Der Börsen-TagHandelskammer wirbt für China-Dialog
Vor der China-Reise von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wirbt die Deutsche Handelskammer in China für Dialog und gezielte Maßnahmen im Handelsstreit. "Entscheidend ist, dass China in den Dialogen neben bestehenden Herausforderungen auch als Partner berücksichtigt wird", erklärte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Kammer in Nordchina. Die EU solle ihre Maßnahmen auf die Probleme einzelner Branchen zuschneiden. "Wir plädieren deshalb für EU-Initiativen, die Nutzen und Risiken abwägen und auf gezielte, sektorspezifische Instrumente setzen, anstatt pauschale Zölle oder allgemeine Vorgaben zu erlassen", sagte Oehms.
Er verwies zugleich auf die Vorteile der Zusammenarbeit: Deutsche Unternehmen entwickelten in China zunehmend Wissen, das auch den deutschen Konzernzentralen zugutekomme und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken könne. Die Wirtschaftspolitik solle diesen Austausch fördern, wo er beiden Seiten nütze.
Sefcovic wird am Donnerstag und Freitag in Peking für Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao erwartet. Die EU dringt auf einen Abbau des Ungleichgewichts im Handel mit China. Sie kauft deutlich mehr Waren aus der Volksrepublik, als sie dorthin verkauft. Peking weist die Kritik an seinen Handelsüberschüssen und Überkapazitäten als protektionistisch zurück.