Bericht: Blackrock-Manager als neuer Fed-Chef im Gespräch
US-Präsident Donald Trump zieht einem Medienbericht zufolge einen weiteren Kandidaten für die Nachfolge des im Mai aus dem Amt scheidenden Notenbankchef Jerome Powell in Betracht. Blackrock-Manager Rick Rieder werde für den Posten gehandelt, berichtete der Sender Fox Business am Montag unter Berufung auf Insider. Demnach werde der Investmentchef für globale Anleihen des weltgrößten Vermögensverwalters am Donnerstag im Weißen Haus erwartet. An den Gesprächen sollen neben Trump auch Stabschefin Susie Wiles, Finanzminister Scott Bessent und der stellvertretende Stabschef Dan Scavino teilnehmen.
Dem Bericht zufolge handelt es sich um das vierte und letzte Gespräch mit einem Kandidaten für die Nachfolge von Powell, dessen Amtszeit am 15. Mai endet. Zu den weiteren Finalisten gehören demnach der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, und Fed-Gouverneur Christopher Waller. Trump will seine Entscheidung den Angaben nach noch im Januar bekanntgeben.
Interessenten für Indien-Geschäft der Deutschen Bank
Die Deutsche Bank hat einem Agenturbericht zufolge zwei Interessenten für zum Verkauf gestellte Geschäfte in Indien gefunden. Die Kotak Mahindra Bank und die Federal Bank hätten ihre Fühler nach den Geschäften mit einem Buchwert von rund 2,5 Milliarden Euro ausgestreckt, berichtete Bloomberg. Die Deutsche Bank wollte die Angaben nicht kommentieren. Die Deutsche Bank sammle Angebote für Aktivitäten in Indien ein, hatten Insider im vergangenen Jahr gesagt. In dem Land verfügt die Deutsche Bank über 17 Filialen.
Die Deutsche Bank ist seit über 40 Jahren in Indien aktiv. Trotz einer steigenden Zahl reicher Menschen in dem Land fällt es ausländischen Banken angesichts erbitterter Konkurrenz durch heimische Institute und regulatorischer Hürden schwer, neue Kunden zu finden. Einige ausländische Institute hatten bereits Geschäfte in Indien verkauft.
Mercedes-Benz hat ein dickes China-Problem
Mercedes-Benz hat wegen der anhaltenden Absatzflaute in China auch im vierten Quartal weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Wie der Autohersteller mitteilte, wurden im Schlussquartal im Autogeschäft Cars weltweit 459.400 Fahrzeuge verkauft, ein Rückgang um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Insgesamt haben Zölle und das wettbewerbsintensive Marktumfeld den Absatz beeinflusst", heißt es in der Mitteilung. Gegenüber dem dritten Quartal stieg der Absatz um vier Prozent. Im Gesamtjahr 2025 wurden 1,80 Millionen Fahrzeuge verkauft, ein Rückgang um neun Prozent.
Nach Ländern wurden in China im vierten Quartal bei Cars 22 Prozent weniger Pkw (133.600) abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. In den USA sackte der Absatz ähnlich stark um 19 Prozent auf 71.900 Einheiten ab. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland wurde der Absatz in den drei Monaten mit 63.500 Fahrzeugen stabil gehalten. Der Verkauf von Elektroautos entwickelte sich im Quartal positiv: So wurden 50.400 rein batterieelektrische Pkw verkauft, ein Plus um drei Prozent zum Vorjahresquartal.
CEO-Abschied belastet Heineken-Aktie
Für die Aktie von Heineken geht es mit der Nachricht, dass der Konzernchef geht, um 4,7 Prozent nach unten. Für die Analysten der RBC kommt dieser Schritt nicht überraschend. CEO Dolf van den Brink trat mit hohen Erwartungen an, doch Heineken konnte diese nicht erfüllen. Seit seiner Ernennung am 1. Juni 2020 habe Heineken eine Gesamtrendite für Aktionäre (Total Shareholder Return, TSR) von minus neun Prozent erzielt und damit deutlich schlechter abgeschnitten als die Wettbewerber Anheuser-Busch Inbev und Carlsberg. Die Kollegen bei Jefferies erwarten keine wesentliche Änderung der Strategie; der neue CEO werde sich auf eine "disziplinierte Umsetzung" dieser konzentrieren.
Volkswagen-Absatz schwächelt zum Jahresende
Volkswagen hat zum Jahresende einen Absatzrückgang verzeichnet. Insgesamt setzte das Dax-Unternehmen im vierten Quartal weltweit knapp 2,38 Millionen Autos ab, das sind 4,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist, zitierte Reuters online zugänglichen Daten der Wolfsburger. Dabei lief es insbesondere in Nordamerika und China schwächer, wo der Absatz jeweils um 17,4 Prozent schrumpfte. In Westeuropa legten die Verkäufe dagegen um 5,6 Prozent zu auf 879.800 Fahrzeuge, in Osteuropa ging es um 5,9 Prozent aufwärts auf 151.800 Autos. Im Gesamtjahr lag der Absatz mit 8,98 Millionen Autos weltweit um 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr.
Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert ist der europäische Geldmarkt in die neue Woche gestartet. Im Fokus steht die erneute Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, auch wenn diese keinen unmittelbaren Einfluss auf den hiesigen Geldmarkt nach sich zieht. Die US-Notenbank hat nach Angaben ihres Chefs Jerome Powell eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten. Dabei gehe es um den 2,5 Milliarden Dollar teuren Umbau der Fed-Zentrale in Washington. Powell bezeichnet die Maßnahme allerdings als Vorwand. Tatsächlich gehe es darum, den Druck auf ihn zu erhöhen, die Leitzinsen zu senken.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,80 - 2,10 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,80 - 2,10 (1,90 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,84 - 2,21 (1,94 - 2,12), 3-Monats-Geld: 1,93 - 2,28 (2,03 - 2,21), 6-Monats-Geld: 1,99 - 2,34 (2,07 - 2,27), 12-Monats-Geld: 2,07 - 2,42 (2,18 - 2,33), Euribors: 09.07. 08.01. 3 Monate: 2,0190 2,0310, 6 Monate: 2,1160 2,1140, 12 Monate: 2,2510 2,2470
Biontech mit Krebsmedikamenten in entscheidender Phase
Biontech treibt die Entwicklung seiner Medikamenten-Pipeline gegen Krebs voran und will sich unabhängiger vom Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen machen. Im laufenden Jahr erwartet das Mainzer Biotechunternehmen Daten aus sieben Studien in einer späten Entwicklungsphase. Fünf davon seien potenziell zulassungsrelevant, teilte das Unternehmen vor einer Präsentation auf der JP Morgan Healthcare-Konferenz in San Francisco mit.
Finanziell ist das Unternehmen für die kostspielige Forschung gut gerüstet. Zum 31. Dezember 2025 verfügte Biontech nach eigenen Angaben über rund 17,2 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln und Wertpapieren. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern jedoch mit einem moderaten Rückgang der Umsätze mit dem Covid-19-Impfstoff Comirnaty. Umsätze aus dem Verkauf von Onkologieprodukten werden für 2026 noch nicht erwartet.
Qiagen bekräftigt Milliardenziel
Qiagen will mit seinen fünf zentralen Wachstumsträgern bis 2028 unverändert einen Umsatz von mindestens zwei Milliarden US-Dollar erzielen. Dazu sollen auch neue Produkte und die jüngste Übernahme der US-Biotechfirma Parse Biosciences beitragen, wie der Diagnostikkonzern mitteilte. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz des Konzerns lag 2024 bei knapp 1,98 Milliarden Dollar und sollte im vergangenen Jahr zu konstanten Wechselkursen um vier bis fünf Prozent zulegen.
Was Trumps Fed-Angriff für Anleger bedeutet
US-Präsident Trump erhöht den Druck auf Jerome Powell und macht keinen Hehl daraus, ihn als Fed-Chef absägen zu wollen. Das wäre nicht Trumps erster direkter Eingriff in die Wirtschaftsordnung. Martin Lück von Macro Monkey erklärt, was das für Anleger bedeutet.
Dax setzt Rekordjagd fort
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat auch zu Wochenbeginn wieder neue Höhen erklommen. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 0,3 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 25.329 Punkte. Der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 5988 Stellen. Der Euro lag 0,4 Prozent fester bei 1,1682 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI notierten nahezu unverändert.
