DAX klemmt in engem Rahmen fest
Hinter dem deutschen Aktienmarkt liegt ein zäher Handelstag. Für leichte Entspannung sorgte, dass in den USA wohl zunächst das Hoch bei der Inflation gesehen wurde. Doch zeigte sich auch, dass die niedrigere Inflation vor allem auf die rückläufigen Notierungen beim Öl zurückzuführen ist. Das sorgte für Unsicherheit auf dem Parkett.
Nachdem bereits die US-Inflationsdaten am Mittwoch leichte Entspannungssignale an der Preisfront lieferten, blieben heute auch die US-Erzeugerpreise unter der Prognose, was als Hinweis auf eine abschwächenden Preisentwicklung gewertet wird. So fallen im Gegenzug die Erwartungen an den nächsten Zinserhöhungsschritt der US-Notenbank, hier wird mehr und mehr mit einem Schritt um lediglich 50 Basispunkte im September gerechnet.
Der DAX bewegte sich in einem Rahmen von nur rund 100 Punkten und ging 0,1 Prozent tiefer mit 13.695 Punkten aus dem Handel. Besser schnitten MDAX, SDAX und TECDAX ab. Der EUROSTOXX50 notierte kaum verändert bei 3749 Stellen.
So interessierte speziell am Vormittag die im Abklingen begriffene Berichtssaison. Siemens gewannen 0,7 Prozent. Beim DAX-Konzern irritierte ein schwächer als erwartet ausgefallenes Ergebnis im Industriegeschäft. Mit der gesenkten Prognose für den Jahresgewinn hatten Analysten zwar tendenziell gerechnet, ihr Umfang ist jedoch höher ausgefallen.
Deutsche Telekom verteuerten sich um 0,4 Prozent. Bei den Bonnern liegen die Zahlen über den Erwartungen. Positiv wurden auch die Zahlen von Daimler Truck gelesen. Das unbereinigte EBIT von Daimler Truck hat laut der Citigroup die Erwartungen um 32 Prozent übertroffen, doch habe dazu ein Einmaleffekt bei Mercedes-Benz von 200 Millionen Euro maßgeblich beigetragen. Das bereinigte EBIT liege zwei beziehungsweise vier Prozent über den Konsenserwartungen. Dennoch verlor die Aktie 0,4 Prozent.
RWE fielen um 0,6 Prozent. Die gestiegenen Energie- und Strompreise erhöhen zwar den Gewinn, der Umbau in Richtung Erneuerbare Energien zwingt aber auch zu höheren Investitionen.
Keine Strafbarkeit bei Aldi-Nord-Familienmitgliedern
Hier einmal eine Meldung abseits des Börsengeschehens: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Ermittlungen gegen Vorstandsmitglieder einer Aldi-Nord-Familienstiftung eingestellt. Ein anderes Familienmitglied hatte nach der Auszahlung von Geldern an die Vorstandsmitglieder seine Verwandten wegen Untreue angezeigt.
"Aus unserer Sicht liegt hier keine Strafbarkeit vor", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Tatbestand der Untreue werde nicht erfüllt, da keine Pflichtverletzung bestehe. Auch liege kein Vorsatz vor.
McDonald's will wieder Filialen in Ukraine öffnen
Ungeachtet des weiter andauernden russischen Angriffskriegs will McDonald's einen Teil seiner Restaurants in der Ukraine wieder öffnen. "Nach langen Beratungen und Gesprächen haben wir einen Stufenplan zur Wiederaufnahme der Arbeit einiger Restaurants in Kiew und der westlichen Ukraine", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
In den kommenden Monaten werde daran gearbeitet die Lieferketten wiederherzustellen und die zu Kriegsbeginn am 24. Februar geschlossenen Restaurants wieder vorzubereiten. Einen genauen Öffnungstermin nannte McDonald's nicht.
Grüner Beginn an der Wall Street
Die Wall Street hat sich zum Handelsstart leicht nach oben bewegt. Anleger rätseln immer noch, wie stark die US-Notenbank FED auf der nächsten Sitzung im September die Zinsen erhöhen dürfte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte zur Eröffnung 0,7 Prozent auf 33.551 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte ebenfalls in dieser Größenordnung auf 4238 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg ein knappes Prozent auf 12.952 Punkte.
