Bitcoin fällt und fällt - Kryptoaktien rot bis dunkelrot
Der Kursrutsch des Bitcoin zieht Aktien aus der Kryptobranche nach unten. Die weltweit größte Kryptowährung fällt um bis zu 5,5 Prozent auf 61.344 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit knapp vier Monaten. Ether verliert 2,6 Prozent. Im Sog dessen geben die Aktien der Kryptobörse Coinbase im vorbörslichen US-Handel um 1,4 Prozent nach. Die Papiere der Krypto-Miner Riot Platforms, MARA Holdings, Hut 8 und Bit Digital verlieren zwischen 2,7 und 5,8 Prozent. "Zwischen Inflationsängsten, geldpolitischem Druck und geopolitischen Spannungen wird der Bitcoin derzeit spürbar in die Zange genommen", sagt Timo Emden von Emden Research. Investoren sollten sich auf einen möglichen Rutsch unter die psychologisch wichtige 60.000-Dollar-Marke einstellen.
Neues vom Geldmarkt
Kaum Bewegung zeigt sich am europäischen Geldmarkt in Frankfurt. Wegen des Fronleichnam-Feiertages in Deutschland, Österreich, Polen und anderen Ländern findet praktisch nur reines Liquiditätsmanagement statt. Die aufgerufenen Geld-Brief-Spannen sind entsprechend weit. Diskutiert wird überwiegend über die bevorstehende Zinsentscheidung der EZB kommende Woche. Alle Disponenten setzen dabei auf eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Dabei dürfte die Wortwahl aber sehr "ergebnisoffen" ausfallen, da die Notenbank die schwache Konjunktur nicht abwürgen wolle.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,83 - 2,13 (1,83 - 2,13), 1-Monats-Geld: 2,10 - 2,28 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,13 - 2,43 (2,05 - 2,25), 6-Monats-Geld: 2,48 - 2,78 (2,25 - 2,35), 12-Monats-Geld: 2,70 - 2,87 (2,60 - 2,72), Euribors: 02.06. 01.06. 3 Monate: 2,2760 2,2450, 6 Monate: 2,5400 2,5190 12 Monate: 2,7860 2,7610
Sondereffekte lassen Irlands BIP massiv einbrechen
Die irische Wirtschaft ist im ersten Quartal eingebrochen - mit Folgen auch für die Eurozone. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Januar bis März um 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesunken, teilte das Statistikamt in Dublin mit. Es korrigierte damit eine erste Schätzung von minus zwei Prozent deutlich nach unten. Der Absturz ist auf Sondereffekte im großen multinationalen Sektor des Landes zurückzuführen, insbesondere in der Pharmaindustrie. Die für die tatsächliche Stärke der heimischen Wirtschaft aussagekräftigere Kennzahl - die sogenannte modifizierte Binnennachfrage - legte im gleichen Zeitraum allerdings um 0,6 Prozent zu.
"Der entscheidende Faktor für das BIP ist die Umkehr des Wachstums, das wir im vergangenen Jahr im Pharmasektor gesehen haben", sagte Statistikamt-Direktor Chris Sibley. "Wenn wir diese Aktivität herausrechnen und nur die Binnenwirtschaft betrachten, sehen wir dort eine positive Entwicklung." Im Gesamtjahr 2025 wuchs die irische Wirtschaft um 12,3 Prozent. Grund dafür war ein starker Anstieg der Pharmaexporte in die USA, angetrieben durch Lageraufstockungen wegen drohender Zölle und eine boomende Nachfrage nach in Irland hergestellten Wirkstoffen für Abnehm-Medikamente. Dieser Effekt kehrt sich nun um.
Schweizer Inflation vor SNB-Sitzung stabil niedrig
Die Schweizer Inflation ist im Mai unverändert geblieben, was die Ansicht bestärkt, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) die Zinsen im weiteren Verlauf dieses Monats voraussichtlich nicht anheben wird. Zum Jahreswechsel waren die Preise nahezu stabil, stiegen aber nach den ersten Angriffen auf den Iran Ende Februar leicht an. Die Eidgenossenschaft ist angesichts ihrer stärkeren Nutzung von alpiner Wasserkraft und Kernenergie weniger von Öl und Gas abhängig als die benachbarte Eurozone.