Börse 2026: Die besten Strategien für Anleger
Das Börsenjahr 2026 hat mit neuen Rekordständen begonnen - trotz geopolitischer Spannungen wie dem US-Angriff auf Venezuela. Sowohl die Wall Street als auch die europäischen Märkte zeigen sich bislang erstaunlich robust. Doch ist dieser starke Start wirklich ein verlässliches Signal für den weiteren Jahresverlauf? Oder trügt die Ruhe vor möglichen Turbulenzen? Klar ist: Zinspolitik, Inflation, Konjunktur und der Megatrend KI dürften die Kapitalmärkte 2026 maßgeblich prägen. Gleichzeitig wächst das Risiko von Rückschlägen - sei es durch geopolitische Eskalationen, geldpolitische Überraschungen oder überzogene Bewertungen. Über Chancen und Risiken an den Märkten, über KI als Wachstumstreiber und über sinnvolle Anlagestrategien für Privatanleger diskutiert Friedhelm Tilgen mit seinen Gästen Anja Schneider (Société Générale) und Michael Flender (Goldesel.de).
Biotech-Aktie geht durch die Decke
Die Aussicht auf eine milliardenschwere Übernahme treibt Abivax an. Die Aktien der französischen Biotech-Firma springen in Paris in der Spitze mehr als 30 Prozent nach oben. Zuvor hatte die Zeitung "La Lettre" berichtet, der US-Pharmariese Eli Lilly sei weiter an einer Übernahme von Abivax interessiert und bereit, 15 Milliarden Euro zu zahlen. Eine Stellungnahme von Abivax lag zunächst nicht vor. Für Abivax war es der größte Kurssprung seit dem 23. Juli 2025. Damals war die Aktie nach positiven Ergebnissen einer Spätphasen-Studie für das Medikament Obefazimod um mehr als 500 Prozent gestiegen. Der Wirkstoff wird zur Behandlung der Darmerkrankung Colitis ulcerosa eingesetzt.
Chipfirma OmniVision mit starkem Börsendebüt in Hongkong
Beim Hongkonger Börsendebüt von OmniVision haben Anleger beherzt zugegriffen. Die Aktien des chinesischen Halbleiter-Herstellers schlossen auf ihrem Tageshoch von 121,80 Hongkong-Dollar, gut 16 Prozent über dem Ausgabepreis von 104,80 Hongkong-Dollar. Im Rahmen dieser Zweitnotiz sammelte der weltweit drittgrößte Anbieter optischer Sensoren 4,8 Milliarden Hongkong-Dollar (527 Millionen Euro) bei Investoren ein. Die Papiere von OmniVision werden bereits seit 2017 an der Börse Shanghai gehandelt. Diese Titel legten 1,6 Prozent zu.
Das Unternehmen will nach eigenen Angaben 70 Prozent der Einnahmen aus der Zweitnotiz in Forschung und Entwicklung stecken. Der Rest sei unter anderem zur Finanzierung internationalen Wachstums und für Übernahmen vorgesehen.
Sentix-Konjunkturindex für Deutschland legt zu
Die Meinung von Investoren zur deutschen Wirtschaft hat sich im Januar etwas verbessert, was besonders die Wachstumserwartungen betraf. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex stieg nach zwei Rückgängen in Folge wieder etwas, und zwar auf minus 16,4 (Vormonat: minus 22,7) Punkte. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 36,0 (minus 41,8) Punkte und der Index der Erwartungen auf plus 5,5 (minus 1,3) Punkte. "Zum Jahresauftakt zeigt sich in Deutschland eine signifikante Verbesserung der konjunkturellen Stimmung", konstatiert Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy, ohne dafür einen Grund nennen zu können.
Der Sentix-Konjunkturindex des Euroraums steigt auf minus 1,8 (minus 6,2) Punkte, wobei der Lageindex auf minus 13,0 (minus 16,5) Punkte anzieht und der Erwartungsindex auf plus 10,0 (plus 4,8) Punkte.
"Das Ergebnis ist mit USA Top, Deutschland jetzt etwas mehr als Flop zusammenzufassen", meinte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Den USA haben Zölle und Shutdown wenig anhaben können. Da Mengenreaktionen wegen des Zollschocks erst noch anstehen, bleibt das globale Konjunkturgebilde fragil."
