Dax feiert unsichere Aussicht auf Kriegsende
Der deutsche Aktienmarkt ist dank Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs mit kräftigen Gewinnen in den April gestartet.
Der Dax notiert zu Handelsschluss 2,7 Prozent im Plus bei 23.299 Punkten. Im März hatte der deutsche Leitindex wegen des Iran-Kriegs rund zehn Prozent eingebüßt. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann 3,9 Prozent auf 29.238 Zähler.
Die Skepsis ist allerdings groß, dass auf Donald Trumps Angaben zu einem angeblich bald möglichen Kriegsende Verlass ist. "Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an." Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Shortsellern zurückzuführen.
Der Ölpreis wird "mittelfristig hoch bleiben"
Größe schlägt Menge: Iran-Krieg bremst Börsengänge aus
Der Krieg im Nahen Osten trennt im Geschäft mit Börsengängen die Spreu vom Weizen. Im ersten Quartal 2026 gab es weltweit nur 230 Neuemissionen, 23 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und so wenige wie seit dem Jahresauftakt 2020 nicht mehr, wie aus einer Auswertung der Unternehmensberatung EY hervorgeht. Doch das Emissionsvolumen stieg um 36 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar.
Während kleinere Börsengänge angesichts der Turbulenzen an den Märkten schwer zu platzieren waren, gelangen große Initial Public Offerings (IPO) nicht zuletzt aus dem Rüstungssektor. Der größte Börsengang weltweit war mit einem Volumen von umgerechnet 4,5 Milliarden Dollar die Emission des tschechischen Rüstungskonzerns CSG in Amsterdam. In Deutschland waren mit Vincorion und Gabler Group zwei der drei Emissionen dem Sektor zuzuordnen.
Iran-Krieg bremst US-Industrie nicht
Die US-Industrie bleibt trotz des Iran-Kriegs auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg im März um 0,3 auf 52,7 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit August 2022, wie das Institute for Supply Management (ISM) zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das Barometer hielt sich damit den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 52,5 Zähler gerechnet. Auf das Verarbeitende Gewerbe entfallen gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung der USA.
Gleichzeitig stiegen die Preise, die Fabriken für Vorleistungen zahlten, auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Zudem benötigten die Zulieferer aufgrund des Krieges im Nahen Osten länger für die Materiallieferungen.
Auch in unsicheren Zeiten: Anleger können auf stabile Dividenden hoffen
"Goldpreis bleibt anfällig"
Der Goldpreis ist im frühen US-Handel kaum verändert, wobei die New Yorker Futures gestützt von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges über 4.700 US-Dollar je Feinunze notieren. Präsident Trump teilte in einem Social-Media-Beitrag mit, Teheran habe um einen Waffenstillstand gebeten und die USA würden dies "in Betracht ziehen", wenn die Straße von Hormus "offen, frei und frei befahrbar" sei.
Die Gold-Futures steigen um 1,7 Prozent auf 4.757,10 US-Dollar je Unze und steuern auf einen Wochengewinn von 4,5 Prozent zu. Dennoch verzeichnete das Edelmetall im März den schlechtesten Monat seit 2008. "Gold bleibt anfällig für eine breitere Liquiditätsverknappung und einen festeren US-Dollar, obwohl Rücksetzer bisher eher auf Käufe als auf einen Vertrauensverlust gestoßen sind", meinen die Analysten von ING.
"Trump-Rally" an der Wall Street
Die "Trump-Rally" trägt die US-Börsen noch ein Stückchen weiter nach oben. Kurz nach der Startglocke gewinnt der Dow-Jones-Index 0,4 Prozent auf 46.508 Punkte. Der S&P-500 steigt um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,7 Prozent. Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatte die Wall Street bereits am Vortag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen. Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen.
Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit dem Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen. Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Laut Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wird es sich um eine "wichtige Rede" handeln. Sie ist für Donnerstag um 3.00 Uhr MESZ angesetzt.
"Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es eindeutig noch zu früh, um schon jetzt 'Entwarnung' zu geben. Marktteilnehmer werden konkrete Fortschritte in Richtung Deeskalation sehen wollen, und nicht nur positiv klingende Rhetorik, bevor sie das Risikoniveau wesentlich erhöhen", warnt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone vor übertriebener Euphorie.
