Mittwoch, 25. November 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:53 Uhr

Warten auf neue Corona-Maßnahmen - Dax geht die Puste aus

Der deutsche Leitindex hat sich im späten Handel zwar etwas hochgerappelt, für ein Plus hat es am Ende dann aber doch nicht gereicht. Die Ankündigung einer geregelten Amtsübergabe durch US-Präsident Donald Trump an Joe Biden hatte die Wall Street am Vortag nach oben getrieben. Nach Europa konnte die Rekordlaune heute aber nicht überschwappen.

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Der Dax schloss unverändert bei 13.289 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 schaffte ein Mini-Plus von 0,1 Prozent.

Gestützt wurde die Stimmung von der Erwartung einer schnellen Verfügbarkeit der Impfstoffe. Aber: Die Lockdowns könnten "immer wieder für Rückschläge sorgen", so die Warnung im Handel. Im Fokus standen vor allem die neuen Corona-Einschränkungen, die aktuell diskutiert werden.

Im Tagesverlauf hatten Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer in einer Video-Schalte über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie beraten.

Zur Diskussion stand, dass der aktuell geltende Teil-Lockdown mit der Schließung unter anderem von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt am Donnerstag (9 Uhr) im Bundestag eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie ab. Sie will dabei den Kurs von Bund und Ländern für die Wochen bis zum Jahresende erläutern, auf den sie sich heute mit den Ministerpräsidenten verständigen wollte.

Gefragt waren am Mittwoch Rohstoffe: Am Ölmarkt setzen Anleger seit rund zwei Wochen auf eine rasche Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Anleger beruhige, dass es nicht nur um einen einzigen Impfstoff gehe, sondern gleich mehrere Pharmakonzerne Mittel und damit Lösungen für die Krise in Aussicht stellten, sagte Analyst Evangelista. Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung nach einem Impfstoff-Erfolg trieb die Anleger zudem in Kupfer. Das Industriemetall verteuerte sich um bis zu 1,4 Prozent auf 7309 Dollar je Tonne und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2014.

17:32 Uhr

Bitcoin steigt auf neues Allzeithoch

Bitcoin hat am Mittwoch mit 19.509 Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Damit wurde das alte Hoch bei 19.458 Dollar geknackt. Bitcoin hat in diesem Jahr stark von der Coronavirus-Pandemie profitiert. Die verstärkte Nachfrage von institutionellen Anlegern spricht für eine größere Nachhaltigkeit als beim vorherigen Hoch, das von einem Kurszusammenbruch in der Folge von 80 Prozent begleitet wurde.

 

17:26 Uhr

Insider: Opec+ will Förderbremse wohl verlängern

Die großen Erdöl-Exporteure neigen laut Insidern weiter zu einer Verlängerung der aktuellen Förderbeschränkungen. Daran ändere auch der jüngste Preisanstieg nichts, ließen Insider heute wissen. "Es sieht so aus, dass eine Verlängerung notwendig ist", sagte eine von ihnen.

Grund seien mögliche Preisrückschläge und Nachfrage-Rückgänge infolge der aktuellen Coronavirus-Beschränkungen. Ursprünglich wollte die Ländergruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, die Fördermengen ab Januar um zwei Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Dank Erfolgen bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs haben sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI in den vergangenen Wochen um jeweils knapp 30 Prozent verteuert. Mit 48,75 beziehungsweise 45,72 Dollar je Barrel (159 Liter) waren die beiden Terminkontrakte so teuer wie zuletzt vor neun Monaten. Analysten erwarten daher, dass einige Mitglieder des Kartells gegen eine Verlängerung der Förderbeschränkungen aufbegehren könnten.

16:58 Uhr

Biontech setzt auf KI - Kooperation in London

Das Mainzer Biotechunternehmen hat mit dem britischen Startup InstaDeep eine Partnerschaft zur Entwicklung neuer Immuntherapien vereinbart. Dabei soll auch künstliche Intelligenz eingesetzt werden, wie Biontech mitteilte.

Biontech
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Zudem soll ein gemeinsames Innovations-Labor in London und Mainz aufgebaut werden, um eine Reihe digitaler Initiativen etwa in den Bereichen Arzneimittelforschung und -design sowie in den Betriebsabläufen voranzutreiben. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von neuartigen Impfstoffen und Biopharmazeutika gegen Krebs sowie zur Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten, einschließlich Covid-19. Finanzielle Details zu der Zusammenarbeit mit der auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Londoner Firma wurden nicht genannt.

16:31 Uhr

Zoff wegen Personalien und Vertrag: VW-Konzernchef Diess lässt nicht locker

Der im Sommer nur mühsam beigelegte Streit zwischen Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess und der Arbeitnehmerseite könnte sich an Personalvorstellungen des Managers neu entzünden. So stößt Diess nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im Kontrollgremium der Wolfsburger auf Widerstand gegen seine Wunschkandidaten für die neu zu besetzenden Vorstandsposten des Finanz- und Einkaufsressorts.

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Zudem soll er auch erneut eine frühzeitige Verlängerung seines eigenen, bis 2023 laufenden Vertrags ins Spiel gebracht haben. Mit einem solchen Vorschlag war er dem Vernehmen nach bereits im Sommer gescheitert - was unter anderem zu einem Eklat mit dem Aufsichtsrat führte, in dessen Folge sich Diess öffentlich entschuldigen musste. Aus Kreisen der Kontrolleure hieß es mit Blick auf die diskutierten Top-Personalien, Diess habe "gewisse Vorstellungen", die er in die Debatte einbringe. "Da gibt es Meinungsverschiedenheiten."

15:59 Uhr

Wall-Street-Anleger verschnaufen

Nach der Rekordjagd am Dienstag legt die Wall Street erstmal eine Pause ein. Im Vorfeld des Feiertages "Thanksgiving" am Donnerstag und dem verkürzten Handel am Freitag könnten im Verlauf zudem Gewinnmitnahmen einsetzen.

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Der Dow-Jones-Index verliert 0,6 Prozent auf 29.973  Punkte. Für den S&P-500 geht es um 0,2 Prozent nach unten.

Die anhaltende Hoffnung auf eine baldige Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen und der nun in geregelten Bahnen verlaufende Übergabeprozess an den Wahlsieger Joe Biden hatten den Dow-Jones-Index am Vortag erstmals über die Marke von 30.000 Punkte steigen lassen.

"Wir sind sicherlich in einer viel optimistischeren Position als noch vor einigen Wochen", so Seema Shah, Chefstrategin bei Principal Global Investors. "Der Markt versucht, zwischen den kurzfristigen Aussichten einer Winterwelle von Covid-Fällen und den aufgrund der Impfstoffe mittelfristig positiveren Aussichten auszubalancieren. Doch die mittelfristigen Aussichten sind weiter mit Unsicherheiten behaftet", ergänzt die Teilnehmerin.

15:47 Uhr

Was steckt hinter dem Kurssturz bei Nikola?

Die Papiere des Anbieters von Elektro-Lastwagen fallen um 15 Prozent. Offenbar zweifeln Anleger, dass der angekündigte Einstieg von GM zustande kommt.

Nikola
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Konzernchef Mark Russell gelang es im CNBC-Interview nicht, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Auch konnte er die Spekulationen auf einen bevorstehenden Verkauf von Firmenanteilen durch Gründer Trevor Milton nicht beenden.

15:21 Uhr

Dow-Rekord verpufft: Dax auf dem Rückzug

Nach den klaren Vortagesgewinnen gönnt sich der deutsche Aktienmarkt eine Auszeit. Der Dax notiert am Nachmittag 0,2 Prozent tiefer bei 13.264 Punkten. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte sinkt um 0,1 Prozent auf 28.998 Zähler. Für den EuroStoxx 50 geht es 0,2 Prozent abwärts. "Von der Rekordlaune an der Wallstreet wollen sich die Anleger offensichtlich nicht anstecken lassen", bemerkte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Am Dienstag hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial ein weiteres Rekordhoch markiert und erstmals über der Marke von 30.000 Punkten geschlossen.

Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank zollen ihren jüngsten Erholungsrallys Tribut und verloren 0,9 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent. Die Aktien der Deutschen Telekom legen nach einer Kaufempfehlung um 2,1 Prozent zu. Sie überwanden dabei die Marke von 15 Euro, die sich in den vergangenen Handelstagen immer wieder als Hürde erwiesen hatte. Nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank stiegen die Papiere von Thyssenkrupp um 2,0 Prozent.

 

15:05 Uhr

US-Wirtschaft wächst im Rekordtempo

Die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal deutlich gewachsen und hat sich damit von einem Großteil der Pandemieverluste erholt, aber sie liegt immer noch unter dem Niveau von 2019.

Wie das Handelsministerium im Rahmen einer ersten Datenrevision berichtete, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die erste Schätzung wurde damit - wie von Ökonomen erwartet - bestätigt. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft um 31,4 Prozent geschrumpft, im ersten Quartal um 5,0 Prozent.

14:50 Uhr

Deutlich mehr Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe - Warum?

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Corona hat Amerika fest im Griff.

dpa

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA steigt überraschend. Insgesamt stellten vorige Woche 778.000 Amerikaner einen solchen Antrag auf staatliche Stütze und damit 30.000 mehr als eine Woche zuvor, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilt.

Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 730.000 gerechnet. Der schwächelnde Arbeitsmarkt ist eine der größten Herausforderungen für den künftigen US-Präsidenten Joe Biden. Wegen der Corona-Pandemie gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang nur etwa zwölf Millionen zurückgewonnen wurden. Da die Zahl der neuen positiven Corona-Tests zuletzt Rekordwerte erreichte, wurden den Unternehmen vielerorts neue Beschränkungen auferlegt. Das könnte dazu führen, dass sie sich von Mitarbeitern trennen oder keine neuen einstellen.

14:23 Uhr

Internes Dokument: Exxon kappt Ölpreis-Prognose

Exxon Mobil wird pessimistischer für die Ölpreisentwicklung. Der Konzern hat seinen Ausblick für die Ölpreise in den nächsten Jahren gesenkt, wie aus internen Unternehmensdokumenten hervorgeht, in die das "Wall Street Journal" Einblick hatte.

Als Teil des internen Finanzplanungsprozesses, der im Herbst vorgenommen wurde, senkte Exxon seine Erwartungen an die Ölpreise für jedes der nächsten sieben Jahre um 11 bis 17 Prozent. Das signalisiert, dass der Konzern davon ausgeht, dass die pandemiebedingten Preisrückgänge sich nicht so schnell wieder aufholen lassen. 2019 hatte Exxon intern prognostiziert, dass der Preis für Öl der Nordseesorte Brent für die nächsten fünf Jahre durchschnittlich bei 62 Dollar je Barrel liegen würde, bevor er sich 2026 und 2027 auf 72 Dollar erhöhen würde. Im Sommer senkte Exxon diese Prognose auf 50 bis 55 Dollar für fünf Jahre, bevor der Preis dann auf 60 Dollar steigen würde. Derzeit kostet ein Barrel Brent-Öl etwa 47 Dollar.

14:13 Uhr

Lehren aus der Krise: EU mit neuer Pharmastrategie

Nach der Corona-Pandemie will die EU-Kommission Lücken in der europäischen Arzneimittelversorgung schließen. Gleichzeitig sollen neue Medikamente möglichst für alle Bürger zugänglich und erschwinglich bleiben. Das sind die Ziele einer umfassenden Pharma-Strategie, die die Kommission vorlegte.

Konkrete Gesetzgebungsvorschläge sollen folgen. Zu Beginn der Pandemie war deutlich geworden, wie abhängig Europa vom Import von Arzneien und Grundstoffen aus Asien ist. Zeitweise wurde vor Verschärfung von Engpässen in den Apotheken gewarnt. Die Kommission will deshalb die Pharmagesetzgebung überholen. Die Arzneimittelbehörde EMA soll künftig Engpässe frühzeitig aufdecken und gegensteuern.

