Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagLira-Crash: "Türkische Zentralbank entscheidet nicht mehr frei"

07.08.2018, 11:58 Uhr

Die türkische Lira sendet ein Lebenszeichen aus dem Kurskeller:

Vom neuen Rekordtief von 5,4288 je Dollar berappelte sie sich in der Nacht zunächst bis auf rund 5,3630 und geht aktuell mit 5,2310 um. Zu Beginn der Woche war der Dollar noch mit 5,1000 gehandelt worden, ehe sich die Lira-Talfahrt am Montag im Tagesverlauf nochmals deutlich beschleunigte. e

  • Als weitgehend wirkungslos entpuppt sich bislang eine Maßnahme der türkischen Notenbank vom späten Montagnachmittag, die die eigene Währung stützen soll. Die Experten der Commerzbank halten diese auch nicht für geeignet, den Druck von der Lira zu nehmen. In einem überraschenden Schritt habe die Notenbank (CBT) den Anteil der Mindestreserven, den Banken in ausländischen Währungen halten dürfen, von 45 auf 40 Prozent gesenkt. Nach Berechnungen der CBT setzte das Liquidität von rund 2,2 Milliarden Dollar frei.

  • Zwar müssten die Banken nun Dollar verkaufen, um ihrer Mindestreservepflicht nachzukommen, was eigentlich Druck von der Lira nehmen sollte, erläutert Commerzbank-Devisenexperte Lutz Karpowitz. Allerdings sei der Betrag von 2,2 Milliarden für den Devisenmarkt nicht viel, und vor allem offenbare die CBT mit dem Schritt, dass sie offensichtlich nicht mehr frei entscheiden könne.