Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagInflations-Vorbote wird lauter

20.10.2026, 09:00 Uhr

Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im September so stark angehoben wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Erzeuger gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten im Schnitt 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Ein größeres Plus gab es zuletzt im März 2023 mit 7,5 Prozent. Die Stärke des von teurer Energie getriebenen Anstiegs überrascht: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Wert von 6,2 Prozent erwartet, nachdem die Preise im August um 4,6 Prozent gestiegen waren.

Die Erzeugerpreise sind ein Indikator, um die künftige Inflation einzuschätzen. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt - also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Damit geben sie einen frühen Hinweis darauf, wie sich die allgemeinen Verbraucherpreise entwickeln.

Preistreiber Nummer eins war einmal mehr Energie: Sie verteuerte sich um 14,9 Prozent. Mineralölerzeugnisse kosteten 51,3 Prozent mehr als im September 2025, "bedingt durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten", wie die Statistiker betonten. Für Rohbenzin musste 53,8 Prozent mehr bezahlt werden, für leichtes Heizöl sogar 91,8 Prozent und für Kraftstoffe 48,6 Prozent mehr.

Die Bundesbank rechnet für die kommenden Monate mit einem anhaltend hohen Preisdruck. "Derzeit ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate in Deutschland bis ins nächste Jahr hinein merklich erhöht bleibt", heißt es im aktuellen Monatsbericht. Der durch Rohstoffpreisschocks ausgelöste Inflationsdruck baue sich nur langsam ab. Rekordhohe Preise für Benzin und Diesel sowie teures Heizöl haben die Verbraucherpreise im September mit 3,3 Prozent so stark steigen lassen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.

Quelle: ntv.de