Unter den Einzelwerten stachen die Aktien von US-Medienriese Walt Disney heraus. Der Konzern hat seine langfristige Abonnentenprognose für Disney+ gesenkt, hält aber an seinem Gewinnziel aus dem Streaminggeschäft fest. Die Aktien legten um 8,8 Prozent zu.
OPEC senkt Ausblick für Öl-Nachfrage
Der weltweite Bedarf an Erdöl wird laut dem Förderverband OPEC dieses Jahr etwas geringer ausfallen als erwartet. Die OPEC geht in ihrem jüngsten Marktbericht davon aus, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr lediglich um 3,1 Prozent wachsen wird - 0,4 Prozentpunkte weniger als in der vorigen Prognose im Juli. Die tägliche Nachfrage nach Rohöl werde im Jahresschnitt 100 Millionen Barrel statt der zuvor prognostizierten 100,3 Millionen Barrel erreichen, hieß es in dem Bericht.
Die OPEC begründete den pessimistischeren Ausblick mit dem andauernden Krieg in der Ukraine und den zu erwarteten neuerlichen Corona-Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte. Die Nachfrage-Prognose für nächstes Jahr blieb unverändert bei 102,7 Millionen Barrel pro Tag.
Miese erste Jahreshälfte - Bringt das zweite Halbjahr Hoffnung?
Die hohe Inflation, die Zinserhöhung und auch der Ukraine-Krieg haben das erste Halbjahr an den Börsen geprägt. Die Indizes kannten nur eine Richtung: abwärts. Der Start in die zweite Jahreshälfte verlief hingegen vielversprechend. Zwar ist unklar, ob die eingesetzte Aufwärtsbewegung von Dauer sein wird, trotzdem bieten sich Anlegern schon jetzt neue Chancen und Perspektiven. Welche das sind, darüber spricht Friedhelm Tilgen mir Helen Windischbauer von Amundi.
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in USA steigen
Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich in der vergangenen Woche etwas schwächer entwickelt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg um 14.000 auf 262.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer etwas höheren Zahl von 265.000 gerechnet.
Die Lage auf dem US-Jobmarkt gilt weiterhin als robust. Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt den soliden Arbeitsmarkt als Argument gegen eine Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt angeführt.
Steigerung der US-Erzeugerpreise verliert an Dynamik
Die Erzeugerpreise in den USA ziehen nicht mehr ganz so rasant an wie zuletzt und signalisieren ein allmähliches Abebben der Inflationswelle. Sie kletterten im Juli laut US-Arbeitsministerium um 9,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Ökonomen hatten einen Zuwachs von 10,4 Prozent auf dem Zettel nach 11,3 Prozent im Juni. Zum Vormonat fielen die Erzeugerpreise im Juli überraschend - und zwar um 0,5 Prozent. Experten hatten hier mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.
Heizöl bleibt trotz sinkender Rohölpreise teuer
Käufer von Heizöl müssen weiter tief in die Tasche greifen. Während auch der als Produkt sehr ähnliche Treibstoff Diesel seit Wochen billiger wird, laufen die Heizölpreise seitwärts, wie aus Zahlen des Portals HeizOel24 hervorgeht. Für den Donnerstag meldete es beim Kauf von 3000 Litern einen Literpreis von 1,51 Euro. Seit etwa einem Monat schwanken die Preise um 1,50 Euro. Geht man zwei Monate zurück, ergibt sich sogar ein Anstieg um einige Cent pro Liter. Ganz anders bei Diesel: Laut ADAC-Daten sank der Preis für den Kraftstoff seit Mitte Juni um rund 14 bis 15 Cent pro Liter.
Als wichtigster Treiber beim Rückgang des Dieselpreises gilt der gesunkene Ölpreis. Hatte die für Europa wichtige Nordseesorte Brent Anfang und Mitte Juni noch um die 120 US-Dollar pro Barrel gekostet, lag sie zuletzt unter 100 Dollar.
