Hongkong holt Verluste nach
An den Aktienmärkten in Ostasien und Australien ist die Tendenz uneinheitlich. Die Vorgabe der Wall Street gibt nur wenig her. Dort waren die Indizes gut behauptet aus dem Handel gegangen, nachdem es im Tagesverlauf am Anleihemarkt zu einer Entspannung gekommen war. Die Zehnjahresrendite hatte im Hoch fast 5,34 Prozent erreicht, ging aber mit 5,26 Prozent aus dem Tag.
Übergeordnet bremsen laut Marktteilnehmern die wieder deutlicher gestiegenen Ölpreise nach Berichten, wonach die USA ihre militärische Präsenz im Nahen Osten verstärken wollen, und Zurückhaltung vor dem US-Arbeitsmarktbericht später am Tag. Er hat das Potenzial die Zinserwartungen maßgeblich zu beeinflussen, nachdem zuletzt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am Zinsterminmarkt deutlich zurückkam und aktuell nur noch bei knapp 28 Prozent liegt. Vor Wochenfrist waren es noch fast 70 Prozent.
In Tokio geht es nach den teils kräftigen Vortagsgewinnen für den Topix um 1,0 Prozent nach unten. Im südkoreanischen Seoul bewegt sich der Kospi um 0,2 Prozent nach oben, in Sydney kommt es zu einer Gegenbewegung nach dem kräftigen Rücksetzer am Vortag. Der S&P/ASX-200 steigt um 0,6 Prozent. Steil nach unten geht es in Hongkong für den HSI, er verliert 2,6 Prozent. Händler sprechen von Nachholbedarf nach unten, nachdem in Hongkong wie auch in Shanghai am Vortag nicht gehandelt wurde.
Nike sucht seinen "Swoosh"
Nike-Chef Elliott Hill verpasst dem weltgrößten Sportartikelhersteller das nächste Sparprogramm. Bis 2031 sollen die Kosten mit dem "Pace" genannten Programm um 2,5 Milliarden Dollar gesenkt werden, teilte der Adidas-Rivale mit. Es gehe um einen Umbau des operativen Geschäftsmodells, um die zuletzt angekündigte "Sport-Offensive" zu unterstützen: eine Modernisierung der Lieferketten, einen neuen Unternehmens-Campus im Wachstumsmarkt Indien und eine weitere Verschlankung der Organisation. "Wir müssen mehr machen bei Nike-Sportbekleidung, der Marke Jordan und in China", sagte Hill. "Und wir ergreifen Maßnahmen, um diese Geschäftsbereiche auf lange Sicht zu stärken."
Dabei sind offenbar erneut Stellenstreichungen geplant: Bis 2031 rechnet Nike mit Kosten von rund einer Milliarde Dollar, den Großteil davon "in Bezug auf die Belegschaft". Bereits im vergangenen Jahr hatte der US-Konzern rund 300 Millionen Dollar für Abfindungen zurückgestellt. Weitere 300 Millionen entfallen auf das laufende Geschäftsjahr 2026/27 (per Ende Mai). Nike-Aktien büßten nachbörslich rund vier Prozent ein.
Dieser Wert zieht in den SDax ein
SGL Carbon kehrt nach gut einem Jahr in den Kleinwerteindex SDax der Deutschen Börse zurück. Der Graphit- und Kohlenstoff-Spezialist ersetzt dort von Dienstag (6. Oktober) an den Versicherungs- und Bausparkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W), wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx mitteilte. Grund für den außerplanmäßigen Wechsel ist die Ankündigung von W&W, vom streng regulierten Prime Standard in das Freiverkehrs-Segment Scale zu wechseln und nur noch halbjährlich Zahlen nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) vorzulegen. Damit kommt das Unternehmen aus Kornwestheim bei Stuttgart nicht mehr für den SDax in Frage.
Sechswochenhoch wirkt in Tokio nach
Die asiatischen Aktienmärkte geben im Vorfeld wichtiger US-Arbeitsmarktdaten und angesichts geopolitischer Spannungen nach. In Tokio verliert der Nikkei-Index 0,9 Prozent auf 68.326,72 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notiert 1,0 Prozent niedriger bei 4089,26 Zählern. Die Börse Shanghai bleibt feiertagsbedingt geschlossen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wird ebenfalls nicht gehandelt.
In Japan drücken überraschend hohe Inflationsdaten und Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Sechswochenhoch auf die Stimmung. Die Kerninflation in Tokio stieg im September auf 2,7 Prozent und schürt so Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan (BOJ). "Die Inflationszahlen sind stark und zeigen, dass die Unternehmen die steigenden Kosten durch den schwachen Yen und den Iran-Krieg stetig weitergeben", sagt Analyst Yoshiki Shinke vom Dai-ichi Life Research Institute. Zudem belasten der Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussetzung chinesischer Ölexporte die Märkte.
Inflation in Tokio zieht an
Die Inflation in der japanischen Hauptstadt Tokio hat sich im September Regierungsdaten zufolge beschleunigt. Die Kernverbraucherpreise, die frische Lebensmittel ausschließen, Energiekosten jedoch beinhalten, stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, teilte die Regierung mit. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 2,4 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 1,8 Prozent im August.
Ein weiterer Index, der zudem die schwankungsanfälligen Energiekosten herausrechnet und von der Bank of Japan (BOJ) als wichtiger Indikator für den Inflationstrend beachtet wird, kletterte um 3,0 Prozent. Dieser Wert lag im August bei 2,0 Prozent. Die Daten für Tokio gelten als Frühindikator für die landesweite Preisentwicklung.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Währungsmarkt profitiert der Dollar von seiner Rolle als sicherer Hafen angesichts der Turbulenzen an den europäischen Anleihemärkten, wo Haushaltssorgen in Frankreich die Renditen in die Höhe treiben. Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,94 Yen und legt leicht auf 6,7045 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8311 Franken vor. Der Euro, der zuvor stark unter Druck geraten war, bleibt fast unverändert bei 1,1242 Dollar und zieht leicht auf 0,9343 Franken an.
Deutsche Industrie pocht auf Aus vom Verbrenner-Aus
Der BDI verlangt Klarheit über die Rücknahme des sogenannten Verbrennerverbotes. "Es gibt seit Langem eine Vereinbarung, das de facto Verkaufsverbot neuer Diesel und Benziner in der EU ab 2035 aufzuheben, damit mehr Zeit für den Umstieg auf E-Mobilität bleibt", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aber der Gesetzentwurf liegt in Brüssel immer noch nicht vor. Die Bundesregierung muss sich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass das jetzt rasch kommt. Denn die Unternehmen brauchen Stabilität und Verlässlichkeit."
Die Autoindustrie stecke "im größten Umbruch ihrer Geschichte", so die BDI-Hauptgeschäftsführerin. Dabei müsse sie unterstützt werden, "indem der Staat zum Beispiel den Aufbau einer Ladeinfrastruktur massiv vorantreibt und mehr Flexibilität für die Transformation einräumt".
Von Inflation, Rekordrenditen und Jobdaten
Der Dax steuert auf das nächste Wochenminus zu. Dem 0,8-Prozent-Verlust vom Mittwoch ließ der deutsche Börsenleitindex im gestrigen Geschäft einen weiteren Abschlag von 1,0 Prozent folgen. Er schloss mit einem Stand von 24.939 Punkten. Belastend wirkte weiter der ungebremste Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten, vor allem in den USA. Vor allem in den längerfristigen Terminen ging es nach oben.
Heute steht das konjunkturelle Wochenhighlight auf der Agenda: frische Daten vom US-Arbeitsmarkt, die wohl auf eine Abkühlung hindeuten: Für den Job-Report der Regierung erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 90.000, nachdem im August 162.000 Arbeitsplätze hinzugekommen waren. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet genau auf diese Daten, da sie für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll. Sie hat den Leitzins Mitte September auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Fed dieses Jahr nochmals nachlegt.
In der Eurozone stehen zudem frische Preisdaten an. Dabei dürften die hohen Öl- und Gaspreise die Inflation weiter nach oben treiben. Für die Verbraucherpreise im September erwarten Experten einen Anstieg auf 3,6 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Die Europäische Zentralbank hat auf die erhöhte Inflation infolge des Iran-Krieges bereits mit zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr reagiert. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass sie noch nachlegt, um dem Preisauftrieb Paroli zu bieten. EZB-Chefin Christine Lagarde hat jedoch klargestellt, dass Energiepreise und Zinsen nicht im Gleichschritt steigen.
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