Freitag, 08. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
18:01 Uhr

Trotz mieser US-Jobdaten: Dax mit kleinem Wochenplus

Die US-Arbeitsmarktdaten sind zwar nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet. Für richtig große Sprünge reichte das aber nicht. Der Dax lag am Ende dort, wo er schon am Anfang des Tages gelegen hatte, 1,3 Prozent höher bei 10.904 Punkten. Auf Wochensicht entspricht das einem Plus von 0,4 Prozent. Der Euro-Stoxx-50 notierte bei Handelsschluss 0,9 Prozent höher bei 2909 Zählern.

Dax
Dax 12.847,68

Dass das Plus nicht größer ausfiel, lag daran, dass die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt auch mit einer Million weniger Arbeitslose als erwartet katastrophal bleibt. Zumal Zweifel an der Belastbarkeit der Statistik angebracht sind. Wie die Commerzbank vorrechnete, dürfte die Lage schlechter sein, als die Daten vermuten lassen. Denn laut den Experten haben sich mehr als 6 Millionen Menschen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen. Sie seien in der Statistik nicht berücksichtigt, heißt es.

Eindeutig positiv bewerteten die Anleger, dass die Unterhändler der USA und Chinas ihre Absicht bekräftigt haben, das Handelsabkommen in die Tat umzusetzen. "Nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump ist dies eine große Erleichterung", sagte Milan Cutkovic, Analyst des Brokerhauses Axitrader. "Ein Handelskrieg wäre in der aktuellen Situation das letzte, was die Weltwirtschaft gebrauchen könnte."

Siemens
Siemens 107,70

Zu den großen Kursgewinnern zählen Siemens. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,80 Euro deutlich über den erwarteten 0,69 Euro. Dass Siemens den Ausblick gekappt habe und das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres schwierig werde, sei wegen der Corona-Pandemie keine Überraschung, hieß es im Handel. Positiv wertete die Citigroup, dass der Technologiekonzern an der Abspaltung von Siemens Energy im September festhalte. Von den hohen Tagesgewinnen blieben am Ende komfortable 4,7 Prozent.

17:20 Uhr

Insider: EZB prüft Kauf von Firmenanleihen mit Ramschstatus

Experten der EZB prüfen angesichts der Virus-Krise laut Insidern auch den Ankauf von Unternehmensanleihen mit Ramschstatus. Mitarbeiter seien beauftragt worden, die Vor- und Nachteile eines solchen Schritts auszuloten, sagten hieß es. Mit dem Erwerb von derartigen Firmenbonds würde die EZB die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen erleichtern, die besonders schwer von der Viruskrise getroffen wurden. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

17:08 Uhr

Währungen der Schwellenländer legen zu

Der Eurokurs hat sich trotz schlechter US-Arbeitsmarktzahlen wenig von der Stelle bewegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0840 US-Dollar und damit in etwa so viel wie im frühen Handel.

Der australische und neuseeländische Dollar profitierten von der Entspannung zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China. Das Gleiche gilt für die Währungen zahlreicher Schwellenländer wie den russische Rubel oder südafrikanischen Rand. Der japanische Yen als klassischer sicherer Hafen wurde dagegen belastet.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,01

16:46 Uhr

Tesla startet Produktion in USA

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 885,66

Der US-Autobauer will die Produktion in seinem einzigen US-Fahrzeugwerk in Fremont, Kalifornien am Nachmittag wieder aufnehmen. Der eingeschränkte Betrieb solle mit 30 Prozent der normalen Belegschaft pro Schicht wieder aufgenommen werden, teilte Konzernchef Elon Musk in Mail an die Mitarbeiter mit.

