Freitag, 11. Mai 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:50 Uhr

Dax landet auf der 13.000-Punkte-Marke

Aktienanleger haben auf die vermehrten politischen Krisenherde überwiegend gelassen reagiert. Auch zum Wochenschluss kam es trotz drohender US-Sanktionen für Unternehmen mit Geschäftsverbindungen zum Iran und der Aussicht auf eine populistische Regierung in Italien nicht zu größeren Verlusten.

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Dax
Dax 12.030,12

Der Dax schloss mit 13.001 Punkten und notierte damit bei Handelsschluss 0,1 Prozent schwächer. Der EuroStoxx50 beendete den Handel ebenfalls 0,1 Prozent leichter auf 3565 Zählern.

Für die Anleger stünden weiterhin die soliden Konjunktur- und Bilanzzahlen im Vordergrund, sagten Experten. Zudem rechneten Anleger mit einer Verhandlungslösung in dem Streit um das von den USA aufgekündigte Atomabkommen mit dem Iran. "Es gibt eine Übergangsfrist, bis die Sanktionen greifen", betonte Anlagestratege Benjamin Schroeder von der ING-Bank.

Ein leicht über den Erwartungen ausgefallener Michigan-Index setzte keine Akzente. Die Verbraucherstimmung liegt im Mai bei 98,8 Punkte und damit über der Schätzung von 98,0. Die Daten passen in das insgesamt recht günstige US-Konjunkturbild.

Für die Märkte von größerer Bedeutung sind allerdings Preisdaten, da sie einen größeren Einfluss auf den wahrscheinlichen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank haben.

Beruhigend wirkten auch die relativ moderate Töne der auf ein Regierungsbündnis zusteuernden Parteien in Italien. Vertreter der populistischen 5-Sterne-Bewegung betonten, eine vernünftige und berechenbare Haushaltspolitik verfolgen zu wollen. Die 5 Sterne und die rechtsextreme Lega wollen sich bis Sonntag auf einen Regierungschef verständigen.

17:26 Uhr

Volkswagen ruft Polo- und Seat-Modelle zurück

Volkswagen steht unter Dauerfeuer. Und jetzt das noch ...

Die Wolfsburger rufen 219.000 Polo-Exemplare des aktuellen Modelljahres wegen Problemen mit Gurtschloss-Halterungen der Rückbank zurück.

Dies betreffe auch 191.000 Seat-Modelle der Baureihen Ibiza und Arona, deren Gurtschlösser ähnlich konfiguriert seien, sagt ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Bei den betroffenen Fahrzeugen könne es bei schnellen Spurwechseln mit fünf Menschen an Bord dazu kommen, dass zwei Gurtschlösser der Rücksitzbank übereinander gedrückt werden und das Schloss des äußeren linken Sitzes unbeabsichtigt aufspringt.

Dies habe eine finnische Zeitschrift bei einem Test herausgefunden. VW habe eine technische Lösung erarbeitet, die dies verhindere. Diese solle per Rückrufaktion und mittels einer Produktionsänderung für den Polo der aktuellen Generation umgesetzt werden.

Bis dahin könnten alle betroffenen Autos weiter sicher im Straßenverkehr betrieben werden - allerdings riet Volkswagen seinen Kunden, zunächst den Mittelsitz der Rückbank nicht zu nutzen. Der Rückruf beginne in Kürze. Die Fahrzeughalter würden darüber schriftlich informiert.

17:01 Uhr

Nur Teilerfolg für Autozulieferer im Streit mit VW

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dpa

Das Landgericht Leipzig hat Volkswagen in einer einstweiligen Verfügung dazu verpflichtet, 30 Prozent des früheren Umfangs der von dem Autozulieferer ES Automobilguss Schönheide gefertigten Bauteile abzunehmen.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 144,74

Diese Regelung gelte bis zum 26. April 2019, längstens bis in der beim Landgericht Chemnitz noch anhängigen Hauptsache eine Entscheidung gefallen sei, teilte das Landgericht Leipzig mit. Damit blieb die Kammer weit hinter dem Antrag der Prevent-Tochter zurück. Die hatte eine exklusive Lieferung von Getriebeteilen an VW bis zum Jahre 2022 gefordert.

Hintergrund des Streits sind von VW im März gekündigte Verträge aus dem Jahr 2016. Diese waren nach Auffassung von VW nur durch Erpressung zustande gekommen. Prevent hatte damals mit einem Lieferboykott bei dem Autokonzern die Fließbänder zum Stillstand gebracht. ES Guss in Sachsen beschäftigt 300 Mitarbeiter und fertigt Getriebe für VW.

16:54 Uhr

US-Börsen setzen Gewinnserie fort

Der Aufwärtstrend an der Wall Street hält an. Der Dow Jones Industrial steigt um 0,4 Prozent auf 24.838 Punkte.

S&P 500
S&P 500 2.836,75

Damit steuert der Index auf den siebten Handelstag in Folge mit positivem Ergebnis zu. Im Vergleich zum vergangenen Freitag liegt das Kursbarometer nun um 2,4 Prozent vorn, was die beste Börsenwoche seit Ende März bedeuten würde.

Nachdem am Donnerstag bereits frische Inflationsdaten für Rückenwind gesorgt hatten, deuteten auch die zum Wochenschluss veröffentlichten Konjunkturdaten in eine ähnliche Richtung: Die Preise für importierte Waren waren im April wesentlich schwächer gestiegen als erwartet.

"Der Preisdruck ist weiterhin moderat", resümierte daher die Helaba. Am Markt wird davon abgeleitet, dass die US-Notenbank Fed bei ihrem Zinserhöhungskurs nicht mehr Tempo machen muss.

Vor diesem Hintergrund geht es auch für den breit gefassten S&P 500 um 0,2 Prozent auf 2730 Zähler nach oben.

16:34 Uhr

Illegale Werbeanrufe: Eon-Tochter zu Bußgeld verdonnert

Die Bundesnetzagentur hat dem Strom- und Gasanbieter E wie Einfach zu einem Bußgeld von 140.000 Euro wegen unerlaubter Werbeanrufe audgebrunnt.

Eon
Eon 9,32

Die Eon-Tochter soll mit Hilfe von Callcentern bundesweit Verbraucher zum Wechsel von Strom- und Gasverträgen aufgefordert haben. Die Callcenter hätten die Verbraucher immer wieder "hartnäckig und gegen deren erklärten Willen" kontaktiert, teilte die Behörde mit.

Eon wies die Vorwürfe zurück. "Wir werden Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen", teilte ein Sprecher mit. "Wir gehen sehr sorgsam mit den rechtlichen Anforderungen an Werbe-Erlaubnisse um und stellen hohe vertragliche Maßstäbe auch an Adresslieferanten."

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Bei der Netzagentur sind 2017 mehr als 190.000 Beschwerden und Anfragen zum Missbrauch von Rufnummern sowie zu unerlaubten Werbeanrufen eingegangen, 65.000 mehr als 2016.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für die Anrufe hätten sie von verschiedenen Adresshändlern Einwilligungsdatensätze bezogen, die angeblich bei Online-Gewinnspielen zustandegekommen seien. "Ermittlungen der Bundesnetzagentur ergaben, dass die Angerufenen an den Gewinnspielen überhaupt nicht teilgenommen und entsprechend auch kein Werbeeinverständnis erteilt hatten", hieß es.

16:00 Uhr

Schwächere US-Daten: Und was macht der Finanzmarkt?

Die Reaktion an den Finanzmärkten auf die schwächeren US-Importpreise fällt verhalten aus.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Die Importpreise sind im April lediglich um 0,3 Prozent gestiegen anstelle der erwarteten 0,6 Prozent. Am Vortag waren bereits die US-Verbraucherpreise schwach ausgefallen, worauf der Euro mit teilweise kräftigen Aufschlägen reagierte. Am Freitag geht es mit der Einheitswährung weiter nach oben.

Der Euro geht bei 1,1950 Dollar um nach 1,1875 vor Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise am Vortag. Der festere Euro drückt auf den Dax, der 0,4 Prozent hinten liegt.

Dax
Dax 12.030,12

 

15:23 Uhr

Russland könnte von Iran-Sanktionen profitieren

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Merkel hat mit Putin telefoniert: Beide bekennen sich zum Iran-Deal.

picture alliance / Patrick Pleul

Der Aussieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran bleibt das große Thema kurz vorm Wochenende:

Für europäische Länder wie Deutschland oder Frankreich, die ihre Aktivitäten seit 2015 im Iran verstärkt haben, bedeuten Sanktionen Nachteile - Russland dagegen könnte sogar profitieren.

Hier die unterschiedlichen Wirtschaftsinteressen der Länder zusammengefasst:

Deutschland: Der Iran gilt laut der staatlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) als Wachstumsmarkt, weil die Wirtschaft durch die Folgen der Sanktionen viel aufzuholen hat. Tatsächlich stiegen die deutschen Exporte nach der Lockerung der Sanktionen Anfang 2016 deutlich. Der Iran ist für Deutschland dennoch ein vergleichsweise unbedeutender Handelspartner. Deutsche Firmen exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von knapp drei Milliarden Euro in den Iran. Zum Vergleich: In die USA exportierten sie Waren im Wert von 111 Milliarden Euro. Siemens arbeitet seit 2016 mit dem iranischen Unternehmen Mapna zusammen. Auch Daimler kooperiert seit zwei Jahren mit iranischen Firmen bei der Produktion und Vermarktung seiner Autos. Der Flugzeughersteller Airbus, an dem Deutschland beteiligt ist, könnte ebenfalls betroffen sein: Er will insgesamt 100 Flieger an die Gesellschaft Iran Air liefern. Das Geschäft zwischen den Unternehmen hat einen Wert von rund zehn Milliarden Dollar (8,4 Milliarden Euro).

Frankreich: Die französischen Exporte in den Iran haben sich seit dem Atomdeal fast verdreifacht, wie aus Diplomatenkreisen verlautet: Von rund 560 Millionen Euro im Jahr 2015 sind sie auf 1,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angestiegen. Die Importe sind ebenfalls in die Höhe geschossen - sie erreichen mit 2,3 Milliarden Euro den höchsten Wert seit zehn Jahren. 2015 lagen sie noch bei 66 Millionen Euro. Nach dem Atomabkommen beschlossen der französische Erdölriese Total und die chinesische Gruppe CNPC, fünf Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) in die Nutzung des South-Pars-Gasfeldes im Persischen Golf zu investieren. Der Autobauer PSA kontrolliert im Iran bereits fast ein Drittel des Marktes. Auch Renault verkauft seine Autos in dem Land.

Russland: Experten mutmaßen, dass russische Firmen von den US-Sanktionen profitieren könnten, sollten sich andere europäische Firmen aus dem Iran zurückziehen. Der Handel zwischen Moskau und Teheran ist seit Abschluss des Abkommens massiv zurückgegangen, auch wenn er 2017 laut Experten weiterhin umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Euro wert war. Zudem profitiert das Ölförderland Russland von den derzeit hohen Ölpreisen - laut Analysten könnten diese auf hohem Niveau bleiben, weil sich durch den US-Rückzug aus dem Abkommen die Spannungen in der Region verstärken dürften.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 62,63

 

14:45 Uhr

US-Sanktionen: "Kein Schutz für deutsche Firmen"

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US-Präsident Donald Trump eine ganze Kette von Ereignissen ausgelöst.

REUTERS

Nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor überstürzten Gegenmaßnahmen zum Schutz der deutschen Wirtschaft gewarnt.

"Wir haben juristisch keine Möglichkeit, deutsche Unternehmen gegen Entscheidungen der amerikanischen Regierung zu schützen oder sie davon auszunehmen", sagte Altmaier im "Deutschlandradio". Eingriffe wie etwa einen staatlichen Fonds zum Ausgleich möglicher Nachteile für Firmen, die im Iran tätig sind, sehe das deutsche Recht derzeit nicht vor.

"Wenn wir grundsätzlich erklären würden, wir gleichen solche Nachteile aus, dann könnte es für viele Länder in der Welt auch ein Anreiz sein, einseitig Maßnahmen und Sanktionen zu verhängen. Deshalb warne ich davor, voreilig Vorschläge ins Gespräch zu bringen", sagte Altmaier.

Die Bundesregierung biete jedoch Unterstützung und juristische Beratung für betroffene Unternehmen an. Hoffnung setzt der Bundeswirtschaftsminister auf die weiterhin laufenden Gespräche zwischen USA und EU-Kommission über die Strafzölle auf Aluminium und Stahl.

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Unsere TV-Kollegen haben die politischen Entwicklungen für Sie zusammengefasst:

 

13:51 Uhr

Marktmanipulation: VW-Ermittlungen wohl 2018 beendet

Die Braunschweiger Staaatsanwaltschaft wird die Ermittlungen gegen drei hochrangige Volkswagen-Manager wegen des Verdachts der Marktmanipulation laut "Spiegel" möglicherweise bis zum Jahresende abschließen.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 144,74

Der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe sagte demnach wörtlich: "Im Verfahren wegen Marktmanipulation ist ein Abschluss der Ermittlungen noch in diesem Jahr denkbar."

Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn will sich laut Insider-Angaben zu den schweren Vorwürfen im Abgasskandal frühestens äußern, wenn seine Anwälte Akteneinsicht erhalten haben. Früheren Angaben des Oberstaatsanwalts Klaus Ziehe zufolge könnte das im Sommer sein.

13:33 Uhr

Whistleblower-Affäre: Barclays-Chef muss Bußgeld zahlen

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Jes Staley

REUTERS

Der CEO von Barclays wird zur Kasse gebeten, weil er den Urheber eines Beschwerdebriefs ausfindig machen wollte.

Barclays
Barclays 1,77

Die Aufseher belegten ihn mit einer Buße von 642.430 Pfund Sterling (umgerechnet rund 731.000 Euro).

  • Da Jes Staley frühzeitig einlenkte, kam er in dem Vorfall "günstiger" davon. Ihm hätte sonst eine Strafe von 917.800 Pfund gedroht.
  • Nach einer rund einjährigen Untersuchung kamen die Finanzaufseher zu dem Schluss, dass Staley "schwerwiegende Fehleinschätzungen machte", indem er wiederholt nach der Identität eines Hinweisgebers fragte, der eine von ihm vorgenommene Einstellung kritisierte.
  • Staley hätte keine Schritte unternehmen sollen, um den Autor zu identifizieren, schrieben die Regulatoren. Sie stellten gleichzeitig fest, dass Staley weiterhin als CEO von Barclays tätig sein könne.
  • Die Untersuchung sei durch die Tatsache erschwert worden, dass der Whistleblower behauptete, ein Aktionär von Barclays und kein Angestellter zu sein, so die Financial Conduct Authority und Prudential Regulation Authority.

Das Board der Bank hat bereits angekündigt, dass er wegen des Debakels einen Teil von Staleys Bezügen kürzen würde. 

13:19 Uhr

Merkel und Putin für Erhalt von Atom-Abkommen

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Merkel und Putin sind sich in einem Punkt einig ...

picture alliance / Michael Kappe

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich nach Angaben der Bundesregierung in einem Telefonat für den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran ausgesprochen.

Merkel habe mit Putin telefoniert, und im Mittelpunkt habe die Lage im Mittleren und Nahen Osten nach der Entscheidung der USA zur Aufkündigung des Abkommens gestanden, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Beide hätten sich besorgt über jüngste Entwicklungen in der Region gezeigt. "Sie stimmten überein, dass es entscheidend auf die Vermeidung weiterer Eskalationen ankommt."

Hier und hier mehr zum derzeitigen Verhältnis zwischen der EU und den USA

11:58 Uhr

US-Sanktionen: Berlin bildet angeblich Krisenstab

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US-Präsident Trump will nicht nur dem Iran zeigen, wo es langgeht.

REUTERS

Um die Folgen der US-Sanktionen gegen den Iran für die deutsche Wirtschaft zu prüfen, hat die Bundesregierung einem Bericht laut der "Bild"-Zeitung einen eigenen Stab mit Mitarbeitern von Außen-, Wirtschafts- und Finanzministerium gebildet.

Einer ersten internen Einschätzung zufolge seien die meisten deutschen Firmen, die Handel mit dem Iran treiben oder dort Investitionen unterhalten, vor künftigen US-Sanktionen gegen sie kaum zu schützen, sollten sie ihre Geschäfte weiterführen, berichtete das Blatt.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag angekündigt, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen und ausgesetzte Sanktionen wieder in Kraft zu setzen. Die westlichen Partner Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen an dem Abkommen festhalten und versuchen, in Verhandlungen mit Teheran die Übereinkunft zu retten.

Deutsche Firmen exportierten 2017 Waren im Wert von knapp drei Milliarden Euro in den Iran. Damit ist das Land ein vergleichsweise kleiner Handelspartner. In die USA exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 111 Milliarden Euro.

Zu Trumps Iran-Ultimatum an deutsche Firmen hier mehr

11:50 Uhr

Ölpreise verharren auf hohem Niveau

Die Ölpreise knüpfen im frühen Handel zunächst nicht an ihre Klettertour der vergangenen Handelstage an.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 72,22

Zwar bleiben die Preise weiter auf hohem Niveau. Die Verunsicherung wegen des US-Ausstiegs aus dem Atom-Deal mit dem Iran sowie der Lage im Nahen Osten hat sich jedoch zuletzt nicht weiter verschärft.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 77,36 US-Dollar. Das waren 11 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni kostete mit 71,32 Dollar 4 Cent weniger als am Vortag.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 62,63

Am Donnerstag hatten die Preise der beiden wichtigsten Rohölsorten der Welt jeweils noch den höchsten Stand seit Ende 2014 erreicht. Der Brent-Preis stieg zwischenzeitlich sogar bis auf 78 Dollar.

Der am Dienstag bekannt gegebene Rückzug der USA aus dem Atom-Abkommen hatte den Preisen starken Auftrieb gegeben. Zudem wurden israelische Stellungen auf den Golan-Höhen beschossen, was die Furcht vor einer Eskalation der Lage im Nahen Osten verstärkte. Israel macht den Iran verantwortlich, der eine Beteiligung an den Angriffen jedoch abstreitet.

11:33 Uhr

Streik bei Brussels Airlines: 60.000 Passagiere betroffen

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Als Grund für den Streik nennt die Gewerkschaft höhere Gehaltsforderungen und unsichere Arbeitsbedingungen.

dpa

Vom angekündigten Streik bei der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines sind in der kommenden Woche fast alle Deutschland-Verbindungen betroffen.

Lufthansa
Lufthansa 17,89

An beiden Streiktagen, Montag und Mittwoch, sollen nur je 8 Flüge von oder nach Deutschland starten, wie aus einer Online-Übersicht der Fluggesellschaft hervorgeht. Insgesamt werden nach Angaben vom Freitag rund 40 Flüge pro Tag angeboten.

Zwischen Berlin und Brüssel findet an beiden Tagen nur je ein Flug in jede Richtung statt, zwischen Hannover und Brüssel sind es 3 pro Richtung. Außereuropäische Flüge wie nach Marrakesch oder New York stehen nicht auf der Liste.

"Ein Streiktag kostet uns 4,7 Millionen Euro", sagte eine Sprecherin in Brüssel. Den Unternehmensangaben zufolge wirkt sich der Streik auf mehr als 60.000 Passagiere aus. Betroffene Kunden könnten gratis umbuchen oder ihre Reise stornieren. Passagiere, die an ihrem Ziel festsitzen, werden in einem Hotel untergebracht oder können mit Lufthansa oder einer anderen Airline fliegen.

11:19 Uhr

DIHK senkt Wachstumsprognose für deutsche Exporte

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Das handelspolitische Umfeld ist deutlich schwieriger geworden.

imago/Jochen Tack

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nimmt wegen der weltweiten Zunahme von Handelshürden seine Prognose für das Wachstum der deutschen Exporte in diesem Jahr zurück.

"Wir werden auf fünf Prozent runter gehen mit unserer Exportprognose", sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier in Berlin. Bislang waren rund sechs Prozent vorausgesagt worden.

Grund dafür seien höhere Handelsbarrieren. "Hier braut sich schon auch ein Gewitter zusammen", sagte Treier. "Das handelspolitische Umfeld ist deutlich schwieriger geworden." Insgesamt sehe mittlerweile jedes vierte deutsche Unternehmen in der Bevorzugung heimischer Konkurrenz und in Handelshürden ein Risiko für seine Geschäfte.

Hier mehr zum chinesischen Megaprojekt "Neue Seidenstraße"

10:44 Uhr

Niedrige Inflation macht Anleger mutiger

An den Börsen in Ostasien und Australien haben am letzten Handelstag der Woche die positiven Vorzeichen überwogen. Die Märkte der Region profitierten von überraschend schwach ausgefallenen US-Inflationsdaten, die schon am Donnerstag der Wall Street Auftrieb gegeben hatten.

Nikkei
Nikkei 21.301,73

Der unerwartet geringe Anstieg der Verbraucherpreise wird als Signal verstanden, dass die US-Notenbank das Tempo ihrer Zinserhöhungen nicht noch mehr beschleunigen muss. Das befeuerte die Kauflaune.

Die US-Inflationsdaten seien auch für die asiatischen Börsen positiv, sagte James Cheo, Investmentstratege bei der Bank of Singapore. Sie gäben den Investoren das beruhigende Gefühl, dass die Inflation unter Kontrolle sei.

In Tokio ging es für den Nikkei-225-Index um 1,2 Prozent nach oben auf 22.758 Punkte. Dass der Dollar in Reaktion auf die Inflationsdaten leicht zurückgekommen und der  Yen im Gegenzug gestiegen war, belastete den japanischen Aktienmarkt nicht.

Der südkoreanische Leitindex Kospi gewann 0,6 Prozent. In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index im späten Handel um rund 1 Prozent. In Schanghai verloren die Kurse jedoch gegen die Tagestendenz im Schnitt 0,4 Prozent.

10:24 Uhr

Neue US-chinesische Handelsgespräche in Washington

Regierungsvertreter aus den USA und China wollen einen neuen Anlauf zu einer Lösung im festgefahrenen Handelsstreit unternehmen. Dazu werde heute eine Delegation aus China in der US-Hauptstadt Washington erwartet, heißt es aus dem US-Finanzministerium.

Bei dem Treffen gehe es auch um die Vorbereitung des USA-Besuchs des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten und Handelsexperten Liu He. Zuletzt hatte Chinas Präsident Xi Jinping am Dienstag seinem US-Kollegen Donald Trump in einem Telefonat die Bereitschaft der Volksrepublik zugesichert, den Handelsstreit zu beenden.

Trump wirft China Dumping-Preise, Diebstahl geistigen Eigentums von US-Firmen und andere unfaire Handelspraktiken vor.

10:02 Uhr

Aktien von Nfon deutlich über Ausgabepreis

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Die Erstnotiz für die Münchner Telekomfirma erweist sich als erstaunlich fest.

imago/argum

Aufatmen bei Nfon: Der Cloud-Telefonieanbieter debütiert mit deutlichen Kursgewinnen an der deutschen Börse.

Dax
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Der erste Kurs wird mit 13 Euro festgestellt - gut acht Prozent über dem Ausgabekurs von zwölf Euro.

Nfon hatte sich an die Börse gezittert: Die Aktien konnten nur nahe dem unteren Ende der gesenkten Preisspanne untergebracht werden.

Insgesamt brachte der Börsengang 80,5 Millionen Euro ein, statt der ursprünglich geplanten bis zu 138 Millionen Euro. Von dem Emissionserlös fließen 50 Millionen an das Unternehmen selbst zur Finanzierung des weiteren Wachstums, der Rest geht an Altaktionäre.

09:45 Uhr

Europas Topkonzerne sind Wachstumsweltmeister

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Europas Konzerne profitierten unter anderem von einer starken Auslandsnachfrage und der deutlichen Konjunkturerholung auch in Europa. Deutschland belegte im Länderranking den fünften Platz hinter den USA.

picture alliance / Jens Kalaene/

Die größten Konzerne Europas sind laut einer Studie im vergangenen Jahr stärker gewachsen als die Konkurrenz aus Nordamerika und Asien:

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Wie die Unternehmensberatung EY mitteilt, machten die europäischen Vertreter unter den 1000 größten Unternehmen der Welt im Schnitt zehn Prozent mehr Umsatz - die nordamerikanischen Unternehmen kamen auf acht Prozent Wachstum, die asiatischen Konzerne auf sechs Prozent. Auch beim Gewinnwachstum lagen die Europäer an der Spitze.

Für die Auswertung schauten sich die EY-Analysten Umsatzwachstum und Gewinne der 1000 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen weltweit an. Versicherungen und Banken ließen sie dabei außen vor. In dem Ranking sind 265 Unternehmen aus Europa vertreten, davon 44 aus Deutschland. Aus Nordamerika - vor allem den USA - kommen 327 Unternehmen, aus Asien - vor allem China - kommen 361.

Den EY-Berechnungen zufolge waren die Europäer auch Spitzenreiter beim Gewinnwachstum: Ihr operativer Gewinn vor Steuern und Zinsen wuchs um 21 Prozent. Asiatische Konzerne legten hingegen 16 Prozent zu, nordamerikanische Unternehmen nur neun Prozent.

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09:18 Uhr

Insider: Apple will Kreditkarte auf den Markt bringen

Der US-Technologiekonzern Apple will laut "Wall Street Journal" zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs im kommenden Jahr eine Kreditkarte auf den Markt bringen.

Apple
Apple 164,54

Die Karte solle das Logo von Apples Zahlungsdienst Wallet tragen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Apple wollte den Bericht nicht kommentieren.

Das gemeinsame Projekt würde beiden Unternehmen helfen:

  • Apple möchte mehr Umsatz mit Dienstleistungen und Inhalten erwirtschaften - bislang macht der Konzern fast zwei Drittel seines Umsatzes mit dem iPhone.
  • Goldman Sachs möchte sein Bankgeschäft mit Privatkunden stärken. Erst vergangenen Monat kaufte die Investmentbank zum Beispiel das Finanz-Startup Clarity Money.

Mit der kostenlosen App des Unternehmens können Nutzer ihre privaten Finanzen verwalten und erhalten dabei Spar-Tipps. Bislang arbeitete Apple in den USA mit der Bank Barclays zusammen.

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09:12 Uhr

Dax verteidigt die 13.000er-Marke

Die Dax-Anleger lassen es am letzten Handelstag der Woche erwartungsgemäß ruhig angehen.

Dax
Dax 12.030,12

Der deutsche Leitinex schafft dennoch ein Mini-Plus von 0,4 Prozent auf 13.023 Punkte. An Christi Himmelfahrt hatte er 0,6 Prozent höher bei 13.022,87 Punkten geschlossen.

 "Die Aktienmärkte trotzen den geopolitischen Risiken, die sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft haben", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Es stehen zur Zeit weiterhin die soliden Konjunktur- und Bilanzzahlen im Vordergrund."

Enttäuscht reagierten Investoren allerdings auf die Zahlen von Talanx. Trotz höherer Prämien-Einnahmen ging der Quartalsgewinn des Versicherers auf 218 Millionen Euro zurück. Analysten hatten mit 227 Millionen Euro gerechnet. Talanx-Titel verlieren 1,6 Prozent.

Auf dem Frankfurter Börsenparkett feiert ansonsten der Cloud-Telefonieanbieter Nfon sein Börsendebüt: Allerdings brachte er seine Anteile erst nach einer Senkung der Preisspanne unter. Mit zwölf Euro liegt der Ausgabekurs zudem noch am unteren Ende der Spanne.

Auf der Konjunkturseite könnte der Index der Uni Michigan zum Verbrauchervertrauen in den USA neue Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben. Zuletzt hatten die Verbraucher- und Erzeugerpreise Inflationsängste gedämpft und Spekulationen auf aggressivere US-Zinserhöhungen gedämpft.

Ich begrüße Sie zum heutigen Börsen-Tag. Mein Name ist Diana Dittmer und ich werde Sie durch den letzten Handelstag der Handelswoche führen. Auch dieser Brückentag verspricht nicht langweilig zu werden ...

08:57 Uhr

Ölpreise stagnieren auf hohem Niveau

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 72,22

Die Ölpreise haben im frühen Handel ihre Klettertour der vergangenen Tage unterbrochen. Die Preise befinden sich aber immer noch auf hohem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent hat am Morgen 77,36 US-Dollar gekostet. Das waren 11 Cent weniger als gestern. Das Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 71,32 Dollar und ist damit 4 Cent günstiger als gestern.

Der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hatte die Preise in den letzten Tagen nach oben getrieben. Gestern erreichten sie ihren höchsten Stand seit Ende 2014.

08:25 Uhr

Dax steht vor ruhigem Wochenabschluss

Banken und Brokerhäuser erwarten einen ruhigen Abschluss der Börsenwoche. Sie gehen davon aus, dass der Dax kaum verändert in den Handel starten wird. Gestern hatte er 0,6 Prozent höher bei 13.022,87 Punkten geschlossen.

  • Sein Debüt in Frankfurt feiert der heute der Cloud-Telefonieanbieter Nfon. Der hatte seine Anteile allerdings erst nach einer Senkung der Preisspanne untergebracht. Mit zwölf Euro liegt der Ausgabekurs zudem noch am unteren Ende der Spanne.
  • Auf der Konjunkturseite könnte der Index der Uni Michigan zum Verbrauchervertrauen in den USA neue Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben. Zuletzt hatten die Verbraucher- und Erzeugerpreise Inflationsängste gedämpft und Spekulationen auf aggressivere US-Zinserhöhungen gedämpft.
07:26 Uhr

Nikkei springt auf Dreimonatshoch

Im Sog der Wall Street und beflügelt von positiven Geschäftszahlen großer Unternehmen hat die Tokioter Börse ein Dreimonatshoch erreicht. Der japanische Leitindex Nikkei gewann 1,2 Prozent auf 22.758 Punkte. In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index um 1,2 Prozent.

Nikkei
Nikkei 21.301,73

Zu den größten Gewinnern gehörte in Japan der Autobauer Suzuki, der mit seinem Jahresgewinn die Analystenerwartungen übertroffen hat. Suzuki-Aktien legten um 9,0 Prozent zu. Die Papiere von Panasonic stiegen um 4,9 Prozent, nachdem der Elektronik-Konzern seinen Reingewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 58 Prozent steigern konnte.

Zur guten Stimmung trugen auch die Inflationsdaten aus den USA bei, die niedriger als erwartet waren. Dadurch sinkt die Sorge, dass die Fed ihre Zinsschritte beschleunigen könnte.