Freitag, 23. Oktober 2020Der Börsen-Tag

Von Thomas Badtke
17:38 Uhr

Dax kann doch Plus

Nach vier Tagen mit Abschlägen beendet der Dax die Handelswoche am deutschen Aktienmarkt mit Gewinnen. Am Montag noch über 13.000 Punkten notiert, ging es danach bis auf ein Wochentief von 12.345 Zählern. Den Freitagshandel beendet der Dax mit einem Plus von 0,8 Prozent und einem Schlussstand von 12.646 Punkten. Am Ende bleibt ein Wochenverlust von zwei Prozent.

"Der Dax legte vergleichsweise kräftig zu", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Gute Konjunkturdaten haben dem Markt geholfen. Sie zeigten: Die deutsche Industrie ist auf Wachstumskurs, und das nahm etwas Verunsicherung aus dem Markt."

Gefragt waren Titel von MTU, die um sechs Prozent zulegten. Hier verwiesen Händler auf positive Geschäftsausweise aus der Zulieferer- und Autoindustrie, etwa von Michelin oder Daimler, die beflügelten. Auch Merck verteuerten sich spürbar, die Hoffnungen auf einen schnellen Corona-Impfstoff trieben die Titel etwa drei Prozent an. Zu den Verlierern zählten dagegen erneut Delivery Hero.

Dax
Dax 13.242,10

16:43 Uhr

Schwache Daten drücken das Pfund

Während der Euro von überraschend positiven Industriedaten aus Deutschland gestützt wird, verliert das Pfund mit ebenso schwachen Daten aus Großbritannien zusätzlich. Die Einkaufsmanagerindizes aus Industrie und Dienstleistungssektor sanken und verfehlten die Markterwartungen. Die Verlangsamung der Wirtschaftsleistung wäre noch ausgeprägter ausgefallen, hätten nicht ausländische Kunden vor einem möglichen harten Brexit versucht, Aufträge vor möglichen Lieferunterbrechungen zu sichern, urteilt Markit-Volkswirt Chris Williamson. Der Euro klettert auf Tagessicht um 0,3 Prozent auf 0,9063 Pfund - nach Wechselkursen unter 0,9040 vor den Daten.


16:23 Uhr

Technik-Probleme: Tesla ruft Zehntausende Autos zurück

Tesla ruft in China etwa 30.000 Fahrzeuge der Modelle S und X wegen Problemen mit der Radaufhängung zurück. Dabei handelt es sich um importierte Autos, die zwischen dem 17. September 2013 und dem 15. Januar 2018 hergestellt wurden, heißt es in der Erklärung der staatlichen chinesischen Marktaufsicht. Die Autos hätten einen oder sogar zwei Defekte, die unter bestimmten äußeren Einwirkungen dazu führen können, dass die Fahrzeugkontrolle beeinträchtigt wird, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Tesla-Papiere verlieren an der Nasdaq rund 2,5 Prozent.

Tesla
Tesla 452,05

16:05 Uhr

Intel bremst, Wall Street verhalten

US-Anleger haben sich zum Wochenschluss nur zögerlich aus der Deckung getraut. Während die Hoffnung auf ein neues Corona-Konjunkturpaket die Börsen stützte, verunsicherten die weiter steigenden Infektionszahlen und ein Kursrutsch beim Chip-Giganten Intel.

Nach Aussagen vom Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, sind die Gespräche der Republikaner von US-Präsident Donald Trump und der oppositionellen Demokraten auf ein neues Hilfspaket über insgesamt 1,9 Billionen US-Dollar im Kampf gegen die Corona-Krise in eine neue und intensivere Phase eingetreten. "Die Konjunkturgespräche gehen weiter, sodass der Markt darüber glücklich ist, auch wenn wir vor der Wahl wahrscheinlich nichts erreichen werden", sagt Thomas Hayes, geschäftsführendes Mitglied beim Vermögensverwalter Great Hill Capital.

Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P-500 legen je 0,2 Prozent auf 28.412 und 3461 Punkte zu. Der Nasdaq Composite gibt 0,1 Prozent auf 11.493 Zähler nach. "Die Wall Street ist verhalten in den letzten Handelstag der Woche gestartet", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Jens Korte. Die aktuelle Berichtsaison stehe im Fokus, und es gebe einige Schönheitsfehler, erklärt er und verweist auf Intel als Negativbeispiel. Positiv habe dagegen Mattel überrascht.

Bei den Unternehmen gingen Intel nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis auf Talfahrt. Die Aktien des Chip-Herstellers fielen um mehr als elf Prozent. Die Zahlen und der Ausblick auf das vierte Quartal spiegelten den wachsenden Wettbewerbsdruck wider, sagte Analyst Abhinav Davuluri vom Research-Haus Morningstar.

15:47 Uhr

Zooplus sacken ab

Zooplus-Aktien fallen zeitweise mehr als sechs Prozent. Im Handel ist von Gewinnmitnahmen die Rede. Zum Wochenschluss sei die "Old Economy" angesagt, sagt ein Marktteilnehmer.

Zooplus
Zooplus 161,20

15:00 Uhr

Michelin hilft Conti-Kurs

Bei den Autozulieferern gewinnen Michelin rund drei Prozent. Auch der Reifenhersteller hat die Prognose angehoben. Für 2020 rechnet Michelin nun mit einem Betriebsgewinn von mehr als 1,6 Milliarden Euro (bislang über 1,2 Milliarden) zu konstanten Währungen. Laut Citigroup lag die Marktschätzung bislang bei knapp unter 1,6 Milliarden. Den strukturellen freien Cashflow sieht Michelin bei über 1,2 Milliarden Euro, was weit über dem bisherigen Konsens von rund 900 Millionen Euro liegt. Die Umsätze für das dritte Quartal sind derweil leicht besser als erwartet ausgefallen. Im Schlepptau legen Conti rund 1,5 Prozent zu.


14:40 Uhr

Renault-Zahlen kommen gut an

Ein überraschend geringer Umsatzrückgang verleiht Renault-Aktien Schub. Die Papiere des französischen Autobauers steigen rund 2,5 Prozent. Das Unternehmen habe für seine Fahrzeuge höhere Preise erzielen können als gedacht, kommentiert Analyst Philippe Huchois von der Investmentbank Jefferies.

Renault
Renault 33,58

14:18 Uhr

Fortschritte bei Corona-Impfstoff? Kurssprung bei Curevac

Die Aussicht auf Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung treibt Curevac-Aktien vorbörslich an der Wall Street um mehr als zehn Prozent. Das Tübinger Biotech-Unternehmen teilte mit, sein Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV habe in präklinischen Tierversuchen eine Immunanwort hervorgerufen und produziere neutralisierende Antikörper.

CureVac
CureVac 69,43

*Datenschutz

13:40 Uhr

L'Oreal liefert schöne Zahlen

Die Geschäftszahlen von L'Oreal stoßen am Markt auf ein positives Echo. Wie Jefferies anmerkt, ist das organische Umsatzwachstum im dritten Quartal klar über den Marktschätzungen eines Rückgangs ausgefallen. Die Citigroup hebt vor allem die starke Entwicklung des Digitalgeschäfts hervor. Der Aktienkurs steigt etwa 1,5 Prozent.

L'Oreal
L'Oreal 303,40

13:02 Uhr

Siemens Healthineers darf in den USA zukaufen

Der deutsche Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers kommt bei der Übernahme des US-Krebsspezialisten Varian einen weiteren großen Schritt voran. In den USA genehmigte die Federal Trade Commission (FTC) den 16,4 Milliarden Dollar schweren Zukauf, wie die Siemens-Tochter mitteilt. Außer dieser kartellrechtlichen Freigabe in diesem wichtigen Markt benötigt Siemens Healthineers Genehmigungen in weiteren Ländern. Mit einem Vollzug der Transaktion rechnet der Konzern unverändert im Lauf des ersten Halbjahres 2021.

12:22 Uhr

Freundlicher Wall-Street-Auftakt deutet sich an

Mit einem leichten Aufschlag wird die Wall Street am letzten Handelstag der Woche erwartet. Im Verlauf des Handels könnten die Kurse allerdings auch ins Minus drehen, wenn die Investoren vor dem Wochenende Gewinne mitnehmen, heißt es. So befinden sich Demokraten und Republikaner weiter in zähen Verhandlungen um ein neues Konjunkturpaket. Zuletzt gab es wieder optimistischere Stimmen, dass man einer Vereinbarung näher komme. Doch ob es tatsächlich vor den US-Präsidentschaftswahlen noch eine Einigung geben wird, ist weiterhin offen.

Für Impulse dürfte dagegen weiter die laufende Berichtssaison sorgen. Zudem gibt die global rasant steigende Zahl an Neuinfektionen weiterhin Anlass zur Sorge. Auch in den USA ist deren Zahl mit zuletzt über 70.000 Neuinfektionen an einem Tag auf den höchsten Stand seit Juli geklettert. Seit Beginn der Pandemie gibt es schon rund 8,4 Millionen bestätigte Corona-Fälle in den USA.

Der S&P-500-Future gewinnt aktuell 0,2 Prozent.

12:10 Uhr

Barclays verdient unerwartet viel

Die britische Bank Barclays hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Vor Steuern stand ein Gewinn von 1,1 Milliarden Pfund - 1,2 Milliarden Euro, wie Barclays mitteilt. Analysten hatten nur mit halb so viel gerechnet. Als Grund für den unerwartet starken Anstieg nannte Barclays eine geringere Risikovorsorge für faule Kredite. Zudem sei es im schwächelnden Privatkundengeschäft gelungen, wieder einen Gewinn zu erwirtschaften. Die Kernkapitalquote, ein wichtiger Gradmesser für die finanzielle Stärke einer Bank, stieg auf 14,6 Prozent. Auch hier hatten Analysten mit weniger gerechnet. Die Aktien gewinnen rund sechs Prozent.

Barclays
Barclays 1,62

11:31 Uhr

Dax steuert auf versöhnlichen Wochenabschluss zu

Der Dax präsentiert sich am Freitagmittag deutlich fester. Er liegt 0,8 Prozent im Plus bei 12.636 Punkten. "Es deutet sich ein versöhnlicher Wochenabschluss an", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel die Situation am deutschen Aktienmarkt. Sie verweist auf positive Konjunkturdaten: Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie war deutlich besser ausgefallen als erwartet - und signalisiert Wachstum im verarbeitenden Gewerbe.  

Dennoch: "Ein Wochenplus wird er aber nicht mehr schaffen", so Dofel weiter. "Dafür fehlt ihm dann doch die Kraft." Der Dax hat vier Verlusttage hinter sich, an denen er insgesamt ein Minus von 2,8 Prozent angehäuft hat.

11:15 Uhr

Airbus geben den Kurs-Überflieger

Airbus liegen am Freitag mit Aufschlägen von rund sechs Prozent sehr fest im Markt. Stützend wirken Medienberichte, laut denen der Flugzeugbauer die Produktion schneller als bislang erwartet anheben könnte. Demnach habe Airbus ihre Zulieferer ersucht, sich ab Juli 2021 auf eine von 40 auf 47 Exemplare erhöhte Monatsproduktion des Modells A320neo einzustellen, so Berenberg.

An der Börse wird dies als positives Sektorsignal gewertet. MTU steigen um 4,7 Prozent, Rolls-Royce um 3,8 Prozent, Air France um 1,2 Prozent, Lufthansa um 2,3 Prozent und IAG um 1,3 Prozent.

Airbus
Airbus 93,88

10:45 Uhr

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise präsentieren sich zum Wochenschluss nahezu unverändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 42,40 Dollar - und damit in etwa so viel wie am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) steht bei etwa 40,00 Dollar.

Für Belastung sorgt nach wie vor die angespannte Corona-Lage vor allem in Europa und zunehmend auch in den USA. Dies lastet auf den Konjunkturerwartungen und der erwarteten Ölnachfrage. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte daher am Donnerstag erklärt, dass sein Land zu weiteren Förderkürzungen bereit sei. Russland gehört dem Verbund Opec+ an, der seit längerem versucht, mit Förderbegrenzungen die Ölpreise zu stützen.

10:02 Uhr

Dax baut Gewinne deutlich aus

Nach einem deutlich über den Erwartungen ausgefallenen deutschen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zieht der Dax deutlicher an und liegt nun 0,9 Prozent vorn. Der Index liegt im Oktober mit 58 klar über der Prognose von 54,8 und hat sich damit entgegen der Erwartung weiter verbessert. Es bestehen allerdings Zweifel, ob es sich angesichts rasant steigender Infektionszahlen und immer mehr lokaler Lockdowns nicht um ein letztes Aufflackern handelt.

09:46 Uhr

Barbie rockt die Corona-Krise

Die hohe Nachfrage nach Barbie-Puppen hat den Umsatz des Spielzeugherstellers Mattel im abgelaufenen Quartal angekurbelt. Mattel wies einen Nettoumsatz von 1,63 Milliarden Dollar aus, Analysten hatten mit 1,46 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn lag bei 95 Cent je Aktie, Analysten hatten hier 39 Cent erwartet. Der Bruttoumsatz bei Barbie kletterte um 29 Prozent auf 532,2 Millionen Dollar, der höchste Quartalsumsatz seit 2003. (Zusammengestellt in den Redaktionen Berlin, Frankfurt, Danzig,

Mattel
Mattel 12,60

09:26 Uhr

Huawei trotzt Trump-Angriffen

Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei hat seinen Umsatz trotz der Handelsbeschränkungen mit den USA im dritten Quartal gesteigert. Die Erlöse kletterten um 3,7 Prozent auf 217 Milliarden Yuan - umgerechnet rund 27 Milliarden Dollar, wie Huawei mitteilt. In den vergangenen Jahren war Huawei auf Jahresbasis deutlich im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Immer mehr Länder setzen Huawei auf eine schwarze Liste, machen also kein Geschäft mehr mit dem Konzern. Die USA schätzt Huawei als Sicherheitsrisiko ein, sie vermutet, dass die Daten von Kunden zur Spionage eingesetzt werden. Zuletzt untersagte Schweden die Nutzung von Huawei-Technologie in seinem Land.

09:09 Uhr

Dax-Bullen dringend gesucht

Mit geringen Aufschlägen startet der deutsche Aktienmarkt in den letzten Handelstag der Woche. Der Dax legt 0,1 Prozent auf 12.548 Punkte zu. Damit beginnt der deutsche Börsenleitindex wie am Donnerstag: Erst klettern die Kurse, dann kam jedoch ein Absturz bis auf ein Tagestief von 12.345 Zähler. Am Ende blieb ein Abschlag von 0,1 Prozent.

Die Themenlage hat sich auch am Freitag nicht verändert: Steigende Corona-Infektionszahlen in Deutschland und Europa nähren die Sorgen der Anleger vor einem zweiten umfassenden Lockdown und damit auch vor einem erneuten drastischen wirtschaftlichen Einbruch. Demgegenüber stehen nach wie vor Hoffnungen auf Wirtschaftsstimuli in den USA. Zudem biegt der US-Wahlkampf auf die Zielgerade ein - und immer mehr Unternehmen präsentieren ihre Quartalsbilanz.

08:54 Uhr

Nikkei zaubert ein Plus, Techwerte schwach

Anhaltende Hoffnungen auf staatlichen Rückenwind für die Wirtschaft des wichtigen Handelspartners USA geben der japanischen Börse Auftrieb. Der Nikkei-Index stieg am Freitag 0,4 Prozent auf 23.555 Punkte. Die chinesische Börse Shanghai bröckelte dagegen um 0,5 Prozent auf 3297 Zähler ab.

Anleger hoffen auf eine baldige Einigung der Republikaner von US-Präsident Donald Trump und der oppositionellen Demokraten auf ein neues Hilfspaket im Kampf gegen die Corona-Krise. Allen warmen und optimistischen Worten von Nancy Pelosi, der demokratischen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, zum Trotz erscheine eine Einigung auf neue Konjunkturhilfen unwahrscheinlich, mahnte allerdings Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Es bleibt eine Tatsache, dass in Kernfragen weiter große Differenzen bestehen."

Am japanischen Aktienmarkt gerieten Hightech-Werte unter Druck, nachdem der US-Halbleiterhersteller Intel mit seinem Quartalsergebnis enttäuscht hatte. So verloren die Titel von Advantest und Tokyo Electron bis zu 2,4 Prozent. Die Papiere von Mitsubishi Heavy Industries stiegen dagegen um mehr als sechs Prozent. Insidern zufolge legt der Industriekonzern die Entwicklung des Regionalfliegers SpaceJet auf Eis, weil die Coronavirus-Pandemie die Absatzaussichten schmälere.

08:40 Uhr

Euro fällt unter 1,18

Der Euro gibt etwas nach. Die Gemeinschaftswährung kostet rund 1,18 Dollar, nachdem sie in der Nacht bis auf 1,1787 Dollar gefallen war. Am Donnerstagabend hatte der Euro noch klar über 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1821 Dollar festgesetzt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Vor dem Wochenende stehen in der Eurozone wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Das britische Forschungsunternehmen Markit veröffentlicht seine Einkaufsmanagerindizes - eine Unternehmensumfrage, die den Stand der konjunkturellen Entwicklung wiedergibt. Angesichts der zunehmend angespannten Corona-Lage wird mit einer Stimmungseintrübung gerechnet.

08:27 Uhr

Zeigt der Dax zum Wochenabschluss eine Gegenreaktion?

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. Am Donnerstag hatte er wegen Spekulationen auf einen erneuten Rückschlag für die Weltwirtschaft durch die grassierende Coronavirus-Pandemie 0,1 Prozent auf 12.543,06 Punkte verloren.

Dieses Thema beschäftigt Börsianer auch weiterhin. Daneben dürften sie sich knapp zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl mit der Nachlese des TV-Duells von Präsident Donald Trump mit seinem Herausforderer Joe Biden befassen. Letzterer habe größere Sieg-Chancen als vor der ersten Debatte Ende September, sagte Matt Miller, Volkswirt des Vermögensverwalters Capital Group. Trumps damaliges rüdes Verhalten habe ihn in Umfragen geschadet.

Zudem hält eine neue Flut von Firmenbilanzen Investoren auf Trab. Unter anderem öffnen der französische Autobauer Renault, die britische Bank Barclays und der US-Kreditkartenanbieter American Express ihre Bücher. Bei den Konjunkturdaten stehen die Barometer zur Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager auf dem Terminplan.

07:49 Uhr

Daimler wird nach starkem Quartal mutiger

Daimler
Daimler 57,36

Mit einem starken dritten Quartal im Rücken traut sich der Autobauer Daimler für dieses Jahr nun wieder etwas mehr zu als bisher. Am Ende werde man zwar bei Absatz und Umsatz weiter unter dem Niveau des Vorjahres landen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen, teilte der Konzern mit. Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise überall unter dem 2019er-Wert zu bleiben.

Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, profitierte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz im dritten Quartal um sieben Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro - das sind sogar 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro hatte Daimler schon vor einer Woche mitgeteilt.

07:23 Uhr

Wall Street schiebt Nikkei an

Die japanische Börse hat am Freitag im Schlepptau der Wall Street zugelegt. Den Anstieg begrenzte allerdings die schwächeren Halbleiterwerte, die von nachbörslich fallenden Intel-Aktien nach unten gezogen wurden. Der weltgrößte Chiphersteller hatte mit seinen Erlösen die Märkte enttäuscht. Vor allem das rückläufige Geschäft mit Rechenzentren setzte dem Konzern zu. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,2 Prozent höher bei 23.524 Punkten.

Nikkei
Nikkei 26.165,59

Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,3 Prozent und lag bei 1624 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,3 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 104,69 Yen und stagnierte bei 6,6807 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9070 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1802 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0708 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3072 Dollar.

06:56 Uhr

Britisches Verbrauchervertrauen bricht ein

Das Verbrauchervertrauen in Großbritannien ist im Oktober bei zunehmenden Corona-Infektionen eingebrochen und hat die Zugewinne der zurückliegenden vier Monate ausgelöscht.

Das vom deutschen Marktforschungsunternehmen GfK ermittelte Konsumbarometer fiel im Oktober um sechs Punkte auf minus 31. Das Ergebnis verfehlt die Prognosen der vom Wall Street Journal befragten Ökonomen, die von einem Rückgang der Konsumentenstimmung auf minus 27 Punkte ausgingen.

Der Index steht derzeit nahe dem niedrigen Niveau der Monate April und Mai mit minus 34, als nach einer ersten Infektionswelle ein strenger landesweiter Lockdown folgte.

Trotz niedriger Inflation, Tiefstzinsen, einem florierenden Wohnungsmarkt und einer Reihe von staatlichen Konjunkturmaßnahmen habe sich mit der Aussicht auf steigende Arbeitslosigkeit die Einschätzung stark eingetrübt, sagte Joe Staton von der GfK.