Freitag, 18. Mai 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel
17:46 Uhr

Angst vor den Neuen in Rom drückt Dax

Dax
Dax 13.282,38

Die Sorge vor einer neuen Populisten-Regierung in Rom belastet die Märkte Europas: Der Leitindex in Mailand gibt um 0,5 Prozent nach. Beim Dax hält sich der Verlust mit 0,3 Prozent auf 13.078 Punkte allerdings in Grenzen.

Grund dafür dürfte der sich weiter abschwächende Euro sein. Dieser verhilft den Produkten deutscher Konzerne im Ausland zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit. Die Einheitswährung ist mit der Nachricht der Regierungsbildung in Italien unter 1,1800 Dollar gefallen und geht aktuell bei 1,1768 um.

Bei den Einzelwerten im Dax gibt es wenig Bewegung: Am stärksten präsentieren sich Henkel, die um 1,8 Prozent zulegen. Nennenswerte Gewinne verzeichnen auch Vonovia und Eon mit jeweils um 0,6 Prozent.

Verluste verzeichnet Lufthansa, die 1,8 Prozent nachgeben. Die anhaltend hohen Ölpreise sprechen nicht für den Sektor. Belastend könnten auch Agenturmeldungen gewirkt haben, laut denen die neue Koalition in Rom den Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Alitalia stoppen wollen.

Daneben schütten viele Unternehmen Dividenden aus, was deren Kurse rein optisch belastet. So geben etwa Deutsche Telekom 4,9 Prozent nach, BMW 5,1 Prozent, SAP 1,1 Prozent und FMC 2,2 Prozent.

16:56 Uhr

Euro rauscht auf neues Jahrestief

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,21

Die Sorge vor einer eurokritischen Regierung in Italien hat Europas Märkte erfasst: Auch die Gemeinschaftswährung Euro gerät weiter in Bedrängnis und fällt deutlich unter 1,18 Dollar.

Am Nachmittag erreicht der Kurs bei 1,1750 Dollar den tiefsten Stand seit vergangenen Dezember. Am Morgen war der Euro noch über 1,18 Dollar gehandelt worden. Im Verlauf der Woche hat der Euro etwa zwei Prozent verloren.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank bezeichnet das Regierungsprogramms der beiden populistischen Parteien Fünf Sterne und Lega als "echten Affront gegenüber Brüssel". Demnach soll der Stabilitätspakt für die Eurozone neu verhandelt werden.

16:23 Uhr

Japan erwägt Maßnahmen gegen US-Zölle

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Anders als die EU wurde der enge US-Verbündete Japan nicht von den Abgaben ausgenommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erwächst in Asien weiterer Widerstand für Donald Trumps Handelspolitik mit der Brechstange? Japan will die US-Zölle auf Stahl und Aluminium unter Umständen nicht hinnehmen. Man behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, erklärte das Außenministerium in Tokio.

Eine Umsetzung der Gegenmaßnahmen hänge von weiteren Schritten der USA und ihre potenziellen Auswirkungen auf japanische Firmen ab. Die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zölle gelten seit März und zielen vor allem auf China.

16:20 Uhr

Wall Street setzt tiefer ein

Dow Jones
Dow Jones 30.106,90

US-Aktienanleger halten sich angesichts der laufenden Handelsgespräche mit China zurück. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet kaum verändert bei 24.710 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 0,1 Prozent nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,2 Prozent.

In den Verhandlungen zwischen den USA und China in Washington zeichnet sich zunächst kein Durchbruch ab. US-Präsident Donald Trump sieht sein Land benachteiligt, weil die Volksrepublik viel mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als dort einkauft, und droht mit Strafzöllen.

15:40 Uhr

Populisten bringen Italiens Börse ins Wanken

Die Börse in Mailand baut die Verluste weiter aus und liegt in der Zwischenzeit 1,5 Prozent hinten. Zugleich meiden die Anleger den italienischen Anleihemarkt - dort steigt die Rendite auf 2,20 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres. Die Aussicht auf eine Regierung in Rom aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord kommt an den Märkten nicht gut an.

 

14:48 Uhr

Aktien-Geheimtipp aus Bayern auf Allzeithoch

Dr. Hönle
Dr. Hönle 52,50

Haben Sie schon mal vom Unternehmen Dr. Hönle gehört? Wenn nicht, wird es vielleicht Zeit: Die Aktie des bayerischen Anbieters von UV-Technologie ist seit Monaten auf der Überholspur und markiert zuletzt ein Allzeithoch nach dem anderen. Im laufenden Jahr hat das Papier zuletzt um mehr als die Hälfte zugelegt.

Heute geht es nach frischen Zahlen weitere 9 Prozent nach oben. Das Betriebsergebnis springt um 167,6 Prozent auf gut 15 Millionen Euro. Dahinter stehen vor allem die rasant steigenden Klebstoffumsätze. Dahinter stehen insbesondere Aufträge aus der Elektronikindustrie im Bereich Smartphones.

An der Börse wird davon ausgegangen, dass dieser Trend noch nicht zu Ende ist. Zum einen könnte der Kunde den Klebstoff noch in weiteren Gerätereihen zum Einsatz bringen, auch dürften anderen Smartphone-Herstellern die Entwicklung nicht entgangen sein.

14:16 Uhr

Konkurrent ist scharf auf "Barbie" - Aktie steigt

Mattel
Mattel 12,87

Sie ist fast 60 Jahre alt, aber immer noch ein Objekt der Begierde. die "Barbie"-Puppe. Übernahmespekulationen treiben die Aktien ihres Herstellers Mattel nun in die Höhe. Die Titel ziehen im vorbörslichen US-Handel um 3,1 Prozent auf 15,75 Dollar an.

Auslöser ist laut Börsianern die Bekundung eines Übernahmeinteresses durch den US-Spielzeugproduzent MGA Entertainment. MGA-Chef Isaac Larian sagte dem "Wall Street Journal", er habe Mattel Ende April einen Zusammenschluss der beiden Firmen vorgeschlagen. Mattel habe sein Angebot aber abgelehnt. Er wolle sich daher nun direkt an die Aktionäre wenden.

MGA Entertainment stellt die vor allem im englischsprachigen Raum populären Bratz-Puppen her, ein Konkurrenzprodukt zu Mattels Barbie-Puppen.

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Seit 1959 gibt es die "Barbie" bereits.

(Foto: Reuters)

 

13:29 Uhr

Italiens Populisten setzen Bank-Aktie schwer zu

Banco Monte dei Paschi di Siena
Banco Monte dei Paschi di Siena 1,16

Man muss sich das mal vor Augen halten: Vor der Finanzkrise war eine Aktie der ältesten Bank Italiens, Monte dei Paschi di Siena (MPS), mehr als 8000 Euro wert. In diesem Jahr ist der Kurs jedoch kaum über 4 (!) Euro hinausgekommen.

Und zuletzt geht es noch weiter nach unten. Die Papiere der mittlerweile nur noch als "Krisenbank" bezeichneten MPS geraten mit der sich abzeichnenden neuen populistischen Regierung des Landes wieder unter Druck. Nach einem Absturz um fast 9 Prozent gestern verliert der Titel an der Mailänder Börse zuletzt weitere 4 Prozent auf 2,805 Euro je Aktie.

Hintergrund sind Kommentare eines Politikers der rechtspopulistischen Lega, der einen radikalen Kurswechsel für das nach einer Rettung im Jahr 2016 teilverstaatlichte Geldhaus fordert. Der scheidende Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte daraufhin, diese Bemerkungen seien "sehr ernst", weil sie "unmittelbar eine Vertrauenskrise" ausgelöst und zu Kursverlusten geführt hätten.

 

12:50 Uhr

"Offene Welten" bescheren Ubisoft-Aktie Rekordhoch

Ubisoft
Ubisoft 77,38

Ein überraschend starkes Umsatzplus hievt die Ubisoft-Aktie auf ein Rekordhoch. Die Papiere des französischen Computerspiele-Anbieters steigen in Paris um 6,6 Prozent auf 90,18 Euro.

Dank des Verkaufserfolgs der neuesten Folgen der Spiele-Reihen "Far Cry" und "Assassin's Creed", bei denen es sich um sogenannte "Open-World-Spiele" ("Offen-Welt-Spiele") handelt. Diese zeichnen sich durch eine fast ungehinderte Bewegungsfreiheit des Spielers aus.  

Der Umsatz von Ubisoft stieg den Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 19 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro und übertraf das selbst gesteckte Ziel von 1,64 Milliarden Euro. Der operative Gewinn liege bei 440 Millionen Euro.

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Ubisoft nahm mit der neuesten Auflage seines Ego-Shooters "Far Cry" in der ersten Woche 310 Millionen Euro ein.

(Foto: Ubisoft)

 

11:35 Uhr

Nachahmer setzen Aktie von Pharmariesen zu

AstraZeneca
AstraZeneca 88,74

An der Börse in London fliegen die Titel des Pharmariesen Astrazeneca aus den Depots, der Kurs fällt um 2,5 Prozent. Der britische Hersteller musste zu Jahresbeginn bei seinem Cholesterinsenker Crestor Umsatzeinbußen hinnehmen, weil Patienten eher die günstigeren Generika-Versionen des Wirkstoffs kauften. Dadurch büßte das Unternehmen in Europa und Japan Marktanteile ein.

Konzernchef Pascal Soriot bekräftigte dennoch sein Versprechen, die Erlöse 2018 wieder zu steigern. Seinen Optimismus begründete er mit der Aussicht auf eine bessere zweite Jahreshälfte und einem guten Marktstart neuer Krebs- und Asthma-Arzneien.

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Astrazeneca verlor in den vergangenen Jahren eine Reihe wichtiger Patente und büßte dadurch seit 2012 mehr als die Hälfte seiner Umsätze ein.

(Foto: picture alliance / dpa)

 

11:18 Uhr

Analyst: "Giftiger Cocktail" bei Telecom Italia

Telecom Italia
Telecom Italia ,39

Der Machtkampf der beiden Hauptaktionäre Vivendi und Elliott machen Anleger der Telecom Italia zunehmend nervös. Die Aktie rutscht um bis zu 2,2 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 0,75 Euro ab und ist einer der größten Verlierer an der Mailänder Börse.

Die französische Mediengruppe Vivendi, die 24 Prozent an Telecom Italia hält, will eine neue Hauptversammlung einberufen, um die an den US-Finanzinvestor Elliott verlorenen Sitze im Aufsichtsrat wieder zu bekommen. Elliott hält knapp neun Prozent an dem italienischen Konzern.

Investoren sollten die Drohung von Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine ernst nehmen, warnte Analyst Nicolas Didio von der Berenberg Bank. Bei Telecom Italia braue sich ein "giftiger Cocktail" zusammen. Der Streit zwischen Elliott und Vivendi könne Instabilität im Management von Telecom Italia auslösen.

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Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine.

(Foto: imago/ZUMA Press)

 

10:41 Uhr

Diese Blockchain soll wichtiger als Bitcoin sein

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Auf Ethereum basieren die dazugehörige Cyber-Devise Ether sowie zahlreiche weitere Kryptowährungen.

(Foto: REUTERS)

Nach Einschätzung der chinesischen Regierung ist Ethereum die weltweit wichtigste öffentliche Blockchain. Die der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise Bitcoin rangiert in dem am Donnerstag von China veröffentlichten ersten Public Chain Assessment Index nur auf Platz 13.

Der vom Industrie- und Informationsministeriums künftig monatlich berechnete Index benotet die technologischen Möglichkeiten, die Nützlichkeit und die Innovativität. Über die vor rund zehn Jahren erfundene Bitcoin-Blockchain können lediglich Zahlungen abgewickelt werden. Ethereum dient dagegen als Software-Plattform, mit deren Hilfe auch sogenannte Smart Contracts programmiert werden können.

10:13 Uhr

Rocket wirft nächste Verlustfirma an die Börse

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Der Start-up-Schmiede Rocket Internet gehören derzeit rund 41 Prozent der Anteile, der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Kinnevik rund 17 Prozent.

(Foto: Stoppel)

Hellofresh und Delivery Hero haben es vorgemacht: Auch wenn man rote Zahlen schreibt, ist ein Gang aufs Parkett nicht ausgeschlossen. Schließlich verheißen die Startups starkes Wachstum und satte Gewinne in der Zukunft.

Daher wagt sich nun auch das dritte Unternehmen aus der Startup-Schmiede Rocket Internet aufs Parkett: Das ebenfalls noch Verluste machende Online-Möbelhaus Home24. Geplant sei eine Notierung im regulierten Markt der Frankfurter Börse, teilte das Unternehmen mit. Zum genauen Zeitpunkt gab es keine Angaben.

Home24 peilt den Angaben nach einen Erlös in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro an, den es - natürlich - zur Finanzierung seines weiteren Wachstums nutzen will. Im Rahmen des Börsengangs sollen ausschließlich neue Aktien platziert werden.

09:29 Uhr

Neuer Dax-Rekord rückt in greifbare Nähe

Dax
Dax 13.282,38

Nach einem kurzen Zwischensprint am Vortag geht der Dax heute wieder in den Schlafmodus über. Zu Handelsbeginn gibt es einen Aufschlag von gerade mal 12 Punkten, was angesichts eines Indexstand von insgesamt 13.127 Punkten natürlich lächerlich wenig ist. Dennoch steht der Dax so hoch wie Anfang Februar nicht mehr.

Dennoch gibt es weiter Rückenwind vom schwächeren Euro, der bei knapp über 1,18 Dollar verharrt. "Hingegen wurden die unsichere Entwicklung in Italien, der Ölpreis-Anstieg sowie die Sorge vor steigenden Zinsen offenkundig von vielen Anlegern – zumindest temporär – beiseite geschoben", sagt Marktanalyst Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank.

Auch die jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China ließe Investoren aufatmen. "Die Börsenampel bleibt auf grün", sagt Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader. "Die Anleger setzen nun auf eine Fortsetzung der Rally in Richtung Rekordhoch." Dieses hatte der Dax im Januar mit 13.596,89 Punkten erreicht.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

08:40 Uhr

Grand City Properties präsentiert starken Jahresstart

Grand City
Grand City 19,52

Das Immobilienunternehmen Grand City Properties (GCP) ist hat die Markterwartungen im ersten Quartal mit zweistelligem Wachstum übertroffen. Der MDax-Konzern bestätigte auch seinen Ausblick für das Gesamtjahr.

  • Die Miet- und Betriebseinnahmen von GCP stiegen in den drei Monaten um 12 Prozent auf 132 Millionen Euro.
  • Das bereinigte Ebitda kletterte um 13 Prozent auf 68 Millionen Euro.
  • Seinen Nettogewinn steigerte GCP um 43 Prozent auf 132 Millionen Euro.
08:17 Uhr

Dax-Anleger bleiben vorsichtig

Der Dax dürfte seinen Aufwärtstrend zumindest zu Handelsbeginn nicht fortsetzen. Banken und Brokerhäusern erwarten ihn erst einmal kaum verändert. Gestern hatte er dank der anhaltenden Euro-Schwäche 0,9 Prozent im Plus bei 13.114,61 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 13.282,38

  • Analysten richten ihren Blick erneut auf schwelende Unsicherheitsfaktoren wie den Ölpreis und die Italien-Politik.
  • Außerdem achten sie auf die deutschen Erzeugerpreise. Ein überraschend geringer Anstieg könnte den Spekulationen auf eine Verlängerung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) Nahrung geben.
  • Am Vormittag stehen außerdem die europäischen Leistungsbilanzzahlen zur Veröffentlichung an.
  • In den USA hatte der Dow Jones gestern 0,2 Prozent nachgegeben auf 22.714 Punkte.
07:52 Uhr

Japans Börse profitiert vom schwächeren Yen

Nikkei
Nikkei 26.751,24

Der japanische Aktienmarkt ist am letzten Handelstag der Woche auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten gestiegen. Der schwächere Yen stützte Exportwerte. Zudem waren Finanzwerte weiter gefragt. Der japanische Leitindex Nikkei verabschiedet sich dadurch mit 0,3 Prozent im Plus bei 22.903 Punkten ins Wochenende. Der breiter angelegte Topix-Index stieg 0,3 Prozent auf 1814 Zähler. In China verbesserte sich der Shanghai Composite um 0,3 Prozent auf 3163 Punkte.

Analysten halten den Aufwärtstrend des Marktes aber für begrenzt. Anleger seien wegen der vielen politischen Krisen vorsichtig, sagen sie. Insbesondere der Handelsstreit zwischen China und den USA drücke auf die Stimmung.