Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNach 1000-Punkte-Absturz: Fassen DAX-Anleger wieder Mut?

25.09.2023, 06:30 Uhr

Nach den Zinsentscheidungen der großen Notenbanken dürfte sich der Blick der Aktienanleger wieder auf die Lage der Wirtschaft richten. Signale der US-Notenbank auf eine längere Phase mit hohen Zinsen hatten den Börsen in der alten Woche zugesetzt: Der DAX verlor bei einem Stand von 15.557 Punkten am Freitagabend mehr als zwei Prozent. Von seinem Ende Juli erreichten Allzeithoch trennen den deutschen Leitindex damit rund 1000 Punkte.

Doch Experten zufolge könnten die Anleger nach dem ersten Schreck wieder Mut schöpfen. "Obwohl eine straffere US-Notenbankpolitik schon seit Wochen wieder als Gift für die Konjunktur gehandelt wird, werden sich die negativen Auswirkungen für die Börsen in Grenzen halten", sagt Sven Streibel, Chef-Aktienstratege der DZ Bank. Die weiterhin robust laufende US-Wirtschaft stütze mittelfristig die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks. "Der Dax sollte sogar stärker profitieren, weil die USA ein Hauptabsatzmarkt für die Exportchampions der deutschen Wirtschaft sind." Das gelte insbesondere, solange die schlechten Konjunkturnachrichten aus China anhielten. Entscheidend für den Anleger sei die Resilienz der Unternehmensgewinne, sagt Streibel.

Ob sich die Stimmung in der von Exportflaute, Konsumschwäche und Industrierezession gebeutelten deutschen Wirtschaft im September weiter verschlechtert oder es wieder aufwärtsgeht, dürfte der heute anstehende IFO-Geschäftsklimaindex zeigen. Der vierte Rückgang des wichtigen Konjunkturbarometers im August hatte Sorgen genährt, dass die Wirtschaft wieder in die Rezession rutschen könnte.

Zudem stehen neue Hilfen der Bundesregierung für die Bauwirtschaft im Raum: Bundeskanzler Olaf Scholz und Bauministerin Klara Geywitz haben Dutzende Verbände am Nachmittag ins Kanzleramt eingeladen, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Die Branche pocht auf ein umfangreiches Paket, fürchtet aber wegen der engen Haushaltsspielräume mit kleineren Hilfen abgespeist zu werden. Die Ampel-Regierung hatte zuletzt bereits bessere Abschreibungsmöglichkeiten auf den Weg gebracht. Nun könnte der sogenannte EH-40-Standard zur Dämmung von Häusern zeitlich befristet ausgesetzt werden, vermutlich bis zum Ende der Amtszeit der Koalition Ende 2025. Außerdem ist ein neues Förderprogramm mit zinsgünstigen Baukrediten für Familien geplant.

Quelle: ntv.de