Euro wird charttechnisch interessant
Der Euro läuft charttechnisch betrachtet Gefahr, unter die Unterstützungszone von 1,1390 bis 1,1410 US-Dollar zu fallen. Das erklärt Quek Ser Leang von UOB Global Economics and Markets Research. Der leitende technische Stratege begründet dies mit der "impulsiven Natur" des jüngsten Rückgangs des Euro gegenüber dem Dollar. Sollte diese wöchentliche Unterstützungszone von 1,1390 bis 1,1410 US-Dollar nachgeben, liege das nächste technische Ziel bei 1,1210 US-Dollar, so der Stratege. Kurzfristig sei 1,1530 US-Dollar bereits ein fester Widerstand. Der Euro gibt 0,2 Prozent auf 1,1433 Dollar nach.
Erzeugerpreise steigen stark
Die deutschen Erzeugerpreise haben im Mai im Zuge des vom Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisanstiegs kräftig angezogen. Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen höheren Anstieg hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben. Experten hatten sogar mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent gerechnet. Der Anstieg der Erzeugerpreise ist laut den Statistikern vor allem auf höhere Preise von Vorleistungsgütern (+4,2 Prozent) zurückzuführen. Die Preise für Energie legten um 2,5 Prozent gegenüber Mai 2025 zu.
Dax hält sich bedeckt
Der Dax kämpft auch am letzten Handelstag der Woche um die 25.000er-Marke. Zwar hatte der deutsche Börsenleitindex im gestrigen Geschäft mit 25.027 Punkten darüber geschlossen, aktuell notiert das Börsenbarometer aber im Bereich von 25.080 Zählern. ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil verweist auf die heute feiertagsbedingt geschlossene Wall Street, den Großen Verfall und darauf, dass es an den asiatischen Börsen zu Gewinnmitnahmen gekommen ist.
Diese Tech-Aktien sind in Asien gefragt
Die Aktien des Intel-Zulieferers Ibiden steigen im asiatischen Handelsverlauf in Tokio um bis zu fünf Prozent und notieren zuletzt 1,11 Prozent im Plus. Die Papiere des Branchenkollegen Furukawa Electric legen um 15 Prozent zu. Die Titel des Technologie-Investors Softbank Group und des Herstellers von Chip-Testgeräten Advantest steigen um 3,25 beziehungsweise 4,19 Prozent.
Licht und Schatten bei Hornbach
Gestiegene Kosten haben dem Baumarktkonzern Hornbach im ersten Geschäftsquartal trotz eines Umsatzwachstums einen Gewinnrückgang eingebrockt. Zwar stiegen die Erlöse in den Monaten März bis Mai um 4,9 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stagnierte bei 161 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel der Gewinn auf 104 Millionen Euro von 111 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte Ebit-Marge schrumpfte auf 8,0 von 8,5 Prozent.
Als Grund nannte Hornbach unter anderem vor allem expansionsbedingte gestiegene Personalkosten sowie höhere Ausgaben für Instandhaltung und IT-Infrastruktur. Zudem belasteten höhere Zinsaufwendungen und negative Währungseffekte das Ergebnis. Für 2026/27 bestätigte Hornbach seine bisherige Prognose.
Droht eine "heftige Neubewertung"?
Mit einer etwas leichteren Eröffnung an Europas Börsen rechnen Händler. Die wichtigsten Themen der Woche wie die US-Notenbank seien abgearbeitet. Nun rücke der Große Verfalltag an den internationalen Terminmärkten in den Fokus. Am Mittag verfallen die Optionen und Futures auf die Aktien-Indizes, am Abend die Optionen auf Einzelaktien. Dies kann teilweise für erratische Kursbewegungen sorgen. In den USA ist Feiertag, daher dürfte das Geschäft am Nachmittag ausdünnen. Der Dax-Terminkontrakt zeigt sich aktuell rund 40 Punkte leichter. Für Irritationen sorgt die Verschiebung des Flugs von US-Vize Vance in die Schweiz. Dort sollte er zum Verhandlungsstart mit dem Iran eintreffen. Bisher werden nur technische Gründe dafür angeführt.
Übergeordnet ist die Stimmung seit den positiv aufgenommenen Aussagen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh sehr gut. Warsh hatte überrascht mit einem klaren Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Dies hatte Unsicherheit vor allem aus den langlaufenden Anleihen genommen, deren sinkende Renditen sorgten dann für eine Rally der Tech-Werte in den USA.
Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen: "Wir sind an diesem Punkt noch lange nicht über den Berg", sagt Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial: "Die Fed wird für uns nur noch schwieriger zu beurteilen sein. Es besteht immer noch ein größeres Risiko, dass das Friedensabkommen nicht gut ausgeht. Wenn diese ganze Freude nur darauf basiert, könnten wir in den nächsten 60 Tagen eine heftige Neubewertung erleben."