Ölpreise steigen kräftiger - Hitzewellen erhöhen Nachfrage
Die sommerlichen Hitzewellen in Europa und die Verknappung des teuren Erdgases lassen die Nachfrage nach Öl steigen. Die Kraftwerke suchen nach alternativen Brennstoffen, um die steigende Nachfrage nach Strom zu decken. Noch nie dagewesene Temperaturen auf dem gesamten Kontinent haben nach Darstellung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die Stromnetze unerwartet stark belastet und die Nachfrage nach Strom zum Betrieb von Ventilatoren und Klimaanlagen in einer für die Energienachfrage normalerweise ruhigen Zeit in die Höhe getrieben.
Hohe Preise und begrenzte Erdgaslieferungen - nachdem Russland seine Energieexporte in die Region gedrosselt hat - zwängen Kraftwerke und Schwerindustrie dazu, Öl als alternative Brennstoffquelle zu nutzen, erklärte die IEA in ihrem Monatsbericht.
Die Ölpreise stiegen am frühen Nachmittag wieder stärker. Brent-Nordseeöl verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 98,37 US-Dollar pro Barrel. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 92,95 Dollar ebenfalls 1,5 Prozent mehr.
Weiter sehr billige Flüge? Ryanair-Chef äußert sich dazu
Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht in den kommenden Jahren keinen Spielraum für extreme Billigtarife zwischen einem und zehn Euro. Die durchschnittlichen Ticketpreise bei Ryanair würden von 40 Euro im vergangenen Jahr auf 50 Euro im Laufe der kommenden fünf Jahre steigen, sagte der Ire der BBC. Hintergrund dafür sei das Anziehen des Ölpreises.
Dass die Menschen aufgrund der gestiegenen Energiekosten aufs Fliegen verzichten, glaubt O'Leary hingegen nicht. Er setze darauf, dass noch mehr Kunden als bisher nach Billigflügen Ausschau halten werden.
Was man über Preise am Terminmarkt wissen sollte
Wer an der Börse Rohstoffe handeln will, der muss dies meist über sogenannte Terminkontrakte tun. Warum das so ist und wie der Terminmarkt funktioniert, darüber spricht Raimund Brichta mit Dirk Heß von der Citigroup.
Media Markt und Saturn in schwierigem Fahrwasser
Die Elektronikmarkt-Ketten Media Markt und Saturn leiden unter der durch den Ukraine-Krieg und die hohe Inflation gedämpften Konsumstimmung in Deutschland. Darauf wies der Chef des Mutterkonzerns Ceconomy, Karsten Wildberger, hin. Die Folge: Unter dem Strich musste Ceconomy für das dritte Geschäftsquartal einen von 76 Millionen auf 95 Millionen Euro gestiegenen Verlust ausweisen.
DAX tritt auf der Stelle
Nicht viel los an der Frankfurter Börse: Der DAX verharrte am Mittag kaum verändert bei 13.697 Punkten. Der EUROSTOXX50 notierte 0,1 Prozent tiefer bei 3747 Stellen.
Rekordzahl bei freien Stellen
Die Zahl der freien Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt liegt auf einem Rekordhoch. Eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab für das zweite Quartal des Jahres 1,93 Millionen offene Stellen. Das seien elf Prozent mehr als im ersten Quartal, teilte das Institut in Nürnberg mit.
Zieht man den Vergleichszeitraum des Vorjahres heran, so stieg die Zahl der offenen Stellen sogar um 66 Prozent. So viele freie Stellen wie im Zeitraum April bis Juni 2022 gab es nach IAB-Angaben noch nie seit Beginn der Erhebung für das gesamte Bundesgebiet 1992.
"Deutschland hat Inflationszenit noch nicht erreicht"
IW-Forscher simulieren Folgen eines explodierenden Gaspreises
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat vor dem Verlust von Hunderttausenden Jobs sowie zweistelligen Inflationsraten durch hohe Gaspreise gewarnt. In einer simulierten die Forscher die Folgen für Arbeitsmarkt und Konjunktur, wenn der Gaspreis im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal um 50 Prozent steigt sowie für den Fall, dass er sich verdoppelt.
Das Ergebnis der simulierten Entwicklungen seien "düstere" Aussichten, warnte das IW-Forscherteam. Bei einem Anstieg der Gaspreise um 50 Prozent dürfte die Inflationsrate um 0,9 Prozentpunkte im Jahresdurchschnitt und um 1,3 Prozentpunkte im kommenden Jahr steigen. Bei einer Verdopplung der Gaspreise, was ein derzeit "realistisches" Szenario sei, würde die Inflation um einen Punkt in diesem Jahr und um fast vier Prozentpunkte im nächsten Jahr wachsen.
