Fitch gibt Verkaufssignal - dickes Minus für den DAX
Beim DAX geht es zur Wochenmitte abwärts. Die tatsächlichen Effekte der Herabstufung ihrer Bonität der USA durch Fitch auf die finanzielle Situation der USA und damit auf den Finanzmarkt und die Wirtschaft mögen gering sein. Für die Marktteilnehmer an den Aktienbörsen heute diente die Nachricht jedenfalls als Verkaufssignal. Der DAX fiel zeitweise um mehr als 1,5 Prozent deutlich unter die 16.000-Punkte-Marke. Bis zum Handelsschluss konnte der Index wieder ein bisschen Boden gutmachen und schloss bei 16.020 Punkten. Das entspricht einem Minus von 1,36 Prozent.
Abgestraft wurden fast alle Werte. Bei Unternehmen, die positive Zahlen vorlegten, war von Gewinnmitnahmen die Rede. Die, die mit enttäuschenden Ergebnissen aufwarteten, wurden umso härter abgestraft. Angesichts der Kursgewinne der vergangenen Monate, bot die Entscheidung von Fitch offenkundig für einige Investoren eine willkommene Gelegenheit, Gewinne einzustreichen.
US-Lagerbestände deutlich verringert - Ölpreis sackt ab
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 28. Juli verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 17,049 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Rückgang um 1,3 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 0,6 Millionen Barrel reduziert. Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) war eine Abnahme von 15,4 Millionen Barrel registriert worden.
Der Ölpreis sackt ab. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet 80,59 Dollar, das sind 1,64 Dollar weniger als gestern.
Dollar wertet auf - Arbeitsmarktdaten schlagen Rating
Der Dollar erholt sich, nachdem der Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP von einem unerwartet starken Stellenaufbau im Juli gezeugt hat. Der Dollarindex legt um 0,3 Prozent zu. Der Euro fällt auf 1,0937 Dollar. Kurz vor der Veröffentlichung der Daten hatte die Gemeinschaftswährung bei etwa 1,0985 Dollar gestanden.
Die US-Währung war zuvor leicht unter Druck geraten, nachdem die Ratingagentur Fitch den USA die Spitzenbonitätsnote "AAA" entzogen hatte. Die starken Arbeitsmarktdaten stützen jedoch Befürchtungen, dass die gute Beschäftigungslage die Inflation befeuern und damit die US-Notenbank dazu veranlassen könnte, an ihrem "falkenhaften" geldpolitischen Kurs festzuhalten.
US-Aktien auf Abwärtskurs
An den US-Aktienmärkten geht es zum Start nach unten, nachdem die Ratingagentur Fitch den USA die Spitzenbonitätsnote "AAA" aberkannt hat. Die Analysten befürchten eine Verschlechterung der Haushaltslage. Mit ihrer Entscheidung trägt Fitch nach eigenen Angaben der wachsenden Schuldenlast ebenso Rechnung wie der "Erosion der Regierungsführung".
Der Dow-Jones-Index verliert 0,4 Prozent. Der S&P-500 sinkt um 0,9 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,3 Prozent.
Gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt vermögen die Stimmung am Aktienmarkt nicht aufzuhellen. Der private Dienstleister ADP hat für Juli einen deutlich stärkeren Stellenaufbau gemeldet, als Volkswirte prognostiziert hatten. Der ADP-Bericht gilt als Indikator für die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag. Die Daten dürften die mittlerweile am Markt vorherrschende Meinung festigen, dass der US-Wirtschaft wohl eine Rezession erspart bleiben wird, befeuern auf der anderen Seite aber auch die Erwartung weiter hoher Zinsen.
Airbus will mit US-Startup Raumstation bauen
Die Raumfahrtsparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus und das US-Startup Voyager Space wollen zusammen eine neue Raumstation bauen, die bis Ende dieses Jahrzehnts die ISS ersetzen soll. Beide Unternehmen gaben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens bekannt. Ihre Raumstation soll Starlab heißen.
Die Nasa will die ISS spätestens 2030 ausmustern, nachfolgen soll eine privatwirtschaftlich betriebene Station. Dafür hatte die Nasa Ende 2021 drei Unternehmen jeweils mit einer Konzeptentwicklung beauftragt: die Raumfahrtfirma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos, den US-Konzern Northrop Gunman und Voyager Space aus Denver.
Voyager Space erhielt dafür 160 Millionen Dollar (aktuell rund 146 Millionen Euro) - und holte nun offiziell Airbus mit an Bord um Starlab zu bauen und zu betreiben. Die neue Raumstation soll einen Durchmesser von acht Metern haben. Möglicher Start für Starlab ins All sei 2028, erklärte der Chef von Voyager Space, Dylan Taylor. In der Raumstation soll unter der Bedingung der Schwerelosigkeit vor allem für die Pharmaindustrie geforscht werden. Weltraumtourismus sei nicht das Ziel.
Heftige Kurssprünge und -Stürze: Mobilfunkbranche ordnet sich neu
Im Nebenwerte-Index SDax sprangen die Aktien des Internetkonzerns United Internet und seiner Mobilfunktochter 1&1 um gut 15 beziehungsweise knapp 12 Prozent hoch, nachdem 1&1 und Konkurrent Vodafone eine langfristige National-Roaming-Partnerschaft angekündigt hatten.