Mit Gewinnmitnahmen ins Wochenende
An den Börsen in Ostasien und Australien dominieren negative Vorzeichen. In den USA hatten die Aktienkurse am Donnerstag kräftig zugelegt, beflügelt von der Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges, die der Iran und die USA am späten Mittwoch unterzeichnet hatten. Allerdings drehten die US-Futures nachbörslich ins Minus, denn in den USA steht ein langes Feiertagswochenende an. Die dortigen Börsen bleiben feiertagsbedingt geschlossen.
Das dürfte ein Grund sein, warum auch in Asien die Anleger vorsichtshalber etwas Geld vom Tisch nehmen. Denn wichtige Fragen müssen erst noch geklärt werden, unter anderem der Streit um das iranische Nuklearprogramm. Und auch wenn die Straße von Hormus, ein wichtiger Wasserweg für den Öltransport, offiziell nun wieder geöffnet ist, bleibt die Schifffahrt dort schwierig wegen zahlreicher Seeminen, die der Iran in der Meerenge ausgebracht hat. Überdies findet am Freitag der Große Verfall statt, der Volatilität in den Markt bringt.
In Tokio sinkt der Nikkei-Index um 0,2 Prozent. Der breiter gefasste Topix verliert 1 Prozent. An der Börse in Seoul geht es mit dem Kospi um 0,9 Prozent abwärts. Sowohl die japanische als auch die südkoreanische Börse hatten im frühen Handel allerdings Rekordstände verzeichnet, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. An den chinesischen Börsen wird am Freitag wegen des Drachenbootfests nicht gehandelt.
Es gibt Gegenwind für Tesla
Eine schwedische Verkehrsbehörde hat Bedenken bei der Zulassung des Fahrerassistenzsystems FSD von Tesla. Die schwedische Verkehrsverwaltung TRV schlägt in einem Brief vor, gegen die europaweite Zulassung des Systems zu stimmen, solange Tesla nicht die Funktion abschaltet, mit der die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten werden können. Der Brief wurde an das Technische Komitee für motorisierte Fahrzeuge (TCMV) der Europäischen Union geschickt, das sich am 30. Juni zu den nächsten Beratungen über eine europaweite Freigabe trifft.
In einigen Ländern hat Tesla bereits die Freigabe für die überwachte Version des "Full Self Driving" erhalten. Die europaweite Genehmigung steht jedoch noch aus. In Deutschland liegt das Thema beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).
Im Handbuch des FSD heißt es, dass sich die Fahrer nicht allein auf das System verlassen sollen und ihre Geschwindigkeit an Verkehr und Straßenbedingungen anpassen müssen. Allerdings erlaubt es das System den Nutzern, Geschwindigkeitsbegrenzungen gezielt zu überschreiten. Das riskiere, sowohl den Rechtsrahmen als auch die erwarteten Sicherheitsvorteile des automatisierten Fahrens zu unterminieren, heißt es in dem Brief.
EU will Kapitalfluss-Hürden von Banken abbauen
Die Europäische Union will offemnar Hürden für grenzüberschreitende Kapitalflüsse von Banken innerhalb des Blocks abbauen. Damit solle die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Kreditinstitute gegenüber ihren US-Konkurrenten gestärkt werden, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Berichtsentwurf der Europäischen Kommission.
15-Prozent-Wochengewinn können sich sehen lassen
Die Hoffnung auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran und sinkende Ölpreise treiben die Börsen in Japan und Südkorea auf Rekordhochs. Der Nikkei-Index legt um 0,8 Prozent zu und markiert damit den fünften Höchststand in Folge. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 8,5 Prozent. In Südkorea steigt der Kospi um 3,1 Prozent. Sein Wochengewinn summierte sich auf 15,3 Prozent.
Analysten warnen jedoch, der Iran werde die Kontrolle über die Straße von Hormus wahrscheinlich nicht aufgeben. Die zollfreie Durchfahrt sei nur für 60 Tage garantiert. "Die zukünftige Verwaltung der Meerenge wird vom Iran und Oman geleitet werden, was dem Iran die Möglichkeit gibt, eine 'maritime Dienstleistungsgebühr' zu erheben", sagt Madison Cartwright, eine leitende Geoökonomie-Analystin bei der Commonwealth Bank of Australia. "Das untergräbt die internationalen Normen der freien Schifffahrt und schafft einen Präzedenzfall, dem andere folgen könnten." Die Börsen in Festlandchina, Hongkong und Taiwan bleiben wegen eines Feiertags geschlossen.
