Der Börsen-TagFranzösische Schuldenprobleme bergen größere Risiken als Griechenland-Krise
Die französische Staatsverschuldung birgt größere Risiken als Griechenland während der Staatsschuldenkrise in der Eurozone, schreibt Jörg Krämer von der Commerzbank in einer Research Note. Die Staatsverschuldung in der Eurozone liege derzeit im Durchschnitt bei rund 90 Prozent des BIP, verglichen mit 80 Prozent im Jahr 2009, merkt Krämer an. Selbst ein kleines Land wie Griechenland habe den Währungsraum nahe an den Zusammenbruch gebracht, weshalb die systematischen Risiken einer französischen Schuldenkrise noch größer seien. Auch die Bereitschaft zu Haushaltsreformen sei heute geringer, schreibt er.
Dennoch verfüge Frankreich über stärkere Institutionen und eine größere finanzielle Kapazität als Griechenland damals, während die Banken in der Eurozone besser kapitalisiert seien. Die EZB verfüge zudem über Instrumente zum Ankauf von Anleihen, um Marktstress einzudämmen. "Wir erwarten keine neue Staatsschuldenkrise mit starken Ansteckungseffekten...obwohl das Risiko, dass die Dinge anders verlaufen könnten, steigt."