Mittwoch, 08. April 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
17:05 Uhr

VW holt Mitarbeiter zurück, um China zu beliefern

Der Volkswagen-Konzern will in wenigen Teilen der Komponentenfertigung ab Dienstag nach Ostern den ohnehin bereits laufenden Teilbetrieb erweitern, um die Versorgung der chinesischen Werke abzusichern. Dies betrifft insgesamt 1700 Mitarbeiter an den Komponenten-Standorten Braunschweig, Kassel und Salzgitter sowie Chemnitz und Hannover Komponente, wie der Autobauer mitteilte. In den übrigen Bereichen der Komponente als auch in den fahrzeugbauenden Werken ruhe die Arbeit weiterhin.

Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat hätten jetzt in einer Betriebsvereinbarung Regeln und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten festgeschrieben. In allen Bereichen gälten Mindestabstände und erhöhte Hygienestandards. Wo Abstände von 1,5 Metern nicht möglich sind, erhielten alle Beschäftigten geeignete Schutzausrüstung.

16:29 Uhr

An der Wall Street geht es aufwärts

In der Hoffnung auf ein Abflauen der Coronavirus-Pandemie decken sich Anleger wieder mit US-Aktien ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen um jeweils gut ein Prozent.

Obwohl die USA mit 1800 eine Rekord-Anzahl von Corona-Toten binnen eines Tages zu beklagen haben, sagte Präsident Donald Trump, die Krise nähere sich ihrem Höhepunkt. "Händler versuchen den Tiefpunkt eines Aktienkurses vorherzusagen und Wissenschaftler den Höhepunkt der Pandemie", sagt Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. "Beides führt typischerweise zu jeder Menge Fehlprognosen bis sich eine als die richtige herausstellt."

Zu den Gewinnern am US-Aktienmarkt zählen die Titel von UPS und FedEx mit Kurgewinnen von bis zu 3,7 Prozent. Auftrieb gibt den Paketzustellern Börsianern zufolge die Ankündigung von Amazon, den eigenen Lieferdienst in den USA vorläufig einzustellen. Dem "Wall Street Journal" zufolge wolle der Online-Händler die frei werdenden Ressourcen und Mitarbeiter dazu nutzen, den stark gestiegenen Bestellungen Herr zu werden.

Der Kurs der Papiere von Moleculin verdreifachen sich auf 1,75 Dollar. Die Pharmafirma hatte ermutigende Testergebnisse für ein Corona-Medikament veröffentlicht.

16:07 Uhr

Daimler wirft Produktion wieder an

Daimler will nach vier Wochen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie die Produktion in ersten deutschen Werken ab 20. April wieder anlaufen lassen. So sollen die Antriebswerke Stuttgart-Untertürkheim, Hamburg und Berlin schrittweise wieder arbeiten, wie der Autobauer mitteilt. Die Pkw-Werke Sindelfingen und Bremen sowie die Van-Werke sollen folgen. Es werde zunächst im Ein-Schicht-Betrieb losgehen. Zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sei mit dem Betriebsrat ein umfassendes Maßnahmenpaket vereinbart worden. Zugleich wurde die Kurzarbeit für einen Großteil der übrigen Produktion und der Verwaltung um zwei Wochen bis Ende April verlängert.

15:36 Uhr

Lufthansa baut Sitze aus

In der Coronakrise will kaum noch wer fliegen, dafür wird aber die Luftfracht immer wichtiger. Die Lufthansa plant deshalb den Ausbau ihrer Frachtkapazität, indem sie aus vier Passagierjets des Typs A330 die Sitze ausbaut.

Die Flieger sollen zusätzlich zu den 17 reinen Frachtmaschinen der Lufthansa Cargo und mehreren bereits mit abgedeckten Sitzen genutzten Passagierjets eingesetzt werden, um dringend benötigte Güter nach Deutschland einzuführen. Darunter sind auch Gesichtsmasken und andere medizinische Schutzausrüstung.

Die 17 Frachtflieger der Lufthansa-Tochter Lufthansa Cargo sind in Folge der Corona-Krise ohnehin bereits voll ausgelastet, denn es fehlen für die Ladung die sonst mitgenutzten Kapazitäten der Passagierjets. Auf diese entfallen zu normalen Zeiten rund 50 Prozent der Frachtmenge.

Lufthansa Cargo fliegt Festland-China inzwischen wieder zwei Mal täglich an. Zu Corona-Hochzeiten mit zahlreichen Fabrikschließungen in China war die Zahl der wöchentlichen Umläufe zwischenzeitlich auf fünf gesunken.

Grundsätzlich wird die schnelle Luftfracht vor allem für höherwertige Güter wie Pharmazeutika eingesetzt. Der Preis pro Kilo beträgt zu normalen Zeiten etwa das 40-fache der Seefracht.

14:52 Uhr

Daimler verlängert Kurzarbeit

Daimler will angesichts der andauernden Corona-Krise die Beschäftigten in Deutschland noch länger in Kurzarbeit schicken. "Wir haben vor, die Maßnahme Kurzarbeit in den meisten Werken bis Ende April zu verlängern", sagt Finanzchef Harald Wilhelm. Trotz des Absatzrückgangs im ersten Quartal habe das Unternehmen in allen drei Geschäftsfeldern - Cars/Vans, Truck/Bus und Mobilitätsdienstleistungen - operativ schwarze Zahlen geschrieben. Im ersten Quartal war der Absatz der Kernmarke Mercedes-Benz um fast 15 Prozent weltweit gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken.

Das schon vor der Corona-Pandemie eingeleitete Sparprogramm, mit dem Daimler den tiefgreifenden Umbruch in der Branche bewältigen will, werde durch die Krise beschleunigt, ergänzte Wilhelm, ohne in Details zu gehen.

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14:24 Uhr

"Wirtschaft unter Schock"

"Wirtschaft unter Schock" - das ist der Titel des Frühjahrsgutachtens führender Wirtschaftsforschungsinstitute. Die schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden demnach deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. In der Spitze werde die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Millionen hochschnellen, geht aus dem Frühjahrsgutachten der Institute hervor.

Die Forscher erwarten nun für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 4,2 Prozent, nachdem sie im Herbst noch 1,1 Prozent Wachstum prognostiziert hatten. Für 2021 sagten sie eine Erholung und ein Wachstum von 5,8 Prozent voraus.

Das Gutachten ordnet ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer ein:



13:28 Uhr

Regierung will deutsche Unternehmen schützen

Die Bundesregierung will die Kontrolle ausländischer Investitionen verschärfen - und so in strategisch wichtigen Bereichen die Übernahme deutscher Firmen erschweren. Das Bundeskabinett brachte dazu eine Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes auf den Weg. Investitionen aus Nicht-EU-Staaten sollen umfassender und vorausschauender geprüft werden können. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, das "sehr liberale"Außenwirtschaftsrecht werde mit Blick auf deutsche Sicherheitsinteressen nachgeschärft.

Es gehe zum Beispiel um die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wie Impfstoffen sowie um kritische Infrastrukturen. Dies sind etwa Stromnetze. Altmaier kündigte an, die Bundesregierung werde zeitnah entscheiden, wie die Produktion von medizinischer Ausrüstung wieder stärker nach Europa und Deutschland geholt werden könne.

Die Änderungen waren noch vor dem Ausbruch der Corona-Krise geplant worden. Hintergrund ist etwa, dass die Bundesregierung den Einstieg eines chinesischen Konzerns beim Stromnetzbetreiber 50Hertz nur mit Mühe verhindern konnte.

12:36 Uhr

Zoom wird verklagt

Der in der Coronaviruskrise stark nachgefragte US-Videodienstanbieter Zoom sieht sich mit einer Klage wegen Sicherheitslücken und Datenschutzmängeln konfrontiert. Nun reichte ein Aktionär im US-Bundesstaat Kalifornien eine so genannte Sammelklage ein. Darin wird Zoom vorgeworfen, die Qualität des Datenschutzes zu hoch angegeben sowie nicht öffentlich gemacht zu haben, dass der Dienst nicht durchgehend verschlüsselt ist.

Die zunehmenden Sicherheitsbedenken sowie Berichte über das so genannte Zoombombing, bei denen sich Unberechtigte in Sitzungen einwählen, setzen das Unternehmen unter Druck. Seit einem Allzeithoch Ende März hat die Aktie fast ein Drittel an Wert verloren. Zoom-Chef Eric Yuan versprach vergangene Woche, sich der Probleme anzunehmen. Der Trend zum Home-Office in der Coronavirus-Pandemie hat Zoom Millionen neue Nutzer beschert.

11:53 Uhr

Dax legt Vollbremsung hin

Nach zwei starken Börsentagen ist die Erholung am deutschen Aktienmarkt vorerst beendet. Als Hauptgrund wird genannt, dass sich die Finanzminister der Europäischen Union bisher nicht auf ein milliardenschweres Corona-Hilfspaket für die schwer betroffenen Länder wie Italien und Spanien einigen konnten. Sie vertagten sich auf morgen.

Dax
Dax 12.847,68

Der Dax verliert 1,3 Prozent auf 10.222 Punkte. In den vergangenen beiden Tagen hatte sich der deutsche Leitindex um fast 9 Prozent erholt.

Beim MDax der mittelgroßen Börsentitel ist der Verlust am Mittwoch mit 0,4 Prozent auf 21 464 Zähler moderater. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gibt hingegen mit gut 2 Prozent stärker nach.

Auch an der Wall Street dürfte es zum Handelsbeginn Kursverluste geben. Nach wie vor schauen die Investoren auf die Ausbreitung des Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen. "In New York gibt es Licht am Ende des Tunnels, aber andere Teile der USA sind bedroht", so Aktienstratege Simon Powell von der US-Bank Jefferies. In einigen Bundesstaaten gebe es noch keine Aufforderung an die Bürger, zu Hause zu bleiben. Andere Bundesstaaten hätten die öffentlichen Aktivitäten bislang nur teilweise zurückgefahren.

11:10 Uhr

Piloten werfen Lufthansa "Kaltblütigkeit" vor

In der Corona-Krise streicht die Lufthansa ihre Flotte zusammen. Mindestens 42 Jets der Kerngesellschaft Lufthansa und der Eurowings sollen dauerhaft stillgelegt werden. Zudem soll der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden. Das stößt beim Chef der Pilotengewerkschaft Cockpit auf deutliche Kritik:


10:51 Uhr

BMW will Schutzmasken herstellen

BMW steigt in die Fertigung von Atemschutzmasken ein. "Damit gehen wir die globalen Engpässe aktiv an", sagte Vorstandschef Oliver Zipse bei einem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. "Aktuell sind bereits Produktionsanlagen auf dem Weg zu uns." Um eigene Mitarbeiter und die Allgemeinheit vor dem Coronavirus zu schützen, könne BMW bald mehrere hunderttausend Masken am Tag produzieren.

BMW
BMW 59,50

BMW hat ähnlich wie andere Konzerne bereits 100.000 FFP2-Atemschutzmasken aus eigenen Vorräten an den Staat geliefert und ergänzte diese Spende um weitere 50.000 Masken und eine Million medizinische Handschuhe. In den kommenden beiden Wochen soll eine weitere Million Atemschutzmasken hinzukommen.

BMW hat wie Volkswagen, Daimler und weitere Autobauer infolge der Coronavirus-Pandemie seine Produktion in etlichen Werken gestoppt. "Wir bereiten uns derzeit in Koordination mit unseren Lieferanten darauf vor, den Geschäftsbetrieb sukzessive wieder hochzufahren, sobald die Situation es zulässt", sagte Zipse.

10:18 Uhr

Zoff bei Easyjet

Der Druck auf die Verwaltungsratsmitglieder des Billigfliegers Easyjet seitens des Großaktionärs wächst. Firmengründer Stelios Haji-Ioannou hat nach eigenen Angaben einen zweiten Antrag eingereicht, um zwei Mitglieder des Easyjet-Boards von den Aktionären abberufen zu lassen. Sollte diese Abstimmung nicht ermöglicht werden, werde er die Abberufung weiterer Boardmitglieder fordern, drohte er.

Easyjet
Easyjet 891,20

Am Montag hatte Haji-Ioannou angekündigt, den Rauswurf von Finanzchef Andrew Findlay anzustreben. Das sei die beste Möglichkeit, die Airline davon abzuhalten, trotz der Corona-Pandemie an einer Bestellung von 107 Flugzeugen bei Airbus im Volumen von 4,5 Milliarden Euro festzuhalten. Easyjet hatte geantwortet, dass die Einberufung eines Aktionärstreffens eine wenig hilfreiche Ablenkung von den Herausforderungen sei, vor denen das Unternehmen derzeit stehe.

Haji-Ioannous Familie gehört rund ein Drittel von Easyjet. Er fürchtet, dass der Airline angesichts des milliardenschweren Auftrags das Geld ausgeht. Die britische Fluggesellschaft lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden.

09:37 Uhr

Dax verliert deutlich

Nach zwei starken Börsentagen ist die Erholung am deutschen Aktienmarkt ins Stocken geraten. Die Finanzminister der Europäischen Union konnten sich nicht auf ein milliardenschweres Corona-Rettungspaket einigen. Stattdessen vertagten sie sich auf morgen. Das belastet die Kurse: Der Dax verliert 1 Prozent auf 10.253 Punkte. In den vergangenen beiden Tagen hatte sich der deutsche Leitindex um fast neun Prozent erholt. Der MDax gibt um 0,7 Prozent auf 21.392 Zähler nach.

09:19 Uhr

Streit um EU-Finanzhilfen drückt den Euro

Der Kurs des Euro ist gesunken. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0866 US-Dollar gehandelt, nachdem sie in der vergangenen Nacht an der Marke von 1,09 Dollar gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern Mittag auf 1,0885 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter verweisen als Begründung für den schwächeren Euro auf den Streit über das milliardenschwere Corona-Krisenpaket der Europäischen Union.

08:53 Uhr

Ölpreise erholen sich von ihren Tiefs

Brent Rohöl
Brent Rohöl 42,38

Die Ölpreise setzen ihre Erholung wieder fort. Im asiatischen Handel kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 32,67 US-Dollar und damit 80 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai steigt um 1,34 Dollar auf 24,97 Dollar. In der vergangenen Woche war der Preis für Nordsee-Öl zwischenzeitlich bis auf 35 Dollar gestiegen, um zum Wochenstart wieder nachzugeben.

Der Ölmarkt wird zurzeit durch einen Doppelschock belastet. Neben dem massiven Nachfrageausfall infolge der Corona-Epidemie liefern sich führende Ölnationen seit März einen Preiskrieg.

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(Foto: dpa)

08:30 Uhr

Deutsche Post DHL will 4000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken

Deutsche Post
Deutsche Post 31,69

Der Logistikkonzern Deutsche Post DHL will einem Medienbericht zufolge Kurzarbeit für 4000 Mitarbeiter anmelden. Das berichtete die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Betroffen seien insbesondere Tochterunternehmen aus der Kontraktlogistiksparte, unter anderem zwei Unternehmen, die logistische Dienstleistungen und erste Produktionsschritte für die Autobauer Ford und Audi anbieten. Auch im Geschäft mit Expresslieferungen in Deutschland und in der Speditionssparte soll demnach Kurzarbeit eingeführt werden.

Der Konzern leidet unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie und der schlechten Auftragslage bei vielen Kunden. Sein Gewinnziel für 2020 nahm der Vorstand zurück. Im Paketgeschäft in Deutschland verzeichnet der Konzern jedoch steigende Volumina. Brief- und Paketzusteller seien von den Maßnahmen bisher nicht betroffen, zitierte die "Wirtschaftswoche" aus Unternehmenskreisen. Im Brief- und Paketbereich arbeitet ein Großteil der rund 190.000 Angestellten in Deutschland.

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Im Paketgeschäft in Deutschland verzeichnet der Konzern jedoch steigende Volumina. Bei der Logistik für Industrieunternehmen hingegen gibt es Probleme.

(Foto: picture alliance/dpa)

 

07:53 Uhr

Börsianer: Deutscher Markt mit Vorteilen gegenüber USA

Die Aussichten vor Börsenstart in Frankfurt haben sich aufgehellt: Der Dax wird nun im Plus erwartet. Einerseits dreht auch Asien langsam nach oben. "Andererseits zeigt der Dax nun relative Stärke", so ein Händler.

"Deutschland und Europa liegen in der Pandemie klar vor den USA", sagt der Händler. Damit seien deutsche und europäische Aktien deutlich attraktiver als der US-Markt. In Asien sei das Bild unklarer: Während China die Pandemie überwunden habe, habe Hongkong die Einschränkungen gerade erst verlängert und Japan habe den Notstand ausgerufen.

07:36 Uhr

Streit über Corona-Krisenpaket belastet Euro

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Euro verliert wieder etwas an Wert. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0866 US-Dollar gehandelt, nachdem sie in der vergangenen Nacht an der Marke von 1,09 Dollar gestanden hatte. Marktbeobachter verwiesen als Begründung für den schwächeren Euro auf den Streit über das milliardenschwere Corona-Krisenpaket der Europäischen Union.

In der vergangenen Nacht hatten sich die EU-Finanzminister zunächst nicht einigen können. Noch sei nichts vereinbart und es sei immer noch unklar, ob eine Lösung erzielt werde, hieß es am frühen Morgen aus Verhandlungskreisen. Die per Videokonferenz geführten Verhandlungen seien in der Nacht immer wieder unterbrochen worden, um neue Dokumente und Formulierungen zu besprechen.

07:22 Uhr

Dax startet wohl schwächer - Erholung auf Prüfstand

Dax
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Die schwachen Vorlagen der US-Börsen dürften heute auch in Europa zu anfänglichen Verlusten führen. Dax und Euro-Stoxx-50 werden gut 1,0 Prozent niedriger erwartet. In den USA hat sich der Dow unter dem Strich zwar kaum verändert, er hat aber fast 1000 Punkte unter seinem Tageshoch geschlossen. In Asien setzt sich am Morgen keine einheitliche Tendenz durch.

"Die Erholung steht vor einem ersten Lackmus-Test", sagt ein Marktteilnehmer. Die Tagestendenz hänge vermutlich erneut von den Zahlen zu den Neuerkrankungen ab. Sollte die Dynamik der Pandemie weiter nachlassen, könnte der Markt wieder ins Plus drehen. Denn dann sei ein baldiges schrittweises Ende des Shutdowns in Sicht.

06:46 Uhr

Massives Konjunkturpaket stützt Tokios Börse

Nach dem Beschluss eines umgerechnet 108,2 Billionen Yen (rund 919 Milliarden Euro) schweren Konjunkturpakets der japanischen Regierung gegen die Corona-Krise hat die Börse in Tokio Gewinne verbucht. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg bis Mittag um 0,5 Prozent auf 19.039 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index notierte kaum verändert bei 1403 Zählern.

Die japanische Regierung stemmt sich mit den Konjunkturhilfen gegen eine drohende tiefe Rezession und nimmt dafür noch weit mehr Geld in die Hand als im Krisenjahr 2009: Damals wurden 56 Billionen Yen lockergemacht, um die Konjunktur in der Finanzkrise flottzumachen. Die Regierung sieht in der Virus-Pandemie die "größte Krise" für die Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg.

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(Foto: dpa)