Der Börsen-TagHändler schauen gebannt auf Italien
Die Börsianer rechnen mit einem vorsichtigen Start in den heutigen Handelstag. Die Antrittsrede des neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte hat erneut Sorgen über die Zukunft des Euro-Landes und dessen Schuldenpolitik aufkommen lassen.
Italiens 10-Jahres-Rendite sprang am Dienstag wieder nach oben auf 2,75 von 2,60 Prozent vor der Rede. Der Dax gab am Dienstagnachmittag seine ganzen Gewinne wieder ab und fiel unter die wichtige 12.800er-Marke zurück. Derzeit notiert der Frankfurter Leitindex vorbörslich 0,1 Prozent höher bei 12.804 Zählern.
Die starke Erholung der globalen Technologiewerte hatte zuletzt frisches Geld in die Märkte gelockt und für neue Zuversicht gesorgt. Technologieaktien liefen am Dienstag an den US-Börsen auch weiter nach oben. Aus Asien oder vom seitwärts laufenden Euro kommen keine neuen Signale, so dass der Markt in Europa mit sich selbst beschäftigt bleiben dürfte.
Besonders Kommentare zu Italien könnten die Märkte bewegen. Verunsichernd wirke die dortige Schuldenpolitik. Auf der positiven Seite habe Conte jedoch auch "revolutionäre Maßnahmen" angekündigt, um das Wachstum anzukurbeln, heißt es. So sollen die Unternehmens- und individuellen Steuern auf bis zu 15 Prozent gesenkt werden.
Zuversicht gibt die bestätigte Wachstumsprognose der Weltbank, die weiter von 3,1 Prozent Wachstum ausgeht. Das synchronisierte Wachstum laufe weltweit weiter. Bei den Konjunkturdaten des Tages wird vor allem auf die US-Handelsbilanz geachtet. In Deutschland stehen die VDMA-Auftragseingänge der Maschinenbauer im Blick.