Dax nimmt Fahrt auf
Trotz der schwierigen Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt an der Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch in den Gesprächen festgehalten. Der Dax kletterte in der Spitze bis auf 24.944 Punkte, den Handel verließ er 1,3 Prozent fester bei 24.928 Zählern. Damit lag das Dax-Plus auf Wochensicht bei fast vier Prozent. Der EuroStoxx50 notierte 1,1 Prozent höher bei 6026 Stellen. "Anleger setzen erneut auf Signale einer Entspannung", sagte Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Das ständige Wechselspiel aus Hoffnungen und Rückschlägen zehre allerdings zunehmend am Nervenkostüm der Investoren.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte zuletzt, dass es bei den Gesprächen "einige gute Zeichen" gegeben habe. Er wolle jedoch nicht zu optimistisch sein und die Entwicklung der nächsten Tage abwarten. Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge haben sich die Positionen beider Seiten zwar angenähert. Die Urananreicherung im Iran sowie die Kontrolle über die Straße von Hormus zählten jedoch weiterhin zu den größten Streitpunkten.
Auf der Unternehmensseite setzten die Chipwerte, die von der aktuellen KI-Euphorie profitieren, ihre Rally fort. Im Dax gewannen Infineon 8,0 Prozent, im MDax verteuerten sich Aixtron um 2,6 Prozent.
Gefragt waren zudem die Aktien der Sportartikelhersteller Adidas und Puma, die von den Zahlen und der optimistischen Prognose des US-Konkurrenten Deckers Outdoor profitierten. Die Titel legten um 3,0 beziehungsweise 5,5 Prozent zu.
Wie viel Krisenschutz steckt noch in Gold?
Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Doch zuletzt zeigte sich das Edelmetall eher schwächer. Welche Rolle steigende Zinsen dabei spielen, warum Gold dennoch langfristig gefragt bleibt und wie die Aussichten für die kommenden Monate sind, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Jörg Scherer von der HSBC.
Chinas Aufsicht geht gegen Online-Broker vor - Aktien stürzen ab
Maßnahmen der chinesischen Aufsichtsbehörden gegen illegale grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte belasten die US-notierten Aktien der chinesischen Online-Broker UP Fintech und Futu. Beide Titel brechen an der Wall Street um jeweils rund 25 Prozent ein. Die Wertpapieraufsicht CSRC warf den Firmen vor, ohne Lizenz auf dem chinesischen Festland um Kunden zu werben und so illegal Geld in ausländische Wertpapiere, Futures und Fonds zu kanalisieren. Zugleich setzte sie UP und Futu eine zweijährige Frist, um die illegalen Aktivitäten zu beenden. Bestehende Kunden dürften in dieser Zeit nur noch ihre Wertpapiere verkaufen, aber keine neuen Anlagen erwerben, teilte die CSRC mit.
Die Nachricht belastete auch andere in den USA gelistete chinesische Werte. PDD, JD.com und Alibaba verloren zwischen knapp zwei und rund 3,5 Prozent. Unter Druck gerieten ebenfalls auf China spezialisierte Indexfonds (ETFs).
Iran-Hoffnungen stützen US-Börsen - Dow auf Rekordhoch
Hoffnung auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen im Nahen Osten haben die US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte erklomm ein Rekordhoch und stieg um bis zu 0,8 Prozent auf 50.712 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 0,6 Prozent auf 7487 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 26.402 Punkte. Der Dow-Index erreichte damit eine neue Bestmarke.
Workday sprangen um 9,4 Prozent in die Höhe, nachdem der Anbieter von Personalverwaltungssoftware bei Umsatz und Gewinn im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen hatte. Ebenfalls gefragt waren AMD, Qualcomm und Marvell Technology, die zwischen 1,7 und 6,0 Prozent zulegten. Positive Ergebnisse einer Medikamentenstudie zur Behandlung von Lungenkrebs gaben Merck&Co Auftrieb. Die Titel legten 4,5 Prozent zu.
