Rezessionsangst greift um sich - DAX geht in die Knie
An der Frankfurter Börse hat sich wieder Angst breitgemacht. Ein eventuell beschleunigtes Zinserhöhungstempo der Notenbanken Fed und EZB schürten Sorgen vor einer Rezession. Zudem verdarben neue Lockdowns in Teilen der chinesischen Hauptstadt Peking zusätzlich die Stimmung auf dem Parkett. Am Mittwoch steht die nächste Zinssitzung der US-Notenbank Fed auf der Agenda, bei der weitere geldpolitische Straffungen als ausgemacht gelten.
"1300 Punkte Abschlag binnen fünf Handelstagen erlebt man als Börsenreporter auch nicht alle Tage", sagte ntv-Experte Frank Meyer. Das "Debakel in Rot" habe nicht nur Aktien erfasst. Auch Renten, Rohstoffe und Gold verlören kräftig, als ob jemand den Liquiditätsstecker gezogen hätte. Meyer weiter: "Nach den letzten US-Inflationsdaten scheint wohl klar zu sein, dass die Fed noch stärker auf die Bremse drücken wird. Entsprechend tief sind die Bremsspuren in den Börsenkursen. Sicherlich trug auch ein veritabler Crash am Kryptomarkt dazu bei, die angeschlagene Stimmung weiter zu vermiesen."
Und es scheint angesichts der zahlreichen Probleme auch keine Besserung in Sicht. Der DAX verlor erneut kräftig und ging mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 13.427 Punkte aus dem Handel. Sein Tagestief lag bei 13.380 Zählern. Der EUROSTOXX50 sackte um 2,3 Prozent auf 3516 Stellen ab.
Im MDAX stürzten TAG Immobilien um 12,5 Prozent ab. Auch andere Immobilienwerte waren sehr schwach. So rauschten im DAX Vonovia um 5,8 Prozent nach unten. Die Branche belasten die steigenden Zinsen, denn Immobilienfinanzierungen werden dadurch teurer.
Aktien aus dem Stahlsektor gaben auch kräftig nach. Thyssenkrupp verloren 8,9 Prozent. Händler verwiesen neben den allgemeinen Konjunktursorgen auf die Gefahr von Arbeitsniederlegungen in der Stahlindustrie.
Bayer kamen im DAX mit minus 0,1 Prozent recht gut davon. Hier warten die Anleger auf eine wohl unmittelbar bevorstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in den USA im Glyphosat-Streit. Infineon sackten um 6,8 Prozent ab, die Konjunktursorgen belasteten erneut Tech-Werte deutlich.
Kündigung unwirksam: VW-Motor-Manager wird wohl weiterbeschäftigt
Ein Manager aus der Dieselmotoren-Entwicklung bleibt nach dem Versuch einer Kündigung durch Volkswagen vorerst wohl weiter bei dem Konzern beschäftigt. Der frühere Hauptabteilungsleiter hatte gegen seine Entlassung geklagt, die VW im Zusammenhang mit dem Abgasskandal ausgesprochen hatte.
Eine Verkündung der abschließenden Entscheidung sei zwar erst für Mitte Juli geplant, hieß es am Montag nach einem Termin am Braunschweiger Arbeitsgericht. In dem Rechtsstreit habe sich aber bereits abgezeichnet, dass das Verhalten des Mannes keine außerordentliche Kündigung rechtfertige. Auch eine "hilfsweise" ordentliche Kündigung sei nach derzeitigem Verfahrensstand unwirksam, und Volkswagen als Beklagte habe das schon anerkannt. Das Arbeitsverhältnis habe grundsätzlich in ungekündigter Form Bestand.
Krypto-GAU trifft "Ertragskonten" der Neobank Nuri
Das könnte in Deutschland eine Menge Leute treffen: Der Auszahlungsstopp des Krypto-Anbieters Celsius hat auch Auswirkungen auf das deutsche Startup Nuri. Kunden des "Bitcoin-Ertragskontos" kommen zurzeit nicht mehr an ihr Geld - und müssen um ihr Investment bangen. Das berichtet "finanz-szene.de".
