Donnerstag, 08. Oktober 2020Der Börsen-Tag

mit Jan Gänger
Jan Gänger
17:03 Uhr

Tesla hat Interesse an deutschem Zulieferer

Der E-Autobauer Tesla interessiert sich für den Autozulieferer ATW. Beim Bundeskartellamt hat Tesla einen "Vermögenserwerb/Kontrollerwerb" für das rheinland-pfälzische Unternehmen angemeldet, wie die Bonner Behörde bestätigte. Das Vorhaben taucht auf ihrer Internetseite in einer Liste von "laufenden Fusionskontrollverfahren" auf.

ATW und Grohmann äußerten sich nicht dazu, auch Tesla antwortete vorerst nicht auf eine Anfrage.

ATW (Assembly & Test Europe GmbH) gehört bislang dem kanadischen Hersteller ATS Automation Tooling Systems. Dieser habe vor einem Monat die Schließung des Standorts in Rheinland-Pfalz angekündigt, sagte eine ATW-Sprecherin. Der schillernde Tech-Milliardär Elon Musk, der in Grünheide bei Berlin eine Fabrik für Elektroautos baut, würde also Jobs beim Neuwieder Autozulieferer retten. Dieser zählt bislang Unternehmen wie BMW, Daimler und VW zu seinem Kunden.

16:31 Uhr

Umsatz von Aida-Reederei löst sich in Luft auf

Der Stillstand im Kreuzfahrtgeschäft hat beim weltgrößten Reeder Carnival die Einnahmen im Sommer fast völlig ausradiert. Das Unternehmen meldete für das Augustquartal Einnahmen von 31 Millionen Dollar - nach 6,5 Milliarden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unter dem Strich stand ein Verlust in Höhe von 2,86 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte der Konzern, zu der auch der deutsche Anbieter Aida Cruises gehört, noch 1,78 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

Carnival hat im abgelaufenen Quartal durchschnittlich 770 Millionen Dollar Cash im Monat verbrannt, rund 350 Millionen Dollar im Schnitt dürften es im laufenden vierten Quartal sein, hieß es jetzt. Damit bleibt der Konzern im Rahmen seiner früheren Prognose, die für das zweite Halbjahr von rund 650 Millionen Dollar monatlichen Mittelabflüssen ausgegangen war.

Die Lust an der Kreuzfahrt hat unterdessen noch nicht gelitten. Die Nachfrage nach Reisen in der zweiten Jahreshälfte 2021, die seit dem 20. September buchbar sind, liege am oberen Ende der historischen Spannen, hieß es.

16:03 Uhr

IBM brennt Kursfeuerwerk ab

Nach der Rally des Vortages im Zuge neuer Hoffnungen auf das Zustandekommen eines Konjunkturpaketes in den USA läuft die Wall Street noch ein bisschen weiter nach oben. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent auf 28.395 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gewinnen jeweils etwa 0,5 Prozent.

Für Gesprächsstoff sorgt der Technologieriese IBM, die Titel ziehen um 8 Prozent an. Händler führen das auf zwei Nachrichten zurück. So seien die ersten Zahlen zum dritten Quartal positiv ausgefallen. Bei IBM habe das Service- und Cloud-Geschäft die hohen Erwartungen der Wall Street erfüllt. Eine "hauseigene Kursrakete" stelle zudem die Ankündigung dar, das Unternehmen in zwei Teile aufzuspalten. "Das könnte massiv Bewertungen heben", sagt ein Händler. Der US-Konzern will seinen Bereich Managed Infrastructure Services aus der Sparte Global Technology in eine Aktiengesellschaft ausgliedern.

Regeneron Pharmaceuticals klettern um 2,4 Prozent. Laut US-Präsident Trump war es ein experimentelles Mittel des Pharma-Unternehmens, das ihm bei seiner Coronavirus-Infektion sehr geholfen habe.

15:44 Uhr

Hacker-Angriff macht Software AG zu schaffen

Der Hackerangriff setzt der Software AG weiterhin zu. Die Schadsoftware sei noch nicht vollständig eingedämmt, und die Systeme seien weiterhin von dem Angriff betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Am Montag hatte die Software AG erstmals darüber berichtet. Inzwischen gibt es den Angaben zufolge Hinweise darauf, dass Daten von Firmenservern und von Notebooks der Mitarbeiter heruntergeladen wurden. Es gebe allerdings keine Anzeichen dafür, dass die Dienstleistungen für die Kunden, einschließlich der Cloud-basierten Dienste, gestört wurden.

15:02 Uhr

Diese Aktien reiten die Biden-Welle

Der Vorsprung des Demokraten Joe Biden vor US-Präsident Donald Trump in den jüngsten Wahlumfragen treibt die Kurse von Solarfirmen in die Höhe. Der Invesco Solar-ETF etwa gewann allein im vergangenen Monat 42 Prozent an Wert. Vor allem die Hoffnung, dass die Demokraten neben dem Präsidialamt auch die Mehrheit in beiden Kongresskammern erobern könnten, lasse Investoren zugreifen, sagte Benjamin Jones, Stratege bei dem Finanzdienstleister State Street. Er sprach von einem "Schwerpunkt von Biden und seiner Kandidatin für das Vizepräsidentenamt, Kamala Harris, auf erneuerbaren und sauberen Energien".

Die Aktien von Firmen wie First Solar, Enphase Energy und Sunrun liegen aktuell auf dem höchsten Stand seit Jahren oder auf Rekordwerten. Der Invesco-Fonds schnellte seit seinem Tiefpunkt im März 255 Prozent nach oben. Ein Händler in London sagte, Anleger könnten bei einer "blauen Welle" noch mehr Geld in den Sektor pumpen. Blau ist die Parteifarbe der Demokraten.

14:20 Uhr

Rolls-Royce-Aktie hebt ab

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imago/Xinhua

Aktien der Luftfahrtbranche verzeichnen kräftige Gewinne. Airbus und Fraport steigen jeweils mehr als 2 Prozent, MTU 4 Prozent, Lufthansa 6 Prozent und Britisch-Airways-Mutter IAG sogar 11 Prozent. Für Air France-KLM geht es 3,6 Prozent nach oben.

Rolls-Royce verteuern sich sogar um 23 Prozent. Beim Triebwerkhersteller treiben die Aussicht auf eine baldige Gesundung der Unternehmensbilanz sowie erneute Spekulationen, dass tiefe Kursniveau könnte Branchenriesen wie BAE Systems zu einer Übernahme einladen.

13:58 Uhr

Deutsche Bank versilbert Teile ihrer Kunstsammlung

Die Deutsche Bank trennt sich von rund 200 Kunstwerken. Ausgewählt worden seien ausschließlich Objekte, die nicht zum Sammlungsschwerpunkt gehörten, teilte das Unternehmen mit. Die Kunstwerke sollen in den nächsten drei Jahren bei den Auktionshäusern Christie's in London und Paris und Ketterer Kunst in München versteigert werden und der Bank Einnahmen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bescheren.

"Die Deutsche Bank verwendet einen signifikanten Teil der Auktionserlöse für den Ankauf von Werken aufstrebender künstlerischer Talente", sagte Friedhelm Hütte, Leiter der Kunstaktivitäten im Bereich Kunst, Kultur und Sport. "Insgesamt wollen wir unser Programm noch stärker und sichtbarer auf die zeitgenössische Kunst fokussieren."

Mit mehr als 55.000 Werken von Künstlern aus dem 20. und 21. Jahrhundert gehört die Kunstsammlung der Deutschen Bank zu den größten Unternehmenssammlungen der Welt. Den Sammlungsschwerpunkt bilden zeitgenössische Arbeiten auf Papier und Fotografien. Verkauft werden nun vor allem Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Zeit der Klassischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. Außerdem werden Gemälde und Skulpturen aus der Nachkriegsmoderne von 1945 bis in die 1970er Jahre angeboten.

In den vergangenen Jahren hat sich die Deutsche Bank, die weltweit 18.000 Jobs streicht und seit Jahren Verluste schreibt, still und leise von Tausenden Kunstobjekten getrennt. Darunter auch so prominente Werke wie das Triptychon "Faust" von Gerhard Richter, dessen Wert in Medienberichten auf mindestens 20 Millionen Dollar beziffert wurde.

13:36 Uhr

IBM will kleiner werden 

Der US-Computerkonzern IBM will sein IT-Infrastrukturgeschäft in ein neues börsennotiertes Unternehmen überführen. Diese Firma werde sich vollkommen auf die Verwaltung und Modernisierung von Infrastrukturen konzentrieren, die sich in den Händen der Kunden befänden, kündigte IBM an. Das sei ein 500 Milliarden Dollar schwerer Markt. Ziel des Schrittes sei es, dass sich IBM stärker auf Cloud-Anwendungen konzentrieren könne.

Die Trennung soll bis Ende 2021 über die Bühne gehen. An der Börse kommt die Ankündigung gut an. Die Aktie geht vorbörslich vier Prozent in die Höhe.

13:05 Uhr

Qualmen im Homeoffice macht Imperial glücklich

Imperial Brands, der Hersteller von Gauloises- und Davidoff-Zigaretten, profitiert in der Corona-Krise vom Trend zum Homeoffice. Die Nachfrage nach Zigaretten sei gestiegen, da die Beschäftigten in den eigenen vier Wänden mehr rauchten, teilte Imperial Brands mit. Daher erwartet der Vorstand nun trotz der Reise- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie stagnierende Erlöse im Gesamtjahr. Ein Anstieg des Tabakgeschäfts um ein Prozent gleiche den 30-prozentigen Rückgang des kleineren Geschäfts etwa mit E-Zigaretten aus.

12:30 Uhr

Britisches Parlament: "Beweise gegen Huawei gefunden"

Der britische Verteidigungsausschuss hat nach eigenen Angaben Beweise für eine Zusammenarbeit des chinesische Netzwerkausrüsters Huawei mit der Regierung Chinas gefunden. Daher müsse Großbritannien möglicherweise noch vor dem von Premierminister Boris Johnson genanten Zeitpunkt im Jahr 2027 die Huawei-Technik aus dem entstehenden 5G-Netz entfernen, hieß es.

"Der Westen muss sich dringend zusammenschließen, um ein Gegengewicht zu Chinas technologischer Dominanz zu schaffen", sagte Ausschussvorsitzender Tobias Ellwood. "Wir dürfen unsere nationale Sicherheit nicht für eine kurzfristige technologische Entwicklung aufgeben."

Huawei erwiderte, die Vorwürfe basierten eher auf Meinungen als auf Tatsachen. Washington und seine Verbündeten haben den Standpunkt, dass die Huawei-Technologie zur Spionage verwendet werden kann.

11:38 Uhr

Öl wird spürbar teurer

Die Furcht vor weiteren Angebotsausfällen treibt den Ölpreis in die Höhe. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostet mit 42,65 Dollar 1,6 Prozent mehr, leichtes US-Öl verteuert sich um 1,4 Prozent auf 40,51 Dollar.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 40,42

Dabei spielten die Streiks in der norwegischen Ölbranche eine wichtige Rolle, sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Dort könnte sich der Ausstand auch auf das größte Ölfeld Johan Sverdrup ausweiten, damit könnten die Produktionsausfälle auf allen bestreikten Feldern insgesamt 941.000 Barrel pro Tag erreichen. Dazu kommt der Wirbelsturm Delta im Golf von Mexiko, der heute in Louisiana auf Land treffen könnte. "Dann dürfte es auch für die Raffinerien in der Küstenregion kritisch werden", sagte Fritsch.

11:09 Uhr

Online-Zocker lassen Kassen bei Wettanbieter klingeln

Online-Wetten und der Neustart der englischen Fußball-Liga machen den britischen Buchmacher GVC glücklich. Der Eigentümer der Ladbrokes-Wettbüros und des Online-Anbieters bwin hob nun seine Prognose für das Gesamtjahr an. An der Börse legen die Aktien um 8,9 Prozent zu und tendieren damit so hoch wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Das Unternehmen rechnet für 2020 mit einem Betriebsgewinn von 770 bis 790 Millionen Pfund (umgerechnet 849 bis 871 Millionen Euro) - das sind 50 Millionen Pfund mehr als bislang. Im abgelaufenen Quartal schnellte der Umsatz mit Online-Wetten um gut ein Viertel in die Höhe, weil sich zahlreiche Menschen in der Corona-Pandemie mit Online-Zocken ablenkten.

