Der Börsen-TagKI? Cloud? Es wird sportlich
Zwei Themen haben das Handeln der Dax-Anleger zur gestrigen Wochenmitte bestimmt: Das erneute Aufflammen der Kämpfe an der Straße von Hormus ließ die Ölpreise in die Höhe schießen. Brent kostet wieder über 90 Dollar je Barrel (159 Liter). Stützend wirkte sich dagegen die Berichtssaison aus, in der etwa Deutsche Bank und Rheinmetall die Anleger überzeugen konnten. Auch BASF schloss fester. Der Dax beendete den Handel kaum verändert mit 25.460 Punkten.
Nach Börsenschluss hierzulande erfolgte dann die Zinsentscheidung der US-Notenbank: Diese hält trotz anhaltender Inflationsgefahr den Leitzins stabil. Die Federal Reserve (Fed) beließ ihn in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Experten hatten damit gerechnet, auch wenn sich der neue Fed-Chef Kevin Warsh mit Signalen zum Zinskurs bewusst zurückgehalten hatte. Die durch den Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges befeuerte Inflation hat zuletzt zwar nachgelassen. Mit 3,5 Prozent war die Teuerung im Juni jedoch noch immer stark erhöht.
Und heute? Da liefert die Konjunktur BIP-Daten aus Deutschland und den USA. Aber auch die Berichtssaison geht weiter, hierzulande öffnet etwa Adidas die Bücher. Sportlich hat der fränkische Sportartikelhersteller bei der Fußball-Weltmeisterschaft maximal abgeräumt: In einem reinen Drei-Streifen-Finale setzte sich Spanien gegen Argentinien durch. Das zweite Quartal, über das die weltweite Nummer zwei hinter Nike am Donnerstag berichtet, wird erste Hinweise geben, ob und wie sich das in den Zahlen niederschlägt. Adidas profitiert ohnehin von der Schwäche von Nike. Nach Branchendaten ist der Marktanteil der Herzogenauracher bei Sportschuhen im Juni auf 19,2 Prozent gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es erst 16 Prozent gewesen.
In den USA legen zwei Börsen-Schwergewichte Zahlen vor: Bei den Geschäftszahlen des iPhone-Anbieters Apple halten Anleger Ausschau nach Gewinneinbußen durch die stark gestiegenen Speicherchip-Preise. Apple musste wegen der gestiegenen Kosten bereits die Preise für einige seiner Produkte anheben. Börsianer beschäftigt außerdem die Frage, ob Kunden Neuanschaffungen hinauszögern. Das Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal Erlöse von etwa 107 bis 110 Milliarden Dollar prognostiziert.
Im Mittelpunkt der Quartalsbilanz des Online-Händlers Amazon steht die Entwicklung der Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS). Anleger wollen wissen, ob sich die hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) rechnen und ob wie bei der Konkurrenz zusätzliche Investitionen geplant sind. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen AWS-Umsatz von 40,4 Milliarden Dollar. Die Konzernerlöse lagen voraussichtlich bei 196,5 Milliarden Dollar.
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