Hersteller der Unglücksyacht "Bayesian" in Finanznot - Aktie stürzt ab
Die Aktie der Italian Sea Group, Hersteller der Unglücksyacht "Bayesian", sackt um mehr als 37 Prozent ab. Verluste hätten das Grundkapital unter die gesetzliche Mindestgrenze gedrückt, teilte der Luxusyacht-Bauer mit. Ursache der Misere sei "koordiniertes Fehlverhalten einiger leitender Manager", hieß es. Es werde ein Sanierungsplan zur Sicherung des Geschäftsbetriebs erstellt. Die zur Gruppe gehörende Werft Perini Navi hatte die Luxusyacht "Bayesian" gebaut, die 2024 vor Sizilien im Sturm sank. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, darunter der britische Tech-Unternehmer Mike Lynch.
Gerresheimer-Aktie erholt sich vom April-Absturz
Gerresheimer setzen die jüngste Aufwärtsbewegung fort und notieren vier Prozent auf 27,90 Euro höher. Mitte April stand die Aktie noch bei 17,70 Euro. Zuletzt haben Finanzinvestoren wie Active Ownership ihre Beteiligungen an Gerresheimer ausgebaut. Die Gerresheimer-Aktie ist stark geshortet, die jüngsten Kursgewinne in dem Papier könnten also zumindest teilweise auf Shorteindeckungen zurückzuführen sein. Die Bafin untersucht derzeit die Bilanzen des Verpackungskonzerns, was einen Kurssturz in der Aktie ausgelöst hatte.
Dax hat wieder Rekordhoch im Blick
Der Dax baut die Gewinne aus und liegt nun 1,3 Prozent auf 24.936 Punkte vorne. Damit liegt der Index klar über der Widerstandszone um 24.700. An dieser ist der deutsche Leitindex in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Ein nachhaltiges Überwinden würde Potenzial in Richtung des Allzeithochs bei 25.508 Stellen eröffnen.
EU-Behörde empfiehlt Zulassung von Novo-Abnehmpille
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung der neuen Wegovy-Abnehmpille des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk empfohlen. Damit dürfte die Wegovy-Pille das erste der neuen Schlankheitsmittel in Tablettenform auf dem europäischen Markt werden - vor dem Präparat des US-Rivalen Eli Lilly.
Beide Firmen kämpfen verbissen um den boomenden Markt für Abnehmmittel, der Analysten zufolge im kommenden Jahrzehnt bis zu 150 Milliarden Dollar Jahresumsatz erreichen könnte. Von Medikamenten in Pillenform versprechen sich die Firmen mehr Absatz als von den bisher üblichen Abnehmspritzen. In den USA wird die Wegovy-Pille seit Anfang des Jahres verkauft, auch hier liegt Novo vor Eli Lilly, das seine Pille dort seit April verkaufen darf.
Carl Zeiss Meditec bekommt eine Vorstandschefin
Carl Zeiss Meditec hat eine neue Vorstandschefin gefunden. Wie der im SDax und TecDax notierte Konzern mitteilte, wird die Chefin der Vitrolife Group mit Sitz in Schweden, Bronwyn Brophy O'Connor, neue Vorstandsvorsitzende. Der genaue Beginn der ihrer Tätigkeit hänge noch von Verhandlungen mit dem derzeitigen Arbeitgeber ab. Nachdem sich Carl Zeiss zum Jahresende 2025 relativ kurzfristig von CEO Maximilian Foerst wegen eines Verstoßes gegen den internen Verhaltenskodex getrennt hatte, hat der bisherige Aufsichtsratschef Andreas Pecher interimistisch den CEO-Posten übernommen.
Pecher wird das Amt auch weiter bekleiden, bis O'Connor den Posten antreten kann. Sie wird auch in den Vorstand der Hauptaktionärin Carl Zeiss AG aufgenommen, deren Vorstandsvorsitzender Pecher bleibt.
AMD geht in Vorleistung
AMD will wegen einer unerwartet hohen Nachfrage seine Produktion in Taiwan ausbauen. "Die Nachfrage auf dem gesamten CPU-Markt ist deutlich höher gewesen, als alle vor einem Jahr vorhergesagt haben", sagte AMD-Chefin Lisa Su. Der Markt für Hauptprozessoren (CPU) sei angespannt. Su war nach Taiwan gereist, um sicherzustellen, dass die Zulieferer den massiven Anstieg der CPU-Produktion bewältigen können. Zuvor habe sie in China die größten AMD-Kunden getroffen. Das Angebot solle in diesem Jahr von Quartal zu Quartal steigen, für 2027 und darüber hinaus seien noch deutlich größere Mengen geplant.
Angetrieben wird das Wachstum bei CPUs Su zufolge durch sogenannte autonome KI–Systeme, die selbstständig Aufgaben erledigen. Um die Kapazitäten für die kommenden Jahre abzusichern, hatte AMD bereits Investitionen von mehr als zehn Milliarden Dollar in den taiwanischen KI-Sektor angekündigt. Das Geld soll unter anderem in fortschrittliche Gehäusetechnologien für Chips fließen.
Bayer meldet Erfolg in China mit Herzinsuffizienz-Medikament
Bayer hat für sein Medikament Kerendia in China die Zulassung für eine weitere Indikation bekommen. Chinas Arzneimittelbehörde NMPA gab den Wirkstoff Finerenon zur Behandlung von Erwachsenen mit Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Auswurfleistung von mindestens 40 Prozent frei, wie der Dax-Konzern mitteilte. Von den 13 Millionen Chinesen, die an Herzinsuffizienz leiden, ist Kerendia damit für etwa 60 Prozent eine Option, wie aus der Bayer-Mitteilung hervorgeht.
Kerendia ist in dieser Indikation in den USA, der EU und Japan zugelassen. Darüber hinaus wird es zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen verschrieben.
Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert präsentiert sich der europäische Geldmarkt am Mittag. An den Zinserwartungen am Markt hat sich wenig verändert. Nach den schwachen europäischen Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum vom Vortag wird eine Zinserhöhung im Juni durch die EZB laut der Deutschen Bank nun mit 78 nach zuvor 82 Prozent eingepreist. Mit Blick auf den Dollar-Raum wird eine Zinserhöhung bis Dezember derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent eingepreist. Die EZB wird nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde im Umgang mit dem aktuellen Ölpreisschock vor allem auf mögliche Zweitrundeneffekte und auf die Verankerung der Inflationserwartungen achten. "Das sind zwei wesentliche Treiber - nicht die einzigen, aber solche, auf die wir ganz besonders genau schauen werden", sagte sie auf der Pressekonferenz zum Abschluss von Beratungen der EU-Finanzminister.
Tagesgeld: 1,92 - 2,05 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,87 - 2,12 (1,85 - 2,13), 1-Monats-Geld: 1,95 - 2,20 (1,94 - 2,19), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,25 (2,06 - 2,36), 6-Monats-Geld: 2,23 - 2,33 (2,22 - 2,32), 12-Monats-Geld: 2,62 - 2,79 (2,59 - 2,72), Euribors: 21.05. 20.05. 3 Monate: 2,1950 2,1810, 6 Monate: 2,5960 2,6030, 12 Monate: 2,8280 2,8250
Freundliche Signale von der Wall Street
Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs dürften die US-Börsen noch ein Stückchen weiter nach oben tragen. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten eine gut behauptete Eröffnung am Kassamarkt an. Unterstützung erhalten die Aktienkurse vom Anleihemarkt, wo die Renditen leicht nachgeben, während der Dollarindex kaum verändert tendiert. Am Anleihemarkt sei zunächst Nervosität aufgekommen in Reaktion auf Berichte, denen zufolge der Iran darauf bestehe, seine Bestände an angereichertem Uran zu behalten, heißt es aus dem Handel. Später habe es jedoch Hinweise darauf gegeben, dass es Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Die positiven Kommentare kämen allerdings von der US-Seite, merkt die Commerzbank an.
Im Blick steht der Wechsel an der Spitze der US-Notenbank. Deren neuer Chairman Kevin Warsh wird heute vereidigt. Konjunkturseitig werden der Index der Frühindikatoren für April und der von der Uni Michigan ermittelte Index der Verbraucherstimmung für Mai veröffentlicht.
Dax gewinnt deutlich
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich weiter der 25.000-Punkte-Marke angenähert. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,8 Prozent höher bei 24.800 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls 0,8 Prozent auf 6010 Stellen. Der Euro lag 0,1 Prozent leichter bei 1,1604 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI veränderten sich nur ein wenig nach oben.
Turbulenzen am türkischen Finanzmarkt - Notzinserhöhung?
Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Donnerstag macht die Istanbuler Börse etwas Boden gut. Der türkische Leitindex ISE 100 gewinnt knapp zwei Prozent, schwankt aber stark. Gestern war er angesichts der gerichtlichen Absetzung des türkischen Oppositionspolitikers Özgür Özel um sechs Prozent eingebrochen.
Analysten gehen nicht davon aus, dass sich der Finanzmarkt schnell wieder beruhigt. Vor allem an der türkischen Lira macht sich die Nervosität der Anleger bemerkbar. Die Landeswährung wertet weiter ab und markiert ein Rekordtief von 45,7500 Lira zum US-Dollar. Eine Notzinserhöhung vor der Sitzung der türkischen Zentralbank am 11. Juni sei nicht auszuschließen, falls der Verkaufsdruck auf die Lira anhalte oder sich verstärke, sagt Piotr Matys von InTouch Capital Markets.
Sollen Autohersteller jetzt auch Panzer bauen?
Die deutsche Autoindustrie steht unter Druck. Händeringend sucht die Branche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für ihre Kapazitäten. Einige Hersteller denken jetzt sogar darüber nach, auch Rüstungsgüter herzustellen. Bei manchen sind die Pläne dazu auch schon sehr konkret. Wie Anleger diese Entwicklungen einordnen und darauf reagieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von der BNP Paribas.
Aktie eines Kosmetikriesen stürzt ab
Das Ende der Fusionsgespräche mit dem US-Rivalen Estee Lauder hat die Aktien von Puig einbrechen lassen. Die Titel des spanischen Kosmetikkonzerns rutschen um rund 14 Prozent ab und sind damit das Schlusslicht im breit gefassten europäischen Stoxx-600-Index. Sollten die Verluste anhalten, wäre dies der schwärzeste Handelstag für das Unternehmen seit dem Börsengang im Jahr 2024. Die Papiere von Estée Lauder legten dagegen im nachbörslichen US-Handel am Donnerstag um mehr als zehn Prozent zu.
Ein Zusammenschluss hätte einen 40 Milliarden Dollar schweren Luxuskosmetik-Riesen geschaffen, der dem Branchenprimus L'Oreal stärkere Konkurrenz gemacht hätte. Nun richte sich der Fokus erneut auf Puigs operative Entwicklung, wobei sich das Wachstum bei Parfüms verlangsame und der Druck im Nahen Osten und im Geschäft mit Reisenden anhalte, schreiben die Experten von JPMorgan.
Schmuckgeschäft treibt Cartier-Mutter
Dank eines florierenden Schmuckgeschäfts ist der Luxusgüterkonzern Richemont im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich gewachsen. Der Umsatz kletterte in den zwölf Monaten bis Ende März währungsbereinigt um elf Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, wie Richemont mitteilte. Die Schmucksparte ("Jewellery Maisons") mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels legte um 14 Prozent zu.
Mit einem Plus von einem Prozent entwickelte sich das Uhrengeschäft wesentlich verhaltener. Der Gewinn des Herstellers von Uhren der Marken IWC, A. Lange & Söhne oder Jaeger-LeCoultre kletterte dank eines guten Tagesgeschäfts und des Ausbleibens einer Wertberichtigung wie im Vorjahr um gut ein Viertel auf 3,48 Milliarden Euro. Analysten hatten einen Gewinn von 3,67 Milliarden Euro und einen Umsatz von 22,3 Milliarden Euro geschätzt.
