Mercedes entwickelt neues Produktions-Prinzip
Mercedes-Benz will die nächste Fahrzeug-Generation nach einem neuen Prinzip fertigen. Mercedes arbeitet, so erfuhr das "Handelsblatt" aus dem Umfeld des Aufsichtsrats, gerade an der Produktarchitektur der nächsten Modellgeneration, die in den 2030er-Jahren auf den Markt kommen wird. Statt die Fahrzeuge wie bislang auf verschiedenen Produktionsplattformen zu bauen, will Mercedes künftig modularer fertigen. Der Konzern wollte auf ein Baukastenprinzip setzen, bei dem Front-, Heck-, Seiten- und Bodenteile in separate Module zerlegt und je nach Fahrzeuggröße entsprechend gefertigt werden können.
Tech-Ausverkauf und Zinssorgen belasten Börsen in Asien
Ein massiver Ausverkauf bei US-Technologiewerten und geopolitische Spannungen haben die asiatischen Aktienmärkte ins Minus gedrückt. In Tokio gab der Nikkei-Index 1,7 Prozent auf 61.825 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte 1,8 Prozent niedriger bei 3.925 Zählern. Die Börse Shanghai verlor 1,5 Prozent auf 3.605 Stellen.
Lippenstift-Effekt beflügelt L'Oreal-Umsatz
Die starke Nachfrage nach Luxusparfüms sowie Haut- und Haarpflegeprodukten hat das Geschäft des französischen Kosmetikkonzerns L'Oreal angekurbelt. Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz sei im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Besonders in China und den Schwellenländern verzeichnete der Hersteller von CeraVe-Cremes und Prada-Parfüms Zuwächse.
Analysten und Manager verweisen auf den sogenannten Lippenstift-Effekt, bei dem sich Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten erschwinglichen Luxus gönnen. L'Oreal profitierte zudem von neuen Produkten wie Premium-Shampoos der Marke Kerastase und Sonnenschutzmitteln von La Roche-Posay. Darüber hinaus nimmt der Konzern gezielt Kunden ins Visier, die Abnehmspritzen nutzen, und bewirbt Produkte gegen Begleiterscheinungen wie erschlaffende Gesichtshaut.
PMI, VW und Krisengipfel: Kriegt der Dax die Kurve?
Der deutsche Aktienmarkt hat den Handel am Vortag mit deutlichen Verlusten beendet. Der Dax schloss bei 25.371 Punkten und damit rund 1,0 Prozent im Minus. Das Motto des Tages lautete "Sell on Good News". Selbst gute Zahlen konnten den Dax nicht retten. Im Fokus standen Tech-Sorgen wegen durchwachsen ausgefallener Quartalszahlen von US-Technologieunternehmen und die Geopolitik mit einem Ölpreis von wieder mehr als 111 Dollar.
Und worauf schauen Börsianer am letzten Handelstag der Woche?
Nach den Verlusten am Vortag entscheiden vor allem drei Termine über die Kurve beim Dax. Bereits am frühen Morgen wird der wichtigste Konjunkturtermin des Tages erwartet: der Einkaufsmanagerindex. Aufgrund der hohen Ölpreise dürfte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober eingetrübt haben. Der Index für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – dürfte um 0,5 Zähler auf 53,3 Punkte sinken. Damit läge das Barometer aber weiterhin deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Für die Eurozone wird ein ähnlicher Rückgang erwartet.
In Hannover kommen außerdem die IG Metall und die VW-Arbeitgeberseite zum zweiten Überprüfungsgespräch zum Zukunftstarifvertrag von 2024 zusammen. Vor Beginn wollen der Verhandlungsführer Thorsten Gröger und die Betriebsratschefin Daniela Cavallo Stellung nehmen. VW will das Tarifniveau und damit die Produktionskosten senken. Die Gewerkschaft erwartet Aussagen zu Investitionen und zur Zukunft der deutschen Standorte. Im Zuge der Sanierung stehen bis zu 60.000 Arbeitsplätze und vier Werke auf dem Spiel.
Ebenfalls im Fokus steht ein Krisengipfel in Istanbul. Der türkische Außenminister Hakan Fidan empfängt seine Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien. Es ist das erste Treffen in diesem Format, das auf Initiative der Türkei organisiert wurde. Themen sind die Kriege im Jemen und in der Ukraine, an denen der Iran beteiligt ist, sowie die dadurch gefährdeten Schifffahrtswege und regionale Sicherheit. Für den Ölpreis ist dies ein entscheidender Termin.