Mehr als 99 Prozent Verlust seit Höchststand - Fleischersatz-Aktie stürzt erneut ab
Ein negativ aufgenommener Geschäftsbericht lässt die Aktien des angeschlagenen Fleischersatz-Herstellers Beyond Meat einbrechen. Die Titel rutschen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund zehn Prozent ab. Der Anbieter von pflanzlichen Burger-Patties und Würstchen blieb mit Quartalszahlen und Ausblick hinter den Markterwartungen zurück. Die Kalifornier kämpfen seit längerem mit einer schwachen Nachfrage, da Verbraucher vermehrt zu günstigeren natürlichen Alternativen als zu verarbeiteten Produkten greifen. Seit dem anfänglichen Boom in den Jahren 2019-2021 ist die Aktie von rund 155 Dollar auf 70 Cent abgestürzt.
Aktie von ostdeutschem Biosprit-Hersteller bricht ein
Aktien von Verbio fallen um 17 Prozent und steuern damit auf ihren größten Kursrutsch seit Januar 2025 zu. Der ostdeutsche Biokraftstoff-Hersteller ist an der Börse seit geraumer Zeit auf der Überholspur. Allein im März legten die Papiere rund 77 Prozent zu, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. "Wenn sich die Lage um Iran etwas beruhigt und die Energiepreise nun doch etwas zurückfallen, dann ist das ein Anlass, mal Gewinne mitzunehmen", sagte ein Händler.
Verdreifachung in Frankreich: Tesla meldet nach Absatzeinbruch dickes Verkaufsplus
Der US-Elektroautobauer Tesla fängt sich nach dem Absatzeinbruch in vielen europäischen Märkten wieder. Im März verkaufte das Unternehmen deutlich mehr Fahrzeuge als im Vorjahr, wie aus aktuellen Daten hervorgeht. So wurden in Frankreich mit 9569 Fahrzeugen rund dreimal so viele Teslas verkauft wie im Vorjahr, wie der Branchenverband PFA mitteilte. In Norwegen, Schweden und Dänemark legte der Absatz zwischen 96 und 178 Prozent zu, in den Niederlanden und Spanien waren es 72 beziehungsweise 25 Prozent mehr. Die Daten für Deutschland werden in der kommenden Woche erwartet.
Rheinmetall springt an die Dax-Spitze
Rheinmetall-Aktien führen mit Aufschlägen von 6,8 Prozent auf 1.542 Euro die Dax-Gewinnerliste an. Dabei dürfte es sich vor allem um eine technische Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste handeln. Die Citigroup hat die Aktie am Berichtstag mit "Neutral" und einem Kursziel von 1.480 Euro gestartet. Nach Einschätzung der Analysten bewegt sich die Nachfrage nach Waffen und Munition auf einem untragbar hohen Niveau und werde in Zukunft merklich nachlassen.
Trotz drohender Knappheit: Deutschland exportiert plötzlich Diesel
Deutschland exportiert trotz eines weltweit angespannten Dieselmarkts derzeit Mitteldestillate (wie Diesel und Heizöl in Dieselqualität) in die Niederlande. Das geht aus Daten der Experten für Rohstoffpreise bei Argus Media hervor. In den vergangenen Wochen hatten die Bundeswirtschaftsministerin und der Branchenverband Fuels und Energie vor einer möglichen Kraftstoffknappheit in Deutschland im April oder Mai gewarnt.
Der Export ist ungewöhnlich, da Deutschland üblicherweise Nettoimporteur von Diesel ist. Zugleich ist das weltweite Angebot an Diesel durch den Iran-Krieg stark gesunken: Wichtige Raffinerien im Nahen Osten stehen still, asiatischen Raffinerien fehlt wegen der Blockade der Straße von Hormus Rohöl, und um US-Diesel ist ein Bieterwettstreit entbrannt.
Trotzdem ist die Versorgungslage hierzulande derzeit noch gut, es gibt sogar einen Überschuss an Mitteldestillaten. Denn laut Hagen Reiners, Experte für den deutschen Ölmarkt bei Argus Media, ist die Heizölnachfrage nach einem kurzfristigen Anstieg zu Kriegsbeginn "stark zurückgegangen". Hohe Preise und Unsicherheit hielten Verbraucher vom Kauf ab. Händler in den Niederlanden seien hingegen bereit, die hohen Preise zu zahlen - wohl um Bestände aufzubauen, "da sie eine Knappheit im April fürchten, falls Schiffe die Straße von Hormus nicht bald wieder passieren können", so Reiners.
Airlines verzeichnen größten Kursgewinn seit einem Jahr
Die Aufbruchstimmung nach den jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg beflügelt die Aktien der Fluggesellschaften. Der europäische Index für die Luftfahrt- und Rüstungsbranche steuert mit einem Plus von vier Prozent auf seinen größten Tagesgewinn seit rund einem Jahr zu.
Zu den größten Gewinnern gehören die Lufthansa, Wizz Air, die British-Airways-Mutter IAG und Norwegian Air, die um 4,5 bis 5,5 Prozent zulegen. Die Anleger hoffen, dass ein Ende des US-Iran-Konflikts die Kraftstoffpreise nach unten drückt. Die Ölpreise verringern ihren Rückgang jedoch teilweise wieder: Sie liegen gegen Mittag jeweils rund ein Prozent im Minus, nachdem sie zuvor bis zu rund fünf Prozent eingebüßt hatten. "Viele Anleger agieren nach wie vor mit angezogener Handbremse, zumal sich die bereits verteilten Vorschusslorbeeren als zu optimistisch erweisen könnten", sagt Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Börsen schalten in Rally-Modus
Verstärkte Spekulationen auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs haben die Börsen in den Rally-Modus versetzt. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten in der Spitze rund drei Prozent höher, bevor sie sich gegen Mittag bei einem Plus von zwei Prozent auf 23.130 und 5682 Punkte einpendelten.
Die US-Futures lagen ebenfalls im Plus, nachdem die wichtigsten Indizes an der Wall Street bereits am Dienstagabend um 2,5 bis 3,8 Prozent zugelegt hatten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu können.
"Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an."
Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Shortsellern zurückzuführen. Im März verlor der Dax rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche befindet er sich auf einem Zickzackkurs. Am Freitag erreichte er mit 22.331 den tiefsten Schlussstand seit fast einem Jahr.
Dieselmangel "größtes Problem" - IAEA erwägt, weitere Ölreserven freizugeben
Die Internationale Energieagentur (IEA) bringt angesichts von Engpässen eine weitere Freigabe von Ölreserven ins Spiel. "Wenn wir der Meinung sind, dass ein Bedarf an Rohöl oder Produkten besteht, können wir eingreifen", sagte IEA-Chef Fatih Birol in einem Podcast mit dem Chef des norwegischen Staatsfonds, Nicolai Tangen. Die IEA berät die Industriestaaten in Energiefragen. Ihre Mitglieder hatten wegen der Folgen des Iran-Krieges bereits am 11. März die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl beschlossen. Auch Deutschland beteiligte sich daran.
IEA-Chef Birol zufolge sind durch den Krieg im Nahen Osten bislang rund 40 wichtige Energieanlagen beschädigt worden. Der Ölverlust werde im April doppelt so hoch ausfallen wie im März. Hinzu komme der Ausfall von Flüssiggas. "Das größte Problem ist heute der Mangel an Kerosin und Diesel", sagte Birol. "Wir sehen das in Asien. Aber ich denke, im April oder Mai wird dies auch Europa erreichen."
Mercedes kündigt Milliarden-Investition in den USA an
Mercedes-Benz baut angesichts der Zölle von US-Präsident Donald Trump seine Produktion in den USA aus und investiert dazu in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Dollar. Allein vier Milliarden Dollar würden bis 2030 in das Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama gesteckt, teilte Mercedes mit. Insgesamt summierten sich die Investitionen in das US-Geschäft auf mehr als sieben Milliarden Dollar. So sei geplant, bis zu 500 Arbeitsplätze in ein neues Entwicklungszentrum in Atlanta zu verlagern.
Konjunktureinbruch wegen Iran-Krieg? Das ist nur die halbe Wahrheit!
ntv-Chefreporter Wirtschaft, Ulrich Reitz, gibt sich nicht damit zufrieden, die Schwäche der deutschen Konjunktur nur auf die Folgen des Iran-Kriegs zu schieben:
Neuaufträge für Maschinenbauer eingebrochen
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im Februar deutlich weniger Aufträge erhalten. Der Wert der Bestellungen lag preisbereinigt 12 Prozent unter dem Vorjahreswert, berichtet der Branchenverband VDMA. Aus dem Inland kamen 16 Prozent weniger Bestellungen und aus dem Ausland 11 Prozent weniger. Am stabilsten zeigten sich noch die Kunden aus dem Euro-Raum mit einem Zuwachs von 6 Prozent.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt führt den Einbruch auf die Unsicherheiten infolge der geopolitischen Konflikte zurück. Nun sei auch noch der Iran-krieg hinzugekommen. Laut der regelmäßigen Konjunkturerhebung des Verbandes habe sich die Stimmung bei den Unternehmen weiter eingetrübt.
Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Dezember 2025 bis Februar 2026 verbuchten die Unternehmen real 8 Prozent weniger Bestellungen als im Vergleichszeitraum. Die Inlandsbestellungen sanken um 6 Prozent, die Auslandsorders lagen um 8 Prozent unter ihrem Vorjahreswert.
Börsenpreis für Erdgas bricht ein
Die europäischen Erdgaspreise brechen aufgrund von Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten ein, nachdem US-Präsident Trump gesagt hat, die USA würden den Iran bald verlassen. Im frühen Handel fällt der richtungsweisende niederländische TTF-Frontmonatskontrakt um 4,7 Prozent auf 48,36 Euro je Megawattstunde und steuert auf einen Wochenverlust von mehr als 10 Prozent zu.
"Die Aussicht auf ein Ende des Nahost-Konflikts habe die globalen Gaspreise belastet", meinen die Analysten von ANZ. "Dennoch bestünden die Lieferprobleme weiterhin." Indische LNG-Importeure hätten aufgrund von Störungen bei den Exporten aus Katar Schwierigkeiten, Spot-Ladungen zu sichern, so das Unternehmen. Der Lieferengpass veranlasse einige Länder zudem dazu, den Einsatz von Kohle zu erhöhen oder die Stilllegung von Kohlekraftwerken zu verschieben.
Aktienkurse der Mineralölkonzerne fallen
Europäische Energieaktien geben zum Handelsauftakt nach, da die Ölpreise nach Äußerungen von Präsident Trump nachgeben, die USA würden den Iran in zwei bis drei Wochen mit oder ohne ein Abkommen verlassen. Dies weckt bei den Händlern Optimismus hinsichtlich einer Deeskalation.
In London geben BP um 2,2 Prozent nach, Shell fallen um 1,6 Prozent und Harbour Energy notieren 4,4 Prozent niedriger. Die französische TotalEnergies gibt um 1,7 Prozent nach. Die spanische Repsol fällt um 4,5 Prozent und die italienische Eni gibt um 3,1 Prozent nach.
Deutschland gibt Millionen aus, um den Nachschub an Neodym zu sichern
Wie wichtig manche Sachen sind, merkt man erst, wenn sie mal fehlen sollten. So dürfte es den meisten Deutschen gehen, die gar nicht wissen, dass ihr Land auf Importe von Neodym und Praseodym angewiesen ist. Um den Nachschub zu sichern, beteiligt sich Deutschland über seinen Rohstofffonds an einem Projekt zur Förderung sogenannter Seltener Erden in Australien. In einer Mine nördlich von Alice Springs sollen die Metalle Neodym und Praseodym gewonnen werden, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Sie werden für Hochleistungsmagnete in Elektromotoren und Windkraftanlagen benötigt. Der deutsche Fonds investiert 50 Millionen Euro in das Nolans-Projekt des Unternehmens Arafura Rare Earths.
Institute streichen Prognose für die deutsche Wirtschaft zusammen
Die Folgen des Iran-Kriegs bremsen das Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. Wie bereits erwartet, setzten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre gemeinsame Wachstumsprognose um mehr als die Hälfte herab. Sie rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt 2026 nur noch um 0,6 Prozent zulegt. Vor rund einem halben Jahr hatten sie noch mit einem Wachstum von 1,3 Prozent gerechnet.
Mittelfristanleger sind gefragt
Anleger mit einem mittelfristigen Anlagehorizont können Marktexperten zufolge opportunistisch Positionen aufbauen, insbesondere bei überverkauften Aktien. Die Fundamentaldaten für asiatische Tech-Hardware-Unternehmen, die vom Thema KI-Investitionen profitieren, sowie für ausgewählte Aktien in Südkorea, China und Indien seien weitgehend intakt, erklärt Nomura-Analyst Chetan Seth. Allerdings warnt er, dass der kurzfristige Ausblick durch geopolitische Risiken getrübt bleibe.
