Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Jeder Fehltritt könnte Schockwellen auslösen" - Anleger im Verteidigungsmodus

20.10.2026, 07:46 Uhr

Europas Börsen dürften heute zur Eröffnung weiter nachgeben, wenngleich nicht mehr so stark wie zu Wochenbeginn. Das geopolitische Umfeld bleibt schwierig. Es reicht von Angriffen der Huthis auf die saudische Infrastruktur, die jüngste Annäherung von Washington an Moskau sowie den Krawallen in Frankreich, die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der dortigen Regierung aufkommen lassen. Auch der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 25.319 Punkten geschlossen.

Dem Broker CMC zufolge stehen die Börsen vor einer Bewährungsprobe. Solange die Unternehmensgewinne überzeugten und die Inflation nicht erneut außer Kontrolle gerate, bleibe das Marktgefüge einigermaßen stabil. "Sollte jedoch eine dieser beiden Stützen wegbrechen, könnte aus der aktuellen Nervosität schnell eine deutlich umfassendere Korrektur werden. Die größte Gefahr für die Aktienmärkte ist derzeit nicht ein einzelner Krisenherd, sondern das gleichzeitige Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren", heißt es.

Die globale Investmentgemeinschaft dürfte in den kommenden Wochen in Verteidigungshaltung übergehen, da die Risikofaktoren eskalierten, so die australische Bank ANZ. Technologiefirmen stünden vor der Berichterstattung über ihre Gewinne, und jeder Fehltritt könnte Schockwellen auslösen. Die Energiepreise blieben angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten hoch, was den Druck auf die Zentralbanken zu Zinserhöhungen aufrechterhalte. Zudem seien die Sorgen über die Staatsverschuldung angesichts der Unruhen in ganz Frankreich wieder aufgeflammt. Unterdessen verschlechterten sich die US-Finanzkennzahlen weiter, wobei die Nettozinszahlungen 1 Billion US-Dollar pro Jahr überschritten. Die US-Zwischenwahlen dürften das Risiko eines politischen Stillstands erhöhen.

Quelle: ntv.de