Der Börsen-TagEurozonen-Inflation höher als erwartet - Zinsdruck für EZB
Die hohen Energiepreise haben die Inflationsrate im Euroraum auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August, wie das EU-Statistikamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Experten hatten nur mit einem Wert von 3,6 Prozent gerechnet. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,8 Prozent. Im August hatte die Steigerungsrate bei 14,3 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte sich aus Sicht der Finanzmärkte bis zum Jahresende mit einer weiteren Zinserhöhung gegen den Preisauftrieb in der Eurozone stemmen.
"Die Inflation schießt nach oben, die Aussichten bleiben trüb", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Bethmann HAL. "Der Iran-Krieg und die Hitzewelle dürften auch in den nächsten Monaten eine Last sein. Überdies dürften Ernteausfälle durch die zurückliegende Hitze zu höheren Preisen führen. Wenn es gut läuft, wird die Inflationsrate im nächsten Frühjahr unter drei Prozent fallen. All das ist Wasser auf die Mühlen der EZB, die Leitzinsen weiter zu erhöhen. Daran dürfte auch die noch recht niedrige Kernrate nichts ändern, ist die Gefahr von Zweitrundeneffekten doch groß."