Dax wehrt Attacke nach unten ab und schafft kräftiges Plus
Wieder zufriedenere Gesichter auf dem Frankfurter Börsenparkett: Nachdem die 15.000er Marke des Dax am Vormittag einer weiteren Attacke standgehalten hat, sind die Kurse im Verlauf des Tages wieder angestiegen. Nach Erreichen des Tagestiefs von 15.011 Punkten ging es mit dem Dax hoch - der Leitindex ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 15.194 Punkte aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,7 Prozent höher bei 4066 Stellen.
Übergeordnet blieben die Marktteilnehmer aber vielfach vorsichtig, auch weil der Ölpreis auf den höchsten Stand seit sieben Jahren stieg. Fachleute befürchten nun, dass die US-Notenbank mit einer baldigen Zinsanhebung gegensteuern könnte, um die Inflation nicht ausufern zu lassen.
Demgegenüber machten die Konjunkturindikatoren den Anlegern Hoffnung. So ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich in Deutschland weniger stark zurückgegangen als zunächst errechnet, und der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau ist im August im Jahresvergleich um 48 Prozent nach oben geschnellt.
Gefragt waren Aktien der Banken und die zuletzt stark zurückgekommenen Technologiewerte. So stiegen Deutsche Bank um 3,6 Prozent, Commerzbank legten um 2,9 Prozent zu. Die Bankenwerte profitierten laut Händlern von einer Branchenstudie von JP Morgan, die ein Kurspotenzial von 15 Prozent aufzeige.
Gut kam der Ausblick von Infineon an, für den Wert ging es um 4,8 Prozent nach oben. Die Münchener rechnen für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Wachstum im Bereich von 15 Prozent und einer auf etwa 20 Prozent steigenden Marge über die Geschäftssegmente hinweg.
Hellofresh gewannen 3,6 Prozent. Berenberg hat die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro bekräftigt. Auch andere Online-Aktien lagen nun wieder auf Erholungskurs. Zalando stiegen um 1,6 Prozent, Delivery Hero um 0,1 Prozent.
Shop Apotheke verteuerten sich im SDax nach ersten Aussagen zum abgelaufenen Quartal um 8,7 Prozent. Für Grenke ging es dagegen um 6,7 Prozent nach unten. Der Leasinganbieter kann seine Prognose für das Neugeschäft im laufenden Jahr nicht halten. Wie das Unternehmen am Vorabend mitteilte, hat das Leasinggeschäft unter globalen Lieferengpässen gelitten, insbesondere bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik. Den Gewinnausblick für das Gesamtjahr bestätigte Grenke gleichwohl.
ntv-Börsenexperte Friedhelm Tilgen erklärt, was ein ETF ist
Hier einmal ein bisschen Weiterbildung für Nichtfachleute. Wer sich mit Aktien beschäftigt, ist sicherlich schon einmal über ETFs gestolpert. Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Abkürzung und was ist das Besondere daran? ntv-Börsenexperte Friedhelm Tilgen klärt auf.
Frankreichs Industrie unerwartet stark
Positives gibt es von der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zu berichten. Die französischen Unternehmen haben ihre Produktion im August überraschend stark hochgefahren. Die Industriebetriebe, Bergbaufirmen und Versorger stellten ein Prozent mehr her als im Juli, wie das nationale Statistikamt in Paris mitteilte. Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet, nach einem Anstieg von 0,5 Prozent im Juli.
Allein bei der Industrie ging es um 1,1 Prozent bergauf. Viele Betriebe leiden weiter unter Lieferengpässen bei wichtigen Vormaterialien. Frankreichs Wirtschaft stagnierte zu Jahresanfang weitgehend und legte im Frühjahr um rund ein Prozent zu.
Dax baut Gewinn aus - wichtige Marke kommt näher
Der Dax hat am Nachmittag weiter auf Erholungskurs gelegen. Im Verlauf des Nachmittags baute er die Gewinne aus und stieg um 0,9 Prozent auf 15.173 Punkte - das ist bisher Tageshoch. "Sollte der Dax den Widerstand bei 15.233 Punkten überwinden, könnte sich die Erholung in Richtung 15.600 ausdehnen", so ein Marktanalyst. Im Bereich 15.600 bis 15.650 liegt ein erster stärkerer Widerstandsbereich, hier verläuft auch die 100-Tage-Linie. Auf der Unterseite gilt der Bereich um 15.000 Punkte als Dreh- und Angelpunkt.
Infineon nimmt Geld in die Hand
Der Chipkonzern Infineon erwartet ein gutes Geschäftsjahr 2022 und will mehr investieren. Auch Umsatz und Marge sollen weiter wachsen, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. "Das Jahr 2022 wird ein starkes Jahr. Wir setzen unseren Weg des profitablen Wachstums und der nachhaltigen Wertschaffung fort", sagte Konzernchef Reinhard Ploss.
Der Umsatz soll im neuen Geschäftsjahr, das am 1. Oktober begann, im mittleren Zehn-Prozent-Bereich steigen, wie Infineon weiter mitteilte. Das entspricht einem Wert um 15 Prozent herum. Zudem will Infineon mehr investieren, um Wachstumschancen zu nutzen. Sie sollen auf rund 2,4 Milliarden steigen.
Die Anleger honorierten die Vorhaben positiv. Die Infineon-Aktie verteuerte sich um 4,4 Prozent.
Erholung der Tech-Werte gibt Wall Street Auftrieb
Anleger nutzen den jüngsten Kursrutsch der Technologiewerte zum Wiedereinstieg in den Sektor. Damit gaben sie der US-Börse insgesamt Auftrieb. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 legten zur Eröffnung jeweils etwa 0,2 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq gewann 0,5 Prozent, nachdem er am Montag um gut zwei Prozent abgerutscht war.
Bei den Unternehmen stand erneut Facebook im Rampenlicht. Der stundenlange Ausfall der Dienste Facebook, Instagram und Whatsapp schürte Kritik an der Vorherrschaft des Online-Netzwerks. "Zudem dürften die Enthüllungen über fragwürdige Geschäftspraktiken den regulatorischen Druck erhöhen und die Reputation weiter schädigen", warnte DZ Bank-Analyst Ingo Wermann. Eine frühere Facebook-Managerin sollte dazu im US-Kongress angehört werden. Die Aktien des Konzerns gewannen ein knappes Prozent, nachdem sie am Montag um knapp fünf Prozent gefallen waren.
Ölpreise weiter stark gestiegen - Greift die Fed bald ein?
Mit den Ölpreisen ist es am Nachmittag weiter nach oben gegangen. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete 82,80 US-Dollar und war damit 1,50 Dollar oder 1,9 Prozent teurer als zum Montagschluss. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um ebenfalls 1,9 Prozent oder 1,42 Dollar auf 78,99 Dollar.
"Das schwarze Gold heizt die jüngsten Preissteigerungen an", sagt Christian Henke von IG Markets. Eine baldige Zinserhöhung werde zunehmend wahrscheinlicher. "Die steigende Inflation schürt die Ängste vor einem baldigen Eingreifen der US-Notenbank", so der Marktanalyst.
Wie teuer kann Öl noch werden?
Die Energiepreise ziehen weiter kräftig an, Öl ist so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Opec will die Fördermengen vorerst nicht stärker ausweiten, das Angebot bleibt also knapp. Wie sehr könnte das den Ölpreis noch nach oben treiben? Was schlecht für Autofahrer ist, kann jedoch gut für Anleger sein. Wie man mithilfe sogenannter ETCs an der Rohstoff-Rally teilhaben kann, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Kemal Bagci von BNP Paribas.
"No Time to Die": Neuer Bond lässt Kinokassen klingeln
Der lang erwartete und wegen der Coronavirus-Pandemie mehrmals verschobene neue James-Bond-Film lockt so viele Menschen wie lange nicht ins Kino. Am Eröffnungswochenende spielte "No Time to Die" 121 Millionen Dollar an den internationalen Kinokassen ein, teilt Universal Pictures mit. Allein in Großbritannien und Irland waren es 35 Millionen Dollar - so viel wie noch nie für einen Film des Geheimagenten 007 am ersten Wochenende. Für den Schauspieler Daniel Craig ist es das fünfte und letzte Mal, dass er in die Rolle des britischen Geheimagenten schlüpft. Ursprünglich sollte "No Time to Die" bereits im April 2020 Premiere feiern. Auf dem weltgrößten Kinomarkt China wird er erst ab Ende Oktober ausgestrahlt. In den USA und Kanada kommt er am Freitag in die Kinosäle.
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USA melden Handelsbilanzdefizit in Rekordhöhe
Das US-Handelsbilanzdefizit ist im August auf einen neuen Rekordwert gestiegen, da die Amerikaner eine große Nachfrage nach importierten Waren an den Tag legten. Das Defizit betrug nach vorläufigen Berechnungen 73,25 Milliarden Dollar nach revidiert 70,30 (vorläufig: 70,05) Milliarden im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Passivsaldo von 70,70 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Exporte erhöhten sich zum Vormonat um 0,5 Prozent auf 213,74 Milliarden Dollar, während die Einfuhren den Rekordwert von 286,991 Milliarden Dollar erreichten, ein Plus zum Vormonat von 1,4 Prozent.
Obwohl die Verschiffungen in die und aus den USA im August insgesamt zunahmen, setzten sich die Probleme mit den globalen Versorgungsketten fort. Da ein schwerer Mangel an Halbleitern die Automobilhersteller zwang, ihre Produktion zu drosseln, gingen die Exporte von Fahrzeugen und Kfz-Teilen um acht Prozent zurück, während die Importe um 5,2 Prozent schrumpften.