Trump-Aussage setzt Bankaktie kräftig zu
Für die Aktie von Barclays geht es um vier Prozent nach unten. Laut Marktstratege Neil Wilson von Saxomarkets belastet durch US-Präsident Donald Trump, der eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von zehn Prozent angekündigt hat. Dies sei ein weiterer Eingriff in die US-Wirtschaft, während Trump bereits die Zwischenwahlen im Laufe dieses Jahres im Blick habe. Die Maßnahme dürfte auch negativ für Visa, Mastercard, Capital One und American Express sein.
Uniper bezieht Ammoniak aus Indien
Uniper hat in Indien einen Abnahmevertrag für jährlich bis zu 500.000 Tonnen Ammoniak unterzeichnet. Partner sei das Unternehmen AM Green, teilte der Energiekonzern mit. Der Vertrag sei in Ahmedabad in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz und des indischen Premierministers Narendra Modi unterzeichnet worden. Die erste Lieferung könne 2028 erfolgen. Für Uniper sei die Vereinbarung ein bedeutender Schritt vorwärts bei der Entwicklung eines breit angelegten Portfolios an erneuerbaren und CO2-armen Molekülen für europäische Kunden. Als Rohstoff- und potenzieller Wasserstoffträger werde erneuerbares Ammoniak dazu beitragen, Industriezweige wie Chemie, Düngemittel, Raffinerien und perspektivisch auch die Schifffahrt zu dekarbonisieren.
Apple räumt ab
Der Verkaufserfolg des iPhone 17 hat Apple einer Studie zufolge 2025 den Spitzenplatz unter den Smartphone-Anbietern gesichert. Der US-Konzern komme weltweit auf einen Marktanteil von 20 Prozent, ergab eine Erhebung des Analysehauses Counterpoint. Apple habe dabei vor allem von einer soliden Nachfrage in kleineren Märkten und in Schwellenländern profitiert. Samsung folge mit einem Anteil von 19 Prozent. Xiaomi erreiche mit 13 Prozent Platz drei. Auch bei den Produkten dieser beiden Unternehmen hätten Kunden aus Schwellenländern verstärkt zugegriffen.
"Historisch beispiellos"
Der Dax startet nur gering verändert in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.250 Punkten, nachdem er am Freitag erst mit 25.282 Zählern ein Allzeithoch markiert und dann mit 25.262 Punkten geschlossen hatte. Der Dax hat an allen Handelstagen des noch jungen Börsenjahres Gewinne eingefahren.
"Die Aktienmärkte bleiben relativ gelassen, in Asien klettern die Kurse, der S&P-Future deutet allerdings auf eine schwächere Eröffnung der Wall Street hin", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf und verweist auf Klagedrohungen der US-Regierung in Richtung Fed-Chef Jerome Powell. Das sei "historisch beispiellos", so Marggraf weiter. "Der Dollar reagiert darauf und fällt. Dagegen wird Gold als vermeintlich sicherer Hafen von den Investoren gesucht."
Anleger sind heiß auf Gold
Der Goldpreis klettert auf ein frisches Allzeithoch. Anleger flüchten angesichts der zunehmenden geopolitischen Unsicherheit und der Ermittlungen gegen US-Notenbankchef Jerome Powell in als sicher geltende Anlagen. In der Spitze kostet die Feinunze erstmals mehr als 4600 Dollar. Zuletzt notiert Gold mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent bei 4579 Dollar.
"Die Ereignisse im Iran und eine mögliche Verwicklung der USA sowie die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Fed-Chef haben die US-Futures ins Minus gedreht", sagt Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. "Das war grünes Licht für einen Gold-Anstieg." Auch andere Edelmetalle legen zu. Der Preis für Silber steigt um 5,4 Prozent auf 83,26 Dollar je Feinunze, nachdem er zuvor mit 84,58 Dollar ebenfalls einen Rekordwert erreicht hatte. "Wenn die Lage so bleibt, dürfte der Silberpreis bald in Richtung 90 Dollar je Unze steigen", sagt Soni Kumari, Rohstoffstrategin bei der ANZ Bank. Platin verteuert sich um 3,5 Prozent auf 2351 Dollar, Palladium gewinnt 2,8 Prozent auf 1865 Dollar.
Ölpreise legen zu
Am Rohstoffmarkt legen die Ölpreise zunächst weiter zu. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 63,50 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,3 Prozent fester bei 59,28 Dollar. Gestützt werden die Preise von den Unruhen im Iran.
Anleger reiten KI-Chip-Welle
Einen freundlichen Start in die neue Woche erleben die Aktienmärkte in Ostasien. Für Kauflaune sorgt eine gute Vorgabe der Wall Street vom Freitag. In Tokio ruht der Handel wegen eines nationalen Feiertags. In Seoul legt der Kospi um 0,8 Prozent zu und ist damit auf dem Weg zu einem erneuten Allzeithoch. In Shanghai geht es um 0,7 Prozent nach oben, in Hongkong um 0,9 Prozent. Der Aktienhandel in Sydney ist bereits beendet, dort stand am Ende des Handels ein Plus von 0,5 Prozent.
Zu den Favoriten gehören wie bereits in der jüngsten Vergangenheit Technologieaktien mit der intakten KI-Fantasie und der hohen Nachfrage nach Chips. Zuletzt untermauerten dies am Freitag starke Zahlen von TSMC. Im Chipsektor verbessern sich TSMC in Taipeh um 1,2 Prozent, in Seoul legen SK Hynix um 0,5 Prozent zu.
Allenfalls leicht bremsend wirkt dabei, dass die Futures auf die US-Aktienindizes deutlich im Minus liegen und auf einen schwächeren Start an der Wall Street hindeuten. Hintergrund ist, dass die US-Regierung eine erneute Attacke auf die Unabhängigkeit der Notenbank reitet. Die US-Notenbank hat nach Angaben ihres Chefs Jerome Powell eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten. Dabei gehe es um den 2,5 Milliarden Dollar teuren Umbau der Fed-Zentrale in Washington, was Powell allerdings als Vorwand bezeichnet hat. Tatsächlich gehe es darum, den Druck auf ihn zu erhöhen, die Zinsen zu senken.
Dax "massiv überkauft"
Mit einem wenig veränderten Wochenstart an den europäischen Aktienmärkten rechnen Händler. Der Dax wird vorbörslich ein paar Punkte niedriger mit 25.240 Punkten errechnet. "Nach fast 1.500 Punkten Plus in der jüngsten Aufwärtswelle wäre ein Konsolidierungstag nichts Ungewöhnliches", so ein Händler. Aus technischer Sicht sei der Dax mittlerweile "massiv überkauft", sagt Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners.
Vom Umfeld kommen wenig Impulse: Der Bund-Future tritt auf der Stelle und auch die Ölpreise bewegen sich trotz der angespannten Situation im Iran nur wenig. In Asien ziehen die Kurse überwiegend an, in Tokio bleibt die Börse allerdings wegen eines Feiertags geschlossen. Die US-Index-Futures geben dagegen nach und die Gewinne vom Freitag wieder ab.
Der Euro zieht etwas an, profitiert mit seinem Plus von knapp 0,3 Prozent aber nur wenig von dem Streit zwischen der US-Regierung und der US-Notenbank. Die US-Regierung will nun juristisch gegen die Fed vorgehen. Laut Fed-Chef Jerome Powell geht es um angebliche Falschaussagen vor dem Bankenausschuss des Senats im Zusammenhang mit dem Umbau der Fed-Zentrale. Powell verweist aber auf politischen Druck wegen der Geldpolitik.
Mercedes bremst beim autonomen Fahren
Mercedes-Benz passt offenbar seine Strategie beim autonomen Fahren an. Der Autobauer stelle seine Pläne für Systeme, die das freihändige Fahren ermöglichen, wohl vorerst zurück, berichtete das "Handelsblatt". So solle in der überarbeiteten Oberklassenlimousine S-Klasse, die Mercedes Ende Januar vorstellen wolle, das Fahren auf dem SAE-Level 3 nicht mehr angeboten werden. Stattdessen konzentriere sich Mercedes zunächst auf automatisierte Fahrassistenten, bei denen der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben muss.
Hintergrund der Entscheidung seien hohe Produktionskosten bei geringer Nachfrage, berichtete die Zeitung weiter. Der Konzern plane jedoch, das System weiterzuentwickeln und in künftigen Modellen wieder anzubieten. Mercedes-Chef Ola Källenius sagte dem "Handelsblatt" zufolge, man könne die Angebote so kombinieren, dass Kunden künftig sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen automatisiert fahren könnten.
