Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagPowell bestärkt Zinssenkungsfantasie der DAX-Anleger

01.08.2024, 06:30 Uhr

Die 18.500er-Marke steht: Der DAX hat den zweiten Handelstag in Folge Gewinne verbucht und damit diese psychologisch wichtige Marke zur Wochenmitte zurückerobert. Beruhigende Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum stützen ebenso wie einige positive Quartalsberichte. Zudem ließ der Inflationsdruck in den USA nach, was sich auch aus den Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve (Fed) am Abend MESZ zeigte.

Die Währungshüter beließen den geldpolitischen Schlüsselsatz zwar in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent. Angesichts der Fortschritte beim Kampf gegen die Inflation ebnet die Fed aber den Weg für eine Zinswende. Sie verwiesen auf Fortschritte auf dem Weg zum Inflationsziel von zwei Prozent. Powell betonte, unter bestimmten Bedingungen könne eine Zinssenkung bereits auf der nächsten Sitzung im September "auf den Tisch" kommen.

Auf Unternehmensseite steht heute der Autosektor mit Zahlen von Volkswagen und BMW im Vordergrund: Die Flaute bei Elektroautos und der Preiskampf in China dürften ihre Spuren in der Bilanz der beiden deutschen Autobauer hinterlassen. Experten stellen sich bei beiden Unternehmen auf einen Dämpfer beim Gewinn ein. Der Umsatz dürfte nur leicht gestiegen sein. Bei VW richten die Analysten ihr Augenmerk vor allem auf die Kernmarke Volkswagen, nachdem mit Audi und Porsche die beiden traditionell renditestärkeren Töchter ihre Zahlen schon vorgelegt haben. Die Wolfsburger hatten im vergangenen Jahr ein milliardenschweres Sparprogramm auf den Weg gebracht, um in der Kernmarke die Rendite bis 2026 auf 6,5 Prozent zu steigern. In der Markengruppe mit Skoda und Seat/Cupra sollen es acht Prozent werden.

Zudem gibt die Halbjahresbilanz des größten deutschen Wohnungskonzerns Vonovia Aufschluss darüber, ob der drastische Preisverfall am deutschen Immobilienmarkt ein Ende gefunden hat. Konzernchef Rolf Buch hatte zuletzt gesagt, dass die Talsohle bei der Wertentwicklung von Wohnimmobilien greifbar sei. Im ersten Quartal sei eine Neubewertung nicht notwendig gewesen. Nun wird sich zeigen, ob dies auch im Halbjahr der Fall ist. Vonovia hatte wegen der Immobilienkrise den Wert seines Immobilien-Portfolios immer wieder herunterschreiben müssen und deshalb Milliarden-Verluste verzeichnet.

Nach Börsenschluss hierzulande und auch nach der Schlussglocke an der Wall Street sollten Anleger noch einmal genau auf die dann veröffentlichten Quartalsberichte schauen: Bei den Geschäftsdaten von Amazon, Apple und Intel dreht sich alles um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Amazons Cloud-Sparte AWS war wegen des KI-Booms zu Jahresbeginn zwar überraschend gewachsen. Dennoch hatte das Unternehmen für das abgelaufene Quartal einen enttäuschenden Ausblick geliefert. Intel konnte ebenfalls nicht überzeugen, da dem Chip-Hersteller ein konkurrenzfähiger KI-Spezialprozessor fehlt, um dem Weltmarktführer Nvidia Paroli bieten zu können. Bei Apple erhoffen sich Börsianer einen Ausblick auf die erwarteten iPhone-Verkäufe nach der Vorstellung neuer KI-Funktionen.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de