Demnach reichte Nura das Krypto-Vermögen seiner Kunden an Celsius Network weiter. Die Amerikaner wiederum verleihen die Bitcoins der Nuri-Anleger gegen Zins an andere Anleger. Am Morgen indes hat Celsius Network - nach eigenen Angaben verwaltete das Unternehmen zuletzt Vermögenswerte im Umfang von rund 12 Mrd. US-Dollar - sämtliche Rückzahlungen an Anleger ausgesetzt.
Entsprechend müssen nun auch die Nuri-Kunden mit einem "Bitcoin-Ertragskonto" um ihr Geld zittern. Nach eigenen Angaben kam das Fintech zuletzt auf fast 500.000 Kunden. Wie viele davon das "Bitcoin-Ertragskonto" nutzen, ist unklar.
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Kampf gegen Inflation - Von steigenden Zinsen profitieren!
Um der hohen Inflation entgegen zu wirken, müssen die Notenbanken die Zinsen weiter erhöhen. Wie Anleger von steigenden Zinsen profitieren können, darüber spricht Raimund Brichta mit Matthias Hüppe von der HSBC.
Brenntag überrascht mit angehobener Prognose
Endlich einmal etwas Positives: Der Chemikalienhändler Brenntag ist nach dem guten Jahresstart weiter in der Erfolgsspur und erhöht seine Prognose. Wegen der bis dato anhaltenden positiven Ergebnisentwicklung erwartet das Management der Essener im Gesamtjahr nun ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro, wie das DAX-Unternehmen mitteilte.
Bisher hatte Brenntag ein operatives Ergebnis von 1,45 bis 1,55 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. In der Prognose seien erwartete Effizienzsteigerungen des laufenden Sparprogramms und die Effekte bereits abgeschlossener Zukäufe enthalten.
Coinbase-Kurs stürzt ab - Bitcoin auch
Noch mehr Haue haben im Verlauf des Tages die Kryptowährungen bekommen. Sie wurden zum Teil heftig abverkauft. Bitcoin sackte um fast 15 Prozent ab auf 23.396 US-Dollar. Die Krypto-Kredit-Plattform Celsius Networks sah sich wegen des Kursverfalls gezwungen, Abhebungen und Überweisungen auszusetzen. Für die Aktie der Krypto-Handelsplattform Coinbase ging es um 13,7 Prozent abwärts.
Tiefroter Handelsbeginn in New York
Aus Furcht vor einer Rezession fliehen Anleger aus dem US-Aktienmarkt. Der Dow Jones fiel zur Eröffnung um rund zwei Prozent. Der breit gefasste S&P 500 und der technologielastige Nasdaq rutschten um jeweils rund drei Prozent ab. Mit 3795 beziehungsweise 10.981 Punkten notierten sie so niedrig wie zuletzt vor etwa eineinhalb Jahren. Nervös machte Investoren vor allem eine Entwicklung am Anleihemarkt, die einen nahenden Konjunkturabschwung signalisiert.
Investoren warfen unter anderem Finanzwerte aus den Depots. Die Aktien von Bank of America, Citigroup oder JPMorgan fielen um jeweils zwei Prozent.
US-Anleihemarkt sendet Rezessionssignal
Am US-Anleihemarkt werfen zweijährige Staatsanleihen mit 3,25 Prozent so viel ab wie zuletzt vor vierzehneinhalb Jahren und mehr als ihre zehnjährigen Pendants. Diese rentieren bei 3,155 Prozent.
Zuletzt war dieses Phänomen, inverse Zinskurve genannt, vor etwa zwei Monaten aufgetreten. Es gilt als Signal für eine nahende Rezession. Investoren befürchten, dass die US-Notenbank mit drastischen Zinserhöhungen die Konjunktur abwürgt.
DHL geht mit Preisen für den Paketversand hoch
Preisanhebung bei der DHL: Der Logistikkonzern erhöht ab dem 1. Juli seine Preise für den nationalen Paketversand. Mit der Preisanpassung reagiert die Post-Tochter nach eigenen Angaben "auf die erheblich gestiegenen Transport- und Lohnkosten sowie sonstige allgemeine Kostensteigerungen". Demnach entfällt künftig der Preisvorteil für online gekaufte Päckchen- und Paketmarken. Auch die Filialpreise für Päckchen der Größe S und M werden angepasst, erklärte DHL weiter.
