Unter 14.000: DAX quält sich in den Mai
Das war ein Fehlstart des deutschen Aktienmarktes in den Mai. Kein Wunder, stehen doch in dieser Woche in Australien, Großbritannien und vor allem in den USA Zinsanhebungen auf dem Programm, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Der Krieg in Osteuropa tobt in aller Härte weiter. Zudem sorgt die Anleger die Corona-Lage in der Wirtschaftsgroßmacht China, die Rezessionsängste befördert.
Folgerichtig sackte der DAX heute um 1,1 Prozent auf 13.939 Punkte ab. Am späten Vormittag war der deutsche Börsenleitindex sogar bis auf 13.778 Zähler runtergerauscht, danach bewegte er sich um die Marke von 14.000 Punkten herum. Der EUROSTOXX50 notierte zwei Prozent leichter bei 3727 Stellen.
Ein Debakel erlebten die Anleger von Adler Group bei einem Kursabsturz von zuletzt immer noch 29,2 Prozent. Der Wirtschaftsprüfer KPMG verweigerte dem Immobilienkonzern das Testat für die Geschäftszahlen 2021.
Unter den Autozulieferern verloren Stabilus nach Quartalszahlen 0,1 Prozent. Für die Anteile von Leoni ging es nach Quartalszahlen um 3,2 Prozent bergab. Die Papiere von Vitesco setzten mit plus 1,8 Prozent ihren guten Lauf fort. Hilfreich war die Meldung eines Großauftrags der Hyundai Motor Group.
Einem trüben Ausblick des dänischen Windkraftanlagen-Herstellers Vestas konnten sich die Aktien von Nordex und Encavis im SDAX nicht entziehen. Encavis selbst legte ebenfalls Zahlen vor und erntete damit positive Kommentare am Markt, die Aktien verloren dennoch 5,9 Prozent. Nordex verbuchten ein Minus von 5,4 Prozent.
Im DAX verloren Henkel nach einer von der Deutschen Bank gestrichenen Kaufempfehlung 1,4 Prozent. Am Dax-Ende lagen Mercedes-Benz, Vonovia, BASF und Continental, deren Kursverluste von zwischen 5,4 und 7,3 Prozent aber größtenteils aus Dividendenabschlägen resultierten.
Porsche und Audi entwickeln Formel-1-Motoren
Porsche und Audi treiben ihre Pläne für einen Einstieg in die Formel 1 weiter voran. "Beide haben begonnen, Motoren zu entwickeln", sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess. Hintergrund für die jüngst erteilte Zustimmung des VW-Aufsichtsrats für die Projekte sei die Aussicht auf steigende Einnahmen.
Angestrebt wird von den beiden VW-Töchtern jeweils ein Start in der Motorsport-Königsklasse von 2026 an. Die Formel 1 will dafür interessierten Herstellern mit einem Regelkompromiss entgegenkommen. Ab 2026 sollen die Hybrid-Motoren mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff betrieben werden. Der Verbrenner im Aggregat soll nur noch 50 Prozent der Leistung beitragen, der Rest ist elektrisch.
Steigende Zinsen als Anlagechance
Tagesgeldkonten und Sparbücher werden langsam wieder interessanter. Sie sind jedoch nicht die einzige Möglichkeit, steigende Zinsen zu nutzen. Wer sich weiter umschaut, wird schnell merken, dass es auch noch andere Finanzprodukte gibt wie zum Beispiel das Trading auf Zinsen mit Turbo-Optionsscheinen. Über Risiken und Chancen dabei spricht Friedhelm Tilgen mit Anouch Wilhelms von der Société Générale.
US-Unternehmen kauft Marke Karl Lagerfeld ganz
Alleiniger Besitzer der Marke Karl Lagerfeld ist ab sofort das US-Bekleidungsunternehmen G-III Apparel Group: Es stockte seinen Anteil von bisher 19 Prozent an der Marke auf 100 Prozent auf und zahlte dafür 200 Millionen Euro. Bisheriger Besitzer der 81 Prozent war eine Gruppe privater und institutioneller Investoren.
