DAX-Anleger schauen sehr genau hin
Am deutschen Aktienmarkt geht es zur Wochenmitte nach der Aufwärtsbewegung der vergangenen Handelstage abwärts. Der DAX beendet den Handel mit einem Minus von 0,2 Prozent und einem Kurs von 13.666 Punkten. Die Zurückhaltung der Anleger erklären Händler auch mit der Gewinnstrecke um 1700 Punkte im deutschen Börsenleitindex. Für die Einzelwerte liefert die Flut der Quartalszahlen der Unternehmen die Impulse. Zudem warten Marktteilnehmer weiter auf das Ergebnis der US-Zwischenwahlen. Aus Marktsicht kann man mit den bisher bekannten Ergebnissen der Wahlen durchaus zufrieden sein.
"Der DAX hielt sich relativ stabil", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Raimund Brichta. "Der Einfluss der US-Wahlen ist eher zu vernachlässigen heute", erläutert er. "Die Anleger schauen eher auf die Berichte einiger DAX-Konzerne."
Adidas etwa kommt mit einer weiteren Gewinnwarnung um die Ecke. Die Aktien geben aber nur kurz nach, der Kurs drehte schnell ins Plus, gewinnt rund vier Prozent. Denn wirklich überraschend kommt der erneut gesenkte Ausblick nicht, resultiert er doch vornehmlich aus dem Ende der Yeezy-Partnerschaft mit Kanye West. Laut Teilnehmern liegt der Fokus ohnehin auf dem jüngsten CEO-Wechsel. Die Erwartungen an Björn Gulden seien hoch, genauso allerdings auch die Herausforderungen.
Die Quartalszahlen des DAX-Neulings Brenntag sind sowohl auf der Umsatz- als auch der Ergebnisseite besser als erwartet ausgefallen. Die Prognose wurde zwar nur bestätigt, das Unternehmen sieht das EBITDA im laufenden Jahr nun aber am oberen Rand der Spanne von 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro. Wichtiger als die Zahlen selbst könnte der Kapitalmarkttag am Donnerstag werden. Auf diesem könnte Brenntag laut Baader Mittelfristziele veröffentlichen sowie eine neue Digitalstrategie vorstellen. Brenntag-Titel legen knapp ein Prozent zu.
Als "leicht positiv" kommentiert ein Marktteilnehmer das Zahlenwerk von Siemens Healthineers. Die Geschäftszahlen lägen in der Breite leicht über den Prognosen. Zwar habe der Konzern nun die Ziele für die Diagnostiksparte gesenkt: "Trotzdem sieht das Ziel eines bereinigten Gewinns von 2 Euro bis 2,20 Euro im neuen Geschäftsjahr gut aus", sagt er. Der Markt rechne hier lediglich mit knapp 2 Euro. Der Kurs steigt mehr als drei Prozent.
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Conti erhält Milliardenauftrag
Der Autozulieferer Continental hat einen Auftrag im Wert von zwei Milliarden Euro für ein neues Bremssystem aus den USA an Land gezogen. Der Konzern werde bei einem nordamerikanischen Automobilhersteller den Wechsel von einem rein hydraulikbetriebenen Bremssystem zu einem halbtrockenen System einleiten, teilt das Unternehmen mit. Die Future Brake von Continental verwendet an der Hinterachse elektromechanische Bremsen, die ohne Bremsflüssigkeit auskommen. An der Vorderachse werden die Bremsen weiterhin hydraulisch betätigt. Den Namen des Auftraggebers verriet Continental nicht. Branchenkreisen zufolge soll es sich um Ford handeln.
Mit 1,5 Milliarden Euro wird der Großteil der Auftragssumme im dritten Quartal verbucht, für das Continental am Donnerstag Geschäftszahlen vorlegt. Das neue System wurde für batteriegetriebene Autos entwickelt, bei denen der E-Motor einen Teil der Bremsung übernimmt und so Energie zurückgewinnt.
Bayer-Aktien bleiben unter Abgabedruck
Bayer bleiben am Tag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen unter Abgabedruck und verlieren 3,4 Prozent. Diese hatten die Anleger nicht überzeugt. Belastend wirkten am Berichtstag auch einige negative Analystenstimmen, heißt es im Handel.
Eon: Deutschland droht Wasserstoff-Wettlauf zu verlieren
Um fast 20 Prozent klettert dieser SDAX-Wert
Ein Umsatz- und Gewinnplus ermuntert Anleger zum Einstieg bei Heidelberger Druck. Die Aktien des Druckmaschinen-Herstellers steigen um gut 20 Prozent, so stark wie zuletzt vor drei Monaten. Die überraschend starken Quartalsergebnisse schürten Hoffnungen, dass das Unternehmen seine Gesamtjahresziele erreichen oder sogar übertreffen wird, kommentiert Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Helvea Bank.
