Der Börsen-Tag "Hätten noch 100 Jahre unabhängig bleiben können" - Zegna geht trotzdem an die Börse
Der italienische Herrenausstatter Ermenegildo Zegna geht "durch die Hintertür" an die New Yorker Börse. Der Luxusmodehersteller soll noch in diesem Jahr mit einer eine leere Unternehmenshülle (SPAC) verschmolzen werden, die der Finanzinvestor Investindustrial Anfang des Jahres an die Börse gebracht hatte, um eine Firma zu übernehmen.
Die 1910 als Textilfabrik in Trivero im Piemont gegründete Zegna werde dabei mit 3,2 Milliarden Dollar bewertet, hieß es. "Wir hätten noch 100 Jahre unabhängig bleiben können", sagte Firmenchef Gildo Zegna der "Financial Times". Aber die Gelegenheit sei günstig gewesen, und die Luxusmodebranche sehr herausfordernd. Mit der Übernahme durch die Investindustrial Acquisition Corp kommen 880 Millionen Dollar frisches Kapital herein.
SPACs sind vor allem in den USA beliebt. Dem Datenanbieter Refinitiv zufolge sammelten sie alleine in diesem Jahr bislang 300 Milliarden Dollar bei Investoren ein. Das einzige Ziel dieser SPACs ist es, ein operativ tätiges Unternehmen zu übernehmen und diesem dadurch zu einer Börsennotiz zu verhelfen. Da die Zeichner von SPAC-Anteilen zunächst nicht wissen, wer das Übernahmeziel sein wird, werden SPACs auch als "Blankoscheck-Firmen" bezeichnet.