Der Börsen-TagLuxus-Schock: China-Chaos zerlegt Hermès

Selbst die vermeintlich Unantastbaren in der Luxusbranche wackeln. Hermès, Hersteller der 10.000-Euro-Birkin- und Kelly-Bags, bekommt die Konsumkrise in China voll zu spüren.
Der Umsatz im dritten Quartal stieg nur noch um 4,3 Prozent zu konstanten Wechselkursen - Analysten hatten 5,2 Prozent erwartet. Die Reaktion an der Börse in Paris daraufhin ist brutal: Die Aktie rauscht am Vormittag um über 7,0 Prozent in die Tiefe.
CFO Eric du Halgouet wird in der Analysten-Konferenz deutlich: Der chinesische Immobilienmarkt bleibt schwach, das Verbrauchervertrauen liegt am Boden, die Haushalte sparen lieber als zu konsumieren. Die jüngsten Rückgänge an den Finanzmärkten hätten den Druck noch verstärkt.
Es ist ein Alarmsignal für die gesamte Luxus-Branche. Galt Hermès bisher als krisenfest, weil selbst die Konkurrenz neidisch auf die Wartelisten für die Taschen schaut, zeigt sich jetzt: Dem China-Einbruch entkommt keiner mehr. Die Bilanz für Hermès ist verheerend: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 40 Prozent verloren.