13:18 Uhr

Paris schickt Google und Amazon Digitalsteuer-Bescheide

Ungeachtet der US-Drohung mit Strafzöllen erhebt Frankreich in diesem Jahr eine Digitalsteuer für Internet-Konzerne. Die betroffenen Unternehmen - darunter Google, Amazon und Facebook - hätten bereits Steuerbescheide erhalten, erklärte das Finanzministerium in Paris. Es bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times".

US-Präsident Donald Trump hatte die Steuer als "unfair" kritisiert, Washington drohte daraufhin mit Strafzöllen auf französische Produkte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). Der Aufschlag in Höhe von 25 Prozent soll auf Waren wie Kosmetika und Handtaschen erhoben werden.

12:43 Uhr

Plus vier Prozent - Was ist bei ThyssenKrupp los?

Die Deutsche Bank hat zum Einstieg bei ThyssenKrupp geblasen!

Offenbar setzt das Haus stärker auf zyklische Werte. Deshalb hat die Bank Händlern zufolge Thyssenkrupp auf die Kaufliste genommen. Das Kursziel liegt bei 8 Euro. Allerdings hat der Kurs in den vergangenen vier Handelstagen bereits 20 Prozent zugelegt. Marktanalyst Thomas Bopp vom Magazin Traders' hatte zuletzt geraten, für einen Einstieg das Überwinden der 200-Tage-Linie abzuwarten. Sie liegt bei 5,91 Euro - geschlossen hat die Aktie am Dienstag mit 5,67 Euro. Der Kurs steigt nun um weitere 4,2 Prozent auf genau 5,91 Euro.

12:15 Uhr

IfW: Unternehmenshilfen müssen auch bei "nächster Welle tragen"

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat vor den Beratungen von Bund und Ländern über Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie eine grundsätzliche Überarbeitung von Unternehmenshilfen angemahnt. "Die angesichts des Pandemieverlaufs gebotene Verlängerung des Teil-Lockdowns verlängert auch die Wirtschaftskrise und verzögert den Aufschwung", erklärte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

"Statt immer weiterer Ad-hoc-Hilfsprogramme für Unternehmen sollte die Politik lieber ihren Instrumentenkasten bereinigen und gezieltere Hilfen bereitstellen", verlangte der Ökonom. Eine Verlängerung der Hilfsgelder sei "nötig und auch finanzierbar". Die Unternehmenshilfen müssten aber überarbeitet werden. Nötig sei ein System, "das auch für die nächste Welle oder Krise trägt". Die Hilfen sollten nicht am Umsatz festgemacht werden, das führe zu Fehlsteuerungen. Die Orientierung am Umsatz habe außerdem ganz unterschiedliche Effekte in den einzelnen Branchen.

11:16 Uhr

Zoff bei Daimler: Aus für Elektro-Campus in Untertürkheim?

Im Streit um die Zukunft seines Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim wirft der Autobauer Daimler dem Betriebsrat eine Blockadehaltung vor und droht mit alternativen Standorten für das geplante Elektro-Kompetenzzentrum.

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"Die Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite beharren darauf, dass alle bestehenden Vereinbarungen unverändert umgesetzt werden", heißt es in einer internen Information an die Mitarbeiter, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwar seien die aus damaliger Sicht sinnvoll und richtig gewesen, doch die Lage habe sich grundlegend verändert. "Festhalten am Status quo ist daher keine Option", schreiben die Vorstände Markus Schäfer und Jörg Burzer.

Um Platz für den geplanten "Campus Mercedes-Benz Drive Systems" zu schaffen, will der Autobauer andere Teile der Produktion verlagern. Der Betriebsrat besteht aber darauf, dass für wegfallende Arbeit im Zuge des Umstiegs auf die Elektromobilität wie einst vereinbart eine Kompensation geschaffen wird. 

11:02 Uhr

Ifo-Chef fordert Nachtragshaushalt statt neue Schulden

Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat die geplante deutliche Erhöhung der Neuverschuldung im kommenden Jahr kritisiert. "Die Ausdehnung der Neuverschuldung halte ich nicht für sinnvoll. Sie lädt dazu ein, Ausgaben zu erhöhen, auch wenn diese Ausgaben nicht erforderlich sind", sagte Fuest der "Rheinischen Post". "Gerade in einem Wahljahr ist das bedenklich."