Notenbankchef betont Gefahr künftig zu niedriger Inflation
Trotz des derzeit erhöhten Preisdrucks sieht der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau die Gefahr, dass die EZB ihr Inflationsziel künftig verfehlen wird. Zwar könne man nicht bis auf die Nachkommastelle sagen, wie die Inflation 2023 ausfallen werde, sagte er bei einem Treffen mit französischen Parlamentariern. "Doch bleibt das Risiko, dass wir unser Inflationsziel eher unter- als überschreiten", fügte er an.
Die Inflation im Euroraum ist im September mit 3,4 Prozent so hoch ausgefallen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Ein Großteil des derzeitigen Inflationsschubs ist nach Ansicht der Währungshüter weiterhin nur temporär und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt - so auch Lieferkettenprobleme und Materialengpässe.
Die EZB geht in ihrem Basis-Szenario davon aus, dass die Inflation mittelfristig unter ihrem Ziel von zwei Prozent bleiben wird. Für 2021 wird eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent unterstellt, die 2022 auf 1,7 und 2023 auf 1,5 Prozent fallen soll.
Gegenbewegung nach Ausverkauf an Wall Street erwartet
Die US-Börsen dürften heute einen kleinen Teil ihrer Verluste vom Wochenbeginn wettmachen. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten eine etwas festere Eröffnung an. Ursächlich für den gestrigen Ausverkauf waren nach Angaben aus dem Handel die andauernden Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten um eine Anhebung der US-Schuldenobergrenze, die globale Energiekrise und die neuen Entwicklungen um den wankenden chinesischen Immobilien-Konzern Evergrande. Belastet wurden die Kurse auch von kräftig steigenden Ölpreisen, nachdem die Opec+ beschlossen hatte, keine üppigen Produktionsausweitungen vorzunehmen.
Bis die Bilanzsaison richtig in Schwung kommt, dauert es allerdings noch etwas. Vorbörslich hat von den großen US-Unternehmen nur Pepsico Zahlen veröffentlicht. Ansonsten dürften erst einmal Konjunkturdaten im Fokus stehen. Veröffentlicht wird noch vor der Startglocke die Handelsbilanz der USA aus dem August. Kurz nach Handelsbeginn folgen Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe von Markit und ISM.
Währungsstratege zur näheren Zukunft des Euro
Euro / DollarWie geht es weiter mit dem Euro? Die Gemeinschaftswährung habe sich in letzter Zeit gegenüber dem US-Dollar zwar abgeschwächt, dürfte aber bis zum Jahresende wieder in Richtung 1,18 Dollar steigen, wenn die Risikobereitschaft zurückkehre und sich die Wachstumsaussichten in der Eurozone verbesserten, so Nordine Naam, Währungsstratege bei Natixis. Der Dollar werde derzeit durch die Nachfrage nach sicheren Häfen gestützt, die durch die Rückgänge an den Aktienmärkten, Stagflationssorgen und höhere Anleiherenditen bedingt sei.
Die Risikobereitschaft dürfte jedoch im Laufe des Jahres zurückkehren und den Euro beflügeln. Der Aufschwung in der Eurozone dürfte auch aufgrund der weit verbreiteten Covid-Impfungen stärker ausfallen als in den USA. "Wir sind zuversichtlicher, was das Wachstum in der Eurozone im nächsten Jahr angeht", ergänzt der Experte. Aktuell notiert der Euro bei 1,1597 Dollar.
E-Auto-Rekord bei Neuzulassungen in Deutschland
Für die Deutschen sind Elektroautos zunehmend eine Alternative. Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg im September auf einen Höchstwert, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht. 17,1 Prozent waren demnach batterieelektrische Autos und 12,7 Prozent Plug-in-Hybride. Reine Diesel-Antriebe kamen auf 15,9 Prozent, Benziner auf 35,9 Prozent.
Der Bund und die Hersteller fördern den Kauf von Elektroautos mit bis zu 9000 Euro. Das soll die Klimabilanz verbessern. Sämtliche im September zugelassenen Fahrzeuge stießen laut KBA im Durchschnitt 111,6 Gramm Kohlendioxid je Kilometer aus, rund 17 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Insgesamt wurden im September 196.972 Autos neu zugelassen. Das war gut ein Viertel weniger als im Vorjahresmonat und der schwächste September-Wert seit 1991. Im Gesamtjahr liegt der deutsche Automarkt bislang mit rund zwei Millionen Fahrzeugen um 1,2 Prozent im Minus.
Pepsico verdient mehr als erwartet und hebt Ausblick an
In den USA ist die Berichtssaison losgegangen. Der Snack und Getränkeriese Pepsico hat im dritten Quartal einen Gewinn und Umsatz erzielt, der die Erwartungen an der Wall Street übertroffen hat. Zudem gab der Konzern einen optimistischen Ausblick für das Gesamtjahr. Der Nettogewinn stieg im Quartal auf 2,22 Milliarden US-Dollar oder 1,60 Dollar pro Aktie gegenüber 2,29 Milliarden Dollar oder 1,65 Dollar pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Unter Ausschluss einmaliger Posten lag der Kerngewinn pro Aktie bei 1,79 Dollar und damit über dem Factset-Konsens von 1,73 US-Dollar.
Für das Jahr 2021 hob das Unternehmen seine Wachstumsprognose für den organischen Umsatz von sechs Prozent auf acht Prozent an und erwartet nun ein Wachstum des Kerngewinns je Aktie von "mindestens" zwölf Prozent gegenüber den bisherigen Wachstumserwartungen von zwölf Prozent.
Ifo: Kurzarbeit geht langsamer zurück
Der Rückgang bei der Kurzarbeit hat sich nach Berechnungen des Ifo-Instituts im September verlangsamt. 610.000 Menschen waren demnach noch in Kurzarbeit nach revidiert 694.000 im August. Im Juli waren es revidiert 1,07 Millionen. Das sind 1,8 Prozent der abhängig Beschäftigten nach 2,1 Prozent im August und 3,2 Prozent im Juli, schätzt das Münchner Institut nach eigenen Angaben auf der Grundlage seiner Konjunkturumfrage und von Daten der Bundesagentur für Arbeit.
In der Autobranche stieg die Zahl von revidiert 26.000 auf 34.000, das sind nun 3,6 Prozent nach 2,8 Prozent der Beschäftigten. In der Metallerzeugung erhöhte sie sich von revidiert 3.000 auf 6.000, das sind nun 2,1 Prozent nach 1,1 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es im Gastgewerbe. Hier sind laut den Zahlen aktuell 5,5 Prozent oder 58.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, im Vormonat waren es noch 7,6 Prozent.
Hiobsbotschaft bei britischen Auto-Neuzulassungen
Die Zahl der neu zugelassenen Autos ist in Großbritannien auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gesunken. Der September sei mit 215.312 neu zugelassenen Fahrzeugen der schwächste seit mehr als 20 Jahren gewesen, teilte die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mit. Damit wurden im vergangenen Monat gut 34 Prozent weniger Autos neu registriert als im Vorjahresmonat, obwohl damals Corona-Beschränkungen die Wirtschaft stark belasteten.
Verglichen mit Vor-Corona-Zeiten lag der vergangene September sogar fast 45 Prozent unter dem dem Zehn-Jahres-Durchschnitt für den eigentlich starken Monat. Seit 1999 galten neue Vorgaben für Neuregistrierungen, seitdem lagen die Zahlen für September immer höher als zuletzt.
Explodierende Energiekosten - rasant steigende Produzentenpreise
Das Thema Inflation bleibt erhalten. Die Produzentenpreise in der Eurozone steigen weiter rasant und signalisieren anhaltenden Inflationsdruck im Währungsraum. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte legten im August um 13,4 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten mit 13,5 Prozent einen nur geringfügig höheren Wert erwartet, nachdem es im Juli einen massiven Anstieg von 12,4 Prozent gegeben hatte.
Die Energiekosten explodierten quasi gegenüber dem Vorjahresmonat: Sie stiegen im August um 32,0 Prozent. Vorprodukte kosteten 14,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Bei diesen Erzeugnissen gibt es weltweite Engpässe - etwa bei Stahl. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise.
Dax verlebt Mittag im Plus
Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach bislang drei Verlusttagen in Folge mit einer Stabilisierung schwer getan. Der Dax pendelte am Vormittag lange Zeit um seinen Montagschluss und ging zeitweise bis auf 15.011 Punkte runter. Gegen Mittag gab es eine Phase der Stabilisierung, so dass der Leitindex 0,5 Prozent auf 15.109 Stellen zulegte. Der MDax stieg um 0,4 Prozent auf 33.983 Punkte. Der EuroStoxx50 kletterte gar um ein Prozent auf 4036 Zähler.
"Die Situation bleibt weiterhin angespannt und viele negative Impulse wirken derzeit auf die Finanzmärkte ein", sagte Andreas Lipkow von Comdirect. Zum einen machten die weiter steigenden Energieträgerpreise den Anlegern das Leben schwer. Zum anderen bleibe die Situation am chinesischen Immobilienmarkt angespannt, weil neben Evergande auch andere Immobilienunternehmen unter akuten finanziellen Problemen leiden.
Positive Nachrichten kamen von Infineon: Der Halbleiterhersteller erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr steigende Umsätze und Ergebnisse. Die Aktie des Dax-Unternehmens verteuerte sich um drei Prozent.
Dagegen trifft der oft coronabedingte Mangel von Gütern wie etwa Computerchips immer mehr Unternehmen. So brach bei dem Leasingspezialisten Grenke das Neugeschäft ein. Die Aktie knickte um 8,7 Prozent ein und war damit klares Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax.
Die Aktionäre der Shop Apotheke konnten sich über ein Plus von 8,1 Prozent freuen, was den ersten Platz im SDax bedeutete. Der Online-Arzneimittelhändler sieht sich nach neun Monaten auf Kurs. Die Kapazitätsengpässe seien inzwischen beseitigt, es gebe keinen Personalmangel mehr in der Logistik, hieß es.