Kleines Energie-Einmaleins: Wie lange reicht das Öl?
Obwohl seit Monaten täglich Millionen Fass Rohöl auf dem Weltmarkt fehlen, blieben die Preise zuletzt weitgehend stabil. Doch das könnte sich bald ändern. Sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben, droht eine weitere Zuspitzung der Krise, sagt ntv-Börsenreporter Frank Meyer.
Ifo-Index steigt überraschend - Experte dennoch sehr skeptisch
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Mai wider Erwarten etwas aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 84,9 (April revidiert: 84,5) Punkte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 84,1 Punkte prognostiziert. Für April waren vorläufig 84,4 Punkte gemeldet worden. Der Index der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage erhöhte sich auf 86,1 (85,4) Punkte. Die Prognose hatte auf 85,0 Punkte gelautet. Der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 83,8 (revidiert: 83,5) Punkte. Erwartet worden war ein Anstieg auf 83,8. Für April waren vorläufig 83,3 gemeldet worden.
"Das Befragungsergebnis zeigt, wie sehr die Stimmung im Keller gefangen ist. Für die Gegenwart und Zukunft bleiben die Perspektiven trüb", analysierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Das liegt großenteils auch an der Politik, die den Ernst der Lage offenbar noch immer nicht verstanden hat. Wegen des schwelenden Irankonflikts ist die Aussicht auf eine nennenswerte Stimmungsverbesserung gering. Schiffstaus werden sich selbst bei einer Konfliktberuhigung nur langsam auflösen, Produktionsanlagen sind zerstört. Die gestiegenen Energiepreise lasten auf Margen und Produktion, Versorgungsengpässe bestehen. In diesem Umfeld können sich die Impulse des Fiskalpakets kaum zeigen, gute Auftragslage hin oder her. Das Risiko einer im zweiten Quartal schrumpfenden Wirtschaftsleistung steigt von Tag zu Tag. Aktuelle Bestrebungen, die strategische Bedeutung der Straße von Hormus zu senken, sind richtig, dauern aber."
Ölpreise legen zu
Die Ölpreise ziehen zunächst an, nachdem sie zuvor stark gefallen sind. Widersprüchliche Signale zu den Verhandlungen über ein Ende des Nahost-Krieges verunsichern die Anleger. Die Preise bleiben jedoch deutlich über dem Vorkriegsniveau. Es wird erwartet, dass sie auch bei einer Beilegung des Konflikts hoch bleiben werden. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 1,6 Prozent auf 104,25 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,2 Prozent fester bei 97,49 Dollar.
"Es winkt ein deutlicher Wochengewinn"
Der Dax legt zum Start ins Wochenschlussgeschäft noch einmal zu: Der deutsche Börsenleitindex, der gestern nach zuvor drei Gewinntagen leichte Verluste verzeichnet hatte, und mit 24.706 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 24.760 Zählern. "Es winkt ein deutlicher Wochengewinn", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Er verweist aber auch darauf, dass die Wall Street am Montag feiertagsbedingt geschlossen bleibt. In Frankfurt wird dagegen gehandelt.
Exporte stützen deutsches Wachstum
Angetrieben vom Exportgeschäft ist die deutsche Wirtschaft mit relativ viel Schwung ins Jahr gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit wurde eine frühere Schätzzahl bestätigt. "Nach dem leichten Wachstum zum Jahresende 2025 ist die deutsche Wirtschaft auch positiv ins Jahr 2026 gestartet", sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Vor allem die Exporte stiegen zu Jahresbeginn deutlich und stützten die Wirtschaftsleistung.
Der Handel mit dem Ausland nahm im ersten Quartal kräftig zu: So wurden insgesamt 3,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert, nachdem im Schlussquartal 2025 noch ein Rückgang der Ausfuhren zu verzeichnen war. Zur positiven Entwicklung zu Jahresbeginn trugen etwa die gestiegenen Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Metallen bei. Die Importe erhöhten sich zu Jahresbeginn insgesamt nur leicht - und zwar um 0,1 Prozent.
Starbucks zieht bei KI die Reißleine
Starbucks schafft eine KI-App zur Erfassung von Warenbeständen in Nordamerika wegen einer hohen Fehlerquote ab. Die erst vor neun Monaten eingeführte KI-gestützte Zählung in Filialen wurde zu Wochenbeginn eingestellt, wie wie zwei Insider Reuters bestätigten.
Konzernchef Brian Niccol hatte sich von der KI-Anwendung eine Vermeidung fortwährender Produktengpässe erhofft, die zu Umsatzeinbußen führen. Die App sollte helfen, Vorräte in den Filialen schneller zu dokumentieren. Stattdessen hatte sie jedoch häufig Artikel und deren Anzahl falsch erfasst.
Lenovos 100-Milliarden-Plan
Überwiegend im Plus zeigen sich die Börsen in Ostasien und Australien. Die Vorgaben aus den USA sind positiv. An der Wall Street setzten Anleger erneut darauf, dass der Iran-Krieg bald beendet wird.
In Tokio rückt der Topix um 1,0 Prozent vor. Mit Erleichterung wird dort aufgenommen, dass die japanischen Verbraucherpreise im April weniger stark gestiegen sind als von Volkswirten prognostiziert, wenngleich dies die Bank of Japan nach Meinung von Beobachtern nicht davon abhalten wird, die Zinsen zu erhöhen. Die Aktien von Sumitomo Electric verbessern sich um 10 Prozent; das Unternehmen hat einen Auftrag im Wert von rund 2 Milliarden Euro vom deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion erhalten.
In Shanghai gewinnt der Composite-Index 0,5 Prozent. Der Hang-Seng-Index legt in Hongkong um 1,2 Prozent zu. Die chinesischen Börsen hatten am Donnerstag deutlicher nachgegeben. Unter den Einzelwerten in Hongkong springen Lenovo nach Vorlage starker Zahlen zum vierten Geschäftsquartal um 16 Prozent nach oben. Der Chef des Computerherstellers hat überdies die neue Strategie vorgestellt, mit der das Unternehmen in den nächsten beiden Jahren den Jahresumsatz auf 100 Milliarden US-Dollar steigern will.
Verbraucherstimmung hellt sich auf
Die deutschen Verbraucher haben den Ölpreisschock vorläufig verarbeitet und sind weniger pessimistisch. Der Indikator für das Konsumklima für Juni steigt überraschend um 3,3 Zähler auf minus 29,8 Punkte, wie die Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten. Trotz des Anstiegs sei das Niveau vergleichsweise niedrig. "Da der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert ist, scheint ein Teil der geopolitischen Unsicherheit inzwischen in den Erwartungen der Verbraucher eingepreist zu sein", erklärte NIM-Experte Rolf Bürkl. Die Verbraucherstimmung beende, zumindest für den Moment, ihren Sinkflug. Die Belastungen durch den Iran-Konflikt blieben aber in der Grundtendenz bestehen und seien im Konsumklima weiterhin sichtbar.
Dax schielt Richtung 25.000
Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart deutlich im Plus erwartet. Nach dem kleinen Rücksetzer gestern wird der Dax am Morgen bei 24.880 Punkten gesehen - ein Aufschlag zum Vortagesschluss von 1,1 Prozent. Anleger gehen mit den Nachrichten aus dem Nahostkonflikt stärker ins Risiko, positiv werden die jüngsten Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran interpretiert.
"Allerdings liegen beide Länder bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander", gibt Marktstratege Thomas Altmann von QC Partners zu bedenken. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Straße von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen. Deshalb werde die Hoffnung auf Frieden aktuell an den Börsen nur sehr vorsichtig gekauft.
Derweil geht die Dividendensaison weiter. Zum Wochenschluss werden unter anderem die Aktien von Fresenius Medical Care, Hugo Boss, Lanxess, Nemetschek, United Internet und Vonovia ex Dividende gehandelt.
Apple zieht vor Obersten Gerichtshof
Apple hat den Obersten Gerichtshof der USA angerufen, um eine Entscheidung eines untergeordneten Gerichts überprüfen zu lassen. Dieses hatte geurteilt, der iPhone-Hersteller habe eine gerichtliche Anordnung missachtet. Dabei geht es um Gebühren, die Apple für einige externe Käufe von Kunden seines App Stores erhebt. Mit dem Antrag an das höchste US-Gericht eskaliert der jahrelange Rechtsstreit mit dem "Fortnite"-Hersteller Epic Games.
Epic hatte Apple 2020 verklagt, um dessen Kontrolle über Transaktionen in Apps zu lockern. Ein Gericht wies die Klage von Epic zwar größtenteils ab, erließ jedoch 2021 eine Verfügung. Diese verpflichtet Apple, Entwicklern zu gestatten, in ihren Apps Links zu Zahlungsmethoden außerhalb von Apple anzubieten. Apple erlaubte die Links, führte jedoch neue Beschränkungen ein. Dazu gehört eine Provision von 27 Prozent für Käufe, die innerhalb von sieben Tagen nach dem Klick auf einen solchen Link getätigt werden.
Waymo-Robotaxis haben ein Wetterproblem
Waymo hat seinen Robotaxi-Dienst in zwei US-Städten ausgesetzt, nachdem zwei der selbstfahrenden Autos nach heftigen Regenfällen auf überfluteten Straßen stecken geblieben waren. In Atlanta im Bundesstaat Georgia sowie im texanischen San Antonio sollen die Wagen der Google-Schwesterfirma erst nach einer Verbesserung der Straßenverhältnisse wieder losfahren.
Waymo hatte bereits vergangene Woche versucht, die Probleme mit einem Software-Update für rund 3800 Fahrzeuge zu minimieren. Doch daran muss noch weiter gearbeitet werden. Am Mittwoch fuhr ein Waymo-Robotaxi in Atlanta ohne Passagiere an Bord in einen überfluteten Straßenabschnitt und blieb im Wasser stecken. Im April war etwas Ähnliches bereits in San Antonio passiert.
Zwei Aktien stechen in Asien heraus
An den asiatischen Börsen legen die Aktien weiter zu. Eine Rally bei KI-Aktien, gestützt auf Gewinne bei US-Branchenwerten, treibt den Markt an. In Tokio steigt der Nikkei-Index um 2,3 Prozent auf 63.094,61 Punkte und der breiter gefasste Topix notiert 0,9 Prozent höher bei 3.886,48 Zählern. Der viel beachtete US-Chip-Index, der Philadelphia SE Semiconductor Index, stieg über Nacht um 1,3 Prozent.
Die japanischen Aktien erholen sich von ihren am Mittwoch erreichten mehrwöchigen Tiefstständen. "Obwohl die Korrektur bei japanischen Aktien - insbesondere bei KI-Werten - andauern könnte, erwarten wir nicht, dass sie langwierig oder schwerwiegend wird", so die Strategen von BofA Securities, Masashi Akutsu und Tetsuhiro Takuyama, in einem Bericht. "Aus mittelfristiger Sicht bevorzugen wir weiterhin KI-bezogene Titel und bleiben für japanische Aktien optimistisch." Bei den Einzelwerten ist der auf KI fokussierte Investor SoftBank Group die bei weitem größte Stütze für den Nikkei. Mit einem Kurssprung von 11,1 Prozent trug die Aktie 549 Punkte zum Gesamtgewinn des Index von 1432 Punkten bei.
Der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent auf 4085,08 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,5 Prozent auf 4807,79 Punkte. In Hongkong springt die Aktie der Lenovo Group um 13 Prozent auf 14,86 Hongkong-Dollar und erreichte damit ihren höchsten Stand seit März 2000. Die Aktie ist der prozentual größte Gewinner im Hang Seng Index und im Hang Seng TECH Index, die um 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent zulegen.
Japans Inflation schwächt sich ab
Die Kerninflation in Japan hat sich im April auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren abgeschwächt. Die Verbraucherpreise unter Ausschluss der schwankungsanfälligen Kosten für frische Lebensmittel stiegen um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus offiziellen Daten hervor. Im März hatte der Anstieg noch 1,8 Prozent betragen. Analysten erwarten jedoch, dass die Teuerung in den kommenden Monaten wegen steigender Energiekosten infolge des Nahost-Krieges wieder anziehen wird. "Obwohl der Inflationsdruck im April nachgelassen hat, wird er bald wieder zunehmen", sagte Abhijit Surya, leitender Asien-Pazifik-Ökonom bei Capital Economics. Die Daten sind eine wichtige Grundlage für die nächste Sitzung der japanischen Notenbank BOJ im kommenden Monat. Es wird erwartet, dass sie ihren Leitzins von 0,75 Prozent auf ein Prozent anheben wird.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,02 Yen und legt leicht auf 6,7991 Yuan zu. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1612 Dollar und zieht leicht auf 0,9134 Franken an.
40-Milliarden-Fusion geplatzt
Der US-Kosmetikkonzern Estee Lauder und sein spanischer Rivale Puig schließen sich doch nicht zusammen. Die Fusionsgespräche seien beendet worden, teilten beide Unternehmen mit. Ein Zusammenschluss hätte einen 40 Milliarden Dollar schweren Luxuskosmetik-Riesen geschaffen, der dem Branchenprimus L'Oreal stärkere Konkurrenz gemacht hätte. Zu den Marken von Estee Lauder und Puig gehören unter anderem Tom Ford, Carolina Herrera, Rabanne und Clinique.
An der Börse kam die Entscheidung gut an: Aktien von Estee Lauder legten nachbörslich rund zwölf Prozent zu. Analyst Nik Modi von RBC Capital Markets zeigte sich erleichtert und erklärte, das Integrationsrisiko eines Zusammenschlusses hätte den Aktienkurs andernfalls über längere Zeit belastet. Estee Lauder und Puig hatten vor zwei Monaten erklärt, über einen Zusammenschluss zu sprechen.
Ein neuer Kopf bringt frischen Wind
Nach drei Gewinntagen in Serie ist die Dax -Erfolgssträhne gestern gerissen. Der deutsche Börsenleitindex verlor 0,5 Prozent auf 24.607 Punkte. Zur Wochenmitte hatte er noch mit 24.737 Zählern geschlossen. Einmal mehr waren es die Nachrichten rund um den Nahostkonflikt, die belasteten. Während die Waffenruhe weiter hält, ist ein Ende des Krieges weiter nicht in Sicht.
Zum heutigen Wochenschluss stehen vor allem Konjunkturdaten im Fokus. So dürfte etwa die deutsche Wirtschaft mit etwas Schwung ins Jahr gestartet sein. Klarheit bringen die detaillierten Daten des Statistischen Bundesamtes. In einer vorläufigen Schätzung war ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal von 0,3 Prozent gemeldet worden. Die Bundesregierung rechnet allerdings im Frühjahr infolge des Iran-Kriegs mit einem Rückschlag für die Konjunktur.
Der Iran-Krieg und die gestiegenen Lebenshaltungskosten lasten wohl auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte auf der Verbraucherstimmung. Experten erwarten, dass der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator für Juni sinkt. Die Konsumenten blickten bereits im Vormonat skeptischer auf ihre künftige Finanzlage und die allgemeine Konjunktur.
Im Weißen Haus wird US-Präsident Donald Trump den neuen Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, vereidigen. Der Senat hat der Personalie zugestimmt. Der 56-jährige Jurist und Finanzexperte Warsh löst Jerome Powell ab. Powell war von Trump lange kritisiert worden, weil er seiner Forderung nicht nachkam, die Zinsen kräftig zu senken und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Wie aus dem Protokoll der letzten Zinssitzung hervorgeht, sprach sich eine wachsende Zahl von Währungshütern allerdings dafür aus, die Grundlagen für eine mögliche Zinserhöhung zu schaffen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.