16:42 Uhr

Ramsch oder nicht Ramsch?: Italienische Anleihenrendite sinkt

Heute Abend fällt die Ratingagentur Moody's ihre Bonitätsentscheidung für Italien. Interessant: Die Renditen am italienischen Anleihemarkt engen sich im Vorfeld deutlich ein. Bei einer Herabstufung wären italienische Schulden Ramsch.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 105,92

Dennoch geht es mit der Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen um 10 Basispunkte auf 1,80 Prozent nach unten, für die Rendite der 2-jährigen sogar 12 Basispunkte auf 0,66 Prozent. Das heißt, die Anlage wird als weniger riskant eingestuft.

Inwieweit EZB-Käufe für den Renditerückgang verantwortlich sind, lässt sich nicht beantworten. Die Commerzbank glaubt zudem, dass am Abend eine Herunterstufung noch nicht ansteht. Die relevantere Frage sei, ob Moody's zu einem negativen Ausblick übergehen werde.

16:10 Uhr

Commerzbank: Lage am US-Arbeitsmarkt düsterer als die Statistik zeigt

Nach Einschätzung der Commerzbank (Coba) ist die Lage am US-Arbeitsmarkt wesentlich schlechter, als dies durch den jüngsten Arbeitsmarktbericht deutlich werde. Die Arbeitslosenquote sei zwar im April auf den höchsten Stand seit Juni 1940 gestiegen. Damit bilde sie aber nur einen Teil der Probleme ab, denn gleichzeitig hätten sich mehr als 6 Millionen Menschen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen, "das heißt weder haben sie eine Arbeit noch suchen sie eine".

Die Statistikbehörde habe zudem mitgeteilt, dass wahrscheinlich ein Teil der Befragten fälschlicherweise als "beschäftigt, aber nicht bei der Arbeit" eingestuft worden sei statt als temporär arbeitslos. Dies könnte die Arbeitslosenquote um bis zu 5 Prozentpunkte gedrückt haben.

Mehr dazu lesen Sie hier.
16:02 Uhr

Gebremste Euphorie an der Wall Street

Die US-Börsen starten deutlich höher in den letzten Handelstag der Woche, nachdem die Arbeitsmarktdaten (Payrolls) für April nicht so schlimm ausgefallen sind, wie befürchtet. Der Dow-Jones-Index steigt um 1,3 Prozent. Der S&P-500 gewinnt 1,0 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,6 Prozent.

S&P 500
S&P 500 3.187,50

Dass die Marktreaktion nicht euphorischer ausfällt, dürfte daran liegen, dass andere Daten vom Arbeitsmarkt an den beiden vorigen Tagen bereits Hoffnungen geweckt hatten, dass das Schlimmste überstanden sein könnte.

So hatte der private Dienstleister ADP am Mittwoch zwar einen Stellenabbau in Millionenhöhe gemeldet, der aber etwas geringer ausfiel, als Volkswirte vorhergesagt hatten. Und die am Donnerstag veröffentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der Woche zum 1. Mai mit rund 3,2 Millionen schon merklich niedriger als in der Woche davor, als über 3,8 Millionen Anträge gestellt wurden.

15:45 Uhr

Corona-K.o.: Anleger schonen Lufthansa nicht

Die Pläne der Lufthansa, ab Juni wieder deutlich mehr Flüge anzubieten, lassen die Anleger kalt. Nicht nur sei man damit noch weit von den alten Zahlen entfernt, so ein Händler. Es sei auch zu befürchten, dass sich die Flugbranche auf Jahre oder möglicherweise nie mehr voll von dem Covid-Schock erholen wird.

Lufthansa
Lufthansa 10,72

Die Menschen dürften auf lange Sicht sehr viel vorsichtiger beim Thema Reisen agieren, und für Unternehmen stellten Videokonferenzen und der Verzicht auf Flüge eine einfache Möglichkeit dar, Kosten zu sparen. Die Lufthansa-Aktie verliert 0,5 Prozent. In den vergangenen drei Monaten haben die Papiere bereits annähernd 50 Prozent ihres Werts verloren!

Mehr dazu lesen Sie hier.
15:13 Uhr

Tickets für Disneyland ausverkauft: Anleger greifen bei Aktie zu

Der Andrang auf Tickets für die Wiedereröffnung von Disneyland Schanghai stimmt die Anleger optimistisch. Die Aktien des US-Unterhaltungskonzerns Walt Disney legen vorbörslich an der Wall Street 2,7 Prozent zu. Die ersten Tage nach dem für den 11. Mai geplanten Neustart sind bereits ausverkauft. Der Park war im Zuge der Corona-Pandemie rund dreieinhalb Monate geschlossen.

14:56 Uhr

Anleger ignorieren besser als erwartete US-Jobdaten

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April infolge der Coronavirus-Pandemie auf 14,7 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg, aber immerhin weniger als Ökonomen mit 16,0 Prozent erwartet hatten.

Vor Beginn der Krise im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, im März war sie auf 4,4 Prozent gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten sank um 20,5 Millionen - erwartet wurde hier eine Zahl von 21,5 Millionen.

Die Reaktion auf die Daten fiel verhalten aus. Letztlich ist es für die Märkte von wenig Relevanz, ob die US-Wirtschaft 20,5 oder 21,5 Millionen Jobs abgebaut hat. Der Dax baut die Gewinne leicht aus und liegt nun 1,3 Prozent vorne, der Euro wertet leicht ab auf 1,0833 Dollar.

Und das haben unsere TV-Kollegen für Sie vorbereitet:

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:32 Uhr

Deutliche Lebenszeichen vom chinesischen Automarkt

Nach einem katastrophalen ersten Quartal schöpft die Automobilindustrie der Volksrepublik China neue Hoffnung. Der Pkw-Absatz legte im April im Vergleich zum Vormonat deutlich zu. Bleibt eine zweite Covid-19-Welle aus, könnte der Trend anhalten und damit das Schlimmste ausgestanden sein. China ist der größte Autoabsatzmarkt der Welt.

Die Coronakrise hat den Kfz-Absatz (ohne Elektroautos) im ersten Quartal 2020 um 42,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode abstürzen lassen. Nachdem im Februar fast 82 Prozent weniger Pkw als im Vorjahresmonat verkauft worden waren, belief sich der Rückgang im März aber nur noch auf rund 48 Prozent.

Im Frühsommer sei wieder eine solide Situation erreicht, hatte Stefan Wöllenstein, CEO von Volkswagen China im Interview mit "Business Insider" am 17. März prognostiziert. Wöllenstein rechnet vor allem mit nachholenden Autokäufen. Zum einen hatten viele Haushalte eine Anschaffung in der Hochphase der Krise verschoben und holen diese nun nach. Zum anderen macht die erhöhte Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus die Fahrt im eigenen Pkw gegenüber der Fahrt in der überfüllten U-Bahn deutlich attraktiver. Autobauer. Geely hat auf die besonderen Kundenanforderungen bereits mit verbessertem Luftfiltersystem im neuen Geely Icon SUV reagiert. Auch Daimler hat die Entwicklung neuer Viren-Filter angekündigt.

14:17 Uhr

Hürden für ausländische Übernahmen weltweit höher

Japan macht es anderen Staaten nach und verschärft die Regeln für den Einstieg ausländischer Investoren in bestimmte japanische Unternehmen. Auch Tokio begründet dies mit der nationalen Sicherheit. Zu den betroffenen Firmen zählen unter anderem große Konzerne wie Toyota und Mitsubishi.

Insgesamt umfasst die Liste des Finanzministeriums rund 500 der knapp 4000 an der Börse notierten Firmen. Wollen Ausländer hier einsteigen, soll dies künftig schon ab einem Anteil von einem und nicht erst zehn Prozent wie bisher geprüft werden. Auch Europa und die USA nehmen den Einstieg ausländischer Investoren in ihre Unternehmen seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe.