Die Titel des Wettbewerbers Telefonica Deutschland, mit dem 1&1 bisher so einen Vertrag hatte, sackten am MDax-Ende um 14,6 Prozent ab.
DAX dämmt Verluste ein - 16.000er-Marke zurückerobert
Der DAX dämmt seinen deutlichen Kursabschlag ein - am Nachmittag stand er noch 0,93 Prozent im Minus bei 16.090 Punkten. Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen verringerte seinen Verlust bei 28.252 Punkten auf 1,12 Prozent. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es noch um 0,86 Prozent auf 4370 Punkte nach unten.
Dass die Ratingagentur Fitch den USA die Top-Bonität entzogen hat, habe "nur für ein kurzes Marktzucken gesorgt", kommentierte Aktienstratege Sven Streibel von der DZ Bank die Lage. "Der von Fitch hervorgehobene, chronisch angespannte US-Haushalt ist aber bekannt und von den Märkten eingepreist, genau wie die wiederkehrende Debatte um die US-Schuldenobergrenze." Zuvor hatten sich mehrere Marktbeobachter überrascht von der Abstufung und auch vom Zeitpunkt gezeigt.
US-Firmen schaffen viel mehr Jobs als erwartet
Die US-Unternehmen haben im Juli einer Umfrage zufolge weit mehr Jobs geschaffen als erwartet. Unter dem Strich entstanden 324.000 Stellen, wie der Personaldienstleister ADP seiner Firmenbefragung mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Zuwachs im Privatsektor von 189.000 gerechnet, nach revidiert 455.000 im Juni.
Am Freitag wird der offizielle Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, der auch Jobs im öffentlichen Dienst umfasst. Volkswirte erwarten für Juli ein Stellenplus von 200.000 außerhalb der Landwirtschaft. Im Juni waren es noch 209.000. Aus Expertensicht genügt ein Plus von 70.000 bis 100.000 Jobs pro Monat, um die wachsende US-Bevölkerung mit Jobs zu versorgen.
Zuletzt hatten sich Abkühlungstendenzen am Jobmarkt gezeigt: Die Zahl der offenen Stellen, ein Maß für die Nachfrage nach Arbeitskräften, fiel auf das niedrigste Niveau seit über zwei Jahren: Diese Kennziffer sank per Ende Juni um 34.000 auf 9,582 Millionen - das niedrigste Niveau seit April 2021.
Die Federal Reserve (Fed) will die hohe Inflation in den USA drücken und zugleich den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Sie hat die Zinsen seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent nach oben getrieben. Wie es im September weitergeht, ist allerdings offen - sowohl eine Pause als auch eine weitere Erhöhung werden von der Fed als möglich erachtet.
Ferrari glänzt mit Traumrendite
Der Luxussportwagenbauer Ferrari hebt nach einem Gewinnschub die Prognose etwas an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sprang im zweiten Quartal um fast ein Drittel auf 589 Millionen Euro, wie der italienische Hersteller mitteilte.
Vorstandschef Benedetto Vigna führte den Anstieg auf die hohe Nachfrage nach der individuellen Gestaltung der Fahrzeuge zurück, die teurer sind, und auf den hohen Auftragsbestand.
Statt des bisher erwarteten Betriebsgewinns zwischen 2,13 und 2,18 Milliarden Euro geht Ferrari nun von einer Spanne zwischen 2,19 und 2,22 Milliarden Euro aus.
Die Ebitda-Rendite kletterte im zweiten Quartal auf 40 Prozent von 34,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam Ferrari auf eine Marge von 29,7 (25,0) Prozent. Zum Vergleich: Die zum Volkswagen-Konzern gehörende Luxusmarke Lamborghini erreichte im Halbjahr 32,1 Prozent operative Rendite. Porsche rangierte bei 18,9 Prozent.
Ferrari verkaufte im Zeitraum April bis Juni 3392 Fahrzeuge, zwei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte gleichzeitig um 14 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro.
1&1 roamt künftig bei Konkurrent Vodafone
Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone sucht überraschend den Schulterschluss mit seinem Rivalen 1&1.
Beide Firmen teilten mit, sich auf eine National-Roaming-Partnerschaft geeinigt zu haben. Das heißt, dass 1&1-Kunden spätestens ab Oktober 2024 dort, wo ihr eigentlicher Vertragspartner keine eigenen Masten hat, mit dem Vodafone-Netz verbunden werden. Dafür bekommt Vodafone Mieteinnahmen. Bisher hat 1&1 so einen Vertrag mit dem Wettbewerber Telefónica Deutschland (O2), dieser gilt aber nur für 4G. Bei Vodafone ist hingegen auch 5G und damit der neueste Mobilfunkstandard inbegriffen.
1&1 baut derzeit sein eigenes Handynetz, kommt hierbei aber nur schleppend voran. Bei der Frage, warum es so langsam vorangeht, liegen 1&1 und Vodafone im Clinch: Der Neueinsteiger wirft Vodafone vor, Einfluss auf den Infrastrukturbetreiber Vantage Towers ausgeübt und den Bau von Hunderten Handymasten und Dachstandorten für 1&1 abgebremst zu haben. Vodafone hält zusammen mit Investoren die Mehrheit an Vantage Towers. Die britische Firma bestreitet die Vorwürfe. Zu dem Sachverhalt leitete das Bundeskartellamt im Juni ein Missbrauchsverfahren ein.
VW peilt weitere Partnerschaft mit chinesischem Startup an
Die Bemühungen von Volkswagen um Technologiepartnerschaften in China gehen offenbar weiter. Laut einem Medienbericht führt der Wolfsburger Autokonzern Gespräche mit dem Startup Zhejiang Leapmotor Technology über eine weitgehende Zusammenarbeit. Demnach könnte das Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen mit dem staatlich kontrollierten chinesischen Autobauer FAW eine von Leapmotor entwickelte Technologie-Plattform für die VW-Marke Jetta übernehmen, wie die auf Finanznachrichten spezialisierte Website Cailianshe am Mittwoch berichtete. Volkswagen und Leapmotor lehnten eine Stellungnahme ab.
Vergangene Woche erst hatte Volkswagen eine langfristige Partnerschaft mit dem chinesischen Autobauer Xpeng in den Bereichen Elektromobilität, Software und selbstfahrende Autos bekannt gegeben.
US-Börsen mit Kursverlusten erwartet
An den US-Aktienmärkten zeichnen sich deutliche Kursverluste ab, nachdem die Ratingagentur Fitch den USA die Spitzenbonitätsnote "AAA" aberkannt hat. Die Analysten befürchten eine Verschlechterung der Haushaltslage. Mit ihrer Entscheidung trägt Fitch nach eigenen Angaben der wachsenden Schuldenlast ebenso Rechnung wie der "Erosion der Regierungsführung". Die Futures auf die großen Aktienindizes tendieren daraufhin vorbörslich schwächer.
Gelassener fällt die Reaktion am Devisen- und Anleihemarkt aus. Der Dollarindex gibt nur um 0,1 Prozent nach. US-Staatsanleihen verzeichnen etwas Zulauf, was sich in sinkenden Renditen niederschlägt. Die Treasurys profitierten von ihrem Ruf als "sicherer Hafen", heißt es dazu aus dem Handel. In der Vergangenheit hätten die US-Anleihen in ähnlichen Situationen aus genau diesem Grund sogar eine regelrechte Rally erlebt. So sei es auch gewesen, als im August 2011 die Ratingagentur S&P die US-Bonitätsnote abgestuft habe, so Gennadiy Goldberg, Leiter der US-Zinsstrategie bei TD Securities. Er merkt an, dass sich Anleger eher an Konjunkturdaten zum Wachstum oder zur Inflation orientierten.
Das wird wohl auch am Mittwoch der Fall sein. Anleger dürften ihr Augenmerk auf den Juli-Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP richten. Er dürfte einen Vorgeschmack geben auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag. Die Beschäftigungslage ist eines der Kriterien, an denen die US-Notenbank ihre Geldpolitik ausrichtet.
Wie Deutschland von US-Herabstufung profitieren kann
Deutschland kann Ökonomen zufolge nach dem Entzug der Top-Bonitätsnote für die USA durch die Ratingagentur Fitch zum Nutznießer werden. "Insbesondere in unruhigen Zeiten wird der Bund von seinem Triple-AAA-Status nun wohl noch stärker profitieren können", sagte der Steuerschätzer vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Jens Boysen-Hogrefe, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Da sich nun die Nachfrage nach Papieren mit der Bestnote "AAA" auf "kleinere Emittenten konzentrieren wird, von denen Deutschland der größte ist, werden diese einen Vorteil haben". Wie groß der sein werde, hänge von den allgemeinen Marktbedingungen und der Risikowahrnehmung ab.
Die US-Herabstufung habe zwar keinen direkten Einfluss auf die Attraktivität deutscher Staatsanleihen, hieß es bei der europäischen Ratingagentur Scope. "Allerdings könnten einige institutionelle Anleger mit sehr konservativen Investmentvorgaben nicht mehr in gewohntem Umfang in US-Treasury investieren", hieß es. Dies wiederum könne zu einer gewissen Umschichtung von Investorengeldern zugunsten deutscher Anleihen führen.
"Zu Unrecht am Pranger" - EU-Razzien kosten Symrise Millionen
Kartelluntersuchungen gegen Duftstoffkonzerne kosten den deutschen Hersteller Symrise Millionen. "Stand heute hat die EU es nicht vermocht, etwas hervorzubringen, das uns in irgendeiner Form belastet", sagte Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram. "Wir sehen uns da zu Unrecht an den Pranger gestellt."
Bei Symrise habe das inzwischen Rechtskosten im mehrstelligen Millionenbereich verursacht. Die ursprünglich für eine Woche angesetzte Untersuchung sei nach zwei Tagen beendet gewesen, von Tausenden gesichteten Dokumenten habe die EU nur 56 behalten. "Da ist nicht eines dabei, wo sie ein Kartellverfahren daraus herleiten können. Das haben wir anwaltlich überprüfen lassen."
Die weltweit führenden Duft- und Aromenhersteller, zu denen auch Symrise gehört, waren im März ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Sowohl die EU-Kartellbehörde als auch die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) leiteten Untersuchungen gegen die Unternehmen wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Absprachen ein. Neben Symrise waren die beiden Schweizer Hersteller Givaudan und Firmenich sowie IFF aus den USA betroffen.
Deutscher Immobiliengigant fliegt wohl aus Europas Leitindex
Vonovia wird den Abstieg aus dem Euro-Stoxx-50 im September wohl nicht mehr vermeiden können. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt etwa 30 Prozent. Damit ist der Abstieg sehr wahrscheinlich. Bester Nachrückkandidat bleiben Ferrari.
Daneben zeichnet sich nach aktuellem Stand keine Veränderung in dem wichtigsten Blue-Chip-Index der Eurozone ab. Allerdings wackelt auch der Platz von Nokia. Zwar beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz noch etwa 8 Prozent, der Titel gilt aber als sehr volatil. Sollten sie noch absteigen, wären aus derzeitiger Sicht Saint-Gobain bester Nachrückkandidat. Sie haben im Juli die Aktien von Wolters Kluwer überholt.
Ausschlaggebend ist die Rangliste auf Basis der August-Schlusskurse. Vollzogen werden mögliche Änderungen zu den Schlusskursen am 15. September, wirksam werden sie zur Eröffnung am 18. September.
US-Bonität: Wann reißt das Dollar-Gummiband?
Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit der USA auf AA+ herab. LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer erklärt, warum die Bewertung selbst kein großer Schock ist, die dahinterliegende Entwicklung in den USA aber Gefahren birgt.
Hugo Boss auf Rekordkurs
Die Investitionen in die Modernisierung der Kollektionen und aufwendige Kampagnen zahlen sich für Hugo Boss trotz Konjunkturflaute aus: Finanzchef Yves Müller erhöht zum zweiten Mal in diesem Jahr die Jahresprognose. Hugo Boss erwarte nun 2023 ein Umsatzplus von zwölf bis 15 Prozent auf einen Rekordwert von 4,1 bis 4,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) soll um 20 bis 25 Prozent auf 400 bis 420 Millionen Euro steigen.
Unter der Bezeichnung "Claim 5" hatte Boss vor zwei Jahren unter Führung von Konzernchef Daniel Grieder den Umbau des ursprünglich für seine klassischen Herrenanzüge bekannten Modeausstatters gestartet. Inzwischen rühmt sich die schwäbische Firma mit ihren Marken Boss und Hugo, den Zeitgeist zu treffen und mit lässiger Herrenmode, aber auch Anzügen in waschbarer Qualität bei den jungen Generationen zu punkten.
Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 20 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro. Das Ebit stieg um 21 Prozent auf 121 Millionen Euro. Die Anleger blieben indes skeptisch: Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie notierte in einem insgesamt schwachen Markt mit 71,88 Euro rund 1,5 Prozent im Minus.
Händler sprachen auch von Gewinnmitnahmen. Die Aktie hat seit Jahresanfang gut 30 Prozent an Wert gewonnen.
Riesen-Kurssprung bei staatlichem Ex-Pleitekonzern Uniper
Alle Werte tief im Minus? Das gilt für den DAX. Ausgerechnet das Papier von Uniper, dem Energiekonzern, der in der Gas-Krise im vergangenen vom Staat mit Milliarden gerettet werden musste und dessen Aktionäre den Großteil ihres Kapitals verloren, legt heute einen Riesen-Kurssprung von fast 17 Prozent hin.
Nachdem der Konzern im vergangenen Jahr noch vor dem Ruin gestanden hatte, gab er nun bekannt, einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr eingefahren zu haben.
Hauptprofiteur der Entwicklung: der deutsche Staat, der seit der Rettungsaktion im vergangenen Jahr mehr als 99 Prozent der Uniper-Anteile besitzt. Aber auch die knapp 0,9 Prozent Minderheitsaktionäre können sich freuen.
DAX rauscht weiter nach unten - 16.000er-Marke gerissen
Die Hoffnung, der DAX könnte sich trotz des Abverkaufs über der 16.000-Punkte-Marke halten, erfüllt sich nicht. Aktuell notiert der deutsche Leitindex bei 15.987 Punkten, das Minus vergrößert sich auf 1,55 Prozent.
Alle DAX-Werte liegen aktuell im Minus, auch die die aktuell vergleichsweise gute Quartalsergebnisse vorgelegt haben. "Buy the rumours, sell the news", so ein Händler zu Titeln wie Hugo Boss, FMC oder Schaeffler. Hier würden die guten Zahlen offensichtlich zum Ausstieg genutzt.
Symrise erfüllt Erwartungen nicht
Von vergleichsweise schwachen Geschäftszahlen spricht ein Marktteilnehmer bei Symrise:
Das Unternehmen habe die Erwartungen nicht erfüllt, und auch die Marge sei noch stärker gesunken als befürchtet. Das organische Umsatzwachstum habe mit 5,5 Prozent weit unter dem Konsens von 6,7 Prozent gelegen, merkt Bernstein an.
Symrise fallen mit -3,2 Prozent stärker als der Gesamtmarkt.
CoBa: US-Schulden "auf nicht tragfähigem Kurs"
Die USA befinden sich nach Einschätzung der Commerzbank mit ihren Staatsschulden auf einem nicht tragfähigen Kurs. Die Ratingagentur Fitch habe bei ihrer Herabstufung auf die steigenden öffentlichen Defizite hingewiesen. Trotz Vollbeschäftigung geht das Haushaltsbüro des Kongresses für das Fiskaljahr 2023 von einem Fehlbetrag der Bundesregierung in Höhe von 5,8 Prozent des BIP aus. In den nächsten zehn Jahren ist hier auf Basis der aktuellen Gesetzeslage nicht mit Besserung zu rechnen.
"Kurzfristig dürfte die Herabstufung kaum Auswirkungen haben", erklären die beiden Commerzbank-Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz. "Mit Moody's stuft auch eine weitere große Ratingagentur die USA weiterhin mit der Bestnote AAA ein." Außerdem seien Treasuries unschlagbar in Sachen Liquidität und mit der Denominierung in der Weltleitwährung US-Dollar. "Dies ändert allerdings nichts daran, dass sich die US-Staatsverschuldung auf einem nicht tragfähigen Kurs befindet", befinden die beiden Ökonomen.
Arm will 70 Milliarden Dollar wert sein
Der britische Chip-Designer Arm strebt einem Medienbericht zufolge beim geplanten Börsengang eine Unternehmensbewertung von 60 bis 70 Milliarden Dollar an. Der Konzern, der zum japanischen Technologie-Investor Softbank gehört, könne ab Mitte September auf den Kurszetteln der Wall Street auftauchen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Im April hatte Arm bei den US-Aufsichtsbehörden vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang gestellt. Damaligen Aussagen von Insidern zufolge soll der Emissionserlös bei acht bis zehn Milliarden Dollar liegen. Dies wäre der weltweit bislang größte Börsengang des Jahres.
Arm, auf dessen Entwürfen praktisch sämtliche Smartphone-Chips basieren, verhandelt mit zahlreichen Halbleiter-Herstellern über einen Einstieg als Anker-Investor. Hierzu zählt einem Medienbericht auch der Grafikkarten-Spezialist NVidia. Dieser war 2022 an kartellrechtlichen Hürden gescheitert, Arm für 40 Milliarden Dollar komplett zu schlucken.
Nur eine einzige DAX-Aktie im Plus
Ein breiter Abverkauf drückt nahezu alle DAX-Werte mehr oder weniger deutlich ins Minus. "Die Geld-Seiten sind dünn, von daher gibt es kaum Unterstützung", so ein Marktteilnehmer. Immerhin habe die 16.000er Marke erst einmal gehalten, und das große Gap könnte die Talfahrt bremsen.
Im Plus liegen im DAX lediglich MTU, und hier fand der Abverkauf bereits in der vergangenen Woche statt.
Die rote Laterne an diesem tief-roten Handelsmorgen tragen Healthineers nach enttäuschenden Quartalszahlen mit einem Minus von 6,5 Prozent.
DAX sackt zur Eröffnung kräftig ab
Der DAX eröffnet den Handel mit einem dicken Minus. Zu Handelsbeginn notiert der Leitindex 1,4 Prozent tiefer nur noch knapp über 16.000 Punkten.
Für den MDAX der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,5 Prozent auf 28.150 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,2 Prozent auf 4353 Punkte.
Für schlechte Laune sorgen unter anderem enttäuschende Einkaufsmanagerindizes für die Industrie in China und den USA. Auch die Zahl der offenen Stellen jenseits des Atlantiks fiel im Juni auf das niedrigste Niveau seit über zwei Jahren. Hinzu kommt die Hiobsbotschaft, dass die Ratingagentur Fitch die Bonitätsbewertungen der USA von "AAA" auf "AA+" wegen der Verschlechterung der Haushaltslage senkte.
Händler sehen bei Schaeffler-Aktie Luft nach oben
Von einer positiven Überraschung sprechen Marktteilnehmer mit Blick auf Schaeffler. Die Prognosen für das Ebit und für den freien Cashflow hat der Autozulieferer angehoben. "Vor allem die Margen entwickeln sich deutlich besser als erwartet", heißt es. Noch verändert sich der Kurs nur wenig, das sollte sich im Verlauf aber ändern.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hatte sich zuvor nach nach einer spürbaren Erholung im zweiten Quartal optimistischer für die Ergebnisse im Gesamtjahr geäußert. Vom Umsatz dürften vor Zinsen, Steuern und Sonderposten nun sechs bis acht Prozent operativer Gewinn übrigbleiben, hieß es. Bisher hatte Chef Klaus Rosenfeld 5,5 bis 7,5 Prozent auf dem Zettel.
Britischer Rüstungskonzern BAE erwartet 2023 gute Geschäfte
Der britische Rüstungskonzern BAE Systems rechnet mit weltweit steigenden Rüstungsausgaben und schraubt seine Gewinnerwartung deutlich nach oben. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Gewinn je Aktie um zehn bis zwölf Prozent steigen, teilte der Hersteller von U-Booten, Kampfflugzeugen und Kampffahrzeugen mit.
Zuvor hatte das Unternehmen einen Anstieg von fünf bis sieben Prozent in Aussicht gestellt. Aufgrund des unsicheren geopolitischen Umfelds würden Regierungen mehr für militärische Ausrüstung ausgeben. Im ersten Halbjahr kletterte der bereinigte Gewinn je Aktie um 17 Prozent auf 29,6 Pence (0,34 Euro). Großbritanniens größter Rüstungskonzern profitiert deutlich von der hohen Nachfrage seiner Großkunden USA, Großbritannien, Saudi-Arabien und Australien.
Der Krieg in der Ukraine hat Rüstungsaktien ein eindrucksvolles Comeback verschafft.
Ölpreise steigen erneut auf dreimonatige Höchststände
Die Ölpreiselegen im frühen Handel zu und markieren damit wieder dreimonatige Höchststände. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 85,77 US-Dollar. Das waren 86 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg ähnlich stark auf 82,23 Dollar.
