Angriffe in Nahost - Ölüreose reahoerem direkt
Der Ölpreis steigt nach erneuten Angriffen auf Saudi-Arabien und auf Schiffe im Persischen Golf um mehr als drei Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 3,1 Prozent auf 107,84 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI steigt 2,8 Prozent auf 102,85 Dollar. Die Angriffe schüren an den Finanzmärkten die Sorge vor einer Verknappung des Angebots und setzen die Aktienmärkte unter Druck.
In Saudi-Arabien zeigen staatliche Medien Videoaufnahmen von Schäden an Häusern und einer Moschee, die demnach von einem Angriff der Huthi-Rebellen auf die südliche Provinz Dschasan stammten. Die Huthi erklärten zudem, sie hätten einen saudischen Militärstützpunkt in einer benachbarten Provinz angegriffen. Zudem wurde ein Schiff in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Dies löste einen Brand aus, woraufhin die Besatzung das Schiff verlassen musste, wie die britische Seefahrtsicherheitsbehörde UKMTO mitteilte.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 154,03 Yen und legt leicht auf 6,7067 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8176 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1584 Dollar und zieht leicht auf 0,9472 Franken an.
"Wer bei KI gewinnt, gewinnt"
US-Präsident Donald Trump hat die Führungsrolle der USA bei der Künstlichen Intelligenz (KI) betont und Warnungen vor wachsenden Gefahren zurückgewiesen. Auf die Frage, ob die KI-Branche ihre Entwicklung verlangsamen oder stärker reguliert werden sollte, sagte Trump, die USA seien China bei KI voraus. "Wir sind das fortschrittlichste Land der Welt, und ehrlich gesagt will ich, dass das auch so bleibt", sagte Trump. "Wer bei KI gewinnt, gewinnt." Zwar seien Leitplanken möglich. Es gebe aber viele "sehr negative Kräfte", die unbegründete Sorgen schürten.
Hintergrund von Trumps Äußerungen ist eine wachsende Debatte über die Risiken der Technologie. Der Chef des KI-Entwicklers Anthropic hatte zuletzt ein langsameres Entwicklungstempo gefordert. Die Sorgen waren durch den Rücktritt eines Forschers befeuert worden, der vor massenhaften Todesfällen durch KI warnte. Zudem verhandeln US-Senatoren laut Medienberichten über ein Gesetz, das Tech-Konzerne zu mehr Sicherheit bei der Entwicklung von KI-Anwendungen verpflichten soll. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI kündigte an, wegen der Sicherheitsbedenken seinen Börsengang zu verschieben und nicht mehr in diesem Jahr 2026 an den Aktienmarkt zu gehen.
Die Börsenwoche wird "Fed"
In dieser Börsenwoche dürfte die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank den Takt an den Börsen vorgeben. Wenige Tage nach der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die Federal Reserve den Leitzins am Mittwoch voraussichtlich ebenfalls um einen Viertelprozentpunkt anheben. Anleger sehen die Wahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent. Sprunghafte Anstiege beim Ölpreis und den Anleiherenditen und eine zunehmend restriktive Geldpolitik haben die Stimmung an den Aktienmärkten getrübt: Am Freitag verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von rund zwei Prozent und 25.569 Punkten ins Wochenende. "Der saisonal häufig schwierige September wird seinem schlechten Ruf damit bislang gerecht", sagen die Analysten der LBBW. Seit Monatsbeginn ging es für den Leitindex rund 3,4 Prozent abwärts.
Ein wichtiger Faktor für den zunehmenden Preisdruck ist der Anstieg des Ölpreises. Wegen der erneuten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran übersprang der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee am Mittwoch wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Darüber hinaus gewinnt der US-Arbeitsmarkt an Schwung. "Eine anziehende Inflation rechtfertigt zwar eine straffere Geldpolitik", sagt Analyst Lloyd Chan von der Bank Mitsubishi UFJ. "Weitere Zinserhöhungen würden aber auch die Kreditkosten der Regierung in einer Zeit in die Höhe treiben, in der Haushaltsdefizite und die Belastung durch den Schuldendienst ohnehin bereits unter genauer Beobachtung stehen." US-Präsident Donald Trump dringt daher auf Zinssenkungen durch die Fed. Die FOMC-Erklärung und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh werden die Erwartungen für den Rest des Jahres prägen.
Zu den wichtigsten Daten-Veröffentlichungen der Woche gehört hierzulande der ZEW-Index am Dienstag. Für die Eurozone sind die Handels- und Industrieproduktionsdaten für Juli sowie die endgültige Inflationsrate für August von besonderem Interesse. Zu den wichtigsten US-Daten gehören die Einzelhandelsumsätze für August am Mittwoch und die Industrieproduktion am Freitag. China veröffentlicht am Dienstag die Daten zur Industrieproduktion, zum Einzelhandelsumsatz, zu den städtischen Investitionen, zur Arbeitslosenquote und zu den Immobilienpreisen für August.
Heute trifft sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in Berlin mit dem Chef der italienischen Großbank UniCredit, Andrea Orcel, um über die anstehende Übernahme der Commerzbank zu sprechen. Dabei will die Bundesregierung Insidern zufolge auf den Erhalt der deutschen Identität und der Börsennotierung des Frankfurter Instituts sowie auf den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen pochen. Zudem wolle sich der Bund, der noch zwölf Prozent an der Commerzbank hält, zwei Aufsichtsratsmandate sichern. Nachdem sich UniCredit zuletzt fast die Hälfte der Anteile gesichert hat, hatten Berlin und die Commerzbank ihren Widerstand gegen die Übernahmepläne aufgegeben.
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