Wirtschaft
Als bestes deutsches Unternehmen rangiert VW im weltweiten Umsatzvergleich auf dem fünften Platz.
Als bestes deutsches Unternehmen rangiert VW im weltweiten Umsatzvergleich auf dem fünften Platz.(Foto: picture alliance / Ole Spata/dpa)
Freitag, 11. Mai 2018

Welt-Vergleich der Top-Firmen: Europas Konzerne wachsen schneller

Der schwache Euro und brummende Wirtschaften weltweit treiben die europäischen Großkonzerne an. Doch beim Ergebnis dominieren noch immer US-Größen wie Apple. In den Zukunftsbranchen drohen Deutschland und Europa den Anschluss zu verlieren.

Die Top-Konzerne in den USA und Asien haben beim Wachstum das Nachsehen gegen ihre europäische Konkurrenz. Wie die Unternehmensberatung EY mitteilte, haben die europäischen Vertreter unter den 1000 größten Unternehmen der Welt 2017 im Schnitt zehn Prozent mehr Umsatz gemeldet als im Jahr zuvor. Die nordamerikanischen Unternehmen kamen auf acht Prozent Wachstum, die asiatischen Konzerne auf sechs Prozent. Auch beim Gewinnwachstum lagen die Europäer an der Spitze.

Die EY-Analysten haben für die Auswertung Erlöse und Betriebsergebnis der 1000 größten börsennotierten Unternehmen verglichen. Versicherungen und Banken ließen sie dabei außen vor. In dem Ranking sind 265 Unternehmen aus Europa vertreten, davon 44 aus Deutschland. Aus Nordamerika - vor allem den USA - kommen 327 Unternehmen, aus Asien - vor allem China - kommen 361.

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Den EY-Berechnungen zufolge waren die Europäer Spitzenreiter beim Ergebniswachstum: Ihr operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen legte um 21 Prozent zu. Bei asiatischen Konzernen indes betrug das Plus 16, bei nordamerikanischen Unternehmen nur 9 Prozent.

Allerdings sind die USA nach wie vor Spitzenreiter bei der Profitabilität. Sie kamen auf eine durchschnittliche Marge von 13,2 Prozent. Die Europäer erreichten nur 10,4 Prozent, die asiatischen Konzerne 8,0 Prozent. Insgesamt konnten die Europäer ihren Rückstand im Vergleich zu den USA aber verkleinern.

Ölbranche wächst am besten

Gründe dafür waren demnach ein schwacher Euro, der Exporte billiger machte, sowie eine starke Auslandsnachfrage und eine anziehende Konjunktur in den ehemaligen europäischen Krisenländern, wie die Studienautoren schreiben. Hinzu kam ein steigender Ölpreis, der den Ölkonzernen kräftig steigende Umsätze und Gewinne bescherte. Dementsprechend war die Öl- und Gasbranche Spitzenreiter bei Umsatz- und Ergebniswachstum: Die Einnahmen der Unternehmen aus der Branche stieg um 21 Prozent, das Betriebsergebnis um 77 Prozent.

Nach Umsatz geordnet ist allerdings der US-Einzelhändler Walmart mit 431 Milliarden Euro Spitzenreiter. Erst danach folgen die chinesischen Ölfirmen China Petroleum & Chemical Corporation sowie PetroChina. Royal Dutch Shell aus den Niederlanden belegt den vierten Platz. Als bestes deutsches Unternehmen steht Volkswagen mit einem Umsatz von 230,7 Milliarden Euro auf Platz fünf.

Apple hängt alle ab

Das höchste operative Ergebnis fuhr der Erhebung zufolge Apple ein. Der iPhone-Hersteller kam hier vergangenes Jahr auf 54,4 Milliarden Euro. Dahinter folgt der südkoreanische Konkurrent Samsung mit 42 Milliarden Euro. Die restlichen Plätze in den Top Ten belegen ausschließlich US-Unternehmen wie die Google-Mutter Alphabet oder die Investmentfirma Berkshire Hathaway von Warren Buffett.

Das operativ stärkste europäische Unternehmen war Royal Dutch Shell auf Rang elf mit 16,1 Milliarden Euro. Erfolgreichstes deutsches Unternehmen war Daimler mit einem Betriebsergebnis von 14,7 Milliarden Euro auf Platz 18 vor Volkswagen auf Platz 19.

Gefahr in den Zukunftsbranchen

Insgesamt haben es 44 deutsche Unternehmen in die Liste der 1000 größten Konzerne der Welt geschafft. Deutschland belegt damit im Länderranking den fünften Platz hinter den USA (305 Unternehmen), Japan (144), China (82) und Großbritannien (47).

Bei den Zukunftsbranchen sind die USA und China laut EY allerdings deutlich besser aufgestellt als Deutschland. So stammten elf Prozent der US-Konzerne und zwölf Prozent der chinesischen Unternehmen aus dem IT-Sektor. Deutschland und Europa drohen dagegen mit einem Anteil von jeweils nur fünf Prozent den Anschluss zu verlieren.

Quelle: n-tv.de