Mittwoch, 22. April 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Juliane Kipper
17:48 Uhr

Dax nimmt Erholungskurs wieder auf

Dax
Dax 12.847,68

Nach dem Vortagesrutsch fängt sich der deutsche Aktienmarkt wieder. Der wieder steigende Ölpreis sorgt für etwas Erleichterung unter Anlegern. Der Dax erholt sich um 1,61 Prozent auf 10.415 Punkte. Am Dienstag hatten Preisverluste historischen Ausmaßes an den Ölmärkten die Aktienbörsen weltweit schwer belastet. Der Dax hatte vier Prozent eingebüßt.

Auch ein weiteres Konjunkturpaket der USA in Höhe von 480 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wurde am Markt als hilfreich für die Aktienkurse gewertet. "Die Weltwirtschaft ist entsetzlich schwach, aber die Politiker stehen nicht untätig herum", kommentierte das Analysehaus BCA Research. Die Hilfszusagen rund um den Globus stellten diejenigen zur Zeit der großen Finanz- und Schuldenkrise tief in den Schatten. In Deutschland und den USA seien die Hilfsmaßnahme

17:18 Uhr

Boeing wappnet sich für Zeit nach Corona-Krise

Unter den Einzelaktien sind es aktuell die Geschäftszahlen, die die Kurse machen, nachdem am Gesamtmarkt wieder etwas Ruhe eingekehrt ist. AT&T steigen um 1,0 Prozent. Die Unsicherheit rund um die Coronavirus-Pandemie lässt die Medien- und Telekommunikationsriesen vorsichtiger werden. Der US-Konzern zog seine Finanzprognose für das Gesamtjahr zurück. Im ersten Quartal verfehlte AT&T die Erwartungen der Analysten. Allerdings sorgt die Krise für eine höhere Nachfrage nach Mobilfunk- und Breitbandangeboten.

Boeing
Boeing 183,74

Boeing ziehen um 2,8 Prozent an. Der Flugzeugbauer will wegen der Pandemie den Schutz der Lieferkette mittels einer neuen Abteilung stärken und sich damit auch auf die Zeit nach der Corona-Krise vorbereiten. Delta Air Lines heben um 1,9 Prozent ab. Die Fluggesellschaft verbuchte in der ersten Periode den ersten Verlust seit fünf Jahren. Allerdings verbrennt das Unternehmen aktuell weniger Geld in der Krise der Luftverkehrswirtschaft. Die Papiere von United Airlines verlieren 2,6 Prozent. Die Fluggesellschaft hat eine Kapitalerhöhung angekündigt.

16:49 Uhr

Goldpreis kämpft sich aus Abwärtsstrudel

Mit der Erholung am Rohstoffmarkt steigt auch der Goldpreis wieder, der zuletzt in den Abwärtsstrudel fallender Preise für Industrierohstoffe geraten war. Der Preis für die Feinunze gewinnt 1,4 Prozent auf 1.710 Dollar.

Im Handel wird auf leicht fallende Dollar-Wechselkurse verwiesen, die das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums günstiger machen. Händler betonen aber auch, dass derzeit eigentlich viel für Gold spreche - vor allem die enorme Geldmengenausweitung der Notenbanken und die schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme der Staaten.

16:12 Uhr

Historischer Preisverfall am Ölmarkt scheint überstanden

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 39,56

Auf Erholungskurs gingen auch die Ölwerte, die wegen der Preiskapriolen der US-Sorte WTI in den vergangenen Tagen unter Druck geraten waren. Die Aktien von Exxon und Chevron legten jeweils gut vier Prozent zu. Der WTI-Kurs schwankte erneut stark. Nachdem er zu Wochenbeginn erstmals unter null Dollar gerutscht war, bewegte er sich am Mittwoch in einer Spanne von minus elf bis plus 24,5 Prozent und notierte zur Eröffnung des US-Aktienmarktes 24 Prozent fester bei 14,37 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Regierung von US-Präsident Trump will den gebeutelten Öl- und Gasunternehmen nun laut Berichten mit einer Staatsbeteiligung unter die Arme greifen. Kritiker sehen in der Maßnahme keinen unmittelbaren Einfluss auf die Ölpreise. "Bei Interventionen der Regierung in der Branche steigt der Druck auf die Unternehmen sehr stark, Dividenden und Aktienrückkäufe über einen längeren Zeitraum auszusetzen", sagt Marktstratege Hugh Gimber von JP Morgan Asset Management

16:00 Uhr

Wall Street schwenkt auf Erholungskurs

Die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen lockt Anleger in den US-Aktienmarkt zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um jeweils etwa zwei Prozent. "Die Aktienmärkte scheinen der Meinung zu sein, dass die Stimuli von Regierungen und Zentralbanken ausreichen werden, um den wirtschaftlichen Schaden der Coronavirus-Pandemie zu neutralisieren", sagte Rabobank-Volkswirt Teeuwe Mevissen. "So lange diese Stimmung anhält, scheinen Konjunkturdaten keine Rolle zu spielen." Der US-Senat hatte zuvor ein weiteres, knapp 500 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket auf den Weg gebracht. Die Notenbank (Fed) pumpt über Wertpapierkäufe Billionen von Dollar in die Finanzmärkte.

15:08 Uhr

Vodafone startet mit Ausbau von 5G-Netz

Vodafone
Vodafone 1,55

Vodafone Deutschland startet auf dem Land den Netzausbau für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Dafür würden die erst seit Kurzem zur Verfügung stehenden reichweitenstarken 700-Megahertz-Frequenzen genutzt, teilte das Unternehmen mit.

Dank einer neuen Antennen-Technologie würden erstmals zwei Netze zu den Kunden gebracht, sagte Technikchef Gerhard Mack. Somit profitierten Nutzer neuer 5G-Smartphones, aber auch herkömmlicher 4G-Geräte. Letzteres ist besonders wichtig. Der Bundesnetzagentur zufolge müssen alle drei deutschen Netzbetreiber die Versorgung mit mobilem Breitband (mindestens 50 Mbit/s) in der Fläche vorantreiben.

14:26 Uhr

Zinssenkung bringt Lira zu Fall

Eine überraschend deutliche Zinssenkung der türkischen Zentralbank bringt die Lira zu Fall. Der Dollar verteuert sich zur türkischen Devise um bis zu 0,3 Prozent auf 6,9986 Lira.

Im Kampf gegen eine Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie senkte die Zentralbank den Leitzins um 100 Basispunkte auf 8,75 Prozent und damit doppelt so stark wie von Analysten erwartet.

13:49 Uhr

Wirtschaftsweisen blicken noch skeptischer auf Konjunktur

Die Wirtschaftsweisen blicken inzwischen noch skeptischer auf die deutsche Konjunktur und erwarten nun ein stärkeres Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes für 2020. "Ich rechne eher mit einem Rückgang von 5,5 Prozent - und selbst das ist noch optimistisch", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Lars Feld, der Wochenzeitung "Die Zeit" zufolge.

"Wir haben im März für Deutschland ein Minus von 2,8 Prozent bei der Wirtschaftsleistung erwartet", sagte der Ökonom und Regierungsberater. "Damals waren wir davon ausgegangen, dass der Stillstand fünf Wochen anhält und die Wirtschaft dann in einem Zeitraum von drei Wochen wieder hochgefahren wird." Diese Einschätzung lasse sich nicht halten. Deutschland mache als Exportnation eher die Schwäche der Auslandsmärkte zu schaffen.

13:05 Uhr

Dax fängt sich weiter

Der deutsche Leitindex rückt gegen Mittag um 1,22 Prozent auf 10.375 Punkte vor. Ein weiteres Konjunkturpaket der USA in Höhe von 480 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wurde am Markt als hilfreich für die Aktienkurse gesehen.

Eine weitere Stabilisierung der Aktienkurse dürfte nun auch davon abhängen, ob der Verfall der Ölpreise in den kommenden Tagen gestoppt werden könne, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Dann könne sich auch die Wall Street wieder stabilisieren. Am Ölmarkt bilden derzeit eine schwache Nachfrage im Zuge der Corona-Krise und volle Lagerstätten eine gefährliche Mischung. Zeitweise war am Anfang dieser Woche bei der US-Sorte WTI sogar für die Abnahme von Öl Geld bezahlt worden. Am Mittwochmorgen stand vor allem der Preis für die Nordseesorte Brent unter Druck - dieser fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit 1999.