Deutsche Wirtschaft im Sommer wohl kräftig gewachsen
Die Erholung der deutschen Dienstleister nach den Corona-Lockerungen verliert weiter an Fahrt. Der IHS Markit-Einkaufsmanagerindex für die Service-Branche sank im September auf 56,2 Punkte von 60,8 Zählern. Das Barometer, das auch die Geschäfte der Industrie umfasst, fiel auf 55,5 Zähler von 60,0 Punkten im August und damit auf den tiefsten Stand seit Februar.
Markit-Ökonom Phil Smith erklärte, dass sich das Wachstum auch wegen der Lieferengpässe verlangsame. So dürfte die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal um 3,0 Prozent gewachsen sein und zum Jahresende 2021 noch einmal um weitere 1,2 Prozent zum Vorquartal zulegen.
Das gemeinsame Barometer für Dienstleister und Industrie im Euroraum sank im September auf 56,2 Punkte von 59,0 Zählern im August. Dies ist der zweite Rückgang in Folge und der tiefste Stand seit fünf Monaten.
Beim Benzinpreis müssen Autofahrer kräftig schlucken
Die Opec will trotz Ölknappheit die Fördermengen nicht erhöhen. In der Folge schießt der Preis für das Barrel zeitweise auf den höchsten Stand seit 2014. Das macht sich auch an der Tankstelle bemerkbar - doch nicht nur dort. Der kommende Winter könnte für einige Verbraucher sehr teuer werden.
Fed überprüft Finanzmarkthandel hochrangiger Notenbanker
Die US-Notenbank Federal Reserve hat mitgeteilt, sie habe Gespräche mit ihrer internen Aufsichtsbehörde aufgenommen, um den Finanzmarkthandel einiger hochrangiger Notenbanker auf mögliche ethische oder rechtliche Mängel zu überprüfen: "Im Rahmen unserer umfassenden Überprüfung haben wir letzte Woche Gespräche mit dem Office of Inspector General for the Federal Reserve Board aufgenommen, um eine unabhängige Überprüfung einzuleiten. Sie will untersuchen, ob die Handelsaktivitäten bestimmter hochrangiger Beamter sowohl mit den einschlägigen Ethikregeln als auch mit dem Gesetz in Einklang standen", sagte ein Sprecher der Fed. "Wir begrüßen diese Überprüfung und werden auf der Grundlage ihrer Ergebnisse geeignete Maßnahmen ergreifen."
Zuvor hatte die amerikanische Senatorin Elizabeth Warren die US-Börsenaufsicht SEC aufgefordert, die Handelsaktivitäten von hochrangigen Notenbankern zu untersuchen. In einem Brief an die SEC nannte die Demokratin Warren auch Fed-Vize Richard Clarida, der Medienberichten zufolge im Februar 2020 von Anleihen auf Aktien umschichtete. Clarida passte demnach sein Porfolio einen Tag vor einer wichtigen Ankündigung von Fed-Chef Jerome Powell an. Powell warnte damals vor Risiken durch das Coronavius und versprach eine Reaktion der Fed, falls dies notwendig werden sollte. Die Berichte über die Finanzaktivitäten der Fed-Vertreter dürften ernsthafte Fragen mit Blick auf mögliche Interessenkonflikte aufwerfen, schrieb Warren. Sollten die Aktivitäten auf dem Wissen der Fed-Vertreter, das marktbewegend und nicht-öffentlich sei, basieren, könnten sie womöglich illegal gewesen sein. Ein SEC-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab.
Chinas Immo-Misere: weiterer Evergrande-Rivale in Not
Die Krise der chinesischen Immobilienunternehmen zieht immer größere Kreise. Nachdem Evergrande Zahlungsfristen für Anleihezinsen gerissen hat, ließ nun auch der kleinere Rivale Fantasia Holdings eine Frist für Zinszahlungen verstreichen. Zudem stuften Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Immobilienentwicklers Sinic zurück und warnten vor Zahlungsausfällen. An den asiatischen Börsen war deshalb die Stimmung gedämpft, besonders Immobilien-Aktien gingen in die Knie.
Fantasia zahlte am Montag fällige Anleihezinsen von 206 Millionen US-Dollar nicht aus, wie der Konzern gegenüber der Hongkonger Börse erklärte. Zudem konnte eine Fantasia-Tochter einen Kredit über 108 Millionen Dollar an den Immobilienmanager Country Garden Services nicht zurückbezahlen. Fitch senkte daraufhin das Rating von Fantasia um mehrere Stufen. Das Rating des Wettbewerbers Sinic wurde von Fitch und S&P Global nach unten gestuft. Sinic befinde sich in einer ernsten Liquiditätskrise und die Fähigkeit zur Schuldenbedienung sei fast erschöpft, begründeten die Experten von S&P ihre Rating-Senkung. Mitte Oktober werden bei Sinic Anleihezinsen über 246 Millionen Dollar fällig.
Frisches Geld für den BVB - Aktienkurs fällt
Der börsennotierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat bei seinen Aktionären 86,5 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Die Bezugsrechte seien für 91,6 Prozent der 18,4 Millionen neuen Aktien ausgeübt worden, teilten die Westfalen mit.
Die restlichen Papiere seien direkt an einen kleinen Kreis von Investoren gegangen. Der BVB wollte mit der Kapitalerhöhung die finanziellen Einbußen aufgrund der Zuschauer-Beschränkungen in der Corona-Pandemie ausgleichen; künftig dürfen aber wieder bis zu 67.000 Fans ins 81.000 Zuschauer fassende Dortmunder Stadion. Die neuen Aktien kosteten 4,70 Euro. Die begleitenden Banken hatten dem BVB den Erlös garantiert.
Die BVB-Aktie notierte am Vormittag 0,6 Prozent tiefer bei 4,86 Euro.
Bayer investiert Hunderte Millionen in Verhütungsmittel-Fabriken
Der Pharmariese Bayer plant Investitionen von über 400 Millionen Euro für neue Produktionskapazitäten zur Herstellung von Verhütungsmitteln. In Alajuela in Costa Rica soll ein neuer Produktionsstandort gebaut werden, im finnischen Turku sollen die Kapazitäten mit den Mitteln erweitert werden, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern mitteilte. Beide Standorte sollen Hormonimplantate und Hormonspiralen zur Empfängnisverhütung herstellen.
Der Dax-Konzern will damit sein Ziel erreichen, bis 2030 100 Millionen Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu modernen Verhütungsmitteln zu ermöglichen.
Lohnt noch der Einstieg in Öl und Gas?
Inflationssorgen ziehen asiatische Börsen nach unten
Die asiatischen Anleger haben heute reihenweise ihre Aktien aus den Depots geworfen. Vor allem der Anstieg des Ölpreises auf ein Drei-Jahres-Hoch verschreckte die Investoren. Die Zusicherung der großen Erdöl-Förderländer, trotz des Preisdrucks die Ausweitung der Förderquoten nicht zu beschleunigen, trieb zum Wochenauftakt den Ölpreis an.
Zudem bereitete die Entwicklung bei dem taumelnden Immobilienkonzern China Evergrande weiterhin Sorge. Anleger warteten auf Hinweise, dass der Verkauf von Vermögenswerten dem Konzern eine Atempause verschafft. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens blieb den zweiten Tag in Folge ausgesetzt.
In Tokio gab der Nikkei 2,2 Prozent auf 27.822 Punkte nach. "Man hat das Gefühl, dass die Annahme der Anleger, die Inflation sei nur vorübergehend und die Erträge würden sich weiter erholen, bröckeln könnte", sagte Masayuki Doshida, Marktanalyst bei Rakuten Securities. Auf die Stimmung drückte Marktteilnehmern zufolge auch der Vorschlag des neuen japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida, die Steuer auf Kapitalerträge zu erhöhen.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gab rund ein Prozent nach. In Südkorea ging es zwei Prozent nach unten. Der Index in Hongkong lag dagegen leicht im Plus, weil Energiekonzerne aufgrund der steigenden Ölpreise zulegten. Die Börsen auf dem chinesischen Festland blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Ansteckungseffekt durch Evergrande? Fantasia trudelt nun
Nach Evergrande sind wohl auch andere Immobilienunternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. So gab es Meldungen von, dass das chinesische Unternehmen Fantasia am Montag eine Frist zur Rückzahlung einer Anleihe verpasst hat. Die Aktie war ebenfalls vom Handel ausgesetzt.
"Evergrande kam und ging. Wir haben uns darüber Sorgen gemacht, dann haben wir beschlossen, dass alles in Ordnung ist und es ein lokal begrenztes Ereignis und kein systemisches bleiben wird. Jetzt haben wir Fantasia", so ein ING-Analyst. Das könne bedeuten, dass es eine Art Ansteckungseffekt gebe und dass das ganze doch ein größeres Problem werde. Allerdings beträfen die Probleme bislang nur Immobilienentwickler mit Bonitätsnoten auf Ramschniveau, relativierte er.
Dax startet mit Miniplus - Lage bleibt aber fragil
Leichtes Durchatmen in Frankfurt: Der deutsche Aktienmarkt ist mit geringen Aufschlägen in den Handel gestartet. Der Dax gewann 0,1 Prozent auf 15.048 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent höher bei 4010 Stellen.
"Aus fundamentaler Sicht reißen die Probleme nicht ab und werden die Risikofaktoren für den Aktienmarkt nicht weniger", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Gesprächsthema Nummer eins sei auf dem Börsenparkett neben dem drohenden Zusammenbruch des chinesischen Immobilienriesen Evergrande die Inflation sowie die Reaktion der Notenbanken auf die Preissteigerungen.
Bei den Konjunkturdaten steht im Tagesverlauf das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager in Deutschland sowie der Eurozone an. Zudem haben Anleger die Erzeugerpreise in der Eurozone im Blick.