Die Koalition solle lieber abwarten, wie sich Ausgaben und Einnahmen entwickeln, und dann einen Nachtragshaushalt 2021 verabschieden, riet Fuest. "Gleichzeitig wäre es wünschenswert, Ausgaben und Steuersubventionen im Hinblick auf Kürzungsmöglichkeiten zu prüfen und vor allem das Ausgabenwachstum zu begrenzen", betonte der Ökonom.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Neuverschuldung 2021 laut Berichten auf rund 160 Milliarden Euro anheben. Bisher sieht der Etatentwurf 96,2 Milliarden Euro an neuen Schulden vor, nach 218,5 Milliarden 2020.

10:21 Uhr

Einzelhandel warnt vor Hamsterkäufen und Schlangen vor Geschäften

Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie hat der Einzelhandel vor strengeren Beschränkungen für die maximale Kundenzahl in Geschäften gewarnt. "Wenn nur noch wenige Menschen gleichzeitig den Supermarkt oder das Modehaus in der Innenstadt betreten dürfen, dann führt das zwangsläufig zu langen Schlangen vor den Geschäften und in den Fußgängerzonen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth.

Das könne den Kunden den Eindruck von erhöhter Nachfrage und Warenknappheit vermitteln und am Ende zu erneuten Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel führen, warnte Genth. "Diese Entwicklung sollte unbedingt vermieden werden, damit der Handel auch weiterhin flächendeckend die Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs sicherstellen kann."  Zudem sei es auch nicht im Sinne der Eindämmung der Pandemie, wenn viele Kunden vor den Geschäften wartend bei kalter Witterung eng beieinander stünden. Der HDE forderte deshalb, bei der derzeitigen Regelung zu bleiben.

10:07 Uhr

Paketzusteller profitieren kaum vom Online-Boom

Vom Boom im Online-Handel und Rekordlieferungen im Weihnachtsgeschäft profitieren Paketzusteller nur wenig. In den vergangenen zehn Jahren stieg das Gehalt bei Post-, Kurier- und Expressdiensten deutlich langsamer als in der gesamten Wirtschaft, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.

Demnach legte der Bruttomonatsverdienst aller Beschäftigten der Branche gemessen am Jahr 2010 um 15,6 Prozent zu. In der gesamten Wirtschaft waren es in dem Zeitraum plus 25,6 Prozent. Arbeitnehmer bei Post-, Kurier- und Expressdiensten werden damit relativ schlecht bezahlt, wie die Wiesbadener Behörde weiter mitteilte. 2019 bekamen Vollzeitbeschäftigte im Mittel 2924 Euro brutto im Monat - rund 1000 Euro weniger als der Durchschnitt aller Beschäftigten (3994 Euro). Bei vielen Menschen in der Branche lag der Verdienst aber deutlich niedriger: Angelernte Kräfte erhielten 2403 Euro im Monat brutto und ungelernte im Schnitt 2019 Euro.

09:42 Uhr

Ölpreise notieren auf den höchsten Ständen seit März

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Unter Biden will die USA wieder stärker auf andere Länder zugehen. Das kommt an!

picture alliance / dpa

Die Ölpreise knüpfen an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage an und steigen zwischenzeitlich auf die höchsten Stände seit März. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt noch 48,28 Dollar. Das waren 42 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 33 Cent auf 45,24 Dollar.

Erneut wurden die Ölpreise durch eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten mit nach oben gezogen. An der Börse in New York hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Dienstag erstmals die Marke von 30.000 Punkten geknackt.

Marktbeobachter verwiesen außerdem auf einen bevorstehenden Politikwechsel in den USA. In der größten Volkswirtschaft der Welt sind die Weichen für den Bruch mit der Politik von Präsident Donald Trump gestellt: Der gewählte Nachfolger Joe Biden hat bei der Vorstellung seiner Mannschaft für die Außen- und Sicherheitspolitik den Führungsanspruch der USA betont. Es wurde deutlich, dass die USA wieder stärker auf die Unterstützung und Partnerschaft anderer Länder setzen werden. Das schürt Hoffnungen auf mehr konjunkturellen Rückenwind.

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09:22 Uhr

Schwungvoll in den Tag: Dax folgt Dow nach oben

Starke Wall-Street-Vorgaben haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwochmorgen ein Stück weit Rückenwind beschert.

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Der deutsche Leitindex Dax gewinnt in den ersten Handelsminuten 0,34 Prozent auf 13.337,61 Punkte, nachdem er am Vortag um rund 1,3 Prozent zugelegt hatte. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte rückte um 0,41 Prozent auf 29 148,20 Zähler vor. Für den EuroStoxx 50 ging es um rund 0,3 Prozent aufwärts. Am Dienstag hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial ein Rekordhoch markiert und erstmals über der Marke von 30.000 Punkten geschlossen.

08:29 Uhr

Immobilien-Preise steigen so stark an wie zuletzt vor vier Jahren

Trotz der Corona-Krise sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im vergangenen Quartal so stark gestiegen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Von Juli bis September lagen sie im Schnitt um 7,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Damit stiegen die Preise trotz der Corona-Krise durchschnittlich so stark wie zuletzt im 4. Quartal 2016", hieß es dazu. Damals hatte das Plus sogar 8,4 Prozent betragen.

Verglichen mit dem Vorquartal verteuerten sich Wohnungen und Häuser im vergangenen Sommer um 2,6 Prozent. Ein baldiges Ende des Aufwärtstrends ist Experten zufolge nicht in Sicht. An vielen Orten sei nicht genügend gebaut worden, weshalb Wohnungen entsprechend knapp und teuer seien, hieß es zuletzt etwa beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Zudem schichteten viele institutionelle Investoren ihre Gelder um und fassten dafür Immobilien für den Werterhalt ins Auge, was ebenfalls die Preise treiben dürfte.

08:04 Uhr

HP und Dell übertreffen die Erwartungen

Die Computerhersteller HP und Dell haben im jüngsten Quartal von der hohen Nachfrage nach Laptops unter anderem zur Ausstattung des Homeoffice während der Pandemie profitiert. Damit konnten die fehlenden Verkäufe für Büroausstattung ausgeglichen werden. Der Laptop-Umsatz von HP kletterte im vierten Geschäftsquartal per Ende Oktober um 18 Prozent auf ein Rekordniveau. Mit Desktop-PCs setzte der Konzern dagegen weniger um. Der Gesamtumsatz sank zwar um 1 Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar, lag damit aber oberhalb der Erwartungen der Analysten.

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Sowohl HP als auch Dell erwarten eine anhaltend hohe Nachfrage nach Laptops. Im lukrativeren Druckergeschäft musste HP allerdings einen Umsatzrückgang um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Einnahmen dagegen um 23 Prozent. Dell steigerte den Konzernumsatz im Quartal, das am 30. Oktober endete, um 3 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Analystenerwartungen. Der Umsatz im Geschäft mit Endkunden stieg kräftig, während die Einnahmen aus dem Geschäft mit Servern und Datenspeichern sanken.

Den Gewinn steigerte HP auf 668 Millionen Dollar von 388 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag auf bereinigter Basis bei 62 Cent. Analysten hatten mit 52 Cent gerechnet. Im laufenden ersten Quartal rechnet HP mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 64 bis 70 Cent. Der Analystenkonsens steht derzeit bei 54 Cent. Einen Umsatzausblick gab HP nicht. HP kündigte an, die Dividende im Geschäftsjahr 2020/21 um 10 Prozent zu steigern. Dell erzielte in seinem dritten Geschäftsquartal einen Gewinn von 881 Millionen Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,03 Dollar. Analysten hatten 1,42 Dollar prognostiziert.

07:51 Uhr

Dax hat Corona-Beratungen im Blick

Vor den neuen Corona-Beratungen von Bund und Ländern wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Dienstag hatte er dank Hoffnungen auf eine rasche Überwindung der Virus-Krise und auf eine geordnete Machtübergabe in den USA 1,3 Prozent auf 13.292,44 Punkte zugelegt.

Im Tagesverlauf will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer über weitere Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie beraten. Bund und Länder haben vor der entscheidenden Runde ein neues Maßnahmenpaket vorgelegt. Der Chef des Bundeskanzleramts und die Staatskanzleichefs vereinbarten laut einem Reuters vorliegenden Papier, dass es künftig auch wieder Auflagen für den Einzelhandel geben soll. Zudem werden weitere Einschränkungen bei Gastronomie und Hotels auch im Januar erwartet.

Daneben richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die Zahlen zu den US-Konsumausgaben. Experten erwarten für Oktober eine Abschwächung des Wachstums auf 0,4 Prozent von 1,4 Prozent im Vormonat. Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Abend (MEZ) veröffentlicht zudem die US-Notenbank die Protokolle ihrer jüngsten Beratungen. Investoren versprechen sich von den Mitschriften Signale für zusätzliche Fed-Geldspritzen im Dezember.

06:49 Uhr

Sparkassen-Präsident: Versprochene Hilfen müssen rasch kommen

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis hat eine Verlängerung des Teil-Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie verteidigt. "Ohne eine stabile Gesundheitslage kann es keine gute wirtschaftliche Entwicklung geben", sagte Schleweis der "Rhein-Neckar-Zeitung". Mit Blick auf die immer noch hohe Zahl der Neuinfektionen betonte er: "Die zuletzt noch steigende Kurve kann nur nach unten gedrückt werden, wenn jeder von uns für begrenzte Zeit drei von vier früheren Kontakten vermeidet." Allerdings seien einzelne Branchen wie die Gastronomie und die Freizeitwirtschaft, "die gute Hygienekonzepte haben", sehr hart getroffen. Die Politik bemühe sich zwar darum, die verlorenen Umsätze auszugleichen.

"Man wird aber ehrlich sagen müssen: Auch die November-Zuschüsse werden nicht alle bereits entstandenen Verluste ausgleichen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Auch die Sparkassen könnten entgangene Gewinne nicht durch Kredite ausgleichen. "Es ist deshalb sehr wichtig, dass die von der Politik versprochenen Hilfen rasch bei den Betroffenen ankommen." Steigende Kreditausfälle sind laut Schleweis "im Moment" in den Zahlen noch nicht sichtbar. "Im Gegenteil: Die Zahlungsmoral ist gestiegen, die Verzugstage sinken, es werden weniger Überziehungen in Anspruch genommen", sagte der DSGV-Chef. "Aber natürlich rechnen wir realistischerweise in den nächsten Jahren mit steigenden Kreditausfällen." Darauf hätten sich die Sparkassen wirtschaftlich vorbereitet.

06:21 Uhr

Asiatische Anleger blicken optimistisch auf 2021

Die anhaltende Erleichterung über das Einlenken von US-Präsident Donald Trump zur Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Joe Biden treibt weiter die asiatischen Börsen an. Nach Wochen politischer Unsicherheit blicken die Anleger optimistisch Richtung 2021 und setzen mit dem neuen Präsidenten und den positiven Impfstoffnachrichten darauf, dass die wirtschaftliche Erholung Fahrt aufnimmt.

Nikkei
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"Die Stimmung läuft sich heiß, da wir uns dem Ende eines Wahnsinnsmonats für Risikoaktiva nähern. Man fragt sich also, warum der Markt Anzeichen von Euphorie zeigt, und wir erwarten in Kürze einen gewissen Rückzug", sagte Marktanalyst Kyle Rodda von IG Australia. "Aber trotz aller Risiken, die die Pandemie in den nächsten Monaten mit sich bringt, scheinen die Anleger glücklich zu sein, alles außer Acht zu lassen und sich für eine Welt nach der Pandemie zu positionieren.

Die Börse in Tokio hat sich zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 26.526 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,7 Prozent und lag bei 1775 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,6 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 104,49 Yen und gab 0,2 Prozent auf 6,5774 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9108 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1906 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0844 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3359 Dollar.