12:42 Uhr

Benzin war zuletzt 2009 so billig

In der Corona-Krise können Autofahrer derzeit so günstig tanken wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Laut einer veröffentlichten Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,160 Euro, das sind 2,1 Cent weniger als in der Vorwoche. Tanken ist damit im bundesweiten Schnitt bereits die neunte Woche in Folge billiger geworden - Benzin ist sogar so günstig wie zuletzt 2009. Diesel verbilligte sich laut ADAC um 1,8 Cent auf durchschnittlich 1,078 Euro je Liter und nähert sich damit der Ein-Euro-Marke. Noch immer wirke eine hohe Heizölnachfrage auf den Dieselpreis, weshalb die Preisdifferenz zu Super E10 derzeit nur noch gut acht Cent betrage. Dagegen liegt die steuerliche Differenz zwischen beiden Sorten bei rund 22 Cent.

11:52 Uhr

Biontech und Pfizer starten Studie für Corona-Impfstoff

Pfizer
Pfizer 32,00

Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer kommen bei ihren Forschungen zu einem Impfstoff gegen die Covid-19-Infektion voran. Das Paul-Ehrlich-Institut genehmigte die klinische Phase 1/2, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

"Wir freuen uns, vorklinische Studien in Deutschland abgeschlossen zu haben, und können diese erste Studie am Menschen deutlich schneller einleiten als erwartet", sagte Biontech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin. Die Studie ist die erste klinische Untersuchung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten, der in Deutschland gestartet wird und Teil eines globalen Entwicklungsprogramms. Pfizer und Biontech erwarten auch in den USA in Kürze die behördliche Genehmigung für diese Phase.

11:22 Uhr

Wirecard legt vor KPMG-Bericht zu

Wirecard
Wirecard 88,50

Im Dax gewinnen Wirecard 1,5 Prozent vor dem erwarteten Abschlussbericht einer Bilanz-Sonderprüfung der Wirtschaftsprüfer von KPMG.

"Sollte der Bericht die Vorwürfe entkräften und der Markt das nachvollziehen, könnte es zu Short-Eindeckungen kommen", sagt ein Händler. Hintergrund sind immer wieder vorgebrachte Vorwürfe über zweifelhafte Bilanzpraktiken des Bezahldienstleisters.



11:05 Uhr

Kering enttäuscht mit Zahlen, Gucci unter Druck

Kering
Kering 532,20

Im Blick steht zunehmend die Berichtssaison zum ersten Quartal. In den USA wird laut Deutscher Bank ein Minus bei den Gewinnen von etwa 11 Prozent erwartet, in Europa ein Minus von 25 Prozent. Das dürfte zwar in die Kurse eingearbeitet sein. Das Problem ist, dass die Erwartungen für die kommenden Quartale aufgrund der Pandemie-Krise sehr unsicher sind.

Nach Zahlen für das erste Quartal geht es für Kering um 6 Prozent nach unten. Stören dürften sich die Anleger vor allem an der laut den Analysten schwachen Entwicklung von Gucci. Bei der Schlüsselmarke des Luxuskonzerns ist der Umsatz um 23 Prozent gesunken.

10:04 Uhr

Facebook will in Indien digitales Bezahlangebot für kleine Lebensmittelhändler starten

Facebook
Facebook 230,77

Facebook baut sein Standbein in Indien mit einer Beteiligung an der Digitalsparte des indischen Reliance-Konglomerats in Milliardenhöhe aus. Für einen Anteil in Höhe von zehn Prozent würden 5,7 Milliarden Dollar gezahlt, teilte Reliance mit. Ziel der neuen Partnerschaft ist es, möglichst schnell ein digitales Bezahlangebot für kleine Lebensmittelhändler zu starten.

Die Kirana genannten Läden gelten als Herz des indischen Lebensmittelmarktes, dessen Wert mit 375 Milliarden Dollar veranschlagt wird. Reliance betreibt mit JioMart bereits eine Online-Lebensmittelplattform, die nun mit Hilfe des Messenger-Dienstes WhatsApp um digitale Bezahloptionen erweitert werden soll. Gerade bemüht sich die Facebook-Tochter, die in Indien - ihrem größten Markt - 400 Millionen Nutzer zählt, um grünes Licht der Regulierer.

09:37 Uhr

Roche verdankt Pharmageschäft dickes Umsatzplus

Roche
Roche 331,40

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Quartal von einem starken Pharmageschäft besonders in Europa profitiert und den Umsatz gesteigert. Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte die Roche Holding. Der Umsatz soll demnach im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich wachsen, der Gewinn je Aktie zulegen. Zudem peilt der Konzern wie geplant eine höhere Dividende an.

Die Konzernverkäufe stiegen in den ersten drei Monaten laut Mitteilung um 7 Prozent auf 15,1 Milliarden Schweizer Franken. Analysten hatten einen leichten Rückgang auf 14,65 Milliarden Franken erwartet. Alleine in Europa erzielte Roche ein Umsatzplus von 14 Prozent. Im Pharmageschäfte verzeichnete der Konzern dank des Krebsmedikaments Tecentriq oder des Hämophilie-Präparats Hemlibra sowie neuen Medikamenten ein Plus von 7 Prozent. Die Division Diagnostics erzielte ein Umsatzplus von 5 Prozent.

09:22 Uhr

Dax schaltet in Erholungs-Modus

Dax
Dax 12.847,68

Nach den jüngsten Kursverlusten ist der Dax wieder auf Stabilisierungskurs. Der deutsche Leitindex steigt zur Eröffnung um 1,1 Prozent auf 10.367 Punkte. "Für erneuten Optimismus sorgen die positiven Entwicklungen im Kampf gegen das Coronavirus und die andauernde Unterstützung der Wirtschaft seitens der Regierungen weltweit", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Im Blick der Anleger bleibt die Entwicklung auf dem Ölmarkt. Ein beispielloser Absturz des Ölpreises hatte dem Dax am Dienstag einen Verlust von vier Prozent eingebrockt. Bei den vorgelegten Firmenbilanzen stehen vor allem die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie im Fokus. Pfeiffer Vacuum enttäuschte die Anleger mit einem Gewinnrückgang im ersten Quartal. Die Aktien des Vakuumpumpenherstellers geben in den ersten Handelsminuten 2,4 Prozent nach

08:48 Uhr

Ericsson sieht trotz Coronakrise hohe 5G-Nachfrage

Trotz der Coronavirus-Pandemie macht der schwedische Netzwerkhersteller eine hohe Nachfrage nach Ausrüstung für den neuen Mobilfunkstandard 5G aus. Im ersten Quartal zog der bereinigte Betriebsgewinn um 30 Prozent auf 4,6 Milliarden Schwedische Kronen (umgerechnet 420 Millionen Euro) an, wie der Huawei- und Nokia-Konkurrent mitteilte. Dies lag über den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz kletterte um zwei Prozent auf 4,54 Milliarden Euro. Ohne Zukäufe und Wechselkurseffekte wäre der Erlös jedoch um 2 Prozent geschrumpft.

08:42 Uhr

Eurokurs etwas gefallen

Der Eurokurs ist im frühen Handel leicht gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,0850 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte der Euro noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0837 US-Dollar festgesetzt. Die Kursausschläge hielten sich im frühen Handel in engen Grenzen.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

 

08:11 Uhr

Brent-Preis sinkt auf tiefsten Stand seit 1999

Die Ölpreise sind weiter im freien Fall. Zum Handelsstart stand vor allem der Preis für die Nordseesorte Brent unter Druck - dieser fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende der Neunziger. Der Preis für Lieferungen im Juni fiel um bis zu 3,35 Dollar oder 17 Prozent auf 15,98 Dollar. Damit kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent erstmals seit 1999 weniger als 16 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,07

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 39,56

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07:50 Uhr

Dax dürfte nach Kursrutsch höher starten

Nach dem jüngsten Kursrutsch wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit Gewinnen starten. Ein beispielloser Absturz des Ölpreises hatte ihm am Dienstag einen Kursverlust von vier Prozent auf 10.249,85 Punkten eingebrockt.

Dax
Dax 12.847,68

Die Entwicklung auf dem Ölmarkt verfolgen Börsianer weiter aufmerksam. Entscheidend sei die Frage, ob der Juni-Kontrakt auf die US-Sorte WTI das Schicksal des Mai-Futures teilen und in den kommenden Wochen unter null Dollar fallen werde. Da wegen des Überangebots die Tanklager-Kapazitäten weltweit schon fast erschöpft seien, richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Zahlen zu den US-Lagerbeständen am Nachmittag unserer Zeit.

Daneben rollt eine erneute Welle von Firmenbilanzen auf Anleger zu. Unter anderem öffnen der Chip-Hersteller STMicro und US-Laborausrüster Thermo Fisher ihre Bücher. Letztere will den deutschen Konkurrenten Qiagen für gut zehn Milliarden Dollar übernehmen.

07:25 Uhr

US-Klage wirft Großbanken Marktmanipulation vor

Viele Einzelheiten sind noch nicht bekannt, nur soviel: Eine US-Klage wirft zehn der weltgrößten Banken eine Manipulation am Markt für Unternehmensanleihen vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Demnach sollen die Geldhäuser - darunter auch die Deutsche Bank - fast 14 Jahre lang zu hohe Preise verlangt haben, wie am Dienstag aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Dadurch seien Investoren finanziell geschädigt worden. Zu den beschuldigten Finanzinstituten zählen JPMorgan Chase, Bank of America, Barclays, Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Royal Bank of Scotland und Wells Fargo. Bank of America, Barclays, Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Wells Fargo lehnten eine Stellungnahme ab.

07:14 Uhr

Talanx und Hannover Rück ziehen Gewinnprognosen zurück

Hannover Rück
Hannover Rück 164,30

Der Versicherer Talanx und seine Tochter Hannover Rück können ihre Gewinnprognosen im laufenden Jahr wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich nicht halten.

  • Der weltweit viertgrößte Rückversicherer zog seine Erwartung von netto 1,2 Milliarden Euro zurück. Daraufhin erklärte auch die mit gut 50 Prozent beteiligte Talanx, die bisher anvisierten 900 bis 950 Millionen Euro seien "mit zu vielen Unsicherheiten behaftet", um sie als Prognose aufrechtzuerhalten.
  • Bei Hannover Rück schlagen neben den Kapitalanlagen vor allem die Belastungen in der Schaden-Sparte ins Kontor. In der Schaden-Rückversicherung hat sie Betriebsunterbrechungs- und Ausfallversicherungen für Großveranstaltungen abgesichert.
  • An der Dividende für 2019 halten beide fest: Talanx will 1,50 Euro je Aktie ausschütten, Hannover Rück 5,50 Euro - wovon die Hälfte an Talanx geht.
    Talanx
    Talanx 36,30
06:50 Uhr

Ölpreise rauschen noch weiter in die Tiefe

Die Ölpreise kennen auf dem Weg nach unten auch an diesem Mittwoch kaum ein Halten. Vor dem Hintergrund des Coronavirus-bedingten Nachfrageeinbruchs, weltweit bislang kaum verminderter Förderung und voller Lager geht es für die Nordseesorte Brent gegenüber dem Vorabend um über 12 Prozent weiter nach unten auf 16,98 Dollar. Zum Stand am Dienstagmorgen von gut 26 Dollar beträgt das Minus damit über 30 Prozent. US-Öl der Sorte WTI zur Lieferung im Juni büßt weitere knapp 7 Prozent ein auf 10,80 Dollar je Barrel. Hier lag der Preis zur gleichen Vortageszeit noch bei rund 21,30 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,07

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 39,56

 

06:32 Uhr

Asien-Märkte fallen erneut, Vorsicht an Börsen

Nikkei
Nikkei 22.863,73

Die asiatischen Aktienmärkte sind auf ein Zwei-Wochen-Tief gefallen, nachdem die Rohöl-Preise drastisch eingebrochen sind. Die Börse in Tokio zeigte sich zunächst schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,2 Prozent tiefer bei 19.050 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1409 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 2,5 Prozent.

Der US-Terminkontrakt im Mai war zum ersten Mal in der Geschichte ins Minus gestürzt. Neben massiven Überangebotssorgen, so Analysten, unterstreiche der Einbruch auch die technischen Zwänge, denen der Markt bei der Reaktion auf solche Schocks ausgesetzt sei. "Der negative Preis war wahrscheinlich eine Anomalie, aber er war auch ein Symptom für größere zugrundeliegende Probleme, die die Branche angehen muss", sagte Arij van Berkel, der das Energieforschungsteam von Lux Research in Amsterdam leitet. Es zeige, dass trotz des vielfältigen Produktportfolios in der Ölindustrie, die Fähigkeit der Branche "extrem begrenzt" sei, zwischen den Märkten zu wechseln. Der Ölpreisverfall habe neue Vorsicht gegenüber dem Aktienmarkt ausgelöst.

"Über Nacht fielen die Aktien von Unternehmen, die in der 'Post-Corona-Welt' als Gewinner angesehen wurden, wie Amazon. Das ist ein beunruhigendes Zeichen", ergänzte Naoya Oshikubo, Manager bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management. Die Aktien des Online-Riesen fielen am Dienstag um 2,7 Prozent.

Amazon
Amazon 2.483,00