Erst vergangene Woche hatte GVC erklärt, dass dem Unternehmen schärfere Internet-Wettregeln in Deutschland zu schaffen machten, dem zweitgrößten Onlinemarkt.

10:43 Uhr

Talktalk-Aktien gehen durch die Decke

Ein Talktalk-Großaktionär greift nach dem britischen Internetanbieter. Toscafund habe ein vorläufiges Angebot vorgelegt und biete je Aktie 97 Pence, teilte Talktalk mit. Das wäre eine Prämie von 16,4 Prozent auf den Schlusskurs des Vortages und bewertet die Firma nach Reuters Berechnungen mit 1,12 Milliarden Pfund (1,2 Milliarden Euro). An der Londoner Börse stiegen die Aktien um 16,5 Prozent. Die Aktienreaktion legt nahe, dass die Anleger der Offerte eine hohe Erfolgsaussicht zubilligen.

Toscafund benötigt allerdings die Unterstützung des Aktionärs und Talktalk-Chefs Charles Dunstone, um ein endgültiges Angebot zu machen. Dunstone ist mit 29,86 Prozent an Talktalk beteiligt, während Toscafund 29,09 Prozent der Anteile hält.

10:11 Uhr

British Airways verabschiedet sich von letzten Boeing 747 

British Airways legt die letzten zwei Boeing 747 ihrer Flotte endgültig still. Beide Maschinen verließen den Londoner Flughafen Heathrow gleichzeitig und wurden jeweils an einen Ort innerhalb Großbritanniens geflogen - wo sie nun auf ihre Verwertung warten.

Die britische Fluggesellschaft zählte einst weltweit die größte Jumbo-Flotte und musste infolge der Corona-Krise die gesamte Reihe einstellen. Seit über 50 Jahren ist der Jumbo-Jet des Typs 747 mit dem buckligen Rumpf, vier Triebwerken und 16 Rädern einer der am leichtesten zu erkennende Flugzeugtyp der Welt. Die Maschinen gelten vielen Airlines inzwischen als zu teuer im Betrieb. Zudem lassen sie sich nur auf vielgefragten Strecken auslasten.

09:43 Uhr

Auf Kreuzfahrten gilt jetzt Testpflicht

Die Kreuzfahrtindustrie hat eine Covid-19-Testpflicht für alle Gäste und Crewmitglieder an Bord der Schiffe beschlossen. "Nur mit einem negativen Testergebnis wird der Zugang zum Schiff gewährt", teilte die Cruise Lines International Association (Clia), der größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, mit. An diese globale Testpflicht sollen sich alle Clia-Mitgliedsreedereien ab sofort halten. Den Angaben zufolge repräsentieren sie 95 Prozent der Kreuzfahrtkapazitäten weltweit.

Die Pflicht gelte für Schiffe ab 250 Passagieren, hieß es. Wann und wie Mitarbeiter und Gäste auf das neuartige Coronavirus getestet werden, dürften die Reedereien selbst entscheiden. Die Testpflicht sei ein wichtiger Baustein, um den Kreuzfahrtbetrieb wieder sicher hochfahren zu können, sagt Clia-Deutschland-Direktor Helge Grammerstorf.

Die Kreuzfahrtbranche war nach monatelanger Zwangspause im Juli wieder langsam gestartet und hatte zunächst Kurzreisen ohne Landgang angeboten. Mittlerweile dürfen die Passagiere teilweise auch wieder das Schiff für Ausflüge verlassen. Seit der Wiederaufnahme der Kreuzfahrten gelten auch an Bord der Schiffe strenge Corona-Regeln. So gibt es Temperaturmessungen, Wegeleitsysteme an Bord, beschränkte Kapazitäten für Restaurants, Bars und Theater auf dem Schiff, Maskenpflicht in Fahrstühlen, Treppenhäusern und Kabinenfluren sowie eine geringere Auslastung als im Normalbetrieb.

09:19 Uhr

Südzucker-Aktien brechen ein 

Die Aktien von Südzucker geben mehr als elf Prozent nach und steuern damit auf ihren höchsten Tagesverlust seit Mitte März zu. Europas größter Zuckerproduzent verbuchte zwar dank Zugewinnen im Geschäft mit Spezialitäten einen Ergebnissprung. Im Zuckergeschäft sei es aber schlechter gelaufen, sagte ein Händler. Insbesondere der Ausblick sei auf den ersten Blick enttäuschend.

Südzucker
Südzucker 12,58

Ansonsten sorgen weitere Konjunkturhilfen in den USA sorgen an der Frankfurter Börse für Kursgewinne. Der Dax legt 0,7 Prozent zu auf 13.014 Punkte zu. "Die Finanzmärkte haben die Absage der Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern hinsichtlich eines weiteren Hilfspakets sehr gelassen aufgenommen", sagt Christian Henke, Marktanalyst beim Brokerhaus IG Markets. "Allgemein wurde vor der US-Wahl eh nicht mit einer Einigung gerechnet." Unabhängig von dem Ausgang der Abstimmung dürften aber nach der Wahl weitere Hilfen in Angriff genommen werden

08:56 Uhr

Easyjet kündigt heftige Verluste an

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AP

Der Geschäftsausfall infolge der Corona-Krise hat den britischen Billigflieger Easyjet im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerissen. In den zwölf Monaten bis Ende September werde vor Steuern voraussichtlich ein um Sonderposten bereinigter Verlust zwischen 815 und 845 Millionen britischen Pfund (895 bis 928 Mio Euro) erwirtschaftet, teilte das Unternehmen mit. Hinzu kämen weitere Belastungen etwa durch Abschreibungen, das eingeleitete Sanierungsprogramm und den Wertverlust bei Geschäften zur Treibstoffpreissicherung.

Easyjet
Easyjet 6,10

Zu einer Prognose für das neue Geschäftsjahr, das Anfang Oktober begonnen hat, sieht sich Easyjet-Chef Johan Lundgren angesichts der unsicheren Geschäftsaussichten und der schwachen Ticketnachfrage infolge der Pandemie nicht in der Lage. Im laufenden Quartal bis Ende Dezember dürfte das Unternehmen nur rund ein Viertel seines üblichen Flugprogramms anbieten, hieß es.

Ende September verfügte die Airline über Barreserven von rund 2,3 Milliarden Pfund und saß auf einem Schuldenberg von 1,1 Milliarden Pfund. Wenn notwendig, will das Management weitere Finanzmittel besorgen und möglicherweise noch mehr Flugzeuge verkaufen und zurückmieten.

08:38 Uhr

Deutschlands Export-Power schwächelt

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REUTERS

Die deutsche Exportwirtschaft arbeitet sich nur in kleinen Schritten aus dem Corona-Tief. Im August stieg die Ausfuhr von Waren um 2,4 Prozent im Vergleich zum Juli, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das Volumen der Exporte mit 91,2 Milliarden Euro allerdings um 10,2 Prozent im Minus.

Die Einfuhren verringerten sich binnen eines Jahres um 7,9 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro. Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten zu Beginn der Corona-Pandemie hatten das Geschäft mit "Made in Germany" in den vergangenen Monaten ausgebremst.

Die allmähliche Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kommt den Exporteuren nun zugute. Allerdings liegen die Ausfuhren immer noch um 9,9 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

08:17 Uhr

Kursgewinne im Dax erwartet

Das klingt doch vielversprechend: Heute wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher in den Tag starten. Dank einer festeren Wall Street und einer optimistischen Prognose der Post hatte der Leitindex gestern doch noch zugelegt. Börsianer hatten die Nachricht über einen Stopp der Verhandlungen über ein weiteres Konjunkturpaket in den USA schnell abgeholt.

Im Terminkalender stehen die Handelsdaten aus Deutschland und aus den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Bei den Unternehmen lädt Fresenius Medical Care zum Kapitalmarkttag. Südzucker legt Quartalszahlen vor.

Dax
Dax 12.582,01

07:40 Uhr

Wirbelsturm stützt Ölpreis

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,23

Die Ölpreise haben sich im asiatischen Handel teils leicht von den Vortagesverlusten erholt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,16 US-Dollar. Das waren 17 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte wenig verändert um die 40 Dollar. Laut Marktbeobachtern stützte unter anderem der Wirbelsturm Delta die Preise. Er habe im Golf von Mexiko zur weitgehenden Schließung der dortigen Förderung geführt. In den USA sind die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Zudem legte auch die Produktion zu. Dies führt zu einem höheren Angebot, was tendenziell die Ölpreise belastet.

Daneben kamen wieder Hoffnungen auf eine Einigung beim US-Konjunkturpaket noch vor der Wahl im November auf. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump noch angeordnet, die Gespräche mit den Demokraten über weitere Hilfen für die Wirtschaft bis nach den US-Wahlen am 3. November auf Eis zu legen. Dies könnte die wirtschaftliche Erholung bremsen und die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

07:17 Uhr

US-Konjunkturhoffnungen treiben asiatische Aktien auf Ein-Monats-Hoch

Nikkei
Nikkei 23.525,89

Die asiatischen Anleger hoffen nach dem Stopp der Verhandlungen über ein großes US-Konjunkturpaket auf kleine Finanzspritzen für einzelne Branchen. US-Präsident Donald Trump unterstützte die Risikostimmung und forderte in mehreren Nachrichten auf Twitter den Kongress auf, Finanzspritzen für Zielindustrien, Kleinunternehmen und Verbraucher auf den Weg zu bringen. Trump hatte nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus überraschend die Verhandlungen über neue Wirtschaftshilfen bis nach der Wahl am 3. November verschoben. Kurz darauf pochte er allerdings auf ein 25 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket für Fluggesellschaften, das die Jobs von Zehntausenden Mitarbeitern sichern soll.

"Finanzhilfen sind wieder im Gespräch, aber das ist mühsam geworden, und die Märkte brauchen keinen Grund zur Erholung, sie brauchen nur keine negativen Nachrichten", sagte Chris Weston, Stratege bei Pepperstone in Melbourne. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1 Prozent höher bei 23.653 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,6 Prozent und lag bei 1656 Punkten. Die Börse in Shanghai blieb aufgrund eines Feiertags geschlossen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,8 Prozent. I

06:42 Uhr

Samsung profitiert von Pandemie - hoher Gewinn erwartet

Samsung
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Der Elektronik-Riese Samsung erwartet für das abgelaufene Quartal dank der wieder anziehenden Nachfrage nach Smartphones seiner Galaxy-Reihe sowie eines robusten Chip-Geschäfts den höchsten operativen Gewinn seit zwei Jahren. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im dritten Quartal 2020 voraussichtlich bei 12,3 Billionen Won (9 Milliarden Euro) liegen, teilte das südkoreanische Unternehmen mit. Das wäre ein Anstieg um 58 Prozent im Jahresvergleich. Die Schätzungen des Marktführers bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern liegen über den Markterwartungen. Beim Umsatz rechnet Samsung mit einem Anstieg um 6,5 Prozent auf 66 Billionen Won. Wie üblich legt der Konzern genauere Geschäftszahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Das Unternehmen profitierte in diesem Jahr vor allem vom zunehmenden Internetverkehr im Zuge der Covid-19-Pandemie. Das trieb seit Beginn der Krise die Nachfrage nach Speicherchips für Server und PCs an, da mehr Menschen von zu Hause arbeiten. Zwar gingen die Preise wegen eines Überangebots zuletzt wieder zurück. Doch Eilaufträge des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei hätten Samsung vor einem größeren Gewinneinbruch in der Sparte bewahrt, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Im Gegensatz zum Chip-Bereich machten Samsung die negativen Folgen der Pandemie vor allem im Geschäft mit Smartphones und Unterhaltungselektronik zu schaffen. Doch gingen Analysten von einem deutlich stärkeren Smartphone-Absatz im dritten Quartal aus.

06:30 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht