Mittwoch, 25. März 2020Der Börsen-Tag

16:39 Uhr

Corona bremst selbst Online-Shopping

Die Coronavirus-Pandemie verdirbt vielen Menschen offenbar auch die Lust aufs Online-Shoppen. Europas größter Online-Modehändler Zalando jedenfalls kämpft seit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Ländern mit einer geringeren Nachfrage. Dies teilte das Berliner Unternehmen mit - ohne Details zu nennen. Doch vor den Einschränkungen wie geschlossener Schulen und dem Aufruf zum Arbeiten im Home-Office sei das Geschäft kaum beeinträchtigt gewesen.

Zalando gibt damit einen der ersten Hinweise darauf, dass nicht nur der stationäre Einzelhandel wegen zahlloser geschlossener Läden große Einbußen hinnehmen muss, sondern auch Online-Anbieter betroffen sind. Der Chef des schwäbischen Freizeitmodeherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, fasste das Problem so zusammen: "Wenn ich nur noch zu Hause bin, kann ich aus dem Kleiderschrank leben. Da brauche ich keine neuen Sachen."

16:08 Uhr

Boeing baut angeblich bald wieder 737-Max-Flugzeuge

Die Aktien des US-Flugzeugbauers Boeing legen und 16 Prozent zu und setzen damit ihren Erholungskurs fort. Insidern zufolge plant der Airbus-Rivale, bis Mai die Produktion seines Unglücksfliegers 737 Max wieder aufzunehmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Boeing habe bereits mehrere Zulieferer gebeten, sich auf die Auslieferung von 737-Teilen im April einzustellen, wird ein Branchenkenner zitiert. Zwei weitere Insider hätten den Mai-Termin bestätigt.

Boeing hatte die Produktion des Jets im Januar vorübergehend eingestellt. Nach dem Absturz zweier Boeing-737 Max-Maschinen innerhalb weniger Monate mit 346 Toten muss das Modell seit einem Jahr am Boden bleiben. Das US-Unternehmen hofft auf die Wiederzulassung Mitte 2020.

15:53 Uhr

Krise kann alleine in den USA 46 Millionen Jobs kosten 

Die Corona-Krise könnte nach Ansicht eines führenden US-Währungshüters kurzfristig fast 50 Millionen Amerikaner ihren Job kosten. Der Chef des Fed-Bezirks von St. Louis, James Bullard, bezifferte die Zahl der besonders gefährdeten Jobs auf 46 Millionen. Dies seien insbesondere Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr, also Tätigkeiten, bei denen es zum Kontakt mit der Öffentlichkeit komme. "Und genau das wollen unsere Gesundheitsbehörden ja gerade nicht", sagte Bullard.

Doch könne die Beeinträchtigung der Wirtschaft in den kommenden Wochen auf kurzfristige Effekte begrenzt bleiben, wenn es der Politik gelinge, schnell Sozialhilfe- und andere Krisenmaßnahmen zu ergreifen. Dem Sender CNBC sagte er, das zwei Billionen Dollar schwere US-Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise habe ein angemessenes Gewicht, um dem wirtschaftlichen Schaden entgegenzuwirken. Ein zentraler Bestandteil sind Kredithilfen für Unternehmen, die im Zuge der Virus-Krise in Bedrängnis geraten.

15:15 Uhr

US-Börsen feiern Rettungspaket

Die US-Börsen legen nach der Einigung auf ein billionenschweres staatliches Konjunkturpaket erneut zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte klettert um rund drei Prozent auf 21.415 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 2,2 Prozent auf 2497 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 1,6 Prozent auf 7520 Punkte.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.227,28

Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Kongress den Weg freigemacht für ein zwei Billionen Dollar schweres Hilfspaket. In Erwartung einer Einigung hatte der Dow-Jones-Index gestern mit einem Plus von mehr als elf Prozent den größten Tagesgewinn seit 1993 verbucht.