G-III Apparel entwirft, produziert und vertreibt Damen- und Herrenbekleidung in den USA und international. Dem Unternehmen gehört ein ganzer Strauß von Marken und Lizenzen, etwa Guess, Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Levi's, Dockers oder Sonia Rykiel.
US-Anleger bleiben vor Fed-Entscheid in der Deckung
Die Anleger an der Wall Street bleiben vor der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank Fed vorsichtig. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 drehten nach der Eröffnung am Montag rasch ins Minus und notierten rund ein halbes Prozent schwächer bei 32.827 und 4110 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ebenfalls leicht auf 12.310 Zähler nach.
Apple gaben rund ein Prozent nach, nachdem ein zurückhaltender Ausblick die Titel schon am Freitag belastet hatte. Zudem droht dem US-Konzern nun in der EU wegen des Bezahldienstes Apple Pay eine hohe Kartellstrafe. Auch Amazon setzten ihre Talfahrt fort und büßten rund vier Prozent ein. Am Freitag hatte der Online-Händler nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis einen Kurseinbruch von 14 Prozent verbucht.
Finnisches Konsortium kappt AKW-Projekt mit Russland
In Finnland hat ein Firmenkonsortium ein Projekt zum Bau eines Atomkraftwerks mit Russland gestoppt. Das Unternehmensgruppe Fennovoima erklärte, den Vertrag mit dem russischen Staatskonzern Rosatom für die Erstellung der Anlage in Zentral-Finnland aufgekündigt zu haben. Als Grund nannte Fennovoima Verzögerungen und wachsende Risiken durch den Krieg in der Ukraine.
An dem Konsortium hält die Uniper-Mutter Fortum zusammen mit dem finnischen Stahlkocher Outokumpu und dem schwedischen Unternehmen SSAB zwei Drittel der Anteile, der russische Rosatom-Konzern über die Firma RAOS Voima den Rest.
Wie der Adler-Absturz Druck auf Vonovia macht
Mit ganzen 45 Prozent Minus startet die Adler-Gruppe desaströs in die neue Börsenwoche. Wie es zu dem harten Fall kommen konnte und welche Nachbeben noch folgen könnten, ordnet ntv-Börsenexpertin Katja Dofel ein.
Australier dürften Zinserhöhungswoche eröffnen
Die australische Notenbank dürfte morgen die Woche der Zinserhöhungen eröffnen. Nachdem sie bis vor Kurzem noch eine verzögerte geldpolitische Wende angedeutet habe, könnte sie nun doch bereits den Leitzins anheben, sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. Am Mittwoch wird dann die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins weiter anheben, am Donnerstag folgt dann voraussichtlich die Bank of England.
Konzerne dürfen Russland-Verluste nicht abschreiben
Deutsche Unternehmen, die wegen des Angriffskriegs und Sanktionen Milliarden Euro an Forderungen und Beteiligungswerten in Russland und der Ukraine verlieren, dürfen die Verluste nach deutschem Steuerrecht laut "Wirtschaftswoche" nicht abschreiben. Verluste bei Tochtergesellschaften in Russland und der Ukraine würden sich "bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer der inländischen (Mutter-)Gesellschaft nicht einkommensmindernd auswirken", teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage des Blattes mit.
Damit dürfen viele Gesellschaften wie Obi, SAP oder Henkel, die ihr Russland-Geschäft aufgeben, ihre dabei entstehenden Verluste nicht beim Finanzamt geltend machen.
Spritpreisentwicklung im Vergleich zu 2020 dramatisch
Nach dem sprunghaften Anstieg der Kraftstoffpreise im März hat sich die Lage an den Tankstellen im April etwas entspannt. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 in Deutschland im Durchschnitt 1,970 Euro und damit 9,9 Cent weniger als im Vormonat. Der Dieselpreis sank sogar um 11,6 Cent auf durchschnittlich 2,024 Euro. Allerdings zogen die Preise im Monatsverlauf wieder spürbar an.
Wie dramatisch der Preisanstieg an den Zapfsäulen ist, zeigt der Vergleich mit den Durchschnittspreisen vom Vorjahr: Im April 2021 hatte ein Liter Super E10 laut ADAC im Schnitt 50,4 Cent weniger gekostet, Diesel war sogar 71,5 Cent billiger. Zu Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren, im April 2020, war der Ölpreis in den Keller gerauscht, da hatten Autofahrer in Deutschland E10 sogar für 1,171 Euro bekommen und Diesel im Schnitt für gerade mal 1,082 Euro.
Buffetts Engagement hilft "Candy Crush"-Macher Activision
Anleger folgen dem Beispiel des Börsengurus Warren Buffett und decken sich mit Aktien von Activision Blizzard ein. Die Titel des Anbieters von Videospielen wie "Call of Duty" oder "Candy Crush" steigen im vorbörslichen US-Geschäft um 2,7 Prozent. Buffetts Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway baute eigenen Angaben zufolge ihren Anteil auf 9,5 Prozent aus.
Ölpreise sacken kräftiger ab
Ringen um das Ölembargo gegen Russland: Beim diesem Thema war bis zuletzt unklar, unter welchen Bedingungen sehr stark von russischen Öllieferungen abhängige Länder wie Ungarn die benötige Zustimmung zu einem EU-Einfuhrverbot geben könnten. Denkbar wären zum Beispiel eine sehr lange Übergangsfrist oder Ausnahmeregelungen. Als mögliche Übergangsfrist waren zuletzt ein Termin Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres im Gespräch. Mit den scharfen Sanktionen reagiert die EU auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Mit den Ölpreisen ist es am Nachmittag weiter nach unten gegangen. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 3,1 Prozent auf 103,32 US-Dollar pro Barrel. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete 99,91 Dollar und damit 3,4 Prozent weniger.
Bechtle-Großaktionärin bringt Anteil in Stiftung ein
Bechtle-Großaktionärin Karin Schick will ihre Beteiligung an dem IT-Systemhaus in eine Stiftung einbringen und diese damit langfristig vor fremdem Zugriff sichern. 4,5 Millionen Aktien im Wert von knapp 200 Millionen Euro - das sind knapp 3,6 Prozent an Bechtle - sollen sofort in die Gerhard und Ilse Schick Stiftung eingebracht werden, die restlichen Anteile spätestens beim Tod der einzigen Tochter von Firmengründer Gerhard Schick, wie das Unternehmen aus Neckarsulm mitteilte.
Die Stiftung verfolge gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke. "Damit soll der Bechtle AG ein Ankeraktionär über Generationen hinweg gesichert werden", hieß es in der Mitteilung. Karin Schick hält außerhalb der Stiftung rund 25 Prozent an Bechtle, die Familie Schick insgesamt gut 35 Prozent.
Wall Street funkt Entspannungssignale
Nach den kräftigen Verlusten zum Wochenausklang deutet sich heute eine leichte Erholung an der Wall Street an. Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 0,5 Prozent zu. Der Nasdaq-Future klettert um 0,6 Prozent. Der Nasdaq-Composite hatte am Freitag im Zuge kräftiger Gewinnmitnahmen um 4,2 Prozent nachgegeben und zudem im April den stärksten Monatsrückgang seit 2008 markiert.
Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch wird allerdings mit einem insgesamt zurückhaltenden Handel gerechnet. Während die Berichtssaison zu Wochenbeginn eine kleine Pause einlegt, gibt es eine Reihe von US-Konjunkturdaten. So werden nach der Startglocke der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe für April in der zweiten Lesung, die Bauausgaben für März sowie der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im April veröffentlicht.
Steigende Leitzinsen? Goldpreis leidet
Die Spekulation auf steigende Leitzinsen setzt auch den Goldpreis unter Druck. Mit 1878 US-Dollar wird die Feinunze weiterhin in der Nähe der Tiefststände seit Ausbruch des Ukraine-Krieges gehandelt. Aus technischer Sicht ergibt sich bei einem nachhaltigen Fall unter 1878 Dollar laut Marktanalysten ein rechnerisches Abschlagspotenzial von fünf bis zehn Prozent.
Leoni-Kurs sackt kräftig ab - operativer Verlust
Sehr schwach hat sich die Leoni-Aktie präsentiert. Ihr Kurs rauschte um 4,8 Prozent runter. Operativ ist der Autozulieferer im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Bei leicht fallenden Umsätzen fiel im bereinigten EBIT ein Minus von 17 Millionen Euro an. Den Ausblick hat Leoni allerdings bekräftigt.
Brüssel wirft Apple Verstoß gegen Wettbewerbsvorschriften vor
Ungemach für Apple: Der US-Technologieriese verstößt nach vorläufigen Ermittlungen der EU-Kommission gegen europäische Wettbewerbsvorschriften. Dem Unternehmen werde vorgeworfen, den Zugang zu einer Standardtechnologie für kontaktlose Zahlungen mit mobilen Geräten zu beschränken und damit den Wettbewerb im Bereich der mobilen Geldbörsen zugunsten seiner eigenen Lösung Apple Pay einzuschränken, teilte die Behörde in Brüssel mit.
DAX weiter im intakten Abwärtstrend
Der DAX hat um Mittag herum seinen Verlust etwas abbauen können. Der Leitindex pendelte um die Marke von 14.000 Punkten herum, aktuell verlor er 0,6 Prozent auf 14.014 Punkte. Die Nervosität am Aktienmarkt ist hoch, was auch an den Kursschwankungen abzulesen ist. Der DAX bewegte sich bislang im Bereich zwischen 13.778 und 14.036 Stellen.
Die Prämien für Absicherungen verharren derweil auf einem hohen Niveau und sprechen für zukünftig höhere Schwankungen am Aktienmarkt. Nachdem der DAX-Performance-Index seit Jahresbeginn bereits zwölf Prozent im Minus notiert, droht weiteres Unheil für die kommenden Tage.
Kapitalmärkte für Adler Group geschlossen - Aktie schmiert ab
Der Immobilien-Investor Adler Group sieht die Bank- und Kapitalmärkte nach der Verweigerung des Testats für seinen Jahresabschluss 2021 durch die Wirtschaftsprüfer der KPMG für sich als nicht zugänglich an. "Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass die Bank- und Kapitalmärkte, solange wir einen Disclaimer of Opinion haben, für uns geschlossen sind", sagte der Chef des Adler-Verwaltungsrats, Stefan Kirsten, am Montag.
Adler verfüge, wie die Bilanz zeige, über eine halbe Milliarde Euro an liquiden Mitteln. "Wir haben an dieser Stelle keine Sorgen", sagte Kirsten. Die Adler Group habe mit der Vergangenheit abgeschlossen und strebe für 2022 ein Testat für ihren Jahresabschluss an. Die Aktie stürzte am Mittag um 44 Prozent ab.
Wirtschaftsstimmung im Euroraum trübt sich erneut ein
Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich angesichts des Ukraine-Kriegs im April erneut verschlechtert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Punkte auf 105,0 Punkte, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 108 Punkten gerechnet. Allerdings ist der März-Wert von zunächst 108,5 Punkten auf 106,7 Punkte nach unten revidiert worden.
Eingetrübt haben sich alle wichtigen Unterindikatoren. Besonders deutlich waren die Rückgänge im Einzelhandel, in der Industrie und der Bauwirtschaft. In der Industrie belasteten laut der Umfrage vor allem Knappheiten bei Material und Ausrüstungen.
Ölpreise vergrößern Verluste
Mit den Ölpreisen ist es weiter nach unten gegangen. Belastung kam vom festen US-Dollar, der Erdöl für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuerte. Am Vormittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 104,03 Dollar, das waren 2,2 Prozent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,4 Prozent auf 101,01 Dollar.
Tendenzielle Belastung übt derzeit die Corona-Politik Chinas aus, die mit strengen Eindämmungsmaßnahmen konjunkturelle Belastung hervorruft und eine geringere Rohölnachfrage bewirkt.