Iran-Krieg vorbei? So reagieren die Ölpreise
Die Ölpreise dürften Analysten zufolge auch bei einem baldigen Ende des Iran-Krieges hoch bleiben. Ein Ausstieg der USA in zwei bis drei Wochen passe immer noch zur Basisprognose für Brent von rund 80 US-Dollar bis Ende 2026, wodurch eine dauerhafte Energierisikoprämie bestehen bleibe, so die Marktexperten von Capital Economics. Die Basissituation könne moderate Schäden an der Energieinfrastruktur beinhalten, erklären die Analysten. US-Öl der Sorte WTI kostet aktuell etwa 103 US-Dollar pro Barrel; Brent aus der Nordsee um die 105 Dollar je 159-Liter-Fass.
"Iran-Krieg ist Trendverstärker"
Die Hoffnung auf ein mögliches näher rückendes Ende des Iran-Krieges lässt den Dax zum Start deutlich steigen. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 23.310 Punkten, nachdem er an den vergangenen beiden Handelstagen rund 1,7 Prozent auf 22.680 Zähler zugelegt hatte.
"Die USA wollen den Iran-Krieg beenden, auch aus Teheran hört man solche Stimmen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Allerdings bleibt unklar, wann und wie das geschehen soll", erläutert er und verweist darauf, dass der "Iran-Krieg als Trendverstärker" fungiere mit Blick auf die Konjunktur. "Die anstehende Veröffentlichung der Frühjahrsprognose ist daher auch für Anleger ein interessanter Termin."
Ölpreise klettern erneut
Am Rohstoffmarkt legen die Ölpreise wieder zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,4 Prozent auf 105,45 Dollar. Das US-Öl WTI notiert 1,4 Prozent fester bei 102,80 Dollar.
The trend is your friend
Der Dax wird mit Gewinnen in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 22.680 Punkten geschlossen. Für gute Stimmung an den Börsen in Europa und in den USA sorgten erneute Spekulationen auf ein baldiges Ende des Konflikts im Nahen Osten.
Zur heutigen Wochenmitte legen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute der Bundesregierung ihr Frühjahrsgutachten zur deutschen Konjunktur vor. In der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose senken die Ökonomen wegen der Folgen des Iran-Kriegs ihre Wachstumsprognose für dieses und kommendes Jahr, wie mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Im Fokus stehen zudem die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Euro-Zone und die USA im März. Außerdem warten Anleger auf Zahlen zum Arbeitsmarkt im Euroraum und den Einzelhandelsumsätzen in den USA im Februar. Zugleich liefert der Beschäftigungsbericht des privaten Dienstleisters ADP einen Vorgeschmack auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht in den USA.
Kospi schießt nach oben
Deutlich gestiegene Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende im Iran befeuern die asiatischen Aktienbörsen und entfachen ein Kursfeuerwerk. Es scheine Optimismus zu geben, da sowohl US-Präsident Donald Trump als auch die iranische Seite den Wunsch geäußert hätten, den Konflikt zu beenden, fassen die UOB-Analysten den Optimismus zusammen. Laut Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte indes einen direkten Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff - bislang hatte der Iran jede Verhandlung mit den USA bestritten - auch wenn Araghchi betonte, dass dies nicht bedeute, in Verhandlungen zu stehen. Und auch bei der faktisch vom Iran gesperrten Seestraße von Hormus gibt es Bewegung: Die Vereinigten Arabischen Emirate bereiten sich darauf vor, den USA und anderen Verbündeten bei der gewaltsamen Öffnung des Seeweges zu helfen, wie das Wall Street Journal berichtet.
In Japan steigt der Nikkei angeführt von Chip- und Bankenwerten um 4,5 Prozent auf 53.353 Punkte. Der japanische Aktienmarkt profitiert auch von einem positiven Tankan-Bericht der Bank of Japan. Dieser zeigt, dass das Stimmungsbild der Großunternehmen auf einem Mehrjahreshoch verharrt - ein Zeichen dafür, dass der Energieschock das Vertrauen der Unternehmen bislang nicht erschüttert hat. In China steigt der HSI in Hongkong um 2 Prozent, der Shanghai Composite zieht um 1,4 Prozent an. Der Kospi in Südkorea schießt nach Volatilitätsunterbrechungen um 7,9 Prozent nach oben. Der australische S&P/ASX-200 klettert um 2 Prozent.
