Dax legt kräftig zu - Bayer-Aktie schießt hoch
Eine kräftige Erholung bei Technologiewerten hat für steigende Kurse an den Börsen in Europa gesorgt. Auslöser waren deutlich besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse des Speicherchip-Herstellers Micron Technology vom Vorabend in den USA. Zudem sorgten jüngste US-Inflationsdaten für bessere Stimmung auch auf dem Frankfurter Parkett. Diese schürten die Hoffnung der Börsianer auf eine weniger restriktive Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Der Dax nahm vor allem am Nachmittag kräftig Fahrt auf und schloss 1,0 Prozent höher bei 24.995 Punkten - sein Tageshoch lag bei 25.088 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent höher bei 6258 Stellen.
"Auch wenn es Europa gewissermaßen an Technologieführern mangelt, können einige Unternehmen dennoch erhebliche Vorteile daraus ziehen", kommentierte Martin Frandsen, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Principal. "Es ist klar, dass Europa bei Rechenzentren große Ambitionen hat. Diese Unternehmen können davon profitieren, da sie sowohl einen Teil der globalen Nachfrage bedienen als auch für den europäischen Ausbau der digitalen Infrastruktur gut aufgestellt sind."
Klar an der Dax-Spitze lagen Bayer mit einem Zugewinn von 18,7 Prozent. Der Pharma- und Agrarkonzern hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Gefragt waren auch Volkswagen, die 1,7 Prozent gewannen. Der wochenlange Bieterwettstreit um die VW-Dieselmotorentochter Everllence hat ein Ende.
Auch die Techwerte gewannen. So stiegen Infineon um 3,1 Prozent. Bei den Kleinwerten kletterte Suss Microtec um 5,0 Prozent.
Brichta sieht deutsches Aktien-Pendant zu SpaceX
Wenn von Raumfahrtaktien die Rede ist, denken alle an SpaceX. Aber ein Bremer Satellitenspezialist hat in drei Jahren bei der Aktie um 1000 Prozent zugelegt. Auch hier geht es um Raumfahrt. Wer diese Kursexplosion ausgelöst hat, erklärt ntv-Börsenreporter Raimund Brichta.
Auch der neue Fed-Chef könnte die Zinsen erhöhen
Neue Führung, neuer Kurs: wie viel Macht hat Kevin Warsh wirklich, was will er anders machen als seine Vorgänger? Sicher ist: die US-Notenbank wird in Sachen Zinsen weiter auf datenabhänge Entscheidungen setzen, auch wenn US-Präsident Donald Trump gerne niedrigere Zinsen hätte. Was Anleger jetzt wissen sollten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Marcus Hüttinger von Gané.
EZB-Direktorin bereitet auf weitere Zinsanhebungen vor
Die EZB dürfte aus Sicht von Direktorin Isabel Schnabel die Zinszügel weiter anziehen. "Um die Inflation mittelfristig wieder auf unseren Zielwert von zwei Prozent zurückzubringen, werden wir aus heutiger Sicht die Zinsen weiter anheben müssen", sagte sie der "Zeit". Das Ausmaß und der Zeitpunkt weiterer Maßnahmen hingen jedoch davon ab, wie sich der Konflikt, die Wirtschaft und die Inflation entwickelten. Die Waffenruhe in Nahost sei kein Grund zur Entwarnung für die Geldpolitik. "Die Energiepreise sind gefallen, aber sie liegen noch immer deutlich höher als vor dem Krieg", fügte sie hinzu. Die EZB schaue besonders auf die Energiepreise für Lieferungen in den nächsten Jahren. Und diese blieben erhöht.
Der Iran-Krieg habe das Wachstum gebremst, und sein Ende könne jetzt wieder für mehr Schwung sorgen. Zinserhöhungen dämpfen zwar die wirtschaftliche Aktivität, sagte Schnabel: "Allerdings ist die bisherige Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte gering, und die Zinsen sind noch nicht restriktiv."
Chip-Aktien sorgen für Erleichterung - S&P-500 sinkt aber
Zu Handelsbeginn lässt sich an den US-Börsen keine einheitliche Tendenz ausmachen. Etwas Rückenwind kommt von Micron Technology und beruhigenden Inflationsdaten. Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,5 Prozent auf 52.089 Punkte. Der S&P-500 sinkt jedoch um 0,2 Prozent. Der Nasdaq-Composite gibt um 0,8 Prozent nach. Für den Nasdaq-100 geht es dagegen um 0,1 Prozent aufwärts.
Der Speicherchiphersteller Micron Technology gibt wie erwartet Erleichterung im KI-Rennen. Das Unternehmen hat die Markterwartungen bei praktisch allen wichtigen Finanzkennziffern klar übertroffen und den Ausblick angehoben - die Aktien steigen um rund 15 Prozent. Auch Sandisk, Western Digital und Qualcomm verzeichnen mit 15,4 Prozent, 5,8 Prozent und 4,6 Prozent deutliche Zuwächse.
Bayer-Aktie geht nach US-Gerichtsurteil durch die Decke
Regelrecht hochgeschossen - um rund 17 Prozent - ist die Bayer-Aktie. Die Leverkusener haben im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Der Supreme Court entschied, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Bayer hatte argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien.
US-Wirtschaft wächst viel stärker als bislang gemeldet
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 stärker gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach den Daten der dritten Veröffentlichung hochgerechnet um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In der zweiten Veröffentlichung wurde nur ein Plus von 1,6 Prozent genannt. Ökonomen hatten mit einer Revision auf 1,7 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2025 war das BIP um 0,5 Prozent gewachsen.
Der BIP-Deflator ein weiteres Inflationsmaß, stieg im ersten Quartal um 3,6 Prozent (Vorquartal: 3,7). Volkswirte hatten im Konsens eine Rate von 3,5 Prozent erwartet. Er misst die Preisentwicklung anhand aller produzierten Waren und Dienstleistungen. Die Verbraucherpreise werden dagegen mittels eines repräsentativen Warenkorbs erhoben.
Apple geht mit Preisen hoch - nur beim iPhone nicht
Apple erhöht die Preise für seine Macs und iPads, da das Unternehmen mit stark steigenden Kosten für Speicher- und Storage-Chips konfrontiert ist. "Wir haben jetzt einen Punkt erreicht, an dem wir anfangen müssen, die Preise zu erhöhen", heißt es in einer Erklärung von Apple. "Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für Komponenten so stark und so schnell gestiegen sind."
So steigt der Preis für das Basismodell des MacBook Air um 200 auf 1299 Dollar, der des MacBook Pro um 300 auf 1999 Dollar und der des Einsteigermodells MacBook Neo um 100 auf 699 Dollar. Der Preis des iPad Air erhöht sich um 150 auf 749 Dollar und der des iPad Pro um 200 auf 1199 US-Dollar. Die iPhone-Preise bleiben vorerst unverändert.
USA: Bestellungen für langlebige Güter gehen deutlich zurück
Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA sind im Mai stärker als erwartet gefallen. Laut Handelsministerium sanken die Bestellungen für langlebige Güter wie Fernseher, Haushaltsgeräte und Autos im Mai um 4,5 Prozent auf 332,1 Milliarden US-Dollar. Nachdem sie im April um 8,5 Prozent angestiegen waren, hatten Analysten lediglich einen Rückgang von vier Prozent erwartet.
Die Entwicklung der Aufträge für langlebige Güter wird oft von starken Schwankungen in Kategorien wie Flugzeugbestellungen bestimmt, da kleine Stückzahlen mit hohen Dollarbeträgen einhergehen können. Ohne Transportausrüstungen stiegen die Aufträge für langlebige Güter im vergangenen Monat um 1,3 Prozent. Die Auslieferungen langlebiger Güter erhöhten sich um 1 Prozent, nachdem sie im April um 0,7 Prozent gestiegen waren.
Von Fed bevorzugte US-Inflationsrate über vier Prozent
Der von der US-Notenbank Fed bevorzugte Indikator für die Inflation ist im Mai gestiegen. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) lag 4,1 (Vormonat: 3,8) Prozent höher als vor einem Jahr, wie das Bureau of Economic Analysis mitteilte. Ökonomen hatten eine Jahresrate von 4,1 Prozent erwartet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an. Im Monatsvergleich stieg der PCE-Preisindex im Mai um 0,4 (0,4) Prozent. Die Prognose hatte auf 0,5 Prozent gelautet. In der Kernrate ohne die Komponenten Nahrung und Energie erhöhte sich der Index um 3,4 (3,3) Prozent auf Jahres- und um 0,3 (0,2) Prozent auf Monatssicht. Ökonomen hatten Raten von 3,4 und 0,3 Prozent erwartet.
Indessen haben die US-Verbraucher ihre Ausgaben moderat gesteigert. Verglichen mit dem Vormonat stiegen die Ausgaben im Mai um 0,7 Prozent. Ökonomen hatten mit einem Plus 0,6 Prozent gerechnet. Für die Einkommen meldete das Ministerium einen Anstieg um 0,7 Prozent. Ökonomen hatten ein Plus 0,4 Prozent erwartet.
Tesla will Produktion ankurbeln - weitere Einstellungen in Grünheide
Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Produktion im Werk Grünheide bei Berlin stärker hochfahren. Das Unternehmen teilte mit, weitere 1000 Beschäftigte einzustellen und ab Oktober die Produktion auf 7500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Im April hatte Tesla bereits die Einstellung von 1000 neuen Mitarbeitern angekündigt.
Brüssel erwägt strengere Regeln für Amazon und Microsoft
Nach monatelanger Untersuchung erwägt die EU-Kommission strengere Wettbewerbsregeln für die Cloud-Dienste der US-Unternehmen Amazon und Microsoft. Demnach erfüllen die Dienste der beiden Tech-Riesen die Voraussetzungen, um unter das Gesetz für Digitale Märkte (DMA) zu fallen. Die Cloud-Dienste AWS und Azure hätten "einen erheblichen Umsatz erzielt, und ihre operative Leistungsfähigkeit und ihre Investitionen scheinen die der Wettbewerber deutlich übertroffen zu haben", heißt es in der Begründung der Kommission. Beide Dienste profitierten demnach von einer Abhängigkeit ihrer Nutzer und hohen Wechselkosten. Auch bei KI hätten die Dienste ihre Stellung gestärkt. "Während KI die Nachfrage nach Cloud-bezogenen Diensten stark erhöht, scheinen AWS und Azure einen großen Teil dieser zusätzlichen Nachfrage in ihren jeweiligen Ökosystemen zu halten."
Mit dem sogenannten Digital Markets Act will die EU die Marktmacht großer Digitalkonzerne einschränken und für einen faireren Wettbewerb sorgen. Ein Unternehmen kann durch das Gesetz als sogenannter Gatekeeper eingestuft werden, wenn es "wirtschaftlich stark ist, erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt hat und in mehreren EU-Ländern tätig ist". Unternehmen, die gegen die Regelung verstoßen, drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes, im Wiederholungsfall sogar bis zu 20 Prozent.
Merck nimmt Milliarden für US-Unternehmen in die Hand
Merck KGaA übernimmt in einer milliardenschweren Transaktion das US-Life-Science-Unternehmen Bio-Techne. Wie die Darmstädter mitteilten, ist eine verbindliche Vereinbarung zum Erwerb des Unternehmens für 73 US-Dollar je Aktie unterzeichnet worden, was einem Unternehmenswert (Enterprise Value) von 9,9 Milliarden Euro entspricht.
Der Angebotspreis entspricht laut Mitteilung einer Prämie von 36 Prozent auf den volumengewichteten Ein-Monats-Durchschnittskurs. Finanzieren will der Darmstädter Dax-Konzern die Akquisition durch eine Kombination aus vorhandenen Barmitteln und neu aufgenommenen Krediten, so dass Merck "ein starkes Investment-Grade-Rating beibehalten" werde. Die Merck-Aktie gewann 1,3 Prozent.
Neues vom Geldmarkt
Die Sätze treten am europäischen Geldmarkt mehrheitlich auf der Stelle. Die Zinsstrategen bei Morgan Stanley gehen davon aus, dass die EZB im nächsten Monat an ihrer Zinspause festhält. Vor der September-Sitzung lägen dann zwei zusätzliche Datenveröffentlichungen für Juli und August vor. Auf dem aktualisierten Prognosepfad erwarten die Zinsstrategen der US-Bank die Gesamtinflation (HVPI) im dritten Quartal 2026 bei 2,8 Prozent auf Jahressicht während die Kernrate bei 2,6 Prozent liegen dürfte.
Tagesgeld: 2,15 - 2,35 (2,15 - 2,35), Wochengeld: 2,15 - 2,35 (2,15 - 2,35), 1-Monats-Geld: 2,20 - 2,40 (2,21 - 2,26), 3-Monats-Geld: 2,22 - 2,40 (2,17 - 2,51), 6-Monats-Geld: 2,27 - 2,41 (2,28 - 2,49), 12-Monats-Geld: 2,56 - 2,70 (2,58 - 2,70), Euribors: 24.06. 23.06. 3 Monate: 2,3030 2,3240, 6 Monate: 2,6140 2,6380, 12 Monate: 2,7810 2,8170
Gold- und Silberpreise brechen im Juni ein
Der Goldpreis ist im Juni dramatisch eingebrochen. Innerhalb von nur vier Handelstagen ging es für das Edelmetall von rund 4500 auf knapp 4000 US-Dollar je Feinunze nach unten - ein Verlust von fast zehn Prozent und damit der tiefste Stand seit November 2025. DZ Bank Analyst Thomas Kulp begründet die negative Entwicklung vor allem mit zwei Impulsen aus den USA: "Der Arbeitsmarktbericht hat positiv überrascht - im Mai wurden 172.000 neue Stellen geschaffen. Zudem hat Kevin Warsh bei seiner ersten Notenbanksitzung als neuer Fed-Chef einen deutlich restriktiveren Ton an den Tag gelegt als erwartet." Das habe die Renditen von US-Staatsanleihen steigen lassen, was Gold für Anleger weniger attraktiv macht.
Entgegen der allgemeinen Markterwartung prognostizieren die DZ Bank Analysten für dieses Jahr jedoch keine Zinserhöhung der US-Notenbank. Zudem verweist Kulp auf die weiterhin hohe Nachfrage von Zentralbanken nach Gold: "Weltweit haben Währungshüter im ersten Quartal 2026 rund 244 Tonnen gekauft. Das liegt an einer zunehmenden Blockbildung und dem langfristigen Trend zur De-Dollarisierung." Zum Ende des Jahres erwartet die DZ Bank den Goldpreis deshalb weiter bei 4700 US-Dollar. Auch der Silberpreis ist von der Entwicklung betroffen. Bei zuletzt 57,60 US-Dollar pro Feinunze ist der Wert seit Monatsbeginn um mehr als 24 Prozent eingebrochen.
Micron sorgt für große Freude an der Wall Street
Die Geschäftszahlen von Micron Technology dürften im Technologiesektor an der Wall Street für Erleichterung sorgen. Das Unternehmen hat die Markterwartungen klar übertroffen und den Ausblick angehoben - die Aktien steigen im vorbörslichen US-Handel über 16 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes werden daher voraussichtlich mit einem Anstieg von zwei Prozent an den Markt gehen. Experten werten den Zahlenausweis als Vertrauensbeweis für das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz. Die Geschäftszahlen "haben die Hoffnungen auf KI-getriebenes Wachstum neu entfacht und dazu beigetragen, die Angst vor einer möglichen Blase zu zerstreuen", urteilt Marktstratege Henry Allen von der Deutschen Bank.
Händler geben dennoch keine Entwarnung, da der PCE-Preisindex noch veröffentlicht wird. Er könnte für erneute Zinsspekulationen sorgen und die Stimmung kippen. Die jüngste Dollar-Aufwertung nach den harten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh in der Vorwoche gilt als klares Zeichen.
Warum Quantencomputer die Börse elektrisieren
Quantencomputer gelten als die nächste große Technologie-Revolution und der Moment, in dem das Realität wird, rückt immer näher. Nicht zuletzt die angekündigte Milliardenförderung der US-Regierung unter Donald Trump wird die Entwicklung erheblich beschleunigen. Experten erwarten ein großes Potenzial in praktisch allen Anwendungsfeldern, vor allem in den Bereichen Medizin, Logistik und Industrie. Schon jetzt gibt es eine große Anzahl von Unternehmen, die im Bereich Quantentechnologie aktiv sind und gleichzeitig an der Börse gehandelt werden. Wer nicht auf Einzelaktien setzen möchte, kann dabei auch spezielle Aktienindizes nutzen, die relevante Unternehmen zusammenfasen. Welche Rolle die Quantentechnologie an der Börse spielt, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale.
Rüstungszulieferer SMAG soll im Juli an die Börse
Mit der SMAG Mobile Antenna Masts AG strebt ein weiteres Unternehmen aus der Rüstungsbranche an die Börse. Der Münchner Finanzinvestor Aequita, der 2024 bei dem Unternehmen aus dem niedersächsischen Salzgitter eingestiegen war, will den Hersteller von mobilen Antennenmasten für militärische Anwendungen noch im Juli an die Frankfurter Börse bringen, wie SMAG mitteilte. Der Firma selbst sollen bei dem Börsengang im Freiverkehrssegment Scale rund 30 Millionen Euro zufließen, Aequita gibt ebenfalls Aktien ab, will aber auch nach der Emission eine "erhebliche Beteiligung" halten.
"Die Erlöse aus unserem Börsengang werden direkt in die Produktionskapazitäten und die internationale Reichweite fließen, die erforderlich sind, um unseren beträchtlichen Auftragsbestand abzuarbeiten", sagte SMAG-Chef Ulrich Feindt. SMAG lagen Ende 2025 nach eigenen Angaben Aufträge über 1,4 Milliarden Euro vor. Das 1974 gegründete Unternehmen beschäftigt 170 Mitarbeiter.
Adidas-Chef Gulden: "Diese WM spielt in anderer Liga"
Bjørn Gulden erlebt die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko als Turnier der Superlative. Mehr Mannschaften, volle Stadien und der Boom von Fußball als Modetrend lassen den Markt für Trikots und Fanartikel explodieren - aus Sicht des Adidas-Chefs ist diese Weltmeisterschaft kommerziell und emotional eine Klasse für sich.
Dax deutlich im Plus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich wieder in die Nähe der 25.000-Punkte-Marke begeben. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 0,7 Prozent auf 24.912 Punkte. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls 0,7 Prozent auf 6256 Stellen. Der Euro lag 0,1 Prozent fester bei 1,1364 US-Dollar.
Commerzbank: Großaktionäre bieten Unicredit kaum Aktien an
Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter sind der Commerzbank nach deren Erkenntnissen im Zuge des Übernahmeangebots von Unicredit treu geblieben. Das Frankfurter Geldhaus trat Äußerungen von Unicredit-Chef Andrea Orcel entgegen, der gesagt hatte, bis auf fünf hätten alle aktiven institutionellen Investoren ihre Commerzbank-Aktien verkauft oder angedient. Die Commerzbank pocht dagegen darauf, dass ihre Aktionärsstruktur "weitgehend unverändert" sei. Als Emittentin habe sie volle Transparenz über ihre Aktionäre.
Bislang hätten institutionelle Investoren nur 1,29 Prozent der Commerzbank-Aktien angeboten, erklärte die Commerzbank. Rund 0,05 Prozent der angedienten Aktien entfielen auf Privatanleger, der Rest stamme von Banken. Insgesamt war das Tauschangebot in Unicredit-Aktien für 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen worden. Die Commerzbank geht davon aus, dass der Löwenanteil davon im Zusammenhang mit Derivate-Geschäften von Unicredit mit Banken steht, die dadurch gezwungen waren, ihre Aktien anzubieten "Der verbleibende Streubesitz verteilt sich auf mehrere hundert institutionelle Investoren sowie mehr als 500.000 Privatanleger", hieß es in der Mitteilung.
DocMorris setzt auf KI und streicht Stellen
Die Online-Apotheke DocMorris verschärft ihren Sparkurs und streicht im Zuge einer beschleunigten KI-Strategie gruppenweit rund 100 Vollzeitstellen. Durch die Automatisierung von Arbeitsprozessen sollen die jährlichen Kosten um mindestens 15 Millionen Franken gesenkt werden, wie das Schweizer Unternehmen mitteilte.
Für die Umsetzung fielen Einmalkosten von fünf Millionen Franken an. Ein positiver Ergebniseffekt der Maßnahmen werde bereits im zweiten Halbjahr 2026 erwartet. Den betroffenen Mitarbeitenden sollen Abfindungspakete angeboten werden.
"Die Technologie erlaubt es uns heute, Arbeitsabläufe in allen Unternehmensbereichen noch weiter zu optimieren und durch konsequente Automatisierung effizienter zu gestalten", so Firmenchef Walter Hess. Dies sei ein weiterer Schritt zur Steigerung der Profitabilität.
Easyjet-Aktienkurs schießt hoch - weiteres Angebot von US-Investor abgelehnt
Die Billigfluglinie Easyjet lehnt eine mögliche Übernahme durch den US-Investor Castlelake weiter ab. Das vierte unverbindliche Angebot über 6,50 Pfund (7,54 Euro) wiesen die Briten zurück, wie es in einer Mitteilung von Easyjet hieß. Zuletzt hatten die Amerikaner 6,25 Pfund je Aktie geboten und das Unternehmen auf 4,93 Milliarden Pfund bewertet. Castlelake deutete an, das Angebot weiter erhöhen zu können, wenn der Investor einen begrenzten Zugang zu finanziellen Informationen erhalte. Die Easyjet-Aktie verteuerte sich deutlich um 6,5 Prozent.
Easyjet betonte, dass auch das jüngste Gebot deutlich zu niedrig bewertet sei. Zudem werfe das Gebot weiter erhebliche Fragen hinsichtlich der Umsetzbarkeit auf. Die Fluggesellschaft werde Castlelake nun Zugang zu begrenzten Geschäftsinformationen gewähren, hieß es vom Verwaltungsrat. Der Investor kann nun bis zum 5. Juli ein verbindliches Übernahmeangebot unterbreiten oder sein Angebot zurückziehen. Die ursprüngliche Frist wäre am Freitag ausgelaufen.
Experte: Konsumlaune der Deutschen bleibt schlecht
Hier noch eine Stellungnahme zum GfK-Konsumlimaindex. "Draußen Hitze, Kälte beim Konsumklima. Von einer Besserung der Konsumlaune kann keine Rede sein", äußerte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland. "Sie bleibt deutlich schlechter als vor dem Ausbruch des Iran-Krieges. Hohe Energiepreise verunsichern, wie wohl auch die aktuelle Debatte um eine Rentenreform. Es ist jedenfalls nicht erkennbar, warum Verbraucher bald mehr Geld ausgeben sollten. Die Aussichten für den privaten Verbrauch bleiben mau."
Volkswagen macht Kasse mit Motorentochter
Der Volkswagen-Konzern gibt die Mehrheit an seiner Großmotorentochter Everllence ab. Es sei mit dem Finanzinvestor Bain Capital eine Vereinbarung zum Verkauf von 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen mit Sitz in Augsburg erzielt worden, teilte VW mit. Volkswagen bringt die Transaktion einen Erlös von 7,4 Milliarden Euro. Über die Verwendung der Einnahmen werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, hieß es. Der Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Mit dem Verkauf setzt Volkswagen seinen Kurs zur stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft fort.
Die fünf deutschen Standorte von Everllence, ehemals unter dem Firmennamen MAN Energy Solutions bekannt, sollen auch unter der neuen Eigentümerstruktur mindestens bis 2030 erhalten bleiben, wie es hieß. Betriebsbedingte Kündigungen seien in diesem Zeitraum ausgeschlossen.
300 Prozent in sechs Monaten: Börsenexperte erklärt Chip-Aktien-Wahnsinn
Die Halbleiter-Rallye verändert die Börse: riesige Kursanstiege, wilde Spekulationen und Angebotsknappheit treiben Chips in astronomische Preislagen. ntv-Börsenreporter Frank Meyer erklärt, welche Unternehmen profitieren, welche Risiken drohen und warum die Volatilität an den Märkten bleibt.
Bitcoin steigt deutlich
Bitcoin hat sich erholt von seinem 20-Monats-Tief erholt. Abflüsse aus börsengehandelten Kryptofonds, ein stärkerer US-Dollar und die Erwartung von Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve hätten zu den Verlusten von Bitcoin am Mittwoch beigetragen, schreibt Monte Safieddine von Capital.com in einem Kommentar. Frische Käufe bleiben jedoch verhalten, meint Jasper De Maere, Händler bei Wintermute. Die harte Haltung der Fed belaste weiterhin die Kapitalflüsse in Bitcoin, der Liquidität aus ETFs, Stablecoins und digitalen Vermögenswerten von Unternehmen benötige, fügt De Maere hinzu. Dennoch brauche es bei einer schleppenden Marktstimmung und einem fragil erscheinenden Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran nicht viel, damit sich der Bitcoin erhole. Bitcoin notiert zuletzt 1,2 Prozent höher bei 61.722,53 US-Dollar.
Der Dax startet optimistisch
Der Dax geht anders als erwartet mit leichten Kursgewinnen in den Tag. Der Leitindex legt 0,3 Prozent auf 24.825 Zähler zu.
Nikkei klettert auf Rekordstand
Der Nikkei hat ein neues Schlussrekordhoch erreicht. Der Aktienindex legte um 4,6 Prozent auf 72.366 Punkte zu, nachdem die starken Ergebnisse des Speicherchipherstellers Micron Technology die Sorgen der Anleger über die hohen Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz (KI) zerstreut haben.
"Die Sonne scheint wieder, da die Ergebnisbekanntgabe von Micron nach dem US-Börsenschluss sehr gut verlaufen ist", sagte Ipek Ozkardeskaya, leitende Analystin von Swissquote. Der über den Erwartungen liegende Gewinn habe die Stimmung im KI- und Technologiesektor aufgehellt.
Unter den Top-Performern im Nikkei schossen Advantest um 15 Prozent in die Höhe, Kioxia Holdings kletterten um 12 Prozent und Kokusai Electric stiegen um 11 Prozent.
Sparen statt Shoppen - Konsumflaute geht in die Verlängerung
Die Kauflaune in Deutschland bleibt in Zeiten internationaler Krisen und schwacher Konjunktur auf niedrigem Niveau stabil. Für den Juli prognostizieren die Konsumforschungsinstitute GfK und NIM allerdings eine minimale Aufwärtsbewegung. Die Einkommenserwartungen, bereits im vergangenen Monat angestiegen, legen erneut leicht zu.
"Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück", sagte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab." Jedoch würden die Friedensverhandlungen für den Konflikt im Nahen Osten und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen.
Weiterhin hoch ist die Sparneigung der Deutschen. Der seit Anfang des Jahres beobachtete leichte Rückgang sei damit zum Stillstand gekommen.
Samsung ist wertvoller als Tesla
In Südkorea legen die Papiere von Samsung Electronics rund 6 Prozent zu. Der Elektronikkonzern ist damit an der Börse 1,35 Billionen US-Dollar schwer. Der Chiphersteller liegt damit auf Platz zehn der weltweit wertvollsten börsennotierten Unternehmen – dahinter folgen die Facebook-Mutter Meta und Tesla.
Passend zur Hitze gönnt sich der Dax eine Pause
Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart am Donnerstag zunächst kaum verändert erwartet. Nachdem der Dax gestern durch die Kursschwäche der Rheinmetall-Aktie belastet wurde, wird er heute Berechnungen von Brokern zufolge kaum verändert zum gestrigen Schlusskurs in den Handel gehen. Der Index hatte 0,6 Prozent auf 24.740 Punkte verloren.
Besser als der Gesamtmarkt dürften die Technologiewerte mit KI-Bezug tendieren. Nach einem mehrtägigen Ausverkauf sorgen herausragende Quartalszahlen und der starke Ausblick des Speicherchip-Herstellers Micron Technology für eine spürbare Erholung im Sektor.
Micron heizt die KI-Euphorie wieder an
Rasant steigende Preise für Speicherchips haben Micron einen überraschend deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung beschert. Wegen des anhaltenden Baubooms bei KI-Rechenzentren sei ein Ende dieser Entwicklung bislang nicht in Sicht, sagte Sanjay Mehrotra, der Chef des US-Konzerns: "Wir gehen davon aus, dass die Angebotslage über das Jahr 2027 hinaus angespannt bleiben wird." Die Branche kann den wachsenden Bedarf an Speicherchips derzeit nicht decken. Daher haben sich die Preise für diese Halbleiter in den vergangenen Monaten vervielfacht.
Im abgelaufenen Quartal verfünffachte Micron den Umsatz nahezu auf mehr als 41 Milliarden Dollar. Unter dem Strich lag der Gewinn bei 28,8 Milliarden US-Dollar.
Die Aktien legten nach Börsenschluss in New York 16 Prozent zu.
Öl billiger als vor Beginn des Iran-Krieges
Die Ölpreise geben weiter nach, nachdem sie gestern auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran gefallen sind. Ein Fass der US-Sorte WTI verbilligt sich um 1,3 Prozent auf 69,36 US-Dollar, der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fällt um 1,6 Prozent auf 72,61 US-Dollar.
Die USA und der Iran hätten bei den Gesprächen über ein dauerhaftes Friedensabkommen zur Beendigung des Konflikts erste Fortschritte angedeutet, schreiben die Analysten von ANZ Research. "Der zunehmende Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gebe ebenfalls Anlass zur Hoffnung, dass die schlimmsten Lieferunterbrechungen hinter uns liegen", fügen die Analysten hinzu.
Die Straße von Hormus ist eine wichtige Wasserstraße, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird.
Der KI-Rausch kehrt zurück
Starke Vorgaben des US-Speicherchipherstellers Micron beflügeln die asiatischen Aktienmärkte. In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 3,9 Prozent auf 71.854 Punkte zu, der breiter gefasste Topix notiert 1,3 Prozent höher bei 4016 Zählern. Die Börse Shanghai bleibt dagegen fast unverändert bei 4109,94 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,6 Prozent auf 4.974,08 Punkte.
Die überraschend positiven Geschäftsaussichten von Micron sorgen in Japan vor allem bei Technologie- und Halbleiterwerten für kräftige Kursgewinne. Die Aktien des Chip-Testanlagenbauers Advantest springen um 11,5 Prozent nach oben, während die Papiere des Ausrüsters Tokyo Electron um 7,9 Prozent zulegen. "Der starke Anstieg des Nikkei ist schlichtweg auf die Micron-Ergebnisse zurückzuführen", sagt Takamasa Ikeda, Portfoliomanager bei GCI Asset Management.
In Südkorea treiben die Micron-Zahlen die heimischen Chip-Giganten an. SK Hynix kündigte an, durch eine Notierung an einer US-Börse bis zu 29,4 Milliarden Dollar einnehmen zu wollen. Die Aktien des Unternehmens steigen um fast 12 Prozent. Der Leitindex Kospi legt 5,6 Prozent auf 8946 Punkte zu.
Was heute für den Dax wichtig wird
Nach dem gestrigen Rheinmetall-Schock haben die Dax-Anleger einiges zu verdauen. Die Nachricht, dass der Bund dem deutschen Rüstungsprimus einen milliardenschweren Schiffbau-Auftrag entziehen und stattdessen lieber Boote des Konkurrenten TKMS kaufen möchte, hat nicht nur die Rheinmetall-Aktionäre, sondern auch den deutschen Leitindex insgesamt belastet. Der Dax hatte gestern 0,6 im Minus geschlossen und damit deutlich schlechter abgeschnitten als die Leitindizes anderer Aktienmärkte.
Unternehmens- und Konjunkturdaten aus Deutschland, die die Laune verbessern könnten, stehen heute kaum im Kalender an. Auch auf der heutigen Hauptversammlung der Porsche Automobil Holding SE gilt es, schlechte Zahlen zu verdauen. Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am Volkswagen-Konzern hat die Holding im ersten Quartal 2026 tief in die roten Zahlen gezogen. Zuletzt war die Aktie aus dem Dax geflogen.
Mehr Informationen zur Lage der dortigen Konjunktur kommen aus den USA, unter anderem Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter vom Mai und der Chicago Fed National Activity Index.
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