Vier von fünf Discountzertifikaten machten Gewinn
Krieg, hohe Inflation und Lieferengpässe belasten weiterhin Wirtschaft und Börse. Kein Wunder, dass viele Anleger auf Discountzertifikate zurückgreifen, um damit das Risiko im Vergleich zur Direktanlage zu reduzieren. Denn mit den Discountern lässt sich selbst dann noch ein Gewinn machen, wenn der Markt nicht zu stark fällt - allerdings ist der mögliche Gewinn im Gegenzug begrenzt. Der Deutsche Derivate Verband hat jetzt einmal untersucht, wie Discountzertifikate im Jahr 2021 im Vergleich zur Direktanlage abgeschnitten haben. Ein Ergebnis: Die Discounter lagen häufiger im Plus als die zugrundeliegenden Aktien oder Indizes. Friedhelm Tilgen hat darüber mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley und Lars Brandau vom Deutschen Derivate Verband gesprochen.
Bayer warnt vor "größter Hungersnot in Menschheitsgeschichte"
Wegen des Kriegs in der Ukraine, Missernten und globalen Logistikproblemen etwa beim Export von Düngemitteln steuert die Welt nach Meinung von Bayer auf die "größte Hungersnot in der Menschheitsgeschichte zu". "Wir fürchten, dass sich die Zahl der hungernden Menschen 2023 oder 2024 verdoppelt", sagte Bayer-Cheflobbyist Matthias Berninger dem "Tagesspiegel". "Wenn wir zehn Prozent weniger Kunstdünger haben, als wir bräuchten, raubt das bis zu 320 Millionen Menschen die Ernährungsgrundlage", sagte der einstige Grünen-Spitzenpolitiker dem Blatt.
Kurs von Biokraftstoff-Anbieter erholt sich etwas nach Absturz
Es ist heute nicht alles schlecht: Anleger haben nämlich den jüngsten Kurssturz beim Biokraftstoff-Anbieter Verbio zum Einstieg genutzt. Die Aktien verteuerten sich um 3,7 Prozent, nachdem sie am Freitag wegen Spekulationen um eine Einschränkung der Produktion um 18 Prozent eingebrochen waren.
Die von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) ins Gespräch gebrachte Beschränkung des Einsatzes von Nahrungs- und Futtermitteln zur Kraftstoff-Herstellung habe nur wenig Chancen auf Erfolg, schreibt Analyst Tim Wunderlich vom Bankhaus Hauck Aufhäuser. Es gebe Widerstand vom Bauernverband und Lemkes Partei.
Auftragskomponente im PMI prügelt DAX zeitweise kräftig runter
Land unter am deutschen Aktienmarkt: Der DAX fiel zeitweise unter 13.800 Stellen zurück. "Die Volatilität ist hoch", sagt ein Händler. Zudem sei die Auftragskomponente im PMI (Einkaufsmanagerindex) unter 50 reingekommen, das belaste die Stimmung.
Danach erholte sich der DAX wieder etwas und verlor "nur" noch 1,2 Prozent auf 13.923 Punkte. Der EUROSTOXX50 sackte um 1,5 Prozent auf 3744 Stellen ab.
Berkshire-Hathaway-Aktionäre wollen nur Warren Buffett
Starinvestor Warren Buffett bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender der Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway. Die Mehrheit der Aktionäre des Unternehmens lehnten auf ihrer Jahreshauptversammlung in Omaha den Vorschlag ab, den 91-jährigen Buffett durch einen unabhängigen Vorstandsvorsitzenden zu ersetzen. Buffett leitet Berkshire Hathaway seit 1965.
Rheinmetall-Aktie juckt Abstufung überhaupt nicht
Die Aktie von Rheinmetall ist trotz der Abstufung durch Oddo auf "Neutral" weiter angestiegen. Der Kurs des Düsseldorfer Rüstungskonzerns legte um 1,6 Prozent zu. "Die Diskussion um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine spricht für den Titel", so ein Marktteilnehmer.
Qantas plant "Projekt Sonnenaufgang"
Die australische Fluggesellschaft Qantas will ab Ende 2025 die längsten Nonstop-Flüge der Welt in ihr Streckennetz aufnehmen. Die Flüge sollen in rund 19 Stunden australische Metropolen an der Ostküste wie Sydney und Melbourne zunächst mit London und New York verbinden.
Die zu diesem Zweck georderten zwölf Maschinen des Typs Airbus A350-1000 könnten in Zukunft aber auch andere Städte wie Frankfurt und Paris direkt mit Zielen in Australien verbinden, teilte der Konzern mit. Mit dem sogenannten "Projekt Sonnenaufgang" sei endlich eine Lösung für die "Tyrannei der Entfernung" gefunden, die Reisen nach Australien traditionell so schwierig gemacht habe, sagte Airline-Chef Alan Joyce.
DAX um 14.000 - "Woche der Wahrheit in Sachen Geldpolitik"
Der DAX hat sich eine halbe Stunde nach Handelsbeginn um die 14.000er-Marke stabilisieren können. Der Leitindex notierte nunmehr 0,7 Prozent leichter bei 13.992 Punkten, zuvor war er bis auf 14.027 Zähler gegangen. "Eine durchgreifende Erholung ist vor der Fed-Sitzung aber unwahrscheinlich", sagte ein Marktteilnehmer. Erst beruhigende Aussagen der Fed dürften den Markt nachhaltig stützen, meinte er weiter.
CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl spricht von der "Woche der Wahrheit in Sachen Geldpolitik". Die US-Notenbank Fed dürfte die Leitzinsen am Mittwoch um mehr als 25 Basispunkte anheben und diesen zügigen Kurs so lange beibehalten, bis die Inflation wieder eine nachhaltige Tendenz abwärts zeigt.
Rabenschwarzer Tag für Adler Group - Aktienkurs kollabiert
Bei den Frankfurter Aktienwerten stach die Aktie der Adler Group mit einem Kurssturz von 43,5 Prozent heraus. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG verweigerten dem Immobilien-Investor das Prüfsiegel für den Jahresbericht 2021. Der Hedgefonds Viceroy des Investors Fraser Perring wirft Adler Bilanz-Tricksereien vor. KPMG hatte bei einer separaten Sonderprüfung zwar keinen systematischen Betrug, aber Mängel festgestellt.
DAX verliert kräftig und rutscht unter 14.000
Der deutsche Aktienmarkt ist deutlich geschwächt in die neue Woche gestartet. Der DAX verlor ein Prozent auf 13.957 Punkte. MDAX, SDAX und TECDAX sackten um 0,6 bis ein Prozent ab.
Damit verharrte der DAX auf dem Stand aus dem Späthandel vom Freitag, als er unter einem schwachen Schluss der Wall Street gelitten hatte. Somit sei der jüngste Erholungsansatz "im Keim erstickt" worden, sagt Christoph Geyer von der Vereinigung Technischer Analysten in Deutschland. "Die Unsicherheit dürfte anhalten", ergänzt er.
Nikkei mit kleinem Plus, kein Handel in China
Unmittelbar vor einer Reihe von Feiertagen in Japan haben sich Investoren mit Engagements an der Tokioter Börse zurückgehalten. Der Nikkei stieg um 0,2 Prozent auf 26.890 Punkte. Anleger können erst mit Verzögerung auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed reagieren, weil der japanische Aktienmarkt in den kommenden drei Tagen geschlossen bleibt.
Im Sog der jüngsten Kursverluste der US-Technologiewerte gerieten deren asiatische Rivalen unter Druck. So verloren in Tokio die Aktien von Tokyo Electron und Advantest bis zu 4,1 Prozent. Die südkoreanische Chipfirma Hynix büßte 1,3 Prozent. Die chinesischen Aktienmärkte blieben wegen eines Feiertags geschlossen.
Vestas leiden unter Ukraine-Krieg
"Der Umsatz entwickelt sich gut, aber der Verlust ist höher als erwartet", sagt Heino Ruland von Ruland Research mit Blick auf Vestas. Der Verlust liege bei 60 Cent je Aktie, erwartet worden seien 13 Cent. "Grund sind Abschreibungen wegen Russland und Ukraine", so der Analyst.
China-Sorgen setzen Ölpreis zu
Der überraschend deutliche Rückgang der chinesischen Industrieproduktion drückt den Öl-Preis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um ein Prozent auf 106,09 US-Dollar je Barrel. "Eine derart deutliche Abkühlung ist in einer Zeit ein potenzielles Risiko für die Rohstoffmärkte und die Weltwirtschaft", warnt Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank. Die Immobilien-Krise in China und die verschärfte Regulierung von Unternehmen dort bereite Investoren bereits Sorgen.
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TUI verbucht starkes Ostergeschäft
Beim Reisekonzern TUI ziehen die Buchungen weiter an. In den vergangenen vier Wochen seien 1,3 Millionen Kunden hinzugekommen, so dass TUI für die gesamte Saison aus Winter 2021/22 und Sommer 2022 deutlich über den Ende März genannten 8,9 Millionen Gästen liege, erklärt Konzernchef Fritz Joussen. "Zwei Trends verstetigen sich: Es wird deutlich kurzfristiger und hochwertiger gebucht. Das ist gut für den Umsatz, die Margen und die Profitabilität", heißt es in dem Brief. Das starke Ostergeschäft habe gezeigt, dass die Nachfrage trotz des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine ungebrochen hoch sei.
DAX muss wieder um die 14.000 kämpfen
Zum Auftakt des neuen Börsenmonats wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag niedriger starten. Der deutsche Börseneitindex wird aktuell mit Kursen um 13.900 Punkte taxiert und damit 1,4 Prozent im Minus
Am Freitag hatte er dank ermutigender Firmenbilanzen 0,8 Prozent auf 14.097,88 Punkte zugelegt. Neben dem Ukraine-Krieg bleibt die Inflation und die Reaktion der Notenbanken darauf das große Thema auf dem Börsenparkett. Zwei Tage vor der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank um einen halben Prozentpunkt steigt die Anspannung am Markt. Entscheidend werde, wie stark die Fed in den kommenden Monaten an der Zinsschraube drehen und wie rasch sie ihrer Wertpapierbestände abbauen werde, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.
Da die Teuerungsrate auch hierzulande so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht, gerät die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang, eine Zinswende einzuleiten. "Daran ändert auch die deutliche Abschwächung der Konjunktur wenig", sagte Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Rückschlüsse auf die EZB-Geldpolitik versprechen sich Börsianer von den anstehenden Konjunkturdaten. Die deutschen Einzelhandelsumsätze sind im März Prognosen zufolge wie im Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen. Beim europäischen Geschäftsklima-Index erwarten Experten für April einen Rückgang auf 108 Punkte von 108,5 Zählern.
"Never touch a falling knife": Kurssturz bei Adler
Der Kurssturz bei Adler Group beschleunigt sich: "Mit dem Versagungsvermerk für den Jahresabschluss nehmen die Probleme stark zu", sagt ein Marktteilnehmer. Anleger sollten das Motto "never touch a falling knife" berücksichtigen.
Asien-Börsen mit Abschlägen
Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zeigen sich zu Wochenbeginn mit Abschlägen. Getrübt wird das Sentiment von den anhaltenden Corona-Lockdowns in China und Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Hinzu kommen die herben Verluste an der Wall Street zu Wochenschluss, wo insbesondere Technologiewerte abverkauft wurden. Die Anleger halten sich auch aufgrund der zur Wochenmitte anstehenden geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank zunehmend zurück, hier wird ein deutlicher Zinsschritt erwartet.
Die Stimmung in der chinesischen Industrie ist im April nach offiziellen Angaben deutlicher als erwartet gesunken. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den verarbeitenden Sektor verringerte sich auf 47,4 (März: 49,5). Der von Caixin und dem Researchhaus S&P Global ermittelte PMI für den verarbeitenden Sektor verringerte sich auf 46,0 (März: 48,1) Punkte.
In China, Hongkong und Singapur findet wegen eines Feiertages kein Handel statt. In Südkorea verliert der Kospi 0,4 Prozent, angeführt von Internet- und Technologiewerten. Belastet wird das Sentiment von den kräftigen Verlusten an der Wall Street. Die Titel des Fintechs Kakaopay verlieren 4,0 Prozent, Naver büßen 2,6 Prozent ein. Die Aktie des Index-Schwergewichts Samsung Electronics gibt 0,3 Prozent nach.
Euro und Yen erneut unter Druck
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der US-Dollar 0,4 Prozent auf 130,36 Yen und gibt 0,3 Prozent auf 6,6080 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,9741 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,0517 Dollar und gibt 0,2 Prozent auf 1,0247 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,2 Prozent auf 1,2550 Dollar.
Euro / Dollar o
Volkswagen bindet sich an Qualcomm
Der Autokonzern Volkswagen bindet sich einem Zeitungsbericht zufolge bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens langfristig an den US-Chipkonzern Qualcomm. VW werde den speziell für das automatisierte Fahren entwickelten "System on Chip" (SoC) von Qualcomm ab 2026 weltweit über alle Marken hinweg einsetzen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Der Deal mit einer Laufzeit bis 2031 koste Volkswagen mehr als eine Milliarde Euro.
Anleger an Tokioter Börse vorsichtig
Die Tokioter Börse ist angesichts von Inflations- und Konjunktursorgen vorsichtig in die neue Woche gestartet. Negative Vorgaben aus den USA und die Erwartung von Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten belasteten den Markt. Der Nikkei lag im Verlauf 0,1 Prozent tiefer bei 26.834 Punkten. Der breiter gefasste Topix stieg um 0,1 Prozent und lag bei 1901 Punkten. "Die dramatischen Verluste an der Wall Street in der vergangenen Woche drückten auf die Stimmung der Anleger", sagte Analyst Shoichi Arisawa vom Broker IwaiCosmo Securities. Zudem blieben viele Anleger vor den am Dienstag beginnenden drei Feiertagen der "Goldenen Woche" in Japan in Deckung. Denn in dieser Zeit findet die Sitzung der US-Notenbank statt, bei der eine Zinsanhebung erwartet wird.
Am Freitag hatten enttäuschende Geschäftszahlen der beiden Technologiekonzerne Amazon und Apple den US-Börsen kräftige Verluste eingebrockt.
Hackerangriff trifft Sixt
Der Autovermieter Sixt ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Das teilte das im MDAX gelistete Unternehmen mit. Die Störung sei frühzeitig bemerkt und Gegenmaßnahmen seien umgehend gemäß entsprechender Sicherheits-Protokolle eingeleitet worden. Über neue Erkenntnisse werde Sixt informieren, sobald diese vorlägen. Sixt hatte am Freitag erhebliche technische Probleme eingeräumt. Anfang April war auch der Windturbinenhersteller Nordex Ziel eines Hackerangriffs geworden.
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Sell in may …: Das wird für den DAX heute wichtig
"Alles neu macht der Mai" - doch an den Börsen und beim DAX werden Strategen zufolge von Aufbruchstimmung in der neuen Woche nichts zu spüren sein. "Die Märkte werden noch eine Zeit lang im Konsolidierungsmodus verharren, bis etwas mehr Klarheit über die geopolitische Lage, Chinas Covid-Situation sowie den Leitzinspfad der US-Notenbank herrscht", prognostiziert Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.
Gebremst von Inflations- und Konjunktursorgen verlor der deutsche Leitindex auf Wochensicht ein paar Punkt. Am Freitag konnte er sich aber mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent oder knapp 120 Zählern und einem Kurs von 14.098 Punkten ins Wochenende verabschieden. Der Dow Jones schloss jedoch leichter. Aktuell wird der DAX mit Kursen um 13.925 Zähler taxiert und damit wieder deutlich tiefer.
Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch startet die Terminwoche zunächst ruhig: Neben den zweiten Veröffentlichungen von Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden Gewerbe aus Italien, Frankreich, Deutschland, der EU und den USA stehen der ISM-Index sowie die Bauausgaben in den USA auf der Agenda. Daneben veröffentlicht der Branchenverband VDMA Daten zu den Auftragseingängen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Nach US-Börsenschluss öffnet der Reisekonzern Expedia seine Bücher.