Maue Nachfrage nach Corona-Totimpfstoff trifft Valneva-Aktie
Die schleppenden Verkäufe des Totimpfstoffs gegen Corona dämpfen die Aussichten für den französisch-österreichischen Biotechkonzern Valneva. Aufgrund der geringen Nachfrage in der EU muss das Umsatzziel für das Gesamtjahr nach unten geschraubt werden, teilte der Konzern mit.
Der Kurs der Valneva-Aktie lag an der New Yorker Nasdaq vorbörslich 5,1 Prozent im Minus.
US-Inflation: "Eigentlich gibt's nichts zu feiern - höchstens an Börsen"
Die Börsen gehen durch die Decke. Ursache ist der überraschend starke Rückgang der US-Inflation. Sie sinkt im Juli stärker als von Experten erwartet auf 8,5 Prozent. Doch ntv-Börsenreporter Frank Meyer ist skeptisch. Warum, erläutert er im Video.
Gasknappheit trifft Siemens nicht besonders
Siemens-Vorstandschef Roland Busch macht sich wegen einer drohenden Gasknappheit in Deutschland keine Sorgen um das operative Geschäft. "Derzeit sehen wir nur geringe direkte Auswirkungen auf unsere Fabriken, weil unsere Produktion nicht energieintensiv ist", sagte er. "Wir nutzen Erdgas nur in einigen nachgeordneten Bereichen in der Produktion, haben somit einen vergleichsweise geringen Bedarf."
Den Strombedarf deckt Siemens in Europa laut Busch fast ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Mehr Sorgen machen dem Konzernchef die gestiegenen Kosten im Einkauf und für das Personal.
Telekom-Chef hat mit T-Mobile US noch etwas vor
Für den Vorstandschef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, ist die Übernahme der Mehrheit am US-Mobilfunker T-Mobile US ein Hauptanliegen. "Das ist unser wichtigstes strategisches Projekt derzeit", sagte der Manager bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Aktuell halten die Bonner 48,4 Prozent an T-Mobile US. Dieser Anteil soll nun laut Höttges "mittelfristig" auf mehr als 50 Prozent steigen.
Erst kürzlich hat die Telekom den Verkauf der Mehrheit an ihrem Funkturmgeschäft angekündigt. Höttges zufolge sind weitere Veränderungen möglich.
"Strom-Blackout käme eher durch überlastete Netze"
Entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage meldet Siemens enorm gestiegene Auftragseingänge. Vorstands-Chef Roland Busch erklärt im ntv-Interview, woran das liegt, warum die drohende Gas-Knappheit sein Unternehmen kaum trifft und wie der DAX-Konzern in die Zukunft blickt.
RWE will Verluste aus der Gas-Ersatzbeschaffung wohl selbst tragen
Der Energiekonzern RWE will vor dem Hintergrund sprudelnder Gewinne die geplante Umlage für die Verluste aus der Ersatzbeschaffung von Gas möglicherweise nicht nutzen. "RWE ist ein finanzstarkes und robustes Unternehmen. Wir erwägen daher, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, unsere Verluste aus der Gasersatzbeschaffung für diese Umlage geltend zu machen", sagte Vorstandschef Markus Krebber.
"Wir würden diese dann, genauso wie die Verluste von 750 Millionen Euro infolge der Sanktionierung russischer Kohlelieferungen, selber tragen." RWE hatte zuvor Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Der Konzern legte kräftig zu und hatte bereits seine Gewinnprognose angehoben.
TAG-Aktienkurs rauscht runter
Nach einer Herunterstufung ist die Aktie von TAG Immobilien an das MDAX-Ende gerutscht. Das Papier verlor in der Spitze mehr als acht Prozent auf 10,32 Euro. Die Analysten der Deutschen Bank haben die Titel auf "Sell" von "Hold" heruntergenommen und das Kursziel auf 9,50 (24) Euro gesenkt.
Ölpreise im Plus - wieder russische Lieferungen für Ungarn
Mit den Ölpreisen ist es am Vormittag leicht nach oben gegangen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete 97,24 US-Dollar, das waren 0,2 Prozent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg um 0,4 Prozent auf 91,88 Dollar.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern halten sich die Anleger am Ölmarkt vor der Veröffentlichung neuer Prognosen zur Entwicklung der Nachfrage in den Wintermonaten zurück. Im Tagesverlauf werden Berichte der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Ölkartells Opec erwartet, in denen jeweils die künftige Nachfrage nach Rohöl prognostiziert wird. Außerdem wurde am Markt darauf verwiesen, dass es wieder russische Öllieferungen nach Ungarn geben dürfte.
Brent Rohöl
Kursgewinne in China
Spekulationen auf kleinere Zinsschritte der US-Notenbank in den kommenden Monaten haben die chinesischen Börsen angetrieben. Die Verlangsamung des Inflationsanstiegs in den USA im Juli könnte der FED die Möglichkeit eröffnen, das Tempo der kommenden Zinserhöhungen zu drosseln. Die Börse in Shanghai rückte um 1,5 Prozent vor, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewann zwei Prozent. An der japanischen Börse fand wegen eines Feiertags kein Handel statt.
DAX geht mit kleinem Plus in den Tag
Einen Tag nach Veröffentlichung der Inflationsdaten in den USA geht es mit den deutschen Aktienindizes erst einmal weiter aufwärts. Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 13.728 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX legten zwischen 0,7 und ein Prozent zu.
Ein letztes Aufbäumen der Berichtssaison gibt zudem den Takt an. Siemens sackten nach roten Zahlen um 1,9 Prozent ab. Deutsche Telekom gewannen nach Quartalsbericht 0,9 Prozent und Daimler Truck 0,1 Prozent.
Frankfurter Flughafen knackt trotz Chaos Fünf-Millionen-Marke
Trotz des Abfertigungschaos hat der Frankfurter Flughafen erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise wieder mehr als fünf Millionen Passagiere in einem Monat begrüßen können. Die 5,02 Millionen Passagiere bedeuteten im Juli beim Vergleich zum Vorjahresmonat eine Steigerung um 76,5 Prozent, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Von den Werten aus dem Rekordjahr 2019 war das allerdings noch 27,4 Prozent entfernt.
Trotz der im Vorkrisenvergleich geringeren Passagierzahl hatte es wegen Personalmangels erhebliche Probleme bei der Abfertigung der Flugzeuge gegeben, so dass der Flugplan planmäßig ausgedünnt werden musste. Zudem führte ein ganztägiger Warnstreik beim Hauptkunden Lufthansa zu einem Verlust von rund 100.000 Passagieren. Beim Frachtaufkommen verlor das größte deutsche Drehkreuz im Vergleich zum Juli 2021 gut 18 Prozent der Menge. Gründe waren der gesperrte Luftraum über Russland und der Ukraine sowie die umfassenden Corona-Schutzmaßnahmen in China.
Stornierungswelle im Wohnungsbau - Ziele der Regierung rücken in "weite Ferne"
Der Verzicht auf neue Projekte wegen höherer Baukosten und steigender Zinsen lassen einer Ifo-Umfrage zufolge die Wohnungsbauziele der Bundesregierung in weite Ferne rücken. Der Anteil der von gestrichenen Vorhaben betroffenen Unternehmen lag im Juli bei 11,5 Prozent, nach 12,3 Prozent im Vormonat.
Im Mai hatte der Anteil sogar 15,8 Prozent betragen, wie aus einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. "Noch sind die Auftragsbücher prall gefüllt", sagte Ifo-Forscher Felix Leiss. "Aber die explodierenden Baukosten, höheren Zinsen und schlechteren Fördermöglichkeiten stellen mehr und mehr Projekte in Frage.
Wir beobachten seit April eine Stornierungswelle. Die ehrgeizigen Neubauziele der Bundesregierung rücken damit in weite Ferne." Diese hat sich den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zum Ziel gesetzt.
Salzgitter mit deutlichem Gewinnsprung
Preiserhöhungen für seine Produkte haben dem Stahlhersteller Salzgitter im zweiten Quartal in die Hände gespielt. Aufgrund von Gewinnsprüngen bei der Stahlerzeugung, der Verarbeitung des Materials und im Handel stieg der Vorsteuergewinn (EBT) um mehr als das Dreifache auf rund 970 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen mitteilte.
Der Außenumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte auf 6,6 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben Salzgitter 781 Millionen Euro nach 231 Millionen im Vorjahr. Der Konzern bestätigte zudem die im Juni erhöhte Prognose.
Siemens mit Millardenverlust
Siemens hat das dritte Quartal nach der milliardenschweren Abschreibung auf seine Siemens-Energy-Beteiligung mit einem Nettoverlust abgeschlossen. Das Minus belief sich auf 1,53 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte noch ein Überschuss von 1,48 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Wegen der fortgesetzten Verluste beim Windanlagenbauer Siemens Gamesa war der Aktienkurs von Siemens Energy zuletzt immer mehr verfallen. Deshalb musste Siemens auf seine 35-prozentige Beteiligung den Buchwert um 2,7 Milliarden Euro abschreiben.
Gesenkt wurde auch die Ergebnisprognose, alle übrigen Ziele des Unternehmens blieben unverändert. Belastend auf das Konzernergebnis wirkten neben der Abschreibung zusätzliche Wertminderungen und andere Negativposten im Zusammenhang mit dem im Frühjahr eingeleiteten kompletten Rückzug aus Russland. Hier fielen noch einmal 600 Millionen Euro an, nachdem Siemens schon im Quartal zuvor Belastungen von rund 600 Millionen Euro verbucht hatte.
Dax im Zahlenregen höher erwartet
Banken und Brokerhäuser gehen heute von einem positiven Handelsstart aus. Am Vortag hatte der überraschend starke Rückgang der US-Inflation den deutschen Leitindex um 1,2 Prozent auf 13.700 Punkte getrieben. Auch an der Wall Street ging es deutlich bergauf.
"Historisch zeigen Inflationsspitzen wie die aktuelle, dass, sobald der Hochpunkt einmal erreicht wurde, auch ein Kollaps der Inflationsraten zu erwarten ist", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets.
Nach dem Zuwachs von 9,1 Prozent im Juni waren die Verbraucherpreise in den USA im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 8,7 Prozent gerechnet. Auf der Unternehmensseite hält die Anleger eine Flut an Geschäftszahlen in Atem. Einblick in ihre Bücher gewährten bereits zahlreiche Schwergewichte. Während Siemens seine Prognose deutlich reduzierte, hob die Deutsche Telekom ihre an.
Deutlich mehr Neukunden: Deutsche Telekom hebt Prognose erneut an
Die Deutsche Telekom lässt sich von der weltweiten Wirtschaftsabkühlung nicht schrecken und hebt ihren Ausblick erneut an. "In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wachsen wir weiter", sagte Firmenchef Tim Höttges und ergänzte: "Unsere Investitionen zahlen sich aus." Der Bonner Dax-Konzern stellt nun für 2022 ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda AL) von rund 37 Milliarden Euro in Aussicht. Bisher waren es mehr als 36,6 Milliarden Euro. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Telekom bei der Prognose die Latte höher legt.
Deutsche TelekomIm zweiten Quartal hat der Konzern trotz verbraucherfreundlicherer Kündigungsrechte hierzulande deutlich mehr Kunden für sich gewonnen. Nach Abzug von Kündigungen seien 194.000 neue Vertragskunden unter der eigenen Marke und damit mehr als im Vorjahresquartal hinzugekommen, hieß es.
Allerdings bekommt das Unternehmen wie auch andere Wettbewerber den Effekt der Änderungen im Telekommunikationsgesetz (TKG) zu spüren: Mit rund 45.000 neuen Breitbandanschlüssen hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Automatisch verlängerte Verträge können mittlerweile nach Ablauf der Mindestlaufzeit nach einem Monat und nicht erst nach einem Jahr gekündigt werden.
Prall gefüllte Kassen: RWE profitiert vom Ökokurs
Der Energiekonzern RWE treibt sein Geschäft mit erneuerbarer Energie voran. Im laufenden Jahr werde der Konzern mehr als fünf Milliarden Euro in den Ausbau des grünen Portfolios investieren - rund 30 Prozent mehr als ursprünglich geplant, teilte der Versorger bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen mit.
RWE kann dabei auf prall gefüllte Kassen zurückgreifen. Das Nettovermögen habe Ende Juni 1,9 Milliarden Euro betragen nach 360 Millionen Ende 2021. RWE hatte bereits Ende Juli Ergebnisse vorgelegt und die Prognose angehoben. Auf Konzernebene erwartet RWE 2022 einen bereinigten operativen Ertrag (Ebitda) von fünf bis 5,5 Milliarden Euro statt wie bisher 3,6 bis vier Milliarden Euro.
Kriselnde Adler Group beschafft sich frisches Geld
Der angeschlagene Immobilieninvestor Adler Group hat zwei Immobilien-Projekte in Frankfurt am Main an Investoren verkauft. Bareinnahmen von rund 166 Millionen Euro seien eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Die Projekte seien indes mit einem Abschlag auf den Bruttovermögenswert (GAV) von 13,6 Prozent verkauft worden.
Die Adler Group steht an zahlreichen Fronten unter Druck. Unter anderem hatten ihr die Wirtschaftsprüfer der KPMG das Testat für den Jahresabschluss 2021 verweigert und wollen nicht mehr mit dem Konzern zusammenarbeiten. Für 2022 sucht Verwaltungsratschef Stefan Kirsten deshalb einen neuen Wirtschaftsprüfer. Ohne Testat sei die von hohen Schulden belastete Adler Group von den Bank- und Kapitalmärkten abgeschnitten. Hoffnungen der Adler Group auf frisches Geld durch den Verkauf der Mehrheit an der Tochter BCP an den Immobilienkonzern LEG Immobilien hatten sich jedoch jüngst zerschlagen - die LEG hatte abgewunken.
US-Währungshüterin warnt: Das ist noch nicht der Sieg über die Inflation
Trotz des zuletzt weniger starken Anstiegs der Verbraucherpreise in den USA warnt die US-Notenbankerin Mary Daly davor, über die Inflation bereits den "Sieg zu erklären". Dafür sei es viel zu früh, zitierte die "Financial Times" die Präsidentin der Notenbank von San Francisco. "Es gibt gute Nachrichten, was die monatlichen Daten angeht, dass Verbraucher und Unternehmen etwas Erleichterung bekommen. Aber die Inflation bleibt viel zu hoch und nicht in der Nähe unseres Preisstabilitätsziels."
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat, nach einem Zuwachs von 9,1 Prozent im Juni. Erwartet worden waren 8,7 Prozent.
Daimler Truck hat gut verdient
Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal von Preiserhöhungenund vorteilhaften Wechselkursen profitiert. Auch der Absatz brummte. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte.
Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern steigerten die Schwaben um 15 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Den auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn um gut die Hälfte auf 992 Millionen Euro.
Das Unternehmen wolle den positiven Schwung in die zweite Jahreshälfte mitnehmen, so Vorstandschef Martin Daum. Das laufende Jahr werde allerdings vor allem wegen anziehender Kosten anspruchsvoll bleiben, ergänzte Finanzchef Jochen Goetz, der die Umsatz- und Ergebnisprognose im Konzern für dieses Jahr bestätigte.
Thyssenkrupp profitiert von hohen Stahlpreisen
Thyssenkrupp hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2021/2022 dank gestiegener Stahlpreise operativ zugelegt, kämpft aber mit hohen Rohstoffkosten und anziehenden Zinsen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdreifachte sich fast auf 721 Millionen Euro von zuvor 266 Millionen.
Die Stahlsparte konnte ihr Ergebnis auf 376 Millionen Euro verbessern von 19 Millionen im Vorjahreszeitraum. Stark gestiegene Rohstoff- und Materialkosten sowie verzögerte Kundenabrufe hätten sich belastend ausgewirkt, teilte der Konzern mit. Der am Markt stark beachtete Free Cashflow vor M&A habe minus 412 Millionen Euro betragen nach einem Minus von 235 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Konzern bestätigte die Prognosen für das bereinigte Ebit und den Free Cashflow vor M&A. Den Ausblick auf den Jahresüberschuss schraubte Thyssenkrupp allerdings zurück. Hier erwartet der Konzern einen Wert im hohen dreistelligen Millionen Euro-Bereich statt bislang mindestens 1,0 Milliarden Euro.