Marktstrategin Andrea Cicione vom Bankhaus TS Lombard warnte derweil vor verfrühter Euphorie. "Wir haben immer noch keine Anzeichen dafür gesehen, dass sich die Dinge in Bezug auf die Ansteckung verbessern und können auch noch nicht vollständig einschätzen, wie weit diese Rezession gehen wird.

14:44 Uhr

Daimler legt in China wieder los

Daimler fährt die Autofertigung im weltgrößten Automarkt wieder hoch und rechnet mit einer steigenden Nachfrage. Nach dem Shutdown infolge des Coronavirus in China hätten die meisten Händler wieder geöffnet, sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Konzerns. Die Nachfrage steige, täglich kämen immer mehr Kunden in die Filialen. "Das stimmt uns optimistisch", so die Sprecherin.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in China stark zurückgegangen. Zuletzt meldeten die Behörden sogar keine neuen Coronavirus-Patienten, die sich innerhalb Chinas angesteckt haben. Die wegen der Ausbreitung des Virus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei wurde deswegen weitgehend aufgehoben.

Daimler fahre die Produktion nun kontrolliert herauf, ergänzte die Sprecherin des Dax-Konzerns. China sei fünf bis sechs Wochen dem Rest der Welt voraus.

13:11 Uhr

USA setzen Handelskrieg fort

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat Spekulationen dementiert, wonach die US-Regierung eine dreimonatige Aussetzung von Schutzzöllen für Importe in die USA in Erwägung ziehen. Die Spekulationen, genauso wie das US-Fiskalpaket sowie die Ankündigung unbegrenzter Anleihekäufe durch die US-Notenbank waren als Treiber für die jüngste Markterholung genannt worden. Der Dax verliert 1,8 Prozent.

12:54 Uhr

Sixt: "Planen keine Massenentlassungen" 

Deutschland größter Autovermieter Sixt will einen Teil der Mitarbeiter für die nächsten drei Monate in Kurzarbeit schicken. Wegen der Coronakrise sei "ein deutlicher Einbruch beim Umsatz" zu erwarten, sagte Vorstandschef Erich Sixt. Möglicherweise werde man auch "die ein oder andere Station schließen müssen". Aber es seien "keine Massenentlassungen geplant", betonte er.

12:38 Uhr

Modehandel warnt vor Kollaps der Branche

Der Mode- und Textilhandel in Deutschland hat vor einem Kollaps der gesamten Branche durch die Corona-Krise gewarnt. "Wenn nicht spätestens im Mai die Geschäfte wieder öffnen, droht eine noch nie dagewesene Insolvenzwelle speziell von mittelständischen Händlern und Lieferanten", prognostizieren der Handelsverband Textil (BTE) und der Modeindustrie-Verband GermanFashion.

Bereits die beschlossenen Öffnungsverbote bis Ende April würden zu zahlreichen Insolvenzen führen. Dies werde auch dramatische Folgen für die deutschen Innenstädte haben, warnten die Verbände.

BTE, GermanFashion, der Handelsverband Deutschland (HDE) und mehr als ein Dutzend Mode- und Textilunternehmen forderten angesichts der Gefahrensituation mehr Hilfen der Bundesregierung für ihre Branche.

12:24 Uhr

Tui bringt Rückholprogramm für Urlauber zu Ende

Tui hat das Rückholprogramm bei den eigenen Kunden und Auftragsflügen für das Auswärtige Amt fast vollständig abgeschlossen. Fast 95 Prozent der wegen der Corona-Krise festsitzenden Touristen seien mittlerweile wieder in Deutschland, hieß es aus der Unternehmenszentrale. Binnen zehn Tagen habe die Konzernlinie Tuifly knapp 70.000 Menschen mit 350 Flügen in die Bundesrepublik gebracht. Das Krisenzentrum in Hannover arbeite nun daran, noch Kunden aus Fernzielen wie Thailand, Mauritius, Mexiko oder Sri Lanka einen Heimflug anzubieten.

Die Reisebranche ist von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders stark betroffen. Die Buchungen sind im Keller, viele Länder haben den normalen Luftverkehr unterbrochen. Tui erwägt, vom Bund und mehreren Ländern auf den Weg gebrachte Hilfen zu beantragen.

11:56 Uhr

Dax schmiert ab

Der Dax gibt seine Gewinne komplett wieder ab und rutscht ins Minus. Angesichts der Gewinnmitnahmen in den US-Futures fällt auch der deutsche Index wieder unter die 10.000er-Marke. Im Handel war dies angesichts der nun erfolgten Einigung auf ein US-Rettungspaket erwartet worden, da die Wall Street oft nach dem Börsen-Motto "buy the rumour, sell the fact" verfahre.

Am Optionsmarkt waren bereits Kursschwankungen zwischen plus und minus 3,5 Prozent gegenüber dem Vortag eingepreist, so dass dazwischen - abhängig von den US-Börsen - alles möglich sei. Derzeit verliert der Dax 1,2 Prozent auf 9580 Zähler.

11:32 Uhr

Justizministerin hält Verstaatlichungen für möglich

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise dafür ausgesprochen, Unternehmen notfalls komplett zu verstaatlichen. "Wir müssen in der Krise unbedingt die Wirtschaftsstruktur unseres Landes schützen und einen Ausverkauf oder eine Zerschlagung von wichtigen Unternehmen verhindern", sagte Lambrecht dem „Handelsblatt“. "Der Staat steht bereit, sich hierzu an Unternehmen auch teilweise oder ganz zu beteiligen, wenn dies erforderlich werden sollte."

Die Ministerin verteidigte in diesem Zusammenhang das Eiltempo, in dem die Politik nun Corona-Notmaßnahmen auf den Weg bringt. "Die gegenwärtige Lage erfordert ein schnelles und entschlossenes Handeln", sagte die SPD-Politikerin. Mit umfangreichen Hilfen solle "unter allen Umständen" vermieden werden, "dass ansonsten gesunde Unternehmen wegen der Corona-Krise in die Knie gehen und Insolvenz anmelden müssen".

10:56 Uhr

"Deutsche Wirtschaft steht unter Schock"

Die von der Corona-Krise ausgelöste Rezessionsangst in den deutschen Chefetagen ist laut Ifo-Institut noch größer als gedacht. Der heute veröffentlichte endgültige Geschäftsklimaindex für März fiel auf 86,1 Punkte von 96 Zählern im Februar. "Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock." Die Führungskräfte blickten deutlich pessimistischer auf die Lage und ihre Geschäftsaussichten. "Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen verdüsterten sich wie nie zuvor."

10:37 Uhr

Dax hebt ab

Europas Aktienmärkte knüpfen an die Kursgewinne von gestern an. Der Dax gewinnt 4,1 Prozent auf 10.099 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es 3,9 Prozent auf 2.822 Punkte nach oben.

Haupttreiber ist die Verabschiedung des rund zwei Billionen Dollar schweren Fiskalpakets in den USA. Es bringt für viele Amerikaner direkte Finanzhilfen, eine drastische Ausweitung der Arbeitslosenversicherung sowie hunderte von Milliarden an Krediten für kleine und große Unternehmen. Zudem erhalten Anbieter im Gesundheitswesen zusätzliche Ressourcen, wenn sich das Virus weiter ausbreitet.

10:08 Uhr

Zooplus muss Prügel einstecken

Zooplus-Aktien gehen auf Talfahrt und fallen um knapp 26 Prozent. Der Online-Tierfutter-Händler geht wegen der Auswirkungen der Coronakrise auf die Logistik in diesem Jahr von einem Gewinnrückgang aus. Die vorsichtigere Prognose sei aus Investorensicht nicht vertrauenserweckend, zumal die Firma eigentlich von einem generellen Trend zum Online-Handel profitieren sollte, urteilten die Analysten von Liberum.

Zooplus
Zooplus 150,60

"Angesichts Corona ist doch klar, dass die Gewinne nicht explodieren, da muss man solche Ausssagen nicht am Ende der Adhoc hinter verquaster Sprache verstecken", so ein Händler.

Das Unternehmen formuliert diesen Inhalt als: "Eine operative Profitabilität, gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), unter dem Bereich des Vorjahres - jedoch im positiven bis neutralen Bereich - aufgrund von Effizienzverlusten in der Gesamtkostenquote, insbesondere aus dem Bereich Logistik, im Zusammenhang mit Auswirkungen des COVID-19-Erregers".

09:44 Uhr

Dax überwindet die 10.000-Punkte-Marke

Erste Hoffnungen auf ein Ende der Coronavirus-Krise sehen Händler in den Kursen vom heute Morgen. Der Dax steigt sogar kurz über die 10.000er-Marke, nahezu alle Aktien notieren im Plus. "Wenn selbst Titel wie Lufthansa um 5 Prozent, Fraport um 8 Prozent und Thyssenkrupp um 11 Prozent springen, muss der Markt Licht am Ende des Tunnels wittern", sagt ein Händler. Schließlich gehörten sie zur Gruppe der Hauptverlierer durch die Wirtschaftsfolgen von Corona. Derzeit liegt der Dax 2,5 Prozent im Plus bei 9950 Punkten.

09:26 Uhr

In Tokio feiern Börsianer eine Party

Die kräftige Gegenbewegung der asiatischen Aktienmärkte hat sich heute fortgesetzt. Für Rückenwind sorgte zunächst das 11-prozentige Plus an der Wall Street, ehe im Späthandel die Kursraketen nochmals zündeten, als die Nachricht über die Ticker lief, dass sich in den USA die Trump-Regierung und die Demokraten auf ein Maßnahmenpaket geeinigt haben.

Nikkei
Nikkei 22.763,88

Den größten Satz nach oben machte die Börse in Tokio, der Nikkei-Index legte um weitere 8 Prozent zu auf 19.546 Punkte, den höchsten Stand seit dem 10. März. Zur Einordnung: Ende Januar hatte der Index allerdings noch über 24.000 Punkten gelegen. An den anderen Plätzen ging es zwischen 2,2 Prozent in Shanghai und 5,5 Prozent in Sydney nach oben.

Für Zuversicht nach dem Kursdesaster der vergangenen Wochen sorgt weiter, dass die massiven Konjunkturstimuli der Notenbanken und Regierungen weltweit gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie Erfolge zeigen werden und dass es nach dem Abklingen der Krise zu einer kräftigen Konjunkturerholung kommen wird. Dazu tragen Meldungen aus China bei, wo im Ausbruchszentrum der Pandemie immer mehr Restriktionen für die Bevölkerung und das Arbeitsleben wieder gelockert werden.

Anlageexpertin Catherine Yeung von Fidelity International sprach von den ersten Käufen einiger Investoren seit Wochen. Zugleich geht sie dabei aber nur von Schnäppchenkäufen aus und rechnet mit weiter volatilen Märkten angesichts der grassierenden Pandemie mit mittlerweile über 400.000 bestätigten Infektionsfällen weltweit. "Es ist zu früh zu sagen, ob wir schon auf einem konjunkturellen Erholungsweg sind", so Yeung. Darüber dürften in den nächsten Wochen die Rettungspakete Aufschluss geben.

08:52 Uhr

Gewinneinbruch, keine Dividende - Autozulieferer schlägt Alarm

Nicht erst seit der Chef infiziert ist, spürt der Autozuliefer Norma die Krise.

Die anhaltend schwierige Situation in der Automobilindustrie mit den rückläufiger Produktions- und Absatzzahlen drückten das Ergebnis bei Norma bereits spürbar. Und der Ausblick ist wegen der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie alles andere als rosig. Die Jahresprognose, die noch im aktuellen Geschäftsbericht genannt wird, hat wegen der Corona-Krise bereits keinen Bestand mehr.

Zudem teilte Norma mit, die ursprünglich für den 14. Mai geplante Hauptversammlung auf den 30. Juni verlegen zu wollen. Der Vorstand soll vorschlagen, die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 auszusetzen.