Meta-Aktien ziehen nach oben
Nach den angekündigten massiven Stellenstreichungen bei Meta legen die Aktien des US-Technologiekonzerns mehr als vier Prozent zu. "Der Markt applaudiert im Moment, dass Meta mehr Stellen abbaut, aber die Kehrseite davon ist, dass die Zahlen nicht stimmen, sie sind nicht großartig", sagte Ken Mahoney, Chef des Vermögensverwalters Mahoney Asset Management. Seit Vorlage der Quartalsbilanz im vergangenen Monat haben die Aktien des Facebook-Mutterkonzerns mehr als 20 Prozent verloren, seit Jahresbeginn liegt das Minus bei rund 71 Prozent. Damit sind sie der zweitschwächste Wert im S&P 500.
Streamingkosten bremsen Disney-Kurs aus
Hohe Kosten für den Aufbau des Streaming-Geschäftes bereiten Anlegern von Walt Disney Bauchschmerzen. Die Aktien des Unterhaltungskonzerns brachen um mehr als elf Prozent ein. Eine schwächer als erwartet ausgefallene Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr zog die Aktien ebenfalls nach unten.
Schwächerer Wall-Street-Auftakt
Mit Blick auf das enge Rennen zwischen Demokraten und Republikanern bei den US-Zwischenwahlen haben sich die Anleger an der Wall Street am Mittwoch vorerst zurückgezogen. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 verlieren je rund 0,8 Prozent auf 32.922 und 3799 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt 1,1 Prozent auf 10.503 Zähler nach. Noch liegen nicht alle Ergebnisse der US-Zwischenwahlen vor. Derzeit verfügen die Demokraten von Joe Biden über ein knappes Übergewicht sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus, könnten aber zumindest in Letzterem ihre Mehrheit an die Republikaner verlieren. Die Kontrolle über den US-Senat könnte sich möglicherweise erst am 6. Dezember entscheiden, da sich im Bundesstaat Georgia eine Stichwahl abzeichnet.
Anleger strafen Coba ab
Commerzbank verlieren zeitweise mehr als sechs Prozent. Die Zahlen liegen klar unter Vorjahr, und die Profitabilität ist verglichen mit den Wettbewerbern niedrig, so ein Marktteilnehmer. Daneben könnten sich einige Anleger an Details stören. So ist der bereinigte Gewinn vor Rückstellungen unter der Konsensschätzung ausgefallen.
Commerzbank
Biden kann keine großen Sozialprogramme auflegen
US-Präsident Joe Biden wird wegen der sich abzeichnenden republikanischen Mehrheit im US-Repräsentantenhaus nach Einschätzung der Commerzbank-Volkswirte Bernd Weidensteiner und Christoph Balz keine größeren Sozialprojekte mehr durchsetzen können. "Dies muss allerdings nicht unbedingt nachteilig für die USA sein, schließlich spricht die Haushaltslage nicht gerade für weitere schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme", schreiben sie in einem Kommentar. Sie machen außerdem darauf aufmerksam, dass der Republikaner Ron DeSantis die Gouverneurswahl in Florida mit 20 Prozentpunkten Vorsprung vor seinem demokratischen Herausforderer gewonnen habe. "Für den ehemaligen Präsidenten Trump ist dies eine schwierige Situation, denn nun droht ihm ein ernsthafter Konkurrent im eigenen Lager", urteilen sie.
Dieser Wert ist im DAX am gefragtesten
Nach einigem Zögern steigen Anleger bei Siemens Healthineers ein. Die Aktien der Medizintechnik-Firma steigen 2,5 Prozent, nachdem sie zur Eröffnung um bis zu 1,7 Prozent gefallen waren. Das Quartalsergebnis habe über den Markterwartungen gelegen, schreiben die Analysten von JPMorgan. Außerdem kündigte Healthineers den Umbau der Diagnostik-Sparte und des milliardenschweren Zukaufs Corindus an.
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Warum der Dow Jones vor Wahlen häufig gut läuft
Umtausch-Anleihe macht Evonik zu schaffen
Eine 500 Millionen Euro schwere Umtausch-Anleihe des Mehrheitsaktionärs RAG Stiftung schickt Evonik auf Talfahrt. Die Aktien des Chemiekonzerns fallen mehr als vier Prozent. Die RAG-Schuldverschreibungen können in Evonik-Anteilsscheine getauscht werden. Die Einnahmen will RAG dazu nutzen, bestehende Anleihen zurückzukaufen.