Kursrutsch - Nike fürchtet Folgen des Iran-Krieges
Adidas-Rivale Nike sieht Risiken für sein Geschäft durch den Iran-Krieg. Finanzchef Matthew Friend verwies auf mögliche "ungeplante Schwankungen" durch steigende Ölpreise und andere Faktoren, die Folgen für Kosten oder das Verhalten der Verbraucher haben könnten. Überraschend für viele Analysten stellte Nike Umsatzrückgänge sowohl im laufenden Quartal als auch im gesamten Geschäftsjahr in Aussicht. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund neun Prozent.
Für das laufende Quartal rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent. Analysten waren dagegen im Schnitt von einem Plus von zwei Prozent ausgegangen. Ähnlich sieht es auch für das Gesamtjahr aus. Im vergangenen Quartal hatte der Sportartikel-Riese die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Wall Street noch übertroffen.
Tausende Stellen bei SAP-Rivalen vor dem Aus
Oracle streicht offenbar Tausende Stellen. Der US-Softwarekonzern lehnte eine Stellungnahme zu der Meldung des Senders CNBC aber ab, der sich auf zwei Insider berief. Oracle legt den Fokus zunehmend auf den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI), um besser mit Cloud-Rivalen wie Alphabet und Amazon konkurrieren zu können. Der Konzern hatte im März mitgeteilt, dass die Kosten für einen Umbau im Geschäftsjahr 2026 bis zu 2,1 Milliarden Dollar betragen könnten, wovon der Großteil auf Abfindungen entfalle. Stand Mai 2025 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 162.000 Vollzeitkräfte.
In der Technologiebranche haben in diesem Jahr zahlreiche Firmen Stellen abgebaut. Sie begründen diesen Schritt mit der Umschichtung von Ressourcen in die KI-Entwicklung.
OpenAI kündigt KI-Superapp an
OpenAI plant nach eigenen Angaben die Entwicklung einer Superapp, die verschiedene Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) in einem einzigen System bündelt. Die neue Software solle unter anderem den Chatbot ChatGPT, das Programmierwerkzeug Codex sowie Such- und Assistenzfunktionen vereinen, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit. Nutzer wünschten sich keine voneinander getrennten Werkzeuge, sondern eine einheitliche Plattform, die Anliegen verstehe und über verschiedene Dienste und Daten hinweg agieren könne, hieß es zur Begründung. Mit der Zusammenlegung seiner Dienste hofft OpenAI zudem, dass die private Nutzung der Software auch die Nachfrage in Unternehmen ankurbelt.
Nike hat den Swoosh verloren
Nike tritt auf der Stelle und gerät beim Gewinn durch die hohen Einfuhrzölle in die USA ins Hintertreffen. Der Umsatz stagnierte im dritten Quartal (per Ende Februar) des Geschäftsjahres 2025/26 bei 11,28 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Sportartikelkonzern mitteilte. Rückgänge in Europa und Asien hätten nur teilweise durch Zuwächse auf dem Heimatmarkt kompensiert werden können. Dabei kamen Nike Wechselkurseffekte zugute. Allein in China lag das Minus währungsbereinigt bei zehn Prozent. Der Gewinn brach um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar ein.
Die Bruttomarge verschlechterte sich zum sechsten Mal in Folge auf 40,2 von 41,5 Prozent. Nike machte dafür die höheren Einfuhrzölle auf die eigenen Schuhe und Kleidungsstücke verantwortlich, die fast ausschließlich in Asien gefertigt werden. Trotzdem übertraf der Gewinn je Aktie mit 35 US-Cent die Erwartungen der Analysten deutlich, der Umsatz lag marginal über den Prognosen. Die Nike-Aktien gaben nachbörslich leicht nach.
Innenstadt-Wohnungspreise steigen überdurchschnittlich
In den größten deutschen Städten driften die Wohnimmobilienpreise einer Studie zufolge je nach Lage wieder auseinander. Nachdem die Preise in den zentral gelegenen Vierteln in den Vorjahren stärker gesunken sind, stiegen sie im vergangenen Jahr wieder kräftiger als in den Außenbezirken, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW) zu seiner Analyse mitteilte. Demnach deuten die Daten auf eine Rückkehr zu den Mustern der vergangenen Immobilienboomphase von 2006 bis 2022 hin: In Aufwärtsphasen legen die Preise in den Zentren stärker zu als in den Randbezirken.
Während das Preisverhältnis zwischen Zentrum und Randlage 2024 auf einen Wert von etwa 1,25 gesunken war, kletterte es im vergangenen Jahr auf 1,27. Das bedeutet, dass Wohnungen in zentralen Lagen im Schnitt rund 27 Prozent teurer sind als in Randlagen. Zum Vergleich: 1990 betrug der Aufschlag nur fünf Prozent. Er hat sich seitdem mehr als verfünffacht.
"Wir beobachten im Jahr 2025 eine Trendumkehr: Nachdem die Preise in den Stadtkernen während der Phase von steigenden Zinsen überproportional nachgegeben haben, sehen wir nun eine Gegenbewegung", sagte IFW-Projektleiter Jonas Zdrzalek. "Eine Hypothese ist, dass Wohnimmobilien in zentraler Lage aufgrund ihres geringeren Risikos sensitiver auf Veränderungen von Zinsen reagieren."
"Miteinander reden" beruhigt nervöse Asien-Anleger
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt beflügelt die asiatischen Börsen. Zudem sorgen unerwartet gute Konjunkturdaten aus Südkorea und Japan für Auftrieb. "Der Markt begrüßt die Tatsache, dass sie miteinander reden", sagt Rodrigo Catril, Währungsstratege bei der National Australia Bank. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu können.
Der japanische Nikkei-Index legt 4,0 Prozent auf 53.128,33 Punkte zu. In Südkorea steigt der Kospi um bis zu 5,5 Prozent, nachdem die Exporte im März die Erwartungen deutlich übertroffen hatten. Der Shanghai Composite gewinnt 1,5 Prozent. Trump will sich im Laufe des Tages in einer Rede an die Nation zum Iran äußern.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 158,70 Yen, gibt jedoch zum Yuan um 0,2 Prozent auf 6,8842 nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent niedriger bei 0,7972 Franken. Der Euro steigt 0,1 Prozent auf 1,1566 Dollar.
Wieder ab auf den Mond!
Der Dax hat im gestrigen Handel die Erholung vom Wochenstart fortgesetzt. Dem 1,2-Prozent-Plus vom Montag ließ der deutsche Börsenleitindex einen Aufschlag von 0,5 Prozent auf 22.680 Zähler folgen. Leicht positiv wirkte dabei ein Bericht des "Wall Street Journal". Demnach soll US-Präsident Donald Trump bereit sein, den Iran-Krieg zu beenden, auch ohne Öffnung der Straße von Hormus. Diese ist seit geraumer Zeit faktisch geschlossen. Trump spricht derweil weiter von erheblichen Fortschritten in den Friedensverhandlungen mit dem Iran, zugleich bereiten die USA aber offenbar eine begrenzte Bodenoffensive vor. Die bisherigen Schäden, die durch den Iran-Krieg entstanden seien, lassen sich indes kaum beziffern. "Die gestiegenen Energiepreise und die Verknappung von Rohöllieferungen bleiben ein Problem. Sollte der Krieg im Iran beendet werden und die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleiben, würde das den europäischen Unternehmen nur bedingt helfen", so die Einschätzung von CMC.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen heute der Bundesregierung ihr Frühjahrsgutachten zur deutschen Konjunktur vor. In der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose senken die Ökonomen ihre Prognose zum Wachstum des Bruttoinlandsproduktes wegen der Folgen des Iran-Kriegs auf 0,6 von 1,3 Prozent, wie mit den Zahlen vertraute Personen sagten. Demnach kappen die Fachleute auch ihre Vorhersage für 2027 deutlich - und zwar von 1,4 auf 0,9 Prozent. Sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte die Inflation im Schnitt bei 2,8 Prozent liegen. Die Frühjahrsprognose dient der Bundesregierung als Basis für ihre neuen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden.
Und abseits des allgemeinen Marktumfelds? Da will die US-Raumfahrtbehörde Nasa nach mehr als 50 Jahren erstmals wieder Menschen in Richtung Mond schicken. Ab dem 1. April ist vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida der Start der Mission "Artemis 2" geplant. Bei dem zehntägigen Testflug sollen drei US-Astronauten und ein Kanadier an Bord der Orion-Kapsel den Erdtrabanten umrunden und sich dabei so weit von der Erde entfernen wie nie ein Mensch zuvor. Die Mission gilt als entscheidender Schritt der USA, um im Wettlauf mit China ihre Führungsrolle im All zu behaupten. Sie bereitet künftige bemannte Mondlandungen vor, die ab 2028 vorgesehen sind. Abhängig vom Wetter und der Technik kann sich der Start bis zum 6. April verzögern.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.