Im Jahr 2019 sank das bereinigte EBITA um 16,4 Prozent auf 144,8 Millionen Euro. Das bereinigte Periodenergebnis nach Steuern belief sich auf 87,8 Millionen Euro und lag um 23,5 Prozent unter Vorjahr. Der Konzernumsatz legte um 1,5 Prozent auf rund 1,100 Milliarden Euro zu. Organisch zeigte sich aber ein Rückgang um 2 Prozent.

08:29 Uhr

Sixt-Aktien legen gewaltigen Kurssprung hin

Sixt
Sixt 71,40

Aktien von Sixt gehen nach Vorlage des Geschäftsberichtes durch die Decke. Die Titel gewinnen im Frankfurter Frühhandel 13,7 Prozent.

Autovermieter, der auch Carsharing und Fahrdienste anbietet, sieht sich gut gerüstet, um der Corona-Krise zu trotzen.

06:59 Uhr

Hoffnung auf Rettung - Angst vor Trump: Beim Dax ist alles möglich

Zwischen Rally-Fortsetzung und Gewinnmitnahmen nach den rasanten Kursgewinnen vom Vortag schwanken die Händler an Europas Börsen heute. Die Hoffnung auf eine Einigung beim US-Rettungspaktet hatte gestern für einen gewaltigen Kurssprung von 11 Prozent im Dow Jones Index gesorgt, der größte Tagesgewinn seit 1933. Gleichzeitig sorgt aber US-Präsident Trump wieder für Verwirrung, der entgegen dem Rat der Medizinfachleute das Land schon in zwei Wochen zu Ostern wieder auf normalen Pfaden sehen will.

DB Dax-Indikation
DB Dax-Indikation 12.874,50

Ob Europa nach den US-Gewinnen weiter zulegt oder mit der nun erfolgten Einigung auf ein Rettungspaket in den USA erst einmal Gewinne nach dem Motto "buy the rumour, sell the fact" mitnimmt, ist noch offen. Mit den Dax-Futures im frühen Handel deutet sich eine Eröffnung um 9.700 Punkten an. Die enorme Tagesvolatilität von fast 700 Punkten würde bei anhaltend guter Laune auch einen Sprung über die 10.000er-Marke möglich machen.

Positive Zeichen für eine Fortsetzung der Erholung kommen nicht nur durch die Käufe der Schnäppchenjäger, sondern auch aus der realen Wirtschaft. Dort ziehen die Preise für Öl und Industriemetalle wieder an. Vor allem das industriell wichtige Kupfer zeige Zeichen einer Stabilisierung, heißt es. Gleichzeitig kommen Gold und Anleihemärkte wieder zurück.

Weniger im Blick als sonst steht der Ifo-Geschäftsklimaindex. Er wird nur in einer finalen Form vorgelegt, nachdem er bereits wegen der Krise vorgezogen worden war.

06:07 Uhr

Thyssenkrupp streicht 3000 Stellen

Die Corona-Krise könnte, so wird befürchtet, die Massenarbeitslosigkeit zurückbringen. Aber dann sind ja auch noch die zahlreichen Unternehmenskrisen in der deutschen Industrie, die schon zuvor bestanden. Zum Beispiel die bei Thyssenkrupp:

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 7,24

Der schwer angeschlagene Konzern will sein Stahlgeschäft mit dem Abbau von 3000 Stellen sanieren. Dabei sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, heißt es jetzt in Essen.

Der Konzern einigte sich mit der IG Metall zudem auf einen bis Ende März 2026 laufenden Tarifvertrag und ein Sofortpaket zur Corona-Krise, das unter anderem die Aufstockung das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufzustocken, falls dieser Schritt notwendig ist. Zudem soll eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung in freie Tage umgewandelt werden.

"Wir haben Probleme zu lange aufgeschoben und harte Entscheidungen gescheut", sagte Thyssenkrupp-Vorstand Klaus Keysberg. Der Stellenabbau gebe dem Konzern Spielraum, damit der Stahl langfristig wettbewerbsfähig bleiben kann. Das Ergebnis des Segments soll sich signifikant und nachhaltig verbessern.