DAX ist gut drauf und marschiert nach oben
Nach den Rücksetzern an den beiden vergangenen Tagen ist es mit dem deutschen Aktienmarkt wieder nach oben gegangen. Der Handel verlief in vergleichsweise ruhigen Bahnen. Da der Finanzplatz London wegen Feiertagen bis Freitag geschlossen bleibt, fehlten viele Marktteilnehmer aus dem anglo-amerikanischen Raum.
Einen Teil der guten Laune an Europas Börsen führte ein Händler auf den Inflationsanstieg in der Eurozone zurück. Die Erzeugerpreise sprangen um 37,2 Prozent zum Vorjahr an. "Das ist zwar weiter ein extrem hohes Level, nährt aber die Fantasie auf eine Peak Inflation", sagte er. Diese war am vergangenen Freitag mit der Veröffentlichung des PCE-Index in den USA aufgekommen und von der Prices-Paid-Komponente im ISM-Index am Vortag gestützt worden.
Im Vorfeld des Treffens der OPEC+ wurde viel über eine Erhöhung der Fördermenge spekuliert. Nun einigten sich das Erdölkartell und seine Verbündeten darauf.
Der DAX stieg um ein Prozent auf 14.485 Punkte, sein Tageshoch lag bei 14.493 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 0,9 Prozent höher bei 3795 Stellen.
Den größten Verlierer im DAX stellte die Aktie von Fresenius Medical Care (FMC), für die es um 3,5 Prozent abwärts ging. Hier belastete nach Einschätzung aus dem Handel die jüngste Nachricht, dass Davita und Medtronic ein Joint-Venture zur Nierenbehandlung gründen und damit ein Konkurrent zu FMC bilden. Medtronic wird dazu ihre Dialyse-Tochter Renal Care Solutions einbringen.
Wacker Chemie stiegen um 2,4 Prozent, Aixtron um 0,3 Prozent und Telefonica Deutschland um ein Prozent. Positiv wurde im Handel deren Indexaufnahme in den Stoxx-600 gewertet. Damit kämen die Aktien in den Fokus von Investoren, deren Anlageuniversum an den marktbreiten Europa-Index gekoppelt sei. Direkte Käufe von Index-Fonds wie ETF seien aber erst zum Verfalltag am 17. Juni per Handelsschluss zu erwarten. Die Index-Mitgliedschaft der Aktien beginnt ab dem 20. Juni.
Was die Inflation für Anleger bedeutet
Die Inflation ist zuletzt erneut angezogen, die Notenbanken müssen reagieren. Welche Konsequenzen hat das für Anleger? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Joachim Nareike von der Fondsgesellschaft Schroders.
Trennung von Trainer Rose vergrößert BVB-Verlust
Die Trennung von Trainer Marco Rose treibt den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund noch tiefer in die roten Zahlen. Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA teilte mit, sie rechne im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Fehlbetrag im Konzern zwischen 25 Millionen und 29 Millionen Euro.
Hintergrund sei im Wesentlichen die vorzeitige Trennung vom bisherigen Cheftrainer und seinem Team. Bereits Ende Februar hatte der Club nach dem Ausscheiden aus dem Europa-League-Wettbewerb seine Prognose nach unten korrigieren müssen. War bis dahin ein Fehlbetrag bis zu 17 Millionen Euro erwartet worden, wurde seitdem mit einem Minus bis zu 24 Millionen Euro gerechnet. Die BVB-Aktie gab um 0,7 Prozent nach.
Stellenzuwachs bei US-Firmen fällt unerwartet klein aus
Die US-Firmen haben unerwartet wenig neues Personal eingestellt. Unter dem Strich wurden 128.000 Jobs geschaffen, wie der Personaldienstleister ADP auf Basis seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Experten hatten mit einem deutlich größeren Plus von 300.000 gerechnet, nach 202.000 im Vormonat.
Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der neben Stellen in der Privatwirtschaft auch Jobs im öffentlichen Dienst auflistet. Hierfür erwarten Experten ein Plus von 325.000 Jobs nach 428.000 im April.
Wall Street schwächelt - Microsoft und HP auf Talfahrt
Maue Firmenbilanzen haben die US-Börsen erst einmal ausgebremst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor kurz nach dem Handelsauftakt 0,4 Prozent auf 32.696 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stand 0,3 Prozent tiefer bei 4089 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 0,1 Prozent höher bei 12.009 Punkten.
Auf die Stimmung drückte eine Prognosesenkung für das vierte Quartal von Microsoft, die die Aktien auf Talfahrt schickte. Der Hard- und Softwareentwickler kassierte seine Umsatz- und Ergebnisziele und begründete dies mit Währungsbelastungen in Folge des jüngsten Dollar-Anstieges. Die Papiere fielen um rund drei Prozent. Auch Hewlett Packard enttäuschte die Anleger mit seinen Quartalszahlen und Prognosen. Die Papiere verloren mehr als neun Prozent.
OPEC+ erhöht Fördermenge deutlich - Russland bleibt an Bord
Das Ölkartell OPEC+ will seine Fördermenge im Sommer deutlich stärker anheben als in den vergangenen Monaten. Statt der zusätzlichen 430.000 Barrel, die im Juni in den Markt gepumpt werden sollen, soll die Tagesproduktion im Juli und August um jeweils rund 650.000 Barrel steigen, wie die Gruppierung nach einer Online-Sitzung ankündigte.
Die OPEC+ begründete ihre Entscheidung mit dem Ende von Lockdowns an wichtigen Wirtschaftsstandorten und dem saisonal erhöhten Bedarf von Raffinerien. Der Mitteilung war zu entnehmen, dass Russland trotz des angekündigten EU-Embargos auf russisches Öl auch weiterhin an den Fördervereinbarungen teilnimmt.
Pfizer beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff für Kleinkinder
Pfizer und Biontech haben in den USA die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kleinkinder beantragt. Die Daten wurden bei der US-Pharmaaufsicht FDA eingereicht. Sie zeigten, dass drei angepasste Dosen des Impfstoffs eine starke Immunantwort bei Kindern unter fünf Jahren erzeugten. Bislang ist noch kein Corona-Impfstoff für Kleinkinder zugelassen.
Bankenverband zu weiterer Inflationsentwicklung
Die Menschen in Deutschland müssen sich nach Einschätzung des Privatbankenverbandes BdB langfristiger auf höhere Teuerungsraten einstellen. "Wegen statistischer Basiseffekte bei den Energie- und Rohstoffpreisen sollte die Inflationsrate im weiteren Jahresverlauf zwar wieder etwas sinken. Mit Raten von über drei Prozent dürften die Verbraucherpreise aber auch im Durchschnitt des kommenden Jahres deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank liegen", teilt der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit.
Im Mai war die jährliche Teuerungsrate nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf 7,9 Prozent gesprungen. Inflationsraten auf diesem Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie, in den alten Bundesländern zuletzt im Winter 1973/1974. Damals waren die Mineralölpreise infolge der ersten Ölkrise stark gestiegen. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.
Nach BdB-Einschätzung werden "zunehmend strukturelle Änderungen die Preisentwicklung in den nächsten Jahren prägen": Arbeitskräftemangel, Umbau der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit sowie Neuausrichtung der globalen Produktions- und Lieferketten. "Es spricht daher vieles dafür, dass sich die Inflationsraten in Deutschland und in der Eurozone in den kommenden Jahren mit einer deutlich höheren Trendrate entwickeln werden als in den vergangenen zwei Dekaden."
Adidas droht Abstieg aus wichtigem Index
Adidas sind mittlerweile schwächster Titel im EUROSTOXX50 und damit Schlusslicht sowie Abstiegskandidat Nummer eins in dem wichtigen Index. Nachdem dieser nun nur auf Basis der außerordentlich strengen Kriterien überprüft worden ist und im Juni unverändert bleibt, zeichnen sich für die ordentliche Überprüfung im September gleich drei Wechsel ab.
Beachtlich ist dabei die Stärke der Basic Resources: Glencore haben den Direktaufstieg aktuell nur um zwei Plätze verfehlt, für einen Aufstieg im September würde es für den Rohstoffhändler aus Sicht der aktuellen Rangliste aber klar reichen. Auch Anglo American sind klarer Aufstiegskandidat, in der neuen Rangliste sind sie um gleich fünf Plätze nach oben geklettert. Zusätzlich können sich National Grid Hoffnungen auf einen Aufstieg machen. Bei einem Behaupten des aktuellen Platzes würde es für den britischen Versorger beim Wechseltermin im September allerdings nur exakt reichen. Schwächste Titel sind neben Adidas aktuell Prudential und Kering.
Euro berappelt sich wieder
Nach zwei Tagen mit Kursverlusten ist der Euro wieder etwas auf die Beine gekommen. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf 1,0696 US-Dollar. Die Rekordinflation in der Eurozone erhöht Händlern zufolge den Handlungsdruck auf die EZB, die im Kampf gegen die Teuerung die geldpolitischen Zügel schon bald straffen könnte.
Euro / Dollar
Bei ESG-Investments "gibt es kein Wohlfühl-Portfolio"
Spritpreise nach deutlichem Rückgang wieder gestiegen
Der bundesweite Durchschnittspreis an den Zapfsäulen ist nach Inkrafttreten des Tankrabatts deutlich gesunken – allerdings ging es heute laut ADAC bei den Spritpreisen wieder etwas aufwärts. Für Diskussionen sorgt angesichts dieser Entwicklung weiterhin, wie viel von der Steuersenkung tatsächlich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt. Debattiert wird auch eine mögliche Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne.
Am Vormittag stiegen die Preise laut ADAC zunächst wieder: Nach 1,859 Euro am Mittwoch seien für einen Liter E10 im Schnitt 1,896 Euro verzeichnet worden, Diesel stieg demnach von 1,918 auf 1,951 Euro je Liter. Grundsätzlich ist das Niveau der Preise an den Zapfsäulen nach Einschätzung des Automobilclubs zu hoch.
"Aktion gegen Inflation" - Debatte über Scholz-Vorschlag
Viele Betriebe suchen händeringend nach Auszubildenden. Neben steigenden Material- und Energiepreisen stellt der Fachkräftemangel eines der größten Risiken für die geschäftliche Entwicklung dar. Regierung und Arbeitgeber wollen dies nun gemeinsam ändern.
Preisexplosion im Eurozonen-Energiebereich
Die Herstellerpreise in der Eurozone steigen wegen der Kostenexplosion im Energiesektor in Rekordgeschwindigkeit. Die Erzeugerpreise in der Industrie lagen im April um 37,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten sogar mit einem Anstieg von 38,5 Prozent gerechnet. Im März hatte das Plus noch bei der alten Rekordmarke von 36,9 Prozent gelegen.
Allein bei Energie gab es diesmal einen kräftigen Anstieg von 99,2 Prozent. Die Preise für die in der Produktion wichtigen Vorleistungsgüter legten um mehr als 25 Prozent zu. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation.
Insider: Opec+ könnte russische Ölexport-Ausfälle auffangen
Die Opec+ will einem Insider zufolge drohende Angebotsengpässe durch den Ausfall russischer Erdöl-Lieferungen vermeiden. Das Kartell könnte sich bei seinen aktuellen Beratungen mit Russland darauf einigen, dass andere Förderländer in die Bresche springen und ihre Produktion ausweiten, hieß es. Allerdings könnte eine Entscheidung darüber auch verschoben werden oder Ausfälle würden nur zum Teil ausgeglichen.
Einem Medienbericht zufolge wird wohl vor allem Saudi-Arabien die Produktion ausweiten. Gleichzeitig rechnen Experten damit, dass die Opec+ bei ihrer heutigen Beratung an ihrem bisherigen Kurs einer allmählichen Anhebung der Förderquoten für die Gruppe insgesamt festhalten wird.
Deutsche Wohnen versucht Mieterberuhigung
In der Diskussion um mögliche Mieterhöhungen hat die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen ihre freiwillige Härtefallregelung bekräftigt. "Unsere Mieterinnen und Mieter müssen sich keine Sorgen machen, dass sie sich in Folge von etwaigen Mietanpassungen ihre Wohnungen möglicherweise nicht mehr leisten können", sagte die Co-Vorstandschefin Konstantina Kanellopoulos auf der Hauptversammlung des Berliner MDAX-Unternehmens. Bei Mietanpassungen werden demnach die individuellen Einkommens- und Lebensverhältnisse der Betroffenen berücksichtigt.
Vonovia vermietet in Deutschland rund 505.000 Wohnungen. Auf die Deutsche Wohnen entfallen rund 154.000 Wohnungen, die meisten davon in Berlin. 2019 hatte sich die Deutsche Wohnen als "Mieterversprechen" eigene Härtefallregeln auferlegt. Dazu gehört, dass niemand durch Mieterhöhungen oder Modernisierungsmaßnahmen seine Wohnung aufgeben muss.
DAX-Kandidat liefert Schützenpanzer-Munition - Kurs steigt
Weiter aufwärts ist es mit der Rheinmetall-Aktie gegangen. Das Papier des heißen DAX-Kandidaten legte am Mittag um 0,6 Prozent zu.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern liefert mehreren Nato-Kunden für insgesamt 20 Millionen Euro Schützenpanzer-Munition des Kalibers 35 Millimeter. Die sogenannte Mittelkaliber-Munition soll 2023 und 2024 ausgeliefert werden, teilte Rheinmetall mit. Sie zeichne sich aus "durch hohe Durchschlagsleistung, Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit, niedrige Streuung und sichere Handhabung".
Nordzucker steigert Gewinn - Aktionäre können sich freuen
Nordzucker hat nach Krisenjahren zum zweiten Mal in Folge wieder Gewinne verbucht. Das Geschäftsjahr 2021/22 wurde mit einem Überschuss von 84 Millionen Euro abgeschlossen, wie Europas zweitgrößter Zuckerproduzent mitteilte. Im Vorjahr waren 66 Millionen Euro in der Unternehmenskasse geblieben.
Angesichts dieser positiven Entwicklung wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung im Juli eine Dividendenausschüttung von 80 Cent je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr waren es 60 Cent gewesen. Die Anteile der Nordzucker AG werden als auf den Namen des jeweiligen Aktionärs lautende Aktien (Namensaktien) gehalten. Sie sind nicht an der Börse notiert, jedoch seit 2005 frei handelbar.
Novartis fährt Ukraine-Geschäft wieder hoch
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis nimmt seine Geschäfte in der Ukraine wieder auf. "Nach Prüfung der aktuellen Sicherheitsprotokolle im Land und auf Empfehlung, die wir regelmäßig überprüfen werden, haben wir damit begonnen, den Betrieb aus der Ferne wieder aufzunehmen", erklärte der Arzneimittelhersteller aus Basel am Donnerstag. Dem vom Krieg gezeichneten Land solle bei der Wiederherstellung einiger grundlegender kritischer Geschäftsabläufe geholfen werden. Die Sicherheit der Mitarbeitenden bleibt dabei das oberste Ziel.
Warum Bauern ihre Erdbeer- und Spargelernte vernichten
Auf Deutschlands Spargel- und Erdbeerfeldern wird derzeit qualitativ einwandfreie Ernte zerstört. Der Sozialverband ist empört. Doch die Preise für die edlen Agrarprodukte sind im Keller. Die Entwicklung hat auch mit billiger Konkurrenz aus dem Ausland zu tun.
Saudi-Arabien will bei Öl-Ausfällen Russlands reagieren
Saudi-Arabien erklärt sich einem Zeitungsbericht zufolge bei einem Ausfall der russischen Öl-Produktion bereit, seine Ölproduktion zu erhöhen. Das Land habe zugesagt, die Förderungsmengen zu steigern, falls es auf dem Ölmarkt wegen der Sanktionen gegen Russland zu einem Versorgungsengpass kommen sollte, berichtete die "Financial Times". Die für September geplanten Produktionssteigerungen würden auf Juli und August vorgezogen. Das Land habe seine Haltung geändert, um die Ölpreise im Rahmen einer Annäherung an die US-Regierung zu beruhigen, heißt es in dem Bericht weiter. Die offizielle Ankündigung könnte laut dem Blatt bereits auf dem Opec+-Treffen heute erfolgen.
Brent Rohöl I
So geht's richtig - Risikopuffer mit Discountzertifikaten
Viele Marktteilnehmer glauben derzeit nicht mehr an steigende Kurse. Zu groß sind die Unsicherheiten. Wie Anleger aber trotz allem Pessimismus trotzdem noch Gewinne machen können, darüber spricht Raimund Brichta mit Anouch Wilhelms von der Société Générale.
China überholt die USA auf wichtigem Gebiet
China hat nach einer Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) sein Innovationstempo in der Digitaltechnik stark erhöht. In wichtigen Technologiefeldern ist 2021 die Zahl der veröffentlichten chinesischen Patentanmeldungen erheblich gestiegen, wie die Behörde in München mitteilte. In der "digitalen Kommunikationstechnik" - dazu zählt der Mobilfunk mitsamt 5G-Standard - überholte China mit 4308 (+6,8 Prozent) veröffentlichten Anmeldungen die USA mit 4115 (-2,4 Prozent).
Eine Auswertung nach anmeldenden Unternehmen hat das DPMA dieses Mal nicht vorgenommen, doch wichtigster chinesischer Konzern in der Mobilfunk- und Netzwerktechnik ist Huawei. Patentanmeldungen werden nach 18 Monaten veröffentlicht, so dass die Zahlen noch nicht die Innovationen des Jahres 2021 widerspiegeln.
Kartellamtschef: Tankrabatt lässt weitere Preissenkungen zu
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, will nach der Spritsteuersenkung die Preise an den Tankstellen genau im Blick behalten und sieht Potenzial für weitere Preissenkungen. Die Mineralölkonzerne würden "ihre Preispolitik zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt wirklich unter dem Brennglas des Bundeskartellamts durchführen", sagte der Behördenchef im Deutschlandfunk.
Es gebe große Transparenz über die Preise. Dies habe den Vorteil, "dass wir unter Umständen auch sehr unangenehme Fragen stellen können".
DAX mit grünem Beginn
Pluszeichen am deutschen Aktienmarkt: Nach zwei Tagen mit Verlusten versucht der DAX einen Aufstieg. Der Leitindex legte in den ersten Minuten 0,5 Prozent auf 14.413 Punkte zu. MDAX, SDAX und TECDAX stiegen zwischen 0,5 und 0,7 Prozent.
Ansonsten stellen sich die Marktteilnehmer auf einen ruhigen Handel ein. Alle Zeichen stünden schon auf verlängertes Wochenende, hieß es auf dem Parkett. Denn die ansonsten wichtigen Händler aus Großbritannien sind am Donnerstag und Freitag wegen der Feierlichkeiten zum Thronjubiläum der Queen nicht mehr da. In China sind die Börsen am Freitag geschlossen, in vielen Ländern Europas wird am Pfingstmontag nicht gehandelt.
Manager-Abgang setzt Facebook-Aktien unter Druck
Bei der Facebook-Mutter Meta steigt die für das Tagesgeschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg nach 14 Jahren im Amt aus. Sie werde das Unternehmen im Herbst verlassen, aber weiterhin im Vorstand von Meta sein, so Sandberg. Sie wisse nicht, was die Zukunft für sie bereithalte. Aber sie plane, sich in Zukunft auf ihre Stiftung und ihre philanthropische Arbeit zu konzentrieren. Meta-Aktien fielen in Folge der Nachricht des Abgangs um rund vier Prozent.
Remy Cointreau mit starker Marge
Für Optimismus bei Remy Cointreau könnten die endgültigen Jahreszahlen sorgen. Vor allem der erneute Anstieg der Bruttomarge von 1,5 Prozentpunkten auf das Allzeithoch von 68,6 Prozent dürfte hierzu beitragen. Grund sei ein sehr guter Preis-Produkt-Mix gewesen, teilte der Spiritousen-Hersteller mit. Auch im Ausblick auf das neue Fiskaljahr 2022/23 bleibt man weiter optimistisch. "Das Geschäft mit 'Mitbringseln' dürfte noch stärker anziehen, sobald in China die Wirtschaft wieder auf Touren kommt", sagt ein Händler.
Vorsicht an Asien-Börsen - Nikkei fällt leicht
Aus Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft haben sich Anleger mit Engagements an den asiatischen Börsen zurückgehalten. In Tokio fiel der Nikkei um 0,2 Prozent auf 27.394 Punkte, während die Börse Shanghai 0,3 Prozent auf 3191 Zähler zulegte. Im aktuellen Umfeld sei es schwierig, Aktien zu kaufen, sagte ein Börsianer. Investoren machten ihre Entscheidungen weniger von Nachrichten abhängig, sondern pickten sich Werte heraus, von denen sie sich bei steigenden Zinsen und einer schwächelnden Konjunktur vergleichsweise robuste Geschäfte versprächen.
Zu den Gewinnern am japanischen Aktienmarkt gehörte Toshiba. Der skandalerschütterte Mischkonzern hat den Angaben zufolge mehrere Übernahmeangebote erhalten, um anschließend von der Börse genommen zu werden. Toshiba stiegen daraufhin um bis zu 2,1 Prozent auf ein 14-Jahres-Hoch von 5938 Yen.
DAX-Anleger nehmen US-Jobdaten in den Fokus
Der DAX wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge zwar weiter unter Druck stehen, sein Niveau vom Mittwoch aber zunächst halten können. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex kaum verändert mit 13.343 Punkten taxiert.
Am Mittwoch hatte er 0,3 Prozent im Minus bei 14.340,47 Punkten geschlossen. Die Aussichten für Konjunktur und Leitzinsen bestimmen weiterhin die Diskussionen auf dem Börsenparkett. Daher richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, von denen sie sich Rückschlüsse auf das Tempo der erwarteten Zinserhöhungen der Notenbank Fed versprechen. Experten erwarten für Mai den Aufbau von 300.000 Stellen, nach einem Plus von 247.000 im Vormonat. Die Zahlen geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag. In der Euro-Zone stehen die Erzeugerpreise auf der Tagesordnung. Ihr Preisanstieg beschleunigte sich Prognosen zufolge auf 38,5 Prozent im Jahresvergleich.
Daneben warten Börsianer gespannt auf das Treffen der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören. Einem Medienbericht zufolge könnte Russland von den Fördermengen-Vereinbarungen der Gruppe ausgenommen werden. Dann könnten andere Staaten mit freien Förderkapazitäten ihre Produktionsmengen ausweiten. Insidern zufolge wurde dieses Thema bei einem vorbereitenden Arbeitsgruppen-Treffen am Mittwoch aber nicht diskutiert. Zudem bekannte sich Russland zur Zusammenarbeit in der Opec+. Zum Auftakt der Feierlichkeiten anlässlich des 70-jährigen Thronjubiläums von Queen Elizabeth II. in Großbritannien bleibt die Londoner Börse am Donnerstag und Freitag geschlossen.
Ölpreis vor Opec+-Treffen auf Talfahrt
Spekulationen auf ein steigendes Angebot drücken den Ölpreis ins Minus. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 1,9 Prozent auf 114,07 Dollar je Barrel. Der "Financial Times" zufolge will Saudi-Arabien im Rahmen des Opec+-Treffens ankündigen, die Produktion hochzufahren, sollte es wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland zu einem Angebotsengpass kommen. "Das dämpft die Inflationssorgen, auch wenn zum Kampf gegen die Teuerung noch viel mehr getan werde muss", sagte Analyst Matt Simpson vom Brokerhaus City Index.
Brent Rohöl I
Anlagenbauer zieht sich aus Russland zurück
Der Schweizer Anlagenbauer Oerlikon verkauft sein Russland-Geschäft an das dortige Management. Nachdem als Reaktion auf den russischen Einmarsch in der Ukraine bereits Anfang März sämtliche grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen mit Russland eingestellt worden waren, würde in einem abschließenden Schritt auch die Geschäftstätigkeit innerhalb Russlands eingestellt, teilte Oerlikon mit.
"Wirtschaftsweise" bezweifelt Weitergabe von Tankrabatt
Die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer befürchtet, dass Mineralölkonzerne trotz fallender Preise an den Tankstellen deutlichen Profit aus der Spritsteuersenkung schlagen könnten. "Nach den Erfahrungen in der Vergangenheit, insbesondere bei der Mehrwertsteuersenkung 2020, halte ich das Risiko für hoch", sagt die Ökonomin der "Augsburger Allgemeinen". "Selbst wenn prozentual dieses Mal mehr von der Steuersenkung weitergegeben wird als vor zwei Jahren, kann der Mehrgewinn der Unternehmen durch die unvollständige Weitergabe in absoluten Eurobeträgen doch sehr hoch sein."
Bei der Mehrwertsteuersenkung im Sommer 2020 hätten ihren Berechnungen nach die Mineralölkonzerne 40 Prozent der Steuersenkung einbehalten, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung. Diesmal stünden die Tankstellen allerdings unter besonders genauer Beobachtung.
Am Mittwoch wurde die Steuerbelastung auf Kraftstoffe um 35,2 Cent pro Liter bei Superbenzin und um 16,7 Cent pro Liter bei Diesel gesenkt. Die Maßnahme soll bis Ende August gelten. Damit will die Bundesregierung angesichts zuletzt stark gestiegener Energiepreise Verbraucher entlasten. Die Steuerentlastung hat sich nach Angaben des ADAC bei den Spritpreisen bereits deutlich bemerkbar gemacht.
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Rezessionssorgen bremsen Tokioter Börse
Die Anleger in Asien haben auf die Bremse getreten. Sorgen um die hohe Inflation und eine drohende Rezession belasteten die Börsen. Positiv könnte sich die Zusage Saudi-Arabiens auswirken, seine Ölproduktion zu erhöhen, wenn die russische Produktion aufgrund der westlichen Sanktionen erheblich zurückgeht, wie die Zeitung "Financial Times" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. "Dies wird von den westlichen Staats- und Regierungschefs gut aufgenommen werden, da die Inflation - und die Inflationserwartungen - nach wie vor atemberaubend hoch sind", sagte Matt Simpson, leitender Marktanalyst bei City Index in Sydney. "Ein größeres Angebot lindert im Wesentlichen einige dieser Inflationsängste, auch wenn es noch viel zu tun gibt, wenn es um die Bekämpfung der Inflation geht."
Der Nikkei gibt 0,2 Prozent auf 27.393 Punkte ab. Der Topix verliert 0,5 Prozent auf 1928 Zähler. Der Shanghai Composite büßt 0,2 Prozent ein. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gibt 0,2 Prozent ab.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel bleibt der Dollar fast unverändert bei 130,06 Yen und legt 0,3 Prozent auf 6,7026 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9629 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,1 Prozent auf 1,0652 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0259 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,2476 Dollar.
Euro / Dollar o
Salzgitter setzt auf grünen Strom und Wasserstoff
Stabilisierung oder abwärts? Das wird für den DAX heute wichtig
Der DAX versucht sich um die Marke von 14.400 Punkten zu stabilisieren. Nachdem der deutsche Börsenleitindex in den vergangenen Wochen rund 1000 Zähler zulegen konnte, gab er zur Wochenmitte knapp 50 Zähler oder 0,3 Prozent ab und verabschiedet sich mit einem Stand von 14.340 Stellen aus dem Handel. Aktuell wird der DAX auf dem Schlusskursniveau taxiert, nachdem auch die Kurse an der Wall Street leicht nachgegeben hatten und die Notierungen an den Asien-Börsen ebenfalls leichte Verluste vorweisen.
Impulse für den heutigen Handel dürften vor allem von der Konjunkturagenda kommen. Die EU-Erzeugerpreise am Vormittag und der ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA am Nachmittag dürften dabei auf das größte Anlegerinteresse stoßen. Zudem stehen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe auf der Tagesordnung, Daten zur Produktivität ex Agrar und zu den Auftragseingängen in der US-Industrie. Auch Zahlen zu den Rohöllagerbeständen werden veröffentlicht und angesichts der wieder anziehenden Ölpreise interessant für Investoren sein.
Auf der Unternehmensseite präsentiert Remy Cointreau sein Jahresergebnis. Zu Online-Hauptversammlungen haben etwa Deutsche Wohnen, Salzgitter und Bechtle ihre Aktionäre geladen.