China-Risiken: Spahn nimmt Firmen in die Pflicht
Angesichts des Handelsstreits zwischen der EU und China hat Unionsfraktionschef Jens Spahn deutsche Unternehmen zu einer stärkeren Risikovorsorge aufgefordert. Sie sollten "ihre Risiken anders bewerten" als noch vor drei oder vier Jahren, sagte der CDU-Politiker nach seiner Rückkehr von einer China-Reise Table.Briefings. "Ich frage jeden Unternehmer: Habt ihr den Stresstest so gemacht, dass euer Unternehmen weiterlebt, wenn ihr eure Anlage in China abschreiben müsst?", sagte er. "Die Bundesregierung jedenfalls kann diese Risiken nicht übernehmen."
Neue EU-Vorgaben zur Diversifizierung von Lieferketten lehnte Spahn aber ab, weil das zusätzliche Berichtspflichten bedeuten würde. "Zur Diversifizierung zwingen heißt ja wieder: Berichte schreiben, Nachweise erbringen", erklärte er. "Dem kann ich wenig abgewinnen." Stattdessen sprach er sich unter anderem für neue Partnerschaften mit anderen Ländern aus.
Ölpreise gehen in Vorlage
Die Aussicht auf ein größeres Angebot nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran drückt die Ölpreise. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 0,5 Prozent auf 79,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,3 Prozent schwächer bei 76,36 Dollar.
Bereits am Donnerstag hatten beide Sorten den niedrigsten Stand seit Anfang März erreicht. Zuvor hatten mehrere Tanker die Straße von Hormus passiert "Händler warten noch auf handfeste Beweise, dass sich der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus tatsächlich normalisiert, bevor sie auf einen weiteren Preisrückgang setzen", sagt KCM-Marktanalyst Tim Waterer. Vor dem Krieg wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasaufkommens durch die Meerenge transportiert.
SpaceX bereitet Milliarden-Anleihe vor
SpaceX bereitet einem Insider zufolge eine Anleiheplatzierung im Volumen von mindestens 20 Milliarden Dollar vor. Die mit der Anleiheplatzierung beauftragten Investmentbanker sollen sich bereits in der kommenden Woche mit Investoren treffen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Mit dem Geld solle der teure Ausbau des Geschäfts mit künstlicher Intelligenz (KI) finanziert werden. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, mit dem Erlös solle ein Brückenkredit in gleicher Höhe abgelöst werden.
SpaceX ist erst kürzlich an die Börse gegangen. Der Börsenwert des von Elon Musk geführten Konzerns war nach dem Debüt an der Nasdaq auf über zwei Billionen Dollar gestiegen. Gewinnmitnahmen drückten jedoch die Aktie, die nach dem Börsengang zunächst stark zugelegt hatte, am Mittwoch und Donnerstag um jeweils rund sechs Prozent.
Der Dax ist in die 25.000 eingezogen
Es geht doch: Der Dax hat die psychologisch wichtige 25.000er-Marke geknackt. Nachdem er sich mehrere Handelstage in Folge daran auf Schlusskursbasis die Zähne ausgebissen hatte, überwand er die Schwelle im gestrigen Geschäft und ging 0,4 Prozent höher mit einem Stand von 25.027 Zählern aus dem Handel. Erleichterung herrschte vor allem darüber, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet haben.
Heute richtet sich der Blick auf die deutschen Erzeugerpreise. Diese dürften im Zuge des Ölpreisanstiegs durch den Iran-Krieg weiter kräftig angezogen haben. Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - könnten im Mai 2,5 Prozent mehr verlangt haben als ein Jahr zuvor, wenn Ökonomen mit ihrer Prognose richtig liegen. Bereits im April hatten die Erzeuger an der Preisschraube gedreht und 1,7 Prozent mehr aufgerufen als ein Jahr zuvor. Das war der höchste Anstieg seit Mai 2023. In der Statistik werden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie in den Groß- und Einzelhandel kommen. Sie gelten deshalb als frühes Signal für die allgemeine Inflation.
Zudem wollen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bauministerin Verena Hubertz in Frankfurt mit Investoren und Immobilienverbänden über die aktuelle Lage reden. Aus Sicht der Branche ist der Austausch dringend nötig, um Investitionen in den seit Jahren schwächelnden Wohnungsmarkt wieder anzukurbeln. Investoren sind unter anderem wegen gestiegener Kosten, staatlicher Auflagen und derzeit schwieriger Finanzierungsbedingungen zurückhaltend. In Deutschland müssen deutlich mehr Wohnungen gebaut werden, um vor allem in Großstädten den Bedarf zu decken.
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