Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIrankrieg beschert Shell Fabel-Rekord bei Raffinerie-Marge

07.10.2026, 10:15 Uhr

Shell hat nach eigener Einschätzung mit seiner Raffineriemarge im dritten Quartal ein Rekordhoch erreicht. Treiber dieser Entwicklung sind die Preisschwankungen als Folge des Konflikts im Nahen Osten und ein weltweiter Angebotsengpass auf den Kraftstoffmärkten.

Der in London ansässige Energiekonzern teilte mit, dass sein Raffineriemargen-Indikator für das abgelaufene Quartal bei 42 US-Dollar pro Barrel prognostiziert wird, verglichen mit 24 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal. Die bisherige Rekordmarge lag bei 28,04 Dollar pro Barrel und war kurz nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 erreicht worden. Raffineriemargen messen die Differenz zwischen den Kosten für Rohöl und dem Wert der daraus hergestellten Kraftstoffe.

Die hohen Margen spiegeln eine Nachfrage nach raffinierten Produkten wider, die das Produktionsvermögen der Raffinerien übersteigt. Der Wert ist ein Indikator für die enormen Gewinne der Raffineriebetreiber in der aktuellen Krise.

Während die Margen im Quartalsverlauf sprunghaft stiegen, konnte Shell das Produktionsniveau allerdings aus dem zweiten Quartal in seinen Raffinerien nicht halten. Niedrige Wasserstände des Rheins in Deutschland belasteten die Auslastungsrate der Raffinerien. Sie sank auf 93 bis 97 Prozent, verglichen mit 102 Prozent im Vorquartal.

Quelle: ntv.de