Der Börsen-Tag
26. März 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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08:03 Uhr

Ernüchterung bei Asien-Anlegern

Nach den jüngsten Aufschlägen geht es an den asiatischen Aktienmärkten wieder nach unten. Es bestimmen weiterhin die Schlagzeilen rund um den Iran-Krieg das Sentiment. Hatten zuletzt Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts die Märkte nach oben getragen, kehrt nun wieder Ernüchterung ein. Das Weiße Haus hat dem Iran mit weiteren Angriffen für den Fall gedroht, dass Teheran nicht auf das Friedensangebot der USA eingehe. Der Iran hat den 15-Punkteplan aus Washington abgelehnt.

Hinter verschlossenen Türen zeigt sich der Iran in Sachen Friedensverhandlungen mit den USA allerdings wohl weniger unnachgiebig als in der Öffentlichkeit. Das berichten sowohl arabische Vermittler und auch andere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das mache Hoffnung, dass die diplomatische Initiative, die sie anstoßen wollten, nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt sei, so die Vermittler. Allerdings seien die Erfolgsaussichten gering, da der Iran und die USA Maximalforderungen stellten, die für die jeweils andere Seite inakzeptabel seien.

Das deutlichste Minus verzeichnet der Kospi in Seoul, für den es um 2,7 Prozent nach unten geht. Hier belasten zudem die Abgaben bei den Index-Schwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix. Der Topix in Tokio reduziert sich um 0,8 Prozent. An den chinesischen Börsen verliert der Shanghai Composite 0,6 Prozent und der Hang-Seng-Index büßt 1,4 Prozent ein.

Ernüchterung bei Asien-Anlegern
07:45 Uhr

Henkel plant US-Zukauf

Henkel steht offenbar vor der Übernahme des US-Haarpflegeunternehmens Olaplex. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Insider. Der Deal bewerte Olaplex mit etwa zwei Dollar je Aktie. Eine Einigung könnte in den kommenden Tagen verkündet werden. Die Olaplex-Aktie legte nachbörslich um über 14 Prozent auf 1,52 Dollar zu.

Eine Übernahme käme für Henkel in einer schwierigen Phase: Der Konzern kämpft mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher und verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang auf 20,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet Henkel-Chef Carsten Knobel nur ein organisches Wachstum zwischen einem und drei Prozent. Olaplex ist für seine Haarpflegeprodukte zur Reparatur geschädigter Haare bekannt. Henkel betreibt unter anderem die Haarpflegemarken Schwarzkopf und Syoss.

Henkel plant US-Zukauf
07:29 Uhr

"Märkte werden die Geduld verlieren"

Nach der gestrigen Erholung dürfte es mit Europas Börsen zur Eröffnung wieder nach unten gehen. Ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten ist nicht in Sicht. "Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen", heißt es bei CMC. Zwar überwiege noch immer die Erleichterung darüber, dass sich die Situation im Nahen Osten zumindest kurzfristig nicht weiter verschlimmert. "Doch es bleiben halt die Zweifel, ob die vermeintlichen Gespräche am Ende tatsächlich zu einem Waffenstillstand führen können, da die Vorstellungen der drei Kriegsparteien doch ziemlich weit auseinanderliegen", so CMC weiter.

"Die Märkte werden jedoch die Geduld verlieren, wenn die beiden Seiten einer Einigung nicht bald näherkommen. Es würde mich sehr überraschen, wenn Risikoanlagen ihre Gewinne von hier aus deutlich ausweiten würden. Die Risiken für die großen Aktienindizes sind weiterhin eher nach unten gerichtet, während sie für Rohöl nach oben tendieren", so Analyst Fawad Razaqzada von StoneX. Der Iran habe erklärt, dass der Krieg nur zu seinen eigenen Bedingungen enden werde und zu einem Zeitpunkt seiner Wahl. "Sie machen zudem deutlich, dass Trump den Zeitplan nicht diktieren wird", so Razaqzada weiter.

"Märkte werden die Geduld verlieren"
07:09 Uhr

Milliardeninvestition: BASF will in China aufholen

BASF hat nach fast sechs Jahren Bauzeit und einer Milliardeninvestition seinen neuen Verbundstandort in Südchina eröffnet. In einer Welt, die immer geteilter werde, zeige der Standort Zhanjiang, dass globale Kooperation die besten Ergebnisse erziele, sagte BASF-Vorstand Markus Kamieth. Mit dem Standort will BASF seine Position im Chemie-Markt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verbessern, in dem etwa die Hälfte der globalen Chemie-Nachfrage liegt. Bislang erwirtschaftet der Chemieriese lediglich rund 14 Prozent seines globalen Umsatzes in China.

Das Werk in der Küstenstadt Zhanjiang mit rund sieben Millionen Einwohnern, das schon im November in Betrieb gegangen war, soll den aus BASF-Sicht unterversorgten Markt im Süden bedienen. Mit 8,7 Milliarden Euro ist es die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. In China eröffnet BASF damit einen zweiten Verbundstandort nach jenem in Nanjing in Ostchina, wo Chinas Chemiemarkt am größten ist. Das Nanjing-Werk teilen sich die Deutschen in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölriesen Sinopec. Mit Zhanjiang will das Unternehmen außerdem die wirtschaftsstarke Provinz Guangdong besser erreichen, wo viele BASF-Kunden sitzen.