13:43 Uhr

Borussia Dortmund sieht rot fürs Gesamtjahr

Fußballclub Borussia Dortmund schrammt in seinem dritten Quartal knapp am Verlust vorbei. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verein in den drei Monaten von Januar bis März noch ein Konzernergebnis von 29,4 Millionen Euro erzielt. Dieses Jahr sind es nur noch 1,1 Millionen Euro.

BVB
BVB 6,50

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei der Fortgang der Covid-19 Pandemie. Die Geschäftsführung sieht deshalb davon ab, eine detaillierte Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 abzugeben. Der Verein geht aber davon aus, dass kein positives Konzernjahresergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2019/2020 erzielt wird.

13:31 Uhr

Bafin nimmt Wirecard wieder unter die Lupe

Nach dem Bericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer wird die Finanzaufsicht Bafin erneuet in Sachen Wirecard aktiv. "Selbstverständlich schauen wir uns in diesem Zusammenhang auch die Kommunikation von Wirecard unmittelbar vor dem Erscheinen des KPMG-Berichts an", sagte eine Bafin-Sprecherin.

Wirecard
Wirecard 88,50

Nach der Veröffentlichung des Berichts zu ihrer monatelangen Sonderprüfung war die Wirecard-Aktie abgestürzt. Denn anders als von dem Dax-Konzern erhofft, konnten die KPMG-Prüfer Vorwürfe der Bilanzmanipulation nicht vollständig aus dem Weg räumen. Außerdem hielten sie dem Wirecard-Management vor, die Untersuchungen zum Teil behindert zu haben.

Die Bafin ermittelt bereits seit Anfang 2019 gegen den Zahlungsdienstleister und untersucht dabei auch, ob der Konzern den Kapitalmarkt rechtzeitig und vollständig über Insiderinformationen informiert hat.

13:02 Uhr

Warten auf US-Horrordaten: Wall-Street-Anleger positionieren sich

Die Aussicht auf schlechte US-Jobdaten kann den Anlegern offenbar nicht die Laune verhageln ... noch! Nach jetzigem Stand dürften die US-Börsen zum Wochenausklang die Kursgewinne vom Vortag weiter ausbauen. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes liegen vorbörslich alle etwa 1 Prozent im Plus.

Unter den Anlegern verliert die Coronavirus-Krise allmählich etwas von ihrem Schrecken, denn viele Länder lockern die Beschränkungen, die sie zur Eindämmung der Pandemie angeordnet hatten. Mit Erleichterung wird an den Märkten auch zur Kenntnis genommen, dass der Handelskrieg zwischen China und den USA vorerst nicht wieder aufzuflammen scheint. Beide Seiten haben sich dazu bekannt, die im Januar getroffenen Vereinbarungen voranzutreiben.

Noch bedeutet das aber keine Entwarnung für den Handelstag! Getrübt werden könnte die Stimmung vom offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für April, der eine Stunde vor Handelsbeginn an der Wall Street veröffentlicht wird. Volkswirte schätzen, dass im vergangenen Monat die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 21,5 Millionen abgenommen hat. Die Arbeitslosenquote dürfte demnach auf 16,0 Prozent gesprungen sein - den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Im März hatte die Arbeitslosigkeit noch 4,4 Prozent betragen.

12:45 Uhr

Kleine "Verschnaufpause" für die türkische Lira

Die Talfahrt der türkischen Währung ist zumindest vorerst beendet. Ein Dollar kostet 7,1016 Lira, nachdem er am Donnerstag auf ein Rekordhoch von 7,2685 Lira gestiegen war. Das sei aber nur eine Verschnaufpause, warnt Rabobank-Anlagestratege Piotr Matys. Die milliardenschweren Stützungskäufe liefen offensichtlich ins Leere. "Türkische Offizielle argumentieren weiterhin, dass die Devisenreserven ausreichend seien. Der Markt ist gegenteiliger Meinung."

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,13

12:18 Uhr

TecDax auf höchstem Stand seit 3. März

Der TecDax notiert auf dem höchsten Stand seit Anfang März. Damit hat er im Unterschied zum Dax die jüngsten Zwischen-Hochs schon überwunden. "Technologie bleibt aussichtsreich", sagt ein Händler. Er verweist auf den Nasdaq Composite, der seit Jahresbeginn schon wieder mehr oder weniger plus/minus Null steht.

Allerdings könnte die psychologische Hürde von 3000 Punkten den TecDax nun erst einmal etwas bremsen, heißt es. In der Spitze notierte der Index bei 2994 Punkten, das entsprach einem Plus von 1,4 Prozent. Auf diesem Niveau hält er sich derzeit stabil: Zuletzt lag er mit 1,3 Prozent nur minimal darunter.

Größter Gewinner sind Bechtle mit plus 4,5 Prozent. Das Unternehmen profitiert vom Home-Office-Trend und hat starke Zahlen vorgelegt!

11:55 Uhr

Warum der Ölpreis weiter kräftig steigt

Anleger decken sich in der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage mit Rohöl ein. Dies verteuert die Sorte Brent aus der Nordsee um zwei Prozent auf 30,04 Dollar je Barrel. Außerdem stützten Produktionskürzungen, vor allem in Nordamerika, die Preise, sagt Lachlan Shaw, Chef-Rohstoffanalyst der National Australia Bank.

Preistreibend wirkt auch, dass Saudi-Arabien zuvor für eine "handfeste Überraschung" gesorgt hat, wie die Analysten der Commerzbank schreiben. Denn Riad bietet seinen Kunden für die Juni-Lieferungen nun deutlich geringere Nachlässe gegenüber den jeweiligen Rohöl-Benchmarks an. Die Preise für Arab Light wurden für europäische Interessenten um fast 7 US-Dollar je Barrel angehoben. "Das sollte man als Friedensangebot im Preiskrieg gegen Russland verstehen", so die Analysten.

Zuletzt hat Saudi-Arabien durch eine sehr aggressive Preispolitik sogar traditionelle Geschäftspartner Russlands wie Weißrussland als Kunden gewonnen. Russland hat offensichtlich Lehren daraus gezogen und seine Ölproduktion Anfang Mai bereits deutlich reduziert.

11:23 Uhr

"Ein ernsthafter Alarmruf": Brasilien steht vor dem "Kollaps"

c6bfb2eac8d47bd604d0bedf6ca209cb.jpg

Im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas wächst die Angst vor dem wirtschaftlichen Kollaps.

dpa

Mit Blick auf die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat Brasiliens Wirtschaftsminister Paulo Guedes vor einem "wirtschaftlichen Kollaps" des Landes gewarnt. Bereits in 30 Tagen könne es dramatische Lieferengpässe geben und die Produktion teilweise zum Erliegen kommen, sagte Guedes bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro. Dies könne zu einem "System des wirtschaftlichen Kollapses" und "sozialem Chaos" führen. Er fügte hinzu: "Dies ist ein ernsthafter Alarmruf."

Euro / Brasilianischer Real
Euro / Brasilianischer Real 5,60

Bolsonaro sagte, er verstehe das "Virusproblem" und sei davon überzeugt, "dass wir Leben retten müssen". Jedoch sei seine Regierung zunehmend besorgt angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt. "Die Bekämpfung des Virus sollte keinen größeren Schaden anrichten als das Virus selbst", sagte Bolsonaro.

11:03 Uhr

Bitcoin springt wieder über 10.000 Dollar

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist in der Nacht erstmals seit Monaten wieder über die Marke von 10.000 US-Dollar gestiegen. Auf der Handelsplattform Bitstamp wurden in der Spitze 10.074 Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit Ende Februar. Auch andere Digitalwährungen wie Ether oder XRP konnten zulegen.

