Mittwoch, 01. April 2020Der Börsen-Tag

17:52 Uhr

Dax startet mit Verlusten ins neue Quartal

DAX
DAX 11.781,13

Der deutsche Aktienmarkt schließt mit kräftigen Verlusten. Auch ein weniger schlecht als befürchtet ausgefallener ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA konnte daran nichts ändern genauso wenig wie ein über den Erwartungen ausgefallener ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, ebenfalls aus den Vereinigten Staaten. Im Handel hieß es nach dem Motto "aufgeschoben aber nicht aufgehoben", dass die kommenden Lesungen vermutlich deutlich schlechter ausfallen werden.

MTU Aero Engines
MTU Aero Engines 153,90

Der Dax verliert 3,9 Prozent auf 9545 Punkte. Einer der Gründe für den Pessimismus an den Börsen dürften Aussagen von US-Präsident Donald Trump gewesen sein. Dieser hat davor gewarnt, dass die Coronavirus-Epidemie in den USA bis zu 240.000 Menschenleben fordern könnte. Auf Unternehmensseite passten weitere Gewinnwarnungen oder Streichungen von Prognosen in das negative Bild und sorgten gerade bei Einzeltiteln für Abgabedruck. Munich Re setzt Aktienrückkauf aus Munich Re verloren 4,9 Prozent. Der Versicherer hat das Gewinnziel für 2020 kassiert und einen geplanten Aktienrückkauf bis auf Weiteres ausgesetzt und zieht damit die Konsequenz aus einer hohen Belastung aus Schäden im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Vor allem Ausfälle und Verschiebungen von Großveranstaltungen schlagen zu Buche. Dessen ungeachtet will Munich Re den Aktionären für das vergangene Jahr aber unverändert eine Dividende von 9,80 Euro je Aktie vorschlagen.

Continental gaben um 7,8 Prozent nach. Der Autozulieferer rechnet für das erste Quartal wegen der Coronavirus-Krise bei sinkenden Umsätzen mit einem Margeneinbruch. Bei Erlösen von rund 9,4 Mrd. bis 9,8 Mrd. Euro erwartet der DAX-Konzern eine bereinigte Ebit-Marge von rund 2 bis 3 Prozent. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte Conti noch 11,0 Mrd. Euro umgesetzt und eine bereinigte Rendite von 8,1 Prozent erzielt. VW fielen um 7,3 Prozent, nachdem der deutsche Hersteller die Produktionspause bis zum 19. April verlängert hat.

Die Aktionäre von Aumann werden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie leer ausgehen. Der Autozulieferer will die Aussetzung der Dividendenzahlung für 2019 vorschlagen. Durch die Einbehaltung des Gewinns soll die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gestärkt werden. Aumann gaben um 2,1 Prozent nach.

Shop Apotheke
Shop Apotheke 95,10

Gewinnmitnahmen bei MTU Aero sowie Airbus Tagesverlierer im Dax waren MTU Aero mit Abgaben von 10,1 Prozent. Die Aktie wurde verkauft genauso wie Airbus (minus 12,2 Prozent) nach der zuletzt starken Erholung. Die fundamentale Situation für den Airline-Sektor dürfte für geraume Zeit von hohen Unsicherheiten geprägt sein, hieß es.

Bilfinger verbilligten sich um 14,7 Prozent nach dem Streichen der Prognose und dem Überdenken des Dividendenvorschlags von 1 Euro. Bilfinger will Kosten senken und die Liquidität erhöhen, sieht sich aber auch gut für die Krise aufgestellt. Derweil schossen Shop-Apotheke gleich um 17,1 Prozent nach oben. Das Unternehmen gilt als Gewinner der Coronavirus-Krise. Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 132,9 (Vortag: 151,5) Mio. Aktien im Wert von rund 4,50 (Vortag: 5,38) Mrd. Euro. Alle 30 DAX-Werte schlossen im Minus.

17:12 Uhr

Ölmarkt richtet seinen Blick auf Lagerdaten

Mit Abgaben zeigen sich die Ölpreise. Die bestehenden Sorgen in Bezug auf ein Öl-Überangebot erhielten durch die jüngsten US-Lagerdaten neue Nahrung. Die Lagerbestände sind in der zurückliegenden Woche um 10,5 Mio. Barrel gestiegen, wie aus Daten des privaten American Petroleum Institute (API) hervorgeht. Mit Spannung wird nun auf die offiziellen Daten am Nachmittag gewartet. Für ein Barrel der US-Sorte WTI geht es um 0,7 Prozent auf 20,33 US-Dollar nach unten, Brent verliert 4,3 Prozent auf 25,23 US-Dollar.

16:41 Uhr

HP verkraftet abgeblasene Übernahme nicht

HP
HP 13,60

Die Titel von HP fallen um 6,5 Prozent. Der Drucker-Hersteller Xerox zieht wegen der Virus-Krise seine 35 Milliarden US-Dollar schwere feindliche Übernahme-Offerte für den Computerkonzern zurück. Er gehe allerdings davon aus, dass die beiden Firmen über einen Zusammenschluss verhandeln werden, schreibt Analyst Mark Cash vom Research-Haus Morningstar. Dieser Schritt biete angesichts eines schrumpfenden PC-Marktes viele Vorteile. Xerox-Papiere geben knapp sieben Prozent nach.

16:24 Uhr

Casino-Betreiber leiden besonders

Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählen Casino-Betreiber wie MGM, Wynn oder Las Vegas Sands mit Kursverlusten von bis zu 8,5 Prozent. Der Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau zufolge brachen die Glücksspiel-Umsätze im weltgrößten Zocker-Paradies um fast 80 Prozent ein. Angesichts verschärfter Quarantäne-Bestimmungen für Zugereiste müsse in den kommenden Wochen mit weiter fallenden Einnahmen gerechnet werden, schrieb Analyst Andrew Lee von der Investmentbank Jefferies.

15:57 Uhr

Trump-Warnung verschreckt Anleger

Die sich in den USA weiter rasant ausbreitende Coronavirus-Pandemie sorgt an der Wall Street zur Eröffnung für kräftige Abgaben. Die Zahl der Todesopfer hat sich innerhalb von vier Tagen mehr als verdoppelt. Zudem verzeichnet das Land die weltweit höchste Zahl an Infektionen. Die Warnung vor anstehenden "sehr, sehr schmerzvollen" Wochen durch US-Präsident Donald Trump verschreckt Wall Street-Anleger. Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Eröffnung 3,6 Prozent auf 21.139 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 3,6 Prozent nach unten und der Nasdaq-Composite büßt 2,8 Prozent ein.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie werden sich in den US-Konjunkturdaten der kommenden Wochen widerspiegeln. Der am Berichtstag veröffentlichte ADP-Arbeitsmarktbericht fiel mit einem Rückgang von 27.000 Stellen besser als das erwartete Minus von 125.000 Stellen aus. ADP wies jedoch darauf hin, dass der Erhebungszeitraum lediglich bis zum 12. März reichte, die gleiche Zeitspanne, wie sie auch für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für März gilt, der am Freitag veröffentlicht wird. Daher seien die jüngsten Auswirkungen der Pandemie noch nicht erfasst, auch nicht der massive Sprung bei den Erstanträgen in der vergangenen Woche.

15:06 Uhr

Anleger gehen erneut in Deckung

Am deutschen Aktienmarkt gehen Anleger zur Wochenmitte aus Angst vor den Folgen der Covid-19-Pandemie erneut in Deckung. Der Leitindex Dax notiert am Nachmittag bei 9527 Punkten und damit mehr als vier Prozent im Minus. Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die Marke von 10.000 Punkten geschafft.

14:34 Uhr

Telefonica liefert RKI Bewegungsdaten

Telefonica Deutschland
Telefonica Deutschland 2,84

Der Mobilfunkkonzern Telefonica Deutschland stellt dem Robert-Koch-Institut anonymisierte Bewegungsdaten zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zur Verfügung. Zusammen mit den Partnern Teralytics und Senozon würden Mobilitätsanalysen geliefert, teilte das Tochterunternehmen der spanischen Telefonica mit. Die Daten würden Rückschlüsse ermöglichen, ob und wie Ausgangsbeschränkungen wirkten. Diese Informationen könnten helfen vorherzusagen, in welchen Gebieten sich das Coronavirus weiter ausbreiten werde. Marktführer Deutsche Telekom hat dem RKI auch schon anonymisierte Handydaten zur Verfügung gestellt.

13:54 Uhr

Kräftiges Minus an Wall Street erwartet

Mit kräftigen Abgaben dürfte die Wall Street zur Wochenmitte in den Handel starten. In den USA breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Zahl der Todesopfer hat sich innerhalb von vier Tagen mehr als verdoppelt. Zudem verzeichnet das Land die weltweit höchste Zahl an Infektionen. US-Präsident Donald Trump sprach von schmerzhaften zwei Wochen, die dem Land im Kampf gegen das Virus bevorstünden.

"In den USA befinden wir uns in einer Abschwungphase", so Steven Englander, Stratege bei der Standard Chartered Bank. "Wir erleben möglicherweise eine höhere Arbeitslosigkeit und eine frühe Bodenbildung Anfang Mai, was aber sehr spekulativ ist. Damit das so kommt, benötigen wir jede Menge Glück und eine ernsthafte Umsetzung der ökonomischen sowie gesundheitspolitischen Maßnahmen", ergänzte der Teilnehmer.

13:22 Uhr

Audi macht fünf Millionen Euro Soforthilfe locker

Audi
Audi 1.040,00

Der Autobauer Audi will Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. Das Geld fließe zusätzlich zu den 600.000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Außerdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer.

Markus Duesmann, der am Mittwoch sein Amt als neuer Audi-Chef antrat, sagte: "Ich danke allen Audianerinnen und Audianern, die in dieser außergewöhnlichen Zeit nach vorn schauen, mitanpacken und helfen, wo sie gebraucht werden." Die Autoproduktion steht seit gut einer Woche, rund 30.000 der 61.000 Beschäftigten in Deutschland sind in Kurzarbeit, vorerst bis Ostern.

Audi bekomme zur Zeit viele Hilfs- und Spendenanfragen, sagte eine Sprecherin. Jetzt würden Anfragen und Angebote zusammengeführt. Audianer seien zum Beispiel als Helfer bei der Hopfenernte in der Hallertau dabei, das Technische Hilfswerk habe Autos bekommen. Das Kurzarbeitergeld wird von der VW-Tochter auf 95 Prozent des Nettolohns aufgestockt.

13:01 Uhr

AMS bringt Kapitalerhöhung für Osram-Übernahme über die Bühne - gerade so

Der Sensorspezialist AMS hat die geplante Kapitalerhöhung für die Übernahme von Osram abgeschlossen. Dem Unternehmen aus Premstätten in Österreich fließen dadurch rund 1,65 Mrd. Euro zu, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Finanzierung der Übernahme des Münchner Lichtkonzerns. Unter Experten waren wegen Crashs an den Aktienmärkten infolge der Corona-Krise zuletzt bereits Zweifel aufgekommen, ob AMS die Kapitalerhöhung erfolgreich abschließen könne.

Osram
Osram 39,01

Allerdings lief die Maßnahme wohl anders, als sich AMS das bei den Planungen vergangenes Jahr vorgestellt hatte: Weil der Aktienkurs von AMS zuletzt um mehr als zwei Drittel abgestürzt ist, musste das Unternehmen sehr viele Aktien ausgeben, um den geplanten Erlös zu erzielen. Zudem konnten erst einmal nur 70 Prozent der ausgegebenen Papiere bei Investoren untergebracht werden. Den Rest übernahmen Investmentbanken, die die Transaktion begleiten. Sie werden die Aktien nun über den Markt anbieten.

AMS-Chef Alexander Everke hatte in den vergangenen Wochen betont, dass er trotz der momentanen Turbulenzen an den Finanzmärkten davon ausgehe, die Osram-Übernahme im zweiten Quartal abschließen zu können. An der Börse kamen die aktuellen Nachrichten nicht gut an: Die Aktien von Osram und AMS lagen Mittwochvormittag weit im Minus.

12:05 Uhr

Merz: Viele Industrien werden Niveau von vor Krise nicht wieder erreichen

Der Bewerber um den Vorsitz der CDU Friedrich Merz rechnet mit schweren wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Krise und lehnt Euro-Bonds entschieden ab. Gehe man von einem Rückgang der volkswirtschaftlichen Leistung in den Tagen und Wochen der Krise auf ein Drittel der üblichen Leistung aus, fehlten pro Tag bereits rund 6 Milliarden Euro, schreibt Merz in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit".

"Und da am Tag nach der Krise nicht sofort wieder alles bei den alten Werten vor der Krise liegt, wird es weitere Verluste durch eine Anlaufphase geben, selbst wenn es zu diesem Zeitpunkt - was ebenfalls unwahrscheinlich ist - keine Einschränkungen im öffentlichen Leben mehr geben wird", so Merz. Viele Industrien und Branchen würden die Produktionszahlen von vor der Krise auf Jahre nicht wieder erreichen. "Die verfügbaren Einkommen werden sich deutlich reduziert haben, und das Konsumverhalten der Bevölkerung wird sich vermutlich neu ausrichten", schreibt der CDU-Politiker.

11:43 Uhr

FMC kooperiert in den USA mit Konkurrenz

FMC
FMC 75,72

Fresenius Medical Care (FMC) verbündet sich mit anderen Dialyseanbietern in den USA zur Sicherung der Versorgung von Dialysepatienten in der Coronavirus-Krise. Ziel der Kooperation mit Konkurrenten wie DaVita sei es, die Patienten isoliert behandeln zu können, die sich womöglich angesteckt haben oder mit Covid-19 infiziert sind, teilte das Unternehmen mit.

Die Dialyseanbieter wollen einen landesweiten Notfallplan erstellen und anbieterübergreifend Kapazitäten zur isolierten Behandlung schaffen. Dafür sollen innerhalb bestimmter Einzugsgebiete ausgewählte Dialysezentren zur Behandlung der Covid-19-Patienten eingerichtet werden. Eine Einweisung von Dialysepatienten in Krankenhäuser soll damit vermieden werden, um deren Belastung nicht weit

11:09 Uhr

Italien steuert auf schwere Rezession zu

Dem von der Corona-Krise besonders schwer betroffene Italien droht in diesem Jahr der Absturz in eine schwere Rezession. Der Wirtschaftsverband Confindustria rechnet mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent. "Leider sind die Schätzungen realistisch", sagte Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri der Zeitung "Il Fatto Quotidiano" . Eine erste eigene Prognose will die Regierung aber erst Ende April wagen. Noch Ende März hatten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass das Finanzministerium von einem Minus von drei Prozent ausgeht.

Inzwischen hat die Regierung aber die strikte Ausgangssperre bis zum 13. April verlängert. "Wir dürfen die ersten positiven Signale nicht mit einer 'Entwarnung' verwechseln", begründete Gesundheitsminister Roberto Speranza im Senat. "Die Daten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die drastischen Entscheidungen Früchte tragen." Der Kampf gegen das Virus sei aber noch sehr lang. In Italien deutete sich zuletzt eine Verlangsamung bei den Neuinfektionen an.

"Wie schlecht es um die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone bestellt ist, zeigt eine Umfrage unter Industriebetrieben. Der daraus ermittelte Einkaufsmanagerindex brach im März um 8,4 auf 40,3 Punkte ein, wie das Institut IHS Markit ermittelte. Das ist der niedrigste Wert seit April 2009, als die Finanzkrise tobte. Erst ab 50 Zählern signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Da die italienische Wirtschaft praktisch stillgelegt ist, ist es unwahrscheinlich, dass sie sich von den erheblichen Störungen durch die Corona-Krise schnell wieder erholen wird", sagte Markit-Ökonom Lewis Cooper. Wirtschaftsminister Gualtieri kündigte angesichts der Misere ein neues Konjunkturpaket an, das noch diesen Monat verabschiedet werden soll. Es werde "deutlich größer" ausfallen als die im März beschlossenen Maßnahmen im Volumen von 25 Mrd. Euro. Es werde ausreichen, um sowohl Unternehmen wie auch Haushalte während der gesamten Dauer der Epidemie zu unterstützen.

10:37 Uhr

Deutsche Bank sponsort Fußball-Bundesligisten

Die Deutsche Bank wird neuer Sponsor des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Die Partnerschaft der beiden laufe bis mindestens zum Sommer 2027 und umfasse mehr als Sport-Sponsoring und Namensrechte, teilten der Verein und die Deutsche Bank mit. Das Frankfurter Waldstadion, in dem die Eintracht vor mehr als 50.000 Fans spielt und in dem regelmäßig Konzerte stattfinden, wird umbenannt in "Deutsche Bank Park". Bisher ist das Stadion unter "Commerzbank Arena" bekannt.

Die Partnerschaft mit der Deutsche-Bank-Rivalin läuft Ende Juni aus. Über die Höhe der jährlichen Sponsoring-Kosten sei Stillschweigen vereinbart worden. In Finanzkrisen hieß es, die Deutsche Bank werde pro Jahr etwa drei bis vier Millionen Euro aufbringen. So viel hatte auch die Commerzbank zuletzt für das Sponsoring auf den Tisch gelegt.

10:11 Uhr

Für Conti geht es steil nach unten

Continental
Continental 92,80

Die Automobilzulieferer gehören zu den großen Verlierern der derzeitigen Krise. Nun hat Continental den Ausblick für das erste Quartal gesenkt, für die Aktie geht es um 7,6 Prozent steil nach unten. "Vor allem die Ebit-Marge enttäuscht und verfehlt die Erwartung deutlich", meint ein Aktienhändler.

Für das erste Quartal erwartet der Dax-Konzern eine bereinigte Ebit-Marge von rund 2 bis 3 Prozent. Hier liege der Konsens mit 6 Prozent mehr als doppelt so hoch, heißt es. Bei den Umsätzen werden 9,4 Mrd. bis 9,8 Mrd. Euro erwartet, hier liege die Markterwartung bei 10,4 Mrd.

09:49 Uhr

Lufthansa schickt fast zwei Drittel aller Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die Lufthansa will einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Krise insgesamt etwa 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf Konzernkreise, die mit den Planungen vertraut sind. Das Unternehmen beantragte demnach bereits am Montag Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) für 20.000 der 22.500 Crew-Mitarbeiter. Dazu kommen dem Bericht zufolge 7000 Beschäftigte der Boden-Dienste.

Zusätzlich werde die Lufthansa nun ab diesem Monat auch für Beschäftigte in ihren Tochterfirmen Kurzarbeit beantragen, berichtete "Business Insider". Zu den 27.000 Mitarbeitern sollen dann weitere rund 60.000 Beschäftigte in Kurzarbeit gehen. Damit wären fast zwei Drittel aller Lufthansa-Mitarbeiter direkt von der Corona-Krise betroffen. Die Lufthansa wollte sich auf Anfrage von "Business Insider" nicht äußern. Unter dem Strich kostet das die BA dem Magazin zufolge rund 60 Mio. Euro im Monat. Nach gegenwärtigen Planungen rechnet Lufthansa mit einem Bedarf an Kurzarbeitergeld allerdings bis August, sodass sich die Gesamtkosten auf 360 Mio. Euro belaufen dürften.

09:28 Uhr

Börsen sind wieder im Talfahrt-Modus

Nach der jüngsten Erholungsbewegung trübt sich die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte wieder deutlich ein. Der Dax verliert 3,3 Prozent auf 9604 Punkte. "Die Börsen sind wieder im Talfahrt-Modus", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Angesichts der immer negativeren Prognosen für die Wirtschaft werden auch die Börsenprognosen wieder negativer."

Dax
Dax 11.781,13

Die Coronavirus-Pandemie zwingt immer mehr Unternehmen zur Rücknahme ihrer Gewinnziele. Aktien des Versicherers Münchener Rück gaben nach kassierter Prognose um knapp fünf Prozent nach, ebenso die Papiere von Continental. Die Titel von Bilfinger sackten um acht Prozent ab. Auch an den asiatischen Börsen kochten wegen der Coronavirus-Pandemie zu Beginn des neuen fiskalischen Geschäftsjahres erneut Rezessionsängste hoch.

Die Wall Street hatte angesichts der immer schneller um sich greifenden Coronavirus-Pandemie ebenfalls im Minus geschlossen. Anleger warten vor allem auf die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP am Nachmittag (MEZ), die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern werden. Experten rechnen für März mit einem Abbau von 150.000 Stellen, nachdem im Vormonat noch 183.000 neue Jobs geschaffen worden waren.

07:39 Uhr

Dax mit kräftigem Minus erwartet

Auf der Corona-Achterbahn dürfte es für den Dax wohl zunächst wiedereinmal steil bergab gehen. Vorbörslich wird der deutsche Leitindex etwa 3,3 Prozent niedriger erwartet bei knapp 9.611 Punkten.

Dax
Dax 11.781,13

Das extreme Auf und Ab ist schon fast zur Normalität am Aktienmarkt geworden. Im ersten Quartal lag die Schwankungsbreite des Dax bei bis dato kaum vorstellbaren 5.540 Punkten.

Belastet wird die Stimmung weiter vom globalen Herunterfahren der Wirtschaftsaktivität. In Japan ist der Tankan-Index auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren gefallen und in Südkorea schrumpfen die Exporte. Auf der Unternehmensseite passen weitere Gewinnwarnungen oder Streichungen von Prognosen in das negative Bild.

Allerdings könnten Marktteilnehmer auch immer wieder auf eine Erholung der Wirtschaft nach der Krise setzen: "Der Wiederanstieg der (welt-)wirtschaftlichen Aktivitäten nach dem Shutdown dürfte beispiellos werden - dafür haben Geld- sowie Fiskalpolitik bereits in noch nie gesehener Art und Weise  die Weichen gestellt", sagt Marktanalyst Holger Struck von hs-live-trading.

Im Blick stehen dürfte heute zunächst die Zwischenbilanz der Kanzlerin zu den ergriffenen Maßnahmen gegen die Pandemie. Daneben werden wieder zahlreiche Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Und in den USA steht der ADP-Bericht als Vorläufer für den März-Arbeitsmarktbericht am Freitag auf der Agenda.

07:27 Uhr

Covid-19 macht Mega-Übernahmeplan zunichte

Die Corona-Krise macht viele Pläne hinfällig, die vor der Pandemie geschmiedet wurden - darunter auch die feindliche Übernahme von HP durch Xerox.

HP
HP 13,60

Xerox kündigte an, das seit fünf Monaten verfolgte Vorhaben, den Drucker- und PC-Hersteller (nicht zu verwechseln mit HPE) gegen dessen Willen aufzukaufen, aufzugeben. Der Konzern sei angesichts der Marktverwerfungen nicht in der Lage, den Deal im Volumen von über 30 Milliarden US-Dollar wegen der damit verbundenen hohen Schuldenlast über die Bühne zu bringen.

"Die aktuelle durch Covid-19 verursachte Gesundheitskrise und die daraus resultierenden Wirtschafts- und Marktturbulenzen haben ein Umfeld geschaffen, das Xerox' Vorhaben einer Übernahme von HP nicht dienlich ist", teilte ein Sprecher des Unternehmens in einer Email mit.

07:13 Uhr

Japans Konzerne so pessimistisch wie seit Jahren nicht

Die Coronavirus-Pandemie verdüstert - wie zu erwarten - die Stimmung in der japanischen Wirtschaft. Wie aus dem sogenannten Tankan-Bericht der japanischen Notenbank hervorgeht, fiel der Sentiment-Index für die Großunternehmen des Landes im März auf minus 8 verglichen mit 0 in der vergangenen Umfrage im Dezember. Der Index sackte damit auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren ab.

AP_20041133764497.jpg

Die auf Hochtouren laufende Produktion von Masken und anderen Medizinprodukten macht den Ausfall anderer Branchen bei weitem nicht wett.

(Foto: AP)

Der Index bildet den Prozentsatz der Unternehmen ab, die das Geschäftsumfeld als günstig bewerten, abzüglich jener, die es als widrig bezeichnen. Der Index, der die Stimmung unter de n großen Dienstleistern misst, sackte ebenfalls ab, und zwar auf plus 8 von plus 20 im Dezember.

Ökonom Tsuyoshi Ueno vom NLI Research Institute gab zu bedenken, dass die Auswirkungen des Coronavirus noch nicht einmal vollständig berücksichtigt sind, da die Deadline für die Umfrage der 11. März war. "Weil vieles über das neuartige Coronavirus noch unbekannt ist und sich kein Ende der Pandemie abzeichnet, werden die Unternehmen immer vorsichtiger mit Blick auf die mögliche Verlängerung der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft", so Ueno.

06:30 Uhr

Schwungloses China macht Anleger skeptisch

Die asiatischen Aktien klammern sich fest an ihre Gewinne. Trotz einem Sprung in australischen Aktien und der Hoffnung, dass sich in China langsam so etwas wie Normalität wieder einstellt, bleiben die Risiken für Anleger groß, da die Coronavirus-Pandemie die Grundlagen der Weltwirtschaft erschüttert.

Shanghai Composite
Shanghai Composite 2.846,22

Chinas Fabriktätigkeit verbesserte sich im März zwar nach dem Rekordtief vergangenen Monat wieder, aber die Geschäftstätigkeit kommt aus Sorgen vor einer zweiten Ansteckungswelle und der schwindenden Auslandsnachfrage infolge der globalen Abschottung der vom Coronavirus betroffenen Länder nicht in Schwung. "Investoren wollen immer noch Aktien kaufen, aber das Coronavirus macht alle vorsichtiger", sagte Kiyoshi Ishigane, leitender Fondsmanager bei Mitsubishi UFJ Kokusai Asset Management in Tokio. "Es gibt immer noch eine Menge Risiken da draußen, aber wenn Sie einzelne Aktien mit guten Dividendenrenditen und starken Finanzen identifizieren können, dann können Sie zu einem ziemlich guten Preis kaufen."

Die Börse in Tokio zeigt sich etwas schwächer. Der Nikkei-Index lag im Verlauf 0,9 Prozent tiefer bei 18.740 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,7 Prozent und lag bei 1394 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,7 Prozent.