Milliardeninvestition: BASF will in China aufholen
06:54 Uhr

"Märkte sind unsicher"

Die Börsen in Asien tendieren uneinheitlich, während Anleger angesichts der dramatischen Entwicklungen im Nahen Osten vorsichtig agieren. Der Iran signalisierte Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Golfkonflikts zu prüfen. Der fast einmonatige Krieg, ausgelöst durch gemeinsame US-israelische Angriffe auf den Iran Ende Februar, hat die Straße von Hormus praktisch lahmgelegt - eine Route für ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen.

In Tokio bleibt der Nikkei-Index fast unverändert bei 53.708,04 Punkten und der breiter gefasste Topix notiert 0,2 Prozent niedriger bei 3642,56 Zählern. Der Shanghai Composite verliert 0,6 Prozent auf 3909,16 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,5 Prozent auf 4516,10 Punkte. In Südkorea gibt der Kospi um 1,2 Prozent nach. "Die Schlagzeilen deuten auf einen konstruktiveren Ton hin, aber die Märkte sind unsicher, welchen Signalen sie vertrauen sollen", sagt Chris Weston, Forschungsleiter bei Pepperstone.

"Märkte sind unsicher"
06:35 Uhr

Dollar profitiert von Status als "sicherer Hafen"

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,45 Yen und legt leicht auf 6,9016 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7915 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1566 Dollar und zieht leicht auf 0,9155 Franken an. Der Dollar profitiert von seinem Status als sicherer Hafen und steuert auf einen Monatsgewinn von zwei Prozent zu.

Dollar profitiert von Status als "sicherer Hafen"
06:17 Uhr

Deutsches Weltraum-Startup scheitert erneut

Die deutschen Weltraumambitionen haben einen Rückschlag erlitten. Der Start der Trägerrakete "Spectrum" des deutschen Startups Isar Aerospace wurde kurz vor der geplanten Zündung der Triebwerke abgebrochen. Der erste Testflug vor rund einem Jahr endete ebenfalls vorzeitig. Bei der Mission aktuellen "Onward and Upward" sollten unter anderem mehrere Kleinsatelliten in eine Umlaufbahn befördert werden, teilte d die Firma mit.

Die 28 Meter lange "Spectrum"-Rakete ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von bis zu einer Tonne in den Orbit zu bringen. Sie gehört zur Klasse der sogenannten Microlauncher. Neben Isar Aerospace entwickeln Rocket Factory Augsburg (RFA) und HyImpulse aus der Nähe von Heilbronn in Deutschland Trägersysteme für Kleinsatelliten und Experimente.

Deutsches Weltraum-Startup scheitert erneut
06:01 Uhr

Für eine Entwarnung ist es noch deutlich zu früh

Der Dax arbeitet sich an die 23.000er-Marke heran. Das gestrige Geschäft zur Wochenmitte beendete der deutsche Börsenleitindex 1,4 Prozent fester mit 22.957 Punkten. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkteplan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dieser konzentriert sich weitgehend auf frühere Forderungen der Trump-Regierung an Teheran. Der Iran wird aufgefordert, seine drei wichtigsten Atomanlagen abzubauen, jegliche Anreicherung auf iranischem Boden zu beenden, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für Stellvertretergruppen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen. Im Gegenzug würden Sanktionen aufgehoben.

Für eine Entwarnung auf dem Parkett ist es nach Einschätzung des Vermögensverwalters QC Partners deutlich zu früh. "Die Schwankungen werden erst einmal hoch bleiben. Und auch neue Kursverluste sind mit jeder Nachricht aus den USA bzw. dem Iran jederzeit möglich", so Stratege Thomas Altmann. Klar sei aber, dass es auch im Fall eines Friedens lange dauern werde, bis die Weltwirtschaft zum normalen Tagesgeschäft übergehen könne. Viele Energieanlagen seien beschädigt. Heruntergefahrene Anlagen müssten langsam wieder hochgefahren werden.

Und auch weiterhin bleibt der Iran-Krieg Thema, denn er befeuert die Sorge vor steigenden Energiepreisen und das wiederum dürfte die Stimmung der deutschen Verbraucher deutlich drücken. Der Indikator für das Konsumklima für April sinkt voraussichtlich auf minus 27,0 Punkte, sagen Ökonomen voraus. Die GFK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) befragen jeden Monat rund 2000 Verbraucher zu ihrem Kaufverhalten.

Unternehmensseitig legt der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vor. Nach zwei Prognosesenkungen erwarten Analysten im Schnitt einen Rückgang des bereinigten Konzerngewinns um 27 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Interessanter als die von den beiden Kernbeteiligungen VW und Porsche abhängige Bilanz sind Investitionspläne des von den Familien Porsche und Piech kontrollierten Dax-Konzerns. Vor einem Jahr hatte PSE-Chef Hans Dieter Pötsch erklärt, das Unternehmen sei auf der Suche nach einer dritten Kernbeteiligung und habe dabei die Branchen Verteidigung und Infrastruktur im Auge. Die PSE will Insidern zufolge außerdem vom VW-Konzern einen Anteil an der Dieselmotorentochter Everllence übernehmen.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Für eine Entwarnung ist es noch deutlich zu früh