Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagHoffnung auf die Jahresendrally

27.10.2026, 05:59 Uhr

Einen ordentlichen Wochenstart hat der Dax hingelegt. Der deutsche Börsenleitindex gewann gestern 0,9 Prozent und schloss mit einem Stand von 25.411 Punkten. Für Erleichterung sorgte die Bestätigung der Bonitätseinstufung Frankreichs mit "Aa3" durch die Ratingagentur Moody's - trotz des stetigen Anstiegs der Verschuldung und der politischen Zersplitterung, welche die Eindämmung der Kreditaufnahme erschwert. Moody's begründete dies mit der diversifizierten Wirtschaft des Landes und den starken öffentlichen Institutionen. Ein positives Signal sendete auch der IFO-Index.

Heute verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) über die Pflicht sozialer Netzwerke, rechtswidrige Falschbehauptungen umfassend zu löschen. Geklagt hat die Grünen-Politikerin Renate Künast gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta, da ihr auf der Plattform ein falsches Zitat untergeschoben worden war. Während Meta den konkreten Beitrag nach einer Beschwerde entfernte, fordert Künast, dass das Netzwerk auch proaktiv nach sinngleichen Abwandlungen sucht und diese löscht. Nachdem das Landgericht ihr in der Löschungsfrage recht gegeben, einen Schadenersatz aber abgelehnt hatte, zogen beide Seiten vor den BGH. Dieser hatte das Verfahren zunächst ausgesetzt, um ein inzwischen vorliegendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abzuwarten.

Unternehmensseitig richtet sich der Blick der Anleger auf frische Geschäftszahlen. So veröffentlicht etwa der kriselnde Sportwagenbauer Porsche Finanzzahlen für das dritte Quartal. Analysten erwarten trotz eines weiteren Absatzrückgangs von mehr als zehn Prozent eine leichte Stabilisierung. So sehen die Prognosen der Fachleute im Schnitt einen Rückgang des Umsatzes um gut drei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 331 Millionen Euro vor, mehr als doppelt soviel wie vor Jahresfrist. Damals hatte Porsche hohe Abschreibungen und Kosten für Personalabbau verbucht. Analysten sehen den MDax-Konzern auf Kurs zu den Jahreszielen eines Umsatzes auf Vorjahresniveau von rund 36 Milliarden Euro und einer operativen Rendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent.

Zudem gewährt der US-Flugzeugbauer Boeing vor US-Börseneröffnung einen Blick in seine Bücher. Der Konzern kann einerseits auf Erfolge wie den F/A-XX-Rüstungsauftrag und die Zulassung seiner Jets vom Typ 737 MAX verweisen. Andererseits kämpft Boeing mit Produktionsproblemen bei den Modellen 737 und 787, die den geplanten Hochlauf der Fertigung bremsen. Ein Rechtsstreit mit dem Zulieferer Vaero um wichtige Flügelkomponenten hat die Produktion des 777-Frachtflugzeugs Insidern zufolge für fast zwei Monate lahmgelegt. Der Engpass kostete Boeing laut Gerichtsunterlagen bis zu 6,5 Millionen Dollar pro Tag.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de