Die jährliche Inflationsrate lag im Mai bei 0,6 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie im April, wie die Schweizer Statistikbehörde BFS mitteilte. Dies entspricht dem höchsten Stand seit Dezember 2024.
Kursrutsch eines Chipherstellers an der Wall Street
Die Wall Street dürfte an die Mittwochverluste anknüpfen. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen leichteren Handelsbeginn schließen, besonders bei den technologielastigen Nasdaq-Indizes.
Neben der wachsenden Verunsicherung wegen des Ausbleibens eines Abkommens zur Beendigung des Iran-Krieges angesichts immer neuer Scharmützel sorgt Broadcom für eine Stimmungseintrübung. Die Umsatzprognose des Chipherstellers für das dritte Quartal kann mit den Erwartungen nicht Schritt halten, während zugleich die Quartalszahlen aber gut ausgefallen sind. Laut Händlern wirft der Ausblick die Frage wieder auf, in welchem Tempo die Nachfrage nach KI tatsächlich anziehen wird. Der Broadcom-Kurs bricht vorbörslich um 12,6 Prozent ein. Im Sog verbilligen sich AMD um 4,0, Intel um 3,7 und Nvidia um 0,9 Prozent.
KI-Boom treibt den Billionen-Club
Die KI-Euphorie treibt die Börsen weiter an. Der High-Tech-Index Nasdaq 100 erreicht immer neue Rekordstände. Und gleich mehrere Unternehmen sind an der Börse mittlerweile mehr als eine Billion Dollar wert. Doch wie lange kann dieser Boom noch weitergehen und wie sollten sich Anleger positionieren? Darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Daniel Saurenz von Saurenz & Partner.
Gewinnziele von Remy Cointreau begeistern - Aktie steigt kräftig
Anleger zeigen sich von den Sanierungszielen des Cognac-Herstellers Remy Cointreau angetan. Die Aktien steigen in Paris um bis zu 14,6 Prozent. Der seit Jahren mit einem rückläufigen Geschäft kämpfende Spirituosen-Konzern strebt im Rahmen des Restrukturierungsplans ein Gewinnwachstum von 60 Prozent innerhalb von drei Jahren an. Neben einem branchenweiten Abschwung im Zuge steigender Lebenshaltungskosten ist Remy auch von Zöllen in seinen beiden größten Märkten, den USA und China, betroffen.
Wie der Baukonzern Hochtief mit KI in den Dax aufsteigt
Zum ersten Mal steigt Hochtief in den Dax auf, und zwar dank des Hypes um künstliche Intelligenz. Damit überholt Hochtief die Porsche SE, die in den MDax absteigt. KI und Baukonzern - wie das zusammenpasst, erklärt ntv-Börsenreporterin Nancy Lanzendörfer.
Anleiherenditen der Eurozone geben nach - Warten auf EZB-Sitzung
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone haben etwas nachgegeben. Die Märkte dürften in den kommenden Tagen bis zur geldpolitischen Sitzung der EZB am nächsten Donnerstag einen ruhigeren Kurs einschlagen. Laut Daten von LSEG preisen die Märkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 11. Juni fast vollständig ein. "Die 'stille Periode' hat nun begonnen, wobei eine Zinserhöhung nächste Woche vollständig eingepreist ist", schreiben die Analysten der KBC Bank in einer Research Note. Derweil erwartet die Anleger die Emission spanischer und französischer Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 16,75 Milliarden bis 20,25 Milliarden Euro. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fällt laut Tradeweb um 0,1 Basispunkte auf 3,021 Prozent.
Dax leckt Wunden - Ölpreise fallen
Update von der Frankfurter Börse: nach seinen kräftigen Verlusten am Mittwoch hat sich der Dax klar im positiven Bereich befunden. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent höher bei 24.960 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 6069 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent fester bei 1,1628 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI fielen um je 1,8 Prozent auf 95,99 beziehungsweise 94,44 Dollar.
Schwergewichte drängen aus Parkett: "Bei diesen drei IPOs ist das Risiko relativ hoch"
SpaceX, OpenAI und Anthropic drängen an die Börse - teilweise mit Bewertungen in Billionenhöhe. Experten warnen: Die Mega-IPOs könnten Kapitalströme verschieben und die Risiken für Anleger erhöhen. Wie sich Anleger positionieren sollten und was sonst noch neu ist auf dem Parkett, verrät Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank.
Iran-Abkommen? US-Dollar etwas weicher
Der US-Dollar gibt nach, nachdem er gestern gegenüber einem Währungskorb ein fast zweimonatiges Hoch erreicht hatte. Hintergrund des Rückgangs ist, dass Israel und der Libanon einer Erneuerung ihres Waffenstillstands zugestimmt haben. Bedingung ist, dass die vom Iran unterstützte Hisbollah ihre Angriffe einstellt. Präsident Donald Trump sagte zudem, die USA könnten an diesem Wochenende ein Abkommen mit dem Iran erzielen. Zuvor hatte er behauptet, der Iran habe zugestimmt, keine Atomwaffe zu entwickeln. Der Dollarindex fällt um 0,1 Prozent auf 99,421, nachdem er am Mittwoch bis auf 99,552 gestiegen war.
Aktienkurs von Handelsplattform schießt nach oben
Ein optimistischer Geschäftsausblick treibt die Aktien der britischen Handelsplattform CMC Markets in die Höhe. Die Papiere steigen um mehr als 17 Prozent auf 431 Pence. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen mit einem operativen Gewinn zwischen 460 und 480 Millionen Pfund. Analysten waren im Schnitt lediglich von 385,5 Millionen Pfund ausgegangen. Das Hin und Her an den Börsen kommt CMC Markets zugute: Die Handelsaktivität sei dank der gestiegenen Marktvolatilität weiterhin stark, erklärte CMC das Unternehmen.
Analysten befeuern Puma-Aktie
Ein positiver Analystenkommentar treibt die Aktien von Puma an. Die Aktien des Sportartikelherstellers gewinnen rund 4,6 Prozent auf 27,65 Euro . Die Analysten der Citigroup stuften die Titel hoch auf "Buy" von "Neutral". Das Kursziel hoben sie auf 35 von 27,50 Euro an. Am Mittwoch waren die Aktien bei 26,44 Euro aus dem Handel gegangen.
Analysten zu China: E-Mehrzweckfahrzeuge entwickeln sich zu neuem Schlachtfeld
Der chinesische Automarkt werde in einem "Überlebenskampf"-Modus verharren, der voraussichtlich mindestens zwei bis drei Jahre anhalten dürfte, schreiben die Analysten von Macquarie in einer Research Note. Die jüngste Automesse in der Greater Bay Area habe eine große Vielfalt an Elektrofahrzeug-Produkten gezeigt und den intensiven Wettbewerb in der Branche verdeutlicht, obwohl die Veranstaltung nicht so stark beachtet werde wie die in Peking und Schanghai, stellen sie fest.
Eine Herausforderung für die Unternehmen sei die Differenzierung, wobei sich Mehrzweckfahrzeuge zu einem neuen Schlachtfeld entwickelten, auf dem mehrere neue Akteure auf die Preisspanne von 300.000 bis 500.000 Yuan abzielten. Dies dürfte Fahrzeuge wie Voyah, Denza und Buick unter Druck setzen - was den Wettbewerb bei großen Premiumfahrzeugen in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres weiter verschärfen werde.
Eisenerzpreise fallen
Die Eisenerzpreise geben nach. Die Preise stünden wegen eines plötzlichen Anstiegs der Exporte aus dem Eisenerzprojekt Simandou in Guinea unter Druck, kommentieren die Analysten von ANZ. Allerdings sei das Abwärtspotenzial des Preises für das schwarze Metall kurzfristig aufgrund hoher Transportkosten begrenzt, erklären die Marktexperten von Nanhua Futures. Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt verbilligt sich um 1,7 Prozent auf 768,5 Yuan pro Tonne.
Lust auf Risiko? Zwei Themen belasten den Bitcoin
Der Bitcoin gibt nach. Die Kryptowährung werde von einem stärkeren Dollar und steigenden Renditen belastet, kommentiert IG-Marktanalyst Tony Sycamore. Zudem gebe es eine Verlagerung hin zu einer vorsichtigeren Risikostimmung, fügt er hinzu. Bitcoin ist zuletzt gefallen, nachdem Strategy, der größte unternehmerische Ansammler des digitalen Tokens, zum ersten Mal seit den Tiefen des Krypto-Winters im Jahr 2022 einen Teil seiner massiven Bestände verkauft hat. Ein Bitcoin kostet 2,7 Prozent weniger und notiert bei 63.150,34 Dollar.
Schwierige Gemengelage für den Dax
Der Dax legt zum Start ins heutige Geschäft leicht zu. Der deutsche Börsenleitindex, der zur Wochenmitte 1,3 Prozent schwächer mit 24.796 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 24.845 Zählern. ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer verweist auf ein vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Gleichzeitig habe der US-Chipkonzern Broadcom aber mit verfehlten Erwartungen die globale KI-Rally erst einmal beendet. Heute dürfte zudem feiertagsbedingt eher ein dünner Handel zu erwarten sein.
Ölpreise beenden Dreitagesserie
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise zunächst nach. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,3 Prozent auf 96,59 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,2 Prozent schwächer bei 94,91 Dollar. Zuvor waren die Preise wegen der Nahost-Krise noch gestiegen. Berichte über eine mögliche Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sorgten jedoch für eine leichte Entspannung, auch wenn Analysten der Bank ING warnten, dass die Geopolitik die Volatilität an den Märkten weiter antreibe.
Gewinnmitnahmen auf ganzer Linie
Die asiatischen Aktienmärkte geben auf breiter Front nach und folgen damit der negativen Vorlage der US-Börsen. Verkauft werden unter anderem auch Technologieaktien. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally. Dazu komme ein gut 13-prozentiger Einbruch von Broadcom im nachbörslichen US-Handel. Der Halbleiterkonzern hatte zwar solide Geschäftszahlen vorgelegt, sie erfüllten aber zusammen mit der Prognose die hohen Erwartungen nicht.
Hauptbelastungsgrund an den lokalen Märkten ist die um sich greifende Sorge, dass ein Ende des Iran-Kriegs wieder in weitere Ferne gerückt sein könnte, nachdem sich die Streitkräfte von USA und Iran erneut Gefechte geliefert hatten. Die Risikostimmung habe sich angesichts mangelnder Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts und weiterer Militäraktionen abgeschwächt, urteilt NAB-Analyst Gavin Friend. "Auf die Frage nach dem Zeitpunkt eines Abkommens und der Öffnung der Straße von Hormus hat US-Präsident Trump den überraschenden Vorschlag gemacht, dass die Meerenge bis zum US-"Labor Day Holiday" am 7. September geschlossen bleiben könnte.
In Japan gibt der Nikkei um 1,5 Prozent auf 67.386 Punkte nach, der breitere Topix büßt nach der Rally am Vortag 1,0 Prozent ein. Auch in Südkorea sorgen schwache Technologiewerte für Abwärtsdruck auf den technologielastigen Kospi, der nach dem handelsfreien Mittwoch 1,0 Prozent einbüßt. In Shanghai gibt der Composite um 0,4 und in Hongkong der HSI um 1,4 Prozent nach. Der australische S&P/ASX-200 in Sydney gibt 1,3 Prozent ab.
Deutsche sparen weniger
Trotz zahlreicher Unsicherheiten in der Weltwirtschaft legen die deutschen Haushalte im laufenden Jahr weniger Geld zurück als zuvor. Laut einer Prognose der genossenschaftlichen DZ Bank dürfte die Sparquote im laufenden Jahr auf 10,2 Prozent des verfügbaren Einkommens zurückgehen, nach 10,3 Prozent im Vorjahr und 11,2 Prozent im Rekordjahr 2024. Üblicherweise steigt die Sparquote in Krisenzeiten, weil die Menschen ihr Geld zusammenhalten.
Grund für die aktuelle Sparzurückhaltung sind der Bankstudie zufolge die erhöhten Energiepreise wegen der Sperrung der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs. Wegen der zusätzlichen Aufwendungen beispielsweise für Treibstoff wird das Geldvermögen deutscher Privathaushalte 2026 deutlich langsamer wachsen als in den Vorjahren. Die DZ Bank rechnet mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent auf gut 10,2 Billionen Euro - nach 4,7 Prozent Steigerung im Vorjahr und 7,4 Prozent 2024.
Zoll-Thema ist zurück
Mit leichten Kursverlusten werden Europas Börsen erwartet. Der Feiertag in Deutschland dürfte für einen insgesamt ruhigen Handel sorgen. Angesichts einer dünnen Nachrichtenlage dürften Schlagzeilen vom Persischen Golf die Kursrichtung vorgeben. Hier gibt es weiter kaum Verlässliches zum Stand der US-iranischen Gespräche. Aussagen aus dem Weißen Haus werden von den Märkten eher ignoriert, da sie sich meist nicht mit der Realität decken. An den asiatischen Börsen geht es überwiegend abwärts.
Für Gesprächsstoff sorgt das wieder von der US-Regierung aufgemachte Zoll-Thema. Sie warnt vor neuen Zöllen von mindestens 10 Prozent gegen viele Handelspartner, weil diese angeblich das Problem der Zwangsarbeit nicht ausreichend angingen. Die habe weitreichende Konsequenz, meint Philip Wee von DBS. Der Markt betrachte die Ankündigung des US-Handelsbeauftragten als Eskalation der Handelskonflikte.
Thema sind auch mögliche Zinserhöhungen in den USA. Sie könnten später in diesem Jahr erforderlich sein, um die hartnäckige Inflation einzudämmen, sagte Lorie Logan, Präsidentin der Dallas Fed. Das aktuelle Zinsniveau der US-Notenbank reiche offenbar nicht mehr aus, um den Preisanstieg zu bremsen. Der sehr starke ISM-Service-Index vom Vortag unterstreiche das.
Dax feiert Newcomer
Der Baukonzern Hochtief steigt zum ersten Mal in den deutschen Leitindex Dax auf. Das Unternehmen verdrängt dort zum 22. Juni den Volkswagen-Großaktionär Porsche SE, der in den Nebenwerteindex MDax absteigt, wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx mitteilte. Der Aufstieg von Hochtief war erwartet worden, als Abstiegskandidat galt statt der Porsche SE lange auch der Online-Modehändler Zalando, der nun jedoch im Dax bleibt.
Hochtief profitiert vor allem in den USA massiv vom Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres fast verdreifacht. Ein Börsenwert von mehr als 38 Milliarden Euro reicht für den Dax, auch wenn nur 22,5 Prozent der Hochtief-Aktien im Streubesitz sind. Der Rest liegt in den Händen des spanischen Bau- und Infrastrukturriesen ACS.
Für TSMC nimmt KI-Boom kein Ende
TSMC blickt eigenen Aussagen zufolge dank der anhaltend hohen Nachfrage durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) optimistisch in die Zukunft. Konzernchef C.C. Wei zeigte sich zuversichtlich für das Wachstum in den kommenden Jahren. Die Kunden und deren Abnehmer, insbesondere Cloud-Anbieter, hätten weiterhin einen positiven Ausblick für die KI-Branche. Der zunehmende Einsatz von KI-Modellen bei Verbrauchern, Unternehmen und Staaten sowie der Übergang von generativer KI zu sogenannten Agenten-KI-Systemen erhöhe den Bedarf an Rechenleistung und hochmodernen Halbleitern, erklärte Wei. Um die starke Nachfrage zu bedienen, baue das Unternehmen zudem seine Kapazitäten bei ausgereiften Chip-Technologien aus. Dazu zählten Werke in Japan für Bildsensoren sowie in Deutschland für die Auto- und Industriebranche. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger und wichtige Zulieferer von Nvidia hatte im April seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben und höhere Investitionen angekündigt.
KI-Schwäche belastet Anlegerlaune in Asien
Erneute Spannungen im Nahen Osten und ein Ausverkauf bei Technologiewerten brocken den asiatischen Aktienmärkten deutliche Verluste ein. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fällt um 1,5 Prozent. Auch in Südkorea geben die Kurse nach einem Feiertag um bis zu 2,6 Prozent nach. In Tokio rutscht der Nikkei um 1,9 Prozent auf 67.149,15 Punkte ab, nachdem er gestern noch ein Rekordhoch markiert hatte. Der breiter gefasste Topix verliert 1,28 Prozent auf 3944,95 Zähler.
Das Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie stockende Verhandlungen dämpften die Risikobereitschaft der Anleger spürbar. "Die Finanzmärkte haben wieder in einen Risiko-Vermeidungs-Modus geschaltet, da die USA und der Iran erneut das Feuer aufeinander eröffnet haben", erklären die Analysten von Westpac. Zudem sorge ein enttäuschender Umsatzausblick des US-Chipkonzerns Broadcom für einen Ausverkauf bei Werten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). In Tokio stürzen die Aktien des Technologieinvestors SoftBank um zehn Prozent ab und waren damit der größte Verlierer im Nikkei.