So steigt der Preis für ein Päckchen der Größe S von bisher 3,79 Euro auf 3,99 Euro. Für den Versand eines Päckchens der Größe M müssen Kundinnen und Kunden künftig 4,79 Euro anstatt wie bisher 4,50 Euro zahlen. Der Preis für das "am häufigsten von Privatkunden genutzte Paket 5 kg" werde hingegen von aktuell 7,49 Euro auf 6,99 Euro gesenkt, erklärte DHL weiter.
DAX gräbt sich ein
Kurz vor Beginn des US-Handels hat sich der DAX tief eingegraben. Der Leitindex notierte 2,3 Prozent tiefer bei 13.448 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 2,4 Prozent tiefer bei 3514 Stellen. 39 der 40 DAX-Werte verloren. Nur Brenntag gewannen 2,4 Prozent dazu.
Allianz büßt mit USA-Rückzug nur wenig Gewinn ein
Die Allianz büßt mit ihrem erzwungenen Rückzug aus dem Fondsgeschäft in den USA nach Analysten-Berechnungen weniger als 100 Millionen Dollar Gewinn ein. Das ergebe sich aus einer Präsentation des Käufers der meisten US-Fonds von Allianz Global Investors (AllianzGI), des US-Vermögensverwalters Voya, schrieb Jefferies-Analyst Philip Kett.
AllianzGI muss sich im Zuge der Beilegung des Skandals um Milliardenverluste ihrer Kunden mit Hedgefonds für zehn Jahre aus dem US-Markt zurückziehen und hatte das Geschäft daher an die ehemalige ING-Tochter Voya Financial verkauft. Im Gegenzug erhält sie 24 Prozent der Anteile.
Kurs von Wiener Flughafen geht durch die Decke
Der Betreiber des Wiener Airports hat ein verpflichtendes Übernahmeangebot erhalten. Der Fonds IFM Global Infrastructure der Private-Equity-Firma IFM Investors hat die Schwelle von 40 Prozent der Stimmrechte an der Flughafen Wien AG nach eigenen Angaben überschritten, was nach österreichischem Recht eine Übernahmeofferte auslöst.
Der Investor hat jedoch weder das Interesse noch die Erwartung, die Kontrolle über die Gesellschaft zu übernehmen. Der Aktienkurs von Flughafen Wien schoss dennoch um 25,7 Prozent nach oben.
Absicherungen türkischer Anleihen immer teurer
Die anhaltende Wirtschaftskrise in der Türkei schürt die Furcht vor einem staatlichen Zahlungsausfall. Die Absicherung eines zehn Millionen US-Dollar schweren Pakets türkischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 12.000 Dollar auf ein Rekordhoch von 837.000 Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit.
Damit haben sich diese Credit Default Swaps (CDS) binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt. Gleichzeitig werfen Investoren Anleihen des Landes aus ihren Depots. Dies treibt die Rendite der 2034 auslaufenden Dollar-Bonds auf ein Rekordhoch von 10,3 Prozent.
"Als ob Notenbanken Punschbowle vom Tisch ziehen"
Die Nachwehen der Corona-Politik und der russische Angriffskrieg färben die Börsenkurse weltweit tiefrot. Der letzte Fed-Zinsschritt bremst die Inflation in den USA nicht aus, von der EZB wird ein baldiges Nachziehen erwartet. ntv-Börsenreporter Frank Meyer blickt auf die Entwicklungen.
Euro hustet - Zinsen für Italien-Bonds gehen hoch
Euro / DollarDer Euro muss heute kräftig bluten. Die Gemeinschaftswährung fiel trotz der anvisierten Zinswende der EZB um 0,5 Prozent auf 1,0462 US-Dollar. Zuvor hatte der Euro sogar beim Vier-Wochen-Tief von 1,0454 Dollar notiert.
Am Anleihenmarkt trieb die Furcht vor einer Rezession und das Ende der EZB-Wertpapierkäufe zum Monatsende erneut die Rendite von Anleihen hoch verschuldeter Staaten wie Italien nach oben. Die Zinsen der zehnjährigen italienischen Bonds lagen mit vier Prozent auf dem höchsten Stand seit fast achteinhalb Jahren.
Ölpreise geraten auch unter Druck
Wachsende Konjunktursorgen haben den Ölpreisen zugesetzt. Investoren befürchten nun einen deutlichen Einbruch der Weltwirtschaft durch die anvisierten Zinserhöhungen der Notenbanken in den USA und der Eurozone. Zudem werden die Sorgen größer, dass die chinesische Regierung ihre Anti-Corona-Maßnahmen wieder verschärfen könnte.
Der Preis für ein Barrel des Nordseeöls Brent fiel um 1,9 Prozent auf 120,48 US-Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um ein Prozent auf 119,07 Dollar.
Brent Rohöl I
An der Wall Street sieht's vorbörslich ziemlich düster aus
Der Inflationsschock vom Freitag dürfte an der Wall Street auch heute nachwirken: Es zeichnet sich erneut eine sehr schwache Eröffnung ab. Die Futures auf die großen Aktienindizes liegen vorbörslich zwischen zwei und 3,1 Prozent im Minus. Stärker als erwartet gestiegene Verbraucherpreise nährten sie Befürchtungen, dass die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel noch energischer straffen könnte, um die Inflation zu bekämpfen.
Die Verunsicherung treibt Anleger weiter in den als Fluchtwährung in Krisenzeiten beliebten Dollar. Der Dollarindex steigt um weitere 0,6 Prozent.
ADAC: Spritpreise deutlich vom Rohölpreis entkoppelt
Die Spritpreise sind übers Wochenende weiter gestiegen. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 1,952 Euro und Diesel 2,033 Euro. Am Freitag hatte Super laut ADAC 1,945 und Diesel 2,016 Euro gekostet.
Die Spritpreise hätten sich deutlich vom Rohölpreis entkoppelt: "Die Steuersenkung landet zum großen Teil bei den Mineralölkonzernen und kommt zu wenig bei den Autofahrern an", sagte ein ADAC-Sprecher. Super E10 sei immer noch 20 Cent billiger als am 31. Mai, dem Tag vor der Steuersenkung. Der Dieselpreis aber sei jetzt auf dem Stand vom 11. Mai und nur noch einen Cent unter dem Stand vom 31. Mai.
Daniel Saurenz von Feingold Research ist der Meinung, dass der Tankrabatt bei den Konsumenten ankommt. Seine Ausführungen können Sie hier lesen.
Rekordinflation überfordert Tarifpartner
Die IG Metall, Deutschlands größte Gewerkschaft, sieht die Tarifpartner mit der Rekordinflation überfordert und die Bundesregierung in der Pflicht, mehr zu tun. "Einen solchen externen Preisschock können die Tarifpartner nicht allein auffangen, dafür braucht es einen staatlichen Ausgleich", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".
Die IG Metall wolle und werde in der aktuellen Stahl-Tarifrunde "einen ordentlichen Lohnabschluss erzielen", betonte Hofmann, schränkte jedoch zugleich ein: "Alles andere wäre aber unrealistisch und auch nicht gut." Die IG Metall fordert einen Gaspreisdeckel, eine Besteuerung übermäßiger Krisengewinne und ein weiteres Entlastungspaket, das bis 2023 wirkt.
Aktie von Immobilienfirma schmiert ab
Nach einer Herunterstufung ist die Aktie von TAG Immobilien auf den tiefsten Stand seit rund fünf Jahren gerutscht. Das Papier fiel um 9,4 Prozent auf 12,92 Euro. Sie war damit der schwächste Wert im MDAX.
Barclays hat die Titel auf "Underweight" von "Overweight" heruntergenommen und das Kursziel auf 16 (24) Euro gesetzt. Die Analysten rechnen damit, dass die höheren Zinsen das Geschäft des Immobilienunternehmens belasten dürften.
Sanofi: Impfstoff hilft auch gegen Omikron
Der Covid-19-Booster von Sanofi erzeugt nach Angaben des französischen Pharmariesen eine starke Immunantwort gegen verschiedene Varianten des Virus - einschließlich Omikron. Er habe zudem bei Personen, die ihre Grundimmunisierung mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer erhielten, eine stärkere Immunantwort als die Biontech-Auffrischungsimpfung erzielt, teilt das Unternehmen, das den Impfstoff gemeinsam mit GlaxoSmitKline entwickelt, mit.
Der Impfstoff der nächsten Generation sei gut vertragen worden. Die vollständigen Studienergebnisse sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden, Sanofi hofft auf eine Zulassung des Boosters noch in diesem Jahr.
Geldhaus kündigt Negativzins-Ende für Privatkunden an
Bankkunden in Deutschland können im Zuge der für Juli angekündigten EZB-Zinsanhebung auf ein Ende der Negativzinsen auf Giro- oder Tagesgeldkonto hoffen. "Wenn die EZB den Satz der Einlagenfazilität gemäß ihrer jüngsten Ankündigung im Juli um 0,25 Prozentpunkte anhebt, werden Deutsche Bank und Postbank diese Anpassung an ihre Privatkunden weitergeben und das Verwahrentgelt um 0,25 Prozentpunkte kurzfristig reduzieren", kündigte ein Deutsche-Bank-Sprecher an.
Derzeit müssen Banken noch 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken.
DAX rutscht unter 13.500
Der DAX hat seine Verluste ausgeweitet. Der Leitindex rauschte kurz vor Mittag um 2,1 Prozent auf 13.468 Punkte runter, Der EUROSTOXX50 notierte ebenfalls 2,1 Prozent tiefer bei 3532 Stellen.
Investoren fürchten, dass ein stärkeres Zinserhöhungstempo der US-Notenbank die Konjunktur abwürgen könnte. Die nächste Fed-Zinsentscheidung steht am Mittwochabend MESZ an. Zudem wachsen laut Börsianern die Sorgen, dass die chinesische Regierung wieder schärfere Corona-Beschränkungen einführen könnte.
Tesla plant erneut Aktiensplit
Der Elektroauto-Pionier Tesla will seine Aktien erneut für Kleinanleger leichter handelbar machen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3. Zum regulären Handelsschluss am Freitag kostete ein Tesla-Anteilsschein 696,69 US-Dollar. Der Vorschlag soll am 4. August zur Abstimmung gestellt werden. Mit einem Aktiensplit können Firmen die Zahl ihrer Aktien erhöhen. Der E-Autobauer will die zusätzlichen Aktien in Form einer Aktiendividende auszahlen. Dabei erhalten Anleger anstelle von Bargeld weitere Anteilsscheine. Im August 2020 hatte Tesla bereits seine Aktien im Verhältnis 1:5 gesplittet.
Kurseinbrüche bei Kryptos: Firma gerät in die Bredouille
Die Turbulenzen bei Kryptowährungen wie Bitcoin bringen die Kryptofirma Celsius Network in große Schwierigkeiten. Wegen "extremer Marktbedingungen" werde Celsius Abhebungen und Überweisungen zwischen Konten pausieren, teilte das Unternehmen in einem Blogbeitrag mit. Man ergreife "diese notwendige Maßnahme, um die Liquidität und den Betrieb zu stabilisieren, während wir Schritte unternehmen, um Vermögenswerte zu erhalten und zu schützen".
Celsius Network verleiht Kryptowährungen, vergibt mit Kryptowährungen besicherte Kredite und bietet Sparprodukte für Kunden an, die ihre Kryptowährungen bei dem Unternehmen anlegen. Auf ihrer Website wirbt die Firma mit jährlichen Renditen von bis zu 17 Prozent.
Jetzt stottert auch Großbritanniens Wirtschaftsmotor
Die britische Wirtschaft ist im April geschrumpft und setzte den schwachen Trend fort, da die hohe Inflation die Aktivität bremste. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie die Statistikbehörde in London mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.
Der Rückgang wurde durch einen starken Produktionsrückgang im Gesundheitssektor aufgrund der Beendigung des Corona-Test- und Rückverfolgungsprogramms verursacht. Auch die Produktion des verarbeitenden Gewerbes ging aufgrund von Lieferengpässen sowie steigenden Kraftstoff- und Energiepreisen zurück.
In welcher Börsenphase sind wir?
Inflation, Zinsängste und der Ukraine-Krieg trüben seit Monaten die Stimmung der Anleger. Zuletzt gab es jedoch zaghafte Erholungsansätze. Ist das lediglich eine kurze Rally innerhalb des Abwärtstrends oder schon ein Zeichen für die nachhaltige Trendwende? In welcher Marktphase wir uns derzeit befinden und welche Börsen-Strategie nun sinnvoll sein könnte, darüber diskutiert Raimund Brichta mit Christian Köker von der HSBC und Hans-Jürgen Haack vom Haack-Börsenbrief.
Kryptos massiv unter Druck - Bitcoin und Ethereum tiefrot
Die Furcht vor kräftigen Zinserhöhungen in den USA macht Kryptowährungen zu schaffen. Bitcoin fiel erstmals seit Dezember 2020 wieder unter die Marke von 25.000 US-Dollar. Die älteste Cyberdevise rutschte in der Spitze um fast 15 Prozent auf 24.888 Dollar ab. Am Vormittag notierte sie bei 25.450 Dollar.
Für Ethereum ging es noch deutlicher bergab. Die Kryptowährung notierte mit 1302 Dollar zeitweise rund 22 Prozent niedriger. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2021. Derzeit liegt der Kurs bei 1327 Dollar. "Anleger dies- und jenseits des Atlantiks verabschieden sich gerade von dem Gedanken, dass die US-Notenbank einen umgänglichen Zinserhöhungszyklus einschlägt", sagt Timo Emden von Emden Research.
Roter Beginn in Frankfurt: DAX fährt weiter U-Bahn
Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt setzt sich auch zum Wochenauftakt fort. Der DAX verlor in den ersten Minuten 1,5 Prozent auf 13.560 Punkte, nachdem er bereits am Freitag fast 450 Stellen verloren hatte. MDAX, SDAX und TECDAX sackten um 1,1 bis 1,3 Prozent ab.
Zinsen und Inflation sind nach wie vor die großen Themen auf dem Frankfurter Parkett. Steigende Zinsen beeinflussten unmittelbar die Gewinne der Unternehmen, hieß es. Und zum anderen würden Anleihen zu einer immer größeren Konkurrenz für Aktien.
Netflix kündigt zweite Staffel von Erfolgsserie an
Der US-Streamingdienst Netflix bestätigt die Fortsetzung der südkoreanischen Horror-Serie "Squid Game". Das Format werde für eine zweite Staffel zurückkehren, teilte Netflix am Sonntag mit. Der Erfolg der ersten Staffel bescherte dem Streamingdienst 2021 ein unerwartet hohes Nutzerwachstum und ein dickes Umsatzplus. In "Squid Game" geht es um hoch verschuldete Menschen, die an Kinderspielen mit tödlichem Ausgang teilnehmen, um die 45,6 Milliarden Won (33 Millionen Euro) Preisgeld zu gewinnen. Wann die neue Staffel erscheinen wird, blieb zunächst unklar.
DAX bleibt Verlusten treu
Zum Auftakt einer Börsenwoche mit Zinsentscheiden mehrerer großer Notenbanken wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex 0,5 Prozent schwächer taxiert mit Kursen um 13.560 Zähler.
Am Freitag hatte er wegen Inflations- und Rezessionsängsten 3,1 Prozent auf 13.761,83 Punkte nachgegeben. Auch an der Wall Street sorgte die weiter hohe Teuerungsrate in den USA für einen Ausverkauf. Diese Themen dürften die Investoren in der neuen Woche ebenfalls beschäftigen. Allerdings stehen im Tagesverlauf keine relevanten Konjunkturdaten an. Daher konzentrieren sich Anleger auf die anstehenden Notenbank-Sitzungen. Am Mittwoch berät in den USA die Fed über ihre Geldpolitik. Eine Zinserhöhung um einen halben Prozentpunkt gilt als sicher. Am Tag darauf folgt die Bank von England (BoE) voraussichtlich mit einem Schritt von einem Viertel Prozentpunkt. Zu den wenigen Unternehmen, die am Montag Geschäftszahlen vorlegen, gehört der SAP-Rivale Oracle.
Belastungsfaktoren im Überfluss - deutliche Verluste an Asien-Börsen
Die ostasiatischen Börsen folgen den starken Verlusten der Wall Street vom Freitag. Dort hatten Stagflationssorgen neue Nahrung erhalten von stärker als gedacht gestiegenen US-Verbraucherpreisen und einem zugleich auf ein Rekordtief gesunkenen Michigian-Index für das Verbrauchervertrauen.
Zugleich sind die Augen auf die US-Notenbank gerichtet, die am Mittwoch ihre Zinsentscheidung verkündet, wobei mehrheitlich mit einer großen Zinserhöhung um 50 Basispunkte auf dann 1,25 bis 1,50 Prozent gerechnet wird. Am US-Anleihemarkt waren die Renditen in diesem Umfeld massiv gestiegen, im Zehnjahresbereich um 11 Basispunkte auf 3,16 Prozent, im Zweijahresbereich sogar um 25 Basispunkte auf 3,05 Prozent - auch weil mit den Preisdaten die Spekulation einen herben Dämpfer erhielt, dass nach zwei großen Zinserhöhungen eine Pause im Zinserhöhungszyklus anstehen könnte.
Hinzu kommt als Belastungsfaktor, dass nach den eingeleiteten Lockerungen der Covid-19-Lockdowns in China die Coronamaßnahmen in Peking und der Handelsmetropole Shanghai wieder verschärft wurden. Das dürfte sich wieder negativ auf die Lieferketten auswirken, wie auch der in Südkorea laufende Streik der Lkw-Fahrer.
In Tokio geht es in dieser Gemengelage um 2,8 Prozent nach unten auf 27.040 Punkte, in Seoul um 3,1 Prozent und in Hongkong um 2,8 Prozent. Shanghai (-1,1%) schlägt sich etwas besser. Hier hilft, dass in China der Preisauftrieb deutlich moderater ausfiel und zudem Peking immer wieder mit Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft bereitsteht. Im australischen Sydney wird wegen eines Feiertags nicht gehandelt.
Russlands McDonald's-Nachfolger will Normalität
Drei Monate nach der Schließung der McDonald's-Filialen in Russland hat die von einem russischen Investor übernommene Fastfoodkette unter neuem Namen wiedereröffnet. "Lecker und Punkt" ("Wkusno i totschka") lautet der am Sonntag bekannt gegebene Name. Mit dem Slogan "Der Name ändert sich, die Liebe bleibt" neben einem Logo aus einer stilisierten Burgerfrikadelle mit zwei Pommesstäbchen lockte die Kette am russischen Nationalfeiertag zahlreiche Kunden in die nahezu unveränderten Schnellrestaurants in Moskau. Ein Massenandrang wie bei der Eröffnung der ersten McDonald's-Filiale in der Sowjetunion 1990 blieb allerdings aus.
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, der in Russland als "militärische Spezialoperation" bezeichnet wird, hatte McDonald's seine rund 850 Filialen Mitte März geschlossen und im Mai an den sibirischen Unternehmer Alexander Gowor verkauft. Während in den Kämpfen in der Ukraine täglich auch russische Soldaten sterben oder verwundet werden und Russlands Wirtschaft von westlichen Sanktionen getroffen wird, bemüht sich der McDonald's-Nachfolger in Moskau um Normalität. "Unser Ziel ist es, dass unsere Gäste keinen Unterschied in der Qualität und beim Ambiente bemerken", sagte Firmenchef Oleg Parojew zur Eröffnung.
BMW erwägt Mini aus chinesischer Produktion
BMW prüft einem Medienbericht zufolge eine Ausweitung seiner Autoexporte aus China. Der gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Great Wall geplante elektrische Mini könnte auch in die USA exportiert werden, meldete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Bislang sollten die in China gebauten Autos dem Bericht zufolge vornehmlich in der Volksrepublik verkauft werden. Mit dem Export von China in die USA könnte das Projekt aber deutlich umfangreicher werden als bislang vorgesehen.
Britische Behörde setzt Credit Suisse auf Beobachtungsliste
Die britische Finanzmarktaufsicht FCA hat einem Medienbericht zufolge die Schweizer Bank Credit Suisse auf eine Beobachtungsliste für Geldhäuser gesetzt, die eine strengere Überwachung benötigen. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf ein Schreiben vom Mai. Die Behörde habe sich darin besorgt gezeigt, dass das Institut nicht genügend Verbesserungen bei seiner Kultur, Führung und Überwachung sowie Risikokontrollen erzielt haben könnte. Die FCA und die Credit Suisse lehnten einen Kommentar zu dem Bericht ab. Man äußere sich nicht zu Beratungen mit den Behörden, hieß es seitens der Bank. Das zweitgrößte Institut der Schweiz hat die Deutsche Bank nach einer Reihe von Fehlschlägen als Sorgenkind Nummer 1 der europäischen Bankbranche abgelöst.
Corona-Ausbruch in China schickt Asien-Kurse abwärts
Sorgen um das globale Wachstum lassen zum Wochenauftakt die Anleger in Asien nicht los. Die angesichts eines neuen Corona-Ausbruchs angekündigten Massentests in Pekings bevölkerungsreichstem Stadtbezirk Chaoyang schürten Befürchtungen vor einem erneuten Lockdown in China. Und die jüngsten Daten zur US-Inflation machten die Hoffnungen zunichte, dass die Inflation ihren Höhepunkt überschritten haben könnte. "Die Inflation hat ihren Höhepunkt nicht erreicht, sie stagniert nicht einmal. Sie beschleunigt sich immer noch, und das wird sie wahrscheinlich auch im Juni tun", schrieb Aneta Markowska von der Investmentbank Jefferies am Montag in einer Notiz. "Die Inflationsdaten sind ein Wendepunkt, der die Fed dazu zwingt, einen höheren Gang einzulegen und die Straffung der Geldpolitik voranzutreiben."
Der Nikkei sackt 2,6 Prozent auf 27.089 Punkte ab. Der Topix büßt 2 Prozent auf 1904 Zähler ein. Der Shanghai Composite verliert 1,1 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gibt 1,2 Prozent ab.
Euro unter 1,05er-Marke
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 134,79 Yen und legt 0,4 Prozent auf 6,7361 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,9888 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0491 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 1,0373 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,3 Prozent auf 1,2275 Dollar.
Euro / Dollar o
Start mit Kursrutsch? Das wird für den DAX heute wichtig
Nach der Notenbank-Sitzung ist vor der Notenbank-Sitzung: In der neuen Woche geben die US-Zentralbank Fed und die Bank von England (BoE) mit ihren Zinsentscheidungen den Börsen die Richtung vor. Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) für Juli die erste Anhebung seit elf Jahren angekündigt und den DAX damit ordentlich ins Wanken gebracht. Er verlor auf Wochensicht mehr als fünf Prozent. Allein am Freitag war es für den deutschen Börsenleitindex fast 440 Punkte oder 3,1 Prozent abwärts gegangen. Noch über der 14.000er-Marke gestartet, verabschiedete er sich mit einem Kurs von 13.762 Zählern aus dem Handel und ins Wochenende. Auch die Wall Street wies tiefrote Vorzeichen auf. Aktuell wird der DAX erneut mit Abschlägen taxiert: Er notiert um 13.550 Punkte.
Auch die kommenden Handelstage könnten turbulent werden, weil viele Anleger die Auswirkungen der Zinserhöhungen dies- und jenseits des Atlantiks auf die Konjunktur fürchten. "Zinserhöhungen bringen ein erhöhtes Rezessionsrisiko mit sich, da es für die Zentralbanken schwierig ist, die Politik wirksam zu straffen, ohne zu weit zu gehen", sagt Eric Winograd von Alliance Bernstein. Die schrittweise Politik der großen Zentralbanken und das niedrige Ausgangsniveau der Zinssätze seien für ihn allerdings ein Trost, erklärt der Experte. "Wir rechnen damit, dass sich die Weltwirtschaft verlangsamen kann, ohne zum Stillstand zukommen."
"Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibt herausfordernd", sagt Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank. "Der unheilvolle Mix aus Ukraine-Krieg und sehr restriktiver chinesischer Corona-Politik mit seinen negativen Implikationen insbesondere hinsichtlich der Lieferketten wird seine Wirkung erst im zweiten Quartal voll entfalten."
Von Unternehmensseite ist die Agenda zum Start in die neue Handelswoche wie leergefegt. Auf der Konjunkturseite blicken die Anleger zunächst Richtung Großbritannien. Auf der Insel werden Zahlen zum Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Darüber hinaus stehen auch Daten zur Industrieproduktion und zur Handelsbilanz an. Der OECD-Frühindikator für die französische Wirtschaft sowie Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministerium dürften für weitere konjunkturelle Schlaglichter sorgen.