Bitcoin Group
Bitcoin Group 29,30

Marktteilnehmer führen die Kursgewinne auf ein bevorstehendes Ereignis im Mai zurück, das sich "Halving" nennt. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Art automatischen Schutz gegen Wertverlust aufgrund eines zu hohen Angebots. Dafür wird etwa alle vier Jahre die Belohnung in Form neuer Bitcoins für das Ausführen bestimmter Rechenprozesse ("Mining") halbiert.

Diese Halbierung hat zur Folge, dass das Angebot an neuen Bitcoins immer langsamer wächst. Einige Fachleute bezeichnen den Prozess auch als Bitcoin-Inflationsschutz.

10:25 Uhr

Finanzkrise war nichts dagegen: Geschäftsklima im freien Fall

Noch nie zuvor hat der deutsche Mittelstand so pessimistisch in die Zukunft geblickt wie jetzt.

MDax
MDax 27.199,76

Laut dem KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer sinkt das Geschäftsklima im April um 26,0 Zähler und damit nochmals stärker als im Monat zuvor. Im März war es "nur" um 20,0 Zähler eingebrochen. Mit jetzt -45,4 Saldenpunkten ist die Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen auch noch schlechter als vor elf Jahren auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise (März 2009: -37,6).

Beide Teilkomponenten des Indikators fallen mit neuen Negativrekorden auf: Die Geschäftslageurteile sinken um 30,6 Zähler, so viel wie noch nie binnen Monatsfrist. Die Geschäftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen verschlechtern sich erneut rasant, wenngleich das Abwärtstempo geringfügig nachgelassen hat.

Noch schlechter als den Mittelständlern geht es im April den Großunternehmen. Nach einem weiteren extrem heftigen Einbruch um 23,2 Zähler fällt ihr Geschäftsklima auf das neue Allzeittief von -54,5 Punkten.

10:00 Uhr

Dropbox schafft in der Krise ersten Quartalsgewinn

Der Online-Speicherdienst Dropbox hat mit dem verstärkten Arbeiten von zu Hause in der Corona-Krise seinen ersten Quartalsgewinn geschafft. Die Firma aus San Francisco verbuchte 39,3 Millionen Dollar nach einem Verlust von 7,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 455 Millionen Dollar.

Dropbox
Dropbox 19,64

Dropbox habe neue Kunden unter andrem aus dem Gesundheitswesen, der Bildung und der Versicherungsbranche gewonnen, sagte Finanzchef Ajay Vashee in einer Telefonkonferenz mit Analysten. In einer Testphase befänden sich 40 Prozent mehr potenzielle Kunden als vor der Corona-Zeit. Zugleich schränkte Gründer und Chef Drew Houston in einem Interview des Finanzdienstes Bloomberg aber ein, dass ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung auch Dropbox treffen würde: "Wir verspüren Rückenwind - aber alles, was unseren Kunden das Leben schwer macht, könnte sich auch auf unser Geschäft niederschlagen."

09:41 Uhr

Trotz Gewinneinbruchs: Siemens-Aktie geht steil

Siemens
Siemens 107,70

Börsen-Überflieger am Morgen ist die Aktie von Siemens, die gut 5 Prozent nach oben schießt. Im Handel wird der Ausblick positiv gewertet. Aber auch der Bereich Digital Industries überzeuge mit einem leicht gewachsenen Auftragseingang und einer robusten Marge, heißt es auf dem Parkett. Nachdem die Aktie seit Jahresbeginn rund ein Viertel an Wert eingebüßt hat, wird dem Titel offenbar Erholungspotenzial zugetraut.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:28 Uhr

Kupfer so teuer wie seit zwei Monaten nicht

Das stark konjunkturabhängige Industriemetall Kupfer wird am Morgen auf dem höchsten Stand seit 2 Monaten gehandelt.

Kupfer (LME)
Kupfer (LME) 5.659,00

Der Blick richtet sich momentan vor allem auf das Hochlaufen der Automobilbranche. Dies dürfte bei günstigem Verlauf auch auf die Metallbranche durchschlagen. Bislang allerdings laufen die Bänder der Autowerke aber nur langsam und mit deutlich reduzierter Produktion an.

Eigentlich sind damit auch die Voraussetzungen für europäische Rohstoff-Aktien gut. Allerdings werden diese überwiegend in London gehandelt, und dort bleibt die Börse wegen des Sieges über Nazi-Deutschland vor 75 Jahren geschlossen, genauso wie in Kopenhagen.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:14 Uhr

Starker Dax-Auftakt: Wird das der Befreiungsschlag?

Neuer Optimismus über die Perspektiven des Welthandels treibt die Kurse kurz nach Börsenauftakt nach oben. Der Dax springt über ein Prozent ins Plus auf 10.884 Punkte, im Euro-Stoxx-50 sieht es ähnlich gut aus. "Der Dax steht vor einem Befreiungsschlag", sagt ein Händler.

Dax
Dax 12.847,68

Das Potenzial für die kommenden Tage reiche aus technischer Sicht bis an das jüngste Zwischenhoch bei gut 11.200 Punkten.

Die Unterhändler der USA und Chinas haben ihre Absicht bekräftigt, dass sie das Handelsabkommen umsetzen wollen. Nachdem US-Präsident Donald Trump kürzlich mit einem Scheitern des Abkommens gedroht hatte, nimmt nun die Risikobereitschaft der Investoren wieder zu.

Mehr dazu lesen Sie hier.
08:56 Uhr

Peking, Washington und Riad heizen Ölpreis an

Die Ölpreise sind zum Handelsbeginn gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 29,96 US-Dollar. Das waren 50 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 51 Cent auf 24,06 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,07

Händler verwiesen auf Entspannungssignale im Streit zwischen den USA und China. Beide Länder wollen trotz der jüngsten Spannungen in der Corona-Krise an der Teilvereinbarung im Handelsstreit festhalten. Die Entwicklung stützte die Ölpreise. Ein neuer Handelskonflikt hätte die Weltwirtschaft weiter belastet und auch die Nachfrage nach Rohöl gedämpft.

Zudem wirkte die Entscheidung von Saudi-Arabien, seine Ölpreise zu erhöhen, nach. Konkret wurden die marktüblichen Preisnachlässe reduziert, was einer Preisanhebung entspricht. Gestützt werden die Preise zudem durch die begonnene Lockerung der Corona-Restriktionen in vielen Länder.

08:34 Uhr

Eurokurs steigt leicht - Warten auf Daten aus den USA

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Eurokurs knüpft an seine Vortagesgewinne an und steigt leicht. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,0843 US-Dollar gehandelt. Am Vorabend hatte er noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,0783 Dollar festgesetzt.

Insgesamt hielten sich die Kursausschläge in Grenzen. Der Markt wartet zunächst auf die Zahlen zur deutschen Handelsbilanz. Die Corona-Krise dürfte laut Volkswirten im März sowohl die Exporte als auch die Importe stark belastet haben. In den USA steht dann am Nachmittag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht auf dem Kalender. Ökonomen erwarten im April einen Rückgang der Beschäftigtenzahl von 22 Millionen. Bei der Arbeitslosenquote wird ein kräftiger Anstieg von gut 4 auf über 16 Prozent erwartet.

08:12 Uhr
Breaking News

Deutsche Exporte brechen so stark ein wie seit 30 Jahren nicht

Die deutschen Exporte sind wegen der Corona-Krise so drastisch eingebrochen wie seit mindestens 30 Jahren nicht mehr. Die Ausfuhren sanken im März um 11,8 Prozent zum Vormonat, wie das Statistikamt mitteilte. Dies sei der "größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990". Bei den Importen gab es mit 5,1 Prozent das größte Minus zum Vormonat seit Januar 2009. Insgesamt exportierten die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro in die Welt. Das ist ein Rückgang von 7,9 Prozent zum März 2019.

Mehr dazu lesen Sie hier.
08:06 Uhr

Fed-Notenbanker: US-Wirtschaft droht wohl kein Worst-Case Szenario

Zwei Vertreter der US-Notenbank gehen davon aus, dass der US-Wirtschaft wohl kein Worst-Case-Szenario droht. "Ich glaube nicht, dass wir auf eine weitere Große Depression zusteuern", sagte Neel Kashkari, Präsident der US-Notenbankfiliale von Minneapolis, dem Sender NBC. Grund dafür seien aggressive Maßnahmen der Federal Reserve. Er rechne aber mit einer langen, allmählichen Erholung, die zu einem großen Teil davon abhängen würde, wie erfolgreich mit den Gesundheitsrisiken des Coronavirus umgegangen werde.

Ähnlich äußerte sich der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta, Raphael Bostic. Das Schlimmste könne vermieden werden, so der Notenbanker während einer Telefonkonferenz. "Das Depressionsszenario ist meiner Meinung nach weniger wahrscheinlich", sagte er. Die Fed werde alles tun, was ihr gesetzlich erlaubt sei.

*Datenschutz

07:43 Uhr

Anleger blicken auf US-Arbeitsmarkt - Dax höher erwartet

Dax
Dax 12.847,68

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit erneuten Gewinnen starten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex dank ermutigender chinesischen Konjunkturdaten 1,4 Prozent im Plus bei 10.759,27 Punkten geschlossen.

Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer auf die offiziellen US-Beschäftigtenzahlen am Nachmittag (MESZ). Experten rechnen mit dem Wegfall von 22 Millionen Jobs, nachdem die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP am Mittwoch den Abbau von etwa 20 Millionen Stellen signalisiert hatten. Parallel dazu halten zahlreiche Firmenbilanzen Investoren auf Trab: Neben dem Elektrotechnik-Konzern Siemens öffnet die ING Bank ihre Bücher.

07:08 Uhr

Auch Siemens muss Prognose kassieren

Siemens
Siemens 108,54

Nach einem schwierigen zweiten Geschäftsquartal mit einem deutlichen Gewinneinbruch hat nun auch Siemens seine Prognose für das laufende Jahr einkassiert. Statt einer moderaten Steigerung geht das Unternehmen wegen der Corona-Pandemie nun von einem moderaten Umsatzrückgang aus, wie Siemens bei der Vorlage der Quartalszahlen berichtete. Für das Ergebnis gibt der Konzern noch keine neue Prognose.

Für das laufende Quartal ist noch nicht mit Besserung zu rechnen. "Wir erwarten, im dritten Quartal unseres Geschäftsjahres die Talsohle zu erreichen", sagte Konzernchef Joe Kaeser. Er betonte: "Wir haben trotz komplizierter Umfeldbedingungen ein robustes Quartal abgeliefert." Auch für die weiteren Herausforderungen sieht sich der Konzern gerüstet: Man verfüge über eine "sehr solide Liquiditätsposition", sagte Finanzvorstand Ralf P. Thomas. Zudem habe man ein "sehr widerstandsfähiges und diversifiziertes Geschäftsportfolio". Hinzu kommt ein laut Siemens "sehr komfortables Auftragspolster" von 69 Milliarden Euro - ohne Siemens Energy gerechnet.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:35 Uhr

Positive Signale aus China und USA treiben asiatische Märkte ins Plus

Nikkei
Nikkei 22.863,73

Im Schlepptau der Wall Street legen auch die Kurse an den asiatischen Börsen zu. Für Erleichterung sorgen auch positive Signale aus Gesprächen zu den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,8 Prozent höher bei 20.026 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,7 Prozent und lag bei 1451 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 106,36 Yen und gab 0,1 Prozent auf 7,0725 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9719 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,0844 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0540 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,3 Prozent auf 1,2394 Dollar.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:15 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht