Der Börsen-TagGewaltspirale in Frankreich belastet den Dax
Die jüngste Erholung des Dax ist schon wieder zu Ende gegangen. Zum Börsenschluss sank der deutsche Leitindex um 1,18 Prozent auf 25.320 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent niedriger bei 6145 Zählern.
Belastet wurde die Stimmung von den Unruhen in Frankreich. Vor allem nicht-europäische Investoren reduzierten ihre Engagements bei europäischen Aktien. Bei Anleihen schichteten Anleger in deutsche Bundesanleihen um, die Zinsdifferenz gegenüber französischen Staatsanleihen weitete sich aus. Frankreich musste zuletzt 145 Basispunkte mehr für seine zehnjährigen Schulden zahlen als Deutschland.
Händler nannten zudem den Krisenherd im Nahen Osten als einen Grund für den schwachen Wochenauftakt. Zudem gebe es eine allgemeine Zurückhaltung vor den in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen wie die von SAP, Tesla, Meta und SpaceX. Von einer Stabilisierung der US-Techwerte nach deren jüngster Schwäche konnte der Dax nicht profitieren.
Die Kursschwäche drückte den Dax zeitweise unter 25.200 Punkte. Am Freitag war das Barometer noch bis auf fast 25.700 Punkte gestiegen.
Bei den Einzelwerten ragten Steyr Motors mit 21,4 Prozent Plus hervor. Das US-Rüstungsunternehmen Red Cat Holdings greift nach dem österreichischen Dieselmotorenhersteller und bietet 39,00 Euro pro Aktie. Händler bezeichneten das Angebot als viel zu gering.
Bei den deutschen Einzelwerten gerieten Immobilienaktien unter Druck. Die Papiere von Vonovia, Aroundtown und TAG Immobilien büßten zwischen 1,5 und 3,95 Prozent ein. Ein Händler verwies auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über die Pläne zur Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin.