Mittwoch, 27. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
18:09 Uhr

Erholungsrally im Dax geht weiter

An der Börse bleiben die Optimisten in der Überzahl: Der Dax setzte seine Erholungsrally mit voller Kraft fort und lag zwischenzeitlich bereits wieder zwei Prozent im Plus. Seit dem kleineren Rückschlag am vergangenen Freitag hat der Dax damit fast acht Prozent zugelegt. Ein Großteil der der Verluste im Corona-Crash sind längst wett gemacht. Das Börsenbarometer notiert fast auf dem Niveau von Anfang März.

DAX
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"Die geopolitischen Spannungen bleiben zwar weiter latent im Hintergrund bestehen", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Die Investoren haben derzeit ihren Fokus aber ganz auf die Wiedereröffnung der Weltwirtschaft gerichtet, und diese macht bedeutende Fortschritte."

Dax und EuroStoxx50 legten jeweils etwa eineinhalb Prozent auf 11.657 beziehungsweise 3047 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones lag bei Handelsschluss in Europa 0,5 Prozent im Plus. Die "Antikrisen-Währung" Gold verbilligte sich gleichzeitig um 0,6 Prozent auf 1701,70 Dollar je Feinunze.

"Fortschritte bei der Entwicklung von Coronavirus-Medikamenten und das bisherige Ausbleiben einer zweiten Infektionswelle lassen die Risikobereitschaft der Anleger steigen", sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Rückenwind erhielten die Aktienmärkte auch von dem 750 Milliarden Euro schweren EU-Rettungsplan.

Trotzdem dürfe Streit zwischen den USA und China um ein "Sicherheitsgesetz" für Hongkong aber nicht außer Acht gelassen werden, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Dieses Thema hat das Potenzial, einen neuen wirtschaftlichen und politischen Konflikt zwischen den beiden Supermächten auszulösen. Wenn sich die USA und China gegenseitig bekämpfen, dann hat das einen negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft."

Das war der Börsen-Tag für heute. Ab jetzt werden die Kollegen von der Spät- und Nachtschicht Sie weiter auf dem Laufenden halten. Also schauen Sie immer wieder vorbei.

17:26 Uhr

Frostige Brexit-Gespräche setzen Pfund zu

Wieder aufkeimende Sorgen vor einem ungeordneten Brexit setzen das Pfund Sterling unter Verkaufsdruck. Die britische Währung verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 1,2232 Dollar und um ein Prozent auf 1,1118 Euro.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,11

Zuvor hatte der britische Chef-Unterhändler David Frost gesagt, bei den Gesprächen über die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen lägen die Positionen seiner Regierung und der EU weit auseinander. Gleichzeitig bekräftigte er, dass die bis Ende Dezember laufende Übergangsfrist nicht verlängert werde. "Zwar rechnet der Markt weiterhin mit einem EU-typischen Kompromiss in letzter Minute", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Die Worte von David Frost klangen aber nicht optimistisch."

17:17 Uhr

Börsen im Glück: Nur der TecDax spielt nicht mit

Während Dow und Dax im Plus notieren, geht für den Technologie-Index TecDax deutliche 2,0 Prozent nach unten. Warum?

Sartorius
Sartorius 298,80

Aktienhändler sprechen von Gewinnmitnahmen bei Aktien, die gut gelaufen sind und nun recht teuer in der Bewertung. So verliert die Aktie von Sartorius 8 Prozent, seit Jahresbeginn handelt sie damit allerdings noch immer 60 Prozent im Plus. Das Unternehmen sei gut und profitiere vor allem vom Trend hin zu Biopharmazeutika, so die Analysten der LBBW. Allerdings handele die Aktie hier mit einem KGV von 85 des erwarteten 2021er Gewinns, was einfach teuer sei. Aber auch Infineon belastet den Index. Hier verlieren die Aktien 4,2 Prozent infolge einer Kapitalerhöhung.

16:46 Uhr

Dow im Glück: Kreuzfahrt-Anbieter und Casino-Betreiber gefragt

Die US-Börsen zeigen sich uneinheitlich. Auch hier schlägt Konjunkturoptimismus die Angst vor einer Eskalation der Spannungen zwischen USA und China. An der Nasdaq agieren die Anleger jedoch zögerlicher.

Der Dow-Jones-Index liegt mit 0,8 Prozent im Plus bei 25.211 Punkten. Der S&P-500 gewinnt schmale 0,1 Prozent. Der Nasdaq-Composite fällt jedoch um 0,8 Prozent.

Dank der gelockerten Coronavirus-Restriktionen gehörten die Reise- und Freizeitwerte erneut zu den Favoriten. So steigen die Aktien der Fluggesellschaften American, Delta und United, der Kreuzfahrt-Anbieter Carnival, Norwegian und Royal Caribbean sowie der Casino-Betreiber Las Vegas Sands, MGM und Wynn zwischenzeitlich um bis zu zwölf Prozent.

Titel von Twitter rutschen dagegen um 4,5 Prozent ab. Nachdem der Kurznachrichtendienst zwei der Beiträge von US-Präsident Donald Trump erstmals mit Warnhinweisen wegen falscher Faktendarstellung gekennzeichnet hatte, drohte Trump sozialen Medien mit Regulierung oder Schließung. Die Papiere von Facebook geben 2,8 Prozent nach.

15:15 Uhr

Doch keine Staatsrettung?: Lufthansa prüft erneut Alternativen

Die Rettung der Lufthansa durch den Staat ist längst noch nicht in trockenen Tüchern.

Lufthansa
Lufthansa 9,02

Die Entscheidung über das milliardenschwere Corona-Rettungspaket des Staates hat der Konzern vorerst verschoben, wie es heute in einer Pflichtmitteilung an die Börse heißt. Als Grund werden mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt, welche die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München schwächen würden. Alternativszenarien müssten nun geprüft werden, heißt es. Eine außerordentliche Hauptversammlung wurde zunächst nicht einberufen.

15:06 Uhr

Amazon will Roboterauto-Entwickler kaufen

Amazon will sich laut US-Medienberichten einen Roboterwagen-Entwickler zulegen. Der weltgrößte Online-Händler verhandele über den Kauf der US-Firma Zoox, die Technik und Software für selbstfahrende Autos entwickelt, berichten Medien übereinstimmend. Zoox bestätigte lediglich, dass das Startup Übernahmeangebote erhalten habe, die geprüft würden - nannte aber keine Namen.

Amazon
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Mit Amazon würde der nächste Techgigant eine Wette auf eine Zukunft mit autonom fahrenden Autos abschließen. Google war ein Pionier der Bewegung und setzte mit seinen Roboterwagen-Tests seit 2009 auch die Autobranche unter Zugzwang. Apple arbeitet an Software fürs autonome Fahren und schickt seine Testfahrzeuge im Silicon Valley auf die Straße. Amazon investierte bereits in den Zoox-Konkurrenten Aurora bei einer Finanzierungsrunde.

14:47 Uhr

Dudenhöffer zur "neuen" Autoallianz Renault-Nissan: "Hauptproblem nicht gelöst"

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist von der Neuauflage der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi nicht überzeugt. Insgesamt erwecke die "eher komplizierte Matrixstruktur" den Anschein, dass wichtige Entscheidungen in einem äußerst "mühevollen Koordinationsprozess" in einem Gremium der drei Allianzpartner getroffen werden, so Dudenhöffer. Dabei seien die Ziele der Allianzpartner durchaus unterschiedlich.

Unter Carlos Ghosn habe die Allianz lange funktioniert, weil ein Kopf an der Spitze stand. Jetzt müsse man weiter "mühevolle Absprachen und Entscheidungen" erwarten, die durch die komplizierte Matrix nicht einfacher würden.

"Renault bleibt der wichtige Markt China und Nord-Amerika nahezu 'verschlossen' und Mitsubishi ist mit den Nischenmärkten in Asien und Ozeanien 'vertröstet'", so Dudenhöffer weiter. "Die Fahrzeuge werden bei allen drei Partnern bis auf Design-Elemente gleich und damit eine Kannibalisierung in gleichen Märkten größer. Der große Nachteil der Allianz bleibt. Es ist eine Zusammenarbeit die eben komplizierter und von den Entscheidungen langsamer ist als ein klassischer Konzern. "Das Hauptproblem, das nach den Uneinigkeiten der letzten Jahre beobachtbar war, ist nach unserer Einschätzung nicht gelöst."

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14:09 Uhr

Dax gewinnt seit Freitag über 7 Prozent - aber warum?

Der Dax kennt nur den Weg nach oben: Der deutsche Leitindex setzt seine Erholungsrally kraftvoll fort mit bislang 2 Prozent Plus auf 11.730 Punkte. Seit seinem kleineren Rückschlag am vergangenen Freitag ist der Index nun schon wieder um siebeneinhalb Prozent gestiegen.

Hingegen gibt der MDax der mittelgroßen deutschen Werte um 0,4 Prozent auf 25.326 Zähler nach, hier nahmen Anleger bei Krisengewinner-Aktien wie Teamviewer, Delivery Hero oder Hellofresh Gewinne mit.

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung aus der Corona-Krise beflügelt vor allem Autowerte. Im Dax sind Daimler vorne mit plus 8,9 Prozent. Mit 8,5 Prozent deutlich im Aufwind auch Lufthansa-Aktien. Bank-Papieren kommt der anhaltende Konjunktur-Optimismus ebenfalls zugute. Deutsche Bank gewinnen 4,5 Prozent, im MDax sind Deutsche Pfandbriefbank und Commerzbank die besten Werte mit einem Plus von bis zu neun Prozent.

Woher der Rückenwind im Dax rührt, lesen Sie hier:

13:59 Uhr

Wall-Street-Anleger wetten auf geldpolitische Lockerungen

Zur Wochenmitte zeichnet sich an den US-Börsen eine Fortsetzung der Rally ab. Konjunkturoptimismus schlägt die Angst vor einer Eskalation der Spannungen zwischen USA und China. Unter den Anlegern wächst die Zuversicht, dass die Folgen der Corona-Pandemie bald überwunden werden können, zumal die Politik Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen signalisiert, um der Wirtschaft zu einer raschen Erholung zu verhelfen.

Der Streit um das Sicherheitsgesetz für Hongkong, das die Beziehungen zwischen Washington und Peking stark belastet, spielt an den Aktienmärkten dagegen allenfalls noch eine untergeordnete Rolle. Da bisher eine Eskalation ausgeblieben sei, konzentrierten sich die Anleger auf die geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken, die verfügbare Liquidität und die wiederauflebende Wirtschaftstätigkeit nach dem Ende der wegen Corona angeordneten Beschränkungen, sagt Edward Park, CIO von Brooks Macdonald.

13:48 Uhr

Air France-KLM streicht 40 Prozent der Flüge

Die französisch-niederländische Luftfahrtgruppe Air France-KLM streicht ihren Flugplan wegen der Corona-Pandemie zusammen: Bis zum kommenden Jahr sollen 40 Prozent weniger Verbindungen angeboten werden, wie Konzernchef Benjamin Smith bei der diesjährigen Hauptversammlung per Videokonferenz mitteilte. Betroffen sind demnach vor allem Kurzstreckenflüge, zu denen es eine Bahn-Alternative gibt.

Air France-KLM
Air France-KLM 4,14

Der französische Staat hat Air France Kredithilfen in Höhe von sieben Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug muss das Unternehmen bis 2024 den Kohlendioxid-Ausstoß auf nationalen Flügen um die Hälfte senken. Bereits im ersten Quartal hatte Air France-KLM ein Minus von 1,8 Milliarden Euro geschrieben. Danach brach der Flugverkehr wegen der Corona-Pandemie weitgehend ein.

13:17 Uhr

EZB rechnet mit drastischem Konjunktureinbruch

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet infolge der Corona-Pandemie mit einem drastischen Konjunktureinbruch. Dies machten die beiden ranghöchsten EZB-Vertreter, Präsidentin Christine Lagarde und ihr Stellvertreter Luis de Guindos, deutlich. Lagarde sagte während einer Online-Diskussion mit Jugendlichen, die Wirtschaft der Eurozone dürfte in diesem Jahr um acht bis zwölf Prozent schrumpfen. Prognoseszenarien, die von einer geringeren Schrumpfung ausgingen, seien mittlerweile überholt.

De Guindos bekräftigte Lagardes Äußerungen. Anfang Juni werde man einen besseren Überblick haben, ergänzte Lagarde. Dann veröffentlicht die Notenbank im Rahmen ihrer Zinssitzung neue Prognosen zu Wachstum und Inflation. Analysten halten es für gut möglich, dass die Notenbank dann ihr Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP von derzeit 750 Milliarden Euro ausweitet. Andeutungen in diese Richtung hatten zuletzt Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau und EZB-Direktorin Isabel Schnabel gemacht.

 

12:48 Uhr

Autowerte auf der Überholspur: Daimler vorneweg

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung aus der Corona-Krise lässt Anleger nicht nur bei Banken, sondern auch bei Autowerten zugreigen. Der Sektorindex gewinnt bis zu 6,2 Prozent und steigt damit auf den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Monaten.

Renault-Aktien weiten ihre Gewinne aus und steigen um 18,4 Prozent. Im Dax führt Daimler zwischenzeitlich mit einem Plus von mehr als acht Prozent die Gewinnerliste an, BMW steigen 5,8 Prozent, VW 5,7 Prozent. Investoren hoffen auf eine Konjunkturerholung und suchen in den zuletzt am meisten gebeutelten Sektoren nach Schnäppchen, erläutert Stratege Ian Williams vom Analysehaus Peel Hunt.

Frankreich will seine Autobranche mit einem Hilfspaket von mehr als acht Milliarden Euro stützen. Davon werde über eine Milliarde Euro fließen, um die wegen der Corona-Krise eingebrochene Nachfrage wieder in Schwung zu bringen. Daimler profitieren von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Mainfirst.

11:58 Uhr

Versorger wollen Eon-RWE-Deal vor Gericht zu Fall bringen

Mehrere regionale Stromversorger in Deutschland wollen den weitgehend abgeschlossenen Energiedeal zwischen den Branchenriesen Eon und RWE noch zu Fall bringen. Die Mainova AG aus Frankfurt kündigt an, gemeinsam mit zehn weiteren Versorgern beim Gericht der Europäischen Union (EuG) eine Nichtigkeitsklage gegen die Freigabe durch die EU-Kommission einzureichen.

Mit dem Deal zwischen Eon und RWE werde "der ohnehin fragile Wettbewerb in der Erzeugung erheblich eingeschränkt", heißt es in der Mitteilung. Das "Handelsblatt" hatte darüber zuerst berichtet. Eon und RWE haben eine weitreichende Neuaufteilung ihrer Geschäftsfelder vereinbart. Dazu haben sie die RWE-Tochter Innogy unter sich aufgeteilt. Die EU-Kommission hatte das Geschäft im vergangenen September unter Auflagen freigegeben.

11:41 Uhr

DIW: BIP bricht mehr als zehn Prozent ein

Das DIW-Institut erwartet für das zweite Quartal wegen der Corona-Krise einen Konjunktureinbruch von mehr als zehn Prozent in Deutschland und danach auch nur eine langsame Belebung. Das Konjunkturbarometer sank im Mai auf ein Rekordtief von 20 Punkten.

Mit den ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen soll die Wirtschaft zwar etwas Fahrt aufnehmen. "Der Einbruch ist aber drastisch und eine vollständige Erholung wird sehr lange auf sich warten lassen", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. "Das Auslandsgeschäft dürfte angesichts der weltweit verheerenden Folgen der Corona-Pandemie wegbrechen und die Nachfrage vor allem nach Investitionsgütern schwach bleiben." Vor allem die deutschen Exporteure werden das zu spüren bekommen.

11:32 Uhr

EU will 750 Milliarden Euro für Wiederaufbau mobilisieren

Die EU-Kommission will nach nach übereinstimmenden Medienberichten 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise auf den Weg bringen.

Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen. Dafür sollen im Namen der Europäischen Union über Anleihen Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über Jahrzehnte gemeinsam getilgt werden. Damit fällt das von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen entworfene Programm noch deutlich größer aus als eine deutsch-französische Initiative für ein 500-Milliarden-Euro-Paket.

11:15 Uhr

Größte Finanzspritze der Welt: Japan legt zweiten Zusatzhaushalt auf

Japan stemmt sich ungeachtet steigender Schulden mit weiteren Milliardenausgaben gegen die Folgen der Corona-Krise. Die Regierung hat zu diesem Zweck einen zweiten Zusatzhaushalt in der Rekordhöhe von 31,9 Billionen Yen (271 Mrd. Euro) beschlossen.

Es dient zur Finanzierung eines gigantischen Konjunkturpakets, dessen Volumen Premier Shinzo Abe auf mehr als 230 Billionen Yen bezifferte. Das sei die größte Finanzspritze der Welt und entspreche 40 Prozent der Wirtschaftsleistung Japans. Dies sei nötig, um die Wirtschaft vor einer Jahrhundertkrise zu schützen, wurde Abe zitiert. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist wie auch Deutschland in eine Rezession gestürzt.

10:40 Uhr

Renault und Nissan: Anleger honorieren Umbaupläne

Die französisch-japanische Autoallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi setzt vor dem Hintergrund der Corona-Krise auf milliardenschwere Kostensenkungen. Mit einer verstärkten Zusammenarbeit könnten Kosten für neue Automodelle um bis zu 40 Prozent sinken, sagte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard bei einer Online-Pressekonferenz. 

Senard machte auch deutlich, dass sich das neue Bündnis von der Expansionsstrategie des früheren Autobosses Carlos Ghosn verabschiedet. Ghosn hatte die Allianz geschmiedet und vor allem auf hohe Absatzzahlen getrimmt. Der Fall Ghosn hatte das Bündnis in eine schwere Krise gestürzt - der Automanager war Ende 2018 wegen Vorwürfen in Japan festgenommen worden und dann unter dubiosen Umständen in den Libanon geflüchtet.

Die Anleger honorieren die Neuauflage der Allianz: Renault gewinnen 6,6 Prozent, Nissan legten 5,5 und Mitsubishi 5,3 Prozent zu.

10:07 Uhr

Urlaubsfantasien sorgen für Kursfeuerwerk bei Tui

Die Aussicht auf Sommerferien im Ausland lässt Anleger auch heute wieder zu Tui-Aktien greifen. In Frankfurt legen die Papiere des Reisekonzerns erneut rund ein Drittel zu.

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Bereits am Vortag hatten die Aktien aus dem Reise- und Tourismus-Bereich aufgrund der erwarteten Aufhebung von Reisewarnungen für europäische Länder ein Kursfeuerwerk gezündet. Länder wie Spanien öffnen sich wieder dem Tourismus. Deutschland hebt die bestehende Reisewarnung für die EU und weitere Länder in Europa voraussichtlich zum 15. Juni auf.

Die Titel aus der Branche sind in der Erholungsrally Nachzügler. Am Dienstag gewann der Stoxx-Sektorenindex 6,9 Prozent. IAG schossen um 23 Prozent, Tui um 32,4 Prozent nach oben.

 

09:54 Uhr

Geplatzte Milliardenfusion: Anleger strafen TAG Immobilien ab

Die nach wenigen Tagen geplatzten Fusionsgespräche zwischen TAG Immobilien und LEG Immobilien haben TAG-Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Die Aktien fallen um rund zwei Prozent und sind damit einer der größten Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

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Die Titel des ebenfalls im MDax gelisteten Rivalen LEG, der den Versuch eines Zusammenschlusses vergangene Woche ins Rollen gebracht hatte, legen um gut ein Prozent zu. LEG hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass Gespräche über eine mögliche Fusion abgebrochen worden seien, weil man sich nicht über das Umtauschverhältnis für die Aktien einig geworden sei. TAG Immobilien hatte sich bisher nie zu den Verhandlungen geäußert.

09:26 Uhr

Konjunkturoptimisten machen Kurse: Dax steigt weiter

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Börsen trotz Corona-Krise im grünen Bereich: Der Das hat seit seinem Rückschlag am Freitag wieder mehr als sechs Prozent gewonnen.

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Die Erholung setzt sich fort: Der deutsche Leitindex Dax beginnt den Handelstag mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 11.519 Zählern. Seit dem kleineren Rückschlag am Freitag hat sich der Dax inzwischen wieder um mehr als sechs Prozent erholt. "Selbst die asiatischen Märkte schauen nun eher auf das Ende des Stillstandes als auf die Hongkong-Krise", so ein Marktteilnehmer. Europa habe zuletzt relative Stärke aufgebaut, die sich nun fortsetzen sollte.

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Gestützt wird die Stimmung von der Fiskal- und der Geldpolitik. "Die Märkte setzen darauf, dass die EU-Kommission am Mittwoch Details zu ihrem Wiederaufbauprogramm vorstellt und die EZB dieses mit einer Ausweitung ihres Kaufprogramms unterstützt", so der Händler. Nötig ist ein solches Programm allemal. Denn in Frankreich brach das Geschäftsklima im Mai auf 59 Punkte ein, während 86 erwartet worden waren.

Für Optimismus an den Börsen sorgt auch Jamie Dimon. Der Chef der US-Bank JPMorgan meint, dass vielleicht doch eine ziemlich schnelle konjunkturelle Erholung möglich sein könnte. Die Spannungen zwischen China und den USA sowie die Hongkong-Problematik bringen jedenfalls die Anleger in ihrem aktuellen Optimismus für eine schnelle Erholung von der Corona-Krise kaum aus der Ruhe.

Neben den Spekulationen über das Ausmaß des Wirtschafts-Pushs durch die Corona-Lockerungen stehen auch Unternehmen im Fokus, so zum Beispiel die französisch-japanische Autoallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Spitzenvertreter der Konzerne berichten seit 9 Uhr bei einer Online-Pressekonferenz über neue Projekte. Das Autobündnis ist durch den Fall von Topmanager Carlos Ghosn sowie wegen des Pandemie-bedingten Shutdowns in eine schwere Krise geraten. Wie Insider berichten, wollen die Autobauer deshalb die Allianz erneuern. Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer. Ich begleite Sie heute durch den Börsen-Tag.

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08:43 Uhr

Geringere Nachfrage - Tesla senkt Preise für Elektroautos

Tesla
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Der US-Elektroautopionier Tesla will die Preise für seine Elektrofahrzeuge in Nordamerika senken. Die Modell-S-Autos werden ab 79.990 Dollar und das Sport-Utility-Fahrzeug Modell X ab 84.990 Dollar erhältlich sein, während das billigste Modell 3 nun 37.990 Dollar kostet, wie es auf der Website von Tesla hieß.

Mit den Preiskürzungen reagiert Tesla auf eine sinkende Nachfrage nach Autos in der Corona-Krise. Unklar ist jedoch, ab wann die Preisanpassungen in Kraft treten werden. Auch in China werde Tesla die Preise für die von ihm importierten Modelle S und X senken, jedoch die für das vor Ort hergestellte Modell-3-Auto unverändert lassen.

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Ein mit Tesla-Fahrzeugen beladener Lieferwagen.

(Foto: AP)

 

08:19 Uhr

US-China-Streit belastet Ölpreise

Rohöl (Brent)
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Die Ölpreise geben im frühen Handel leicht nach. Händler nannten die politischen Spannungen zwischen den USA und China als Belastungsgrund. Am Morgen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 35,90 US-Dollar. Das sind 25 Cent weniger als gestern. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt in ähnlichem Ausmaß auf 34,05 Dollar.

Getrübt wurde die Stimmung durch neue kritische Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber China. Hintergrund ist das Bestreben der Volksrepublik, die Sonderrechte Hongkongs durch ein Sicherheitsgesetz einzuschränken. Darüber hinaus streiten sich die beiden größten Ölverbraucher der Welt, wer die Schuld an der Corona-Pandemie trägt. Im Hintergrund schwelt darüber hinaus das Dauerrisiko ihres Handelsstreits.

07:47 Uhr

Dax höher erwartet - EU-Rettungsplan im Blick

In Erwartung eines Rettungsplans für die europäische Wirtschaft wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute höher starten. Gestern hatte er dank Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Konjunktur ein Prozent auf 11.505 Punkte zugelegt.  

Dax
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Am Mittag will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ihre Vorschläge für die Ankurbelung der von der Coronavirus-Pandemie gebeutelten Konjunktur vorlegen. Vergangene Woche hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen 500 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds ins Gespräch gebracht, der Staaten Zuschüsse zahlt und über Anleihen finanziert wird, die die EU-Kommission aufnimmt. Ein Alternativ-Plan von vier EU-Staaten sieht vor, lediglich günstige Kredite anzubieten. Dem Widerstand der "Sparsamen Vier" zum Trotz bringe das Einlenken Merkels neuen Schwung in die Diskussion um eine Vergemeinschaftung von Schulden, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Daneben richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Veröffentlichung des "Beige Book" am Abend (MESZ). Vom Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed erhoffen sie sich Hinweise auf weitere Konjunkturhilfen.  

07:20 Uhr

Krisenkonzern Boeing will massiven Stellenabbau ankündigen

Der Flugzeugbauer Boeing steht Berichten zufolge vor einem massiven Stellenabbau. In den kommenden Tagen werde Boeing erhebliche Stellenstreichungen ankündigen, vor allem in den Bundesstaaten Washington und Kalifornien, wie die Agenturen Bloomberg und Reuters sowie das Puget Sound Business Journal unter Berufung auf Gewerkschaften berichten.

Den Berichten zufolge haben sich rund 1300 organisierte Mitarbeiter schon bereit erklärt, den Konzern gegen eine Abfindung freiwillig zu verlassen. Das Puget Sound Business Journal berichtet, dass 15 bis 20 Prozent der Stellen in der Fertigung im Raum Seattle und in Südkalifornien eliminiert werden könnten. Das Wall Street Journal hatte im April geschrieben, dass Boeing seine Belegschaft um bis zu 10 Prozent senken könnte. Damit fielen rund 16.000 Jobs weg.

Große Fracht - Eine Boeing wird geliefert

Boeing hat in diesem Jahr bisher mehr als 500 Bestellungen verloren, nachdem die Zahl der Stornierungen so stark gestiegen war wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

 

06:59 Uhr

Spannungen in Hongkong lassen asiatische Börsen fallen

Die Sorgen der asiatischen Anleger über die wachsenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China dämpfen den Optimismus über eine Wiedereröffnung der Weltwirtschaft. US-Präsident Donald Trump kündigte noch für diese Woche Maßnahmen gegen China wegen der nationalen Sicherheitsgesetze gegen Hongkong an, nannte aber keine konkreten Details.

"Das Ausmaß dieser möglichen Sanktionen ist ungewiss", sagten die Analysten der NAB. Die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt könnte die globale Geschäftstätigkeit weiter ins Wanken bringen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie bereits stark unter Druck steht.

Die Börse in Tokio zeigt sich zunächst uneinheitlich. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt zuletzt faktisch unverändert bei 21.266 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt um 0,7 Prozent und liegt bei 1546 Punkten. Die Börse in Shanghai notiert 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steigt um 2,1 Prozent.

06:46 Uhr

Dax-Konzern Infineon sammelt eine Milliarde Euro ein

Infineon
Infineon 20,75

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon hat mit einer Kapitalerhöhung bei Investoren binnen weniger Stunden rund 1,06 Milliarden Euro eingesammelt. 55 Millionen neue Aktien seien zum Preis von je 19,30 Euro bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte Infineon mit.

Mit dem Geld sollen Kredite abgelöst werden, die das Unternehmen für die neun Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Chipherstellers Cypress aufgenommen hatte. Es ist bereits die zweite Kapitalerhöhung innerhalb eines Jahres, die Infineon für Cypress umgesetzt hat. Im Juni 2019 hatte der Konzern neue Aktien für 1,5 Milliarden Euro verkauft.

Die Infineon-Papiere haben ihren Wert nach einem Kurssturz auf 10,13 Euro Mitte März fast verdoppelt. Allein gestern legten sie 3,5 Prozent auf 20,16 Euro zu.