DAX-Konzern "prüft Rolle von Corindus"
Siemens Healthineers will den milliardenschweren Zukauf Corindus neu ausrichten. "Wir prüfen die Rolle von Corindus innerhalb von Healthineers", sagt Vorstandschef Bernd Montag. Der Anbieter von robotergestützten Systemen für minimalinvasive Gefäß-Operationen könnte künftig stärker auf die Neurologie, also etwa Schlaganfall-Behandlungen, ausgerichtet werden, weil das mehr Erfolg verspricht. Bisher liegt der Schwerpunkt von Corindus in der Kardiologie, also bei Herzoperationen.
Der Medizintechnik-Konzern hatte das junge Unternehmen 2019 für 1,1 Milliarden Dollar gekauft, um das kleinste Geschäftsfeld Advanced Therapies zu stärken. Corindus schreibt allerdings noch Verluste. Finanzvorstand Jochen Schmitz sagte vor Analysten, die Investitionen in Corindus lasteten auf der Rendite der Sparte.
Diese Aktie stürmt an die MDAX-Spitze
Im Rahmen eines Teil-Ausstiegs bei der Tochter Vantage Towers will Vodafone gemeinsam mit zwei Finanzinvestoren die restlichen Aktionäre des Mobilfunkmasten-Betreibers herauskaufen. Hierzu biete das Konsortium 32 Euro je Vantage-Aktie, teilten KKR und Global Infrastructure Partners (GIP) mit. Die für die Transaktion gebildete Holding Oak BidCo strebe an, Vantage mittelfristig von der Börse zu nehmen.
An dem Gemeinschaftsunternehmen soll Vodafone künftig mindestens 50 Prozent halten. KKR und GIP kämen auf bis zu 50 Prozent. Damit reduziert der Mobilfunker seine Beteiligung an einem der größten europäischen Funkmasten-Betreiber, der dem Datenanbieter Refinitiv zufolge aktuell bei knapp 82 Prozent liegt. Vantage-Towers-Aktien legen zeitweise knapp zehn Prozent zu und sind damit stärkster Gewinner im MDAX.
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Verluste von US-Kinokette vergraulen Anleger
Aktien der US-Kinokette AMC Entertainment geraten nach einem ausgeweiteten Quartalsverlust unter Druck. Die Papiere geben vorbörslich an der Wall Street 4,5 Prozent nach. Das Unternehmen verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von 226,9 Millionen Dollar nach 224,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Weniger Blockbuster-Filme führten AMC zufolge zu geringeren Zuschauerzahlen. AMC waren als "Meme"-Wert in den Fokus der Anleger weltweit geraten, bei denen sich Kleinanleger in Internet-Foren gegenseitig zu konzertierten Transaktionen verabreden und dadurch Kurskapriolen auslösen.
Honda glänzt mit mehr Gewinn
Ein starkes Motorradgeschäft und Preiserhöhungen haben dem japanischen Autobauer Honda auf die Sprünge geholfen und den Vorstand zuversichtlicher gestimmt. Trotz der Halbleiterknappheit im Auto-Geschäft schaffte der Konzern im zweiten Quartal seines Bilanzjahres einen Anstieg des Betriebsgewinns um 16 Prozent auf 231,2 Milliarden Yen - 1,6 Milliarden Euro, wie Honda mitteilt. Der Vorstand hob daher seine Prognose an und erwartet nun in dem im März endenden Gesamtjahr einen Betriebsgewinn von 870 Milliarden Yen statt 830 Milliarden. Wegen der Chip-Knappheit und Corona-Ausbrüchen musste Honda in zwei japanischen Fabriken seine Produktion zeitweise herunterfahren. Die weltweite Fahrzeugproduktion ging in den ersten sechs Monaten um 6,1 Prozent zurück, während die Inlandsproduktion um 5,5 Prozent zulegte.
Diese deutsche Tech-Aktie kommt unter die Räder
Hohe Aufwendungen machen Evotec zu schaffen. Das bereinigte EBITDA fiel laut der Citigroup mehr als 6 Prozent unter der Schätzung aus. Die Umsätze entsprechen zwar den Erwartungen der Analysten, liegen allerdings 4 Prozent unter den Konsensschätzungen. Der Ausblick wurde bestätigt. Für die Aktien geht es mehr als acht Prozent abwärts.
Wall Street vor kleineren Gewinnmitnahmen
Nach der jüngsten Gewinnserie dürften die Anleger in den USA etwas Geld vom Tisch nehmen. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten eine etwas leichtere Eröffnung am Kassamarkt an. Erneut dürfte eine abwartende Haltung dominieren. Denn zum einen sind die am Dienstag bei der Zwischenwahl abgegebenen Stimmen noch nicht vollständig ausgezählt. Und zum anderen werden am Donnerstag die mit Spannung erwarteten Verbraucherpreisdaten aus dem Oktober veröffentlicht. Die Akteure hoffen auf ein Nachlassen des Inflationsdrucks, was der Fed ermöglichen würde, das Tempo ihrer geldpolitischen Straffung zu drosseln.
Heute werden keine Konjunkturdaten von Rang veröffentlicht. Dafür muss der Markt eine Reihe von Unternehmenszahlen verarbeiten. Unter anderem hat Disney mit Umsatz und Ergebnis die Erwartungen verfehlt, was die Aktie im vorbörslichen Handel um fast 8 Prozent drückt. Die A-Aktie von News Corp bricht um 9,3 Prozent ein. Bei dem Medienkonzern, zu dem auch diese Nachrichtenagentur gehört, ging der Umsatz im Berichtsquartal leicht zurück, während der Nettogewinn um rund 80 Prozent schrumpfte, wobei besonders das Buchverlagsgeschäft schwächelte.
Turbulenzen bei Kryptowährungen - nun eine Stabilisierung?
Die Märkte für Digitalgeld haben sich zur Wochenmitte nach dem Kursschock vom Dienstag stabilisiert. Der Bitcoin als marktgrößte und älteste sogenannte Kryptowährung kostet rund 18 000 US-Dollar. Am Dienstag war der Kurs nach erheblichen Verlusten auf rund 17 000 Dollar eingebrochen. Das war der tiefste Stand seit zwei Jahren. Auch andere Kryptowährungen wie Ether wurden mit nach unten gezogen, stabilisierten sich am Mittwoch aber ebenfalls.
Auslöser der Turbulenzen waren neuerliche Sorgen um die Stabilität des vergleichsweise jungen Sektors. Nach Berichten über Liquiditätsprobleme beim großen Handelsplatz FTX kündigte der Rivale Binance die teilweise Übernahme des Konkurrenten an. Demnach soll es bei FTX zu erheblichen Mittelabflüssen seitens Anlegern gekommen sein. Der FTX-eigene Kryptowert FTT ist seither drastisch um etwa 70 Prozent eingebrochen.
Chip-Gigant plant neue Fabrik
Der weltgrößte Auftrags-Chiphersteller TSMC plant einem Zeitungsbericht zufolge milliardenschwere Investitionen für den Bau einer hochmodernen Halbleiterfabrik in Arizona. Die Errichtung der Fabrik nördlich von Phoenix solle in den kommenden Monaten angekündigt werden, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der Umfang der Investitionen für die Anlage, in der 3-Nanometer-Chips hergestellt werden sollen, dürfte etwa zwölf Milliarden Dollar betragen. Bei TSMC war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Reuters hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass der Konzern den Bau weiterer Chipfabriken neben seiner bereits bestehenden in Arizona plant.
Apple-Zulieferer setzt Corona-Lockerungen nicht um
Der Apple-Zulieferer Foxconn hält trotz der Corona-Lockerungen in Zhengzhou an den Maßnahmen an seinem Werk dort fest. Der geschlossene Betrieb in der iPhone-Fabrik solle aufrechterhalten bleiben, teilt Foxconn mit. Die Wirtschaftszone von Zhengzhou erklärte am Mittwoch, dass der siebentägige Lockdown in der Gegend aufgehoben wurde. Bestimmte Einschränkungen in Gebieten mit mittlerem bis hohem Risiko - also etwa an Orten, an denen kürzlich Fälle festgestellt wurden - blieben aber bestehen. Foxconn, das für 70 Prozent der weltweiten iPhone-Produktion verantwortlich ist, hat wegen der Beschränkungen mit einer hohen Unzufriedenheit unter seinen Mitarbeitern zu kämpfen. Mehrere Arbeiter haben das Werk verlassen, Apple rechnet wegen der Produktionsbeeinträchtigungen mit geringeren Auslieferungen beim iPhone 14.
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Starke Nachfrage kurbelt Gewinn von Stahlkonzern an
Der Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine hat im ersten Halbjahr 2022/23 dank einer guten Nachfrage und höheren Preisen einen Gewinnsprung hingelegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich von April bis Ende September um 42 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Nach Steuern habe sich der Gewinn um 47,2 Prozent auf 715,1 Millionen Euro erhöht. Die Erlöse kletterten um 36,6 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro.
Für die zweite Geschäftsjahreshälfte erwartet der Konzern eine Abkühlung der weltweiten Konjunktur. Die größten Herausforderungen sieht Vorstandschef Herbert Eibensteiner in Europa, während der Abschwung in Nordamerika in den nächsten Monaten noch überschaubar bleiben sollte. In dem für die Voestalpine wichtigen Automobilbereich sei bis zum Ende des Geschäftsjahres keine Verbesserung der Nachfrage zu erwarten. Aufgrund der bisher guten Entwicklung wurden die Ziele für das Gesamtjahr erst im Oktober nach oben geschraubt. Das Ebitda wird 2022/23 zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro erwartet.
Deutscher Traditionskonzern setzt mehr um
Der Motorenbauer Deutz hat in den ersten neun Monaten des Jahres seinen Absatz und Umsatz gesteigert. Deutz habe 169.352 Motoren verkauft - ein Plus von 16,5 Prozent, teilt das Unternehmen mit. Im Gesamtjahr sollen es 175.000 bis 185.000 sein. Der Umsatz sei um 19 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Deutlich angezogen habe die Nachfrage in Amerika, wo insbesondere elektrische Bootsmotoren gefragt seien. Hinzu komme, dass der Konzern Belastungen aus Lieferengpässen und höheren Materialpreisen zunehmend an seine Kunden weitergeben könne. Die bereinigte Ergebnismarge sei um 2,1 Prozente auf 4,7 Prozent verbessert worden. Im Gesamtjahr peilt Deutz einen Wert zwischen 4,5 und fünf Prozent an.
"Pause von Negativnachrichten ist noch keine Trendwende"
Eon- Ausblick im Fokus
Eon hat wenig spektakuläre Neunmonatszahlen vorgelegt. Das EBITDA ist laut RBC leicht über der Marktschätzung ausgefallen. Im Fokus dürfte aber der Ausblick liegen. Das EBITDA-Ziel für das laufende Jahr sei zwar mit 7,6 bis 7,8 Milliarden Euro bestätigt worden, allerdings sei das Kern-EBITDA-Ziel um 3 Prozent reduziert worden, so die Analysten. Hintergrund sei die gesenkte Prognose für das Netzgeschäft. Das könnte die Aktie am Berichtstag belasten. Eon-Titel büßen etwa zwei Prozent ein.
ABN Amro profitiert von Zinspolitik
Das niederländische Bank ABN Amro hat ihren Nettogewinn im dritten Quartal dank steigender Zinsen und niedrigerer Wertberichtigungen mehr als verdoppelt. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 743 Millionen Euro von 343 Millionen vor Jahresfrist, wie das Unternehmen mitteilt. Damit übertraf ABN Amro deutlich die Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinnrückgang auf 323 Millionen Euro gerechnet hatten. Das Geldhaus profitierte auch von einem Buchgewinn aus Veräußerungen und Auflösungen früherer coronabezogener Rückstellungen. Steigende Zinsen dürften die Margen zwar weiter nach oben treiben, ABN-Amro-Chef Robert Swaak erklärte allerdings, die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung sei nach wie vor groß. "Wir rechnen mit einer Konjunkturabschwächung."
Beben auf dem Kryptomarkt
Nissan rast zu Gewinnsprung
Nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal hat der japanische Autobauer Nissan wie auch Rivale Honda seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Betriebsgewinn stieg im Zeitraum Juli bis September um 45 Prozent auf 91,7 Milliarden Yen - etwa 625,3 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilt. Als Gründe für den Gewinnsprung nannte der Vorstand Kostensenkungen und den Absatz margenstärkerer Modelle. Daher hob er für das Gesamtjahr seine Prognose an und erwartet nun einen Betriebsgewinn von 360 Milliarden Yen statt 250 Milliarden. Analysten hatten mit 335,13 Milliarden Yen gerechnet.
Krones verstärkt sich mit Zukauf
Der Abfüllanlagenbauer Krones stärkt sein Geschäft außerhalb der Getränkeindustrie mit einem Zukauf in den USA. Für einen mittleren zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag kauft der Weltmarktführer 80,5 Prozent der R+D Custom Automation (R+D) aus Wisconsin, wie Krones mitteilt. Für die restlichen Anteile hat Krones eine Kaufoption. R+D liefert Anlagen zur Herstellung und Befüllung von Behältern für die Pharmaindustrie. Mit rund 60 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2021 einen Umsatz von 43 Millionen Dollar. "Durch den Zukauf stärkt Krones seine Aktivitäten im attraktiven und überdurchschnittlich stark wachsenden Life Science- und Pharma-Markt", erklärte der neue Eigentümer.
DAX-Konzern plant Sparmaßnahmen
Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers baut die Diagnostik-Sparte um und hofft bis 2025 auf Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Die Zahl der Laborstraßen-Plattformen solle nach der Einführung der "Atellica"-Plattform schneller als bisher geplant reduziert werden, teilt Siemens Healthineers mit. Atellica soll drei alte Systeme ablösen, die überwiegend durch Zukäufe zu der Siemens-Tochter gekommen waren. Um die Einsparungen zu erreichen, seien jedoch zunächst Einmalkosten zu erwarten. Laut Unternehmenskreisen sind mit dem Umbau auch ein Stellenabbau und die Aufgabe von Standorten verbunden.
Zugleich senkt Siemens Healthineers die Ziele für die Labor-Sparte: Bis 2025 sei ein vergleichbares Umsatzwachstum von drei bis fünf (bisher: vier bis sechs) Prozent pro Jahr zu erwarten. Die bereinigte Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge) werde bis 2025 nur acht bis zwölf statt der bisher erhofften rund 15 Prozent betragen.
"Am Tag nach den Midterms geht es bergauf"
Midterms als DAX-Taktgeber
Der DAX startet mit Verlusten ins Mittwochsgeschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert zunächst 0,3 Prozent im Minus mit Kursen um 13.652 Punkte. Der DAX-Future hatte zuvor zeitweise noch im Plus gelegen. Händler verweisen darauf einen fehlenden Durchmarsch der Republikaner bei den Mid Terms. "Es zeichnet sich kein klares Ergebnis ab, das sorgt für Unsicherheit", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Der Letindex tut sich heute etwas schwer."
Sixt verdoppelt Gewinn gegenüber Vor-Krisen-Zeit
Die Erholung von der für die Autovermieter einschneidenden Corona-Krise hat Sixt längst abgehakt. Inzwischen verdient das Unternehmen sogar fast doppelt so viel wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres lag der Vorsteuergewinn bei 506,3 Millionen Euro, knapp 60 Prozent mehr als 2021 und 95 Prozent mehr als im Jahr 2019, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz legte verglichen mit dem Vorjahr um gut zwei Fünftel zu auf 2,32 Milliarden Euro. Beim Umsatz profitierte Sixt zudem vom starken Dollar: Für die Pullacher sind die USA inzwischen der größte Einzelmarkt.
Finanzvorstand Kai Andrejewski sprach von einem anhaltend positiven Marktumfeld hinsichtlich Nachfrage und Preisen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben damit, dass der Gewinn am oberen Ende der Spanne von 500 bis 550 Millionen Euro liegen wird.
Im vorbörslichen Handel legten die Aktien 1,4 Prozent zu. Sixt profitierte zuletzt von der zurückkehrenden Reiselust nach der Pandemie und zugleich der Auto-Knappheit, was die Preise für Mietwagen nach oben treibt.
US-Midterms "können Katalysator für Börse sein"
Laut Deutscher Bank haben seit dem Zweiten Weltkrieg nach US-Zwischenwahlen die Börsen immer zugelegt. Diesmal allerdings könnte alles anders kommen als gewohnt. ntv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf hat die Details.
Euro gibt am Morgen leicht nach
Der Euro gibt im frühen Handel leicht nachgegeben.
Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,0060 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch etwas tiefer auf 0,9996 Dollar festgesetzt.
An den Finanzmärkten stehen die Zwischenwahlen in den USA im Mittelpunkt. Bei den sogenannten Midterms ist die prognostizierte Erfolgswelle der Republikaner nach ersten Ergebnissen wohl ausgeblieben. Insbesondere das Rennen um die Mehrheit im Senat, der zweiten Kammer des Kongresses, scheint sehr eng zu sein. Die Reaktion an den Börsen ist bisher eher verhalten.
Zwischenwahlen machen auch DAX-Anleger skeptisch
Mit einem kleineren Rücksetzer an den europäischen Börsen rechnen Marktteilnehmer zum Handelsstart heute.
Der DAX wird vorbörslich 0,4 Prozent niedriger errechnet bei knapp 13.640 Punkten, im Euro-Stoxx-50 sieht es ähnlich aus. Zum einen gilt ein Rücksetzer nach der Gewinnstrecke um 1.700 Punkte im DAX als normal. Zum anderen warten Marktteilnehmer weiter auf das Endergebnis der US-Zwischenwahlen, der sogenannten Midterms.
"Ein Durchmarsch der Republikaner zeichnet sich nicht ab", so ein Marktteilnehmer. Der Senat könnte möglicherweise weiter von den Demokraten dominiert werden, meint er. Und im Repräsentantenhaus komme es wohl nur zu einer vergleichsweise knappen republikanischen Mehrheit. "Generell bleibt aber noch alles offen und damit bleibt die Unsicherheit", sagt er.
Bei der Deutschen Bank heißt es zwar, seit dem Zweiten Weltkrieg habe der S&P-500 jeweils ein Jahr nach den Zwischenwahlen stets höher notiert. Die Analysten fragten sich aber, ob von den bisher 19 Zwischenwahlen in der Nachkriegszeit jemals welche in einer vergleichbaren Situation stattgefunden hätten, in der die Aussicht auf weiter steigende Zinsen und eine Rezession im kommenden Jahr die Börsen belaste.
Ölpreise sinken leicht
Die Ölpreise sind im frühen Handel leicht gefallen.
Ein Barrel Brent kostet 95,13 US-Dollar. Das sind 23 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fällt um 32 Cent auf 88,59 Dollar.
Nach Abschlägen am Vortag halten sich die Preisbewegungen zur Wochenmitte zunächst in Grenzen. Belastet wurden die Preise zuletzt durch enttäuschte Hoffnungen auf eine Lockerung der strengen Corona-Politik Chinas. Die teils drastischen Maßnahmen stellen eine erhebliche Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dar.
Als Gegenpol fungiert die Förderpolitik des Erdölverbunds Opec+. Die rund 20 Länder haben ihre Produktion zum Monatsbeginn reduziert. Dies ist eine Reaktion auf die teils deutlichen Preisabschläge in den vergangenen Monaten - die allerdings auf hohem Niveau erfolgt sind. Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen vornehmlich westlicher Länder gegen Russland hatten die Preise zuvor stark getrieben.
Ohne Kanye West läuft's nicht bei Adidas
Adidas schraubt nach dem Aus der Partnerschaft mit Yeezy seine Prognose zum dritten Mal in wenigen Monaten herunter.
Das Unternehmen rechnet nun nur noch mit einem Gewinn im fortgeführten Geschäft im Gesamtjahr von 250 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt nur noch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, teilte Adidas mit. Dabei sei mit einberechnet, dass das Adidas-Yeezy-Geschäft stark saisonabhängig auf das vierte Quartal ausgerichtet sei. Noch im Oktober hatte Adidas einen Gewinn von 500 Millionen Euro und ein Umsatzplus von fünf Prozent vorhergesagt.
Die Herzogenauracher hatten die Partnerschaft mit dem umstrittenen Rapper Kanye West, der sich inzwischen Ye nennt, nach antisemitischen Äußerungen beendet.
Der bisherige Puma-Chef Björn Gulden soll nun das Ruder bei dem Nike-Konkurrenten herumreißen. Gulden übernimmt den Spitzenposten von Kasper Rorsted am 1. Januar.
Commerzbank peilt Milliardengewinn an
Die Commerzbank steuert trotz eines Gewinneinbruchs im dritten Quartal in diesem Jahr weiter auf einen Überschuss von mehr als einer Milliarde Euro zu.
In den ersten neun Monaten verdiente das Institut ungeachtet hoher Belastungen in Polen unter dem Strich bereits 963 Millionen Euro, wie es am Morgen mitteilte. Das war mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Dank der gestiegenen Zinsen erwartet Vorstandschef Manfred Knof in diesem Jahr einen Anstieg des Zinsüberschusses auf mehr als sechs Milliarden Euro.
Im dritten Quartal zehrten allerdings die bereits bekannten Belastungen rund um die Schweizer-Franken-Kredite bei der polnischen Tochter mBank am Gewinn des MDax-Konzerns. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen der Bank - gingen um rund sechs Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro zurück. Zudem legte das Institut fast viermal so viel Geld für drohende Kreditausfälle zurück wie im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verdiente die Commerzbank 195 Millionen Euro, knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor.
Eon schreibt weitere halbe Milliarde an Nord Stream ab
Einst stand die Beteiligung von Eon an Nord Stream mit einem Wert von 1,2 Milliarden Euro in den Büchern des Konzerns, genauer gesagt in der Pensionskasse:
Der Energiekonzern hat den Wert seines Anteils an der leckgeschlagenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 auf nun noch 100 Millionen Euro reduziert, teilte Eon mit. Ursache seien die Beschädigungen an beiden Strängen der Röhre seit dem 26. September aus bisher ungeklärten Umständen. Eon hatte bereits nach dem ersten Halbjahr den Wert auf 500 Millionen Euro von zuvor 1,2 Milliarden Euro reduziert.
Nach den ersten neun Monaten dieses Jahres bestätigte Eon seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Konzern erwarte unverändert ein bereinigtes Ebitda in der Spanne von 7,6 bis 7,8 Milliarden Euro nach zuletzt 7,9 Milliarden. Von Januar bis Ende September ging dies um drei Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum habe der Versorger einen positiven Sondereffekt verbucht, sodass der Rückgang erwartet worden sei. Größter Gewinnbringer sei das Netzgeschäft gewesen, das sein operatives Ergebnis auf 4,1 Milliarden Euro nach zuvor 3,9 Milliarden Euro gesteigert habe.
Chemikalienhändler Brenntag boomt
Der Chemikalienhändler Brenntag hat im dritten Quartal trotz steigender Energiepreise und angespannter Lieferketten einen Wachstumssprung geschafft.
Bei einem Umsatzanstieg um 36,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro schnellte das operative Ergebnis (Ebitda) um über ein Drittel auf 41,6 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Vorstandschef Christian Kohlpaintner erklärte, im Gesamtjahr unverändert beim Ebitda das obere Ende der Prognosespanne von 1,750 bis 1,850 Milliarden Euro anzupeilen.
"Nach sehr starken Ergebnissen in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 und angesichts des Feedbacks von Kunden und Lieferanten ist Brenntag zuversichtlich, die solide Ertragslage auch im vierten Quartal 2022 aufrechtzuerhalten", hieß es. Dabei würden auch die "ausgezeichneten" Beziehungen zu den Lieferanten und Kunden helfen.
Erzeugerpreise fallen - China im Abschwung
Die chinesischen Erzeugerpreise sind im Oktober erstmals seit zwei Jahren gesunken. Der Erzeugerpreisindex (PPI) sank im Jahresvergleich um 1,3 Prozent, nachdem er im Vormonat noch um 0,9 Prozent gestiegen war, teilte das nationale Statistikbüro (NBS) mit. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage ein Rückgang um 1,5 Prozent erwartet. In dem Abschwung der Erzeugerpreise spiegelten sich zum Teil die stark gestiegenen Vorjahreswerte und die sinkenden Rohstoffpreise wider, heißt es in einer Erklärung des NBS zu den Daten.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag damit unter dem 29-Monats-Hoch von 2,8 Prozent im September, was vor allem auf die sinkenden Lebensmittelpreise zurückzuführen war. Der Anstieg fiel geringer aus als die von den Analysten prognostizierten 2,4 Prozent.
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamt, was auf die strenge Null-Corona-Politik zur Eindämmung des Virus zurückzuführen ist, die auch drei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie die Lieferketten beeinträchtigt und sich auf die Produktion und den Verbrauch durchschlägt.
Weitere Lockdowns? Asien-Anleger bleiben vorsichtig
Die US-Zwischenwahlen und schwache chinesische Erzeugerpreise schlagen auf die Investitionsfreude der Anleger in Asien. Die Börsianer trauten sich in Erwartung eines möglichen Machtwechsels in beiden US-Kammern nicht aus der Deckung. Der gefallene Erzeugerpreisindex unterstrich Chinas Probleme mit einer schwächelnden Inlandsnachfrage, dem schleppenden Immobiliensektor und den Unterbrechungen der Produktion aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen. "Trotz all der positiven Äußerungen über eine langsame Lockerung der Null-Corona-Politik und das Experimentieren mit größeren Veranstaltungen sieht es so aus, als ob weitere Lockdowns bevorstehen könnten", sagte Robert Carnell von ING.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 27.720 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1948 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,8 Prozent.
Das wird für den DAX heute wichtig
Vorsicht an der Frankfurter Börse: Die Anleger haben sich gestern vor den US-Kongresswahlen erst einmal zurückgehalten. Doch am Nachmittag fassten sie wieder mehr Mut und der DAX konnte deutlich zulegen. "Während jegliche Beschneidung der Macht der Demokraten in den USA nach einem Erfolg der Republikaner bei den heutigen Zwischenwahlen eher förderlich für die Wall Street und damit auch die Entwicklung im Deutschen Aktienindex wäre, steht die Börse spätestens mit den Inflationsdaten am Donnerstag vor einer erneuten Bewährungsprobe", sagte CMC Markets-Analyst Jochen Stanzl.
In China ebbten unterdessen die Spekulationen über eine Abkehr von den strengen Corona-Restriktionen ab, die zuletzt die Aktienmärkte befeuert haben. Die chinesische Gesundheitsbehörde verteidigte die Null-Covid-Politik als "völlig korrekt", aber selbst graduelle Anpassungen hatten weltweit Investoren zu Aktien greifen lassen.
Was erwartet die Händler heute? Zahlen, Zahlen, Zahlen. Vier DAX-Unternehmen präsentieren ihre Quartalsberichte: Eon, Siemens Healthineers, Brenntag und Adidas. In der zweiten und dritten Reihe öffnen unter anderem Commerzbank, Lanxess, Evotec, Sixt und Heidelberger Druckmaschinen ihre Bücher.
Erneut dünn ist der Konjunkturdaten-Kalender. Der EZB-Rat tritt heute zusammen, allerdings sind diesmal keine geldpolitischen Entscheidungen zu erwarten. Am Mittag übergeben die sogenannten Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten für 2022/23 an Bundeskanzler Olaf Scholz. Aus den USA kommen am späten Nachmittag (MEZ) die wöchentlichen EIA-Rohöllagerbestandsdaten.