Auftrieb erhielten die Erdölpreise durch neue Lagerdaten aus den USA. Am Dienstagabend meldete das American Petroleum Institute (API) einen ungewöhnlich starken Rückgang der landesweiten Rohölbestände um 15,4 Millionen Barrel. Am Mittwochnachmittag veröffentlicht die Regierung ihre wöchentlichen Zahlen. Ein ähnlich hoher Rückgang wäre der größte seit Jahrzehnten.
Booster für Chinas lahmende Konjunktur: Peking beschließt Steuererleichterungen für Unternehmen
Mit einem Paket von Steuererleichterungen will die chinesische Regierung die unter den Corona-Nachwehen leidenden kleinen Unternehmen unterstützen. Betriebe mit einem monatlichen Umsatz von weniger als 100.000 Yuan (12.737 Euro) sollen für vier weitere Jahre von der Mehrwertsteuer befreit bleiben, wie das Finanzministerium ankündigt. Wer bislang einen Satz von drei Prozent auf steuerpflichtige Umsätze zahle, brauche künftig nur noch ein Prozent an den Fiskus abzuführen.
Auch die Finanzierung soll für kleinere Betriebe durch steuerliche Anreize erleichtert werden. Zinserträge aus Kleinstkrediten von Banken sollen ebenfalls bis Ende 2027 von der Mehrwertsteuer befreit werden. Sie sollen für Unternehmen mit einem Kreditvolumen von höchstens zehn Millionen Yuan gelten. Zudem werden Startups aus der Technologie-Branche gefördert: Unternehmen mit nicht mehr als 300 Mitarbeitern und einem Bruttovermögen und Jahresumsatz von jeweils höchstens 50 Millionen Yuan sollen demnach bis Ende 2027 ebenfalls in den Genuss steuerlicher Vergünstigungen kommen. Die Maßnahmen kommen einen Tag, nachdem Industrie- und Finanzministerium, Finanz- und Wertpapieraufsichtsbehörden sowie Zentralbank neue Hilfen für kleinere Unternehmen in Aussicht gestellt hatten. Peking erhofft sich davon neuen Schwung für die Konjunktur.
Gewinn 70 Prozent eingebrochen: Niedrige Stahlpreise machen Klöckner zu schaffen
Der Stahlhändler Klöckner & Co hat im zweiten Quartal weiterhin die geringen Stahlpreise zu spüren bekommen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schmolz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 72 Prozent auf 63 Millionen Euro zusammen.
Damit erwischte Klöckner gerade so seine eigene Prognosespanne von 60 bis 110 Millionen Euro. Der Umsatz ging um knapp ein Viertel auf 1,97 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich verdiente der Konzern 12 Millionen Euro nach 151 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Eurokurs legt nach Fitch-Abstufung der USA leicht zu
Der Euro hat leicht von der Bonitätsabstufung der USA durch die Ratingagentur Fitch profitiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,0995 US-Dollar und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0970 Dollar festgelegt.
Euro / DollarIn der Nacht auf Mittwoch entzog die große Ratingagentur Fitch den USA die Top-Bewertung. Ähnlich wie die Bonitätsprüfer von S&P, die den Schritt 2011 vollzogen hatten, nannte die Agentur unter anderem den wiederkehrenden politischen Streit über die gesetzliche Schuldengrenze als Grund für die Abstufung.
Die Auswirkungen an den Finanzmärkten waren zunächst begrenzt: Der US-Dollar geriet zu anderen Währungen leicht unter Druck, amerikanische Staatsanleihen reagierten kaum auf die Abstufung. Hintergrund ist: Die USA verfügen über einen riesigen Finanzmarkt, für den es nur wenige Alternativen gibt.
Händler: Prognose dürfte Hugo-Boss-Kurs stützen
Die Anhebung der Prognose für dieses Jahr sollte Hugo Boss stützen, sagt ein Marktteilnehmer. Das Unternehmen rechnet mit einem EBIT-Anstieg um 20 bis 25 Prozent statt um 10 bis 20 Prozent. "Das Unternehmen zeigt sich sehr optimistisch, und das sollte sich auch im Kurs positiv niederschlagen", so der Marktteilnehmer.
DAX zur Eröffnung niedriger erwartet
Heute wird der DAX den Schätzungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Vortag hatte er 1,3 Prozent tiefer bei 16.240,40 Punkten geschlossen.
Für schlechte Laune sorgten unter anderem enttäuschende Einkaufsmanagerindizes für die Industrie in China und den USA. Auch die Zahl der offenen Stellen jenseits des Atlantiks fiel im Juni auf das niedrigste Niveau seit über zwei Jahren. Hinzu kam die Hiobsbotschaft, dass die Ratingagentur Fitch die Bonitätsbewertungen der USA von "AAA" auf "AA+" wegen der Verschlechterung der Haushaltslage senkte.