Hohe Nachfrage treibt weiter die Ölpreise
Die Ölpreise halten sich angesichts einer hohen Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot auf hohem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 81,57 US-Dollar. Das sind 30 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI steigt 22 Cent auf 77,80 Dollar.
Am Montag hatten die Preise kräftig zugelegt, nachdem der Ölverbund Opec+ dem Ruf nach einer stärkeren Förderausweitung nicht nachgekommen war. Der US-Ölpreis war daraufhin auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Brent hatte das höchste Niveau seit 2018 markiert.
Die 23 Opec+-Länder bestätigten am Montag ihren Kurs, der eine Produktionsausweitung im November um 400 000 Barrel je Tag vorsieht. Viele Experten halten das für zu wenig, da die Nachfrage konjunkurbedingt hoch ist und Engpässe in der Erdölversorgung bestehen.
Brent Rohöl
Euro rutscht unter 1,16er-Marke
Der Euro gibt zunächst nach und fällt unter die Marke von 1,16 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostet 1,1595 Dollar. In der vergangenen Woche war der Euro mit 1,1563 Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli 2020 gefallen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1636 Dollar festgesetzt.
Nun rücken die Einkaufsmanagerindizes in den Mittelpunkt. Die Unternehmensumfragen geben Auskunft über die konjunkturelle Lage in vielen Ländern. In Europa stehen die Indikatoren der Marktforscher von Markit im Fokus. In den USA veröffentlicht das Institut ISM sein Stimmungsbarometer für die Dienstleistungsbranche. Daneben stehen Auftritte prominenter Notenbanker auf dem Programm, darunter EZB-Chefin Christine Lagarde.
Euro / Dollar o
Hier greifen Anleger vorbörslich schon zu
Anleger greifen bei Infineon zu. Die Aktien des Halbleiterherstellers ziehen im Frankfurter Frühhandel rund zwei Prozent an. Das Münchener Unternehmen teilte mit, mitten in der Chipkrise seine Investitionen ausbauen zu wollen.
Infineon
Diese Aktie kommt nachbörslich unter die Räder
Um mehr als elf Prozent abwärts ging es mit Comtech Telecommunications nach dem Quartalsausweis. Das Unternehmen hatte nicht nur mit dem Umsatz die Schätzungen nicht erreicht, sondern kündigte zudem enttäuschende Umsätze und Gewinne für das laufende Quartal an und außerdem einen Führungswechsel. Der derzeitige Präsident und COO wird zum Jahresende den Chefsessel übernehmen.
Kommt die Dax-Gegenreaktion?
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Zum Wochenstart hatte die Furcht vor Turbulenzen rund um den Krisenkonzern China Evergrande sowie zunehmende Inflationssorgen den deutschen Leitindex rund ein Prozent in die Nähe der Marke von 15.000 Punkten gedrückt. Der Verzicht auf eine stärkere Rohöl-Förderung bei einem Opec+-Treffen hatte den Ölpreis am Montag um rund drei Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und damit die Inflationserwartungen verschärft. "Aus fundamentaler Sicht reißen die Probleme nicht ab und werden die Risikofaktoren für den Aktienmarkt nicht weniger", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets.
Gesprächsthema Nummer eins sei auf dem Börsenparkett neben dem drohenden Zusammenbruch des chinesischen Immobilien-Giganten Evergrande die Inflation sowie die Reaktion der Notenbanken auf die Preissteigerungen. Bei den Konjunkturdaten steht im Tagesverlauf das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager in Deutschland sowie der Euro-Zone an. Zudem haben Anleger die Erzeugerpreise in der Euro-Zone im Blick.
Facebook entschuldigt sich
Die Internetdienste Facebook, Instagram und Whatsapp sind zumindest wieder teilweise mit dem Internet verbunden. Das technische Team von Facebook entschuldigte sich, als ihre Dienste wieder online gingen."An die riesige Gemeinschaft von Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt, die sich auf uns verlassen: Es tut uns leid", so das Team."Wir haben hart daran gearbeitet, den Zugang zu unseren Apps und Diensten wiederherzustellen und freuen uns, dass sie jetzt wieder online sind. Danke, dass ihr uns unterstützt habt."
Sicherheitsexperten sagten, der zeitweilige Ausfall könnte das Ergebnis eines internen Fehlers sein. Doch eine Sabotage durch einen Insider sei theoretisch ebenfalls möglich. "Facebook hat seine Schlüssel im Auto eingeschlossen", so Experte Jonathan Zittrain, Direktor des Berkman Klein Center für Internet und Gesellschaft in Harvard.
Asien-Börsen im Griff von Inflations- und Konjunktursorgen
Die ostasiatischen Aktienmärkte folgen zumeist der schwachen Vorgabe der Wall Street. Wie schon in den USA lasten Sorgen vor einer nachhaltig hohen Inflation angesichts immer weiter steigender Energiepreise und damit verbunden Befürchtungen einer Konjunktureintrübung die Stimmung.
Eine Sonderbewegung zeigt die in den vergangenen Wochen besonders schwer gebeutelte Hongkonger Börse. Der HSI liegt nach einem schwächeren Start mittlerweile knapp im Plus (+0,3%). Die Aktie des taumelnden Immobilienriesen Evergrande ist weiter ausgesetzt, wie auch die von Hopson. Hopson soll angeblich Interesse an einer Übernahme des Immobilienverwaltungsgeschäfts von Evergrande haben, was Grund der Aussetzung beider Aktien ist und zumindest für etwas Entspannung sorgt. Marktexperten bezweifeln allerdings, dass dies für Evergrande zunächst mehr bedeutet als einen Zeitgewinn.
Zu den größeren Verlierern gehören in der gesamten Region Aktien aus dem Technologiebereich. Schon in den USA hatten sie die Verliererlisten angeführt, weil Technologietitel als besonders anfällig bei steigenden Zinsen gelten.
Grenke überrascht mit gesenktem Ausblick
Kräftige Kursabschläge dürften die Aktien von Grenke erwarten. "Der Markt war zuletzt immer von Adhocs mit Jubelmeldungen geflutet worden, eine Umsatzwarnung dürfte keiner erwartet haben", kommentiert ein Händler die Meldung vom Vorabend. Grenke hat im dritten Quartal ein Leasingneugeschäft von 372,2 Millionen Euro nach 517,6 Millionen Euro im Vorjahr erreicht.
Die Marge ging zurück auf 17,1 nach 18,4 Prozent. Die Prognose für das Gesamtjahr beim Leasinggeschäft wird gesenkt auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro nach zuvor 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro, die Prognose für den Nachsteuergewinn für das laufende Jahr lässt Grenke aber unverändert. Als Ursache werden Lieferengpässe, vor allem bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik angegeben.
Nikkei rauscht abwärts
Japanische Aktien erleiden starke Verluste. Die Anleger sorgten sich vor allem um die Auswirkungen der zur Zeit sehr hohen Ölpreise. Diese erreichten am Montag einen Dreijahreshöchststand, nachdem die OPEC+ bestätigt hatte, dass sie an ihrer derzeitigen Förderpolitik festhalten werde. "Die Anleger sind eindeutig besorgt über die Inflation aufgrund der anhaltenden Probleme bei der Lieferkette und des Anstiegs der Energiepreise", sagte Vasu Menon, Executive Director of Investment Strategy bei der OCBC Bank. Hinzu kommen weiterhin Sorgen um die Entwicklung bei dem angeschlagenen Immobilienkonzern China Evergrande. Anleger warten auf Hinweise, dass der Verkauf von Vermögenswerten dem Konzern eine Atempause verschafft. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens war am Montag ausgesetzt worden.
Der Nikkei-Index sackte zunächst 2,8 Prozent auf 27.658 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,8 Prozent auf 1939 Zähler nach.
Yuan legt erneut deutlich zum Dollar zu
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,2 Prozent auf 111,09 Yen und gibt 0,4 Prozent auf 6,4452 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,9256 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1604 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0742 Franken. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,3602 Dollar.
Fällt die 15.000? Das wird für den Dax heute wichtig
Der Wochenstart ist kräftig misslungen: Der Dax verabschiedete sich aus dem Montagshandel mit einem Abschlag von 120 Punkten oder 0,8 Prozent mit einem Stand von 15.037 Punkten. Das Gute: Die psychologisch wichtige 15.000er Marke hat gehalten. Das Schlechte: Er beendete den Handel nahezu auf dem Niveau des Tagestiefs. Das Problem: Der deutsche Börsenleitindex hielt sich lange sehr gut, lag sogar im Plus. Als die Kurse an der Wall Street am Nachmittag allerdings schwächelten, ging es auch hierzulande abwärts.
Die Probleme, die in der Vorwoche dem Dax fast 2,5 Prozent Performance gekostet haben, sind zudem nach wie vor nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Inflationssorgen, Zinsspekulationen, politische Dilemmata in den USA und auch hierzulande, die Evergrande-Krise in China, Halbleiter-Knappheit, Konjunkturängste.
Letztere könnten im Tagesverlauf gleich mehrfach geschürt werden, denn neben Einkaufsmanagerdaten zum nicht-verarbeitenden Gewerbe etwa aus Frankreich, Italien, Großbritannien, der EU, Deutschland oder den USA stehen auch die EU-Erzeugerpreise sowie die US-Handelsbilanz veröffentlicht. Der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe und die wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten – beides aus den USA – runden die Konjunkturagenda ab.
Aber auch unternehmensseitig sollten die Anleger hellhörig sein: So werden etwa Zahlen zu den Pkw-Neuzulassungen veröffentlicht. Der Branchenverband VDMA präsentiert wiederum Zahlen zum Auftragseingang im Maschinenbau. Bei den beiden Dax-Konzernen Eon und Infineon stehen Kapitalmarkttage an, Eon war einer der wenigen Dax-Gewinner zum Wochenstart. Pepsico und Grenke geben erste Einblicke in die Entwicklung ihrer Geschäfte.