K+S will Gasmangel und Mehrkosten locker wegstecken
Und die Berichtssaison tobt auch heute weiter:
Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S könnte eine Gasmangellage in Deutschland ab Oktober mit deutlichen Mehrkosten für den Energiebedarf wegstecken, ohne seine Jahresprognose senken zu müssen. Vorstandschef Burkhard Lohr sagte bei Vorlage der Halbjahresbilanz, K+S halte an seiner Ebitda-Zielspanne von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro fest, "selbst wenn es wie in unserem Szenario unterstellt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Erdgas und einer Gasumlage im vierten Quartal kommen sollte."
Nach dem Szenario, bei dem K+S nur drei Viertel seiner bisherigen Erdgasliefermengen bekäme, müssten Mehrkosten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe kompensiert werden. Vorstandschef Lohr geht davon aus, dass dies möglich ist, weil die Durchschnittspreise leicht höher ausfallen werden als zuletzt prognostiziert. Die Kali-Nachfrage werde durch geringe Verfügbarkeit entsprechenden Angebots 2022 deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen, sagte er. "Deshalb glaube ich auch, dass die Kali-Preise sich auf einem hohen Niveau einpendeln werden."
Der Kurs zieht vorbörlich um 4 bis 5 Prozent an. "Der Konzern hat die Prognosen in der Breite leicht übertroffen", so ein Marktteilnehmer.
Das wird für den DAX heute wichtig
Das Rätelraten über das Tempo der weiteren Leitzinserhöhungen wird wohl auch am vorletzten Handelstag der Woche munter weitergehen. Auch wenn die US-Inflationszahlen am Mittwoch niedriger waren als erwartet, pendeln Marktteilnehmer zwischen Hoffen und Bangen.
Marko Behring, Chef der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank, warnt vor überzogenen Erwartungen an ein reduziertes Zinserhöhungstempo der US-Notenbank Fed. "Solange die Teuerungsraten jenseits der fünf Prozent liegen, werden wir keine Rückabwicklung der Zinswende sehen – und schon gar keine zügige." Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli nur noch um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat nach einem Zuwachs von 9,1 Prozent im Juni.
Trotz vereinzelter Unkenrufe reagierten Börsianer mit sichtlich guter Laune auf die Daten. Der Dax beendete den Handel mit einem soliden Plus von 1,2 Prozent
Und welche Highlights stehen heute auf dem Programm?
Siemens wird bei der Vorlage seiner Zahlen voraussichtlich seine Gewinnprognose korrigieren. Die Abschreibung von 2,8 Milliarden Euro auf die 35-Prozent-Beteiligung an Siemens Energy lässt die Erwartung eines Gewinns je Aktie von 8,70 bis 9,10 Euro je Aktie für das laufende Geschäftsjahr (per Ende September) in die Ferne rücken. Analysten gehen im Schnitt von knapp sechs Euro je Aktie aus.
Der größte deutsche Stromkonzern RWE und die Deutsche Telekom legen ebenfalls ihre Bücher offen. Da RWE bereits vorläufige Halbjahreszahlen mitgeteilt und auch die Prognose erhöht hat, rücken heute Aussagen zur Gaskrise in den Mittelpunkt.
Die Deutsche Telekom gibt Einblick in die Bilanz für das zweite Quartal. Analysten rechnen beim größten europäischen Telekomkonzern im Schnitt mit einem deutlichen Plus beim Umsatz und beim bereinigten Betriebsergebnis.
Ansonsten könnte es noch spannende News aus Wolfsburg geben. Laut Insidern plant der neue Volkswagen-Chef Oliver Blume eine Verkleinerung des Vorstands.
Von Konjunkturseite werden nach den Verbraucherdaten ansonsten noch die Erzeugerpreise in den USA veröffentlicht. Experten erwarten ein Plus von 10,4 Prozent nach 11,3 Prozent im Juni. Es verspricht auf jeden Fall wieder ein spannender Börsen-Tag zu werden!
Hier noch ein exklusiver Bericht unserer Börsen-Reporter in New York zum Geschehen an der Wall Street gestern Abend:
Und wer mag, findet hier noch den Börsen-Tag vom Mittwoch zum Nachlesen. Viel Spaß!