Heute legt der Personaldienstleister ADP seine monatliche Umfrage zu den in der US-Privatwirtschaft entstandenen Jobs vor. Experten erwarten, dass im Juli unter dem Strich 189.000 Stellen entstanden sein dürften - nach 497.000 in der Umfrage vom Juni. Eine solche Abkühlung des heiß gelaufenen Arbeitsmarkts könnte als Vorzeichen für den am Freitag anstehenden Job-Bericht der US-Regierung gewertet werden. Bei den Unternehmen stehen die Bilanzen großer Gesundheitskonzerne im Blick. So veröffentlichen das Konglomerat Fresenius und seine Dialystetochter FMC ihre Ergebnisse für das zweite Quartal. Auch die Medizintechnik-Tochter von Siemens, Siemens Healthineers, öffnete ihre Bücher: Lieferschwierigkeiten bei der US-Krebsmedizin-Tochter Varian verursachten Bremsspuren.
Lieferprobleme bremsen Siemens Healthineers
Lieferschwierigkeiten bei der US-Krebsmedizin-Tochter Varian verursachen bei Siemens Healthineers Bremsspuren.
"Vorübergehende Herausforderungen bei der Auslieferungslogistik" hätten im dritten Quartal zu einem Gewinneinbruch bei Varian um fast ein Drittel geführt, teilte die Medizintechnik-Tochter von Siemens mit. Für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 sei bei Varian daher nur noch mit einer bereinigten operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 14 bis 15 (bisher 16 bis 18) Prozent zu rechnen.
Beim Dialysekonzern FMC wächst die Zuversicht für 2023
Der Dialysekonzern FMC grenzt nach Zuwächsen im zweiten Quartal seine Ergebnisprognose ein. Für dieses Jahr rechnet FMC nun mit einem stabilen bereinigten operativen Ergebnis bis hin zu einem Rückgang im bis zu niedrigen einstelligen Prozentbereich, wie das Unternehmen mitteilt.
Bisher war schlimmstenfalls ein Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet worden nach einem operativen Ergebnis von 1,54 Milliarden Euro 2022. Beim Umsatz erwartet FMC währungsbereinigt weiter ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Starbucks steigert Gewinn überproportional
Starbucks hat im dritten Geschäftsquartal den Umsatz deutlich gesteigert, ist aber unter Analystenerwartungen geblieben. Im dritten Geschäftsquartal (per 2. Juli) steigerte Starbucks den Umsatz um 13 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Die Konsenserwartungen der Analysten hatten sich auf 9,3 Milliarden Dollar belaufen. Das Umsatzplus profitierte laut Unternehmen auch von Preiserhöhungen.
Der Nettogewinn stieg mit plus 25 Prozent überproportional zum Umsatz, wurde aber laut Mitteilung der US-Kaffeehauskette durch Lohnerhöhungen und Investitionen in ihre Cafes geschmälert. Unerm Strich verdiente der Konzern 1,14 Milliarden Dollar. Damit lag der gewinn je Aktie unter Berücksichtigung von Einmaleffekten bei 1 Dollar und übertraf die von Analysten im Factset-Konsens geschätzten 95 Cent je Aktie. Der Konzern mit Sitz in Seattle bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr, er rechne damit, beim Gewinnwachstum das obere Ende der Zielspanne zu erreichen.
Fresenius schlägt sich besser als erwartet
Die Geschäfte beim lange krisengeschüttelten Fresenius-Konzern haben sich auch im zweiten Quartal weiter erholt. In seinem Klinikgeschäft konnte Deutschlands größter Krankenhausbetreiber zulegen, und auch die auf Nachahmerarzneien und klinische Ernährung spezialisierte Tochter Kabi kam weiter voran, wie das Dax-Unternehmen mitteilt. Beide Geschäftsbereiche hätten die Erlöse stärker gesteigert als vom Management erwartet, hieß es. Der gesamte Konzernumsatz kletterte in den drei Monaten bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 10,4 Millionen Euro.
FreseniusDabei kam der Konzern nach eigenen Angaben auch mit seinem Umbau weiter voran. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) ging zwar um 5 Prozent auf 956 Millionen Euro zurück, Analysten hatten allerdings weniger erwartet. Auch der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) kam weitaus besser als gedacht durch das Quartal und ist daher nicht mehr ganz so pessimistisch für das Jahr.
Ausblick für KI-Chip überstrahlt schwache Zahlen von AMD
Die Aussicht auf einen Absatzboom beim neuen KI-Spezialchip von AMD hat die enttäuschenden Zahlen des Halbleiter-Konzerns am Vorabend in den Hintergrund gedrängt.
"Unsere KI-Aufträge haben sich im Quartal mehr als versiebenfacht", sagte Firmenchefin Lisa Su. Das Unternehmen mache große Fortschritte beim Ausbau der Produktion des Prozessors MI300, der auf die komplizierten Berechnungen für den Betrieb Künstlicher Intelligenzen (KI) zugeschnitten ist. Dies verhalf der AMD-Aktie im nachbörslichen US-Geschäft zu einem Kurssprung von mehr als sechs Prozent.
Im abgelaufenen Quartal litt AMD allerdings unter der allgemeinen Absatzschwäche bei PCs. Der Konzernumsatz schrumpfte um 18 Prozent auf 5,359 Milliarden Dollar, und der Reingewinn brach überraschend deutlich um 94 Prozent auf 27 Millionen Dollar ein.
Kurssprung bei AMD: "Bilderbuch-Aufwärtstrend in den Nasdaq-Indizes intakt"
Technologietitel dürften ihre Relative Stärke heute behaupten. Händler verweisen auf die Zahlen von AMD. Der Chiphersteller hat die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Nachbörslich zog der Kurs kräftig an. "Noch ist der Bilderbuch-Aufwärtstrend in den Nasdaq-Indizes intakt", so ein Marktteilnehmer. Und auch in den europäischen Techs sei gemessen an ihrem Stoxx-Branchen-Index noch keine Umkehr zu erkennen.
Börsen in Fernost droht höchster Absturz seit einem Monat
An den asiatischen Aktienbörsen herrscht heute Katerstimmung, die Indizes fallen zum Teil recht üppig. Es droht der höchste Absturz seit rund einem Monat. Nachdem zuletzt immer deutlicher geworden ist, dass China als Konjunkturlokomotive der lahmenden Weltwirtschaft kaum in Frage kommt, hatten die Hoffnungen auf den USA geruht. Doch nun hat Fitch den USA die Spitzenbonität "AAA" entzogen, womit die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten von den drei relevanten Ratingagenturen nur noch von Moody's mit dem Spitzenwert eingestuft wird. Händler betonen zwar, dass der Schritt nicht ganz unerwartet komme und zudem keine unmittelbaren ökonomischen Auswirkungen nach sich ziehe, gleichwohl sei es ein Stimmungsdämpfer. Einige Marktteilnehmer sprechen daher von einem willkommenen Anlass, Gewinne einzustreichen.
An den chinesischen Börsen in Hongkong und Schanghai sinken die Leitindizes um 2,0 bzw. 0,8 Prozent. Jüngste Maßnahmen zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur bewirkten keinen Stimmungsumschwung. Belastet wird der chinesische Markt von Titeln der Branchen Bankenwesen und Telekommunikation.
In Japan gibt der Nikkei-225 um 2 Prozent nach - belastet von Konjunktursorgen. Nicht gut kommen die Erstquartalszahlen von Nomura Holdings an, der Kurs stürzt um 8,3 Prozent ab. Der südkoreanische Kospi büßt mit 1,8 Prozent in ähnlicher Größenordnung ein. Vor allem institutionelle Investoren trennen sich von Aktien.
Fitch entzieht den USA das Toprating für die Bonität
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft, wenige Wochen, nachdem die US-Regierung im jüngsten Schuldenstreit an den Rand eines historischen Zahlungsausfalls geraten war. Fitch Ratings hatte das AAA-Rating der USA wegen des politischen Streits in Washington im Mai auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Herabstufung gesetzt und nach der Einigung der Parteien dort belassen. Nun hat die Agentur das langfristige Emittentenausfallrating der USA von AAA auf AA+ gesenkt, um der erwarteten finanziellen Verschlechterung der Haushaltslage in den kommenden Jahren und der wachsenden Schuldenlast der Regierung Rechnung zu tragen.
Dies ist die erste Herabstufung der USA durch eine große Ratingagentur seit mehr als zehn Jahren. Sie unterstreicht die Bedeutung, die das politische Drama in Washington in diesem Frühjahr für den wichtigen globalen Markt für US-Staatsanleihen mit einem Volumen von 20 Billionen US-Dollar hat.
Das wird heute wichtig für den DAX
Der DAX hat seiner jüngsten Rekordjagd Tribut gezollt. Nach den Hochs des deutschen Leitindex und anderer Börsenbarometer kam es am Vortag zu Gewinnmitnahmen. Nach einem schwachen Start weitete der DAX sein Minus aus und schloss 1,2 Prozent schwächer bei 16.240 Punkten.
Und heute?
Der Personaldienstleister ADP legt seine monatliche Umfrage zu den in der US-Privatwirtschaft entstandenen Jobs vor. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten erwarten, dass im Juli unter dem Strich 189.000 Stellen entstanden sein dürften - nach 497.000 in der Umfrage vom Juni. Eine solche Abkühlung des heiß gelaufenen Arbeitsmarkts kann als Vorzeichen für den am Freitag anstehenden Job-Bericht der US-Regierung gewertet werden.
Der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialystetochter FMC veröffentlichen ihre Bilanz zum zweiten Quartal. Für 2023 erwartet Fresenius bisher, dass das bereinigte operative Ergebnis währungsbereinigt bestenfalls stabil bleibt, im schlechtesten Fall aber um einen hohen einstelligen Prozentsatz schrumpft. Der Umsatz soll aus eigener Kraft im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das Unternehmen treibt derzeit die Loslösung von FMC voran, da sich der Dialysespezialist zuletzt immer mehr zum Bremsklotz für Fresenius entwickelt hatte.
Siemens Healthineers, die Medizintechnik-Tochter von Siemens, will mit der Vorlage der Geschäftszahlen zum dritten Quartal 2022/23 zurück zur Normalität zurückkehren. Der Umbau im Diagnostik-Geschäft und die millionenschwere Abschreibung auf den Operationsroboter-Spezialisten Corindus hatten Siemens Healthineers im zweiten Quartal aus dem Tritt gebracht. Die Aktie hat sich vom Einbruch im Mai bisher nicht erholt. Analysten erwarten, dass der Umsatz im Gesamtjahr (per Ende September) angesichts des Wegfalls der Coronatests - wie erwartet - auf der Stelle tritt. Das angepeilte Ergebnis von 2 Euro je Aktie, das schon am unteren Rand der ursprünglich ausgegeben Spanne liegt, könnte Siemens Healthineers nach ihren Schätzungen sogar knapp verfehlen.
Und so lief es am Vortag an der Wall Street:
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