Keine Eile bei weiteren Fed-Zinserhöhungen
Die US-Notenbank Fed hat nach Worten des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams keine Eile bei weiteren Zinserhöhungen. Die Währungshüter hätten Zeit, die wirtschaftlichen Daten abzuwägen, bevor sie über den nächsten Schritt entschieden, sagte Williams. "Mit den geldpolitischen Maßnahmen, die wir auf unserer September-Sitzung ergriffen haben, besteht keine Notwendigkeit zur Eile." Dennoch sei eine weitere Anhebung vor Jahresende wahrscheinlich angemessen, um die Inflation wieder in Richtung des Ziels von zwei Prozent zu drücken.
An den Finanzmärkten sanken daraufhin am Dienstag die Erwartungen an eine Zinserhöhung auf der kommenden Fed-Sitzung Ende Oktober von fast 70 auf nur noch rund 50 Prozent. Die Notenbank hatte ihren Leitzins im September um einen Viertelprozentpunkt auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Damit kämpft die Fed gegen eine Teuerungsrate, die seit mehr als einem halben Jahrzehnt über dem Zielwert liegt.
Nasa-Mondmissionen: SpaceX mit Problemen
Ein Triebwerksausfall beim 14. unbemannten Testflug der SpaceX-Rakete Starship könnte den Zeitplan der US-Raumfahrtbehörde Nasa für künftige Mondmissionen gefährden. Zwar erreichte das Raumschiff bei dem Start im Bundesstaat Texas die Erdumlaufbahn und setzte erstmals kommerzielle Satelliten aus, die Mission musste jedoch wegen des Defekts um mehrere Stunden verkürzt werden. Nach der Trennung von der unteren Raketenstufe hatte sich eines der drei Haupttriebwerke vom Typ Raptor unerwartet abgeschaltet.
Wie stark der Vorfall die Entwicklung zurückwirft, hängt Experten zufolge von der Fehlerursache ab. Es müsse geklärt werden, ob es sich um das einmalige Versagen eines Einzelteils oder um ein grundlegendes Konstruktionsproblem handele, sagte der Raumfahrt-Ingenieur Dean Sladen vom Unternehmen Accu Components. "Der eigentliche Druck ist der Mond. Die Nasa braucht Starship für Artemis III." Diese Testmission in der Erdumlaufbahn ist für Sommer 2027 geplant, bevor 2028 erstmals seit 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen sollen.
KI-Optimismus treibt Asien-Börsen
Steigende Anleiherenditen und Inflationssorgen belasten die globalen Anleihemärkte am Mittwoch belastet, während sich die Aktienmärkte weitgehend widerstandsfähig zeigen. Hintergrund sind Sorgen über die Staatsfinanzen, ein hohes Angebot an Neuemissionen und eine steigende Inflation, angeheizt durch hohe Energiekosten infolge des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen halten sich in der Nähe eines 17-Jahres-Hochs. Die Aktienmärkte profitieren hingegen von guten Unternehmensgewinnen und dem anhaltenden Optimismus rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Die Börsen in Asien legen zu: Der japanische Nikkei-Index steigt 1,3 Prozent auf 66.318 Punkte, der Shanghai Composite gewinnz 0,3 Prozent.
September wird teuerster Tankmonat
Der September wird der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das steht schon vor Ende des Monats fest, wie aus Daten des ADAC hervorgeht, die die dpa ausgewertet hat. Selbst wenn Benzin und Diesel am letzten Tag des Monats verschenkt würden, bliebe der Monatsdurchschnitt über den bisherigen Rekorden aus dem August beziehungsweise April.
Bleibt der Preis im Monatsendspurt innerhalb normaler Muster, ist für Superbenzin der Sorte E10 ein Preis im Bereich um 2,27 Euro zu erwarten, für Diesel ein Preis im Bereich um 2,38 bis 2,39 Euro. Die bisherigen Rekordwerte liegen laut ADAC für E10 bei 2,145 Euro, für Diesel bei 2,263 - also jeweils um mehr als 10 Cent niedriger.
Treiber der hohen Preise ist vor allem der Iran-Krieg, durch den der Ölexport aus der Golf-Region massiv eingeschränkt ist. Daneben spielt aber auch ein Mangel an Raffineriekapazitäten eine Rolle.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt verliert der Dollar 0,5 Prozent auf 156,50 Yen. Zum chinesischen Yuan legt er leicht auf 6,7045 Yuan zu. Der Euro notiert fast unverändert bei 1,1337 Dollar und zieht zum Franken leicht auf 0,9452 Franken an.
Wenn die Preise explodieren …
Der Dax gibt sich minimalistisch: Der deutsche Börsenleitindex wetzte das 0,1-Prozent-Minus vom Wochenstart im gestrigen Handel aus und legte 0,1 Prozent auf 25.399 Punkte zu. Dennoch wartet auf das Börsenbarometer im September ein deutliches Monatsminus, was wiederum die Regel bestätigt, dass der September der statistisch betrachtet schwächste Börsenmonat des Jahres ist. Die Gründe für die maue Bilanz in diesem Jahr: Ein Ölpreis, der sich weiterhin um die 105-Dollar-Marke bewegt, zehnjährige US-Staatsanleihen mit Renditen jenseits der Fünf-Prozent-Marke und über allem thronen die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen dem Iran und den USA.
Die rekordhohen Preise für Diesel und Benzin dürften auch die deutsche Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren katapultieren. Klarheit bringen die vorläufigen Verbraucherpreisdaten des Statistischen Bundesamtes. Experten erwarten eine Jahresteuerungsrate von 3,1 Prozent, nach 2,9 Prozent im August.
Unternehmensseitig rückt der Autosektor in den Vordergrund, denn Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat treffen sich in Hannover zu einem Überprüfungsgespräch über den Zukunftstarifvertrag von 2024. Damals wurde der Abbau von 35.000 Stellen beschlossen. Zugleich sagte VW Modelle für die erneut gefährdeten Werke Emden, Zwickau und Hannover zu. Die IG Metall hat den Austausch angestoßen, um auf die Einhaltung der Investitions- und Produktzusagen zu pochen. Auch das Unternehmen will die Überprüfung.
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