Der Börsen-TagÖlpreis und Renditen lasten auf dem Dax
Ein erneuter Anstieg beim Ölpreis und bei Anleiherenditen hat die Stimmung an den globalen Aktienmärkten eingetrübt. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten gegen Mittag jeweils rund ein Prozent tiefer bei 25.230 und 6209 Punkten. Auch die Futures für die wichtigsten US-Indizes lagen im Minus. Der verschärfte Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen und ein auf den Golf von Mexiko zusteuernder Sturm hievten die Ölpreise in der Spitze um jeweils gut ein Prozent nach oben.
"Das Hauptproblem ist, dass kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist", sagte Angeline Ong, Analystin beim Broker IG, mit Blick auf die Lage in Nahost. "Eine weitere anhaltende Sorge ist, wie teuer die Kreditaufnahme in Zukunft angesichts der Entwicklung bei den Anleiherenditen werden wird." Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zog nach der Entspannung am Dienstag wieder leicht auf 3,494 Prozent an. Zur Nervosität am Markt trug zudem die anstehende Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed am Abend bei.
"Die Anleger in Deutschland fremdeln mit dem Begriff der Jahresendrally - zu sehr nagen Euroabwertung und politische Sorgen an ihrer Zuversicht", kommentierte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Der Euro gab erneut nach und lag mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 1,1193 Dollar nahe seinem 17-Monats-Tief von 1,1160 Dollar.
Auch die überraschend starken Zahlen zur deutschen Industrieproduktion konnten die Stimmung an den europäischen Börsen nicht aufhellen. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen trotz Behinderungen der Rhein-Schifffahrt durch das Niedrigwasser 2,0 Prozent mehr her als im Vormonat. Ein kräftigeres Plus gab es zuletzt im März 2025 mit 2,5 Prozent. "Wie üblich im Sommer wurden diese Zahlen wohl durch einige Sondereffekte wie die Lage der Sommerferien beeinflusst", kommentierte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.
Zugleich haben die Märkte die Berichtssaison für das dritte Quartal im Blick, die in diesem Monat anläuft. Von LSEG befragte Experten erwarten für die Unternehmen im europäischen Stoxx-600-Index einen Gewinnanstieg von 19,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Klammert man den Energiesektor aus, wird ein Gewinnwachstum von 9,9 Prozent prognostiziert.