Broadcom verfehlt Erwartungen
Broadcom hat im zweiten Quartal die Umsatzerwartungen der Wall Street verfehlt und damit seine Anleger enttäuscht. Die Aktien des Unternehmens fielen im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent. Der Umsatz lag bei 22,19 Milliarden Dollar, während Analysten mit 22,27 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Als Grund dafür gilt der verschärfte Wettbewerb auf dem Markt für maßgeschneiderte Halbleiter. Broadcom konkurriert unter anderem mit Nvidia, dessen Grafikprozessoren als Branchenstandard für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) gelten, sowie mit Marvell Technology.
Für das laufende dritte Quartal zeigte sich der US-Chipkonzern optimistischer und stellte einen Umsatz von rund 29,4 Milliarden Dollar in Aussicht. Dies übertrifft die durchschnittliche Schätzung der Analysten von 28,54 Milliarden Dollar. Konzernchef Hock Tan verwies auf die starke Nachfrage nach KI-Chips. Im abgelaufenen Vierteljahr sei der Umsatz in diesem Bereich binnen Jahresfrist um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar gestiegen. "Im dritten Quartal erwarten wir, dass der Halbleiterumsatz aus dem KI-Geschäft im Jahresvergleich um über 200 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar steigen wird", sagte Tan.
Yen steht am Devisenmarkt im Fokus
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,88 Yen und legt leicht auf 6,7742 Yuan zu. Damit nähert sich die japanische Währung weiter der Marke von 160 Yen, die von Händlern als Auslöser für mögliche staatliche Interventionen gesehen wird. Zuvor hatte der Chef der japanischen Notenbank, Kazuo Ueda, eine mögliche Zinserhöhung in diesem Monat ins Spiel gebracht, falls die Inflationsrisiken überwiegen. Zur Schweizer Währung notiert der Dollar 0,2 Prozent niedriger bei 0,7904 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1608 Dollar und gibt um 0,1 Prozent auf 0,9176 Franken nach.
Diese Aktie floppt nachbörslich
Ein kräftiger Anstieg der Betriebskosten hat die Anleger des US-Cybersicherheitsunternehmens CrowdStrike verschreckt. Die Aktie fiel nachbörslich um rund neun Prozent. Der Konzern hatte mitgeteilt, dass die Ausgaben im ersten Quartal wegen hoher Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Produktentwicklung um 15 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar gestiegen seien. Dies überschattete eine angehobene Jahresprognose sowie einen angekündigten Aktiensplit im Verhältnis vier zu eins.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet CrowdStrike nun mit einem Umsatz zwischen 5,91 und 5,96 Milliarden Dollar sowie einem bereinigten Gewinn von 4,88 bis 4,96 Dollar je Aktie. Im abgelaufenen Quartal übertraf der Umsatz mit 1,39 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen von 1,36 Milliarden Dollar. Bis zum Handelsschluss am Mittwoch hatte das Papier im bisherigen Jahresverlauf knapp 60 Prozent zugelegt.
Der Dax hat nichts zu feiern
Die 25.000er-Marke ist erst einmal Geschichte. Der Dax schloss gestern mit einem Minus von 1,3 Prozent und einem Stand von 24.796 Punkten darunter. Am Montag hatte er sich noch oberhalb der Schwelle gehalten, am Dienstag sogar leichte Gewinne verbucht. Dann hatte aber eine Eskalation der Lage im Nahen Osten für Missmut bei den Anlegern gesorgt. Auch deshalb klettern die Ölpreise bereits seit drei Tagen in Folge.
Ob der Dax heute bereits einen Versuch unternimmt, die psychologisch wichtige Marke zurückzuerobern? Das dürfte fraglich sein. Zum einen stehen keine großten Termine auf der Agenda. Zum anderen sollte der Aktienhandel feiertagsbedingt ausgedünnt sein. Marktexperen verweisen auch deshalb bereits auf den Wochenschluss. Dann stehen in den USA frische Arbeitsmarktdaten an. Thema Inflation und so.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.