jahren die Zinsen angehoben. Der Leitzins liegt nun um 25 Basispunkte höher bei 2,75 Prozent. Der Schritt war erwartet worden, belastet aber die technologie-lastigen Werte.
Auch die Einzeltitel brachen ein: Samsung Electronics minus 8,1 Prozent, SK Hynix minus 11,1 Prozent. Beide machen zusammen die Hälfte des Kospi aus. In den USA waren die ADRs von SK Hynix bereits am Mittwoch um 9,0 Prozent gefallen. Hanmi Semiconductor verlor knapp 8 Prozent, nachdem die Aktie am Vortag nach starken Quartalszahlen noch rund 30 Prozent zugelegt hatte.
In Tokio ging es für den Topix um 1,3 Prozent nach unten. Auch hier standen Halbleiter unter Druck: Advantest minus 5,3 Prozent, Renesas minus 5,1 Prozent. Softbank Group rutschte um 5,9 Prozent ab. Der Shanghai Composite büßte 0,8 Prozent ein. In Sydney tendierte der Markt knapp behauptet.
Gegen den Trend legte der Hang Seng Index HSI um 1,9 Prozent zu. Getragen wurde er von Tech-Schwergewichten außerhalb des Halbleiterbereichs. Alibaba plus 4,8 Prozent, Meituan plus 5,3 Prozent, Tencent plus 3,2 Prozent.
Der Ausverkauf spiegelt laut Händlern die wachsende Besorgnis der Anleger wider, dass die KI-getriebene Rally bei Halbleitern überzogen sei. Zusätzlich drückt die Lage im Nahen Osten auf die Stimmung, auch wenn sich die Ölpreise zuletzt nicht weiter nach oben bewegten.
Die USA erheben Zölle von 25 Prozent auf brasilianische Waren
Zwar sind die Zollgefahren zuletzt in den Hintergrund getreten, die Handelsrisiken sind damit aber noch lange nicht vorbei: Die USA haben neue Zölle gegen Brasilien erhoben. Bestimmte Waren sollen mit 25 Prozent belegt werden, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mitteilte. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung der "unfairen Handelspraktiken" Brasiliens. Brasilianischer Kaffee und Rindfleisch sind von den Zöllen ausgenommen.
Der Schritt wird gemäß Section 301 des Trade Act durchgeführt, der es dem US-Präsidenten erlaubt, Zölle zu verhängen, solange seine Regierung auf unfaire Handelspraktiken verweisen kann.
Donald Trump hatte im vergangenen Jahr einen Zoll von 50 Prozent gegen Brasilien verhängt, doch der Oberste US-Gerichtshof hob diesen später auf. Zölle auf brasilianische Importe, die nicht von der Ausnahmeregelung betroffen sind, liegen derzeit bei zehn Prozent.
Das wird für den Dax heute wichtig
Der Dax hat gestern wieder etwas nachgegeben. Mit 24.999 Punkten dämmte der deutsche Leitindex seine Verluste letztlich auf 0,59 Prozent ein. Zuvor hatte sich der Dax vier Handelstage in Folge über der Marke von 25.000 Zählern gehalten.
Heute läutet der Streaminganbieter Netflix mit seinen Quartalsergebnissen die Bilanzsaison der US-Technologiebranche ein. Dabei steht der Konzern unter Druck, Investoren von seiner Wachstumsstrategie zu überzeugen, da die Nutzerbindung mit der wachsenden Konkurrenz durch traditionelle Medien, YouTube und mobile Angebote zuletzt schwächelte. Analysten erwarten LSEG-Daten zufolge einen Umsatzanstieg um 13,6 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Dies wäre das schwächste Wachstum seit mehr als vier Quartalen. Da der Schub durch das Vorgehen gegen das Passwörter-Teilen und durch Preiserhöhungen nachlässt, ist das Werbegeschäft als entscheidend für das künftige Wachstum. Um Werbekunden anzulocken, setzt Netflix auf Live-Events und prüft Medienberichten zufolge ein Gebot für die US-Übertragungsrechte der Fußball-Weltmeisterschaften 2030 und 2034.
Die US-Einzelhändler dürften ihren Umsatz im Juni kaum gesteigert haben. Befragte Ökonomen erwarten, dass die Einnahmen nur um 0,2 Prozent zugelegt haben, nach einem Plus von 0,9 Prozent im Mai. Der Energiepreisanstieg infolge des Iran-Krieges hat einen Inflationsschub in den USA ausgelöst, den die Verbraucher zu spüren bekommen: Die Teuerungsrate lag im Juni trotz eines unerwartet deutlichen Rückgangs noch bei 3,5 Prozent.