Der Konkurrent Ford hatte am Mittwoch angekündigt, man werde ein Level-3-System 2028 auf den Markt bringen. Dafür werde der Kunde zusätzlich zahlen müssen, sagte ein hochrangiger Ford-Manager der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Summe wurde nicht genannt.
Japan beginnt mit Tiefsee-Abbau seltener Erden
Japan hat mit einer Mission zum Tiefsee-Abbau von seltenen Erden begonnen, um seine Abhängigkeit von China bei den wichtigen Mineralien zu verringern. Ein Forschungsschiff brach zu dem abgelegenen Minamitori-Atoll auf, das etwa 1.900 Kilometer südöstlich von Tokio liegt. Bei der einmonatigen Mission soll erstmals Schlamm, der reich an seltenen Erden ist, kontinuierlich aus einer Tiefe von sechs Kilometern an die Meeresoberfläche befördert werden. Angesichts eines diplomatischen Streits mit Peking sind die Bemühungen, die Abhängigkeit von China zu verringern, drängender geworden.
China hatte vergangene Woche den Export von Gütern mit zivilem und militärischem Nutzen nach Japan verboten, darunter auch einige wichtige Mineralien. Zudem berichtete das "Wall Street Journal", Peking habe damit begonnen, die Ausfuhr von seltenen Erden nach Japan stärker einzuschränken. Die Finanzminister der G7-Staaten wollen sich einem Reuters-Bericht zufolge am Montag in Washington mit der Versorgung mit seltenen Erden befassen. Japan ist bei einigen schweren seltenen Erden, die etwa für Magnete in Motoren von Elektro- und Hybridfahrzeugen benötigt werden, Analysten zufolge fast vollständig von China abhängig. Das bedeutet ein großes Risiko für die wichtige Automobilindustrie des Landes.
Trump droht Exxon
US-Präsident Donald Trump hat dem Ölkonzern ExxonMobil mit einer Blockade von Investitionen in Venezuela gedroht. Zuvor hatte sich der Chef des Konzerns, Darren Woods, bei einem Treffen im Weißen Haus skeptisch über die Geschäftsmöglichkeiten in dem südamerikanischen Land geäußert. "Ich mochte die Antwort von Exxon nicht", sagte Trump. "Ich neige wohl dazu, Exxon draußen zu halten. Sie sind mir zu clever."
Exxon-Chef Woods hatte bei einem Treffen mit Trump und anderen Öl-Managern am Freitag erklärt, in Venezuela könne man unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht investieren. Er forderte einen dauerhaften Investitionsschutz und eine Reform des Kohlenwasserstoffgesetzes. Zur Begründung verwies er darauf, dass die Vermögenswerte des Konzerns in dem Land bereits zweimal beschlagnahmt worden seien.
China-Börsen im Aufwind
Die Drohung der US-Regierung mit einer Anklage gegen Notenbankchef Jerome Powell verunsichert die Finanzmärkte. Der Dollar und die US-Aktienfutures gaben nach, da sich Anleger besorgt über die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) zeigten. Der Vorgang ist eine dramatische Eskalation im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Fed-Vorsitzenden.
Powell hatte am Sonntag erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump habe ihm mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht. Dies sei ein "Vorwand", um die Zentralbank zu Zinssenkungen zu drängen. Im weiteren Verlauf der Woche warten die Anleger auf die Veröffentlichung von US-Inflationsdaten, Handelszahlen aus China und eine Reihe von Bilanzen von US-Unternehmen.
Der Shanghai Composite gewinnt 0,8 Prozent auf 4151,14 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,4 Prozent auf 4779,95 Punkte. An der japanischen Börse wird dagegen nicht gehandelt.
"Offener Krieg zwischen US-Regierung und Fed"
Die Drohung der US-Regierung mit einer Anklage gegen Notenbankchef Jerome Powell hat die Finanzmärkte verunsichert. Der Dollar und die US-Aktienfutures gaben nach, da sich Anleger besorgt über die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) zeigten. Der Vorgang ist eine dramatische Eskalation im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Fed-Vorsitzenden. Powell hatte am Sonntag erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump habe ihm mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht. Dies sei ein "Vorwand", um die Zentralbank zu Zinssenkungen zu drängen.
Die S&P-500-Futures fielen im asiatischen Handel um 0,5 Prozent. Der Dollar gab gegenüber den meisten wichtigen Währungen um rund 0,2 Prozent nach und fiel auf unter 158 Yen sowie 1,1660 Dollar je Euro. Der Goldpreis erreichte ein Rekordhoch von mehr als 4.600 Dollar je Feinunze. Gestützt wurde der Preis auch durch die Unruhen im Iran, die zudem den Ölpreis antrieben.
"Trump zerrt an den losen Fäden der Unabhängigkeit der Zentralbank", sagte Andrew Lilley, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Barrenjoey in Sydney. Trump unternehme diese Schritte nur, weil er wisse, dass er die Kontrolle über die Fed nicht übernehmen könne. Daher wolle er so viel unzulässigen Druck wie möglich ausüben. "Dieser offene Krieg zwischen der Fed und der US-Regierung ... schadet offensichtlich dem US-Dollar", sagte Ray Attrill, Leiter der Devisenstrategie bei der National Australia Bank.
Euro legt zum Dollar zu
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar geringfügig auf 158,03 Yen und legt leicht auf 6,9754 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,3 Prozent niedriger bei 0,7988 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1655 Dollar und zieht leicht auf 0,9310 Franken an.
Fällt das Kartenhaus in sich zusammen?
Nach einem starken Jahresauftakt dürfte für die Dax-Anleger die Gewinnentwicklung der Unternehmen stärker in den Fokus rücken. Das Gros der Analysten zeigt sich aktuell optimistisch für 2026. "Diese hohe Einigkeit spricht zwar für eine positive Marktstimmung, erhöht vor dem Hintergrund bereits ambitionierter Bewertungen an den Aktienmärkten jedoch die Anfälligkeit für Enttäuschungen", sagt Portfoliomanager Martin Zurek von der Weberbank mit Blick auf die beginnende Bilanzsaison.
Geopolitische Risiken sind nach der Militäraktion der USA in Venezuela ebenfalls präsent. Trotz der daraus erwachsenden Risiken trugen Kursgewinne bei Rüstungsfirmen dazu bei, dass der deutsche Leitindex in der alten Woche die Schallmauer von 25.000 Punkten durchbrach und am Freitag bei 25.281 Zählern eine Rekordmarke setzte. Ins Wochenende war der deutsche Börsenleitindex dann mit 25.262 Punkten gegangen. Im laufenden Börsenjahr konnte der Dax bislang jeden Handelstag Gewinne verbuchen. Verteidigungsfirmen dürften Strategen zufolge gefragt bleiben, zumal US-Präsident Donald Trump deutlich höhere Militärausgaben ankündigte. "Zudem stützt die Hoffnung auf weiter tiefe Ölpreise, da nach der Militäraktion in Europa ein höheres Ölangebot erwartet wird, was wiederum die Inflationsraten in Schach halten dürfte", fassen die Strategen der LBBW zusammen.
In diesem Zusammenhang blicken Anleger auch auf den Iran. Nach wochenlangen Demonstrationen gegen das Regime ist das Land, das einer der wichtigsten Ölproduzenten ist, weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Hintergrund der Proteste sind die wachsende Not im Zuge der kriselnden Wirtschaft, eine galoppierende Inflation und Einschränkungen der politischen und sozialen Freiheiten.
Für die Märkte relevant ist die Frage, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln werden. Ein paar Antworten dürften mit dem Start der US-Berichtssaison aus dem Bankensektor kommen. Viele Indizes seien mittlerweile teuer, erläutern die Helaba-Strategen. Kursanstiege müssten somit durch entsprechende Verbesserungen der Gewinnperspektiven untermauert werden. "Andernfalls würden die Aktienmärkte über kurz oder lang vermutlich wie ein Kartenhaus zusammenfallen."
Am Dienstag öffnen Bank of New York Mellon und JP Morgan ihre Bücher. Zur Wochenmitte legen unter anderem Bank of America, Wells Fargo und Citigroup Zahlen vor. Am Donnerstag folgen die Bilanzen von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Hierzulande geht es erst gegen Monatsende richtig los: lediglich die Ergebnisse von Südzucker stehen schon am Dienstag an. Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet aber zunächst das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Januar.